parteiamtliche Tageszeitung
Nachrichtenblatt der veutschen flrbeitsfront Bremen
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Nr. ZZS / 6. Jahrgang
Mittwoch, 2. Vezember 1SZS
kinzelpreis 1S Npf.
wichtige keichsgesetze verabschiedet
I Verstaatlichung der stI. / Nealfteueen reichsgesetzlich / wlW. öffentlich-rechtlich / rodesftrafe für Wirtschaftssabotage
setze beschlossen, ebenso ein Gesetz zur Aenderung der Borschristen über die Gebäudeentschuldungssteuer. Danach tritt vom 1. April 1937 ab eine grundsätzliche Neuregelung bei der Gebäudeentsr^ildungssteuer ein. Zu dem neuen Gewerbesteuergesetz ist noch bemerkenswert, daß die Berufssteuer überhaupt fallen gelassen worden ist, so daß auch die freien Berufe der Gewerbesteuer nicht mehr unterliegen.
Angenommen wurde weiterhin ein Gesetz zur Erschließung von Bodenschätzen, wonach eine beschleunigte Erschließung auch dann ermöglicht wird, wenn der Berechtigte dazu nicht gewillt, oder nicht in der Lage ist, das Landesbergrecht aber keine Abhilfe bringt. Dieses Gesetz steht im Zusammenhang mit der Durchführung des Bierjahresplanes. Ein Gesetz zur Aenderung des Gesetzes über die Devisenbewirtschaftung schasst neue Möglichkeiten zur wirksamen Bekämpfung von Devisenzuwiderhandlungen
Preiserhöhungen lind verboten l
Line Verordnung des Ministerpräsidenten Söring
Berlin, 1. Dezember.
Im Reichsgesetzblatt vom 1. Dezember wird eine lleberleitungsverordnung zum Gesetz zur Durchführung des Vierjahresplans vom 29. Oktober 1936 veröffentlicht, in der bestimmt wird, daß die bisher auf dem Gebiet der Preisfestsetzung und Preisüberwachung erlassenen Verordnungen, Unordnungen und allgemeinen Vorschriften in Kraft bleiben, soweit sie nicht durch das Gesetz vom 29. Oktober 1936 über die Einsetzung des Reichskommissars für die Preisbildung aufgehoben worden find.
NationaWialhMer Wille in der Preisbildung
6auleitee Wagner über den neuen erlaß Hermann vörlngs
die Möglichkeit schassen, auch geschlossene Ortschaften und sonstigen bebauten Flächen innerhalb eines Reichsnaturschutzgebietes die erforderlichen baulichen und sonstigen Beschränkungen aufzuerlegen.
Schließlich verabschiedete das Reichskabinett das von dem Beauftragten für den Vierjahresplan. Ministerpräsident Generaloberst Göring, vorgelegte Gesetz gegen Wirtschaftssabotage. Danach wird ein deutscher Staatsangehöriger, der wissentlich und gewissenlos aus grobem Eigennutz oder aus anderen niederen Beweggründen den gesetzlichen Bestimmungen zuwider Vermögen nach dem Ausland verschiebt oder im Ausland stehen läßt und damit der deutschen Wirtschaft schweren Schaden zufügt, mit dem Tode bestraft. Sein Vermögen wird eingezogen. Der Täter ist auch strafbar, wenn er die Tat im Auslande begangen hat. Für die Aburteilung ist der Volksgerichtshof zuständig. (Wortlaut der Gesetze siehe Seite 2).
Als eine Preiserhöhung ist es auch anzusehen, wenn die Zahlungs- und Lieferungsbedingungen zum Nachteil der Abnehmer verändert werden. Weiter wird verboten, Handlungen vorzunehmen, durch die mittelbar oder unmittelbar diese Vorschriften umgangen werden sollen. Zuwiderhandlungen gegen diese Verordnung werden mit Gefängnis- und Geldstrafen, letztere in unbegrenzter Höhe, oder mit einer dieser Strafen bestraft. — Schließlich wird im Reichsgesetzblatt die erste Ausführungsverordnung des Reichskommissars für die Preisbildung zur Verordnung über das Verbot von Preiserhöhungen veröffentlicht.
Sitzung -es Neichskabinetts
Berlin, 1. Dezember.
In der Kabinettssitzung am Dienstag gab der Führer und Reichskanzler zunächst eine eingehende Darstellung über die außenpolitische Lage. Sodann verabschiedete das Kabinett ein Gesetz über die H i t l er ju g e nd, nach welchem die gesamte deutsche Jugend
Unser lagssspiege!
Das Reichskabinett verabschiedete eine Reihe sehr wichtiger Gesetze.
Ein Erlaß des Ministerpräsidenten Göring verbietet Preiserhöhungen.
Gauleiter Wagner sprach zum Verbot der Preiserhöhungen.
Stabschef Lutze äußerte sich zur Verordnung -es Führers über die nationalsozialistischen Kampfspiele.
Ueber den Kulturwille« der SA. sprach Gruppenführer Böhmcker in Entin.
Roofevelt eröffnete die panamerikanisch« Konferenz.
Das Unwetter brachte an der Unterweser starkes Hochwasser.
Ueber Bremen ging gestern abend ei» heftiges Gewitter nieder.
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innerhalb des Reichsgebietes in der Hitlerjugend zusamengesatzt wird. Die gesamte , deutsche Jugend ist außer im Elternhaus und Schule in der Hitlerjugend körperlich geistig und sittlich im Geiste des Nationalsozialismus zum Dienst am Bolk und zur Volksgemeinschaft zu erziehen. Die Aufgabe der Erziehung der gesamten deutschen Jugend in der Hitlerjugend wird dem Reichsjugend- sührer der NSDAP. übertragen. Der „Ju- gendsührer des Deutschen Reiches" hat die Stellung einer obersten Reichsbehörde und ist dem Führer und Reichskanzler unmittelbar unterstellt.
Weiterhin wurde ein Gesetz über die Verfassung und Verwaltung der Reichshauptstadt Berlin beschlossen, nach welchem eine Einheit der Verwaltung zwischen dem Oberbürgermeister und dem Leiter der Landesbehörde (bisher Staatskommissar) hergestellt wird. Der Leiter der beiden Behörden führt die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister und Stadtpräsident. Der Oberbürgermeister ist unmittelbarer Landesbeamter. Der allgemeine Vertreter des Oberbürgermeisters ist der Erste Beigeordnete mit der Amtsbezeichnung: Bürgermeister. In seiner Funktion als Stadtpräsident hat der Leiter der Landesbehörde einen besonderen Vertreter, der die Amtsbezeichnung „Vizepräsident" führt. Der Beauftragte der NSDAP. für die Reichs- hauptstadt ist der Gauleiter des Gaues Berlin.
Die vom Reichsminister für Finanzen vorgelegten Gesetze für eine reichsrechtliche Regelung der Realsteuern wurden ebenfalls verabschiedet. An die Stelle von 18 verschiedenen Landesgesetzen und verschiedenen Grundsätzen erfolgt nunmehr eine einheitliche reichsgesetzliche Regelung der Real- steuern. Die Grund- und Gebäudesteuern sind in Zukunft nur noch Gemeindesteuern, die nach einheitlichem Reichsrecht geregelt werden. Die Aenderung des inneren Finanzausgleichs zwischen Ländern und Gemeinden soll bis zum 1. April 1938 in Form einer neu gestalteten Steuer- und Lastenoerteilung erfolgen. Neben dem Einführungsgesetz zu den Realsteuergesetzen» wonach die Gemeinden vom 1. April 1937 ab die Gewerbesteuer nur nach dem neuen Gewerbesteuergesetz und vom 1. April 1938 ab die Grundsteuer nur nach dem neuen Grundsteuergesetz erheben dürfen, wurden diese beiden genannten Ge-
Berlin, 1. Dezember
Vor Vertretern der Presse sprach Dienstag der Reichskommissar für die Preisbildung Gauleiter Wagner über seine Aufgaben. Er führte u. a. aus: „Wer mein Wirken als Reichskommissar für die Preisbildung richtig deuten und erfassen will, muß wissen, daß ich meinem Handeln das Gedankengut der nationalsozialistischen Idee zugrunde lege. Ich bin mir klar darüber, wie stark menschliche Triebe immer wieder geneigt sind, gegen sittliche Verpflichtungen, die der Allgemeinheit dienen, Sturm zu laufen, weil Augenblicksvorteile und scheinbare Erfolge dazu verleiten und weil man über dem Kleineren das Größere vergißt.
Wenn ich sage, meinem Denken und Handeln liegt das Wollen auch der nationalsozialistischen Idee zugrunde, so spreche ich damit eigentlich nur eine Selbstverständlichkeit aus. Dabei kann und muß man sehr wohl Maßnahmen durchführen, die, lediglich aus die Einzelwirtschaften bezogen, unter Umständen verneint werden müssen, im Interesse -es gesamtvolkswirtschaftlicheu Ablaufes aber unter allen Umständen zu tun sind.
Selbstverständlich ist, daß in solchen Fällen die etwa dadurch entstehenden Sonderlasten oder Opfer nicht nur auf die Schultern des Staates — richtiger gesagt der Allgemeinheit — abgewälzt werden, sondern daß sehr wohl Einzel- persönlichkeiten oder weite Kreise wirtschaftlich starker Träger diese Bürde zum Nutzen und Frommen der Ganzheit zu übernehmen und zu tragen haben. Es wird die vornehmste Aufgabe meines Amtes sein, in allen Einzelerscheinungen und den sicherlich auftauchenden widerstrebenden Meinungen der Geister stets auf diese Grundprinzipien zu verweisen und von dort her Bereinigungen und letzte Beschlüsse herbeizuführen, die dem einen oder anderen vielleicht materiell nicht zusagen, von der Gesamtheit der Nation aber unter allen Umständen gefordert werden muffen.
Wenn schon das Preisproblem als eine für den Laien weithin sichtbare wirtschaftliche Erscheinung in unserer heutigen Zeit besondere Berücksichtigung und Behandlung erfährt, so einzig und allein auf den höheren Gesichtspunkten, die entscheidend gesamtpolitischer Natur und erst in ihrer Einwirkung auf das tägliche Leben materiell-wirtschaftlicher Art sind.
Die Welt nötigt uns, wirtschaftlich auf eigenen Füßen zu stehen. Sie glaubte uns wirtschaftlich pressen zu können, um uns politisch Handschellen anzulegen. Sie übersieht in ihrer angeblichen Harmlosigkeit, daß ein solcher Versuch von vornherein Lei einem Volk mit gutem Gewissen und
und Umgehungen des Devisengesetzes. Ein Gesetz zur Milderung der Meldeoorschristen des Reichsversorgungsgesetzes beseitigt gewisse Härten, die sich aus diesen Vorschriften für die Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen ergeben haben.
Das Gesetz über das Winterhilss- werk des deutschen Volkes verleiht dem Winterhilsswerk die Stellung einer rechtsfähigen Stiftung des bürgerlichen Rechtes. Das Winterhilsswerk wird durch den Reichs- ministec für Volksaufklärung und Propaganda geführt und beaufsichtigt.
Ein zweites Gesetz zur Aenderung und Ergänzung des Reichsnaturschutzgesetzes soll verhindern, daß unter Vermeidung des nicht immer zweckmäßigen und auch nicht immer notwendigen Entrechtungsverfahrens die Ortschaften in ihrer Gesamtentwicklung oder die Besitzer von bebauten Einzelgrundstücken gegen die Bestimmungen des Reichsnaturschutzgesetzes verstoßen. Das Gesetz will daher
Weiter veröffentlicht das Reichsgesetzblatt eine Verordnung des Ministerpräsidenten Göring über das Verbot von Preiserhöhungen. Hiernach sind Preiserhöhungen für Güter und Leistungen jeder Art, insbesondere für alle Bedürfnisse des täglichen Lebens, für die gesamte landwirtschaftliche, gewerbliche und industrielle Erzeugung und sür den Verkehr mit Gütern und Ware» jeder Art sowie für sonstige Entgelte verboten. Dieses Verbot gilt rückwirkend vom 18. Oktober 1938 ab. Verträge, die von beiden Vertragspartnern erfüllt sind» bleiben von der Rückwirkung unberührt.
ungebrochener Lebenskraft auf höchsten Widerstand stoßen muß, weil nur eine ehrlose Nation sich solchermaßen behandeln läßt.
Es bedarf keiner Frage, daß dem Reichskommrs- sar für Preisbildung Aufgaben zugeteilt sind, die weder als einfach noch oftmals als angenehm zu bezeichnen sind. Es kann sich jedoch bei umfassenden. die Nation berührenden Problemen nicht um das Angenehme oder Bequeme handeln, sondern einzig und allein um das Notwendige zum Segen des Volkes. Wenn ich als Preiskommissar der Aufgabe, die mir gesetzt ist, in dem Umfang, der jetzt Geltung gewonnen hat, gerecht werden will. muß ich in die wirtschaftlichen Vorgänge gestaltend miteingreifen, um aus organischen Werten ein wirkliches Preisbild zu gewinnen. Ich muß mich also mit all den Dingen befassen, die als wichtige Faktorien im Werdegang des wirtschaftlichen Lebens eine Rolle spielen und demgemäß den Auf- gabenkreis in einer Weite und Tiefe zu meistern versuchen, der gleichbedeutend ist mit dem Versuch, den Dingen und Erscheinungen ein Ende zu bereiten, die aus der Vergangenheit bis in die jüngste Gegenwart hinein lebendig geblieben sind.
Ich werde mein Amt als Preiskommissar im nationalsozialistischen Geist ausüben und demgemäß müßen die Inhalte aller Verordnungen und Erlasse sein. Es bedarf keiner besonderen Erwähnung, daß ich selbstverständlich Grundlagen für die Ueberwachung dieser Arbeit schasse» die ebenfalls eindeutig den Geist unserer Zeit und unserer Idee atmen. Schon jetzt habe ich durch eine Anweisung, die dieser Tatze erscheinen wird, für die notwendige Kontinuität der alten Vorschriften gesorgt, um so zum mindesten eine Anwendung in unserem Geiste zu ermöglichen. Die lleberleitungsverordnung bringt vor allen Dinge» zum Ausdruck, daß auch bei Verstößen gegen die noch geltenden alten Vorschriften die weitrr- ehenden Maßnahmen des Gesetzes vom 29. Okto- er 1936 Anwendung finden.
Als vordringlich ist mir die Verpflichtung auferlegt, die Lebensmöglichkeit der weitesten Schichten des deutschen Volkes unter allen Umständen durch die Sicherung vernünftiger Preisrelationen zu garantieren. Die täglichen Bedürfnisse setzen sich aber nicht nur zusammen aus den Dingen, die über Essen und Trinken den Körper erhalten oder die körperlich verbrauchte Kraft aufrichten, sie umschließen zugleich auch all die anderen vielen Dinge, die in ihrer Gesamtsumme bestimmend auf das sozialpolitische Verhältnis einwirken. Gewerbliche und industrielle Wirtschaft müssen genau so wie etwa das Bauerntum und der Reichsnährstand aus einer bestimmten inneren Einstellung
heraus mitwirken, unter Führung des nationalsozialistischen Staates, wenn das gesamte Geschehen ohne allzu große Kraft- oder gar Gewalt- anstrengung erfolgreich ablaufen soll.
Mit ganz besonderem Interesse wende ich mich selbstverständlich dem wirtschaftlichen Bereich zu, der aus seiner Größenordnung heraus gewaltige Bedeutung für Deutschland besitzt. Es ist das die deutsche Industrie. Ich weiß, daß ihre Männer im Grunde genommen bereit sind, der Volkswirtschaft insgesamt und dem Staat gegenüber ihre Pflicht zu erfüllen. Aber ebenso sehr weiß ich, wie diese Männer vielfach von einer gewissen Sorge — wenn ich nicht Angst sagen will — beherrscht sind, die Wirtschaft könnte als solche durch allzu viele gesetzgeberische Maßnahmen und staatliche Eingriffe beengt oder gar behindert werden und damit in der Leistungskraft abnehmen. Solchen Befürchtungen gegenüber möchte ich ganz eindeutig zum Ausdruck bringen, daß sie eigentlich fehl am Platze sind.
Wenn die Wirtschaftskreise aus sich allein gestellt alles zu entscheiden hätten, so müßte das notwendig zu Folgen führen, die im einzelnen nicht abzusehen sind, deren Gesamtauswirkung jedoch sicher die Widerstandskraft Deutschlands nicht steigern würde.
Um Las Preisbild im gesamten Reich immer wieder übersehen zu können und unberechtigten Erscheinungen mit Nachdruck rechtzeitig entgegenzutreten. benötige ich der verschiedensten Kräfte, die einerseits organisatorisch, behelfsmäßig in meiner Hand sind. und andererseits ideell sowie organisatorisch mitarbeitend eingespannt werden. Das eine sind die aus staatlichem Recht gewordenen oder werdenden Stellen, die sich mit all diesen Dingen zu befassen haben, das andere die ideellen Träger unseres gesamten Gedankengutes, das ist die NSDAP. mit ihren sämtlichen Gliederungen.
empfange beim sichrer
Berlin, 1. Dezember
Der Führer und Reichskanzler empfing Dienstag den Präsidenten des Volksgerichtshofes Dr. Thierack sowie die Senatspräsidenten Engert, Dr. Springmann, Volksgerichtsrat Dr. Köhler und Reichsanwalt Zorns zur Meldung.
Der Führer und Reichskanzler empfing Dienstag ferner den neuernannten deutschen Gesandten in Luxemburg, von Radowitz, zur Abmeldung.
kreuKug!
NolwenSige Mchtigsteilungen
ir. Vlü. Mehr als bei jeder anderen Auseinandersetzung weltpolitischer Tragweite muß die Frontenbildung im Kampfe der Kulturstaaten gegen den Bolschewismus in aller Klarheit und Zielsicherheit erfolgen, sollen sich die Geister wirklich eindeutig voneinander scheiden. Halbheiten können hier um so weniger einen positiven Zweck erfüllen, als die Komintern ihre verbrecherische Politik der Weltrevolution mit allen Mitteln der Brandstiftung betreibt. Nun lassen jedoch englische und französische Pressestimmen, die in diesen Tagen immer wieder zum nationalsozialistischen Ruf „Europa erwache!" zu uns dringen, mit Sicherheit darauf schließen, daß die Notwendigkeit der Kräftevereinigung bei der Abwehr des Kommunismus bisher nicht überall in ihrer ganzen historischen Bedeutung erkannt worden ist. Besonders die Begrün- dung, die gewisse Vertreter der „westlichen Zivilisation" ihrer ablehnenden Haltung gegenüber der antikomunistischen Parole des Nationalsozialismus geben, fordeü uns zu einigen Richtigstellungen heraus.
Gehen wir zunächst auf die seltsame Aeußerung ein, die Bewegung wolle in außenpolitischer Hinsicht einen „modernen Kreuzzug" unternehmen! Selbst, wenn man sich auf den übertragenen Sinn dieses Vergleichs beschränkt, ist die versuchte Parallele historisch völlig abwegig. Die ebenso opferreichen wie erfolglosen Kreuzzüge (Alfred Rosenberg bezeichnet sie in seinem „Mythos des XX. Jahrhunderts" als wahnwitzig), die deutsche Heerführer vor 800 bzw. 700 Fahren mit Angehörigen deutscher Stämme in ein Land unternahmen, das germanischem Lebens- und Kulturkreis vÄlig fern lag, standen. im Zeichen der Einspan- nung des Rittertums in die Weltherrschaftspläne des Papstes. Man sprach lange Zeit, irregeführt und irreführend, mit Bezug aus die Palästina-Feldzüge von einem grandiosen Vorstoß des Abendlandes gegen die Welt des Islam und übersah, daß Ströme deutschen Blutes für ein Unternehmen vergossen wurden, das auf eine Schwächung der Reichs hinauslaufen mutzte und schon aus diesem Grunde völkisch absolut unsinnig war. Erst der Nationalsozialismus hat uns den Blick für diese wirklichen Zusammenhänge geschärft, und es ist in höchstem Grade unverständlich, daß ausländische Blätter den weltanschaulichen und politischen Kampf der Bewegung gegen den kultur- zerstörenden Bolschewismus gerade mit den in mehr als einer Hinsicht verfehlten Kreuzzügen in Verbindung bringen.
Wir machen in diesem Zusammenhang ferner mit aller Entschiedenheit Front gegen den Versuch, das weltanschauliche Ringen des Nationalsozialismus so darzustellen, als erfolge es auf der flachen Ebene irgendeines Dogmas. Auch hier hat Alfred Rosenberg bereits das Nötige gesagt und festgestellt, daß jene „metaphysischen Zwangsglaubensätze", die Dogmen, durch die geistig- eelische Umkehr des deutschen Menschen als unwesentlich erkannt werden. Die Idee, um deren Verwirklichung es bei der Zurückweisung des Komintern- Angriffs geht, ist viel, viel weiter gespannt, als es sich im Ausland vom Blickpunkt parteipolitischer Tagesstreitigkeiten aus ermessen läßt. Zu welcher Staatsauffassunp sich die einzelnen Nationen unseres Kontinents. auch bekennen mögen, in einem Punkt darf es keine gegensätzlichen Ansichten geben: Der Kamps gegen den Bolschewismus ist eine FragederSelbst-und Arterhaltung völkischer Werte, zu deren Lösung alle zivilisierten Staaten gemeinsam berufen sind — gleichgültig, ob sie sich der Gemeinsamkeit dieser ihrer Lebensinteressen schon heute voll bewußt sind oder nicht.
Damit ist auch der hauptsächlich in England aufgestellten Behauptung, der Nationalsozialismus betreibe die Spaltung Europas in zwei einander feindlich gegenüberstehende Staatengruppen, jede sachliche Grundlage entzogen. Doppelt verwerflich ist jene Unterstellung, wenn man in Betracht zieht, daß der Führer seinen Willen zur Einigung aller Nationen zwecks endgültiger Vernichtung der bolschewistischen Mörderbanden mehr als einmal mit vorbillllicher Klarheit zum Ausdruck gebracht hat. Die Erkenntnis der Dynamik des Nationalsozialismus fordert hier zu einem Vergleich mit