Ausgabe 
(18.3.1937) Nr. 76
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parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtendlatt der Veutschen flrbeitsfront Lremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmtsdlatt des Senats der freien Hansestadt Vremen

Monatsbezug: RM. 2,30 einschl. Zustellgebühr: durch die Post RM. 2.3V ^ ^^dirUberweisung3gebuhr ausschl. Postbestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zu entrichten. Postscheck: Hamburg 1,272. Betriebsstörungen begründen keinenAnspruch aus Erstattung oder Ersatz. NS.-Sauverlag Weser-Eins G. m. b. H., Bremen, G-eren 6/8 / Fernsprecher: 811 21 und 81118.

Vas amtliche Verkiindungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

Anzeigcn-Grundpreise: Die 22-mm-ZeiIe im Anzeigenteil 12 Pf., die 70-mm-Zeile im Textteil 75 Pf. Ermäßigte Grundpreise lsür kleine Familien-Anzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 6 (Nachlaßstafsel c). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr Annahmeschluß 16 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr-, Schristleitung Dienstag und Freitag >2^ -13^ Uhr.

Nc. / 7. Jahrgang

domierstag, 18. März 1S57

kinzelpreis 15 Npf.

koter Mob raste in einem Pariser Voran

Unser lagesspiegel

In Paris-Tlichy kam es zu einer Straßen- Ichlacht zwischen Polizei und Kommunisten, die fünf Tote und über 300 Verletzte forderte. Aus den früheren französischen Botschaster in Rom, Chambrun, wurde in Paris ein Revol­veranschlag verübt.

Wie jetzt bekannt wird, haben die spanischen Bolschewisten vor einiger Zeit Frankreich und England ein schamloses Angebot unter­breitet.

Der Führer besichtigte die AusstellungDas deutsche Bühnenbild".

Der Tparwille der bremische» Bevölkerung liegt erheblich über Neichsdurchschnitt.

Die Bremer Dollar-Anleihe kann nach dem Urteil des Reichsgerichts zum abgewerteten Kurse zurückgezahlt werden.

Die SA.-Eruppe Nordsee errichtet auf Schlag Etelsen eine SA.-Fllhrerschule. Werkscharbannführer Stark berichtet in der BZ." über Aufgaben und Organisation der Werkscharen in Bremen.

LIi

der sichrer

in der flusstellungVas deutsche Sichnenbild"

Berlin, 17. März.

Der Führer besuchte Mittwoch in Begleitung von Reichsminister Dr. Goebbels die Aus­stellungDas deutsche Bühnenbild" im Haus der Kunst am Königsplatz und verweilte längere Zeit in der Ausstellung. Der Leiter der Ausstellung, Reichsbühnenbildner Venno von Arent und der Reichsbeauftragte für künstlerische Form­gebung, Pros. Schweitzer, empfingen den Führer und übernähmen die Führung durch die Ausstellung, die einen interessanten und lehr­reichen Einblick in das Schaffen unserer Bühnen­bildner gibt.

lruppfülirer Schröer gestorben

Ein weiterer Blutzeuge des Gaues Essen i-ä. Essen, 18. März

2n der Nacht zum 16. März starb der SA.- TiupMhrer Alfred Schröer vom Sturm 3/88 an den am 26. Juli 1932 erlittenen Schußver- letzungen. Schröer trat im Jahre 1931 der Be­wegung Lei. Als im Juli 1932 ein SA.-Trupp bei der Flugblattverteilung von kommunistischen Mordbanden aus dem Hinterhalt beschossen wurde, erlitt Schröer einen lebensgefährlichen Lungenschutz und einen Beinschuß. Zwei seiner Kameraden erlitten ebenfalls Schußverletzungen, wahrend einer von ihnen mit einem Beil übel zugerichtet wurde. Als Täter wurden sechs Kom­munisten, vorbestrafte kriminelle Subjekte, ver­haftet. Schröer konnte von seinen schweren Ver­letzungen nicht mehr geheilt werden. Nach vier- einhalbjährigem Ringen mit dem Tode ist Schröer nun als Blutzeuge und Märtyrer der Bewegung zur Standarte Horst Wessels abberufen worden.

Neichsbankdirektor kjasse s

Berlin, 17. März.

Am 16. März verschied nach kurzer schwerer Krankheit das Mitglied des Reichsbankdirek- toriums Reichsbankdirektor Ernst Hasse im 62. Lebensjahr.

Reichsbankdirektor Hasse war aus dem Beam­tenstab der Reichsbank hervorgegangen. Seine Laufbahn bei der Reichsbank begann im Jahre 1909 in Hannover und führte ihn dann an ver­schiedene Bankanstalten Süd- und Ostdeutsch­lands: 1912 kam er als Vankoorstand nach Ber­lin-Schöneberg. In den Jahren 1929 bis 1926 war er als Referent beim Reichsbankdirektorium tätig und übernahm anschließend die Leitung der Reichsbankhauptstelle Hamburg. Bei Aus­bruch der Bankenkrise 1931 wurde Reichsbank­direktor Hasse wieder zur Mitarbeit im Reichs­bankdirektorium nach Berlin berufen und hat an den schwiermen und mühevollen Arbeiten zur Wiederherstellung der deutschen Kreditwirtschaft maßgeblichen Anteil genommen. 2m Jahre 1933 erfolgte seine Ernennung zum Mitglied des Reichsbankdirektoriums. In dieser Eigenschaft be­treute Hasse hauptsächlich das Kreditdezernat. Er war Vorsitzender des Aufsichtsrats der Discont- Co. AE. und Mitglied des Aufsichtsrates der Bank für deutsche Jndustrieobligationen sowie der Deutschen Gelddiskontbank. Ferner gehörte er dem Kreditausschuß der Deutschen Eentral-Ge- nossenschaftskasse an.

Vr. öoebbels ktirenbürger von Saarbrücken

Berlin, 17. März.

Eine Ratsabordnung der Stadt Saarbrücken, die unter Führung ihres Oberbürgermeisters, Kreisleiter Dürrzel, erschienen war, über­reichte Mittwoch Reichsminister Dr. Goebbels «n Ehrenbürgerbrief ihrer Stadt. Dr. Goebbels, der die Grüße der Saarbrücker Be­völkerung und ein wertvolles Kunstgeschenk ent­gegennahm, brachte in herzlichen Worten des Dankes zum Ausdruck, daß es ihm eine besondere Freude zei, diese hohe Ehrung anzunehmen, als er sich in gemeinsamer Erinnerung an den Ab- nnnmungskampf mit dem ins Reich heimgekehr- ren «aarvolk besonders herzlich verbunden fühle.

Sttaßenschlacht forderte S lote und M Verletzte

slzorez" Saal gehl auf

vlums kabinettschef unter den verletzten

Paris, 17. März.

In Paris kam es Dienstag in den späten Abendstunden zu schweren Zusammenstößen zwischen Polizei und Mobilgarde einerseits und Kommunisten und Marxisten andererseits. Aus beiden Seiten wurde von der Schußwaffe Ge­brauch gemacht. Als nach Mitternacht die Ruhe einigermaßen wiederhergestellt war, zählte man sünf Tote und etwa 360 Verletzte, darunter eine Anzahl Schwerverletzter. Unter den Schwerver­letzten befindet sich auch der Kabinettschef des französischen Ministerpräsidenten, der Schüsse in die Brust und ins Bein erhalten hat.

Die ehemaligenFeuerkreuzler" des Obersten de. la Rocque, jetzt zur Sozialpartei zusammen­geschlossen, hielten Dienstag in den Abendstunden in einem Lichtspielhaus im Vorort Clichy eine Versammlung ab. Polizei und Mobilgarde hatten einen umfangreichen Ordnungsdienst' eingerichtet und das Lichtspieltheater in weitem Umkreis ab­gesperrt, um allen Zwischenfällen vorzubeugen. Nichtsdestoweniger wollten mehrere hundert Kom­munisten und Marxisten in unmittelbarer Nähe des Theaters eine Eegenkundgebung ver­anstalten. Die. Menge wuchs immer mehr an. Bald waren es mehrere tausend Anhänger der Linksparteien, die versuchten, zu dem Theater vorzudringen. Um dies zu verhindern, ging die Polizei zum Gegenangriff vor.

Dies war das Signal für die Kommunisten und Marxisten, sich zum regelrechten Straßen- kamps vorzubereiten. Das Straßenpslaster wurde aufgerissen,' die eisernen Schutzgitter an den Bäumen wurden gewaltsam entfernt und als Wurfgeschosse gegen die Polizeibeamten benutzt.

Darauf sielen auch die ersten Schüsse von feiten der Kundgebcr, so daß die Polizei ebensalls von der Schußwaffe Gebrauch machte. Immer wieder gingen Mobilgarde und die Polizei zum Gegen­angriff über, um die Kundgeber zu zerstreuen, von denen einige die Gelegenheit ausnutzten, die umliegenden Geschäfte zu plündern. Erst nach Mitternacht gelang es der Polizei, das Straßen- viertel zu räumen und die Kundgeber endgültig zurückzudrängen.

Auf feiten der Hüter der Ordnung sind zwei Tote und zahlreiche Verletzte zu beklagen. Die übrigen Toten und der größte Teil der Ver­wundeten zählen zu den linksgerichteten Kund- gebern. Gegen 1 Uhr war die Ruhe einiger­maßen wiederhergestellt. Die Zahl der Kund­geber dürfte etwa 6090 betragen haben. Die gesamte Pariser Polizei liegt in Alarmbereit­schaft.

Auch in dem Pariser Vorort Asniers hielt die französische Sozialpartei eine Zusammenkunft ab, die ebenfalls von mehreren hundert Kom­munisten gestört wurde. Auch hier mußte die Polizei eingreifen und mit äußerster Schärfe

Nevolveranfchlag auf tlzambrun

Paris, 17. März.

Auf den früheren französischen Botschafter in Rom, Chambrun, ist am Mittwoch am Pariser Nordbahnhof ein Revolveranschlag verübt wor­den und zwar wurde von einer Frau, die sofort verhaftet werden konnte, ein Schuß abgegeben. Chambrun wurde schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht. Die Gründe des Anschlages sind bisher nicht bekannt.

gegen die Kundgeber vorgehen, wobei es 23 Ver­letzte gab.

Es ist festgestellt worden, daß sich neben zahl­reichen kommunistischen Abgeordneten auch der berüchtigte kommunistische Hetzer Thorez auf den Kampsschauplatz in Clichy begeben hat und dort mit dem Rushervor mit den Ärbeitermilizen" empfangen wurde.

In .kommunistischen Kreisen sprach man am Mittwoch bereits offen von der Möglichkeit der Ausrufung eines Generalstreiks. Minister­präsident Blum hatte Mittwoch vormittag Be­sprechungen mit dem Generalsekretär der kom­munistischen Partei, Thorez, und anderen Kom­munisten, die sich auf die Zwischenfälle in Clichy bezogen.

Die politische Seite der Unruhen kommt vor allem in den Berichten desPetit Parisien" und desParis Midi" zum Ausdruck. In den Leiden Blättern heißt es, daß die kommunistischen An­führer ihren Anhang nicht mehr in der Hand gehabt oder absichtlich der politischen Leidenschaft freien Lauf gelassen hätten. Auch finden sich in den beiden Blättern bemerkenswerte Angaben über die feindselige Haltung der Kundgeber gegen den marxistischen Innenminister Dormoy. Nach demPetit Parisien" gingen den Straßenkämpfen Verhandlungen zwischen dem Ordnungsdienst und der Polizeipräfektur sowie den marxistischen Ge­meindebehörden von Clichy voraus. Die Polizei­behörde wollte den versammelten Kommunisten einen Straßenumzug erlauben unter der Voraus­setzung, daß er nicht auf näher als 209 Meter an das Lichtspielhaus herankomme, in dem Mit­glieder der Sozialpartei einer unpolitischen Film­vorführung beiwohnten. Als diese Erlaubnis den Kundgeber» auf dem Rathausplatz mitgeteilt wurde, waren diese sehr enttäuscht und begannen, gegen den Ordnungsdienst vorzu­gehen. /Fortsetzung auf.Seite 2)

Schamloses stngebot der volschewWn

Scharfe gblelimmg durch das nationale Spanien

Salamanca, 17. März.

Die spanische nationale Presse veröffentlicht in großer Aufmachung ein Dokument mit dem Datum vom 9. Februar, das der sogenannte Außenminister" der bolschewistischen Macht­haber, Alvarez del Vayo, den Vertretern Eng­lands und Frankreichs im Völkerbund anläßlich der letzten Ratssitzung überreicht hat. In dem Dokument wird eine aktive Zusammenarbeit hin­sichtlich derspanischen Aubenpolitik" mit Eng­land und Frankreich vorgeschlagen, zu welchem Zweck die bolschewistischen Machthaber bereit wären, die Interessen der beiden Großmächte soweit wie irgend möglich zu berücksichtigen. Ebenso wären sie bereit, zusammen mit England und Frankreich die Möglichkeit einer Aenderung der augenblicklichen gebietsmäßigen Verhältnisse

in Marokko zu untersuchen (!), wobei eine solche Aenderung ausschließlich England und Frankreich zugute kommen sollte. Die bolschewistischen Macht­haber seien der Meinung, daß eine territoriale Neugestaltung in Spanisch-Marokko die inter­nationalen Schwierigkeiten beseitigen könnte. Sollten die englische und die französische Regie­rung diese Vorschläge aufnehmen, so wären sie auch verantwortlich für die Ergreifung irgend­welcher Mittel zur Verhinderung eines deutsch- italienischen Schrittes (!).

Im nationalen Spanien hat das schamlose An­gebot. der Bolschewisten große Entrüstung erregt. Es wird als glatter Verrat der spanischen In­teressen angesehen, wobei insbesondere die Ab­sicht der Abtretung Spanisch-Marokkos aufs energischste zurückgewiesen wird.

London, 17. März.

Reuter bestätigt, daß eine derartige Note tat­sächlich am 9. Februar Eden und Delbos vom sogenanntenAußenminister" der bolschewistischen Machthaber in Genf übergeben worden ist. Die britische Regierung habe hierauf Valencia nicht geantwortet, da der Vorschlag nicht einen Augen­blick weder von der britischen noch von der fran­zösischen Regierung erwogen worden sei.

Wenn das Angebot der spanischen Roten wegen ihrer völligen Ohnmacht auch ohne jede realpolitische Bedeutung ist, so kenn­zeichnet es doch um so eindringlicher die Niedertracht und Schamlosigkeit der bolsche­wistischen Agenten.

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Höllische fluslese

Von

vr. IValter Kroü

I-sitsr ckss Rssssnpolitisoben Wortes äsr WOK?.

Der Nationalsozialismus geht davon aus, daß alle wirkliche Leistung an erbliche und rassische Werte gebunden ist. Er sieht also bei der Be­urteilung jedes Volksgenossen auf das Vorhanden­sein oder das Fehlen erblicherWerte, trifft demnach Entscheidungen und Urteile nicht wie die verflossene Zeit nach den rein persönlichen Fähig­keiten, wozu etwa auch die Bildung gehört, son­dern möglichst nach dem Gesamtbild der erblichen und rassischen Kräfte. Ueber das Wesen dieser Beurteilung nach rassischen und erbbiologischen Gesichtspunkten besteht nun offenbar in weiten Kreisen noch eine recht unklare Vorstellung, wie zahlreiche Anfragen und Zuschriften an mein Amt beweisen.

Zunächst muß festgestellt werden, daß die Unter­suchung und Begutachtung des einzelnen keineswegs immer ausreicht, um über seinen Erb- und Rassenwert zuverlässigen Aufschluß zu erhalten. Wohl gibt es eine Anzahl Krankheiten (dazu gehören z. B. die im Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses aufgeführten), deren Feststellung ausreicht, um gleichzeitig die erbliche Belastung festzustellen, denn diese Krankheiten sind eben erblich, und ihr Auftreten ist in zedem Einzelfall Ausdruck der erblichen Belastung. Darüber hinaus aber sind wirklich zuverlässige Aussagen über den erblichen und rassischen Wert eines einzelnen nur möglich, wenn uns zugleich Feststellungen über die ganze Sippe zur Verfügung stehen. Nur die Kenntnis aller Glieder der Sippe setzt uns in den Stand, bei dem einzelnen Sippenangehörigen ein sicheres Urteil über seine erblichen Qualitäten auszusprechen. Es ist deshalb falsch, Untersuchungen am Einzel­menschen, auch wenn sie bewußt auf Vorhanden­sein oder Fehlen erblicher Belastung fahnden, als erbbiologische Untersuchungen" zu bezeichnen.

Eine zweite viel gestellte Frage betrifft die Maßstäbe, nach denen im einzelnen bei rassischer und erbbiologischer Auslese bewertet wird. Wann ist jemanderbtaugli ch", wann nicht? Wann bewertet man ihn aus Grund etwa einer um­fassenden Untersuchung auch der ganzen Sippe als hochwertig, wann fällt man negative Urteile?

Auf diese Frage ist eine Antwort nicht mög­lich, weil die Frage falsch gestellt ist. Die Maß­stäbe und die Normen unserer Bewertung sind verschieden, je nach dem Zweck,' für den im ein­zelnen Fall die Auslöse getroffen wird. Genau so waren und sind ja auch die rein individuellen Anforderungen an Wissen und Ausbildung ver­schieden je nach dem Beruf, und wer hochge­schraubten Ansprüchen eines bestimmten Löbens- göbietes nicht genügt, der kann trotzdem auf einem anderen Gebiet voll brauchbar und aus­reichend leistungsfähig sein.

Genau so sind auch unsere rassischen Maßstäbe und Anforderungen verschieden je nach dem Zweck, dem die Auslöse dienen soll. Zwei Bei­spiele, eines von der negativen und eines von der positiven Seite der praktischen Auslöse im Volk, sollen das kurz erläutern.

Die gröbste Form der Auslese stellen die Maßnahmen auf Grund des Gösetzes zur Ver­hütung erbkranken Nachwuchses dar. Sie trennen zwischen solchen Volksgenossen, denen der Staat die Fortpflanzung gestattet und denen, denen sie im Interesse det Volksgemeinschaft und ihrer selbst versagt werden mutz. Das Gesetz zählt die einzelnen Krankheiten und Belastungen auf, bei deren Vorliegen die Fortpflanzung unter allen Umständen untragbar ist, weil die Vererbung der Krankheit oder Belastung auf die Nach­kommen mit höchster Wahrscheinlichkeit vorausge­sagt werden kann. Trotzdem hängt auch hier, wie z. B. der im Gesetz genannte schwere erbliche Schwachsinn zeigt, die Entscheidung von dem Maßstab ab, nach dem man Erträglichkeit und Unerträglichkeit einer Belastung erblicher Art beurteilt.

Ich entsinne mich eines wissenschaftlichen Kon­gresses. der vor einigen Jahren im Ausland statt­fand und auf dem über die Sterilisterung des Schwachsinns lang und breit gesprochen wurde. Damals vertrat man von feiten einiger kapita- listisch-liberalistischer Länder den Standpunkt, daß das Vorhandensein von Schwachsinnigen in be­stimmtem Ausmaß für Volk und Wirtschaft nicht nur unschädlich, sondern sogar nützlich sei. Denn die Schwachsinnigen stellten billige und anspruchs­lose Arbeitskräfte, die gerade für mechanisch? Ar­beit sehr bequem seien, und sie seien als Arbeit­nehmer wie als Staatsuntertanen eben auf Grund ihres Schwachsinns eine bequeme und friedliche Menschengruppe.

Es ist selbstverständlich, daß für den National­sozialismus eine solche Einstellung unmöglich ist: sie läßt ja jedes Gefühl für die Würde des Men­schen sede kulturelle Bewertung und jeden Willen zu einer wirklichen Volksgemeinschaft völlig ver­armen und geht von einem eiskalten rechnerischen kapitalistischen Standpunkt aus. Für den national- ioziolistifchcn Standpunkt ist selbstverständlich, daß wir von einer .Bewährung im Leben" nur dort sprechen können, wo über das bloße Hinveqetieren hinaus eine wirkliche Teilnahme am Leben und an der Nation vorhanden ist, und als Maßstab eine solche Bewährung muß meines Trachtens verlangt werden, daß die geistigen Kräfte für -üe Erfüllung der Wehrpflicht beim Mann und für die Aufzucht brauchbarer Kinder bei der Frau ausreichen: dabei ist selbstverständlich, daß uns hier als mebrpflicht- fähig nicht die blöde Karrikatur des Rekruten der Witzblätter vorschwebt, sondern der Mann, der den schweren Anforderungen des hochent-