Ausgabe 
(28.8.1937) Nr. 235
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Tageszeitung

Nachrichtendlan der Deutschen flrbeitsftont Vremen

der Naüonalsozialisten Vremens

flmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Dremen

Nr. DS / 7. Jahrgang

Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstatthalters in Mdenburg und Vremen

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Sonnabend, 29. flugust 19Z7

kinzelpreis 15 Npf.

kngland fordert von Japan Senugtuung

„Ueber einen bloßen Protest blnaus"

Ver Votfchaster-Zwischenfatt

London, 28. August.

Von gut unterrichteter englischer Seite wurde am Freitagabend mitgeteilt, daß Außenminister Eden nach telephonrscher Rücksprache mit dem in Schottland weilenden Ministerpräsidenten be­schlossen habe, welche Schritte im Zusammenhang mit der Verwundung des britischen Botschafters

Unser lagesspivgel

Japanische Truppen haben an der Trotzen Mauer die chinesische Front durchbrochen. Das Befinden des in Thina verletzten briti­schen Botschafters hat sich gebessert.

Nach der Eroberung Santanders werden er­schütternde Einzelheiten über die bolsche­wistische Mordgier bekannt.

Der Chef der belgischen Luftverteidigung weilt als Gast in Berlin.

Der Weltmilchkongretz wurde mit bedeut­samen Arbeitsergebnissen beendet.

Unsere Studenten kamen bei den Studenten­weltmeisterschaften in Paris zu weiteren schönen Erfolgen.

Bei den Rad-Weltmeisterschaften errang Wal­ter Lohmann (Bochum) den Steher-Welt- meisterritel für 1837.

Die westfälische Marine-HJ. ist aus ihrer Wescr-GrotzsaM in Vremerhaven eingetroffen. Die Motorstandarte 82 entsendet 178 NSKK.- Miinner zum Reichsparteitag nach Nürnberg. In Bremen soll eine Fläche von 16VÜ Hektar zu Kleingärten umgewandelt werden.

NI

in China unternommen werden sollen. Obwohl dieje Schritte noch nicht bekanntgegeben worden seien, könne man annehmen, datz sie über einen blotzen Protest hinausgehen würden. Die japa­nische Erklärung, datz der britische Botschafter vor Beginn seiner Reise von Nanking nach Schanghai die japanischen Militärbehörden hätte in Kenntnis setzen sollen, werde in britischen Krei­sen als „absurd" bezeichnet. Es werde daraus hin­gewiesen, datz keine Anzeichen dasür vorhanden gewesen seien, datz die Strahe unter Feuer stehen würde.

Die Londoner Presse berichtet in größter Aufmachung und spaltenlang über die Ver­

wundung des britischen Botschafters in China. Sir Hughes Knatchbull-Hughessen durch Geschosse ja­panischer Flugzeuge. Sämtliche Blätter brin­gen gleichzeitig Leitartikel, in denen sie nicht nur ihr Bedauern zum Ausdruck bringen, sondern Wiedergutmachung von Japan verlangen.

So schreibt die „Times" unter der Ueberschrift „Eine zapanische Freveltat", die Freoeltat be­leuchte die unhaltbare Lage in China. Die bri­tische Regierung werde, wenn sie alle Einzelheiten des Zwischenfalles vorliegen habe, zweifellos wissen, wie sie Genugtuung erhalten werde.

„Evening Standard" schreibt: „Wenn es sich zeigen sollte, daß japanische Flieger für den Zwi- schenfall verantwortlich seien,, dann werde die öffentliche Meinung Englands' eine volle Ent­schuldigung und Wiedergutmachung erwarten. Welchen Weg werde man aber einschlagen, so fährt das Blatt fort, wenn diese Erwartungen nicht erfüllt werden und wenn die japanische Re­gierung ihre Verantwortlichkeit in dieser Frage nicht achten würde?

Die schärfste Maßnahme würde darin bestehe«, die Armee-, Flotten- und Luftstreitmacht und die englische Jugend aufzubieten, um diesen nicht her­ausgeforderten Angriff auf einen britischen Bot­schafter zu rächen. Sollte man aber diesen Kurs ablehnen, dann müsse die englische Regierung aus einen erhitzten Wortkrieg und wütende Forderun­gen verzichten, denn starke Worte brächten keinen Gewinn, wenn nicht auch starke Taten beabsichtigt seien.

Der diplomatische Korrespondent des „Daily Telegraph" berichtet, datz die politischen Folgen des Angriffes auf den Botschafter ernste Be­fürchtungen ausgelöst haben. So habe sich Außen­minister Eden entschlossen, nicht wie ursprünglich beabsichtigt, seinen Urlaub auf dem Lande zu ver­bringen. Er werde in London bleiben, um per­sönlich die Leitung des Autzenamtes in der Hand zu behalten.

„Daily Expreß" will berichten können, daß die britische Regierung folgende Forderungen an Japan stellen werde: 1. Sofortige und drastische Bestrafung der für den Unfall verantwortlichen Flieger; 2. volle Entschädigung des verletzten britischen Botschafters; 3. energische japanische Maßnahme zur Vermeidung derartiger Zwischen- fälle in der Zukunft.

vefmden des Volschastsrs gebessert

London, 28. August.

Nach einer Meldung aus Schanghai erklärten am Freitagnachmittag die Aerzte, das Befinden

des verwundeten britischen Botschafters sei zu­friedenstellend. Trotz einer unruhigen Nacht sei eine Besserung festzustellen. Die Aerzte hofften, wenn dieser Zustand der Besserung anhalte, am Sonnabend den Botschafter außer Lebensgefahr > erklären zu können.

deutsche flnteilnakme

London, 28. August.

Der deutsche Geschäftsträger Gesandter Dr. Woermann übermittelte am Freitagnachmittag dem englischen Außenamt die Anteilnahme der Reichsregierung anläßlich der Verwundung des britischen Botschafters in China, Sir Hughes Knatchbull-Hugessen. Auch die Vertreter der übrigen europäischen Mächte übermittelten der britischen Regierung ihre Anteilnahme.

Japan untersucht den Zwischensall

London, 28. August.

Von selten der japanischen Botschaft in China verlautet, daß die Nachforschungen über den Zwischensall bei Schanghai noch nicht abgeschlossen seien, doch werde das Ergebnis, sobald es feststehe, veröffentlicht werden. Weiter wird von japa­nischer Seite erklärt, datz die Chinesen miß­bräuchlicherweise fremde Flaggen führen, wodurch der Schutz, den die Flagge Ausländern gewähr­leiste, gefährdet werde.

ffosftida bei kden

London, 28. August.

Der japanische Botschafter in London, Poshida, suchte am Freitagnachmittag den englischen Außenminister im Zusammenhang, mit der. Ver-- wundung des britischen Botschafters in China auf. Ueber den Verlauf der - halbstündigen Unterredung wurde nichts bekanntgegeben. Auch der chinesische Botschafter besuchte Außenminister Eden. Anläßlich des Schanghaier Zwischenfalls wird möglicherweise Anfang nächster Woche eine Ministerbesprechung stattfinden, um über die von England zu ergreifenden Maßnahmen zu entscheiden.

Staatssekretär Hüll übermittelte der englischen Regierung durch die amerikanische Botschaft in London sein tiefstes Bedauern zur Verletzung des britischen Botschafters in Chinä.

japanischer krsolg an ver Kroßen Mauer

Sie chinesische front in 15 km vreite durchbrochen

Tientsin, 28. August.

Die bisher größte und entscheidenste Gefechts­handlung im Verlaus der militärischen Operati^ neu in Nordchina hat sich am Freitag südöstlich der Stadt Huailai, die aus halbem Wege an der Bahnstrecke zwischen dem Nankau-Paß und Kal- gan liegt, ereignet. Die japanischen Truppen haben läut Mitteilung des spanischen Oberkom­mandos in Tientsin die chinesische Hauptstellung an der großen Mauer durchbrochen und die ze,üb­liche Front in einer Breite von 15 Kilometern eingedrückt.

Ueber den Eefechtsverlauf wird im„emzelnen bekannt, daß sich die chinesische Schlüsselstellung auf der Höhe etwa 2g Kilometer südlich von Kantschung befand, wo die große Mauer aus einem jäh abfallenden Bergkegel ihren höchsten Punkt erreicht und von wo das ganze umliegende Gelände beherrscht werden kann. Der erste japa­nische Angriff, der von Slldosten aus der Rich­tung von Nankau angesetzt wurde, stieß aus un­geheure Geländeschwierigkeiten, die selbst ohne feindliche Gegenwirkung in fünf Stunden nur ein Vorrücken um vier Kilometer ermöglichten. Die engen Gebirgsschluchten waren durch tage- lange Wolkenbrüche von reißenden Wassermassen durchflutet in denen der Nachschub und der Ab­transport 'der Verwundeten auf unüberwindliche Schwierigkeiten stieß. Die Chinesen, die sich ihrer günstigen Stellung bewußt waren, leisteten zahe- sten Widerstand, so daß der erste der mehrtägi­gen japanischen Angriffe erfolglos blieb. Erst neu herangeführte sapanischs Verstärkungen er­möglichten nach siebentägigem erbitterten Ringen die Erstürmung der die große Mauer weithin beherrschenden Höhe, wodurch die von funs chine- si'chen Divisionen verteidigte §Aluna durch- brachen werden konnte. Die 'chinesischen Truppen gingen eiligst in Richtung Huailai zurück.

Das japanische Oberkommando mißt dem Durch­bruch an der großen Mauer größte strategische Bedeutung bei, da nunmehr die Innere Mon­golei dem japanischen Vormarsch völlig offen­stehe.

chinesisches Schiff versenkt

Schanghai, 28. August.

Zu einem Seegefecht kam es zwischen einem japanischen Zerstörer und einem chinesischen Ver­messungsschiff, Das letztere, das lediglich mtt einem Maschinengewehr bewaffnet war und sich

tapfer zur Wehr setzte, mutzte sich in den kleinen Hafen Tungtschau an der Tschekiang-Küste zurück­ziehen, wo es von dem Zerstörer schließlich ver­senkt wurde. Eine chinesische leichte Küsten­batterie griff, wie der Sprecher der japanischen Marine mitteilt, in den Kampf ein und zwang den Zerstörer, den Hafen zu verlassen.

sstngiau soll geschont werden

London, 28. August.

Der diplomatische Korrespondent der „Times" berichtet, daß die Regierung' der Vereinigten Staaten in Nanking und Tokio vorstellig gewor­den sei, um klarzumachen, daß die Kämpfe von Tsingtau ferngehalten werden sollten, da dort eine große Zahl von amerikanischen und britischen Staatsangehörigen ansässig sei. Die britischen Ver­treter in Nanking und Tokio seien von diesem amerikanischen Schritt unterrichtet worden und hätten sich ihm angeschlossen.

Außerdem erklärte Hüll in Washington auf der Pressekonferenz im Weißen Haus, die Regierung der Vereinigten Staaten habe sowohl der japa­nischen als auch der chinesischen Regierung mitge­teilt, daß sie die Achtung aller ihrer Rechte und Interessen im augenblicklichen Konfliktgebiet ver­lange. Beide Regierungen seien ersucht worden, die Tatsache in Rechnung zu stellen, daß sie für alle Schäden verantwortlich gemacht würden, Sie der Regierung der USA. oder ihren Staatsbür­gern aus den militärischen Operationen entstehen könnten

USfl.-Militäelransport nach thina

Newqork, 28. August.

Der amerikanische Marinetransportdampfer „Henderson" verließ den Panama-Kanal mit 1060 Mann Militär für China, hauptsächlich See­soldaten. Das Schiff fährt über Honolulu und Manila nach China.

^uk ilei- lkeielu-nntolialin rnr 8ta,lt cker IkeivlispsiteitaAS. Viele taussvä Arbeiter sekakksn an üsr jüngslsn 8trulls ckss ldükrors, cler Dsilstrsoks Snxrsutb — Mrnberg. IVis bereits gswsläst, u-irä am 6. September, «lern ersten lag äsr Ilssrsebsn äsr nationalsosialistisebsn Ssvsgnng, ttürobsrg an ckas blstr äsr Uslebsautobabn sngsseklosssn sein. (Lrssss-blokkmAnn.)

Vecicattest Lttm Hast

2sic!inung cisr neuen ksiclisanleilis

Berlin, 28. August.

Die Zeichnung der neuen Reichsanleihe ist seit Mittwoch im Gange. Soweit ein vorläufiger Ueberblick erkennen läßt, ist der Z e i ch n u n gs - verlauf recht befriedigend, was an sich nicht verwunderlich ist, wenn man sich die Voraus­setzungen vor Augen hält, unter denen zu der An­leihezeichnung aufgerufen wird. Im Zusammen­hang mit bestimmten Vorgängen an der Börse wurde in den letzten Monaten immer wieder darauf verwiesen, daß sich für die Sparerkreiss keine genügenden Anlagemöglichkeiten vorfänden. Der Erwerb von Pfandbriefen und anderen An- leihestücken konnte in der letzten Zeit nur noch zu Kursen erfolgen, die mehr oder weniger dem Nennwert dieser Anleihestiicke entsprachen. Der Erwerb bayerischer Pfandbriefe oder industrieller Obligationen erforderte sogar ein Aufgeld. Die neuen Reichsschatzanweisungen von 1937 III. Folge müssen unter Berücksichtigung dieser Gesichts­punkte und angesichts der Tatsache, daß sie eine effektive Verzinsung von 4,83 Przt. gewähren, als besonders vorteilhafte Anlageobjekte bezeichnet werden. Die effektive Verzinsung (Ren­dite) von 4,63 Przt. liegt über derjenigen, die heute Pfandbriefe oder Industrie-Obligationen gewähren. Es ist außerdem zu berücksichtigen, daß die neue Anleihe mündelsichernnd om- bard fähig ist, sowie in absehbarer Zeit börsenfähig wird, was bekanntlich im Notfälle eine frühere Veräußerung, als sie durch die Aus­losungszeiten vorgesehen ist, ermöglicht. Im übrigen ist die Eintragung der Anleihe in das Reichsschnldbuch möglich, was eine Vereinfachung in der Verwaltung und Aufbewahrung der An- leihestllcke bedeutet. Neben diesen mehr rein materiellen Vorzügen gibt die Anleihe des Reiches dem Inhaber ein erhöhtes Gefühl der Sicher­heit, von dem sich gerade die kleinen Sparerkreise bei einer Anlage ihrer verfügbaren Gelder leiten lassen dürften. Die Zeiten, in denen Spar- kapitalien in leichtsinniger Form unsinnigen und unverständlichen Spekulationen dienstbar gemacht wurden, sind seit einer Reihe von Jahren vorbei, und es ist begrüßenswert, daß die Auflegung von Reichsanleihen gerade dem gewissenhaften und

1!00 Spanier in Santander hingeschlachtet

bolschewistische Mordbilanj: 500 gefesselte Leichen im Meer

Paris, 28. August.

Der Sonderberichterstatter des französischen Nachrichtenbüros Havas meldet, daß in Santan- der seit Juli vergangenen Jahres von den Vo^ schewistcn 1300 Personen er,chossen wurden Noch in der Nacht zum Dienstag wurden 13 Angehörige der Rechtsparteien ums Leben gebracht. Drei­tausend politische Gefangene konnten nach dem Einmarsch der Franco-Truppen ihre Freiheit wie­dererlangen. Die Straßenkämpfe. die sich am Vorabend der Uebergabe der Stadt Zwilchen bol­schewistischen Milizen und Francotruppen ab- spielten, forderten insgesamt 33 Todesopfer.

Ueber die Leiden der Bevölkerung der Provinz Santander unter der 13monatigen Schreckensherr­schaft der Volschewisten werden weitere erschüt­ternde Einzelheiten bekannt. Viele der unter dem Sowjetregime „zum Tode Verurteilten" sind. an Händen und Füßen gefesselt, in die Bucht von Santander geworfen worden. Allein in der Nahe des Leuchtturms liegen nach Aussagen eines Ein­heimischen. der den Mordszenen selbst beigewohnt LS.t. Ungefähr 800 Leichen auf dem Meeresgrunde.

Am 27. Dezember vergangenen Jahres wurden 180 nationalgesinnte Einwohner aus den Ge­fängnissen geholt und mit Maschinengewehren und Handgranaten ermordet. Die Opfer sollen sämt­lich gefaßt in den Tod gegangen sein und ster­bend ein nationales Lied gesungen haben, das einer unter ihnen wenige Stunden vor dem.Blutbad komponiert hatte. Die Ernäh­rung der Bevölkerung bestand seit Monaten in der Hauptsache aus Reis. Die Bevölkerung San­tanders hat sich während der ganzen Zeit nie zum Bolschewismus bekannt.

Vorstoß sranros über Santander Hinaus

Santander, 28. August.

Die nationalspanischen Streitkräfte gehen im Osten und Südosten der Provinz Santander in Eilmärschen weiter vor, ohne auf Widerstand zu stoßen. In den Dörfern werden sie von her Be­völkerung begeistert begrüßt. Weitere geschlosse

Abteilungen der bolschewistischen Milizen haben sich ergeben.

Die Hafenstadt Santona ist nunmehr vollstän­dig besetzt. Hier ergaben sich sechs bataillons- starke Abteilungen des Gegners mit umfang­reichem Kriegsmaterial.

Ueber die Zahl der Gefangenen und der Beute wird im nationalipanischen Heeresbericht erklärt: „In den letzten Tagen wurden rund 38 000 Ge­fangene gemacht Fast alle gerieten mit voller Ausrüstung in unsere Hände. Unter den erbeu­teten Geschützen befinden sich sechs 18-Zentimeter- Geschlltze, zehn 10,8-Zentimeter-Eeschlltze und fünf­zehn 7,3-Zentimeter-Eeschiitze: in Santander sind weitere Geschütze erbeutet worden.

Von der Front von Sorea wird berichtet! „Im Abschnitt Jadraque richteten wir unsere vorderen Stellungen aus und besetzten durch einen Hand­streich wichtige Stellungen Der Gegner machte einen Gegenangriff, wurde aber abgeschlagen, wobei er 38 Tote,: hatte, darunter drei Offiziere, .sowie 20 GefangeliA.sechs Maschinengewehre und 80 Gewehre v^ript^ ^ (Siehe auch Seite 2.)

vorsichtigen Sparer Möglichkeiten zu einer vor­teilhaften und sicheren Anlage bieten, wobei diesem Sparer noch bewußt wird, zu dem wirtschaftlichen Aufbau des Reichs beitragen zu können.

Mit der neuen Anleihe nähert siH die Kon­solidierung der kurzfristigen Schulden des Reiches nun der 7-MUliarden-lArenzs. Wem bei dieser Ziffer Bedenken kommen sollten, der möge sich einmal vor Augen halten, daß allein von den deutschen Boden- und Kommunalkreditinstituten nach dem Stande vom 30. Juni 1937 insgesamt 14,24 Milliarden RM. an Pfandbriefen und Schuldverschreibungen der verschiedensten Art umlaufen. Demgegenüber sind die konsolidierten Schulden des Reiches mit 6,7 Milliarden RM. gering, und erst unter Einbeziehung der Ab­lösungsanleihen, der Reichsschuldbuchforderungen und der auf fremde Währung lautenden Schul­den ergibt sich ein Schuldenstand des Reiches von 14,48 Milliarden RM., der den erwähnten Ver­pflichtungen der Vodenkreditinstitute entspricht. Vergleiche mit der Vorkriegszeit sind nicht an­gängig, denn das Reich leistet heute ganz andere Aufgaben als damals; es ist initiativ und dert größte Arbeitgeber. In einer Zeit, in der z: B. wehrwirtschaftliche Aufgaben nie gekannten Um­fanges zu erfüllen sind, muß sich auch die Schul- denkonsolidierung in einem anderen Tempo voll­ziehen als früher.

Die erhöhte Kreditschöpfung des Reiches ist letzten Endes auch keine einseitige Angelegenheit- denn alles, was seitens des Reiches in wirt­schaftlicher Hinsicht getan wurde, hat einen ent­sprechenden Niederschlag auf der Ertragsseits ge­funden. Reichssteuern und Zölle sind seit dem Rechnungsjahr 1932/33 um etwa 100 Prozent ge­stiegen. Man schätzt diese Einnahmen für das laufende Rechnungsjahr auf 13,7 Milliarden bzw. auf annähernd 18 Milliarden RM., wenn man die Einkünfte der Länder und Gemeinden mit einrechnet. Einkommen- und Lohnsteuer bringen mindestens das Zweieinhalbfache des schwächsten Ertrages früherer Jahre, und die Körperschafts­steuer, wird etwa das Zwölffache früherer Er­gebnisse zeitigen. Diese Einnahmesteigerungen dürften wohl jegliche Bedenken, die aus der Höhe und der Frage nach der Zweckmäßigkeit der Ver­schuldung des Reiches hergeleitet werden können beseitigen.

Diese Zahlen mögen aber auch Beweis dafür bieten, daß die obenerwähnte Sicherheit bet der Anlage von Spargeldern in Reichsanleihen durch­aus gewährleistet ist. Im übrigen fußt der Kredit des Reiches nicht allein aus derarti­gen rechnerischen Erwägungen. Entscheidend ist vielmehr auch das, politische Ansehen unseres «taates und dessen solide Finanzgebarung.

Es kann kein Zweifel darüber' bestehen, daß staatszinanzielle Gründe die Fortsetzung der Kon- lolidierunq schwebender Reichsschulden notwendig machen. Wer durch eine Anleihezeichnung dazu beitragt hilft nicht nur seinem Volk seinen Be­stand sichern, sondern trägt auch zur Erhöhung und Stabilisierung des künftigen Volkseinkom­mens bei. xz. kalk.

Harmlose Jugend wird bestraft

lLigener Orskibericbt 6er „kremer Leitung") Danzig, 28. August.

Vor dem Posener Appellationsgericht jand am Freitag die Berufungsverhandlung gegen 22 pol­nische Staatsbürger deutscher Volkszugehörigkeit statt, die am 7. Juli in Konti; wegen angeblicher Eeheimbiindelei zu insgesamt 18 Jahren 8 Mo­naten Gefängnis verurteilt, ro-rden waren-—Wie. Posener Verhandlung ergab eine geringfügige-,.