parteiamtliche Tageszeitung
NachrichtenblaN der Deutschen flrbeitssront vremen
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Amtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Bremen
Nr. 2)2 / 7. Jahrgang
Das amtliche Verkimdungsblatt des Neichssta tchalters in Oldenburg und Vremen
Mittwoch, 25. flugust 19)7
Anzeigen-Erundpikise: Tic 22-mm-^kile im Anzeigenteil 12 die 7li-mm-ZeiIe !m Tertteil 7b e^i. Ermäßigte Grundpreise liür kleine Nmmlien-Anzeigen n a.) sowie sonstige Bedingungen Preisliste 6 (NnchlnUtaisel 6>. Mr Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annnhmeschlus; lk Uhr Sprechzeit: Verlag wcrkiSglich 12- 13 Uhr: Lchrisileiiung Dienstag und Freitag 1214 >3i1 Uhr.
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Änderung
britischen Schissahrtsaktel
gnssr lagssspisgel
Die japanischen Landungstruppen verzeichnen Erfolge bei Schanghai.
Kotspanische Schiffe unter englischer flagge
Stalin schürt in fernost
Sie Vraiihieliermettioden des Kreml
Die Wasser- und Lichtversorgnng Santanders befindet sich bereits in den Händen der Truppen Francos.
Der Mißbrauch der englischen Flagge durch rotspanische Schisse wirst die Frage einer Aenderung der britischen Schisfahrtsatte auf.
Bei Streikunruhen in Polen wurden zehn Personen getötet.
Aus den Philippinen richtete ein Erdbeben Millionenschaden an.
Reichsleiter Walter Buch hat die Doppelmit- gliedschast NSDAP. — Rotary-Klub verboten.
Die deutsche Wirtschaft braucht 35 900 junge Ingenieure.
Die Ausführung des Filmes „Mario" wurde zu einem Bekenntnis unserer Jugend zur deutsch-italienischen Freundschaft.
Strazen-Weltmeister der Amateure wurde in Norwegen der Italiener Leoni vor Sörensen (Dänemark) und Scheller (Deutschland).
Deutsche Siege gab es bei den 7. Akademischen Weltspielen in Paris.
Konteradmiral Waßner s
Amsterdam, 25. August.
Der Marineattache an der deutschen Botschaft in London und an der deutschen Gesandtschaft in Den Haag, Konteradmiral Waßner, ist am 24. August in den frühen Morgenstunden in Den Haag, wo er sich auf einer Dienstreise aufhielt, an Herzschlag gestorben.
Konteradmiral Wagner war während des Krieges U-Boots-Kommandant und wurde am 15. März 1918 mit dem Lour Is Ivsrits ausgezeichnet. Nach Beendigung des Krieges war Wahrer zuerst von 1921 bis 1925 zur Dienstleistung bei der Marineleitung kommandiert und anschließend u. a. Kommandant des Segelschulschiffes „Niobe" und des Kreuzers „Karlsruhe". Am 1. April 1933 wurde er zum Marineattachs an der deutschen Botschaft in London ernannt. Am 1. Oktober 1936 erfolgte seine Beförderung zum Konteradmiral.
London, 25. August.
Die Nachricht von dem plötzlichen Tode des Konteradmirals Waßner wird von den englischen Blättern an hervorragender Stelle wiedergegeben. Es wird betont, daß der Verstorbene ein guter Kenner des englischen Lebens gewesen sei und daß er an den Verhandlungen für das deutsch-englische Flottenabkommen beteiligt gewesen sei.
Line wichtige krnennung
Oberst der Gendarmerie Roettig Generalinspektcur der Gendarmerie
Berlin, 25. August.
Der Reichssührer jj und Chef der deutschen Polizei hat den früheren Kommandeur der Een- daimerieschule Trier. Oberst der Gendarmerie Roettig, zum Generalinspekteur der Gendarmerie und Eemeindevollzugspolizei ernannt. Damit ist diese für die Neuorganisation der Polizei wichtige Stelle, die durch die Ernennung des früheren Ee- neralinspekteurs Generalmajor vor Schutzpolizei von Kamptz zum Kommandeur der Berliner Schutzpolizei frei geworden war. neu besetzt worden.
Oberst Roettig ist aus dem Magdeburgijchen Pionierbataillon hervorgegangen, wo er nach dem Besuch der Kriegsschule Dienst als Offizier tat. Nach dem erfolgreichen Besuch der Militärtechnischen Akademie Berlin-Charlottenburg rückte er cüs Führer eines Pionier-Begleitkommandos ins Held und wurde mehrmals schwer verwundet. Nach Auflösung der alten Armee trat Roettig zur Sicherheitspolizei über, wurde dann zur Schutzpolizei übernommen und tat als Major^ beim Kommando der Schutzpolizei Berlin Dienst. Im Jahre 1927 trat Major Roettig zur Eendarmerfe über und wurde zunächst beim Regierungspräsi- dium Münster verwendet. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme wurde Roettig zum Oberstleutnant befördert, im Juli 1933 Kommandeur der Eendarmerieschule Trier, von wo er nach seiner Beförderung zum Oberst und einer vorübergehenden Tätigkeit als Inspekteur der Ordnungspolizei in Stettin mit Wirkung vom 1. April 1937 zum Stäbe des Chefs der Ordnungspolizei abgeordnet wurde.
Polizeipräsident warnt luden
s. Gleiwitz, 25. August.
Der Polizeipräsident des oberschlefischen Industrie-Gebiets, Oberregierungsrat Dr. Pat- lchowsky, sah sich in einem Schreiben an die iudr- schen Spnagoqen-Eemeinden gezwungen, die jüdische Bevölkerung auf .die Notwendigkeit ernes zurückhaltenderen Auftretens mit Nachdruck hinzuweisen. Wie gewisse Vorfälle gezeigt haben, glaubt ein Teil der Juden, auch noch nach dem lö. Juli, dem Tag des Ablaufes der Miuderhei- teirsckiutzbestimmungen für Oberschlesien, Sonder- rechte für sich in Anspruch nehmen zu können. Die Klagen über Provozierung der deutschen Bevölkerung durch einen nicht unerheblichen Teil der jüdischen Einwohnerschaft haben sich in letzter aeit derartig gehäuft, daß Befürchtungen für die Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe und Ordnung bestehen.
Scharfer Protest
der Kommandanten und kondsloagenten
(bligsnsr Orasttiwriciit clsr „Brsmsr 2situnZ") London, 25. August.
Die Tatsache, daß zahlreiche Schiffe unter britischer Flagge gegenwärtig Kriegsmaterialtransporte für Rolspanien durchführen, hat in London erne ziemlich heftige Debatte ausgelöst, ob nicht eine Aenderung der britischen Schiffahrtsakte notwendig sei. Nach dem Handelsschisfahrtsgesetz ist bekanntlich jedes Schiff berechtigt, die britische Flagge zu führen, wenn es sich im Besitz von britischen Untertanen öder von Firmen befindet, die in Großbritannien oder einer der britischen Besitzungen ihren Hauptgeschäftssitz haben. Wenn diese Schiffe großbritannische Häfen nur ausnahmsweise anlaufen, ist es aber nicht einmal
erforderlich, daß ihre Offiziere ein Patent des britischen Handelsamtes besitzen.
Diese Lücke in der britischen Schisfahrtsakte hat es den im Dienst der spanischen Bolschewisten stehenden Reedereien ermöglicht, ihre Schisse größtenteils seit kurzem zum Schein unter britischer Flagge fahren zu lassen, auch wenn sie nicht einen einzigen britischen Staatsangehörigen an Bord haben und grundsätzlich im Dienste Valencias stehen.
Nach den Feststellungen des „Daily Expreß" trifft dies für mindestens 80 Schisse zu. Auch die kürzlich von Flugzeugen angegriffene „Naomi Julia" steht beispielsweise unter dem Kommando sranzösi,cher Offiziere, während sich ihre Besatzung größtenteils aus Griechen zusammensetzt.
Auf Grund dos Protestes der Konimandanten der britischen Mittelmeer-Geschwader, die beim Handelsminister Beschwerde über diesen
Mißbrauch der britischen Flagge eingelegt haben, scheint man sich in London auch amtlich mit dieser Frage zu beschäftigen. Auch einige Schifffahrtsagenten haben bereits eine Aenderung der Schiffahrtsakte verlangt, um die britische Handelsschiffahrt davor zu bewahren, weiter in Mißkredit gebracht zu werden.
Obwohl von nationalspanischer Seite eindeutig nachgewiesen wurde, daß der Angriff auf die „Naomi Julia" von getarnten Volschewisten- Flugzeugen durchgeführt wurde, beabsichtigt man im Foreign Office, wieder einmal eine Protestnote nach Salamanca zu schicken. Aehnlich wie bei der Bombardierung und Beschießung des „British Corporal", die erwiesenermaßen durch in Lartagena und Murcia stationierte, mit nationalspanischen Kennzeichen getarnte Bolschewisten-Flug,zeuge erfolgt waren, beruft man sich auch diesmal auf die Lügen Valencias und beschuldigt General Franco der „Piraterie".
keine Zoppelmitgliedschaft NSlW.-MarOlub
Eine Unordnung des obersten Mchters der Partei Neichsleiter Waller Such
München, 25. August.
Der Oberste Parteirichter, Reichsleiter Walter Buch, hat folgende Anordnung erlassen: „Ich habe Veranlassung, meine Bekanntgabe vom 10. Juli 1933 im Verordnungsblatt der Reichsleitung der NSDAP., Folge 52, 2. Jahrgang, betreffs Rotary-Klnb abzuändern und folgende Anordnung zu erlassen: Parteigenossen, die gleichzeitig Mitglied des Rotary-Klubs sind, haben ihre Mitgliedschaft zu diesem bis zum 31. Dezember 1937 zu lösen. Nach diesem Zeitpunkt wird die' Doppelmitgliedschaft als den Bestrebungen der Partei zuwiderlaufend angesehen und verfolgt."
Im einzelnen stellt Reichsleiter Walter B u ch in der Nationalsozialistischen Parteikorre- spondenz zu seiner Anordnung fest: Unter den
mancherlei Verbänden und Gemeinschaften, denen die Bewegung nach der Machtübernahme im Leben des deutschen Volkes begegnete, befand sich eine Organisation, die sich Rotary-Klub nannte. Seine Mitglieder bezeichneten sich als Notarier. Bald wurde auch da und dort von einer rotarischen Bewegung gesprochen.
Der Notary-Klub ist amerikanischen Ursprungs. Seine Satzungen weisen einzelne Eedankengänge auf, die den nationalsozialistischen wescnsver- wandt sind. Daneben treten andere, die mit Nationalsozialismus nicht das mindeste zu tun haben. Vor allem ist es die I u d e n s r a g e, die beide Auffassungen trennt. Der Rstarier ist nicht Antisemit aus rassischen Erwägungen. Für ihn hat der Jnde bei seinen Wirtsvölkcrn eine ähnliche Stellung wie der deutsche Staatsbürger jüdischen Glaubens in der hinter uns liegenden Zeit. Der Rotarier lehnt ihn demnach nicht grundsätzlich in seiner Gemeinschaft ab. Er hält persönlichen Verkehr mit Juden für möglich Der Nationalsozialismus nicht.
Der Rotary-Klub will das Verstehenlernen der einzelnen Stände und Schichten eines Volkes dadurch erreichen, daß er die örtlich führenden Persönlichkeiten eines Standes oder einer Berufs- schicht zusammenführt. Die auf diese Weise gesammelten Persönlichkeiten einzelner Völker will er mit den anderen Nationen in Verbindung bringen und dadurch zum besseren Verständnis der einzelnen Volkseinheiten bringen. In gemeinsamen Verhandlungen sollen gemeinsame Nöte besprochen werden und soll über deren Abhilfe beraten werden. Auf diese Weise kommen zwischen Angehörigen verschiedener Völker Beziehungen persönlicher und beruflicher Art zustande, die neben einem Gedankenaustausch auch Verbindung en geschäftlicher Art mit sich bringen. Der Rotarier aus der Seidenbranche des einen Landes wird mit dem Rotarier aus der gleichen Branche eines anderen Landes, mit dem er beim Gastmahl irgendwo pokuliert hat, lieber ein Geschäft abschließen. Und der Rotarier aus der Holzbranche findet durch den Klub leichter eine Geschäftsverbindung über das Weltmeer zu einem Notarien seines Berufszweiges. Das ideelle Streben nach enger Fühlungnahme der einzelnen Stände und Schichten innerhalb eines Volkes und zu den anderen Nationen hin ist nach amerikanischem Brauch auf das vorteilhafteste gepaart mit der praktischen Möglichkeit, durch den Klub ins Geschäft zu kommen.
Die deutschen Rotary-Klubs waren nach der Machtübernahme beflissen, sich dem Geist der neuen Zeit anzupassen und beeilten sich, die aufgenommenen Juden aus ihren Reihen auszuscheiden. Ihre Beziehungen zum Ausland halfen außerdem über die Schwierigkeiten, die das Hcpp-Hepp-Ecschrei der Judenschaft in aller Welt auszulösen bestrebt war, hinweg. Zudem stellten sich deutsche Rotarier in großer Zahl bereitwillig
zur Verfügung, der jüdischen Lügenflut und den Greuelmärchen entarteter Deutscher in Roiarier- kreijcn außerhalb der deutschen Grenzen entgegenzuwirken.
Infolgedessen sah sich die deutsche Staatsfllh- rung sowie die Reichsleitung der NSDAP. nicht veranlaßt, von vornherein eine ablehnende Haltung gegen Rotary einzunehmen, wenngleich erhebliche Bedenken ihr diesen Schritt nicht erleichterten. Die Bedenken richteten sich vor allem gegen die Art seiner Organisation. Rotary ist über die ganze Erde verbreitet und in eine große Anzahl Distrikte gegliedert, an deren Spitze ein sogenannter Gouverneur steht. Sie sind zusammengefaßt unter einem gemeinsamen Präsidenten, dessen Amtszeit ein Jahr dauert. Dadurch entsteht ein Zustand, daß ein Ausländer einer Gemeinschaft in Deutschjand Weisungen geben kann, die geeignet sein können, deutsche Menschen in einen Gewissenskonflikt zu ihren Pflichten ihrem Volke gegenüber zu bringen.
Wenn auch Rotary es ablehnt, sich in die inneren Belange einzelner Völker einzumischen, so bestand doch die Möglichkeit, daß schon durch gefärbte Schilderungen Vorstellungen erweckt werden konnten die keineswegs wünschenswert waren. Denn es war doch im Jahre 1933 keineswegs so, daß etwa Eesamt-Rotary die Notwendigkeit der von der deutschen Regierung ergriffenen Maßnahmen einsah oder einsehen wollte bzw., konnte. Vielmehr war es so, daß zu hoffen war, es möge durch die deutschen Rotarier Verständnis für die deutsche Lage und ihre Behandlung ausgelöst werden Darum wurde weder dem Werben der deutschen Klubs in den Reihen der Rotarygenossen Widerstand entgegengestellt, noch den Parteigenossen, die dem Ruf Rotarys folgen wollten, Schwierigkeiten von seilen der Partei bereitet. (Fortsetzung Seite 2.)
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K. iAii. Auch während der Einmischungsaktionen Sowietrußlands in Spanien hat Moskau seine Wühlarbeit im Fernen Osten nicht eingestellt. Im Gegenteil, es ist erwiesen, daß die Komintern in den letzten Monaten die Konzentration der Aufmerksamkeit fast aller europäischen Diplomaten auf die Vorgänge in Rotspanien und im Mittelmeer wahrgenommen haben, ihre verbrecherische Agitation in Nordchina und Mandschukuo nur noch konzentrischer fortzusetzen. Gerade in diesen Tagen ist es wichtig, die im Fernen Osten zur Anwendung kommenden Moskauer Methoden einer kritischen Betrachtung zu unterziehen, da der japanisch-chinesische Konflikt, im besonderen Tokios Vorgehen, ohne die Kenntnis der bolschewistischen Treibereien in Ostasien nicht in seiner ganzen Tragweite zu verstehen ist. Was Sowjetrußlanö in Fernost beabsichtigt, hat es in einem Teilgebiet, in der Mandschurei, mehr als einmal zu erkennen gegeben: es will die Bolschewisierung der Arbeiter, Bauern und Soldaten Man- dschukos als Vorstufe für eine spätere Sowjetisierung des Landes nach dem Muster der Aeutzeren Mongolei. Diese Zielsetzung trifft sinngemäß auch auf alle übrigen vom Kommunismus gefährdeten Gebiete des Fernen Ostens zu, so daß die Zersetzungsarbeit des Kreml hier im Hinblick auf das gesamte ostasiatische Festland skizziert werden kann.
Vielgestaltig und kaum übersehbar sind die Instrumente, deren sich der Bolschewismus zur Verwirklichung seines teuflischen Planes bedient. Eine der aktivsten Wühl- organisationen ist zweifellos die „Chinesische Kommunistische Partei". In engstem Zu- sammenspiel mit der inzwischen selbständig gewordenen Kominternsektion Mandschukuo führt sie den Moskauer Auftrag durch, die Arbeitermassen immer wieder zum Streik aufzuhetzen, sie im Verlauf der „sozialen Kämpfe" politisch zu zersetzen sowie nicht zuletzt die antijapanische Stimmung unter der chinesischen Studentenschaft zu schüren. Ueberhaupt werden die auf Anarchie gerichteten Bestrebungen zunächst national getarnt, wofür die unter versteckter kommunistischer Regie erfolgte Gründung der „Altchinesischen Gesellschaft" und der „Er- ziehungsgesellschaft nationaler Kreise" ein lehrreiches Beispiel darstellt. Andererseits werden die Verbindungen der kommunistischen Parteigruppen zu den roten Banden, die noch immer weite Gebiete Nord» chinas heimsuchen, ausgebaut. Wenn man bedenkt, daß bei.Kämpfen mit jenen Banden in einem Zeitraum von kaum drei Monaten nicht weniger als 260 japanische un8 mandschurische Soldaten den Tod fanden, so gewinnt die Tatsache, daß Munition und Waffen der zuchtlosen Horden zum größten Teil sowjetrussischer Herkunft sind, einen recht ernsten Charakter. Auf der gleichen Linie liegt die im vorigen Jahr in der Mandschurei erfolgte Verhaftung zahlreicher sowjetrussischer Agenten als — Banden- führen.
Verdächtigen Eifer entwickelt der Kreml ferner beim Ausbau seines fernöstlichen Ssndenetzes, der mit entsprechenden Bedürfnissen der oft sibirischen Bevölkerung nicht zu begründen ist. Daß die Programmgestaltung der roten Sender unter vielsagender „Pflege" der chinesischen Sprache zur Aufputschung der Hörer jenseits der sowjetrussischen Grenzen beitragen soll, wird denn auch in der bolschewistischen Agitationszentrale Wladiwostok nicht bestritten. Den Einfluß Moskaus auf einen Teil des chinesischen Zeitungswesens wiederum vermittelt seit langem das Echang- haier Büro der sowjetrussischen Telegraphenagentur „Taß", deren „amtliche Meldungen" in Zeiten der Spannung planmäßig zur Steigerung der allgemeinen Nervosität beitragen.
Aber mit diesem System unmittelbarer Einwirkung auf die Volksmassen im Fernen Osten erschöpft sich die bolschewi- stffcye Aktion keineswegs. Auch die „offiziöse sowjetische Diplomatie" hat mehr oder weniger offen ihre Hand im Spiele. Schon v o r den jetzig'en militärischen Zusammenstößen zwischen Japanern und Chinesen war der Nankingcr Botschafter des Räse- vu.utws Verein mit roten Konsulen und Militärattaches am Werk, den Konflikt durch Anbiederungsversuche den Chinesen gegenüber in der Schwebe zu halten und den Frieden unter Anspielung auf die Möglichkeit eines sowjetrussischen „Präventivkrie-