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parteiamtliche ^geszeitung
Mchrichtenbla« der Deutschen flrdeitsstont Vremen
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der Nationalsozialisten Vremens
Amtsblatt des Senats der Lreien Hansestadt vremen
Erscheint 7mal wöchentlich. Monatsbezug: RM. 2,30 einschl. Zustellgebühr: durch die Post RM. 2,30 einschl. 52,55 Pfg. llberweisungsgebühr, ausschl. Postbestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zu entrichten. Postscheck: öamburg 17272. Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch aus Erstattung oder Ersatz.
RS.-Gauverlag Weser-Ems G. m. b. H.. Bremen. Seeren 8/8 / Fernsprecher: 841 21 und 61116.
Nr. 557 / 6. Zalirgang
Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstatchalter s in tildenburg u nd Vremen
sreißag, 4. Vezember 1956
Anzeigen-Grundpreise: Die 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 Ps.. die ^'E-ZÄle im Textterl 75 Ps Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Familien-Anzeigen u. a.s soime sonstige DsdiNgungm Prsis liste 6 (Nachlaßstassel 6). Für Anzeigen durch Fnnsprecher keine Gewahr. Annahm^chluß lS Uhr.
Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr: Schristleltung Dienstag und Freitag^L-E^UHr.
kinzelprels 15 Npf.
Vittschaftsbelebung steigerte Steuereinnastme
EFnssr lagesspisgvl
Wiederum ist 39 hetzende» Emigranten die deutsche Staatsangehörigkeit aberkannt worden.
Reichsbankpräsident Dr. Schacht erlabt einen Ausruf zur Zeichnung der Reichsanleihe. Staatssekretär Reinhardt erläuterte die neuen Realsteuergesetze.
In Madrid plündern und brandschatzen jetzt 22 WO Sowjetrusse«.
Frankreichs Luftfahrtminister gibt offen den Nentralitätsbruch im Spanienkonslikt zu.
Die deutschen Levante-Linien beabsichtigen zwei weitere Neubauten in Dienst zu stellen. Am Tag der nationalen Solidarität werden auch in Bremen führende Persönlichkeiten der Partei und des Staates für das WHW. sammeln.
2m Hinblick auf die Durchführung des Vierjahresplanes erfolgt eine Regelung des Fettverbrauches.
Die Parkzeit in verkehrsreichen Strahen der Bremer Innenstadt wurde aus höchstens 2Ü Minuten beschränkt.
In den Centralhallen wurden S Kreismeister im Amateurboxen ermittelt.
Minister unst Neichsleiter sammeln
Berlin, 3. Dezember.
Sonnabend nachmittag wird das Berliner Stratzenbild völlig von der Sammelaktion zum Tage der nationalen Solidarität beherrscht sein, die, wie in den Vorjahren, einen einzigartigen Höhepunkt des Winterhilfswerkes bringen wird. Reichsminister Dr. Goebbels sammelt vor dem Hotel „Adlon", während Ministerpräsident Eöring in der Passage Unter den Linden die Sammelbüchse schwinden wird. Der Stellvertreter des Führers Ncichsminister Rudolf Hetz steht von 16 bis 17 Uhr auf dem Hermann-Platz in Neu- kölln, um anschließend in Moabit weiterzusammeln.
Von den übrigen Reichsministern sammeln Freiherr von Neürath in der Leipziger Stratze, Dr. Ellrtner vor dem neuen Kriminalgericht, Dr. Frick und Frau am Wittenberg-Platz vor dem Kaufhaus des Westens, Dr. Schacht in und vor der Börse, Graf Schwerin von Krosigk in der Tauentzinstratze Ecke Nürnberger Stratze und Reichsarbeitsminister Seldte auf dem. Leipziger Platz Ecke Hermann-Eöring-Stratze. Frau Goebbels hat ihren Standort vor dem Postamt im Torhäuschen auf dem Leipziger Platz gewählt, Frau Eöring wird vor der Berolina auf dem Alexanderplatz die Spenden der Berliner entgegennehmen. Durch die ganze Stadt verteilt werden die Bewohner der Reichshauptstadt die Reichsleiter der NSDAP., die Staatssekretäre, die Männer aus dem Stab des Führers, der SS. und der Polizei und aus den Gliederungen der Bewegung bei ihrem Appell an das goldene Herz des Berliners finden, und an diesem Tage besonders gern ihren Teil zum Gelingen des WHW. beitragen.
Sank der Neichsregiermrg in Paris und Warschau
Paris, 3. Dezember.
Botschaftsrat Förster hat am Quai d'Orsay den wärmsten Dank der Reichsregierung zum Ausdruck gebracht für die tatkräftige Hilfe, die die amtlichen französischen Stellen in Madrid bei der Rettung der Deutschen aus dem Madrider Botschaftsgebäude sowie bei der Verteidigung des Gebäudes und der darin befindlichen Flüchtlinge gegen Eindringlinge geleistet haben.
Warschau, 3. Dezember.
Der deutsche Geschäftsträger, Botschaftsrat von Wühlisch, hat dem polnischen Außenminister den Dank der Reichsregierung für die Hilfe ausgesprochen, die der polnische Geschäftsträger in Madrid deutschen Reichsangehörigen erwiesen hat.
Me flbwetiraküon verlin-rokw
Tokio, 3. Dezember.
Bei einem Empfang für die ausländische Presse beantwortete der japanische Außenminister Arita eine Reihe von Fragen über den Inhalt und die Auswirkung des deutsch-japanischen Abkommens. Arita erklärte, daß die deutsch-japanische Zusammenarbeit in der Bekämpfung der Komintern in erster Linie auf ein Studium der internationalen kommunistischen Bewegung abziele. Beide Län-, der würden ihre Erfahrungen durch die diplomatischen und konsularischen Vertretungen austauschen. Sie würden in gegenseitig einzusetzenden Kommissionen über Maßnahmen beraten, deren Auswirkungen sich jedoch auf die eigenen Landesgrenzen auf Grund bestehender oder neuer Gesetze beschränken.
Die Tatsache, dah gerade Japan und Deutschland zuerst dieses Abkommen getroffen hätten, sei auf den Beschluß der Komintern zurückzuführen, der Japan und Deutschland als Angriffsziele des Kommunismus bezeichnet. Das Abkommen s elle somit eine Abwehraktion dar. Japan und Deutschland seien bereit, mit allen anderen Ländern, sei es nun England, Frankreich, China oder die Vereinigten Staaten, entsprechende Vereinbarungen zu trejfen. Daraus ergebe sich deutlich, daß mit dem Abkommen keineswegs eine gemeinsame Intervention in dritten Ländern beabsichtigt sei.
" : Vlelchmäßigkeit der vesteuerung
Neinlzardr
zu den neuen ersehen
(Oralitböiiokt unssrsi Lsrlinsr Lobriktlsituvg) R. Berlin, 3. Dezember.
Das Reichskabinett hat am 1. Dezember u. a. auch eine Reihe sehr wichtiger Steuergesetze erlassen, die gestern von Staatssekretär Reinhardt vor der Presse ausführlich erläutert wurden.
Die Steuergesetzgebung bildet zweifellos in den Bevölkerungskreisen aller Länder der Welt das sogenannte „heikle Thema". Wir in Deutschland sollten eigentlich mit Auffassungen dieser Art längst gebrochen haben und ebenso wie in der Frage des Wehrdienstes nicht von einer-Pflicht, sondern von einem Recht sprechen. Denn erstens wird nach unserer Steuergesetzgebung jeder nur im Rahmen seines Könnens zur Steuerleistung herangezogen und zweitens liegen unsere steuerlichen Erfassungen bei dein allgemeinen Finanzbedarf des Reiches zur Erfüllung seiner wehr- politischen und volkswirtschaftlichen Aufgaben in
jeder Weise im Interesse der ganzen Nation und der diese bildenden Volksgenossen.
Staatssekretär Reinhardt hat gestern erklärt, daß das Steueraufkommen 193K mindestens 2 Milliarden RM. mehr betragen wird als das des Jahres 1935. Gegenüber 1933 wird sich sogar ein Plus von 5,K Milliarden RM. ergeben. Diese Auswirkung des ungeahnten Aufschwunges der wirtschaftlichen Verhältnisse in Deutschland ist damit bei weitem noch nicht abgeschlossen.
Der rein natürliche Anstieg des Steueraufkommens fand selbstverständlich in den Maßnahmen steuerpolitischer Art eine gewisse Stütze, und diese Maßnahmen basieren auf dem Grundsatz: Gleichmäßigkeit der Vesteuerung. Ein Schulbeispiel für die Handhabung dieses sehr wesentlichen Grundsatzes bietet die am 1. Dezember verfügte Realsteuer-Reform. Sie umsaßt die Grundsteuer und die Gewerbesteuer. Beide Steuerarten waren bisher Steuerquellen der Länder, der Gemeinden und in einzelnen Ländern auch der Eemeindeverbände. Aus der vielfachen Verschiedenheit des Realsteuerrechts ergab sich naturgemäß eine Verschiedenheit in der Art und der Höhe der Belastung; hierzu kam noch die Verschieden
heit in der Höhe der gemeindlichen Zuschläge. Durch die neuen Bestimmungen gelten für das gesamte Reichsgebiet die Realsteuern als einheitliches Reichsrecht.
Das Ziel für die Zukunft ist, daß es nur noch Reichssteuern und Gemeindesteuern gibt. Die Einnahmen der Länder werden dann im Wesentlichen nur no chin Anteilen an den Reichssteuern und demgemäß in Reichsüberweisuwgen bestehen.
Es ist selbstverständlich Vorsorge getroffen worden, daß sich die Anwendung der neuen Bestimmungen nicht in einer Erhöhung der Steuer auswirkt. Es ergibt sich auch keine Verschiebung zugunsten oder zu Lasten von Gebietskörperschaften. Andererseits wird jedoch durch die Vereinheitlichung des Realsteuerrechts eine Belastungsverschiebung innerhalb der einzelnen Gemeinden herbeigeführt, die indessen nichts anderes als die Verwirklichung des Grundsatzes der Gleichmäßigkeit der Besteuerung darstellt. (Die steuerpoliti- schen Ausführungen des Staatssekretärs Reinhardt veröffentlichen wir vollständig im Wirtschaftsteil dieser Ausgabe.)
22000 Sowjetrulssen in Madrid verschanzt
erfolgreicher Zwelfrontenkampf der Nationalisten — Nie Solschewisten mißbrauchen die Sichertisits;one
Paris, 3. Dezember.
Nach einer Mitteilung des „Figaro" sollen 22 VV9 Mann sowjetrussische Truppen an der Verteidigung Madrids teilnehmen. Das Blatt warnt Frankreich, sich in den skandalösen Betrug der sogenannten spanischen Demokratie hineinziehen zu lassen. Die Sowjet-„Demokratie" sei ein Witz, die mexikanische „Demokratie" sei auch ein Witz und die „Demokratie" in Valencia und Barcelona seien ebenfalls nur Witze, denn das bolschewistische Spanien fei völlig abhängig von der iberischen Anarchistenvereinigung.
Front vor Madrid, 3. Dezember.
An der Madrider Front wurden die Kämpfe auf dem linken Flügel bei Pozuelo erfolgreich fortgesetzt. Entgegen ihrer sonstigen Gepflogenheit sind die Roten nunmehr zum Stellungskrieg übergegangen, was auf den Einfluß der sowjetrusfischen Militärberater zurückzuführen sein dürfte, die um jeden Preis verhindern wollen, daß die Verbindung zwischen Madrid und El Escorial abgeschnitten wird. In etwa 10 Kilometer Entfernung von der Hauptstadt schiebt sich bereits ein nationaler Keil bedrohlich zwischen die Verbindungslinie Madrid — El Escorial. Gelegentlich eines -Besuchs dieser Stellung konnte man feststellen, wie hier gegen zwei Fronten erfolgreich gekämpft wird: Im Westen in Richtung El Escorial und im Osten in Richtung auf Madrid.
Das Artilleriefeuer war auf beiden Seiten sehr stark und regelmäßig, Die Bolschewisten scheinen vorläufig noch Ueberfluß an Munition zu besitzen, da sie ganz sinnlos auf einzelne Kraft- wagen oder auf irgendwelche Stellen, wo sie feindliche Posten vermuten, schießen. Die nationalen Flieger entwickelten ebenfalls eine rege Tätigkeit, indem sie etwa 60 Bomben mit verheerender Wirkung über den feindlichen Stellungen abwarfen. Auch drei rote Bomber versuchten, die nationalen Stellungen zu bombardieren. Da sie jedoch aus Furcht vor der Flakartillerie es vorzogen, aus sicherer Höhe ihre
Bomben abzuwerfen, richteten sie keinerlei Schaden an. Auch auf dem rechten Flügel der Madrider Front konnten die nationalen Truppen, von Cerro de los Angeles ausgehend, ihre Stellungen weiter vorschieben. In den westlichen Stadtteilen von Madrid drangen die Nationalen ebenfalls weiter vor, indem sie in gewohnter Weise Haus für Haus erstürmten.
Rote Flugzeuge bombardierten mehrere Male die Stadt Vitoria und Umgebung ohne jedoch Schaden anzurichten. Ferner griffen drei bolschewistische Flugzeuge den Flughafen von Talaoera an. Dabei wurde eines der Flugzeuge durch nationale Truppeix in Brand geschossen. Die Besatzung, ein Sowjetrusse und ein polnischer Marxist, konnten sich durch Fallschirmabsprung retten. Sie wurden gefangengenommen. Drei weitere rote Flugzeuge wurden von nationalen Jagdfliegern südlich von Madrid abgeschossen.
Wie der nationale Sender Jaca berichtet, wird die von General Franco für Frauen, Kinder und Nichtkämpfer festgesetzte Sicherheitszone im Nordosten von Madrid durch die Bolschewisten in unerhörter Weise mißbraucht. Die Roten haben dort
riesige Waffen- und Munitionslager angelegt und Quartiere für die roten Milizen eingerichtet.
Der rote Madrider Sender teilte am Mittwochnachmittag mit, daß der rote „Verteidigungsausschuß" ein Schreiben an die Volksfrontsiihrer aller Länder gerichtet habe, in dem in warmen Worten sür die Unterstützung und Hilfe gedankt und hervorgehoben wird, daß es vor allem der „internationalen Brigade" zuzuschreiben sei, daß die Hauptstadt bisher dem Ansturm der Nationalen habe widerstehen können.
Kriegszone an der Mittelmeerküste
London, 3. Dezember.
Bei der britischen Regierung ist eine Note der spanischen Nationalregierung eingegangen, in der darauf aufmerksam gemacht wird, daß zwischen dem 30. November und dem 15. Dezember in der Zone von Cap Sän Antonio (nördlich von Älicante) und Marbella (westlich von Malaga) auf feindliche Schiffe in spanischen Hoheitsgewässern Luftangriffe durchgeführt und in den Hasenmllndungen dieser Zone Minen gelegt werden würden.
kündigt Paris den NenttalMspaktt
tot: »Unsere slug;euge in Spanien Naben sich bestens bewästri!"
(Bigsvsr Ors-dtbeiiokt cksr Bremer Leitung) Paris, 3. Dezember.
Pierre Cot, Frankreichs Lustsahrtminister, hat sich in der Hitze eines Wortgefechtes vor dem Lustfahrtausschuß der französischen Kammer zu einigen Behauptungen hinreißen lassen, die als äußerst aufschlußreich bezeichnet werden müssen. Aus die Frage des Abgeordneten Tixier-Vignan- cur, wie sich die französischen Maschinen, die von
Vorn spnniselien XrivKSsc-ImupIg.tr:
Bin von LIgrolclcsnsrn boi Torrsjon srbsutstsr llusssatanli.
(IVöltbilck.)
seiten der Roten in Spanien eingesetzt worden seien, bewährt hätten, antwortete der Minister» es sei richtig, daß eine Anzahl der Apparate „versagt habe". Dieser Umstand sei aber lediglich darauf zurückzuführen, daß es sich um alte Typen gehandelt habe, die vor dem Bürgerkrieg schon an Spanien verkauft worden seien. Aus eine zweite Frage, welche Erfahrungen man denn mit den „anderen Apparaten" gemacht habe. erklärte Pierre Cot wörtlich, daß sich diese anderen — also die neue» Apparate — trotz der Unerfahren- heit einiger Piloten restlos bewährt hätten. Da es sich bei de» „neuen Apparaten" selbstverständlich nnr um moderne französische Bomben- und Kampfmaschinen handeln kann, bedeutet diese Erklärung das offene Eingeständnis des Bruches des französischen Neutralitätsversprechens durch einen amtierenden französischen Minister selbst!
Es erhebt sich die Frage, ob angesichts dieser Tatsachen — die durch eine immer aktivere Interventionspropaganda der „Volksfront" immer noch verstärkt werden — überhaupt noch damit gerechnet werden kann, daß Frankreich auch nur formell an dem von ihm selbst befürworteten Neutralitätspakt festhalten wird. Gewisse Anzeichen scheinen darauf hinzudeuten, daß diese Frage längst ein innerpolitisches Problem geworden ist, das sich inzwischen zu einer ernsten Kraftprobe zwischen Blum und der Regierungskoalition erweitert. Von einer tatsächlichen Neutralität kann heute, was die französische Haltung anbelangt, kaum mehr die Rede sein. Eine Aufkündigung des Neutralitätspaktes würde daher bestenfalls eine Anpassung der rechtlichen an die tatsächliche Lage sein.
Die große flufgobe der Sst.
Spiegel der Volksgemeinschaft — Kämpferischer Mannschaftsgeist
Es entspricht nicht einer SA-mätzigen Auffassung der Dinge, sie mit schmückenden Superlativen zu versehen. Wenn im Zusammenhang mit der Verordnung des Führers über die Kampfspiele in Nürnberg von der „großen Aufgabe" der SA. gesprochen wird, so nur, damit niemand auf den Gedanken verfällt, von „neuen" Aufgaben der SA. so zu schreiben, als ob die SA. seit der Machtübernahme tatenlos und ohne Zweck ihr Dasein gefristet habe und jetzt Plötzlich aus einem Dornröschenschlaf erwache. Denn die Bezeichnung „neu" ist in diesem Fall nicht ganz zutreffend.
Die Rederei von der Aufgabenlosigkeit der SA. stammt nicht von uns. Sie wurde van außen an uns herangetragen. Man drängte diesen Gedanken dem SA.-Mann auf. Ausgerechnet die Kreise taten es, die mit einem gewissen Mitleid auf den SA.-Mann herabsahen, die sein Wesen nie begriffen hatten und unter ihrem gutge- spielten Mitleid so etwas wie Schadenfreude verbargen. Und mancher SA.-Mann ließ sich selbst mitreißen, ließ sich ablenken von dem einmal gesteckten Ziel und konnte sich sein ferneres Dasein nur mit Stahlhelm und Karabiners mit Patronentasche und Kasernenhof und Dienst am Maschinengewehr vorstellen.
Als die SA. sich zu einem militärischen Ersatzverband immer mehr und mehr zu entwickeln schien, wich sie in Wirklichkeit von ihrem Wege ab. Die falsche Auffassung von ihrem Wesen hatte aber so weit Platz gegriffen, daß das ganze Volk bereits aufhorchte, als Stabschef Lutze den Begriff des „politischen Soldaten" neu prägte, und die politischen Auguren diesen Begriff plötzlich mit einer ihnen selbst nicht ganz erklärlichen neuen Aufgabensetzung gleichsetzten. Man hatte vergessen, daß die NSDAP. den Totalitätsanspruch im VolkundStaat erhebt und daß sie in den Stürmen der SA., in den einzelnen Männern das Wertzeug besaß und besitzt, diesen Anspruch zu verwirklichen. Denn die SA. reicht vermöge ihrer Organisationsform überall dahin im Volk, wo andere Gliederungen in einem Zuge nicht immer hinkommen bezw. nur einseitig hinreichen. Die SA. taucht mit ihren Männern bis in die ärmsten Schichten der Volksgemeinschaft hinab, sie umfaßt die höchsten Spitzen des öffentlichen Lebens. Jeder einzelne dieser SA.- Männer, die von der Idee überzeugt sein müßen, stellt ein gewisses Kraftzentrum dar, das den Gllterreichtum unserer Idee in seinem eigenen Lebenskreis weiter ausstrahlt.
Politischer Soldat zu sein, war immer die Aufgabe des SA.-Mannes. Er war es als Zettel- ankleber, als Saalschlachtenkämpfer, als Schläger auf der Stratze. Er ist es geblieben als uniformierter Träger der nationalsozialistischen Idee in friedlicheren Zeiten in seinem Torf, in seiner großstädtischen Mietskaserne und in seinem Villenviertel. Sein Sohn. den er in die HJ. gebracht, spiegelte letzten Endes die Ueberzeugung des Vaters wider, wenn er unter seinen Jugendkameraden für die HJ. warb. Der Werkscharmann, der heute im Betrieb als geistig ausgerichteter und körperlich straff erzogener Arbeiter von SA.-Führern angeleitet wird, erfüllt dieselben Funktionen und bildet damit den Kern der nationalsozialistischen Kampftruppe in Industrie, Gewerbe und Handel.
Als politischer Soldat hat der SA.-Mann nicht nur geistig die nationalsozialistische Idee zu propagieren. Er ist kein Debatteredner und kein Diskussionsheld. Er propagiert in der Form. in der das ganze neue Deutschland einst aufgebaut werden wird. Denn der deutsche Mensch ist nicht nur in den beiden Jahren seiner Dienstzeit Soldat, er bleibt es sein Leben lang. Er ist dem Reich verschworen. Wo man es noch nicht begreift, muß es klargemacht werden. So ist es ureigenste Aufgabe der SA. gewesen, ihren Männern die nötige Körperschulung zu gewährleisten. Sie tat es mit den einfachen Mitteln, wie sie auch für den Aermsten gegeben sind. Sie tat es ferner in dem Geist, der durch den Nationalsozialismus einer ganzen Nation aufgeprägt wurde, abrückend von der individuellen Sportpflege und hin zur Auffassung der Leistung einer geschlossenen Mannschaft. Wenn diese Auf- fassung heute auch im deutschen Sport breiten Raum eingenommen hat, so schmälert das das Verdienst der SA. in keiner Weise. Die SA. hat sie in Erfüllung ihrer nationalsozialistischen Aufgabe zuerst vertreten, von hier aus nahm sie