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parteiamtliche Lageszeitung
NachrichtenblaN der Deutschen flrbeitsfront vremen
der Nationalsozialisten Vremens
flmtsblatt des Senats der Zielen Hansestadt Vremen
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Nk. 559 / s. Jahrgang
Sonntag, 6. Uezember 1956
kinzelpreis 15 Npf.
kinftgartiges Beispiel echten Gemeinschaftssinns
Wie führenden Männer im Kelch sammelten
Nationale Solidarität
Berlin, 5. Dezember. Zum dritten Mal gab das deutsche Volk am Tag der nationalen Solidarität wieder jenes einzigartige Beispiel wahrer Kameradschaft und echten Gemeinschaftssinns, wie wir es in den beiden Vorjahren schon erlebten. Auch dieses Mal wieder hatten sich alle führenden Männer von Partei ukd Staat, der Wirtschaft, der Kunst, der Wissenschaft und der Presse eingereiht in das
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Unser lagesspiegel
Die französische Regierungskrise dauert trotz des Vertrauensvotums für Blum an.
Nach Angaben Pariser Kammerabgeordneter kämpfen über 25 990 französische Freiwillige in Spanien gegen die Natimtalregierung.
Finnland, Norwegen und Schweden sind durch die herausfordernde Moskauer Außenpolitik stark beunruhigt.
Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat 15 Gauehrenrichter bestätigt.
Die Frist für die Umwandlung von Kapitalgesellschaften ist verlängert worden.
Die deutsche Heringslogger-Flotte wird erheblich ausgebaut.
Die Güterbeförderung im Rhein-Seeverkehr nahm weiter zu.
Auch in Bremen gestaltete sich der Tag der nationalen Solidarität zu einem großen Erfolg.
Für die berufliche Unterbringung der Schulentlassenen 1937 bestehen beste Aussichten.
Millionenheer der unbekannten Sammler. Um die führenden Männer des neuen Deutschlands scharte sich in Begeisterung und bereitwilligster Gebesreudigkeit das ganze deutsche Volk. In dieser Opserbereitschaft kam zugleich überzeugend der Dank an den Führer zum Ausdruck, daß er durch die Arbeitsschlacht und die Wehrhaftmachung dem deutschen Volke ein hofsnungsfrohes Weihnachtsfest beschert hat.
In der Reichshauptstadt sammelten fast alle Männer der Reichsreqierung und der Reichsleitung der NSDAP., weiter die bekanntesten Männer und Frauen des Sports, der Bühne und des Films. Auf dem Hermannplatz in Neukölln, wo der Stellvertreter des Führers zunächst sammelte, herrschte schon vor der angesetzten Zeit riesiger Verkehr. Ehe Rudolf Heß sich einen Standort aussuchen konnte, sah er sich umringt, und man sah nichts als ein wogendes Meer hochaereckter Hände. SA. mußte schließlich eine Gasse freimachen, durch welche die Volksgenossen an Rudolf Hetz vorbeigeleitet wurden. Bald waren die erste, eine zweite und mehr Büchsen gefüllt. Anschließend begab sich der Stellvertreter des Führers zum „Veusselkietz" in Moabit, einem von der Bewegung einst besonders hart umkämpften Gebiet. Auch hier wurde er mit herzlicher Begeisterung und Freigebigkeit der Volksgenossen empfangen.
Ministerpräsident Hermann Eöring sammelte am Eingang zur Passage Unter den Linden. Zu Tausenden stand hier die Menge, um ihm ihr Scherflein in die Büchse zu werfen, die diesmal wieder aus einer großen Holztruhe bestand. Der Ministerpräsident, den sein Adjutant Oberst Vodenschatz begleitete, konnte eine „reiche Ernte" einheimsen. Zwei Stunden lang zogen alt und jung aus allen Schichten der Bevölkerung an ihm vorüber, ihre kleinen und großen Gaben spendend. Herzliches Händeschütteln gab es, als der italienische Botschafter mit seiner Gattin an die Sammelbüchse herantrat. Gegen 18 Uhr
begab sich der Ministerpräsident nach dem Alexanderplatz und weiter zum Wedding, wo er schon von Tausenden erwartet wurde. Gegen 19 Uhr fuhr Hermann Göring dann unter den stürmischen Heil-Rufen der Wartenden, die ihr Scherflein nicht mehr losgeworden waren, in das Stadtinnere zurück, um die großen Berliner Hotels noch einmal mit seiner Sammelbüchse aufzusuchen.
Für den vorauszusehenden Massenandrang an der Sammelstelle des Reichsministers Dr. Goebbels, der auch diesmal wieder am Hotel „Adlon" Unter den Linden die Spenden entgegennahm, hatte man wieder die bewährte Verkehrsregelung des Vorjahres eingerichtet. Die Spender kamen nur vom Brandenburger Tor her durch einen von SS.-Männern frei gehaltenen Engpaß an den „Doktor" heran. Unaufhörlich zog Stünde um Stunde der Strom hilfsbereiter Volksgenossen an Dr. Goebbels vorüber. Frau Goebbels samckelte auf dem Potsdamer Platz. Zu ihr konnte man erst durch ein doppeltes Spalier von breitschultrigen SA.-Männern gelangen. Auf dem Alexanderplatz waltete Frau Göring ihres Amtes und auch zu ihr gelangten die Spender erst durch ein Polizeispalier.
Wie in den Vorjahren erschien Dr. Schacht in den Vormittagsstunden wieder mit der Sammelbüchse an der Berliner Börse. In seiner Begleitung befanden sich u. a. Staatsrat Reinhart, der Reichsbankvizepräsident, der Reichskommissar bei der Börse und viele andere Persönlichkeiten.
Vor dem Kaiserhof heimste der Pressechef der Reichsregierung, Staatssekretär Funk, Münze auf Münze ein. An der Kreuzung Unter den Linden und Wilhelmstratze „belastete" Ministerialrat Berndt die Straßenüberquerung. Etwas weiter die Linden hinauf sammelte der Reichspressechef Dr. Dietrich.
Im Anschluß an die Straßensammlung fand sich eine Anzahl von Künstlern und Künstlerinnen von Bühne und Film beim Führer in der Reichskanzlei ein. Der Führer gab jedem einzelnen der Sammler einen größeren Betrag für die Sammelbüchse.
frankreichs freiwilligen-Strom nach Spanien
kntliiMungen in der pariser Kammer — Krise der volkssront trotz Vertrauensvotums für Mum
Paris, 5. Dezember.
Die außenpolitische Aussprache der französischen Kammer wurde Sonnabend vormittag vor fast leeren Bänken fortgesetzt. Kaum 50 Abgeordnete waren anwesend. Der rechtsstehende Abgeordnete Grat erklärte, Frankreich habe England weder feindlich noch freundlich gegenüberzustehen, sondern eine nationale und sogar imperialistische Politik zu treiben, denn die Grenzen Frankreichs hörten nicht am Mittelmeer auf.
Der bekannte Außenpolitiker des „Echo de Paris", Abgeordneter de Kerillis, erklärte, die Grenzen zum nationalen Spanien habe Frankreich geschlossen, aber 12099 Freiwillige nach Madrid geschickt. Außenminister Delbos unterbrach den Abgeordneten «nd machte ihn darauf aufmerksam, daß er nicht nur vor der französischen Kammer, sondern vor der ganzen Welt spreche. Die Ziffern, die er angebe, seien zum mindesten tendenziös. Er appelliere an sein VaterlandsAefühl und fordere ihn auf, sich in seinen Ausführungen einige Mäßigung aufzuerlegen.
de Kerillis erwiderte hierauf, daß ausländische Journalisten» die auch in Frankreich als ehrlich angesehen würden, täglich Ziffern über französische Freiwilligentransporte veröffentlichten. Die französische Sprache sei in den Tagesbefehlen der spanischen Bolschewisten zur amtlichen Sprache geworden, da das französische Element vorwiege.
Außenpolitisch habe Frankreich immer Mißerfolge erlitten. Deutschland dagegen habe sich mit Polen und Oesterreich verständigen wollen, und das sei ihm gelungen. Mit Frankreich habe es nie diese Verständigung gewünscht. Zum Schluß erging sich Kerillis in den ausschweifendsten Verdächtigungen Deutschlands, das er als Schreckgespenst an die Wand malte, um endlich zu erklären, Deutschland müsse jedoch wissen, daß es nicht auf ein innerlich zersplittertes Frankreich stoßen würde. 2m Notfall würden die Franzosen wie ein Mann marschieren und selbst hinter einer Volksfront-Regierung.
Als nächster Redner wies der rechtsstehende Abgeordnete Pbarnögaray ebenfalls auf den Ernst der Stunde hin. Der Völkerbund sei ein Hirngespinst, und einem Hirngespinst dürfe man das Schicksal Frankreichs nicht anvertrauen. Nur das französische Heer bilde eine Bürgschaft.
Der rechtsstehende Abgeordnete Taittinger begrüßte die Neutralitätspolitik Frankreichs, bedauerte aber die Anwerbung französischer Freiwilliger für die spanischen Roten und äußerte den Wunsch, daß die französische Regierung dies durch geeignete Maßnahmen verhindern möge. Nach seinen Informationen befinden sich in Spanien
29 999 Sowjetrussen und 25Ü0V französische Freiwillige.
Wenn der Außenminister behauptet habe, es gebe in Spanien nur eine rechtmäßige Regierung und zwar die von Valencia, so stehe er auf dem Standpunkt, daß man gegenüber einer derartig vom Anarchismus durchsetzten Regierung keine festumschriebene Politik machen dürfe, die vielleicht später einmal unübersehbare Auswirkungen haben könnte. Er persönlich stehe General Franco sympathisch gegenüber, weil Franco kein Feind Frankreichs sei, was er auch in Spanisch-Marokko bewiesen habe.
Als nächster Redner sprach der ehemalige Außenminister Flandin. Ein Grund für die Erschütterung des Friedens liege darin, daß man heute an dem Punkt der gebietsmäßigen Revision der Verträge angelangt sei. Der Außenminister habe ein Loblied auf den Völkerbund gesungen, aber der Völkerbund habe sich, als er geschlechtsreif geworden sei, als unfruchtbar erwiesen. Zu den französisch-fowjetrussischen Beziehungen übergehend, erklärte Flandin, daß er seine Verantwortung nicht leugnen wolle, da er den franzäsisch-sowjetrussischen Pakt selbst ratifiziert habe. Dieser Pakt sei aber sehr wohl vereinbar mit einer energischen Propaganda gegen die Dritte Internationale. Man müsse den Zn- trigen der Dritten Internationale in Frankreich ein Ende bereiten.
Flandin stellte dann der in Deutschland verwirklichten Volksgemeinschaft die in Frankreich herrschende Zersplitterung gegenüber, die aber seiner Meinung nach mehr scheinbar als tatsächlich sei. Für die kommenden zwei Jahre glaube der Redner ernste Gefahren sür den Frieden zu erblicken. Obwohl es Gesahrenpunkte gegeben hätte, glaubte Flandin in diesem Zusammenhang auch das deutsch-japanische Abkommen nennen zu müssen, dessen tatsächlicher Charakter ihm vollständig entgangen zu sein scheint.
Der Generalsekretär der kommunistischen Partei Frankreichs, Thorez, forderte das Eingreifen Frankreichs zugunsten der spanischen Bolschewisten und hielt im übrigen eine wüste Hetz- und Schimpfkanonade gegen Deutschland, Italien und die spanische Nationalregierung. Sodann verlas er einige Stellen aus dem Werk des Führers. Zu der Stelle, die die „Ver- niggerung Frankreichs" behandelt, erklärte er, Frankreich sei stolz, aus den Negern französische Staatsbürger gemacht zu haben.
(Fortsetzung auf Seite 2)
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R. Berlin, 5. Dezember.
Reichsorganisationsleiter Dr. Ley hat folgende Anordnung erlassen: „Auf Vorschlag des Vorsitzenden des Obersten Ehren- und Disziplinarhofes bestätige ich hiermit folgende Parteigenossen in dem ihnen übertragenen Amt als Richter: Pg. Heinrich Aecker, Düsseldorf; Pg. Ludolph Bähre, SüÄhannover-Vraunschweig; Pg. Robert Bauerschmidt, Magdeburg-Anhalt; Pg. Dr. Gerhard Becker, .Pommern; Pg. Kurt Venkwitz, Kurmark; Pg. Emil Bohrens, Weser-Ems; Pg. Eugen Bräuner, Westfalen-Süd; Pg. Dr. Erich Fröhlich, Berlin; Pg. Walter Erintrowski, Schlesien, Pg. Gustav Grimm, Hamburg: Pg. Karl
Hubert Jentgens, Köln-Aachen; Pg. Jakob Krebs, Hessen-Nassau; Pg. Michael Langguth, Mainfranken; Pg. Hans Meise, Westfalen-Nord; Pg. Otto Schubert, Bayerische Ostmark.
Diese Richter der Deutschen Arbeitsfront sind verpflichtet, nach bestem Wissen und Gewissen ihres Amtes zu walten und ohne Ansehen der Person oder des Standes nach freiem, richterlichem Ermessen Recht zu sprechen. Die Gerichte
der Deutschen Arbeitsfront sollen für die Gemeinschaft aller schaffenden Deutschen. gestützt auf die ihnen von mir garantierte Unabhängigkeit, Stätten des größten Vertrauens, des stärksten Verantwortungsbewußtseins und der höchsten Gerechtigkeit sein. Ich habe sie daher aus dem Rahmen der Aemter und Gauwaltungen der Deutschen Arbeitsfront herausgehoben und sie als eigene Institute mit dem Obersten Ehren- und Disziplinarhof als aufsichtführen- dem Organ unter meine direkte Führung gestellt.
(gez.): Dr. Robert Ley."
Mit dieser Anordnung hat der Reichsorganisationsleiter erneut die absolute Unabhängigkeit der DAF.-Gerichts- barkeit festgestellt. Dr. Ley hat als Oberster Gerichtsherr der DAF. aus der Erkenntnis der Bedeutung dieser umfassenden Ehren- gerichtsbarkeit heraus nunmehr auch die notwendige verwaltungsmäßige Selbständigkeit der DAF.-Gerichte verankert.
Vor ckontsebv Vuvillov unk äsr voriger.WoltousstollunK 1937 (Rockoli). LüiLliob rvurds mit clsw Lau dos ckoutsebon Pavillons kur <lis Lsrissr .IVsItansstsIIunA begonnen. Das imposante iVlonumontalrvsrlr rvird eins pläebs von 3564 qm sinnsbwen nncl eins I-ringe von 162 Lister suk^vsissn. Den lRngang wirck ein 54 Llstsr bobsr Turm biläsn, äsr mit Natursteinen aus Süääsutsoblanä vsrklsiäst unä von einem gewaltigen Lronssaäler, äem Uobsits^siebsn des Reiebss, übsrböbt wird. .Mlsltbild.)
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Pg. Helmut Sündermann, der in dem nachstehenden Artikel eine kurze Vorschau aus die Bedeutung des Mordprozesses Frantsurter gibt, ist inzwischen nach Ehur abgereist. Er wird die Leser der Parteipresse in täglichen Situationsberichten über die wesentlichen Merkmale des Prozetzverlauses unterrichten.
Am nächsten Mittwoch, 9. Dezember, vormittags 10 Uhr, wird im großen Sitzungssaal des Züricher Nationalgerichts in Ehur unter dem Vorsitz des Kantongerichtspräsidenten Dr. Ganzoni eine Gerichtsverhandlung ihren Anfang nehmen, auf die das ganze nationalsozialistische Deutschland blicken wird. Auf der Anklagebank sitzt der Mörder Frankfurter. Ankläger wird der Rechtsanwalt Friedrich Bügger sein. Hinter seinen anklagenden Worten aber wird sich die Ge - statt Wilhelm Gustlosfs erheben, der an einem düsteren Februarabend mitten im Frieden seines Hauses von den Kugeln eines Meuchelmörders niedergestreckt wurde.
Wilhelm Gustlofs ist in die Ewigkeit eingegangen. Sein Name aber lebt im Herzen des deutschen Volkes, seine Gestalt steht vor uns als die eines Märtyrers der deutschen Ehre und der deutschen Freiheit, denn der erwachten deutschen Natiqn galten die Schüsse, die ihn trafen. Ihn, der in Achtung der Gesetze seines Gastlandes den Reichsdeutschen draußen ein Kllnder deutschen, nationalsozialistischen Denkens war. Ihn, der in Ruhe und Würde seiner Arbeit lebte.
geachtet und geschätzt auch in dem Land, dessen Gast er war.
Auf den aber, der an jenem Abend des 4. Februar 1936 in das Haus Gustlosfs eindrang und feige den Wehrlosen niederschoß, richtet sich der Abscheu der ganzen Welt. Er. der Jude, hat mit Schlauheit ein Land zur Stätte der gewallten blutigen Provokation ausgewählt, in dem ihn die einzige wahre Strafe für sein Vergehen nicht bedroht. Der Mörder Frankfurter hat sich Graubünden ausgesucht, weil dort entsprechend einer jahrzehntelangen Tradition Tod nicht mit Tod gesühnt werden kann. Und er hat den Ansporn zum Verbrechen erhalten, weil er wußte, daß seine geistigen Helfershelfer ihn auch nach der Tat nicht verlassen würden.
Darin hat er recht behalten. Die Mordhetze der Juden- und Emigrantenpresse ist in den letzten Monaten zu einem Mitleiäskonzert für den Davoser Mörder umgeschlagen. Alle Register werden gezogen, um den Ausblick aus die Brutalität und Gemeinheit dieses Mordes zu verdunkeln. Der David Frankfurter ist zu einem Bewunderungsgegenstand aller derer geworden, die ein Interesse daran haben, daß durch solche Verbrechen der Völkerfrieden gestört wird. Nicht genug damit, daß jene Drahtzieher dem Mörder den Mut zum Verbrechen gaben, mit ihren Feldzllgen für den Verbrecher unternehmen