Ausgabe 
(16.8.1937) Nr. 223
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Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsstont Vremen

der Ilationa^mlrsten Vremens

flmtsblatt des Senats der Zreien kjansestadt Dremen

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Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

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Ermäßigte Grundpreise (für kleine Familien-Anzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 6 (Nachlaßstassel 0,. Mr Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr- Annahmeschluß 18 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12 - 13 Nhri «chriitleitung Dienstag und Freitag 1214 -13)4 Uhr.

Nr. 225 / ?. Jahrgang

Montag, 16. flugust IM

kinzelpreis 15 Npf.

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Sie Nede valdur von Schirachs

Bremen, 16. August.

Bei der Großkundgebung der Nordsee-HJ. auf der Pauliner Marsch, über die wir in Wort und Bild an anderer Stelle dieser Ausgabe berichten, hielt der Reichsjugendführer Valdur v. Schirach vor 126 600 Jungen und Mädeln des Gebietes 7 (Nordsee) folgende Rede:

Meine Kameraden! Daß dieser Aufmarsch lind diese unsere Zusammenkunft unter dem Ee-

ilnsvr lagssspregel

Bei der Eröffnung der 26. Deutschen Ostmesse wandte sich Staatssekretär Funk gegen Miß­deutungen des Bierjahresplanes.

Berlin verlieh Dr. Goebbels den Ehrenschild der Reichshauptstadt.

Im Sprotte-Bruch wurde die Siedlung Hierls- hagen eingeweiht.

Mit einer großen Kundgebung und einem Vorbeimarsch an dem Reichsjugendführer endete der Eebietsaufmarsch der Nordsce-HJ. in Bremen.

Bor 76 606 Zuschauern erreichten die ersten Reichswettkiimpfe der SA. im Olympia- Stadion mit begeisternden Mchpsen ihren Höhepunkt. Zum Abschluß sprach Dr. Goebbels. Mit 3 deutschen Wagen aus den ersten Plätzen wurde die Coppa Acerbo zu einem überwältigenden deutschen Erfolg.

Bei den Europa-Meisterschaften der Ruderer in Amsterdam gab es vier deutsche Siege. Der Niedersachsen-Meister Werder-Bremen unterlag in Osnabrück gegen VfL. 4:8.

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danken veranstaltet wirdDie Jugend dankt der.Alten Garde", ist für die heu­tige Haltung der ganzen jungen Generation un­seres Volkes symbolisch. Wie sehr unterscheidet sie sich von dem, was wir in der Vergangenheit erlebt haben. Diese Haltung der damaligen Ju­gend von einst war für jeden etwas tief Trau­riges. Aber wenn man sich dabei vergegenwär­tigt, daß ja unter den Männern, die damals an der Spitze des öffentlichen Lebens standen und die damals der älteren Generation zugehörten,

keiner war, den man der Jugend als Vorbild und als verpflichtende Forderung hätte vor Augen stellen können, kann man die Haltung jener jungen Generation wenn auch nicht ent­schuldigen, so doch verstehen und begreifen. Die Jugend hat zu aller Zeit Vorbilder gebraucht, sie mußte ein Ideal haben, ver­körpert in einer überzeugenden Gestalt. Es ist das unermeßliche Glück dieser jungen Generation, daß ihr in der Person des Führers ein solches Vorbild gegeben wurde. Es mußten, damit sich ein ganzes Volk zusammenfinden konnte, mit ihm einige wenige Pioniere einst aufstehen und in der Zeit der Gefahr und Verfolgung sich zu dem Ideal bekennen, das heute zum Lebensinhalt und zum Lebensglauben einer ganzen Nation geworden ist.

Die Alte Garde, die hier diesen Tag mit Euch feiert, sie hat durch ihren Einsatz und durch ihr Opfer, vor allem aber auch durch ihre Treue Euch den Weg bereitet zu jenem glücklichsten Jugend­dasein, das Deutschland je gelangt hat, und zu Eurem herrlichen Jugendland. Der Alten Garde dankt Ihr es, wenn Ihr heute Schulter an Schul­ter nebeneinander steht, Söhne der Arbeiter und Professoren, Söhne der Fischer, Söhne des ganzen deutschen Volkes, ohne Unterschied des Standes und Berufes, des Vermögens und der Bildung.

Die alte Zeit ist uns heute schon so weit ent­rückt, -daß sie uns kaum noch gegenwärtig ist. Darum muß ich aber immer wieder allen Jungen den Einsatz der Männer von einst ins Gedächt­nis zurückrufen. Jeder von uns hat im Laufe der Jahre der Arbeit lernen müssen, daß weiter nichts wahrhaft in der Auseinandersetzung um die Verwirklichung eines Ideales besteht als die Treue, und zwar die Treue des einzel­nen gegen sich selbst und gegenüber der Gemeinschaft. Ihr müßt die Garde sein, die junge Garde der Nationalsozialistischen Partei, die in Treue bewahrt, was die alten Kämpfer Euch einst vorexerziert haben. Ihr müßt dafür sorgen, daß in Deutschland die Jugend und damit das Volk der Zukunft nur gemessen wird an dem einen Maßstab: Der Treue des ein­zelnen zu seinem Volk! Wenn Ihr das tut, werden wir unüberwindlich sein, dann werden die Männer, die Euch in schwerer Zeit voran- geschritten find, beruhigt einst ihre Augen schließen können, weil sie wissen, daß Ihr in treuen Herzen bewahrt, was schon in schwerster Zeit ihr Handeln bestimmte.

Unsere Bewegung ist niemals danach bemessen worden, wie viel in ihr versammelt waren, son-

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15. ^ugfust 1937

Wir haben den Tod noch inuner verlacht,

Was konnte er uns schon nehmen!

Aber heut' überkam uns das Leben mit LVIacht. Gh, würden wir alt, hat jeder gedacht.

Wie der steinerne L^oland von Bremen.

Dann sähen wir sa dies' neue Geschlecht,

Diese goldene Garbe der Sachsen,

LNit der Ibngebrochenheit besserem Lischt, Dtoch stolzer als wir, nicht einer als Unecht!

Luw werden und wamsen.

Das Schicksal fordere jeden Verzicht,

Itur den nicht unseres Lebens,

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Eh' denn uns diese Tage irn Licht

SS?;

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Beglückten wie Gottes reifstes Gedicht

Äls ^Krönung all' unseres Strebens l

Äeri'nsr Lodlösssr

dern stets danach, wie tren diese waren, die in ihr marschierten.

Wenn wir das Bild von heute nur vergleichen mit dem, was wir vor vier Jahren hier erlebten, dann wird die Wandlung der Jugend sichtbar, und wir erkennen, wie in jedem einzelnen von euch der Wille zu einer Form lebt. Ihr wollt nicht nur eine gewaltige Jugendbewegung unübersehbarer Masse sein, sondern die große N a ch w u ch s o r g a n i s a t i o n des deut­schen Volkes, aus der einmal die künftigen Offiziere, Politischen Leiter, SS.- und SA.-Füh- rer und Arbeitsdionstführer hervorgehen.

Aber noch ein anderes wollen wir in dieser Stunde beherzigen, wir müssen dafür sorgen, daß einmal in Deutschland Menschen heranwachsen, die nichts Unmögliches verlangen, sondern die mit gutem Willen und offenen Herzen dem Ver­such einer Leistung für das Volk freudig zustim­men und wenigstens ihre moralische Mitaxbeit diesem Versuch zur Verfügung stellen. Was hat man damals der Jugend alles entgegengehalten. Wir haben in ein bis zwei Jahren die größte Jugend der Welt zusammengetrommelt." Der Reichsjugendführer gab in diesem Zusammen­hang in humoristischer Form einige Beispiele, wie einige Menschen nach Gouvernantenart ver­sucht hätten, der Hitler-Jugend kleine und klein­lichste Dinge vorzuwerfen. Für jede eingeworfene Fensterscheibe und jeden geklauten Apfel aus Nachbars Garten hätten solche Elemente nicht den einzelnen Jungen, der seine Zurechtweisung ver­diene, sondern die HJ. verantwortlich gemacht. Valdur vop Schirach stellte fest, daß die Hitler­jugend keine Eouvernanten-Bewe- gung, ^sondern eine Jugendbewegung sei und für alle Zukunft bleiben wolle.

Die Jugendorganisation Deutschlands, so wie ich sie mir vorstelle, ist nicht in vier oder in zehn Jahren aufzubauen, sondern ist das Ergebnis einer Arbeit von vielen Generationen, so wie auch unsere Wehrmacht nicht in wenigen Jahren aufgebaut wurde, sondern das Ergebnis der E r- fahrungen von mehreren hundert Jahren darstellt. Es kommt darauf an, daß wir niemals stehen bleiben, sondern von Jahr zu Jahr- uns rücksichtslos gegen uns s e l b st entschließen, unsere Fehler zu er­gründen und zu beseitigen, dann werden wir einmal auch eine Gemeinschaft darstellen, die unerschütterlich ist. Wir wollen nicht mehr das Wesentliche darin sehen, daß wir ge­trennt sind in den Konfessionen und Bekennt­nissen des Protestantismus und des Katholizis­mus, sondern wir wollen das Wesentliche darin sehen, daß wir einig sind in dem großen Bekenntnis zu unserem deutschen Volk. Wir wollen die Zeichen dieses deutschen Bekenntnisses ehren und wollen in ihnen etwas sehen, das nicht minder werr ist als irgendein anderes Symbol dieser Zeit, Was draußen auf den Schlachtfeldern des Weltkrieges fiel, ist in uns wieder sichtbar geworden, und es hat in unseren Zeichen und Fahnen seine strahlende Auf­erstehung gefeiert. Und jedes Mal, wenn wir unseren alten Zeichen neue hinzufügen, dann ver­einigen wir uns/als lebende junge deutsche Men­schen mit dem Millionenheer der Toten und wis­sen, sie sind gegenwärtig.

Mit diesem Gelöbnis, in unserer Fahne nichts anderes zu sehen als das Bekenntnis der leben­den Deutschen zu ihrer Unsterblichkeit und zu

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vis zuiiKv Kords klordrvvstdvutoeliloiids marschiert an ihrem UeielisjuAendkührer vorbei.

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ihrem ewigen Gott, grüße und weihe ich unsere neuen Zeichen, indem ich sie mit dem erhabenen Namen grüße, in dem unser Volk einig, stolz und frei geworden ist:Adolf Hitler! Sieg Heil!"

Als der Reichsjugendführer geendet hatte, brauste orkanartigerJubel über das weite Feld, der immer wieder aufklang und sich erst legte, als Baldur von Schirach die feierliche Fahnenweihe vornahm.

Schlag für den politischen Katholizismus

looooo kundgeber protestieren in Speper gegen die Störungsaktion Ses vischofs 0r. Sebastian

II. Neustadt, 16. August.

In der alten Kaiserstadr Speyer hat Sonntag der politische Katholizismus eine schwere Nieder­lage erlitten. Bekanntlich spielte der Bischof von Speyer, Dr. Sebastian, Ende Juni in einem Prozeß in Frankenthal eine höchst un­würdige Rolle. Es wurde ihm eine Reihe von Handlungen nachgewiesen, die eine schwere Be­lastung in moralischer und staatspolitischer Hin­sicht bedeuten. Das persönliche Ansehen des Bischofs war damals außerordentlich stark erschüttert worden. Gewissermaßen als demonstrative Antwort auf jene schweren Ent­hüllungen organisierten die kirchlichen Kreise um Dr. Sebastian für den 13. August eine großange­legte Kundgebung in Speyer. Angeblich sollte ein Jubiläum des Bischofs gefeiert werden, aber ab­gesehen davon, baß dieses Jnbiläum bereits im Mai in aller Form begangen wurde, bezweckte das riesige Aufgebot, um das sich die kirchenpolitische Regie bemüht hatte, die Absicht, zu provo­zier e n.

Als Antwort auf diese Herausforderung des politischen Klerus war nun ebenfalls für Sonntag von Gauleiter Bürckel ein Kreisappel'I nach Speyer einberufen worden. Auch die Be­völkerung des Gaues konnte einer Einladung gemäß an der öffentlichen Kundgebung teilneh­men. Der Widerhall des Aufrufes war artig.

Die Stadt Speyer wurde am Sonntag zum Schauplatz einer politischen Kundgebung, wie sie in dieser spontanen Wucht noch nie erlebt wurde.

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Die Vischossstadt konnte den riesigen Andrang der staatstreuen Massen, zu deren Beförderung aus allen Teilen des Gaues u. a. 34 Sonderzllge er­forderlich waren, kaum bewältigen.

In der Mittagsstunde fand auf dem Markt­platz, der unmittelbar dem historischen Kaiserdom vorgelagert ist, die Hauptkundgebung des Tages mit einer Rede des Gauleiters Bürckel statt. Auf dem Platz und auf der Hauptstraße vom Dom bis zum alten Stadttor hatten sich über 106 600 Menschen versammelt. Gau­leiter Bürckel ging in seiner Rede scharf mit dem politischen Katholizismus ins Gericht. Er erklärte, daß diese Kundgebung nicht gegen die Kirche als Religionsgemeinschaft gerichtet sei, sondern gegen das alte politische Zen­trum, das sich hinter die Kirchenmauern zu­rückgezogen habe. Auf jeden groben Klotz werde in Zukunft ein grober Keil kämmen. Man müsse nach dem Grundsatz handeln: Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott. was Gottes ist, Pflicht des Kaisers, also des Staates, sei alles zu tun. um das Volk zu erhalten. Die Kirche müsse glücklich sein, wenn der Staat das Volk erhalte, für dessen Jenseits sie sorgen wolle. Gau­leiter Bürckel schloß seine mit stürmischem Bei­fall begrüßte Rede mit den Worten:Wenn die Domglocken zusammendröhnen, dann deuten wir ihren Klang als das nationale Gebet: Gott er­halte uns den Führer.

Ein großer Vorbeimarsch beendete am Nachmittag die Kundgebungen des Tages. Der

Bischof und sein Domkapitel hatten es vorge­zogen, in letzter Stunde auf ihren mit großem Aufwand organisierten Jubiläumsaufmarsch zu verzichten. So stand der Sonntag in Speyer ganz unter dem Eindruck der nationalsozialisti­schen Gemeinschaftskunügebung. Ohne Zwischen- fälle und in blendender Disziplin wurde dem politischen Katholizismus ein Beispiel nationaler Geschlossenheit geliefert, das ein für allemal die Wühlkräfte von der Z w e ck l o s i g k e i t ihres dunklen Treibens überzeugen müßte.

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München, 16. August.

Dem Reichsstatthalter General Ritter von Epp ist zu seinem 50jährigen Militärjubiläum das nachstehende Telegramm des Führers zugegangen: Am heutigen Tage, an dem Sie vor 50 Jahren in die Armee eintraten, gedenke ich in Aner­kennung und Dankbarkeit der großen Verdienste, die Sie sich in Krieg und Frieden um Deutschland erworben haben. Ich spreche Ihnen zu diesem Erinncrungstagc meine herzlichsten Glückwünsche aus und verbinde damit meine besten Grüße, gez. Adolf Hitler."