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(28.2.1937) Nr. 58
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Parteiamtliche Tageszeitung

Hachrichtenblatt der Deutschen flrbeitssront Dremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtsblaN des Senats der freien kjansestadt Dremen

Nr. SS / 7. Jahrgang

Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstatttjalters in Oldenburg und Vremen

Anzeigen-Grundpreise: Die W-mm-Zetle im Anzeigenteil 12 Ps., die 70-nirn-ZeUe im Textteil 75 Ps. Ermäßigte Grundpreise (für kleine fsamilien-Anzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 6 (Nachlaßstasssl L). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-IS Uhr; Schristleitung Dienstag und Freitag 12)4-I3>4 Uhr.

Sonntag, 2S. sebruar 1SS?

kinzelpreis 15 Npf.

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Unser lagvsspivgvl

I« Spanien sind SO 900 umherirrende Kinder dem Hungertod preisgegeben.

Der amerikanische Senator Pittman gab be­merkenswerte Erklärungen zur Lusitania- Katastrophe.

Die Transitgebiihren im Panama-Kanal-Ver- kehr sollen ermäßigt werden.

Gauleiter Bohle erläßt einen Aufruf an die Ausländsdeutschen.

Der Auhenhandelsumfang der außereuropä- ichen Staaten ist im vierten Vierteljahr 1930 um 11 Prozent gestiegen.

Seit 1933 haben die Einzelhandelsumsätze im Reich« eine Steigerung «m 39 Prozent er­fahren.

Die Leipziger Messe öffnet heute ihre Pforten. Von der Deschimag wurde ein neuer Dampfer- antrieb konstruiert.

Der neu eingerichtete Dampfer „General von Steuben" des NDL. hat seine erste diesjährige Ausreise angetreten.

Eine neue Regelung im Schulwesen fördert besonders begabte Schulkinder.

Die letzte Reichsstragensammlung in diesem Winter wird im Zeichen der Kunstharz- Margerite stehen.

Kreisleiter Blanke und Kreiswirtschasts- berater Dr. Reimers rufen die Haushalte zur Sammlung von Alt- und Abfallstoffen auf.

über eine balbe Million mebr

Der beste Beschiiftigungsstand nach dem Kriege übertroffen

Berlin, 27. Februar.

In der Nachkriegszeit und vor der national­sozialistischen Machtübernahme gab es in Deutsch­land eine wirtschaftliche Scheinblüte, die Mletz- lick in die schwerste je erlebte Wirtjchaftskrlje einmündete. Die höchste Zahl der Beschälten in der Zeit der Scheinblüte war 1929 erreicht wor­den. Dann kamen wir zu jener entsetzlichen Ar­beitslosigkeit. die der Führer 1983 vorfand und durch organische Aufbaumatznahmen ,n einer Weise bekämpfte, die auf der ganzen Welt Be­wunderung erregte.

Wie gewaltig die bisherigen Erfolge der Ar­beitsschlacht find, ergibt sich aus einer Bilanz der Arbeitslosenversicherung, die die Reichsanstalt be­kanntgibt. Nach eingehender Darstellung des statistischen Materials wild MMiezend festge­stellt daß durch die unermüdliche zähe Aufbau­arbeit auch im Jahre 1936 ^ weiterer

großer Erfolg erkämpft werden .konnte 1373 054 Volksgenossen wurden im Laufe des Jahres 1936 der Arbeitslosigkeit entrissen.

Die Zahl der Beschäftigten lag am Schlusse des Jahres 1936 um fast eine halbe Million ub" dem Stand von Ende Dezember 1929, dem Jahr der besten Beschäftigung nach dem Errege. Am Schlich des ersten Vierlahresplanes standen S)4 Millionen Arbeiter und Angestellte mHrin Arbeit und Verdienst als am Tage der Macht- Übernahme durch den Führer.

Ausgleich der Kinderloslen

Anweisung des Reichsarbeitsministers für die Krankenversicherung

«erlin. 27. Februar.

ienausgleichs stellt ein wriag sministers an die Nachgeordneten Be­iden Ausgleich der Kinderlasten m nversicherung dar. Der Minister be- Förderung der erbgefunden deutfch- ,derreichen Familien als eme der

bevölkerungspolitischen Aufgaben des

ieichsversicherungsordnung gaben den

.n die Möglichkeit, die Familien- im Umfang des sachlichen Bedurf- wäbren Die Pflichtleistungen konnten leiitunaen wirksam erweitert werden, nis nach Mehrleistungen bestehe bei i Versicherten ohne weiteres m hohe- s>ei kinderarmen oder kinderlosen Als Gebiete die für die besondere uZ de^ F-milienlasten der Kinder- Setracht kommen, nennt der Min,

ld, das Sterbegeld, das Kranken- u

'ionelti befriedigt

Mailand.' 27. Februar.

. schilidert der Prästdent

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1 ? Auch^über die A undden Ar- richte?sichin Worten höchster Be-

Sft. und Zenttaloeklao der NSftftp. orovollett

staafe weiß von nichts

(Drabtbsriobt nvssrsr Lsrlivsr Lcbriktlsitvvg)

r. Berlin, 27. Februar.

Der „Völkische Beobachter" beschäftigt sich mit dem seltsamen Verhalten eines bayerischen Re­gierungsrats und schreibt u. a.: „Am Pranger stehen der Regierungsrat »om Bezirksamt Mies- bach, Dr. Hermann von Wehner, wohnhaft in Egern am Tegernsee, und sein Rechtsanwalt Dr. H. A. Ziegelhoefer, wohnhaft in München. Diese beiden haben ernsthaft den Versuch unternommen, die SA. und den Zentralverlag der NSDAP. zu provozieren.

Ausgangspunkt dieser Provokation ist das Buch von SA.-Oberführer Hans Zöberlein „Der Befehl des Gewissens", wo es auf Seite 658 und 659 ini Rahmen einer zeitgeschichtlichen Darstellung der Jahre 1920 bis 1923 heißt: „Aus dem bayerischen Zentrum ist schon vor dem Krieg ein Jude als Kultusminister hervorgegangen: der Wehner."

Diese Bemerkung fällt in ein Zwiegespräch, das der Aufklärung des Volkes über die Rolle der getauften Juden dient. Die Feststellung stützt sich auf eine Wahlbroschüre, die der „Simplizisfi-

mus"-Verlag im Jahre 1906 herausgegeben hat und die der bekannte bayerische Volksschriftsteller Ludwig Thoma verfaßt hat. In dieser Wahl­broschüre, die heute 31 Jahre alt und bisher von keiner Seite angefochten worden ist, schildert Ludwig Thoma in herzerfrischender Weise, wie aus dem Juden SamuelEedaljoWiener, geboren im Jahre 1851 in Kornneuburg, unter der Assistenz des Franziskanerpaters Anton am 13. Juni 1872, am Tage des heiligen Antonius von Padua, ein gewisser Anton Wehner hervor­gezaubert wurde. Seine Frömmigkeit war so fanatisch, daß er bald Bezirksamtsassessor, De­zernent zur Wahrung der künstlerischen Interessen im bayerischen Ministerium und später bayeri­scher Kulturminister wurde, der selbstverständlich auch noch in den erblichen Adelsstand erhoben wurde. Soweit die Darstellung Ludwig Thomas, auf die sich Hans Zöberlein stützte.

Der Sohn des bayerischen Kultusministers, der Regierungsrat Hermann von Wehner, fühlte sich nun durch diese Festellung über die jüdische Herkunft seines Vaters im Zöberlein- Vuch beleidigt, verpflichtete sich den Rechtsanwalt Dr. Ziegelhoefer, und dieser hatte die

Frechheit, beim Landgericht München I eine einst­weilige Verfügung zu beantragen, nach der der Roman „Der Befehl des Gewissens" nicht mehr verkauft werdendürfe und zu be­schlagnahmen sei. Für jedes verkaufte Exemplar verlangte Ziegelhoefer eine Geldstrafe von 509 RM. oder Haftstrafe bis zu 6 Monaten Gefäng­nis. Das macht bei 20 000 verkauften Exemplaren eine Geldstrafe von 10 Millionen RM. oder für den Verlagsdirektor des Zentral-Parteiverlages eine Haststrafe von 10 000 Jahren aus.

Der Vollständigkeit halber bemerken wir noch, daß die Zivilkammer des Münchener Landgerichts die einstweilige Verfügung selbstverständlich nicht erlassen hat. „Der SA.-Mann", das Organ der Obersten SA.-Führung, das gleichzeitig zu diesem Fall eingehend Stellung nimmt, gibt der Erwar­tung Ausdruck, daß sich die Anwaltskammer sür den Oberlandesgerichtsbezirk Herrn Ziegelhoefer etwas näher ansehen wird. Das bayerische Innen­ministerium hat bereits den Negierungsrat Wch- ner vorläufig oom Amt suspendiert und wird ihm Gelegenheit geben, vor nationalsozialistischen Disziplinarrichtern — ohne Ziegelhoefer! — den Versuch einer Rechtfertigung seines unerhörten Verhaltens zu machen."

„Vetrieb der Segenwart - betrieb der Zukunft"

Aufgaben, Sie «Schönheit Ver Arbeit erfüllt — fabriken als tlbfekte künstlerischen Sestaltungswillens ks geht nicht um Äußerlichkeiten!

kleieliMmtsIeitei' Lroksssor Albert 8fiese Leiter des Amtes „Schönheit der Arbeit"

Der Begriff „Schön­heit der Arbeit" ist heute bereits zu einem so wirksamen und le­bendigen Faktor im deutschen Arbeitsleben geworden,daß es schwer fällt zu glauben, daß seit der Gründung des Amtes erst drei Jahre verstrichen sind. In der ersten Zeit war die Wirksamkeit des Amtes zwangsläufig darauf gerichtet, aus den verwahr­losten und vernachlässigten Betrieben mit eiser­nem Besen den gröbsten Schmutz hinauszukehren. Es war selbstverständlich, daß in einer Zeit, die jede Arbeit als Last und Fluch empfand, nie­mand auf den Gedanken kommen konnte, die Um­welt dieser Arbeit schön zu gestalten. Die we­nigen Betriebe, die eine rühmliche Ausnahme bildeten, konnten nichts daran ändern, daß sich im Bewußtsein der Schassenden der Begriff der Fabrik mit der Vorstellung von freudloser Müh­sal, von Schmutz und Minderwertigkeit verband. Ebenso selbstverständlich war es. daß die natio­

nalsozialistische Bewegung, die die Arbeit zum E h r en dien st an der Nation erklärte und dem Arbeiter seine -Ehre und Würde wiedergab, auch den Begriff der „Schönheit der Ar­beit" prägte. Dieser Begriff ist heute zum Symbol einer freudig bejahenden Einstel­lung zur Arbeit geworden. Wer sich diese Einstel­lung zu eigen gemacht hat, wer in diesem Geist lebt und schafft, wird auch das selbstverständliche Verlangen haben, seine Ärbeitsumwelt so schön und würdig wie möglich zu gestalten.

Es muß immer wieder betont werden, daß die „Schönheit der Arbeit" kein Akt betrieblicher Ra­tionalisierung oder wohlbedachter Reklame ist, der mit der Zahlung einer bestimmten Summe er­ledigt werden kann, sondern daß sie eine ständige Verpflichtung an die Gefolgschaft ist. Wenn wir schöne Betriebsbauten und Arbeitsstätten ver­langen, so sind sie für uns nur der äußere Ausdruck einer inneren Haltung.

So wie ein minderwertiger Mensch dadurch nicht besser wird, daß er — um die anderen zu täuschen — sich sorgfältig kleidet und frisiert und auf die Korrektheit seines Benehmens achtet, so wird auch ein schlechter Betrieb noch nicht zur mustergültigen Arbeitsstätte, wenn man ihn mit Fahnen und Girlanden schmückt und seine Fassade ausbessert. Es geht nicht um Aeutzerlichkeiten, sondern um ein neues Verhältnis zwischen Be­triebssichrer und Gefolgschaft, der Schaffenden I untereinander und um ein neues, positives Ver- I hältnis zur Arbeit selbst.

Die praktische Tätigkeit des Amtes „Schön­heit der Arbeit" liefert täglich neue Beispiele, mit wie erstaunlich geringen Mitteln sich Ver­besserungen durchführen lassen, wenn nur auf seilen der Vetriebsführung wie der Gefolgschaft der Wille vorhanden ist, ihre gemeinsame all­tägliche Umwelt schöner zu gestalten. Dieser Wille wird allmählich zur stärksten treibenden Kraft in der Verwirklichung eines neuen Gesichts der deut­schen Arbeitsstätten und zugleich zur besten Ge­währ dafür, daß die Entwicklung auch für die Zukunft die gleiche Richtung beibehalten wird. Denn weit wichtiger als die Errichtung einzelner Parade-bauten ist die allgemeine Vegriffs- Wandlung, die den Gedanken „Schönheit der Arbeit" zu einer allgemein verpflichtenden selbst­verständlichen Forderung werden läßt und da­durch zur Keimzelle einer künftigen lebendigen Tradition der Arbeitsfreude und Arbeits­gemeinschaft.

Die bisherigen Aufklärungsfeldzüge des Amtes waren im wesentlichen darauf ausgerichtet, die Betriebsführer, Vetriebswalter und anderen ver­antwortlichen Mitarbeiter im Betriebe mit den Errungenschaften der modernen Technik aus dem Gebiete guter Beleuchtung, Lärmminderung, Meckmäßiger Installation usw. in ausreichendem Maße bekannt zu machen. Es war notwendig, die Erfahrungen und Erkenntnisse der Wissenschaftler und Techniker endlich einmal der Praxis nutzbar zu machen, die bis dahin von den Erfolgen dieser stillen Laboratoriumsarbeit nur allzu wenig ge­spürt hatte, weil es sowohl an einer einheit­lichen Idee und Ausrichtung, wie an einer Or­ganisation gefehlt hatte, um all diese theoretischen Erkenntnisse praktisch zu verwirklichen. Auch für die Zukunft ergibt sich eine Reihe weiterer wich­tiger Aufgaben auf diesem Gebiet.

Gerade jetzt führt das Amt einen Aufklärungs­feldzug „Saubere Menschen imsaube- ren Betrieb" durch, dessen wesentlichstes Ziel es ist, eine hygienisch einwandfreie und betriebs­technisch zweckmäßige Einrichtung der Wasch­anlagen in den Betrieben zu erreichen, und als nächste Maßnahme dieser Art ist ein Äufklä- rungsfeldzug für gute Lüftung vor­gesehen, der nicht nur die Betriebe erfassen wird, sondern darüber hinaus alle Räume, in denen sich Menschen in großer Anzahl versammeln.

Ueber die weltanschauliche Ausrichtung und tech­nische Aufklärung hinaus rückt allmählich immer brennender die Frage der künstlerischen Betriebsgestaltung in den Vordergrund.. Dem in Architektenkreisen früher weit verbreite-' ten und heute nicht mehr tragbaren Aberglau­ben, der nur in der Errichtung von Schlossern und Museen lohnende künstlerische Ausgaben er­blickte, die Fabriken dagegen als Bauten min­deren Wertes betrachtete, haben wir den Grund­satz entgegengestellt, daß der Betrieb als Stätte des stärksten und schöpferischsten Lebens ein min­destens ebenso wichtiges Objekt künstlerischen Ee- ' staltungswillens darstellt.

Formulierungen über zukünftige Stilgesetze bei Vetriebsbauten zu suchen, wäre eine nutzlose Be­schäftigung. Unsere Aufgabe ist vielmehr, die auch auf diesem Eestaltungsgebiet vorhandenen wert­vollen Ansätze zu erkennen und dafür zu sorgen, daß die weitere Entwicklung in natürlichen, unserem' Wesen und unserer Zeit entsprechenden Bahnen verläuft. Eins einheitliche Ausrichtung ist zwangsläufig durch die Einheitlichkeit unserer Weltanschauung gegeben. ' Der gleiche Geist, der die Entwicklung unseres politischen, sozialen und kulturellen Lebens bestimmt, weist auch der architektonischen Behandlung der Betriebsbauten die Richtung.

Jedenfalls sind heute, im nationalsozialistischen Deutschland, auch diele Fragen aus der Sphäre privater Interessen und Einsichten herausgehoben. Die Verschandelung des Gesichtes unserer Heimat durch häßliche lieblose Fabrikbauten kann nicht mehr geduldet werden.

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s>ie britl-mben KiiinmiMinsignieii kai- äsn 12. Kai 1937. Kur die Iwmmundsn Krömirigsksisr Imblcsitsn in Kovdon werden äio kostbaren Kriinungsinsignisv vc>m Ton-.-,- sur tVsstminsivr idtev iibsr--skiil>rt. — lln.-ere Aasammenstc-Nung -migt oben van links naeii rmlils.- via 8t KVIusrOskronc- (Krone van Lnglnnil). ckis Ütaatskrnne Ons Itritisvgvn Imgnrivms, gjc, Kaissrkrons von Inckisn. Unten von links nacli rscirts: ven Knpk Oes kostbaren Königlieben

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Vlockadegedanken

Sowjetflotte unter See!

* Bremen, 28. Februar 1937.

Wenn in der Nacht vom 6. März genau um die mitternächtliche Stunde der Vier- mächteplan für die Flottenüberwachung an den spanischen Küsten in die Tat umgesetzt wird, tritt eine Maßnahme in Kraft, die rein theoretisch gesehen imstande sein . mutzte, den Kampf des nationalen Spaniens gegen den in Teilen des spanischen Volks- börpers eingenisteten Bolschewismus endlich einmal zu einer rein spanischen Ange­legenheit zu machen.

Wir sagen „rein theoretisch gesehen" und bekunden damit ohne weiteres unseren Zweifel an der praktischen Verwirk­lichung der zur Sicherung des europäischen Friedens höchst bedeutsamen Aktion. Denn nicht nur die Weigerung Rußlands an sich, an der Blockade teilzunehmen, macht stutzig, sondern vielmehr noch die wirklich faden­scheinige Begründung, es sei für die russi­schen Seeleute die Biscaya zu stürmisch und das spanische Küstengebiet sür Rußland zu entlegen, um eine Teilnahme Sowjetruß­lands an der Blockade zu rechtfertigen. Was soll das heißen?

Will man in Moskau der Welt einreden, die russische Flotte sei so wenig leistungs­fähig, daß sie nur mit der russischen Küste als Basis und bei nicht allzu unruhiger See aktionsfähig sei? So weit wir davon ent­fernt sind, auf gelegentlich recht dicke Groß­sprechereien Moskauer Machthaber hinein­zufallen, so weit schd wir — und auch wohl die übrigen europäischen Mächte — davon entfernt, die russischen Streitkräfte zur See

— übrigens ebensowenig wie die zu Lande und die in der Lust — gering zu achten. Und wenn man gerade jetzt in Moskau beflissen ist, der Welt glauben zu machen, daß die russische Flotte etwa bloß zu Parcrdezwecken tauglich sei, so sagen wir in Deutschland uns, daß dahinter ein besonderer Trick verborgen ist. Ihn zu ergründen dürfte der europäischen Sicherheit dienlich sein.

Es ist hierbei ohne Zweifel von der für uns feststehenden Tatsache auszugehen, daß Rußland bei aller scheinbaren Bereitwillig­keit, dem Grundsatz der Nichteinmischung in Spanien zu entsprechen, insgeheim unter gar keinen Umständen sich mit einer Nie­derlage der Roten in Spanien abfinden will. Diese Niederlage aber steht, heute nach dem furchtbaren Zusammenbruch der bol­schewistischen Offensive auf Ovledo fester denn je, wenn die Roten von außen her keinen Zuzug an Waffen und Mannschaften mehr erhalten werden. Darum sinnt Ruß­land wohl auf etwas anderes, womit es seinen Schützlingen in Spanien — und man kann wohl sagen, seinen Beauftragten — zu Hilfe kommen könnte.

An der Blockade teilzunehmen, wo Gene­ral Francos Truppen Zufuhren von außen her erhalten könnten, — aber keine er­halten, weil die dem nationalen Spanien wohlgesinnten Mächte korrekt an den Ab­machungen der Nichteinmischung festhalten,

— konnte Moskau nicht gefallen. Hätte man der russischen Flotte den Abschnitt anver­traut, wo es darum geht, den Roten die Zufuhren abzuschneiden, — man hätte den Bock zum Gärtner gemacht — dann würden wotzl russische Kriegsschiffe aller Entfernung von der russischen Küste und allen stürmischen Seen zum Trotz an der spanischen Küste er­schienen sein. Immerhin, Rußland besitzt außer Kreuzern und großen Kriegsschiffen auch noch U-Boote — und nicht wenige.

Unseres Erachtens gerade zur rechten Zeit hat soeben das englische Blatt „Daily Tele­graph" der Welt die ungeheure U-Boots- rllstung Sowjetrußlands in Erinnerung ge­bracht und dargetan, daß Moskau die stärkste U-Boot-Flotte der Welt besitzt; eine U-Boot-FIotte, die mit über 150 großen U-Booten an der Zahl jedes Ausmaß dessen .übertrifft, was man selbst den größten Staaten zur Verteidigung zubilligen kann W i e aktiv aber die russischen U-Boote sind, weiß man aus den Erfahrungen, die in der letzten Zeit mit dem Erscheinen solcher Boote an der schwedischen und norwegischen Küste gemacht worden sind. Wundern müßte man sich nur, wenn die russischen U-Boote nicht noch einen viel größeren Bewegungskreis besäßen, als derjenige ist, der hier zutage trat. Es ist nicht allzu weit für große U- Boote vom Schwarzen Meer bis an die spa­nische Küste!

Man mutz den Machthabern in Moskau alles zutrauen. Europa in Brand zu stecken — womöglich noch so, daß niemand den Brandstifter erkennt und zuletzt eine europäische Macht das Unheil auf die andere schiebt — das wäre wohl so recht nach Mos<i