Ausgabe 
(24.8.1937) Nr. 231
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parteiamtliche Lageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsfront Vremen

der National

flmtsblatt des Senats der Zreien Hansestadt vremen

Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstalchalters in Oldenburg und Vremen

Anzeigen-Grun-Preise: Die 22-mw-Zeilc im Anzeigenteil 12 die 70-mw-Zeile im Textteil 75 etz/.

Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Familien-Anzeigen n. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 8 (Nachlaßstassel 0). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahmeschluß 16 Uhr. Sprechzeit: B-rlag werktäglich 12-13 Uhr; Schristleitung Dienstag und Freitag 1214 -1314 Uhr.

Nr. 2Z1 / ?. Jahrgang

diensrag, 24. flugust 1SZ?

kinzelpreis 15 Npf.

Hebung der Wehrkraft durch den Sft. Sport

Tagesbefehl des Stabschefs Lutze / Vie alljährliche Wiederholung der Neichswettkämpfe

München, 24. August.

Die Nationalsozialistische Parteikorrefpondenz bringt fol­genden Tagesbefehl des Stabschefs nach Abschluß der Reichs- wettkümpfe der SA. im Reichssportseld zu Berlin:

„SA.-Führer und SA.-Männer! Im Verfolg der Verfügung des Führers oom 27. /November 1938 an die SA., „Träger in Vorbereitung und Durchführung der Nationalsozialistischen Kampfspiele zu sein", wurde unverzüglich diese Ausgabe aus breitester Grundlage in Angriff genommen. Wenn es trotz der verhältnismäßig kurzen Zeit gelungen ist, Ausscheidungs­kämpfe bei den Stürmen, Standarten und Gruppen bis zu den Reichswettkämpsen auf dem Reichssportfeld in Berlin durch­zuführen, so ist dieses dem Einsatz jedes einzelnen zu ver­danken. Die ersten Neichswettkämpfe der SA. sind weit über den Rahmen einer bloßen Ausscheidung hinausgegangen und zur Leistungsschau der Millionen-Organisation der SA. ge­worden, die nunmehr in Nürnberg bei den NS.-Kampsspielen ihren höchsten Ausdruck finden soll.

Für den bisherigen Einsatz und die dabei gezeigten Lei­stungen spreche ich der gesamten SA. vom letzten SA.-Mann bis zum letzten Ausscheidungskämpfer in Berlin meine ganz

besondere Anerkennung aus. Ich bin dabei überzeugt, daß diese Anerkennung den Siegern von Berlin eine neue Verpflichtung sein wird im Einsatz bei den NS.-Kampsspielen in Nürnberg, und jedem SA.-Mann zugleich ein neuer Ansporn für die weitere Arbeit an der oom Führer gestellten Aufgabe.

Ich weiß, wie schwer es für den einzelnen war, die persön­lichen und sachlichen Opfer zu bringen, um an den Tagen in Berlin teilnehmen zu können. Ich weiß aber auch, daß die freiwilligen Opfer an Zeit und Geld in dem Bewußtsein ge­bracht worden sind, durch die SA. der Gemeinschaft des Volkes zu dienen. Darüber hinaus haben die Neichswettkämpfe mit dem Führerappell dazu beigetragen, die Kameradschaft und innere Geschlossenheit des Führerkorps der SA. in weitgehend­stem Matz zu festigen und zu fördern und für den kämpferischen Einsatz der gesamten SA. die bisher geschaffene Grundlage zu erweitern.

Ich ordne daher an, daß die Neichswettkämpfe der SA. alljährlich stattfinden als Generalappell für die NS.-Kampffpiele in Nürnberg und als Ausdruck eines neuen, der SA. eigenen Gestaltungswillens zur Hebung der Wehrkraft und Stärkung des Wehrwillens durch den SA.-Sport."

lWesische Sranate forderte 700 lovesopser

fluch ein Deutscher getötet — 000 japanische Soldaten bei Schanghai gelandet

Unser Vagesspivgvl

70 990 japanische Soldaten landeten bei Schanghai.

Sowjet-Flngzeuge Lombardierten unter fal­scher Flagge eine« englischen Dampfer.

Der deutsche Botschafter für Nationalspanien, General Faupel, ist zurückgetreten.

Stabschef Lutze ordnete die alljährliche Wiederholung der Neichswettkämpfe der SA. an.

Gauleiter Rover sprach aus dem Jahresappell der Feuerwehren in Cloppenburg.

Das Kieler Schwurgericht ahndete die Schwindelmanöver Alfred Homuths mit acht Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehr­verlust.

An die Bremer Bevölkerung ergeht ein ein­dringlicher Appell znr Mithilfe bei der Suche nach dem entwichenen Zuchthäusler.

In Rablinghausen wurde das neue Schul- gebäude eingeweiht.

In der Reinhold-Muchow-Schule wurden 29 Jungmeister des Eaststättengewerbes frei­gesprochen.

Die westfälische Mariue-HJ. trifft heute aus ihrer Weser-Erotzsahrt in Bremen ein. Stratzenweltmeister der Berufsfahrer wurde in Kopenhagen der Belgier Meulenverg vor Kijewski-Deutschland.

Der 2re O'Callaghan brach in Cork den seit 24 Jahren bestehenden Weltrekord im Ham­merwerfen mit 59,74 Meter.

>WWM

kin krlaß zur veslimmungsmensur

Berlin, 24. August.

Der Reichsstudentenführer Dr. Scheel hat Durchführung von Bestimmungsmensuren fol­genden Erlast herausgegeben:

„Dem deutschen Soidatentum ist durch die Ein­führung der Ehrenordnung vom 23. Juni 1937 die unbedingte Genugtuung mit der Waffe gege­ben worden. Die Erziehung des jungen deutzchen Studenten zu dieser Haltung und die Ausbildung im Säbelfechten wird ein wesentlicher Bestandteil der Kamerwbschaftserziehung sein. Die Aufgaben der studentischen Kameradschaften sind so umfang­reich. daß darüber hinaus eine ordnungsgemäße Durchführung von Vestimmungsmensüren im Augenblick zeitlich nicht möglich ist. Ich behalte mir vor. eine grundsätzliche Entscheidung über das Fechten von Vestiminungsmensuren zu einem Zeit­punkt zu fällen, an dem die Voraussetzungen beson­ders von feiten der Bewegung hierfür gegeben sind. Um die von mir angestrebte Vereinheit­lichung der studentischen Erziehung auch auf die­sem Gebiete durchzuführen, untersage ich bis auf weiteres allen Mitgliedern der Deutschen Stu­dentenschaft die Durchführung von Bestimmungs­mensuren. Studenten, die sich gegen meinen Befehl an Bestlmmungsmensuren beteiligen, sind durch die Dienststrafordnung der Deutschen Studentenschaft vom 1. Juli 1937 zu bestrafen.

Der führen an Von Milchwirlschafttüchen Kongreß

Berlin, 24. August.

Auf ein Vegrüstungstelegramm des 11. Milch- wirtschastlichen Weltkongresses hat der Führer und Reichskanzler mit folgendem Telegramm ge­antwortet: „Für das freundliche Gedenken der Delegierten des 11. Milchwirtschaftlichen Welt­kongresses sage ich meinen Dank. Den in- und ausländischen Teilnehmern an der bedeutsamen Tagung sende ich meine Ernste und meine besten Wünsche für einen guten Erfolg ihrer Arbeit. Adolf Hitler."

Schanghai, 24. August.

Um die Mittagsstunde schlug in Schanghai eine Granate in ein Warenhaus an der Ecke der Nanking- und Chekiang-Road ein. Die Folgen waren furchtbar, da das Warenhaus um diese Zeit stark besucht war und sich aus der Straße viele Menschen befanden. Man zählte über 29V Tote und etwa 199 Schwerverletzte. Die Fensterscheiben der benachbarten Häuser platzten. Eine zweite Granate schlug in ein Gebäude in der Nähe der Kanton-Road ein, wo sechs Lebens­mittellager der amerikanischen Marine sich be­finden. Die Granate explodierte jedoch nicht. Die Geschosse stammten, wie man feststellte, von einer chinesischen Batterie in Putung.

Der Eranatenexplosiou im Warenhaus ist auch der 17 Jahre alte Deutsche Klaus Eckert zum Opfer gefallen. Er befand sich in einem Omnibus in der Nähe der Einschlagstelle und wurde durch Granatsplitter in den Kopf getötet.

Wie der japanische Militärattache mitteilt, sind in der Nacht zum Montag außerhalb Schanghais japanische Truppenteile in Stärke von etwa 79 999 Mann gelandet. Man beabsichtigt, eine rasche Entscheidung gegen die chinesischen Truppen herbeizuführen. Die japanischen Truppen sollen zunächst den Rückzug der im Raum von Schanghai stehenden chinesischen Truppen ver­hindern.

Die Landung der japanischen Armee- truppenverbände wurde mit einem heftigen Bombardement durch japanische Kriegs­schiffe bei Wusung und - einigen oberhalb Wusungs an dem Pangtse liegenden Städten ein­geleitet. An der Beschießung beteiligten sich das japanische Flaggschiff „Jdzumo" und andere Ein­heiten der dritten japanischen Flotte. Das Ge­biet der erweiterten Niederlassung in Schanghai wird von japanischer Seite als Nebenkampfschau- platz betrachtet: ein etwa 10 909 Mann starkes japanisches Marinelandungskorps soll dort die Stellungen halten.

London, 24. August.

Meldungen aus Peiping besagen, daß die Chinesen am Naukau-Paß jetzt im Rücken be­

droht würden, da die Japaner in schnellem Vor­marsch durch Tschachar von Mandschukuo aus be­griffen seien. In japanischen Militärkreisen be­hauptet man, daß die chinesischen Truppen in der Provinz Tschachar selbst sich in vollem Rückzug befänden.

kaigan von Japanern bejetzt

Tokio, 24. August.

Die japanische Nachrichtenagentur Domei mel­det die Besetzung Kalgans durch Teile der Kwan- tung-Armee am Sonntagabend. Die Chinesen hätten keinen ernstlichen Widerstand geleistet.

Aus Hsingking werden Kavalleriekämpfe in der Jnnenmongolei gemeldet; dort sollen Kwantung- und Mongolentruppen östlich von Kalgan von chinesischer Kavallerie angegriffen worden sein, wobei die Chinesen doch zurück­geschlagen worden sein sollen.

Puüschgeriichte in ssingtau

Tientsin, 24. August.

Aus Tsingtau treffen stündlich alarmierende Nachrichten ein. Ein neuer Brandherd scheint dort im Entstehen zu sein. Nach einer Mit­teilung des japanischen Hauptquartiers sollen sich im Verlaufe der letzten Tage über 2000 chinesische Freischärler in Zivilkleidung in die Stadt ein­geschmuggelt haben. Sie gehören der chinesischen 49. Armee an und sollen beabsichtigen, einen großen Putsch in der Stadt zu inszenieren. Diese Putschgerüchte hatten zur Folge, daß fast 2000 japanische Zivilisten und 8000 Chinesen, die im Verdacht japanfreundlicher Gesinnung stehen, die Stadt fluchtartig verlassen haben. Die meisten Geschäfte sind geschlossen, so daß der Handel auch dieses wichtigen Hafens in absehbarer Zeit zum Erliegen zu kommen droht.

Hilfe für die llzina-fleulschen

Berlin, 24. August.

Unter Leitung des Chess der Auslands­organisation im Auswärtigen Amt sind für die

China-Deutschen Hilfsmaßnahmen vorsorglicher Art mit den beteiligten Reichs- und Parteistellen getroffen worden. Es handelt sich zunächst nur um Hilfeleistungen für Frauen und Kinder in den am stärksten betroffenen Gebieten, und zwar zur Zeit in erster Linie um Schanghai. Bon hier werden in diesen Tagen ungefähr 599 Frauen und Kinder durch Lloqddampser „Eneisenan" voraussichtlich nach Manila oder anderen Plätzen im Süden gebracht. Dort werden die Flücht­linge zunächst bei deutschen Landsleuten Unter­kunft und Betreuung finden.

Für Auskunftserteilung über die Hilfsmaß­nahmen steht die Leitung der AO. der NSDAP., Berlin W. 35, Tiergartenstr. 4/4 s., Telefon 227941, zur Verfügung.

Jbn Sands Nein

Gegen die Errichtung eines Palästina- Judenstaates

Jerusalem, 24. August.

Die Frage der Teilung Palästinas, gegen die sich schon zahlreiche Mächte erklärt haben, ist in ein neues Stadium der Entwicklung getreten. König Ihn Sand der bisher als engiandfreund- lich galt und sich stets zurückhielt, wenn briti­sche Interessen aus dem Spiele standen, ist jetzt hervorgetreten. Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, hat Jbn Sand seinen Kronrat, der aus religiösen Landchefs besteht und den er nur vor dem Hedschaskrieg, dem Djemen-Krieg und wenigen anderen Unternehmungen befragte, in die Hauptstadt Riad einberufen. Auch der Ver­treter des Königreiches in London, Scheikh Ha­se) Wachbi, wurde zu der Tagung befohlen. — König Jbn Sand sieht die Teilung Palästinas als ein Unrecht an, das man der Araberwelt, ganz besonders aber Saudiarabien zufügt, das keinen Judenstaat am Mittelmeer als nördlichen Nachbarn dulden könne. Es scheint, daß Jbn Saud gewillt ist, dieser Entwicklung entschiede­nen Widerstand entgegenzusetzen.

Meutere! auf rotem Kriegsschiff

Kote fliegn unter falscher flagge

wieder ein englischer flampfer mit vomben belegt — Salamanca stellt richtig

faupel zurückgetreten

London, 24. August.

Wie aus Marseille berichtet wird, ist der bri­tische Dampfer „Naomi Julia" auf der Höhe von Ajaccio (Korsika) von zwei Flugzeugen mit Bom­ben belegt worden. Die Flugzeuge hatten ledrg- llch folgende Erkennungszeichen: „Nr. 528 und schwarzer Kreis mit weißem Kreuz und zwei Ichwarzen Streifen."

Salamanca, 24. August.

Die in Salamanca durch einen Funkspruch be­kanntgewordene Bombardierung des englischen Dampfers „Naomi Julia" hat in nationalspam- Ichen Kreisen außerordentliche Empörung ausge­lost. Man weist darauf hin, daß sich, wie m den früheren Fällen, nationalspanische Flugzeuge überhaupt nicht auf See befunden haben und daß insbesondere noch niemals nationalspanische i Flugzeuge in die Nähe der Insel Korsika ge- s »ogen sind.

! Die Tatsache, daß nach Meldungen des Schlsis- : kapitäns die Flugzeuge nationalspanische Er­kennungszeichen getragen hätten wird zum Am laß genommen, darauf hinzuweisen, daß es sich ohne Zweifel um einen neuen Versuch der bpanien-Lolschewisten handelt, unter falsch»!

i Flagge Zwischenfälle zwischen England und der I Franco-Regierung hervorzurufen und damit die englische Regierung zu irgendeinem Eingreifen gegen die spanische Nationalregierung zu ver­anlassen. Nachdem die bisherigen Versuche der Valencla-Volschewisten auf dem gleichen Gebiet gescheitert seien, besitze man, so wird betont, auf bolschewistischer Seite die Frechheit- erneut mit denselben Mitteln den gleichen Versuch zu wie­derholen. Man habe dabei nur übersehen, daß Korsika außerhalb der spanischen Dampferlinien liegt und daß weiterhin Barcelona der nächste spanische Flughafen sei. woher die beiden Flug­zeuge wahrscheinlich gekommen sind.

Im Zusammenhang damit wird an die von der spanischen Nationalregierung wiedergegebenen Aussagen sowjetrussischer Gefangener erinnert, nach denen in Murcia und Cartagena Flugstütz­punkte bestehen, die über Flugzeuge mit national­spanischen Erkennungszeichen verfügen, und deren ausdrückliche Aufgabe es ist, unter falscher Flagge Zwischenfälle hervorzurufen, die man dann der nationalspanischen Regierung zur Last legen kann.

Der deutsche Botschafter bei der spanischen Nationalregierung, General Faupel, ist aus Ge­sundheitsrücksichten zurückgetreten.

Als General Faupel im November vori­gen Jahres die diplomatische Vertretung Deutschlands bei der nationalspanischen Re­gierung übernahm, erwartete ihn eine viel­seitige, aber um so dankbarere Tätigkeit. Es ist sein großes Verdienst, die freundschaft­lichen Beziehungen, die Deutschland mit Spa­nien schon seit jeher verbanden, noch enger geknüpft zu haben. Seiner erfolgreichen Tä­tigkeit wurde jetzt ein vorzeitiges Ende ge­setzt. Die klimatischen Verhältnisse Kastiliens haben die Gesundheit des bereits 63jährigen Mannes zu sehr angegriffen, so daß er, sicher­lich schweren Herzens, sich entschließen mußte, nach Deutschland zurückzukehren.

(Siehe auch Seite 2)

London, 24. August.

Auf dem sowjetrussischen Kriegsschiff „Marat" kam es zu Meutereien, bei deren Niederschla­gung acht Matrosen als Anführer eines „Trotzki- Komplotts" erschossen wurden. Die Offiziere der „Marat", so heißt es in einer Meldung der „Eve- ning News", seien bestraft worden, weil sie der Mannschaft, während das Schiff in britischen Gewässern lag, Landurlaub gewährt hätten. 38 von ihnen seien verhaftet worden. 12 der Ver­hafteten seien bereits abgeurteilt und degradiert. Auch von den Matrosen der „Marat" seien einige verhaftet worden.

flmerikaner im NStestaat „unerwünscht"

Ncwyork, 24. August.

Nachdem bereits mehrere Fälle gemeldet wor- den sind, in denen die Sowjetbehörden Reisenden aus den Vereinigten Staaten dre Landungs­erlaubnis verweigerten, wurden neue Brllskie- rungen bekannt. Von einer Mittelmcerfahrt z» ruckgekehrte Reisende berichten voller Entrüstung über die rücksichtslosen und als betrügerisch emp- prndenen Sowjetmethoden, daß ihr Schiff am 28. Juli in Palta in der Krim anleate AIs etwa 500 Touristen, die im Reisebüro für Palta Aus­flüge eine Sonderzahlung geleistet halten, lan­deten, wurden trotzdem 40 als „unerwünscht" überhaupt nicht zugelassen. Die anderen wurden mehrstündig vernommen und visitiert und durf­ten dann das Yalta-Schloß nur unter starker Be­wachung (!) besichtigen.

Kos sind die Männer der Sfl.

Von

Stabschef Viktor Lutze

Ich habe in meinem Tagesbefehl an die SA. den Führern und Männern der Sturm­abteilungen, die aktiv vorbereitend oder be­treuend an den Reichswettkämpsen der SA. in Berlin mitgewirkt haben, meinen Dank und meine Anerkennung für ihre Leistungen ausgesprochen.

Dem Leser, der nicht in den Reihen der SA. steht und der nicht weiß und auch nicht wissen kann, welche Arbeit notwendig und welches Maß an Op fe r b ereit schaft und Einsatzwillen erforderlich waren, um diese erstmalige Großveranstaltung der gesamten SA. auf dem Gebiet der wehrsport­lichen Ertüchtigung mit Erfolg durchzu­führen, mögen meine Worte des Dankes an die an den Reichswettkämpsen beteiligten Männer der SA. nicht viel sagen. Sie nehmen sie vielleicht hin als eine übliche unumgäng­liche Formalität, denn sie wissen nicht, was alles in diesem Tank, in dieser Anerkennung liegt.

Sie wissen nicht, daß diese Anerkennung sich richtet an den Kumpel aus Oberfchlesien ebenso wie an den Mann, der an den Hoch­öfen der Ruhr seine Arbeitskraft einsetzt und dort seine Pflicht tut, — nach bürgerlichen Begriffen voll seine Pflicht tut in dieser für ihn selbstverständlichen Pflichterfüllung, aber nicht das Höchstmaß dessen sieht, was für ihn der Begriff Pflichterfüllung in sich schließt. Der deutsche Arbeiter der Stirn und der Faust, der in der SA. marschiert, ist längst — das muß wieder einmal mit aller Deut­lichkeit gesagt werden — über den bürger­lichen Pflichtbegriff, hinter dem das „Ich muh" steht, hinausgewachsen zu dem hehren Gefühl soldatischer Pflichtauffassung, das in der absoluten Freiwilligkeit gipfelt, im: „I ch w i l l". Mit dem ins-Schloß-fallen der Büro­tür, mit dem Verlassen des Ambosses oder der Drehbank reißt bei ihm der Faden des Pflichtbewußtseins nicht ab. Das Leben hat einen anderen, einen tieferen, einen wirk­lichen Sinn. Er spricht nur nicht oder selten davon, und das macht wohl den wahren Kämpfer aus. Das Leben ist keine hohle Phrase, keine Formsache, die man mit Kniggeschen Ratschlägen zu einer für sich und die Umwelt erträglichen Angelegenheit ab­zurunden vermag. SA.-Mann sein ist mehr! Und darum kann nicht jeder SA.-Mann sein, denn nur der Kern eines Volkes gehört zu den Kämpfernaturen.

Kein äußerer Zwang, kein Befehl hält die Männer in den Reihen der SA. Kein Gesetz des Staates schreibt ihren Einsatz und ihr Opfer vor. Niemand veranlaßt sie, die tags­über im Beruf stehen und dort ihre meist schwere Arbeit tun, mit äußeren Machtmit­teln noch mehr zu tun, sich in Reih und Glied zu stellen, sich unterzuordnen, Diszi­plin zu üben und zu marschieren. Der SA.- Mann ist im Leben des deutschen Volkes zu einem nicht wegzudenkenden Faktor, zu einer Selbstverständlichkeit gewor­den. Daran liegt es wohl auch, daß nur wenige es wissen, daß diese Männer ihre Uniform, ihre Ausrüstung, aus eigenen, in schwerer Arbeit erworbenen Mitteln bezah­len, die Tienstfahrten aus eigener Tasche bestreiten: ohne Entgelt und ohne Ent­lohnung!

Diesen Männern gilt mein Dank, meine Anerkennung, den Besiegten im Wettkampf ebenso wie dem Sieger. Ein Ansporn für beide: Dem Sieger zu weiteren Siegen, dem Besiegten zu weiterer Arbeit an sich selbst, damit auch er einst die Plakette des Sieges erringe. Es haben ja im Grunde genommen beide — Sieger und Besiegte — gleiches .geleistet: sie haben an sich gearbeitet, ihre Emsatzfähigkeit bewiesen. Die letzte Zehntel­sekunde. der Zeit- und Platzunterschied sind insoweit nur Äußerlichkeiten, zwar für den Sieg entscheidend, für den Einsatz und die Tat aber unwesentliche Merkmale.

Denn das ist ja das Besondere des SA.- Sports, des Wehrsports überhaupt. Hier kämpft niemand für sich, auch nicht um der äußeren Anerkennung willen, sondern hier leistet der einzelne seine Erziehungsarbeit am eigenen Körper aus seiner national­sozialistischen Erziehung heraus für die Ge­meinschaft, in die ihn göttlicher Wille ge­stellt bat: für das Volk. für Deut s cl> land!

Haben wir nickt als politische Soldaten des Führers und seiner Idee die an uns i'^'ngerie we>lackcl>aulicke Arbeit über uns hinauswachsen lassen aus der damals Klei-