Ausgabe 
(15.8.1937) Nr. 222
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parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenbla» der Deutschen flrbeitsstont Vremen

der Nalionalsozialisten Vremens

flmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Vremen

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Das amtliche Verkündungsblatt des Deichsstattlialters in Oldenburg und Dremen

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Nr. rrr / Jahrgang

Sonntag, 15. flugust 1SZ?

kinzelpreis 15 Nps

kin junges Volk stand aus...

Deutschlands und Japans Jugend verstellen sich / flnsprochen des Negierenden vürgermeisters Sst -öruppenfüstrer völimcker, des Neichsjugendsüstrero valdur v. Schirach und des japanischen Jugendfülirers Sras sstutara

feierlicher Staatsakt im Vremer Nachaus

8i. Vremen, 15. August.

Den Höhepunkt der gestrigen Veranstaltungen des HJ.-Ausmarsches des GebietesNordsee" bil­dete der feierliche Staatsakt im Rathaus zu Eh­ren des Reichsjugendsührers Valdur von Schirach und seines Gastes, des japanischen Jngendsührers Graf Fhutara.

Die Jugendführer der beiden Länder wurden im Rathaus von dem Gauleiter und Reichs­statthalter Carl Rover, dem Regierenden Bür­germeister und SA.-Eruppenführer Böhmcker und dem Senat herzlich begrüßt. Im roten Ka­minsaal des Rathauses richtete der Reichsjugend- führer in englischer Sprache einige herzliche Worte des Willkommens an die japanische 2u- gendabordnnng, die der japanische Jugendsührer unter Hinweis darauf, daß diese Begegnung der Freundschaft beider Völker nützlich und förderlich sein solle, mit herzlichen Dankesworten für die gastfreundliche Aufnahme erwiderte.

Ein großer Kreis geladener Gäste aus der Partei und ihren Gliederungen, darunter die Alte Garde, des Staates, der drei Wehrmachtsteile und des

Unser Ingesspiegel

Ein chinesisches Lustbombardement in Schang­hai forderte SKV Tote. Lloydfchnelldampser Gneisenau" des N. D. L. läuft Schanghai nicht an.

Ein Fünftel aller in Sowjetrugland lebenden Reichsdeutschen schmachtet in Sowjet-Kerkern. Dr. Frick sprach aus der Haupttagung des Deutschen Auslands-Jnstituts.

Im Rahmen der 7VÜ-Jahrseier Berlins wurde eine Freigeländefchau eröffnet.

Der Führer traf in Nürnberg ein.

Heute wird die 25. Deutsche Ostmesse eröffnet. Vor 5V VVV Zuschauern im Olympia-Stadion wurde auch der zweite Tag der Reichswett- kämpfe der SA. zu einem Erfolg.

Bei den Gewichthebern der SA. erzielte Claußen-Nordmark einen neuen deutschen Re­kord.

Einen knappen Sieg mit 68:87 Punkten er­rangen Englands Leichtathleten in London über Deutschland.

In der Eesamtwertung der 1. Kampfspiele der Nordsee-HJ. hat Vremen den ersten Platz be­legt.

In Bremen fand ein Staatsakt mit dem Reichsjugendsiihrer und dem japanischen Jugendsührer Graf Fhutara statt.

Gras Fhutara gab unserem änb.-Vertreter Erklärungen über die Erziehungsarbeit an der japanischen Jugend.

Arbeitsdienstes, hatte in dem ehrwürdigen oberen Saal des Alten Rathauses Platz genom­men, als unter den Klängen des Vadenweiler Marsches Valdur von Schirach mit Graf Fhutara, Obergebietsführer Hogrefe, sowie Reichsstatthal­ter und Gauleiter Röoer. Regierender Bürgermei­ster SA.-Gruppenführer Böhmcker, mit den Senatoren Flohr, von Hoff und Halter­mann die festliche Halle betraten. Vor dem mit der Hakenkreuzfahne geschmückten Redner­platz nahm die Abordnung der japanischen Ju­gendbewegung mit ihren beiden Fahnen Aus­stellung.

Nach dem von Mitgliedern des Staatsorchesters dargebotenen musikalischen Vorspiel nahm der Regierende Bürgermeister

Sfl.-KruppenMrsr vöstmcker

das Wort zu seiner Begrüßungsansprache, in der er u. a. folgendes ausführte:

Herr Reichsjugendsiihrer! Exzellenz Fhutara! Gauleiter Röver! Meine Parteigenossen! Volks­genossen! Die Stadt Vremen entbietet Ihnen allen durch mich ihren Willkommensgruß. Die Stadt ist stolz darauf, Sie in ihren Mauern begrüßen zu können und beitragen zu dürfen zu den Erfolgen dieses großen Aufmarsches des GebietesNordsee" der HJ. Aufmärsche ähnlicher Art mögen im allgemeinen nur eine örtliche Be­deutung haben. Diesen Aufmarsch zeichnen jedoch vier besondere Umstände aus, die ihn aus dem üblichen Rahmen der Veranstaltungen hervortreten lassen:

Vremen, 15. August.

Der Thef des japanischen Jugendverbandes, Graf Posinori Fhutara, der Neffe des japanischen Kaisers, der gegenwärtig als Gast Valdur von Schirachs im Gebiet Nordsee der HJ. weilt, gab bei seinem Eintreffen in Bremen unserem ävb.- Mitarbeiter gegenüber Erklärungen über Wesen und Arbeit der japanischen Jugend ab. Er wies auf die umwälzende Regierungszeit des Kaisers Meijis hin (18671812), in der das japanische Volk die Tore seines Landes euro­päischen und westlichen Einflüssen geöffnet habe. Damals drohte die Gefahr, daß unsere eigene, von unseren Vorfahren vererbte Kraft verlorengehen würde. Auch bei der Reform des Erziehungs­systems hatte man dies zu befürchten. Nachdem man das abendländische System der > Schul- erziehung übernommen und entwickelt hatte, er­gab sich die Frage, wie man die alten Tugenden der Treue und Ritterlichkeit, die oom Samurai- Stand und Adel gelehrt wurden, und die im Bushido oder Rittergeist verkörpert sind, erhalten könne. Es war die Aufgabe der geistigen Führer unseres Volkes, den erprobten, echten Geist der Vorfahren mit den Vorzügen der westlichen Kul-

1. Die Anwesenheit des Reichs­jugendführers, den ich hier besonders will­kommen heiße. Sie, Parteigenosse von Schirach, haben vom Führer eine Verantwortung über­tragen bekommen, die besonders groß ist, indem Sie die Führung und Erziehung der Jugend über­tragen bekommen haben, die' die Zukunft des deutschen Volkes sichern soll. Wir sind stolz und glücklich, Ihnen Ihre Arbeit erleichtern und auch diesen Ihren Ausmarsch mit vorbereiten zu dür­fen. Sie dürfen versichert sein, daß von feiten der Behörden und der Bevölkerung Bremens alles getan worden ist, diesen Aufmarsch glanzvoll zu gestalten.

2. Dieser Aufmarsch ist in diesem Jahre der einzige große Aufmarsch der H I. Wir können stolz darauf sein, daß dieses wichtige Er­eignis in unser Gebiet fällt. Wir wollen hieraus die besondere Verpflichtung entnehmen, die großen Pläne, wie sie die HJ. heute erfüllen, zu unter­stützen und zu ihrem Gelingen tatkräftig beizu­tragen.

3. Die Anwesenheit Seiner Exzellenz des Grasen. Fhutara, des Führers der. japanischen Jugend­bewegung. Ich heiße Sie, Exzellenz, besonders willkommen und freue mich, feststellen zu können, daß Sie gleichzeitig als Mitglied des Ja­panischen R e i ch srates eine besondere hohe Stellung innehaben, so daß sich zwei Vertreter zweier großer, auf ihre Zukunft bedachter Völker hier treffen mit der Absicht, die Beziehungen zu­einander enger zu gestalten.

tur in Einklang zu bringen. Der Ruf nach Rück­kehr zum Bushido führte zur Bildung von Ju- gendverbändem die schließlich zu einer großen nationalen Organisation zusammengeschlossen wurden.

Auf die Frage nach den Erziehungsgrundsätzen äußerte der japanische Jugendsührer:Die Jun­gen sollen schlicht sein in ihrer ganzen Haltung, in der Freundschaft zueinander und in der großen Liebe zum Vaterland. In besonders starkem'Maße wird das Selbstbewußtsein gestärkt und Geist und Körper geschult. Unsere tiefste Liebe soll der Ge- meinschaft gehören, die Treue der Jungen gehör! dem Mikado und den Eltern, ihr Einsatz immer' dem Vaterland. Dabei sollen sie nicht vergessen daß sie die Pflicht haben, für den Frieden der Welt und das gemeinsame Gedeihen aller Völker einzutreten. In der weiblichen Jugend werden die typischen Tugenden der japanischen Frau ge­pflegt, die den Frieden in der Gesellschaft und der Familie stärken."

Gras Fhutara erzählte, wie er in der Beglei­tung des damaligen japanischen Kronprinzen und jetzigen Kaisers auf einer Reise durch Europa die

Die Ziele und Bestrebungen des Nationalsozia­lismus werden vielfach verkannt. Wenn aber ein Mann wie Valdur von Schirach den großen Er­folg für sich buchen kann, daß der Führer der Jugendorganisation eines bedeutenden Volkes nach Deutschland kommt, um sich über die Hitler­jugend zu unterrichten, so glauben wir, daß sich die Verständigung von Volk zu Volk auf einem besonders guten Wege befindet. Wir fühlen uns mit Ihrem großen Volke, Exzellenz, deshalb be­sonders verwandt, weil Ihr Volk die gleichen Tugenden pflegt wie der Nationalsozialismus. Tapferkeit, Treue, Wagemut und Vaterlandsliebe haben Ihr Volk zu allen Zeiten ausgezeichnet. Und das sind auch die Tugenden, die uns seit 1933 wieder groß gemacht haben. Beide Völker haben die Eefahrdes Bolschewismus er­kannt und zu dessen Abwehr gemeinsame Maß­nahmen ergriffen. So ist diese Zusammenkunft mit der H2. nicht nur ein Bekenntnis zu unserer Ju­gend, sondern auch ein Ausdruck der Einigkeit in der Abwehr der Weltpest Bolschewismus.

Uns Bremer verbindet seit Jahrhunderten sehr viel mit Japan. Seit einigen Jahren hat auch der Norddeutsche Lloyd mit seinen neuen Schiffen seine weitreichenden Verbindungen zum Fernen Osten in erweiterter Form wiederaufgenommen. Ich glaube daher, daß der heutige Tag für unsere Beziehungen zu Japan besonders bedeutungsvoll ist. Wir sind stolz darauf, daß gerade Bremen durch eine glückliche Fügung dazu ausersehen ist, Sie, Exzellenz, mit den Herren Ihrer Begleitung in seinen Mauern begrüßen zu dürfen.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Jugend dieses Erdteiles kennengelernt habe. Im Jahre 1922 sei der japanische Jugendverband ge­gründet worden, der die organisierte japanische Jugend unter einer Führung vereinte. Die japa­nische Jugendorganisation der 17- bis 25jährigen umfasse 2)H Millionen Mitglieder, während die Knabenorganisation, d. h. die Jugendgrupne der jüngeren Jahrgänge etwas über 1 Millionen Mit­glieder zählt.

Graf Fhutara berichtete, wie die jungen Ja­paner mit dem echten Samurai-Geist durchdrun­gen würden, wozu eine Durchbildung der Jugend- führerschaft und die Ertüchtigung in den Jugend­lagern mithelfen Bemerkenswert war der Hin­weis darauf, daß nicht nur jede Stadt oder jedes Dorf in Japan eine dem Verband angehörende Jugendgruppe besitze, sondern daß die japanische Jugendbewegung auch im Ausland wie z. V. in Tientsin, Schanghai, Hongkong, Sjngapore und an mehreren Plätzen Mandschukuos Gruppen habe, Die Begegnung zwischen japanischer und deutscher Jugend sei ein wertvoller Beitrag zum gegenseitigen Verstehen der beiden Länder, ,,Durch die Freundschaft unserer Jugend wird die Freund­schaft Deutschlands und Japans gestärkt."

wir grüßen Japan

« Bremen, 15. August.

Exzellenz Graf Fhutara, der Neffe des japanischen Kaisers, Mitglied des Herren­hauses in Tokio und Führer der großen Jugendorganisation seines Landes, weilt seit gestern in Begleitung von 10. japanischen Iugendsührern in unserer Stadt. Als Gast des Reichsjugendsührers Baldur v. Schirach nimmt er an dem 2. Gebietsausmarsch un­serer Nordsee-HJ. teil. an diesem großen ge­waltigen Erleben, das am heutigrn Tage seinen glanzvollen Höhepunkt mit dem Aus- marsch der 120 000 Jungen und Mädel er­reichen wird.

Der japanische Gast nimmt teil und sieht aus nächster Nähe den großen Auf­marsch unserer Nordsee-Jugend und mag aus ihrer festen Haltung, aus ihren glänzen­den Augen und ihrem kräftigen Marschtritt erkennen den Geist, der die ganze deut­sche Jugend von heute beseelt, und die Kraft, die dieser Jugend innewohnt. Wir sind überzeugt, daß dieser Geist und diese Kraft den Gast nicht fremd anmuten. Denn wir wissen, daß seit 15 Jahren in seinem eigenen Lande eine große allumfassende Ju­gendorganisation besteht, die, wie die Ju­gend des Führers, unsere HJ., Tugenden pflegt und Aufgaben sich stellt, ganz ähnlich denen, die der deutschen Jugend Fleisch und Blut geworden sind. Darum aber freuen wir uns auch, daß heute auf der Pauliner Marsch neben dem unermeßlichen Wald unserer eigenen HI.-Fahnen die Fahnen der japa­nischen Jugend wehen, so wie wir uns dar­über freuen, und stolz darauf sind, den her­vorragenden Vertreter des japanischen Vol­kes gerade in unserer Stadt begrüßen zu können.

Wir wünschen, daß Graf Fhutara von hier wie von Deutschland überhaupt Gras Fhutara wird in den nächsten Tagen noch Hamburg und Düsseldorf besuchen die besten und erfreulichsten Eindrücke in seine Heimat mit hinübernimmt. Es ist schon so, wie anläßlich des gestrigen Staatsaktes im Rathause Reg. Bürgermeister SA.-Grup- penführer Pg. Böhmcker in seiner An­sprache zum Ausdruck brachte, daß Tapfer­keit, Treue, Wagemut und Vaterlandsliebe, die hervorragenden Eigenschaften altjapa­nischen Rittertums, auch bei uns seit dem Umbruch von 1933 wieder in höchsten Ehren stehen. Es ist schon so, daß das Verstehen des deutschen und japanischen Volkes gegenseitig um so leichter möglich ist, als beide Völker in den Tugenden der Treue und Ritterlich­keit des Gehorsams und der Einordnung

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