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Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsstont Vremen
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Nr. 79 / 7. Jahrgang
Sonntag, 21. Mär; 19Z7
kinzelpreis >5 Npf.
kmigwnten-Stoßtrupps auf vestkl Moskaus
M rote Nevolutionslietze in stankreich
Parole: Umstur;
Berlin, 20. März.
Planmäßig und ganz systematisch legt der Bolschewismus seine Minen in Frankreich. Aus allen gebieten und mit allen Methoden betreiben die Agenten Moskaus ihre Revolutionierungshetze, die durch die Vlutnacht in der Pariser Borstadt eben erst ihre ganze Brutalität bewiesen hat.
Unser Tagesspiegel
Moskau läßt in Frankreich Emigranten zu Stoßtrupps zusammenstellen.
Der österreichische Vundesminister Neustädter- Stürmer ist zurückgetreten.
Truppsührer Schröer wurde gestern beigesetzt.
Von der „Neptun" wurde ein neues Motor- schiss in Dienst gestellt.
Zum erstenmal seit 25 Jahren findet in Vremen wieder eine Tabakeinschreibung statt.
Flüssige Bilanzwerte weisen die Norddeutsche Woll- und Kammgarn-Industrie sowie die Wollgarnsabrik Tittel L Krüger aus.
Schon am ersten Tage der 7. Reichsstraßen- sammlung fanden die Porzellan-Abzeichen in Bremen reißenden Absatz.
Die Bremer Schutzstaffel zeichnete fördernde Mitglieder mit der silbernen Ehrennadel aus.
In würdigen Feiern werden von diesem Jahre an sämtliche zur Entlassung kommenden Schulpflichtigen verabschiedet.
Moskau versäumt dabei nicht, seine spanischen Vürgerkriegsersahrungen zu verwerten und in die Taktik der Verhetzung und Umsturzvorhercitung einzusägen. So kann jetzt festgestellt werden, daß in Paris Emigranten-Stoßtrupps gesammelt und durchgebildet werden, deren Großteil sich aus ge- sliichteten roten Spaniern, besonders stark aber auch aus Marokkanern, zusammensetzt. Man schätzt die Zahl derer, die in diesen Stoßtrupps sür einen gewaltsamen Umsturz nach Weisung aus Moskau aufgeputscht werden, bereits aus 200 000 vater- landslose und mehr oder weniger verkommene Menschen.
Die Methoden ihrer Anwerbung sind die gleichen wie bei dem jüdisch-bolschewistischen Menschenhandel nach Spanien, und das Anwachsen von Kapitalverbrechen beweist, daß es auch die gleichen moralisch minderwertigen Elemente sind, die der Bolschewismus für seine Ziele der Vernichtung einspannt. Im Umkreise von Paris werden sie bei ihren kommunistischen Gesinnungsgenossen untergebracht und sind in den meisten Fällen nicht einmal polizeilich gemeldet, da die Bürgermeister dieser Orte selbst Kommunisten sind.
Vor Regierungsantritt der Volksfront bestimmte das Gesetz, daß die „oarts ck'icksvtitü" (Niederlassungserlaubnis und Polizeiausweis) nur für das Departement gilt, in welchem sie gelöst wurde. Dadurch wurde die Freizügigkeit wesentlich behindert und zugleich die polizeiliche Kontrolle leicht möglich. Daran hatten die Kommunisten aus begreiflichen Gründen kein Interesse, und daher wurde nach Regierungsantritt der Volksfront dieses Gesetz aufgehoben. Heute bezieht jeder Emigrant seine Bescheinigung, wo er will, natürlich immer dort, wo er sie durch seine Zugehörigkeit zur kommunistischen Internationale ohne Schwierigkeiten erhalten kann.
Die zugewanderten Bolschewisten werden neuerdings in den weiteren Vororten von Paris in regelrechte Kolonien zusammengefaßt. Selbst Delegierte der CGT. und anarchistischer Verbände werben für die Moskauer Vernichtungsideale, indem sie den Zugewanderten gleichzeitig Versprechungen über Niederlassung, ja Naturalisierung und damit sicheres Einkommen machen. Sofern gütliches Zureden nicht hilft, wenden die Kommunisten Gewaltmittel an.
Die Zauderer und Widerspenstigen werden durch besondere Agenten bespitzelt und durch die rein kommunistischen Arbeitsausschüsse der Syndikate aus ihren Stellungen geworfen. Es ist einleuchtend, daß die Emigranten diesem Gesinnungsterror keinen Widerstand entgegenzusetzen wagen. Auf diese Weise werden die Fremden durch Moskau für den geplanten Umsturz geworben.
Seit dem spanischen Bürgerkrieg und der damit verbundenen Zuwanderung „heldenhafter Vorkämpfer für die Moskaufreiheit" hat sich außerdeni im Süden Frankreichs ein E a n g st e r t u m breitgemacht, das große Erregung auslöst. Mit unglaublicher Frechheit werden Raubiibersälle durchgeführt, die bisher durch die Polizei nicht aufgeklärt wurden, obwohl die Täter ganz eindeutig in diesen bolschewistischen Kreisen zu suchen sind, was auch der Polizei bekannt ist.
In den letzten Wochen haben sich diese Ueber- fälle auch auf Nordfrankreich ausgedehnt. Die Ausdehnung des Verbrecherwesens in Frankreich gibt jedenfalls eine bezeichnende Illustration für die kommenden Dinge, wenn es Moskau gelingen sollte, sein Ziel zu verwirklichen. Daß durch'die ehr- und vaterlandslosen Mitläufer der Komintern gleichzeitig eine internationale Gefahr heraufbeschworen wird, wissen die Machthaber in Moskau sehr wohl; das aber ist ihre Absicht, um für ihre jüdische Weltreoolution Nutzen zu ziehen.
Wien stellt Machen auf den Kopf
Line notwenSige flnttoort auf erneute flngriffe gegen die deutsche Presse
Wien, 2l>. März.
Zu der dringend notwendigen Abwehr der achirordentlich gesteigerten Hetze der Wiener Aouleoardpresse gegen Deutschland, die mit zahlreichen Verleumdungen und Falschmeldungen geführt wurde, wird von amtlicher Seite in Wien folgende Erklärung veröffentlicht:
„Die reichsdeutsche Presse vom 18. ds Mts. richtete außerordentlich heftige Angriffe gegen einige Wiener Blätter, insbesondere gegen den „Telegraf", die „Stunde" und das „Echo". Den unmittelbaren Anlaß hierzu bot eine Falschmeldung des, „Telegraf" über eine angebliche Verhaftung des Reichspressechefs der NSDAP. Dr. Otto Dietrich. Die Aeußerungen
Vankopfee der Nation
Auch in diesem Jahre vom 10. April bis 1. Mai.
Berlin, 20. März.
Die Oberste SA.-FUHrung weist darauf hin, daß in der Zeit vom 10. April bis zum 1. Mai die Listen sür das Dankopfer der Nation wieder ausgelegt werden.
r reichsdeutschen Zeitungen, die dem Inhalt d dem Ton nach im wesentlichen ubereinstim- ;n, besagen sich aber nicht nur mit den genann- a Wiener Blättern, sondern versuchen, unter rrufung auf den vereinbarten Pressefrieden ie Verantwortlichkeit der Bundes- gieruna festzustellen. Das amtliche DNB. d zum Teil auch der reichsdeutsche Rundfunk rbreiten diese Angriffe und geben ihnen da- rch einen über die Bedeutung einer Pressepole- lk hinausgehenden Sinn. Die Politische Korre- mdenz ist ermächtigt, zu dieser Angelegenheit lgende Erklärungen zu veröffentlichen:
Die Bundesregierung mißbilligt schärfstens die irösfentlichung unwahrer Nachrichten oder ten- nziüser Artikel, die dem Geiste des Abkommens m 11. Juli widersprechen, und wünscht, daß ch dort, wo schwerwiegende Meinungsverschie- nheiten vorliegen oder eine Kritik ausge- cochen ist, der Ton ruhiger Sachlichkeit ringelten werde. Sie mißbilligt insbesondere ge- ssige persönliche Angriffe oder eine leichtfertige erbreitung von diffamierenden Falschmeldun- n, gleichgültig, welchen Rang die betroffenen -rsoncn iin öffentlichen Leben einnehmen. Das scheinen derartiger Meldungen, die aus peilen Quellen kommen, überhaupt zu verhindern, jedoch technisch unmöglich. Darüber hinaus ist sizustcllen, daß die Bundesregierung in ihren emühungcn um die Wahrung des Pressefrie- ns durch die Haltung der reichsdeutschen Presse >on seit einigen Monaten entscheidend ge- lmnit ist."
Nach dieser völligen Verdrehung der Tatsachen, rmentlich der Behauptung, daß die deutsche rege, die sich kaum mit österreichischen Ange- 'Oenheiten beschäftigt, den Anlaß zur Haltung fr Wiener Presse gegeben habe, werden in der «larung dann wertere unerhört Angriffe
gegen die deutsche Presse gerichtet, die jeder Grundlage entbehren:
„Während sich die Beschwerden von reichsdeut- scher Seite fast ausschließlich gegen Wiener Nachmittagsblätter richten, die als Boulevard-Blätter bezeichnet werden und weder mit der Bundesregierung noch mit anderen amtlichen Stellen oder mit der V. F. in Verbindung stehen, ist es im Deutschen Reiche gerade die große offiziöse deutsche Presse, die sich in Angriffen gegen Oesterreich ergeht, in ihrer artikelmößigen Berichterstattung sich fast täglich in innere Angelegenheiten Oesterreichs einmengt, oppositionelle Bestrebungen ermuntert, politische oder wirtschaftliche Schwierigkeiten übertreibt oder mit Genugtuung registriert, unerfreuliche Ereignisse, wie sie sich in aller Welt ereignen, in größter Aufmachung wiedergibt und in manchen Fällen auch vor Lüge und Verleumdung nicht zurückschreckt. Die Taktikt der führenden reichsdeutschen Blätter, deren Schreibweise die Haltung der übrigen reichsdeutschen Presse bestimmt, wiegt um so schwerer, als es im Deutschen Reich eine österreichisch freundliche, gegenüber dem Nationalsozialismus kritisch eingestellte Presse nicht gibt und nicht geben darf, während das außerordentlichtolerantePresse- regime in Oesterreich den Bestand zahl- reicher Blätter ermöglicht, die zwar in österrei- s chischen Angelegenheiten oft recht weitgehend Kri- - tik üben, aber keine Zeile veröffentlichen, die im Teutschen Reich mißfallen könne. Im Hinblick auf die krisenhafte Eesamtlage Europas, die — wie gerade von reichsdeutsche: Seite immer wieder betont wird — eine klare allgemeine Verständigung zwischen den beiden deutschen Staaten verlangt, ist es unverantwortlich, die Kampagne gegen zwei oder drei Wiener Nachmittagsblötter auf das gesamt« österreichische Presseregime auszudehnen und dadurch einen wichtigen Teil der
SowjetruWches Staatswappen
enthüllt die weltrevolutionären Ziele
Moskau, 20. März.
Das Präsidium des Zentralvollzugsausschusses der Sowjetunion hat gemäß Artikel 143 der Verfassung den Entwurf eines Staatswappens der Sowjetunion genehmigt. Mit der Genehmigung dieses Wappens bestätigen die Sowjetmachthaber erneut und in zynischer Osfenheit ihre weltrevolutionären Ziele. Auf dem Wappen ist der Erdball dargestellt, über dem sich Sichel und Hamir w kreuzen. Daneben befindet sich die kommunistische Revolutionsparole „Proletarier aller Länder vereinigt Euch!" Ueber dem Wappen steht ein fünfzackiger Stern!
*
In der Tat: Deutlicher können die weit- revolutionären und imperialistischen Ziele der bolschewistischen Machthaber des Rätebundes. nicht versinnbildlicht, werden.
Lsterreich-deutschen Beziehungen zu stören. Diese Vorgangsweise ist aber auch unverständlich, wenn man sich die Toleranz des österreichischen Presseregimes und die korrekte Schreibweise der führenden österreichischen Presse vor Augen hält. die auch in diesen Angelegenheiten stets vorbildliche Zurückhaltung bewahrt hat.
Die groß aufgezogene Beschwerde über die Nachmittagsblätter erfolgte übrigens am gleichen Tage. an dem ein österreichisches Blatt ein Debüt mitteilte, das im Deutschen Reich unbeanstandet veröffentlicht und verbreitet werden konnte und zu den rohesten Geschehnissen gehört, die je gegen Oesterreich gerichtet wurden. Das österreichische Presseregime ist nach wie vor auf die Herstellung eines wahren Pressefriedens bedacht und immer bereit, seinen Teil dazu beizutragen. Es ist jedoch nicht geneigt, die betont unfreundliche Haltung der reichsdeutschen Presse, auch zugelassener Blätter, widerspruchslos zur Kenntnis zu nehmen, Einschiichterungsversuchen nachzugeben und einseitige Zugeständnisse zu machen."
H
Hierzu schreibt die deutsche diplomatische Korrespondenz: Schon seit längerer Zeit mußte die Beobachtung gemacht werden, daß ein großer Teil der österreichischen Presse sich — ungeachtet der Abmachungen vom 11. Juli — dazu hergab, ihre Leserschaft ungünstig gegen das Reich zu beeinflussen, offenbar um damit die auf eine erfreuliche Basis gestellten guten Beziehungen zwischen beiden Staaten zu stören. Von deutscher Seite würden, obwohl zweifellos System in diesem Treiben lag und sich hinter dieser Kampagne die erbittertsten Gegner der Abmachungen vom 11. Juli versteckten, jene Elaborate im allgemeinen stillschweigend hingenommen. Erst die immer massiveren Versuche der letzten Zeit, nicht nur an irgendwelchen Einzeloor- gängen im öffentlichen Leben Deutschlands Kritik zu üben, sondern seine politische Zielsetzung als solche auch vor dem Ausland zu verdächtigen und herabzuwürdigen, haben zu den erforderlichen Antworten in der deutschen Presse geführt.
Um so eigenartiger muß es daher erscheinen, wenn von österreichischer Seite nunmehr der Versuch gemacht wird, die Verantwortung für die Störung des Pressefriedens in erster Linie der reichsdeutschen Presse zuzuschieben und die Ausfälle der österreichischen Presse zu bagatellisieren. Zunächst dürfte davon auszugehen sein, daß die österreichischen Belange in der reichsdeutschen Presse ganz naturgemäß nur einen relativ geringen Raum einnehmen können, während die reichsdeutschen Angelegenheiten in der österreichischen Presse in unvergleichlich breitester Form behandelt zu werden pflegen. Wobei weiter festzustellen ist, daß dies meist keineswegs in einem positiven Geist geschieht, sondern daß eine Reihe von innerdeutschen Fragen ständig i n polemischer Form und offenbar ohne jedeSorge'um die.Rückwirkungen aufgegriffen werden. Man hat dabei häufig den Eindruck, daß die Sprache der Wiener und der Präger Blätter kaum noch einen Unterschied ausweisen.
(Fortsetzung auf Seit? 2)
Der One« in Tripolis. Das srsts Lilck vom Knkentüalt blassolinis in-Tripolis. Vor cksw Duos sisdt man Lingsborsns mit Oiktorsnbnnäsln, äsn 8/mbolon äss lpssctiismus. skresss-III. Uotkmaun
cie-r
ösroi-gmsLS clsr Osuisclisri in Oksrsclilssisn
.* Bremen, 21. März
Der Ablauf des besonderen Minderheitenschutz-Abkommens für Oberschlesien am 15. Juli ü. Is. veranlaßt, einen Teil der polnischen Presse, sich jetzt schon mit der Frage der künftigen Behandlung der Deutschen in Oberschlesien zu befassen.
Wir bedauern aufs tiefste, daß dabei Stimmen laut werden, welche die restlose Enteignung und Ausweisung der Deutschen in. Schlesien verlangen,' Stimmen, die damit nicht allein gegen das Empfinden der allgemeinen Menschlichkeit, sondern darüber hinaus noch gegen das gute deutsch-polnische Freundschaftsverhältnis verstoßen. Außerdem scheinen die chauvinistischen Zeitungen Polens, die an ihre Regierung solche ungerechtfertigte Forderungen stellen, sich nicht darüber im klaren zu sein, daß Enteignungen und Ausweisungen von Deutschen aus Ost- Oberschlesien auch nach Ablauf des besonderen Minderheiten-Schutzabkommens als Teil der sogenannten Genfer Oberschlesien-Kon- vention rechtlich nicht zulässig sind.
Es laufen am 15. Juli 1937 nicht die Bestimmungen der gesamten Konvention, sondern lediglich wesentliche Teile dieser Konvention ab und zu den nicht- ablaufenden Bestimmungen gehören wenigstens einige Schutzbestimmungen für die Minderheiten, so diejenige über erworbene Rechte in dem in Frage kommenden Gebiete und diejenige, die der von Polen stets erstrebten Agrarreform, deren Kernstück auf die Enteignung der Teutschen hinauslaufen sollte, entgegenstehen.
Es laufen dagegen ab die in den Ueber- gangsvorschriften festgelegten Einzelheiten über die bürgerlichen und staatsbllrger- lichen Rechte, über das Schulwesen der Minderheiten und die Bestimmung, daß die vom Erziehungsberechtigten angegebene Sprache der Kinder nicht bestritten werden darf. Es laufen ferner ab eine Reihe wirtschaftlicher Schutzbestimmungen, z. B. die eines zollfreien Warenverkehrs für bestimmte Erzeugnisse und die der Erleichterungen für die Ausfuhr von Erzeugnissen, welche.im anderen Gebiete unentbehrlich sind. Also immerhin genügend Bestimmungen, deren künftige: Nichtbeachtung tiefgreifende Veränderungen in der ohnehin nicht rosigen Lage der Deutschen in Oberschlesien herausführen können.
Die Klagen des Deutschtums im Polen, insbesondere in Ost-Oberschlesien, sind ohnehin,
seitdem Ost-L)berschlesien polnischer Hoheitsgebiet, würde, nie verstummt und die Sorgen der Deutschen, daß nach Ablauf des besonderen .Minderheiten-Abkommens der Willkür gegen die Minderheiten, in- Polen Tür und Tor geöffnet sein konnten, sind, nicht zuletzt durch die oben angeführten'chauvinistischen Zeitungsstimmen, aufs höchste gestiegen. Vor allem ist es der West verband (früher Westmarkenverem), der in letzter Zeit durch seine maßlosen Forderungen an die polnische Regierung und Drohungen gegen die Deutschen in Oberschlesien eine ungeheuerliche Beunruhigung der heute zur wahren Not- gemeinschaft gewordenen deutschen Minderheitsgruppen in Polen verursacht hat.
Bekannt sind ja die -Forderungen des Westverbandes in seiner im November v. Is. stattgefundenen Kattowitzer Tagung auf weitere Niederlegung. deutscher Existenzen in Handel und Handwerk und auf Aufteilung des deutschen Großgrundbesitzes in Ober- schlesien. Der „Kattowitzer Zeitung" entnehmen wir die Klage, daß es nach dem 15. Juli für Deutsche in Polen kein Brot mehr geben werde und daß erst die Aufgabe des deutschen Bekenntnisses wieder Aussicht auf Arbeit eröffnen würde. Demgegenüber appellieren wir an die Loyalität der polnischen Regierung und sprechen die Erwartung aus, daß entsprechend dem Geiste des deutsch-polnischen Freundschaftsvertra- ges, dem dieser Tage erst Gauleiter Wagner auf einer Tagung der Provinzialräte von Hinter- und Oberschlesien in Breslau Ausdruck gab. auch nach dem Ablauf des besonderen . Minderheitenschutzabkommens für Oberschlesien die Deutschen in Oberschlesien zumindest keine nachteiligere Behandlung erfahren werden als bisher und daß sich die deutsche Minderheit in O st - O b e r s ch l e- sien — ebenso wie die polnische Minderheit in West-Oberschlesien — auch nach dem 16. Juli politische, wirtschaftliche und kulturelle Sicherheit genießen kann.
Wir können nicht glauben, daß die polnische Regierung die Deutschen Ost-Ober- schlesiens ihrer Existenzgrundlage berauben möchte und wir üntersä-eiden durchaus zwischen dem, was eine vom Westverband chauvinistisch beeinflußte Presse heute schreibt und dem, was in Wirklichkeit nach -Ablauf des Minderheitenschutz-Abkommens der Fall sein wird. Es ist das deutsch-polnische Freundschaftsverhältnis sowohl sür die zunächst be-