W
röÄ
W W
d lA">^
parteiamtliche Lageszeitung
Nachrichtenblatt der Veutschen flrbeitsstont Bremen
der Nationalsozialisten Vremens
flmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Bremen
»«««,
va»; e..
MSL°SL^
'dMch-ck: Hamburg 17272 B°tri°bsstörunnen
^Gaube-lag We fer-Ems G.m.b.H., B-emen, E°„en «/8/Urns?r öchc^ 54.2, und 5„ ,5.
Nr. 22S / 7. Jahrgang —,
im rwraus zahlbar ltnng aderErsay.
Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstattlialters in Oldenburg und Vremen
Anzeigen-Grundpreise: Die 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 3U, die 7S-mm-Zeils im Textteil 75 Ermäßigte Grundpreise Mir kleine Familien-Anzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preisliste 8 (Nachlaßstassel v). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmsschlutz 18 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12.13 Uhr; Schristleitung Dienstag und Freitag 12)4 -13)4 Uhr.
Sonnabend, 21. flugust 1S57
kinzelpreis 15 Npf.
vristch ^
^ ^ ich.. ' lch«ch h...
Mussolini: „Nom und verlin solidariscli
llnrsr lagssspivgsl
Mussolini betonte die Wirksamkeit der Solidarität Verlin—Rom.
Zwei kealmes - eine keaiitüt!
ktzre als wirtschastllcheMacht
Von Or. zur. IV. Llssinann, Bremsn
d!°l'PkL
i"
!>»'» LÄ
hk!«K.
litimla L-
I-li. i«lK» mckil W, tienlo» Eeisl, l«, j, ß len O I !« Kid! aus d.» ,w .lies" M
Japan ist gegenüber China zum Einsatz aller Machtmittel entschlossen.
Der Abbruch der diplomatischen Beziehungen Portugals zur Tschechoslowakei macht Prag nervös.
In München begann eine Tagung des Reichsrechtsamtes der NSDAP.
Ueber die Umwertung sportlicher Werte sprach Stabschef Lutze in Mannheim.
Zur Bereithaltung von Quartieren sür ZWO SA.-Männern ruft Reg. Bürgermeister Böhmcker die Bremer Bevölkerung auf.
Die Abrechnung über den bremischen Staatshaushalt zeigt die weitere Gesundung der Finanzen unserer Stadt.
Am Sonnabend und Sonntag finden Rundslüge über Bremen statt.
Ueber die Grundsätze der nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik ist ein neues Buch erschienen.
Die deutsche Schiffahrt durch den Suez- Kanal hat weiter zugenommen.
Im ersten Halbjahr hat sich die deutsche Ausfuhr stark erhöht.
Die Handelsregister werde» jetzt im ganzen Reich einheitlich geführt.
MMMIWWWWMNM
.Stadt der sreude" In Nürnberg
(Bigsver Bsrivbt cksr „Bremer 2oitmnZ")
. dtt »Älf di.Wq ck.M lern in A »«tznch
Om»
«jdimst
mWs
S
chlsiü'
Nürnberg, 21. August.
Das Volksfest, das die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" den Parteitagbesuchern alljährlich bereitet, war bisher nur ein Zwischenspiel. Es dauerte in seiner bunten Vielfältigkeit einen Nachmittag und einen Abend lang und wurde dann mit einem großen Feuerwerk abgeschlossen. Dieser Querschnitt durch die Dinge, die uns Freude machen und Erholung geben, rückt nun in diesem Jahre zum erstenmal zu der Bedeutung eines großen Programmpunktes auf. Dem Ernst der Tagungen und der mitreißenden Wucht der Aufmärsche wird diesmal in einer noch Nie dagewesenen Zusammenfassung der Bestleistungen Tag um Tag die Feierabendgestaltung folgen. Sieben Tage lang, vom 7. September bis einschließlich 13. September, wird in diesem Jahr das Volksfest in der KdF.-Stadt am Dalzner-Weiher gefeiert, wobei der letzte Tag der SA. gehört.
Die von den Olympischen Spielen bekannte KdF.-Stadt ist schon vor einiger Zeit nach Nürnberg umgezogen und hat in nächster Nähe des Parteitaggeländes ihren Platz gefunden. Neben ihren siinf Hallen steht schon jetzt das große Volksfest- gebäude, das nicht weniger als fünf große und sieben kleine Podien birgt, auf denen die Vorführungen steigen werden.
»-
.iip«
Neichsschießschule der KI. eröffne!
Hz»
i!>
Ȁ-iv
§ B ^
- r> L'
i-M
D"
-«E
B!' . -t,
I< »A
AI«
dl«
«il
lt«t
Alt'
Berlin, 21. August.
Am Donnerstagnachmittag wurde die erste Reichsschießschule der HJ. in Obermaßfeld in Thüringen eingeweiht. Obergebietsführer Dr. Stell recht sprach bei der Einweihung der Schule über ihren Sinn, dem Schießsport der Hitlerjugend «ine Heimstätte zu geben. Auch das Kleinkaliberschießen sei ein ernster und verantwortungsvoller Dienst, der ebenso ernst und verantwortungsvoll geleitet werden müsse. Jeder deutsche Junge und jeder deutsche Mann müsse wit der Waffe sicher werden, die man ihm in die Hand gegeben habe.
Zwischen Suhl und Meiningen liegt in einem Ichloßartigen Gebäude die erste Reichsschießschule der Hitlerjugend. Ihre Errichtung bedeutet, wie dn Reichsjugendpressedienst mitteilt, einen wichtigen Fortschritt in der gesamten Jugendertüchti- gungsarbeit der H2.; denn schon stehen durchschnittlich 60 bis 70 v. H. aller Jungen in Klein- laliberschießausbildung. Es besteht daher die dringende Notwendigkeit, den Nachwuchs an Schießwarten sicherzustellen. Die Jungen, die in die Reichsschießschule kommen, stammen aus allen Erbieten der HJ. und des Reiches. Jeweils zwei Mann aus jedem Gebiet werden zu einem achttägigen Lehrgang zusammengefaßt. Da im Monat drei Lehrgänge stattfinden, werden monatlich «twa 150 HJ.-Schießwarte in der Schule ausgebildet.
Lehrreiche Speisezettel
Berlin, 21. August.
..Zu den unwahren Behauptungen von tschechi- Icher Seite über angeblich« mangelhafte Ernährung in der deutschen Kinderverschickung nimmt W auch das Organ des Hauptamtes für Volks- wohlsahrt Stellung. Es veröffentlicht die Speise- Zettel einiger Jugenderholungsheime, die den ein- Ujandfreien Beweis liefern, daß den Jugendlichen «ine außerordentlich gute, abwechslungsreiche Kost geboten wird. Nach ärztlichen Feststellungen haben bis Körpermaße der Kinder am Schluß des Er- Mungsaufenthaltes erhebliche Zunahme erfahren Bei 4 g Kindern, die z. B. das Jugendheim Wbeck verließen, war eine durchschnittliche !^n>ichtszunahm« von 3,1 Pfund zu verzeichnen, bn Rieneck wurde bei 50 Kindern eine Zunahme nun 2,1 Pfund und in Sylt, trotz der sogenannten Arenden Eigenschaft" der Nordseelujt, bei 58 Andern eine Zunahme von sogar vier Pfund je nind festgestellt.
Keine kinigung mit London unter Mißachtung berlins
Rom, 21 . August.
Als Abschluß seiner Sizilien-Reise hat Mussolini, mit stürmischem Beifall als Gründer des Imperiums begrüßt, in Palermo vor einer nach Hunderttausenden zählenden Menschenmenge seine angekündigte politische Rede gehalten, in deren ersten Teil er unter tosender Zustimmung erklärte, daß auf Sizilien niemals auch nur ein einziger fremder Soldat landen werde.
Für Sizilien beginne jetzt eine der glücklichsten Epochen seiner 4000jährigen Geschichte, die mit der Gründung des zweiten römischen Imperiums eng verbunden fbi. Von jetzt an sollten die Energien des Staates mit größter Intensität für Sizilien eingesetzt werden, da es der geographische Mittelpunkt des Imperiums sei.
Den zweiten außenpolitischen Teil begann Mussolini mit der Erklärung: „Alle müssen sich jetzt überzeugen^ daß das faschistische Italien eine konkrete Politik des Friedens durchführen will." Italien wolle seine Beziehungen zu allen Nationen, vor allem aber zu den Nachbarstaaten, verbessern. Die Beziehungen zu Frankreich wären sicher besser, wenn man in Frankreich
in einigen ziemlich maßgebenden Kreisen nicht abgöttisch auf die Genfer Idole eingestellt wäre, und wenn es in Frankreich nicht auch jene anderen Strömungen geben würde, die seit 15 Jahren mit einer Hartnäckigkeit, die einer besseren Sache wert wäre, von Tag zu Tag auf den Sturz des faschistischen Regimes warten.
„Bon den Landgrenzen zu den See- und kolonialen Grenzen übergehend", fuhr Mussolini fort, „treffen wir mit Großbritannien zusammen. Ich sage: Wir treffen zusammen, und ich bitte jene, die im Begriff stehen, meine Rede zu übersetzen oder zu verdrehe», die gebührende Unterscheidung zwischen Begegnung und Zusammenstoß zu machen. Wenn ich mir die beiden letzten Jahre unserer Beziehungen zu London überlege, so komme ich zu dem Schluß, daß im Grunde genommen ein großer Mangel an Verständnis vorliegt.
Die englische öffentliche Meinung ist stehenae- blieben an dem alten Begriff des pittoresken Italiens, den ich hasse. Man kennt noch nicht dieses junge, sehr starke und entschlossene Italien. Mit der Vereinbarung vom Januar war eine Klärung der Lage eingetreten. Dann kamen neue bedauerliche Episoden, an die zu erinnern nutzlos wäre.
Heute muß der Horizont geklärt werden. In Anbetracht der Gemeinsamkeit der Kolonialgrenzen glaube ich, daß man zu einer dauernden und endgültigen Aussöhnung kommen kann. So ist Italien bereit, seine Mitarbeit zu allen Problemen zu geben, die die europäische Politik angehen.
Man muß jedoch einige Realitäten in Rechnung stellen. Die erste dieser Realitäten ist das Imperium. Man hat gesagt, daß wir eine Anerkennung von feiten des Völkerbundes wünschen: Das ist falsch. Wir bitten die Standesbeamten von Genf nicht darum, die Geburt zu registrieren. Wir glauben jedoch, daß der Augenblick gekommen ist, um einen Todesfall zu registrieren. Seit 16 Monaten liegt ein Toter da; wenn ihr ihn nicht aus Gründen politischer Ernsthaftigkeit begraben wollt, so begrabt ihn doch einfach aus Gründen der höheren Hygiene. Wenngleich wir nicht übermäßiger Milde gegenüber Genf verdächtigt werden können, so sagen wir doch, daß es überflüssig ist, zu den zahllosen Spaltungen, die jenen Organismus befallen haben, eine weiter« Spaltung zwischen denen eintreten zu lassen, die das römische Imperium anerkannt haben und jenen, die es nicht anerkannt haben.
Eine weitere Realität, die in Rechnung gestellt werden muß, erklärte der Duce, ist das, was man heute gemeinhin die Achse Berlin—Rom nennt. Man kommt nicht nach Rom, indem man Verlin iguo-iert oder gegen Berlin ist, und man kommt nicht nach Berlin, indem man Rom ignoriert oder gegen Rom ist. Zwilchen den beiden Regimen besteht eine wirksame Sniidaritiit. Ihr versteht, wenn ich sage, daß eine wirksame Solidarität vorhanden ist. Und imi'n ich sage wirksam, so versteht ihr, was ich damit sagen will.
japanischer kustangriff aus Nanking uMankau
Man rechnet mit schweren kämpfen im vezirk Peiping — LieMsin
Tokio, 21. August
Am Freitagmorgen bombardierte» japanische Flieger den Vahnhossbezirk, die in der Nähe gelegene Werft, sowie die Gebäude des Generalstabs und der Kriegsschule in Nanking. Ferner haben die japanischen Flugzeuge einen großangelegten Angriff auf Hankau durchgeführt.
Die japanische Nachrichtenagentur Tomei meldet ernste Gefechte der Vorhut der Truppen der chinesischen Zentralregierung mit japanischen Abteilungen 50 Kilometer südlich von Peiping an der Bahnlinie Peiping-Hankau. Die Gefechte deuten auf bevorstehende größere Feindseligkeiten im Bezirk Peiping-Tientsin hin.
Japan: Jetzt nur noch Machtmittel
Tokio, 21. August.
Der japanische Ministerpräsident Fürst Konoe erklärte in einer Presseunterrddung, das Stadium der Lokalisierung des chinesisch-japanischen Streitfalles sei vorüber. Die japanische Regierung sehe ihre Aufgabe nunmehr darin, Nanking durch Anwendung ihrer Machtmittel zur Einsicht zu zwingen.
Der Sprecher des japanischen Auswärtigen Amtes gab zum Vorschlag des britischen Geschäftsträgers Dodd, Tokio möge nach Schaffung einer neutralen Zone in Schanghai seine Truppen außerhalb des Stadtbezirkes stationieren, die Erklärung ab, baß Japan bei der gegenwärtigen zugespitzten Lage in Schanghai außerstande sei, den Vorschlag anzunehmen.
seuersöulen in Schangtzai
Schanghai, 21. August.
Die Japaner landeten am Freitag an der Jangtse-Mündung zahlreiche Verstärkungen, die auf fünf großen Transportschiffen angekommen waren. Die Verstärkungen griffen sofort in die Straßenkämpfe ein und säuberten mehrere Bezirke von den eingsdrungenen chinesischen Truppen. Die Transportschiffe übernahmen nach der Ausschiffung der Truppen Flüchtlinge und liefen sofort wieder aus.
Auch die Aktionen der beiderseitigen Luftflotten wurden am Freitag fortgesetzt. Gewaltige Feuersäulen geben davon Kunde, daß in der Stadt an verschiedenen Stellen riesige Brände entstanden sind.
slakgranate auf Mff.-slaggschiff
Ein Toter, achtzehn Verwundete vor Schanghai Newyork, 21 . August.
Die amerikanischen Blätter veröffentlichen unter ganzseitigen Ueberschristen eine Meldung aus Schanghai, der zufolge eine Flakgranate unbekannter Herkunft aus dem Deck des Kreuzers „Augusta", dem Flaggschiff des amerikanischen Geschwaders vor Schanghai, explodiert ist. Ein Matrose wurde getötet, 18 Matrosen wurden verletzt.
Präsident Roosevelt erklärte in der Pressekonferenz am Freitag, er überlasse dem amerikanischen Geschwaderkommandanten, Admiral Par- nell, sowie dem leitenden USA.-Beamten in Schanghai die Entscheidung, welche Schritte sie in Verbindung mit dem Zivischenfall für ratsam hielten.
Das Ersuchen der Nanking-Regierung, die auf dem Wangpuh stationierten amerikanischen, englischen, französischen und italienischen Kriegsschiffe auf einen Platz fünf Meilen unterhalb der japanischen Kriegsschiffe zurückzuziehen, ist von den beteiligten Mächten abgelehnt worden.
(Siehe auch Seite 2 )
Xonos Scliaileiikeuoi' im Iwiiänner IvristaUpalast. In oinom Doil äos lloväovor llristallpalastes, äor boi äsw gonmItigSn lkeuor !m Kovoiiibo,' äus vorigen llabrss versokont geblieben vor, brsed ckisssr Doge, vio beliebtet, ein neuer Sranck aus. (Lresse-llollmann)
K
Wenn wir der Frage nähertreten wollen, inwiefern eigentlich die Ehre eine wirtschaftliche Macht ist, so müssen wir uns zunächst einmal klarmachen, was Ehre überhaupt heißt. Denn kein Wort hat im Laufe des letzten halben Jahrhunderts durch die (hinter uns liegende) allmähliche Verwischung der Grenzen zwischen dem anständigen und dem unanständigen Menschen eine stärkere Wandlung seiner Bedeutung durchgemacht und eine größere Vieldeutigkeit angenommen, als der Begriff der Ehre. Während die Ehre früher das war, was sie heute wieder ist, nämlich eine Sache des Charakters, die eine ganz bestimmte untadelige Gesinnung verlangt, trat im Laufe der letzten Jahrzehnte als Maßstab für die Ehrenhaftigkeit an Stelle der inneren Haltung unmerklich, aber sicher, das äußere Verhalten. Die „Korrektheit des Benehmens" ersetzte die innere Anständigkeit. Bei der Frage, ob jemand ehrlos sei oder nicht, galt nicht mehr die Gesinnung als Wertmesser, sondern der äußere Tatbestand, wie im Strafrecht. Wie dort, so, wertete man auch hier nicht mehr den Täter, also die Gesinnung, sondern die Tat, also die äußere Handlung. Das war eine Folge der geistigen und sittlichen Zersetzung unseres Volkes in den letzten Jahrzehnten. Wo man den Streber, jene ekelhafteste menschliche Erscheinung, die nur ihr Ich kennt, die über Leichen geht und im andern nicht den Arbeitskameraden, sondern den Konkurrenten steht, den man mit allen Mitteln auszustechen hat, wo man diese Sorte Menschen nicht mehr verachtete, sondern schon beinahe bewunderte, da mußten die Ehrauffassungen schwinden und veräußerlicht werden.
Nicht nur die Unterzeichnung der Kriegsschuldlüge, sondern auch der ohne jene Drohung vorgenommene Eintritt des diffamierten Deutschlands in den Völkerbund vor „Aufhebung" der Diffamierung bewiesen deutlich die herrschende Ehrlosigkeit und wurden ganz offen damit begründet, daß man sich irgendwelche materiellen Erleichterungen davon versprach. Die Ehre war zur Handelsware geworden, die man im Austausch gegen erhoffte wirtschaft liche Vorteile preisgab. Tönte doch den Menschen, die in der Systemzeit auf die immer wiederholte Preisgabe der deutschen Ehre durch die Männer von Scheidemann bis Brüning hinwiesen, regelmäßig das spöttische Schlagwort entgegen: „Für die Ehre kann man sich nichts kaufen." Und nun soll die Ehre aus einmal ein Wirtschaftsfaktor sein?
Daß sie das ist, wird klar, wenn wir die Frage stellen, warum denn eigentlich die erhofften wirtschaftlichen Vorteile nie eingetreten sind? Daß sie eingetreten seien, wird heute niemand mehr behaupten. Im Gegenteil. Je mehr sich die deutschen Regierungen der Systemzeit wegwarfen und um eingebildeter Silberstreifen willen immer wieder die deutsche Ehre preisgaben, desto schärfer und rücksichtsloser wurde die wirtschaftliche Ausbeutung Deutschlands betrieben. Dawes- und Young-PIan, die seinerzeit von weiten Kreisen als Rettung der deutschen Wirtschaft begrüßt wurden, haben, wie die Erfahrung zeigte, deren Schicksal nur besiegelt. Wie kam es denn, daß die Preisgabe der deutschen Ehre so gar nicht zum erhofften „Erfolg" führte?
Mit unsäglich schweren Opfern hat der deutsche Mensch die Erfahrung erkauft, daß ein Volk, das seine Ehre preisgibt, stets Lei allen anständigen Menschen verachtet wird. Nicht der Verlust des Krieges hatte Deutschland der Verachtung der Welt preisgegeben, sondern die schamlose Ehrlosigkeit, di- seine verantwortlichen „Systemmänner" in der Folgezeit bewiesen. Die Achtung der ehrenhaften Mitmenschen sich zu erhalten, ist jedem Menschen und jedem Volke nicht nur instinktives innerstes Bedürfnis, sondern einfach Lebensnotwendigkeit. Denn wer die Achtung der Ehrenhaften einbüßt, wer geächtet wird, verliert sein Daseinsrecht und damit auch seine wirtschaftliche Grundlage. Er wird versklavt und wirtschaftlich vernichtet. Und zwar mit vollem Recht. Denn ein verächtlicher Mensch und ein verächtliches Volk verdienen es nicht besser. Die Achtung der anderen aber kann man sich immer nur erhalten durch Wahrung der eigenen Ehre und Würde, also durch eine ganz bestimmte innere ge- sinnungsmäßige Haltung.
Achtung ist ein Gefühl, das nur der Mensch von Ehre kennt und das darin besteht, von dem anderen zu wissen, daß er ein ehrliebender, gerader, aufrechter Mensch ist. Wo das Ehrgefühl fehlt, kennt man keine Achtung, sondern höchstens eine Interessengemeinschaft. Aber auch Verachtung kennt nur der ehrliebcnde Mensch: der ehrlose kann nur hassen und schmähen...
Daß die Ehre ein wirtsibaitliiber Ma-K^fs^
''' " ' lsj I,".' ^ D. .
seit der Machtergreifung. Nur der Wi' n e r - Herstellung und unbeugsamen Ver- tre«>, >, a der deutschen Ehre durch d ev .p ü h r e r ist es zu verdanken, daß Deutschland sich trotz des Gegeifels der Juden und