parteiamtliche Tageszeitung
NachrichtenblaN der Deutschen skbeitsftont vremen
der Nationalsozialisten Vremens
Amtsblatt des Senats der Zreien Hansestadt Bremen
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Nr. ros / 7. Jahrgang
Sonntag, 1. flugust 1SZ7
kinzelpreis 15 Npf.
Her führer sprach ;u den deutschen Sängern
Stürmisllier Jubel in vreslau
Vr. Soebbels: Neue Blütezeit des nationalen Liedes
Breslau, 1. August.
Der Führer ist am Sonnabendnachmittag in Vreslau, der Stadt des 12. Sängerbundesfestes, im Flugzeug eingetroffen. In seiner Begleitung befanden sich u. a. Obergruppenführer' Vriickner und Reichsptesfechef Dr. Dietrich. Aus dem Flugplatz hieß der Gauleiter und Oberpräsident Josef UM!»»!!»!....
Unser lagssspiegel
Spanische Ueberläufcr schildern haarsträubende Erlebnisse in Rot-Spanien.
Das deutsche Sängerbundesfest fand mit der Anwesenheit des Führers seinen Höhepunkt. In Berlin begann das Treffen der 188 888 Frontsoldaten.
Ueber dem Jungvolklager in Hitzacker leuchtet strahlende Sonne.
Kreisleiter Blanke erlägt einen Aufruf zum Erwerb des Wochenspruchs der Bewegung. Die Ergebnisse des Blumenschmuck - Wettbewerbes 1837 liegen vor.
Dampfer „Roland" beförderte den 188 888sten Fahrgast.
Der Seeverkehr nach den Rheinhäfen hat beträchtlich zugenommen.
Aus der Schauinsland-Strecke bei Freiburg i. Br. erzielte Rosemeyer im Training einen neuen Rekord.
In Leipzig begannen die Vorkämpse um die 28. deutschen Rudermeisterschaften.
Nach dem ersten Tag des Schwimmländer- kampfes gegen Oesterreich führt Deutschland 18:23.
Für den Rundfunkhandel treten neue Rabatte in Kraft.
Wagner den Führer in der schlesischen Hauptstadt willkommen.
Nach der Begrüßung des Kommandierenden Generals des VIII. Armeekorps und Befehlshabers im Wehrkreis VIII, General der Kavallerie von Kleist, schritt der Führer die Ehrenformationen, eine Ehrenkompanie der Wehrmacht und Abordnungen der Gliederungen der Bewegung ab. Unter brausenden Heilrufen der auf dem Flugplatz Weilenden trat der Führer dann die Fahrt in die reich geschmückte Stadt an.
Um 18.18 Uhr traf auch der Schirmherr des 12. Deutschen Sängerbundesfestes Reichsminister Dr. Goebbels auf dem Breslauer Flughafen ein. Zu seiner Begrüßung hatten sich der stellvertretende Gauleiter Bracht und der Breslauer Oberbürgermeister Friedrich eingefunden.
Strahlende Sonne lag über der Feststadt Vreslau, als der Aufmarsch der Hunderttausenhe der großen Deutschen Weihestunde auf der Friesen- wiese begann. Die Tatsache, daß der Führer und Reichsminister Dr. Goebbels an ihr teilnahmen und zu den Sängern und den unzähligen anderen Festgästen sprachen, gab der Feierstunde eine ganz besondere Weihe und Bedeutung.
Jubel um den sülzrer
Schon gegen 18 Uhr ist die weite Friesenwiese mit ihren gewaltigen Tribllnenbauten, den Lautsprecheranlagen und den Scheinwerfern nahezu besetzt. Zu Leiden Seiten der Haupttribüne haben
die Abordnungen der Sänger aus dem Reich und der deutschen Gesangvereine aus dem Auslande mit Hunderten und aber Hunderten von Fahnen und Bannern Aufstellung genommen. Das Blau der Anzüge und Mützen der 138 880 Sänger beherrscht das Bild.
Vor dem Hotel Monopol, wo der Führer und Reichsminister Dr. Goebbels abgestiegen sind, wankt und weicht die Menschenmenge nicht. Die Straßenzüge, die zur Friesenwiese führen, sind dicht umsäumt. SA. ist zur Spalierbildung angetreten.
Wenige Minuten vor 28 Uhr geht, während der Vadenweiler. Marsch erklingt, die Fllhrerstandarte über der Ehrentribüne hoch. Auf der gegenüberliegenden Seite des riesigen Feldes erscheint in der , von zwei hohen Ehrsntllrmen markierten Einfahrt die Wagenkolonne des Führers. Stürmische Heilrufe brausen über das Feld, als die Wagen das von 880 000 Volksgenossen besetzte Feld durchführen.
Die Führerfanfare Ringt auf. Als der Führer mit Dr. Goebbels die Treppe zur Ehrentribüne hinaufschreitet, schallen erneut stürmische Heilrufe über das weite Feld. Sie wollen kein Ende nehmen. Der Führergruß, von 18 800 Sängern machtvoll gesungen, empfängt den Führer.
öauleiler und Hberprösident Josef Wagner
nimmt das Wort zur Begrüßungsansprache: Mein Führer! Besser und eindringlicher als alle Worte es vermögen, ist die Begrünung, die Ihnen aus dem Jubel der Hunderttausend!: entgegengebracht wirb. Für die hier vereinten Volksgenossen deutschen Blutes aus allen Erdteilen ist es ein hehres Erlebnis, den Schöpfer des Dritten Reiches, den Retter Deutschlands anläßlich der Weihestunde des Sängerbundesfestes begrüßen zu dürfen. Gau und Provinz Schlesien empfinden es
als eine besondere Ehrung, Sie heute wiederum in den Mauern Vreslaus zu sehen und danken Ihnen hierfür. Was braucht es vieler Worte, um die. Verehrung, Liebe und Treue zu Ihnen zu versichern, wenn das alles eine Selbstverständlichkeit ist!"
Der Gauleiter wies weiter darauf hin, daß der Deutsche Sängerbund mit dieser gewaltigen Veranstaltung sein unerschütterliches Bekenntnis zum deutschen Lied, zur deutschen Kultur und zum deutschenVolkstum ablege. Durch die nationalsozialistische Revolution seien alle Kräfte deutschen Volkstums bewußt hingelenkt auf jene unveräußerlichen Werte, die aus der Art und dem Blut unseres Seins stammen. Deutsches Lied, deutsche Musik und deutsche Kunst hätten dadurch ihre eindeutige Sinngebung erhalten und würden heute bewußt getragen von jener völkischen Verpflichtung, die jedem deutschen Menschen aus der Zugehörigkeit zum deutschen Volk gesetzt sei Gerade das Lied in allen seinen Formen sei im besten Sinne des Wortes arteigene deutsche Kultur. Das deutsche Lied, vor allem aber das Volkslied, spiegele die Vielfältigkeit unseres Volkstums und die Eigenart der seelischen Verfassung unserer deutschen Stämme wider,' im Erundton aber klinge eindeutig deutsches Wesen, deutsche Art und deutsches Gemüt mit. Im Lieds spreche der Deutsche seine Hoffnung, seine Wünsche, seine Sehnsucht, seinen Glauben, seine Demut vor Gott und sein gläubiges Vertrauen auf die ewige Vorsehung, seinen Trotz wider das Schicksal und leine Entschlossxn- heit zum Letzten aus Der deutsche Soldat ohne Lied sei ebensowenig zu denken, wie die braunen Bataillone nationalsozialistischer Revolution, wie die freudig heranwachsende deutsche Jugend, das deutsche Lred sei das singende Band, das alle deutschen Seelen bewußt und uns-nmßt umschlungen halte.
1Z0 Mw Sänger und Sängerinnen
Nach den durch starken Beifall bekräftigten Ausführungen des Gauleiters meldet der Vundes- führer des Deutschen Sängerbundes, Oberbürgermeister Meister, dem Führer 8888 Banner und Fahnen sowie 138 888 Sänger und Sängerinnen aus dem Reich, dem Grenzland und Uebersee.
2n dem Führer verehrten die deutschen Sänger nicht nur den Retter des Vaterlandes, sondern auch den Förderer und Wahrer deutscher Kunst. Aus überströmendem Herzen dankten die Sänger dem Führer für die Teilnahme am Vundesfest. Die Sänger wüßten ihm dafür unauslöschlichen Dank und gelobten ihm unverbrüchliche Treue.
Der musikalische Teil der Deutschen Weihestunde nimmt mit dem von 40 800 Sängern aus sieben deutschen Gauen und aus dem Auslande angestimmten alten Geusenlied „Du großer Gott, wie gefährlich ist unser Leben!" unter der Leitung des Ehefdirigenten des 12. Deutschen Sängerbundesfestes, Gauchormeister Hermann Vehr, seinen Anfang.'
Scheinwerfer leuchten auf. Die Gestalt des Dirigenten auf seinem hohen Pult hebt sich scharf gegen den dunklen Himmel ab. Dann wieder wird die Führertribüne in gleißend weißes Licht gehüllt. Schlesiens weißer Granit, von dem sich das Hoheitszeichen plastisch abhebt, leuchtet in dem weiten Rund, über dem sich der nächtliche Himmel wölbt.
vr. Soebbels spricht
Als der Schirmherr des Sängerbundes und Hüter deutscher Kultur, Reichsminister Dr. Goebbels, an das Rednerpult tritt, will der Beifall kein Ende nehmen. Lange kann er nicht zu Wort
kommen. Sprechchöre. die die Verbundenheit aller Deutschen zum Ausdruck bringen, klingen auf >Dr. Goebbels ging in seiner Ansprache davon aus, daß diese Feierstunde nicht eine Angelegenheit der deutschen Sänger allein, sondern ein großes nationalpolitisches Ereignis ist, ein Ereignis, das in diesen Tagen die Deutschen im Reich mit Zehntausenden ihrer Bruder jenseits unserer Grenzen verbindet. „Es^ ist deshalb mehr als eine äußere G e st e", so rief Dr. Goebbels unter stürmischem Jubel aus, „wenn Sie, mein Führer, in dieser festlichen Stunde mitten unter Ihrem Volk stehen. Hier sind Zehntausende um Sie versammelt die Sie noch niemals gesehen hatten. Aber die Aetherwellen haben oft und oft in den vergangenen Jahren Ihre Stimme zu ihnen getragen. Auch die Deutschen jenseits unserer Grenzen haben Ihre Stimme gehört und haben Ihre Ideale in ihre Herzen aufgenommen. Man kann an den Grenzen zwar hölzerne oder steinerne Barrieren aufrichten.
Aber was deutsch ist, wird sich in alle Ewigkeit zusammengehörig fühlen." (Begeisterter Beifall.)
Zum ersten Male, so fuhr Dr. Goebbels fort, feiern wir das Fest der deutschen Sänger im neuen Deutschen Reich. Auch früher waren Zehntausende von Ausländsdeutschen dabei, aber wie anders erleben sie heute das Fest. Aber damals war es eine Angelegenheit der Sänger allein. Dr. Goebbels kennzeichnete dann mit scharfen und klaren Worten, wie das Reich und mit ihm die deutsche Kunst am Boden lagen.
(Fortsetzung auf Seite 2)
Paris gibt Moskau Vie Schuld
Betrachtungen der französischen presse zum Scheitern der MchteinmischunIsdeiprechungen
Paris, 1. August.
Die Pariser Presse zeigt sich hinsichtlich der Londoner Nichteinmischungsbesprechungen recht pessimistisch. Man betont allgemein, daß die Gegensätze, die zwischen England und Frankreich auf der einen Seite, Deutschland und Italien auf der anderen und nicht zu vergessen Sowjetrußland auf der dritten Seite beständen, so groß seien, daß die vorhandene Kluft nur schwer überbrückt werden könne. Während die Rechtsblätter zugeben, daß Moskau die größte Verantwortlichkeit an einem etwaigen Scheitern der augenblicklichen Bemühungen tragen würde, versuchen die marxistisch und kommunistisch angehauchten Organe, Deutschland und Italien die Schuld in die Schuhe zu schieben. Der „Jour" bemerkt, die Antwort des deutschen Botschafters von Ribbentrop fei sehr energisch gewesen. Er habe die Sowjetregierung heftig angeprangert und sie für den Mißerfolg des englischen Planes verantwortlich gemacht. Wenn die augenblicklichen Bemühungen des Ausschusses unwirksam blieben, dann würden die künstlichen Maßnahmen, wie die ständige Vertagung, auch nichts nützen, und es sei zu befürchten, daß das ganze Nichteinmischungssystem zusammenbreche. Das „Echo de Paris" unterstreicht die unnachgiebige Haltung Moskaus und legt besonderen Nachdruck auf die Feststellung,
daß es der französischen Regierung unmöglich sei, die Auffassung zu teilen, wonach die marokkanischen Truppen des Generals Franco Ausländer seien.
Der Londoner Berichterstatter des „Journal" nimmt kein Blatt vor den Mund, um der Moskauer Regierung vie Wahrheit zu sagen. Alle diejenigen, die bisher noch in Illusionen über die wahren Absichten Moskaus schwebten, seien jetzt aufgeklärt. Sowjetrußlands Haltung könne niemanden überraschen, denn seit Beginn des spanischen Bürgerkrieges hätten die Moskauer Vertreter stets versucht, den Konflikt auf die anderen europäischen Großmächte auszudehnen. Sie verfolgten dabei lediglich den Ratschlag Lenins, der sich «inen Erfolg der Weltrevolution nur durch einen Krieg zwischen den kapitalistischen Staaten versprach. Heute hätten sie wieder einmal ihr wahres Gesicht gezeigt, indem sie die Verabschiedung des englischen Planes verhinderten.
London sagt: kin neuer Stillstand
London, 1. August.
Der größere Teil der Londoner Presse ist in der Behandlung und Beurteilung des Ergebnisses der Sitzung des Nichteinmischungsaus
schusses ziemlich zurückhaltend. Immerhin sprechen die meisten Blätter von einem neuen Stillstand in den Verhandlungen. Ausfällens ist, wie weitgehend die Presse es vermeidet, die Haltung Sowjetrußlands, die allein für die erneute Unterbrechung in den Verhandlungen verantwortlich ist, an den Pranger zu stellen. Von den während der Sitzung abgegebenen Erklärungen findet die des deutschen Vertreters die größte Beachtung. Sie wird von den meisten Blättern ausführlich wiedergegeben.
MMtärschüler woilien desertieren
Mexiko, 1. August.
Zehn Kadetten der mexikanischen Militärschule wurden festgenommen, als sie im Begriffe standen, nach Sowjetspanien abzureisen. Sie hatten von dem sogenannten „Botschafter" der Valeneia- Bolschewisten Pässe, freie Fahrt und außerdem jeder 880 Dollar erhalten. Er hatte dabei den jungen Leuten einen militärischen Rang in der sowjetspanischen „Armee" versprochen. Das mexikanische Kriegsministerium hat eine Untersuchung eingeleitet.
(lenei'nlkvldmorsolmll von llnellkusea, den grolle Hverkiibror äes Weltkrieges, keiert Iieuto seinen 88. llleburtstng. Das gönne äentsrlle Volk gratuliert dem alten Haudegen, der ein treuer dokolgsinann des Ikülirsrs ist. (Lrssss-Aokkwann)
WieeieeLmMALltLleeA >ciec IücKei
I^ntsi-ksclung mit 6sm türlcisclisli ^rirsitsministsr
(Von unserer lZsrlinsr Lcbriktlsitung)
Der türkische Arbcitsministcr, Exzellenz Ali Cetiniaha, der sich aus einer Dcutschlandreise befindet und kürzlich bekanntlich sür einige Tage in Berlin weilte, cmpsing einen Vertreter unserer Berliner Lchristlcitung und unterhielt sich mit ihm über die Probleme der modernen Türkei sowie über seine in Deutschland gewonnenen Eindrücke. Exzellenz Ali Lctinkaha ist einer der Mitgriindcr des heutigen türkischen Staates. An der Seite des Führers der neuen Türkei, Kcmal Atatürk, hatte er hervorragenden Anteil an den Kämpfen um die Bcsrciung der Türkei von den entehrenden Bestimmungen der Diktat- verträge von Mundros und Sevres.
Die Gleichberechtigung des neuen türkischen Staates ist mit der Waffe in der Hand gegen die Westmächte erkämpft worden. Ueber den damaligen Befreiungskampf äußerte sich der türkische Gast eingangs in sehr überzeugenden und leidenschaftlichen Worten. Ali Ce- tinkaya erklärte mit Nachdruck, daß das türkische Volk auf Grund seiner großen Geschichte das Urteil der Diktatverträge nicht habe hinnehmen können. Es habe seine nationale Existenz und seine Unabhängigkeit gegen diese Verträge unter dem Einsatz seiner ganzen zusammengeballten Kraft verteidigt. In seiner schwersten' Stunde sei ihm damals aus dem Volke selbst heraus in Kemal Atatürk ein Führer entstanden, her in wahrhaft prophetischer Sehergabe, aber auch mit eiserner Energie gewußt habe, nach welchen Grundsätzen und unter welchen Bedingungen im 20. Jahrhundert ein Staat neu geschaffen und in seiner Existenz gesichert werden kann.
Die Revolution des türkischen Volkes ist, wie Eetinkaya betonte, ein geschichtliches Resultat der großen Weltereignisse. Die türkischen Lande bilden den Durchgang zwischen dem Westen und Osten und sie haben die Pflicht und Verantwortung des nationalen Befreiungskampfes auf sich genommen. Die Türkei hat dabei von Anfang an darauf verzichtet. Anspruch auf Hoheitsrcchte über nichttürkische Gebiete (die nichttürkischen Gebiete der alten Monarchie ebenfalls eingeschlossen) zu erheben. Von diesem Grundsatz war auch die nationale Erhebung der Türkei getragen.
Unter der Leitung Kemal Atatürks wurde eine Große Nationalversammlung gebildet und eine neue Armee geschaffen, die die Offensivarmeen der Westmächte, die bis zum Fluß
Sakaria in Jnneranatolien vorgedrungen waren, zum Stehen brachte. In der großen Schlacht von Dumlupinar sind die Truppen der Westmächte bekanntlich vernichtend geschlagen worden.
Diese Stunde der Wiedererkämpfung der türkischen Gleichberechtigung war die Stunde der nationalen Wiedergeburt des modernen türkischen Staates. Auf die bekannten Ereignisse nach dem Waffenstillstand von Mundros näher eingehend, sprach der türkische Gast freimütig auch über die Operationen, die damals unter seiner Leitung erfolgt sind. Der heutige türkische Ärbeitsminister wurde damals von Kemal Atatürk zum Kommandanten des Distriktes von Äyvalik bei Jzmir ernannt. Als 1919 die Besetzung von Jz- mir erfolgte, führte er in dieser Eigenschaft, entgegen den ausdrücklichen Befehlen der Istanbuler Regierung, den ersten Schlag gegen die alliierten Truppen, unter denen sich bekanntlich starke französische Kontingente befanden. Die Verteidigung des Distriktes von Ayvalik war damals die erste bewaffnete Erhebung im nationalen Befreiungskämpfe der Türkei, die mit regulären Truppen durchgeführt wurde.
Auf den inneren Wiederaufbau der Türkei übergehend, schilderte Ali Eetinkaya dann im einzelnen die großen Maßnahmen, die im Laufe der vergangenen Jahre unter der umsichtigen und tatkräftigen Führung Kemal Atatürks in Angriff genommen wurden. Die Liquidierung der alten politischen Zustände, die das Werk der ersten Jahre des großen innertürkischen Befreiungswerkes darstellt, war eine Selbstverständlichkeit, die sich daraus ergab, daß das türkische Volk selbst sowohl der alten Monarchie wie dem Kalifat innerlich fremd und ablehnend gegenüberstand. In den ersten Jahren sind daneben eine Unmasse von einzelnen Maßnahmen getroffen worden, die auf allen Gebieten des wirtschaftlichen und staatlichen Lebens einen grundlegenden Neuaufbau einleiteten. Der türkische Gast griff aus der Vielzahl der Probleme das der modernen Verkehrs politik heraus, das kür die Türkei von besonderer Bedeutung ist und dessen Lösung an einem ausgezeichneten Beispiel zeigt, mit welcher Tatkraft die moderne Türkei an die Bewältigung der ihr von ihrem Führer Kemal Atatürk gestellten Aufgaben herangeht.
Die bisher neugeschaffenen Eisenbahnlinien erreichen eine Länge von nicht weniger