Ausgabe 
(22.3.1937) Nr. 80
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Parteiamtliche ^geszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitssront Bremen

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flmtsblatt des Senats der freien kjansestadt Bremen

Monatsbezug: NM. 2.3« einschl. Zustellgebühr: durch die Post RM. 2.30 ^!«»-^«dbklk>erweisunEgebuhr.ausschl.Pvstbestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zu entrichten. Postscheck. Hamburg.172 72. Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch auf Erstattung oder Ersah. NT.-Gauberlag Weser-Ems G. m. b. H., Bremen, Teeren S/8 / Fernsprecher: 51121 und 51115.

Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Mdenburg und Dremen

Anzeigcn-Grundpreisc: Die W-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 Ps„ die 70-mm-Zeile im Texttsil 75 Pf. Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Familien-Anzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 6 (Nachlaßstassel L). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahmeschluß 16 Uhr. Sprechzeit: Dcrlag werktäglich 12-13 Uhr; Schristleitung Dienstag und Freitag I2H-I3H Uhr.

Nr. S0 / 7. Jahrgang

Montag, 22. Mär; 1SZ?

kinzelpreis 15 Npf.

Sicherer deutscher fußbalcheg über frankreich

llnssr lagssspiegel

Der englisch« Publizist Garvin setzte sich er­neut für deutsch-englischr Verständigung ei«. Die Absetzung des österreichischen Minister« Neustädter-Stürmer hat Massenriicktritte der Heimatschutzfiihrer zur Folge.

Der Gau Saarpfalz hat sich mit überwälti­gender Mehrheit für die Gemeinschaftsschule entschieden.

Das vorläufige Bremer Ergebnis der WHW.- Strahensammlung beträgt 37 500 RM.

' Die Theatergruppe der Bremer SA. spielte in Heiligenrode.

Deutschlands Futzball - Nationalmannschaften errangen bemerkenswerte Siege über Frank­reich und Luxemburg.

I« Dresden wurde die erste Gepäckmarsch- Meisterschaft der SS. durchgeführt.

Sau Saarpfah für lZemeinschastssktfule

Saarbrücken, 21. März. Der Reichskommisfar für das Saarland, Gau­leiter Bürckel, hat an den Führer am Sonn­

abendabend folgendes Telegramm gesa Führer! Besonders aktive Angriffe Gemeinschaftsschule

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unngeu, die mich «ine Abstimmung üb ober Konfessionsschule durchzu als ist das Bekenntnis zu "

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am heutigen Tag« über die Gemeinschaftsschule

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r. Berlin, 21. Mär»

Die Reichsregierung hat eine Abänderung des Reichsarbeitsdienstgesetzes vom 20. Juni 1085 be­schlossen. Danach werden in Ungleichung an die Regelung der Judenfrage bei der Wehrmacht in Zukunft Juden nicht zum Arbeitsdienst zuge­lassen, dagegen können jüdische Mischlinge in den Arbeitsdienst eintreten, ohne jedoch die Möglich­keit zu besitzen, in Führerstellungen aufzurücken.

*

Reichskulturwalter Kinkel hat in seiner Eigen­schaft als Sonderbeauftragter des Reichsnnni- Miums für Volksaufklärung und Propaganda Mr Usberwachuna der geistig und kulturell täti­ger Juden und Nichtarier im deutschen Reichs­gebiet mit Zustimmung des Reichsministeriums des Innern und des Geheimen Staatspolizei­amtes mit Wirkung vom 15. März alle christlich getauften Voll- und sogenannten Dreiviertel- luden, die bisher dem ,,Paulus-Bund" angehört haben, aus dieser Organisation ausgegliedert und ihnen anheimgestellt, die Mitgliedschaft des „jüdi­schen Kulturbundes" zu erwerben. Dem „Paulus-

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Bund" dürfen nunmehr nur noch christlich ge­taufte Mischlinge angehören.

lös 000 ftrbettsmSmier verabschiedet

Berlin, 21. März

Im Rahmen «in« Morgenfeier, die über die en Sender auch in die 1300 Lager des Ar­

beitsdienstes übertragen wurde, verabschiedete am Sonntag Reichsarbertsführer Reichsleiter Hier! 180 000 nach halbjähriger Dienstzeit ausscheidende Arbeitsmänner. Die Feier, die unter dem Leit­wert „Gelobt sei, was da hart macht" im großen Sendesaal des Funkhauses stattfand, wurde zu einer erhebenden Weihestunde. Reichsarbeits- siihrer Hier! wies die ausscheidenden Arbeits­männer darauf hin, daß sie unserm Volk nicht nur durch die Arbeit am Boden, sondern auch durch die Arbeit an sich selbst einen großen Dienst er­wiesen hätten.

Unser westlicher Nachbar 0:4 geschlagen

fußball-VolkstagiiiSlullgart

Stuttgart, 21. März.

Wie Stuttgart, die Stadt des Auslands­deutschtums, den vierten Fußball-Länderkämpf zwischen Deutschland und Frankreich vorbereitete und aufzog, war für all« Organisatoren, Aktiven und fast 75 000 Zuschauer ein Erlebnis, von bis­her nicht gekannter Art. Alle schlimmsten Be­fürchtungen wegen des schlechten Wetters — seit Freitag abend hatte es unaufhörlich geregnet — wurden am Sonntag zerstreut, als schon in den frühen Morgenstunden die Sonn« vom Himmel lachte. Die leichte Wolkenbank wurde von den schon recht warmen Strahlen fast während des ganzen Tages durchbrochen.

, Schon am Sonnabendabend glich Stuttgarts Innenstadt einem Bienenhaus. Omnibusse über Omnibusse, Hunderte von Privatwagen, trafen «in und brachten mit den ersten Sonderzügen aus dem gangen Reiche Tausende von Schlachten­bummlern in Württembergs Hauptstadt. In den Vormittagsstunden des Sonntags zogen sie in

Scharen durch die Stadt und machten ihren fuß- ballfreudigen Herzen durch Singen lustiger Volks­weisen Luft. Kurz, es herrschte der richtige Län- derspieltrubel, wie wir ihn nun schon seit Jahren immer wieder erleben, ganz gleich, ob am Rhein, an der Elbe, in Schlesien oder im Süden des Reiches.

Seit Wochen war die Stuttgarter Wolf-Hitler- Kampfbahn zwar schon gusverkauft. Trotzdem aber setzte bereits ab 8 Uhr früh der Strom zum Stadion und ins Stadion ein. Mittags gegen 13 Uhr hatten sicherlich schon 25 000 Schlachten­bummler ihr Quartier auf den Rängen aufge­schlagen. Zwei Stunden vor Beginn waren es 10 000 und eine Stunde vor Beginn waren die „himmelhoch ragenden" Ränge, die Tribünen und Sitzplätze schwarz voll Menschen. 72 000 Zuschauer harrten ungeduldig des Kampfbeginns. Vor den Toren aber bot man bis zu fünf Mark für einen Stehplatz. Auch die Ehrenloge war bereits eine halbe Stunde vor Beginn restlos besetzt. Reichs­sportführer von Tschammer und Osten begrüßte oie Gauleiter Bürckel und Murr, das wllrttem- bergisch« Ministerium mit dem Ministerpräsiden­ten Pros. Mergentaler an der Spitze, den franzö­

sischen Generalkonsul Henriet, Pros. Dr. von Arnim, den Präsidenten der Deutsch-Französischen Gesellschaft, den Fifa-Präsidenten Jules Rimet und die führenden Persönlichkeiten des Fachamts Futzball.

Endloser Beifall erschallt, als der italienische Unparteiische Barlassina, dem zu Ehren neben der Trikolore und dem Hakenkreuzbanner auch die Flagge des italienischen Imperiums von den Rängen weht, die beiden Mannschaften auf das Spielfeld führt. Er ruft die Mannschaftsführer Delfour und Szepan zur Wahl. Unter atemloser Spannung erwarten oie 22 Spieler das Zeichen zum Beginn durch Barlassina. Die Mannschaften traten sich in folgender Aufstellung gegenüber:

Frankreich:

Bigot

Urban

di Lorto

Dupuis Diagne Patzen Bourbotte Telfour Rio Nicolas Jgnace

F. Keller

Sifsling

Eellesch

Szepan Lenz

Kitzinger Goldbrunner Münzsnberg Janes Deutschland: Jakob

(Fortsetzung auf der ersten Sportseite)

Lehner

kuropüischer friede nur unter deutscher führung

-Veutsch-engttsche kegelung — der Schlüssel der weltpolMK", sagt Sarwin

London, 21. März.

Im „Observer" vertritt der bekannte englische Publizist Garvin erneut und mit großem Nach­druck oe« Standpunkt, daß ein« deutsch-englische Regelung der Schlüssel der Weltpolitik und die beste Sicherung für den Frieden Europas sei.

Deutschland und England seien durch Jahr­hunderte natürliche Verbündete gewesen, und es habe nur «inen Krieg zwischen ihnen gegeben. Eine deutsch-englische Vereinbarung nach dem Grundsatz „loben und leben lassen" würde den Frieden des größten Teiles der zivilisierten Welt auf «ine dauernde Grundlage stellen. Aber ein er­neuter Kampf um Leben und Tod würde die ganze Zivilisation erschüttern. Die ursprünglichen Ursachen des letzten Kampfes zwischen, dem deut­schen und englischen Volk seien beseitigt worden oder von der Bildfläche verschwunden. Was für neue Ursachen gebe es daher, die einen neuen Konflikt heraufbeschwören könnten? Garvin wen­det sich in diesem Zusammenhang in erster Linie gegen die These, daß England das Sowjetreich gegen Deutschland garantieren und sich mit Mos­kau in der Aufrechterhaltung des „schlechten Status quo" in Osteuropa zusammentun solle. Auch die Theorie, daß der französisch-sowjet-

russische Pakt England in einen neuen Krieg mit Deutschland hineinziehen würde, sei ungeheuerlich und unerträglich. Das heutige Räterutzland sei eine gewaltige Waffenmacht und sei sehr wohl in der Lage, seine Interessen selbst zu vertreten. Der Sowjetstaat müsse das unheilvolle Wirken der Komintern in anderen Ländern einstellen und aufhören, mit dem Feuer zu spielen. Das englische Reich dürfe auch nicht für die Tschechoslowakei oder irgendeinen anderen der Nachfolgestaaten aufs Spiel gesetzt werden.

In einigen Jahren werde man im Interesse der westeuropäischen Zivilisation ein Bollwerk und Gegengewicht nicht gegen Deutschland, son­dern gegen das Sowjetreich benötigen, das sich von der Ostsee bis zum Pazifischen Ozean erstrecke. Dieses Bollwerk könne nur durch den Neuaufbau und die Zusammenarbeit Mitteleuro­pas unter deutscher Führung geschaffen werden. England müsse eine solche Entwicklung unter­stützen. Es wäre ein Fehler und ein Verbrechen, wenn man versuchen würde, das deutsche Volk mit seiner gewaltigen Lebenskraft, zu Land oder zur See zu blockieren.

Garvin erlärte dann, daß weder die Flotlen- frage noch die Frage der Luftwaffe heute ein

Hindernis für eine deutsch-englische Vereinba­rung seien. Die alte Flottenrivalität sei tot; durch den Franko-Sowjet-Pakt sei Deutschland gezwungen worden,- seine Luftflotte auf einen Zwei-Mächte-Standard zu stellen. Das brauche aber keine Gefahr für England zu sein, das zu­sammen mit Frankreich eine größere Luftmacht ausstellen könnte als Deutschland. Auch die bel­gische Frage stelle kein Hindernis mehr dar. So­lange der Franko-Söwjet-Pakt bestehe, sei „ein neues Locarno" nicht möglich.

Adolf Hitler könne unter keinen Umständen den Franzosen eine priviligierte Sicherheit auf der einen Seite Europas zugestehen, während die besorgniserregende Entwicklung der französischen Politik die deutsche Sicherheit auf der anderen Seite bedrohe.

Der Verfasser beschäftigt sich schließlich mit der deutschen Kolonialforderung, die er als berech­tigt anerkennt. Wenn England den Frieden wünsche, dann müsse es die deutsche Kolonial­forderung positiv erwägen, und es müsse im Rahmen einer vollständigen deutschen Regelung bereit sein, Kamerun, Togo und Tanganjika an Deutschland zurückzugeben.

Vormarsch auf pndujar

Neue Erfolge der spanischen Nationalen Salamanca, 21. März.

Der nationale Heeresbericht von Sonnabend meldet, daß an der Guadalajara-Front ein bol­schewistischer Tankangriff bei Luesta de -la Rinia abgewiesen -wurde/ Ferner sind dort 200 bolsche­wistische MilizistLnner - zu den Nationalen über­gegangen. Drei bolschewistische Jagdflieger und ein Bombenflugzeug der Bolschewisten wurden abgeschossen; ein auf dem bolschewistischen Flug-

Ver Nücktritt Neustödter-Stürmers

Vesorgnis um die wettere cnttoicklung der «vefriedungsoklion" in Österreich Mastenrücktrttte der steimatschustfüstrer

Wien, 21. März.

In ihren Kommentaren' über den Wechsel im Wiener Kabinett lassen die Blätter ziemlich un- verhüllt durchblicken, daß der Rücktritt des Sicher­heitsministers Neustädter-Stürmers mit seinem Eintreten für den als Sammelpunkt der nationa­len Bewegung gedachten Deutschsozialen Volks­bund, dessen Gründung von der Regierung ver­boten wurde, zusammenhängt. Durch die llmbe- setzung in der Leitung des Sicherhertswesens, so meint z. B. die „Reichspost", werde dieses Ressort „aus der ihm unbekömmlichen Ebene politilcher Betrachtung herausgehoben und unzweckmäßigen Diskussionen wird ein Ende bereitet". Offenbar auf höhere Weisung erklären weiter die Blätter fast ausnahmslos, daß die Amtsenthebung Neu- städter-Stürmers keine Einstellung der Bemühun­gen um die nationale Befriedung bedeute. Da­bei wird auf die Rede des Bundeskanzlers vom 14- Februar hingewiesen, in der die Schaffung eines eigenen „Vefriedungsreferats" in der Vaterländischen Front angekündigt worden sei. Dre amtliche „Wiener Zeitung" teilt mit, daß oiejes Referat schon in der nächsten Zeit einge­richtet werden würde.

Aufsehenerregend erscheint die Stellungnahme oer in Linz erscheinenden „Neuen Zeit". In einer «xtra-Ausgabe, die Sonntag vormittag in Linz und in den größeren Orten Oberöfterreichs ver­

breitet wurde, bezeichnet das Blatt die Amts­enthebung Neustädter-Stürmers als entscheidend für das Schicksal der „Befriedungsaktion".

Es sei von außerordentlicher Bedeutung, so heißt es, daß es der Hetze der jüdischen Presse und den Bemühungen gewisser anderer Faktoren, die darauf ausgehen, den außenpolitischen Kurs des Bundeskanzlers abzubiegen und Oesterreich in eine andere innenpolitische Konstellation hinein­zuführen, gelungen sei, den Sturz Neustädter- Stürmers Herbeizuführen. Die weitere Entwick­lung bleibe abzuwarten. „Wir freilich glauben," so saßt die „Neue Zeit" ihre Meinung zusammen, „daß mit dem Ausscheiden des Sicherhsits- ministers, eines hervorragenden Exponenten der nationalen Befriedung, diese selbst aus das empfindlichste getroffen würbe, und daß Oester­reich schweren Zeiten entgegengeht."

Gleichzeitig mit dieser Stellungnahme meldet das Blatt, daß zahlreiche Vertreter des Heimat­schutzes auf die Nachricht vom Rücktritt Neu­städter-Stürmers ihre Aemter niedergelegt haben so der oberöstereichische Landesführer des staat­lichen Jungvolkes mit 10 Unterführern, ähnlich aber auch hervorragende Funktionäre der Arbeiterkammer, des Eewerkschaftsbundes und der Frontmiliz. In der Leitung des oberöster­reichischen Jungvolkes seien jetzt z. B. nur noch die Lhristlich-Sozialen vertreten.

Hafen Barajas bei Madrid stehendes Flugzeug wurde durch Bombenabwurf in Brand gesetzt.

Der nationale Rundfunk von Asturicn berich­tet, daß die nationalen Truppen die bolschewisti­schen Stellungen um Ooicdo stark bedrängen. Im Lause des Sonnabends haben sie die Landstraße Oviedo—Trubia mit Artillerie beschossen, so daß die bolschewistischen Banden im FrontobiMntt westlich von Oviedo fast ganz von den übrigen Stellungen der Bolschewisten abgeschnitten sind. Am Sonnabendmorgcn bombardierten nationale Flieger die bolschewistischen Befestigungen bei Trubia und richteten großen Schaden an.

Nachrichten von der Südsront besagen, daß der Vorstoß der nationalen Truppen gegen Andujar, der vor allem bezweckt, den im Kloster Santa Maria de la Cabeza belagerten nationalen Zivil- gardisten Hilfe zu bringen, weiter fortschreitet. Nach zweistündiger Beschießung und Bombardie­rung der bolschewistischen Stellungen westlich von Andujar konnte die nationale Infanterie mit Handgranaten und Bajonett die bolschewistischen Gräben stürmen und die nationale Frontlinie um ein Bedeutendes in Richtung auf Andujar vorschieben.

Wie das „Echo Le Paris" berichtet, sind in Marseille vier Eisenbahnwagen mit Munition aus Belgien eingetroffen, die auf dem Frachter „Kadjair" nach dem bolschewistischen Teil Spaniens verladen werden sollen.

Vas ist der Bolschewismus!

Ueberfall einer Kommunistenhorde aus eine evangelische Gemeinde

Paris, 21. März.

In einer Ortschaft bei Rouen in Frankreich verübte eine hundertköpsige kommunistische Bande am Sonnabend einen feigen Ueberfall auf eine evangelische Gemeinde, die sich in einem Privat­haus versammelt hatte. Die Kommunisten dran­gen zunächst in den Garten des Hauses ein und zerstörten dort alles, was sie vorfanden. Dann forderten sie durch Gebrüll die Gläubigen auf, ihr Beten sofort einzustellen. Als diese sich wei­gerten, drangen sie in das Haus ein, zerschlugen die Fensterscheiben, stahlen Wein im Keller sowie die Brieftasche eines Anwesenden und erklärten aus die Proteste eines der Mitglieder der Ge­meinde hin: „Laßt das Beten sein, und wir lassen euch im Frieden!"

lächln wurde übertönt

Selbsthilfe der Französischen Volkspartei Paris, 21. März.

Eine kleine Begebenheit zeigt, daß man in Frankreich allmählich den Mut aufbringt, dem kommunistischen Lersammlungsterror mit geeig­neten Selbsthilfemaßnahmen entgegenzutreten. Eine Versammlung der Französischen Volkspartei, die Sonnabend abend im Rathaus von St. Dcnis stattfinden sollte, war wieder einmal verboten worden. Gleichzeitig hatte die Regierung aber dem kommunistischen Senator Lachin gestattet, im gleichen Ort bei einem Festessen das Wort zu ergreifen. Erbost über diese ungleiche Behandlung stellten die Anhänger der Partei Doriots große Lautsprecher vor dem Saal, in dem der Kommu­nistenhäuptling sprechen sollte, auf. Ueber diese Lautsprecher sprach dann mit kraftvoller Stimme Doriot, so daß Eachin, überwältigt von der Laut­fülle, überhaupt nicht zu Wort kommen konnte.

Pariser Kommune bekennt sich

Paris, 21. März.

Unter großer Beteiligung der französischen Volksfront-Anhänger fanden am Sonntag die Beisetzungsfeierlichkeiten für die fünf Opfer der von den Kommunisten angezettelten Straßen- kämpfe in Clichy statt. Ein langer Zug gab durch die Pariser Straßen das Geleit. Aus der Volksmenge, die die Straßen umsäumte und zum großen Teil aus Kommunisten bestand, wurden Rufe laut nach „Einsetzung einer Sowjetherr­schaft und Aufhängung des Obersten de la Rocque".

Mussolini hat sich nach Abschluß seiner Libyen- Reise zu den großen Flottenmanövern zwischen den libyschen Gewässern und dem Tyrrhenischen Meer begeben.

Die Massenvcrhaftungcn in der Sowjetunion. Gelegentliche Andeutungen der Sowjetpresse geben über den Umfang der in der letzten Zeit vorgenommenen Massenverhaftungen immer neue Aufschlüsse. Die „Prawda" vom 20. März ver­öffentlicht u. a. die Namen von sieben Geschichts- professoren, die eine „trotzkistisch-terroristische Bande" gebildet hätten. Die „Jswestija" berich­tet, daß der Rechtsgelehrte und stellvertretende Justizkommissar Paichukanis „Schädlinqsaibeir" größten Umfangs im Justizwesen getrieben habe.

Sorge für den Werftarbetter

Aenderung der Tarifordnung — Sozial« Ver­besserungen

Berlin, 21. März.

Die sozialpolitisch« Entwicklung schreitet seit dem Inkrafttreten des Gesetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit unaufhaltsam vorwärts. Dies zeigt sich auch deutlich in der Entwicklung der Tarifordnungen. Die rn den ersten Jahren von den Treuhändern der Arbeit erlassenen Tarif­ordnungen sind in manchen Punkten heut« schon überholt und werden neu gestaltet. Der vom Reichs, und Preußischen Arbeilsminister bestellte Sondertreuhäwder für di« deutschen See- schiffswerften, Dr. Völtzer, Hamburg, hat nunmehr auch die im Jahre 1931 erlassen« Tarifordnung für die deutschen Seeschiffswersten in einigen Punkten wesentlich verbessert. Hatt« bisher z. V. «in Eefolgschaftsmitglied einen 1l r- laubsanspruch von 6 Tagen nur dann, wenn es am Stichtag (1. April) seine Warte­zeit von 8 Monaten im Betriebe erfüllt hatte, so erhalten jetzt die neu in den Betrieb eintreten­den Vefolgschaftsmitglieder ihren Urlaub auch dann, wenn sie kurz vor dem 1. April eines Jahres eingetreten sind, sobald sie di« verkürzte Wartezeit von 8 Monaten erfüllt haben. Hier­durch erhalten viele Volksgenossen Urlaub im ersten Arbeitsjahr, die bisher davon ausge­schlossen waren.

Der Sondertreuhknder hat ferner die bi^eri« gen Richtlinien für Angestellt« im MnvA- ätze umgewandelt. Die auf Jabr« gesicherte Be> chaftigung der deutschen Seeschiffswerften mal es erfreulicherweise möglich, auch dem Angest«'

Festsetzung von Mindestgehältern werden. Heute ist dies nachgeholt. Eleick auch. '

ten vervegerr worven. wnvnly orrnM oie Av- änderung der Tarifordnung noch Mindestver- gütungssatze für Lehrlinge, sowie neben anderen kleineren Verbesserungen auch eine wesentliche Verkürzung der für die Kündi­gungsfristen festgesetzten Beschäftigungs­jahre, so daß heute Eefolgschaftsmitglieder, die 10 Jahr« und mehr im Betriebe sind, eine Kün­digungsfrist von vier Wochen haben.

SenatsprSfidenl Vr. Vilnger s

Leipzig, 21. März.

Im Alter von 67 Jahren verstarb Dr. h. c. Wil­helm Vünger, Senatspräsident beim Reichsgericht i. R. Dr. Vünger, der 1870 in Elsterwerda ge­

boren wurde, gehörte seit 1911 der Reichsanwalt­schaft an. In vierjährigem Kriegsdienst an der Front erwarb er sich hohe Auszeichnungen. Von

1921 bis 1927 war er sächsischer Justizminister und von 1929 bis 1980 sächsischer Ministerpräsi­dent und Minister für Volksbildung. Im Jahre 1931 erfolgte seine Ernennung zum Senatspräsi- denten heim Reichsgericht und zum stellvertreten­den Präsidenten im Reichsdisziplinarhof. Im R e iL s t a g s b ra n d stH t e r p r o ze ß führte

Rücksicht auf seinen zum 1. April

v. sabecks khrentag

Berlin, 21. März.

Generalleutnant von Fabeck begeht am 22. März in guter körperlicher Frische die Feier der SO. Wiederkehr des Tages seines Eintritts in die Armee. Der Jubilar steht heute, zwar nicht mehr im aktiven Dienst, widmet sich aber mit größter Aufopferung den zahlreichen Aufgaben, die mit-der Fürsorge für die bedürftigen Kamera­den des Deutschen Reichskriegerbundes (Kyffhäu- serbund) sowie für ihre Witwen und Waisen verbunden sind.

Bei Beginn des Weltkrieges wurde von Fabeck, am 6. Mai 1867 in Hannover geboren, Thef der Zentralabteilung beim Chef des Generalstabes des Hauptheeres im Großen Hauptquartier. In dieser Eigenschaft lag ihm das Gesuch des da­mals im Ruhestände lebenden Generals von Hin- denburg um Wiederverwendung im Heere vor, und er machte der Obersten Heeresleitung den Vorschlag, Hindenburg die Führung der 8. Armee im Osten zu übertragen. Während des Krieges führte von Fabeck verschiedene Kommandos an der Front und nahm an zahlreichen großen Schlachten an der West- und der Ostfront teil. Nach dem Ende des Krieges übernahm er das Kommando der Reichswehrbrigade 15, wurde bald darauf Jnfanterieführer der 3. Division in Potsdam und nahm im März 1921 seinen Ab­schied. Im März 1980 wurde er in das Präsidium des Deutschen Reichskriegerbundes berufen. Der Vundesführer, Oberst Reinhardt, ernannte ihn im März 1933 zu seinem Stellvertreter in der Lei­tung der „Deutschen Krieger-Wohlfahrtsgsmein- schaft".

Ü-Zug fäkrt auf Lokomotive

Erfurt, 21. März.

Wie die Reichsbahndirektion Erfurt mittet! fuhr am Sonntagmorgen gegen 1.10 Uhr d> DfZug 19 der Strecke München-Berlin bei d- Einfahrt in den Bahnhof Probstzella im Krei Saalseld aus bisher noch nicht geklärter Ursack auf eine Lokomotive aus. Infolge scharst Bremsung des Zuges und durch den Anpro wurden 16 Reisende leicht verletzt; s konnten nach Untersuchung durch einen Arzt ih' Reise fortsetzen. Der Zugverkehr erlitt keil Unterbrechung.