Ausgabe 
(26.8.1937) Nr. 233
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Vas amtliche Verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

Anzeigen-Grundpreife: Tie 22-mm-IeiIe im Anzeigenteil 12 die 70-mm-Zeile im Textteil 75

Ermäßigte Grundpreise liur kleine Homilien-Anzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis» liste 6 (NcichlMtasfel 0). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß l6 Uhr. Lprechzeit: Verlag werktäglich l2-13 Uhr; Schristleitung Dienstag und Freitag l2)H. 13)4 Uhr.

Nr. rrr / ?. Jahrgang

donnerstag, 26. Nugust 1SZ7

kinzelpreis 15 Npf.

parteiamtliche Tageszeitung

Uachrichtenblatt der Deutschen flrdeitsfront Vremen

der Nationa

flmtsblatt des Senats der Lreien Hansestadt vremen

Santander von francos Iruppen erobert

Unser lagssspisgel

Japan hat die Blockade gegen chinesische Schisse erklärt.

Francos Truppen haben Santander ein­genommen.

Führende Franzosen werden demnächst die Hansestädte besuchen.

Ein Lusthansa-Flugzeug überquerte aus einem Erkundungsfernflug erstmalig das Pamir-Gebirge.

Gauleiter Carl Rover sprach in Oldenburg zu den Hoheitsträgern unseres Gaues.

Der Senat empfing die Führer der west­fälischen Marine-HJ. mit ihren ausländischen Gästen im Rathaus.

Große Heringsanlandungen machen den verstärkten Verbrauch deutscher Matjes- Heringe notwendig.

Zuchthäusler Fermum wurde in Rotterdam . sestgenommen.

Auf den 7. Akademischen Weltspielen er­reichte Deutschland vier Studenten-Welt- meisterschasten im Boxen.

Vas U-tager am kasenbuck

127 Grogzelte für 25 000 ft-Männer

Nürnberg, 26. August.

Bon allen Zeltlagern des Reichsparteitages liegt das Zeltlager der ss der Stadt»Nürnberg am nächsten. Schlichte, aber wuchtige Tore lassen den Besucher des Lagers zur Stadt der 127 Groß- elte herein, die zum größten Teil fertig dasteht, vurch das Lager führt die zehn Meter breite Straße. Die Erotzzelte sind rn der gleichen Art ausgeführt wie diejenigen im SA.-Lager Lang- wasser. Sie fasten je 230 Mann. An kleineren Zelten sind insgesamt 45 vorhanden; hier handelt es sich um Stabs-, Sanitäts- und Verpflegungs­zelte. Das jf-Lager wird am 5. oder 6. Sep­tember bezogen. Insgesamt 24000 Mann werden hier Unterkunft haben. IN der Mitte des Lagers wird am Gästezelt gegenwärtig noch ge­arbeitet. Daneben liegen die Kommandantur- baracken.

Zum Aufbau der Lager, der der Reichspartei- tag-Baugruppe untersteht, sind insgesamt drei Ab­teilungen Reichsarbeitsdienst zu je 150 Mann ab­kommandiert, die seit dem 1. Juli im Lager Langwasser untergebracht sind. Das Werk dieser Arbeitsmänner vor den Toren der Stadt der Reichsparteitage steht nun fast fertig da.

Kriegsmarine auf dem Parteitag

Wesermünde, 26. August.

Auch in diesem Jahre wird die zweite Unter- offizierslehrabteilung Wesermünde, diesmal ge­meinsam mit der ersten Unteroffizierslehrabtei- lung Kiel die Kriegsmarine auf dem Reichs­parteitag Nürnberg vertreten. Vier Marschkom­panien werden zusammen mit einem 60 Mann starken Reservezug in der kommenden Woche die Reise zum Reichsparteitag antreten. Die zweite MLA. nimmt ihren 100 Mann starken Spiel­mannszug mit. Untergebracht werden die blauen Jungens in der großen Zeltstadt der Wehrmacht. Die insgesamt 600 Marineangehörigen aus Wesermünde sollen dort 'in der Blomberg- straße wohnen. Die Rückkehr aus Nürnberg ist gegen Mitte September zu erwarten. Am 10. September stellt die zweite MLA. die Hauptwache in Nürnberg und drei Tage später die Ehren­wache für den Führer.

volskhewistenhSuptlinge geflohen / Schwere Straßenkömpfe vor dem kinmaM / vas knde der „baskischen front"

Salamanca, 26. August.

Der nationale Rundfunksender an der Madrider Front teilt mit, daß am Mittwoch um 18 Uhr mehrere nationale Bataillone in Santander ein­marschiert sind.

Ueber die Entwicklung in den letzten Stunden vor dem Einmarsch dieser Truppenteile wird von anderer Seite berichtet, daß sich ein Teil der Be­völkerung Santanders unter Beihilfe der Euar- dia zivil und eines Teiles der Milizen gegen die Bolschewisten erhoben habe, und daß lchwere Stra- ßenkämpfe stattgefunden hätten. Schließlich habe die Stadt um Uebergabe nachgesucht. Der „Präsi­dent" der sog. baskischen „Regierung", Aguirre, ist zusammen mit seinem früheren „Finanzmini­ster" und „Justizminister" bereits am Mittwoch­nachmittag in Bayonne eingetroffen, während der frühere „Arbeitsminister" und der „Industrie- minister" in Paris angekommen sind.

Im Hafen von Bayonne sind fünf sowiet- spanische Schiffe von Larredo kommend mit über 160 Flüchtlingen, die meisten davon Mil-iz-„Sol- daten", eingelaufen. Bei einer Anzahl Milizleuten wurden große Geldsummen vorgefunden, und zwar bis zu 30 000 Peseten, während der Kassierer des Postamtes von Larredo fast eine Million Pe­seten ^!) bei sich trug. Im Hasen von Arcachvn trafen aus Santander mit zwei Dampfern 70

sowjetspanische Flüchtlinge ein, darunter mehrere^ Anführer der bolschewistischen Milizen (!). Sie hatten Sandanter Sonntag nacht in aller Heim­lichkeit verlassen. Weitere 2000 Flüchtlinge aus Santander befinden sich auf dem Wege nach der Provinz Katalonien.

Ein nationales Wachschiff hat einen kleinen bolschewistischen Dampfer aufgebracht, in dem marxistische Unterhäuptlinge aus Santander nach Frankreich fliehen wollten. Die Gefangenen wer­den dem Militkrrichter zugeführt.

In Valladolid und in Burgos kam es zu be­geisterten Kundgebungen für General Franco. Die öffentlichen Gebäude und privaten Häuser prangen im Flaggenschmuck. Ucberall werden Lebensmitteltransporte für die ausgehungerte Bevölkerung von Santander zusammengestellt. Auch im übrigen nationalen Spanien herrscht große Begeisterung.

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Die Einnahme Santanders durch die na­tionalspanischen Truppen stellt praktisch das Ende -er sogenannten „baskischen Front" dar. Besonders charakteristisch für die Be­deutung dieses neuen großen nationalspa­nischen Sieges ist die Tatsache, daß sich die Bevölkerung Santanders im entscheidenden

Augenblick selbst gegen das landfremde rote Gesinde! erhoben hat. Dieser Umstand hat offenbar dazu beigetragen, daß die roten Mordbrenner daran gehindert wurden, das Beispiel Iruns, Guernicas und zum Teil auch Bilbaos zu wiederholen und ihre Sprengkolonnen noch im letzten Augenblick in Tätigkeit treten zu lassen. Die große kriegswirtschaftliche Bedeutung des erober­ten Gebietes ist bekannt. Es werden nun­mehr Kräfte für andere Zwecke frei, die bis­her durch den Einsatz an der Nordwestfront gebunden' waren. Das Echo, das die Erobe­rung Santanders in Paris und London ge­funden hat, zeigt, daß man auch hier schon entschlossen ist, Valencia auf die Verlustliste zu setzen. Der nationalspanische Freiheits­kampf wird mit der restlosen Säuberung des Baskenlandes und Asturiens in einen neuen, und zwar in den letzten Abschnitt eintreten. Er wird die Befreiung des ganzen spa­nischen Volkes von der bolschewistischen Pest bringen. (Siehe auch Seite 2)

Unser öauleiter sprach zu seinen Mitkämpfern

Vie kolieitsträger des Saues Weser-kms ausgerichtet für Sie kerbst- unS Winierarbeit

(bkAsvsr Drs-btbsricbt äsr „Bremse Leitung") II. Oldenburg, 26. August.

In den Ziegelhof-Sälen, die so manche Tagung der Hoheitsträger des Gaues in der Kampfzeit und nach der Kampfzeit gesehen haben, Tagungen, in denen der Gauleiter seinen Mitkämpfern die Richtlinien für einen neuen Wahlkampf oder eine neue Propagandaaktion gab, fand gestern nach­mittag eine Tagung sämtlicher Ortsgruppenleiter. Kreisleiter und Eauamtsleiter des Gaues Weser- Ems statt. Außerdem nahmen an der Tagung auch die Lrtsgruppenkassenleiter teil, weil es sich in der Tagung neben der Ausrichtung der Hoheits­träger auf die bevorstehenden Aufgaben des Herbstes und Winters um die Behandlung partei­interner Fragen handelte.

Der Stellvertretende Gauleiter, Pg. Georg J o el, eröffnete die Kunügsbung und gab sofort dem Gauleiter das Wort. Unser Gauleiter sprach- in packender Form zu den Hoheitsträgern der Bewegung des Gaues Weser-Ems, wiederholt von Beifall unterbrochen, über die großen Aufgaben, die gerade den Hoheitsträgern als der Avantgarde der Partei, die die Führung der deutschen Men­schen übernommen hat, zufallen. Wir geben nach­stehend die Grundgedanken der etwa zweistündigen Ansprache des Gauleiters wieder.

Gauleiter Earl Röver zeigte zunächst, wie der Hoheitslräger die Hauptlast mitzutragen hat, die auf die Schultern der Bewegung im Kampf um die Zukunft und die ewige Freiheit des deut­schen Volkes geladen ist. Zu ihm kommen die deutschen Meirichen heute, um sich Rat und Un-

Halt und Ausrichtung in allen Fra­gen des Lebens geben zu lasten. Er muß daher der festeste und treueste Gefolgsmann des Füh­rers sein, gläubig verankert in der Idee Adolf Hitlers, verschworen auf die 25 Thesen des Pro­gramms der NSDAP. Er muß wiederum gläu­bige und aktivistische Mitarbeiter in seinem Stab und als Hoheitsträger seines Bereiches haben, die er als politische Kampftruppe, als weltan­schauliche Führungstruppe einsetzt, um das Volk immer stärker zu einer nicht mehr zerreißbaren Einheit zusammenzuschmelzen. Jeder Hoheitsträ­ger, vorn Vlockleiter, der an der vordersten Front in der ständigen Berührung mit den Volksge­nossen seines Blockes steht, angefangen, hat teil an dem Gesamtwert dieser weltanschau­lichen Ausrichtung der gesamten Volksgemeinschaft. Die weltanschauliche Einheit gibt zugleich die Voraussetzung für die sichere Lösung des Zusammenlebens des Volkes, ist auch der Schlüssel zur Lösung aller wirtschaft­lichen und sozialen Fragen.

Nachdem nun die Monate der Sommerpause zu Ende sind und das große Erleben des Nürnberger Reichsparteitages vor uns liegt, galt es, bevor die Arbeit des Herbstes und dann des Winters in Angriff genommen wird, in einer Zwiesprache zwischen dem Gauleiter und den Hoheitsträgeru die große Linie festzulegen, von der aus die Be­urteilung aller einzelnen Fragen, aller kleinen Sorgen des Alltags, die zur Schlichtung oder Lösung an den Hoheitsträger herangetragen wer­den, vorgenommen werden soll. Die Grund­linie ist und bleibt die national-

euftlMsa-fliiMW überquett pamir-lkblrge

Neuer Sroßerfolg der deutschen kandelsluftkalirt - kürzester slugweg zum fernen Osten

Berlin, 26. August.

Am 21. August verließ gegen Mitternacht das Juntersslugzeug .In 52 l> — „Rudols von

Thiina" der Deutschen Lufthansa mit der Be­satzung Direktor Freiherr von Gablenz, Flug- kapitän Untucht und Obersuntermaschinist Kirch­hofs den Flugplatz Kabul (Afghanistan) zum Fluge nach dem 2500 Kilometer entfernten Ansisan (Südwestecke der chinesischen Provinz Kansu), das nach elf Flugstunden um die Mittagszeit erreicht wurde. Nach einstundiger Zwischenlandung slog die Maschine nach Sutschou weiter, wo sie ebenfalls planmäßig eintraf. Die,er Flug wurde unternommen, um einen weiteren Lustweg nach dem Fernen Osten zu erkunden. Hierbei wurde zum ersten Male das Pamir- Hochgebirge, der nördliche Teil des Himalaja­gebirges, übersldgen.

. Bekanntlich sieht die Deutsche Lufthansa eine ihrer wichtigsten Aufgaben in der Einrichtung und Unterhaltung großer F e r n f l u g str e ck e n, um -in erster Ltnie Deutschland mit den wirt­schaftlich bedeutungsvollen Ländern anderer Erd­teile auf dem kürzesten und schnellsten Wege zu verbinden. So wurde vor mehr als 3?r Jahren die Atlantik st recke nach Südamerika dem regelmäßigen Luftpostverkehr erschlaffen und seitdem ohne Unterbrechung betrieben. Als Vor­arbeit für einen geplanten regelmäßigen Nord- atlantik-Lustpo st verkehr wird von der Deutschen Lufthansa auch in diesem Jahre wieder eine Reihe von Erkundungsslügen nach

den Vereinigten Staaten von Nordamerika unternommen, nachdem im vergangenen Jahre bereits acht planmäßige Flüge durchgeführt wer­den konnten. Seit Jahren arbeitet die Luft­hansa auch an der Erschließung neuer Flug­wege nach dem Fernen Osten.

Es wurden bereits in den Jahren 1833, 1835 und 1936 auf-verschiedenen Wegen mehrere Flüge nach China durchgeführt. Vor einigen Tagen startete nun also wiederum eine Junkers Tu S2, ausgerüstet mit drei BMW.-Hornet-132-Motoren, in Berlin zum Fluge über Rhodos, Damaskus, Bagdad, Teheran und Kabul nach dem Fernen Osten. Auf diesem Flpg galt es, wie erwähnt, das Pamir-Hochland zu überfliegen, um einen neuen Weg nach Ostasien zu erkunden, der etwa 2000 Kilometer kürzer ist als die bekannte Strecke über Indien. Da der Flug von Kabul aus fast durchweg über unbewohntes, teils wild­zerklüftetes Hochland führte, das teilweise noch unerforscht ist, bedeutet dieser Erstflug auf einem bisher unbekannten Weg nach dem Fernen Osten eine neue Großtat der deutschen Handelsluftsahrt.

2n diesen Tagen sind übrigens 20 Jahre ver­flossen. seit im August 1917 die deutsche Heere:- Verwaltung eine der Luftpostbeförderung die­nende Fluglinie zwischen Dünaburg und der Halbinsel Krim einrichtete, die mehrere Monate lang im Betrieb war. Diese Verbindung war die erste planmäßig betriebene Luftverkehrsstrecke der Welt. Im Sommer 1918 folgte dann die erste innerdeutsche Luftpoststrecke Berlin —Hanno­ver — Köln.

> Auch der erste Personen-Luftverkehr wurde in Deutschland eröffnet; am 5. Februar 1919 nahm die damalige Deutsche Lustreederei den Flug­dienst auf der Strecke Berlin — Weimar auf. In 4>/2 Stunden erreichte man Weimar, für damalige Verhältnisse eine ganz ausgezeichnete Leistung. Noch im Frühjahr 1919 würden zwei weitere Personenflugstrecken, Berlin — Hamburg und Berlin — Köln, in Betrieb genommen. Die Be­hauptung englischer Zeitungen, die im August 1919 eingerichtete Flugstrecke London —Paris sei die erste Personenfluglinie gewesen, trifft also nicht zu. Die damals in Deutschland als erstes Kabinenflugzeug auf den Strecken der Luft­reederei verwendete Junkers I" 13, ein Eanz- metall-Tiefdecker mit vier Fluggastsitzen, steht, wenn auch nur noch als Zubringerflugzeug auf Nebenstrecken, noch heute nach 18 Jahren bei der Deutschen Lufthansa im Dienst — ein Triumph der deutschen Luftfahrt­industrie und ein Beweis für deutsche Qualitätsarbeit.

20 Jahre Luftverkehr — eine kurze Zeitspanne nur, und doch hat sich in ihr ein Menschheits­traum erfüllt! Im stürmenden Siegeszug und einer beispiellos erfolgreichen Entwicklung er­oberte sich das Flugzeug als Verkehrsmittel die Welt. Vor 20 Jahren eine einzige Flugstrecke, heute ein dichtes Verkehrsnetz, das sich über alle Erdteile bis in die feinsten Länder erstreckt.

sozialistische Weltanschauung. Solche vom Gauleiter einberufene Zusammenkünfte, so betonte der Gauleiter in seiner Ansprache, dienen der gemeinsanzen Ausrichtung, der Hinfllhrung auf den Ausgangspunkt des Kampfes eines jeden Nationalsozialisten, nämlich auf die bedingungs­lose Treue und Gläubigkeit zu den Prinzipien Adolf Hitlers. Ging es in der Zeit bis 1933 um die Machtergreifung als Grundlage für die Ret­tung des deutschen Volkes, so setzte nach der Machtergreifung stärker noch als vorher als Haupt­aufgabe die Neusormung des deutschen Menschen ein, die Gewinnung des deutschen Menschen zur Bereitschaft, seinem Volk die Zukunft durch das deutsche Kind zu sichern. Der gesunde Lebenswille ist in unserm Volk wiedererivacht, es gilt ihn lebendig zu erhalten, damit derBlutstrom des Volkes weitersließt. Vor dieser gro­ßen Aufgabe und einer Reihe weiterer Ausgaben haben die kleinen Sorgen und Nöte des Tages zurückzutreten. Immer wieder muß von der Be­wegung der Blick des Volkes auf die großen Fra­gen, die entscheidend sind für die Zukunft unseres Volkes, hingelenkt werden. Dann wird jeder ein­zelne opferbereit sich einsetzen für die Aufgaben des großen Freiheitskampfes unseres Volkes, in dessen Dienst die großen Zielsetzungen des Vier­jahresplanes und der Sicherstellung der deutschen Volksernährung stehen. Bei der Mitarbeit jedes einzelnen wird dieser Kampf gelingen.

Wir wissen, daß stets die Führung entscheidet. Ist sie Vorbild und ist sie in Ordnung, dann wird auch die Gefolgschaft den Marsch in die Zu­kunft gläubig antreten. Wir wissen aus den wunderbaren Erfolgen unserer bisherigen Ar­beit, daß der Segen des Himmels auf dem Werk Adols Hitlers ruht, das nichts anderes will, als dem göttlichen Willen, der unser Volt schus, zu entsprechen und es für seine großen Aufgaben und seine ewige Zukunft sicher und stark zu er­halten. Der Orden der NSDAP. ist der ge­schlossene Block, der diese Führungsausgabe über­nommen hat. Sobald die Tage in Nürnberg vor­über sein werden, wird nach einer Kreisleiter­tagung im Eaukameradschaftsheim Blockhaus Ahlhorn der Einsatz in allen Kreisen für die Herbst- und Winterarbcit beginnen.

Dieser Orden der NSDAP. bedars in allen Gauen stets der verbindenden und ausrichtenden Tagungen, der Feierstunden der zentralen Stät­ten, die jeden Politischen Leiter wieder zur Be­sinnung auf die kommende Arbeit hinführen. Im Gau Weser-Ems soll diese zentrale Stätte der Vookholzberg sein. Er soll der geistige Mittelpunkt der weltanschaulichen Arbeit im Gau werden. Es gilt im ganzen Gau für seinen Ausbau sich einzusetzen in den kommenden Wochen durch den weiteren Vertrieb der Bausteine für die Niederdeutsche Gedenkstätte.

^ Nachdem der Gauleiter noch kurz einige interne Fragen organisatorischer Art gestresst hatte, schloß er seine Ansprache an die Hoheitsträger der Bewegung im Gau mit der Aufforderung nun hinauszugehen und die Ausgaben im alten Kampfgeist anzupacken, als gläubiger Gefolgs­mann des Führers: ehrlich, treu,' kämpferisch, aktivistisch!

Begeistert wurde von den Hoheitsträgern das Treuegelöbnis zum Führer, mit dem der Stell­vertretende Gauleiter die Tagung abschloß, auf­genommen als Antwort auf den zündenden Appell des Gauleiters.

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Lermanische flusfassung ;um Siege gebracht

Der Gedanke der Allgemeinen Wehrpflicht ist uraltes Stammesgut des deutsch-germanischen Volkes. Als mit der Zeitwende und dann in den späteren Jahrhunderten in der sogenannten Völker­wanderungszeit die germanischen Völker sich immer mehr zu einer riesenhaften Gefahr für die Söldnertruppen des römischen Weltreiches aus- wuchsen und schließlich das ganze Imperium in Trümmer legten, galt jeder germanische Freie als uneingeschränkt wehrpflichtig. Wer zur Volks­gemeinschaft gehörte, mußte die Waffe in die Hand nehmen, wenn zum allgemeinen Heerbann aufgerufen wurde. Er konnte diese Pflicht weder durch irgendeine andere Leistung abgelten, noch gewährleistete ihm diese Ehrenpflicht geldlichen oder sonstigen Lohn. Es ist nach Sachlage der heutigen Erkenntnisse sogar anzunehmen, daß bei Nichtwehrfähigkeit die Stellung als Freier im Volke mehr oder minder beschränkt war.

Mit Beginn der fränkischen Herrschaft über fast alle germanischen Stämme und mit der Chri­stianisierung zerfiel diese geradezu ideale Wehr­pflicht. Die fortwährenden Kriege und Fehden, die zumeist nur reine Machtkämpfe der herrschen­den Oberschicht waren, die selten in volklichen Notwendigkeiten ihren Grund hatten, aber beson­ders die zunehmende geistige Verweichlichung durch eine Weltanschauung, die alle wesentlichen Lebensfaktoren nur in einem Phantasiereichen „Jenseits" sah, bewirkten, daß sich große Teile des deutschen Volkes der immer noch ideenmäßig be­stehenden Wehrpflicht durch Annahme eines „Lehens" von Adel oder Kirche entzogen.

Das Berufsheer des Rittertums war noch eine verhältnismäßig glückliche Lösung einer Söldner­truppe, aber mit den Landtnechten, die nur auf Grund guten Soldes oder reicher Beute einem Befehlshaber nachgingen und deshalb in den sel­tensten Fällen Volksangehörige des Kriegsherrn waren, war der Tiefstand deutsch-germanischer „Allgemeiner Wehrpflicht" erreicht. Der wüste, undisziplinierte Kampf aller gegen alle des Dreißigjährigen Krieges zeigt schlagartig, welches Ergebnis diese Verdrängung des Gedankens, daß das Volk selbst verpflichtet ist, Heim, Volk und Staat zu verteidigen, zeitigt.

Als nach dem Dreißigjährigen Krieg die deut­schen Staaten neu aufgebaut werden mußten, mutzte auch das Soldatentum eins umfassende Reorganisation erfahren. Es entstanden in dieser Zeit die „stehenden Heere". Sie wurden durch- weg auf Grund einer Werbung von Freiwilligen zusammengestellt, waren also reine Söldner­truppen. Aber da ja immer auf Grund deutscher Auffassung eines Soldatentums der Gedanke der Allgemeinen Wehrpflicht vorhanden war, sehen wir in der Folgezeit, wie versucht wurde, diese Allgemeine Wehrpflicht mit dem bestehenden Sy­stem der Söldnerheere in Einklang zu bringen. Schon der Große Kurfürst spielte mit der Idee einer Landmiliz. Seine Versuche, diesen Heeres­bann tatkräftig einzuspannen, scheiterten aber. Erst sein Enkel, der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm der Erste, legte den Grundstein zur Wiedererrin- gung der Allgemeinen Wehrpflicht. Am 1. Mai 1733 regelte eine Kabinettsorder die Maßnahmen der einzelnen Regimenter für den Erhalt des not­wendigen Rekrutenersatzes. Zwar blieb daneben immer noch die Werbung von „Freiwilligen" im In- und Ausland bestehen. Aber nun wurde für die spätere Zeit (mit Ausnahme der Zeit der Kriege Friedrichs des Großen) das Hauptkontin­gent der Rekruten nach den Stammrollen, also von Landeskindern, gestellt. Freilich, heute können wir sagen, was war das für eine Allgemeine Wehrpflicht? Erfaßt und eingezogen konnte nach diesem Kantonsreglement nur der Nichtbesitzende, der Arme, der Knecht, also ' das einfache Volk,' werden. Befreit von jeder Wehrpflicht blieben der Adel, die hohen Staats- und sonstigen Be­amten, die hos- und Hausbesitzenden Siedler und Kossäten, die Hausbesitzer in den Städten, jeder Bürger, der mindestens 10 000 Taler Vermögen hatte, die Studierenden an den Hochschulen die Fabrikanten und Eroßkaufleute. Ja, ganze Städte, wie Berlin und Potsdam und besonders die schlesischen Städte, sowie ganze Religions­gesellschaften, wie die Minoriten, blieben von jeder Aushebung „verschont". Geld und Besitz spielten also eine große Rolle. Darum konnten sich ganze Ortschaften wie die Stadt Krefeld mit monatlich 200 Talern und das reiche Dorf Vier- sen, mit jährlich 1000 Talern von der Kantons- pslicht loskaufen. Sogar Einzelpersonen hatten im Anfang dieses Privileg des Loskaufens; später blieb es jedem unbenommen, wenn nur Geld vorhanden war, durch Ankauf eines kleinen Be­sitzes freizukommen. Die einzig erfreuliche Tat­sache dieses Wehrpflichtgesctzes war, daß die Juden nicht dienen durften und für diese Befreiung eine wesentliche Geldbuße entrichten mußten.

Wieder mußte das deutsche Volk dies Ver­kennen einer Allgemeinen Wehrpflicht am eige­nen Leibe spüren. Napoleons Volkshcere zer- lchlugen Deutschland und zertrümmerten Preußen. Aber dieser Zusammcnbruch der glorreichen preußischen Armee hatte ein Gutes: Es gelang dem Kriegsminister General von Boyen am 3.