Ausgabe 
(27.2.1937) Nr. 57
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parteiamtliche Tageszeitung

pachnchtenblatt der Deutschen sirbeitsfront Bremen

der Nationalsozialisten Bremens

Amtsblatt des Senats der Freien kjanfestadt Vremen

Nr. 57 / 7 . Zalirgang

Das amtliche Derkündungsblatt des Beichsstatchalters in Oldenburg und Bremer»

Slnzcigcn-Grundprcist: Die 22-mm-ZeiIe im Anzeigenteil ISPs., die 70-mm-Zeile im Textteil 7S Ps. Ermäßigte Grundpreise (sür kleine ssamilien-Anzeigcn u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 6 (Nachlaßstalsel Lt. Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschlutz Ik llhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr; Schristleitung Dienstag und Freitag 12)4-13)4 Uhr.

Sonnabend, 27 . Februar 1957

kinzelpreis 15 Npf.

Note faline bei stamöfischer Iruppenparade

Unser lagesspiegel

Der Führer gab dem frühere» Bundesrat Schultheh gegenüber Erklärungen zur Neu­tralität der Schweiz ab.

In der Sowjetunion wurde wieder ein Reichs­deutscher verhaftet.

Sowjetrutzland baut, wie jetzt bekannt wird, in jedem Monat ein neues U-Boot.

Die Arbeitsvermittlung nahm im Januar einen lebhaften Aufschwung.

Der Auhenhandel mit der Türkei dehnt sich stark aus.

Korpsführer Hühnlein stiftete sür besonders zuverlässige Meister des Krastsahrzeughand- werkes den „Meisterschild des Korpsführers". Aus der letzten Sitzung des Nautischen Ver­eins zu Bremen wurde die überlegene Sicher­heit der Maierform-Schisse hervorgehoben. Der bremische Staat hat das Gebäude der früheren Danat-Vank gekauft.

Eine bremische Import-Firma lieh eine 2nn- kers-Maschine nach Australien starten.

In Bremen findet die Musterung für die SS.-Verfügungstruppe am 8. März statt.

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„Me Schweiz europiilsch notwendig"

Erklärungen -es Führers

Bern, 26.. Februar.

Wie die Schweizerische Depeschenägentur mel­det, wurde Freitag im Bundesrat bekanntgegeben, datz Reichskanzler Hitler in Berlin gelegentlich einer Antetredung mit dem früheren Bundesrat Schulthetz in sehr bestimmter Form und mit großer Energie Erklärungen über das Verhältnis zur Schweiz abgegeben habe, die sich folgender­maßen zusammenfassen lassen:

„Der Bestand der Schweiz ist eine europäische Notwendigkeit. Wir wünschen mit ihr als gute Nachbarn im besten Einvernehmen zu leben und uns mit ihr in allen Dingen loyal zu ver­ständigen. Als ich in meiner jüngsten Reichstags­rede von der Neutralität zweier Länder sprach, habe ich die Schweiz absichtlich nicht erwähnt, weil ihre hergebrachte, von ihr geübte und von den Mächten, auch von uns, immer anerkannte Neutralität in keiner Weise in Frage steht. Zu jeder Zeit, komme was da wolle, werden wir die Unverletzlichkeit und Neutralität der Schweiz respektieren. Das sage ich Ihnen mit aller Be­stimmtheit. Noch nie habe ich Anlaß zu einer anderen Auffassung gegeben." Der Bundesrat hat mit Genugtuung von diesen Erklärungen Kenntnis genommen.

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Mit den Erklärungen des Führers wird das Gerede ausländischer Hetzer über angeb­liche „Durchmarsch-pläne Deutschlands" als das angeprangert, was alle Einsichtigen und Besonnenen von Anfang an in ihm erkann­ten, nämlich als ein verbrecherisches Manö­ver zur Erschütterung des europäischen Frie­dens. Auch dieser Anschlag ist mißglückt!

Vom sükrer ausgezeichnet

Berlin, 26. Februar.

Der Führer und Reichskanzler hat folgende Auszeichnungen verliehen: s.) die Rettungs­medaille am Bande: dem Leutnant Max Hop- mann in Höxter i. W., dein Hilfsarbeiter Helmut Jordan in Stolberg im Rheinland, dem Swdien- rat i. R. Friedrich Löwenstein in Dutten (RHId.), dem Postboten Josef Ortlieb m Ratzenried Kr Wangen, dem Major (E) Wwldemar Radeke rn Karlsruhe in Baden,, dem Landwirt Adelbert Schmidle in Eottenheim; b) .die Medaille für Rettung aus Gefahr: dem Schüler Karl Beodina in Vechta, dem Schüler Horst BEermann in Mittelheim, Rheingaukrers. der Maschrnenarbeiterin Elli E Dessen, g . Masch in Lübeck, der schu-lemn Kacharma Deyer- ling in Rosenheim i. B dem Wertztatt^rerber Fritz Düricki in Sinnonshofen in Bayern, dem Oberqefreittn Willi Gregor in Ludwigslust bem Unteroffizier Erich Hampe m Berlin-Lichter,elde Heeresfeuerwerkerschule, dem Hauptlehrer Karl Maas in Eottenheim AB. Freibnrg uBd Bauführer Georg Nähr in Munchaurach m Bayern, dem Mechanikerlehrlmg P°ul Nlrk in Ludwigsburq in Württemberg, demMaurerleh^

ling August Ohm in Ruhle, Kr Holzminden^de

Gefreiten Erich Pottschien m Juterbog, dem boranten Franz Treptow m Aachen dem Maurer

lehrling Hans Wagner in

Sachsen, dem Signalmaat M,red Walluka m

Wilhelmshaven.

Zusammenarbeit VVM.-kVISt.

Berlin, 26. Februar.

' Um ein reibungsloses Zus°^(A?bett-gemÄ- schen dem BDM. und der ANSI (Aroensg^

schaft Nationalsozralrstricher S ,

NSDStV.) im R°hm°n der den b°-?en^wiw derungen vom Führer gestell « s^tz^nten- gewüh'rleisten. find d ^es

die für sämtliche unterstellten Dienst,reuen bindlich sind.

Schlag gegen den eigenen vundesgenolsen

öeneralangriff aus strmee und Kolonien

(bllZsnsr vrabtbsriobt äsr „82.")

rä. Amsterdam, 26. Februar

Alle Anzeichen deuten daraus hin, datz Moskau das Signal zu einem neuen bolschewistischen Generalangriff auf Frankreich gegeben hat. Das Ziel ist auch diesmal in erster Linie die Armee, während in zweiter Linie die Propaganda in den Kolonien mit allen Mitteln verstärkt wer­den soll.

Was das letztere anbelangt, so sind hie ersten Erfolge inzwischen schon eingetreten. In Algerien ist es am Freitag zu ernsten Zusammenstößen zwischen kommunistischen Aufwieglern und der Bevölkerung gekommen, bei denen ein Europäer getötet wurde. Bei Zusammenstößen zwischen den Aufwieglern und Polizeikräften mutzte von der Waffe Gebrauch gemacht werden. Als eine weitere Fvlge der bolschewistischen Aktivität ist auch die Streikwelle in Frankreich wieder im Anschwellen.

Geradezu sensationelle Einzelheiten über die neue bolschewistische Erotzoffensive weiß das hol­

ländische Blatt „Maasbode" -u berichten. Das Blatt schreibt, datz der Entschluß Moskaus, die bolschewistische Weltpropaganda vor allem in Frankreich mit größter Aktivität wieder aufzu­nehmen, vor allkm darauf zurückzuführen sei, datz Stalin selbst befürchte, die „trotzkistische Opposi­tion" nehme ihm sonst dei der Ausführung der bolschewistischen Weltrevolutionspläne den Wind aus den Segeln. Der Angriff sei in Frankreich angesetzt worden, weil man dort zurzeit die ver­wundbarste Stelle Europas sehe. Die bolschewi­stische Taktik ziele dabei in erster Linie auf eine Zersetzung der französischen Armee ab. Im Ee- neralstab herrsche schon zunehmende Nervosität.

Die marxistischen Negierungsmitglieder hätten es bereits fertiggebracht, bah zwischen dem Kriegsministerium und dem Ecneralstab eine autzerordentliche Spannung bestehe. In der Festung Epinal nahm ein General eine Truppenparade ab, an der auch eine Abordnung der „Volksfront" unter Leitung des Präfekten teilnahm: beim Vor­beimarsch entfaltete zur peinlichen Ueberraschung der Offiziere die erste Truppe der Volksfront- abteilung plötzlich eine rote Fahne. Der Präfekt machte dem Kriegsministerium Mitteilung von dem Borsall, und das Ergebnis war, datz der General, der sich gegen die Entfaltung der roten

Fahne auf dem Paradeplatz gewandt hatte, ver­abschiedet wurde! Das holländische Blatt berichtet noch von einem weiteren Vorfall: Der stellver­tretende Chef des Eeneralstabes hatte aus sicherer Quelle erfahren, datz man kommunistischerseits plane, die Kasernen von Generalen zu „säubern". In Anwesenheit seines Vorgesetzten veranlaßte der höhere Ossizier entsprechende Maßnahmen. Das Kriegsministerium zeigte sich über dieses „eigenmächtige" Vorgehen jedoch stark entrüstet!!

In Paris befindet sich auch die kommunistische Zentrale für die Hetzarbeit in den französischen Kolonien, in deren Dienst besonders die Inter­nationale Rote Hilfe steht. Der Leiter dieser Propaganda ist der Kommunist Casa. Moskau finanziert die Propaganda in den französischen Kolonien mit einem Betrag von 756 060 Fran­ken. Zur Ausbildung der Kolonial-Agitatoren wurden besondere Schulen eingerichtet; die Agitatoren beziehen für ihre Tätigkeit monatlich 1206 Franken. Die Zentralen der kommunisti­schen Verseuchung in den Kolonien selbst sind Algier und Oran. Auch in Jndochina sind ge­fährliche Herde kommunistischer Aufruhr-Propa­ganda angelegt. Frankreich, so schließt der „Maasbode" seine höchst aufschlußreichen Mit­teilungen. mit Recht, mutz seine Bundesgenossen- schaft mit der Sowjetunion teuer bezahlen!

Jettieb vn begenwart - betrieb der Zukunft'

0er Werkscharmann Vorbttd und sreund des deutschen flrbeiters

Vorleben, was erforderlich ist

Von

Obsrstvsrkscliarkübrsr Lobnsiäsr

Vor zwei Jahren noch unbekannt, haben sich die Werkscharen in die­ser kurzen Zeit zu einem Faktor innerhalb der Deutschen Arbeits­front entwickelt, der überall aufmerken ließ: darüber hinaus finden sie auch in ausländi­schen Kreisen stärkste Beachtung. Allerdings sind die Anschauungen über Werkscharen im Ausland zum Teil

außerordentlich verschieden. Man kann es

eben nicht verstehen, datz sich in Deutschland in den Betrieben Menschen zusammenfinden, die nicht nur bestrebt sind. ihren Mitarbeitern ein Vor­bild zu sein, sondern die gleichzeitig die Kame­radschaft der Gemeinschaft gegenüber pflegen.

Die junge Formation der Werkschar stand bis­her in der NSG. „Kraft durch Freude". Ihre Aufgaben haben sich aber gerade im letzten hal­ben Jahr derart erweitert, daß sie nunmehr auf Grund einer Anordnung von Dr. Ley aus der NSG. „Kraft durch Freude" herausgenommen und zum Hauptarbeitsgebiet innerhalb der Deutschen Arbeitsfront erklärt wurden.

Die Aufgabe der Werkscharen beruht im wesent­lichen darauf, als aktivistische. junge, kämpferische Einsatztruppe im Betrieb die Aufgaben und An­forderungen, die von den einzelnen Aemtern der Deutschen Arbeitsfront an die Betriebe heran­getragen worden, im geschlossenen Einsatz einer gleichmäßigen Lösung zuzuführen. Um ein Bei­

spiel herauszugreifen: Wenn jetzt das Reichs­amt „Schönheit der Arbeit" einen Aufklärungs­feldzug „Saubere Menschen im sauberen Be­trieb" in ganz Deutschland durchführt, so sind es die Werkscharen, die dieser Parole durch ihren schlagkräftigen Einsatz in den Betrieben einen durchschlagenden Erfolg sichern. Ueberall, wo im Rahmen eines Gaues oder im ganzen Reichs­gebiet Aktionen durch die einzelnen Dienststellen der DAF. durchgeführt werden, wird die Werk­schar als geschlossene Formation durch ihren einheitlich ausgerichteten Einsatz den Erfolg dieser Aktion sicherstellen helfen. Das Arbeitsfeld der Werkscharen ist ausschließ­lich der Betrieb, die Vetriebsgemeinschaft.

Die Wevkschar baut sich auf zwei Gliederungen der Partei auf, die besonders in den Jahren des Kampfes mit an erster Stelle dazu beitrugen, daß in den deutschen Betrieben die Idee Adolf Hitlers Wurzeln schlug. Das sind die NSBO. und die SA. Zwischen Stabschef Lutz« und Dr. Ley ist unlängst ein Abkommen getroffen worden, das die engste Zusammenarbeit zwischen SA. und Werk­schar gewährleistet. Die NSBO. tritt als Stamm- mannschaft zu den Werkscharen und bildet somit den Grundstock für die Arbeit im Betrieb, denn die Erfahrung und Kampfkraft der alten NSBO., die sie sich in den Jahren des Kampfes erworben hat, mutz den Werkscharen zugute kommen.

Die Organisation der Werkscharen ist genau der der NSDAP. gleichgerichtet. Die Werkschar im Betrieb ist gleich der Ortsgruppe der Partei: mehrere Werkscharen sind in der Kreiswerkschar- führung zusammengefaßt, die ihren Sitz im Ort des Kreises der Partei hat; an der Spitze mehrerer Kreiswerkscharführungen steht die Gau- werkscharfiihrung. die ihren Sitz am Ort der Gau- waltung der Partei hat; und die einzelnen Gau- werkscharfllhrungen sind wiederum der Rsichswerk- scharfllhrung unterstellt.

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Unsere Arbeit in diesem Jahr..wird es nun sein, die Werkscharmänner zu vorbildlichen V e r u f s k a m e r a d e n zu erziehen. Sie sollen in den Betrieben das Vorbild sein für die ge­samte Gefolgschaft. Ihre Haltung und ihr Leben sollen bewirken, datz immer nationalsozialistischer Geist in deutschen Betrieben herrscht. Die Werk­schar mutz in stets erneutem Einsatz mit dazu bei­tragen, datz im Betrieb vernünftige Ar­beitsbedingungen herrschen, datz der Be­trieb nach außen hin ein Gesicht erhält, das ihn als eine nationalsozialistische Arbeitsstätte kenn­zeichnet, und die Werkschar mutz als höchstes Ziel erstreben, datz in den Betrieben eine Kame­radschaft herrscht, die durch nichts zu erschüt­tern ist.

Die Idee der Werkscharen kann natürlich nur zur Wirklichkeit werden, wenn charakterlich feste Menschen ihre Träger sind. Solche cha­rakterlich besonders festen Menschen können nicht herangezogen werden, sie sind da und es gilt nur, sie für ihre Aufgaben bereitzumachen und Menschen begründet. Der Werkscharführer mutz rassischen Gesichtspunkten als auch nach rein menschlichen Eigenschaften.

Wer Führer auswählen und sie für bestimmte Aufgaben einsetzen will, mutz viel Menschenkennt­nis besitzen; denn das Führertum liegt im Menschen begründet. Der Werkschauführer mutz nicht nur mit dem Verstand, sondern auch mit dem Herzen bei der Sache sein. Er mutz ganz in seiner Aufgabe stehen, mutz sich ihr innerlich verschrieben haben. Die Erziehung unserer Werk- scharmänner geschieht nach dem Grundsatz der Ehre und' Kameradschaft. Dieser Grundsatz kann. niemals durch Befehle seinen lebendigen Inhalt bekommen, sondern nur durch das Vorbild des Führers, dessen Fähigkeit, Werk­scharmänner durch Kameradschaft zu erziehen, eine Frage der Werkscharen überhaupt ist.

Werkscharmann sein, heißt also nichts anderes als Pflichten auf. sich nehmen. Bei ihm wird nicht danach gefragt, ob er seine Pflicht tut, son­dern wie er sie tut. Sein Einsatz in den Be­trieben ist der Kampf für jeden Arbeits­kameraden. Der Werkscharmann ist der beste und verläßlichste Freund eines jeden Arbeits­kameraden im Betrieb.

wieder leblzafte flrbeitsoermittlmrg

Berlin, 26. Februar.

Obwohl der Januar unter dem Einfluß der Kälte in den Autzenbsrufen noch eine Zunahme der winterlichen Arbeitslosigkeit brachte, stellt der Bericht der Reichsanstalt über die Bermittlungs­tätigkeit der Arbeitsämter fest, datz die Abgänge an Ärbeitsgesuchen schon im Dezember ihren winterlichen Tiefstand erreicht zu haben scheinen. Trotz der Kälte erhöhte sich im Januar die Zahl der Abgänge um 83 000 auf 575 000. Die Tat­sache, datz sich die jahreszeitlich bis Ende Dezem­ber abwärts gerichtete Kurve der Abgänge b e - reits im Januar wieder aufwärts wendet, ist recht bemerkenswert.

Der stärkere Abgang an Arbeitsgesuchen war neben der Wiederaufnahme der durch die Kälte unterbrochenen Arbeiten vor allem auch durch ein stärkeresAngebotanosfenenStellen möglich. Einem Zugang von 601 000 offenen Stel­len im Dezember stand, ein solcher von 656 000 im Januar gegenüber. Trotz der Zunahme der Ar­beitslosen im Winter ergaben sich für die Ver­mittlung in gewissen Berufen sogar Schwierig­keiten, was auch in dem erhöhten Restbestand von 134 000 offenen Stellen (im Vormonat nur 105 000) zum Ausdruck kommt. Besonders stark war diese Zunahme der offenen Stellen bei der- Landwirtschaft. Die Zahl der Vermittlungen lag im Januar mit 561 000 bereits um 22 000 über dem Dezember.

Sst. und Kultur

Von

S^.-Obsrsturmduvnkübrsr püilipps

Wille und Möglichkeit der SA., Kulturarbeit zu leisten, ihr absolutes Recht auf diese Ve- tätigung und die uneingeschränkte eindeutige innere Uebereinstimmung der Arbeitsträger in den einzelnen Gliederungen: Das sind die drei Dinge, die sich im Verlauf der drei Arbeitstage des SA.-Kulturkreises und der Eruppenreferenten für Weltanschauung und Kultur unter Leitung von Sturmhauptführer Herme! herausgestellt haben.

Nach der Machtübernahme wurde von manchem fälschlicherweise geglaubt, der SA. müßte nach Eroberung der äußeren Macht im Staat durch die Partei ein neues Aufgabengebiet zugewiesen werden. Auch heute fehlt es noch nicht an solchen, die die tiefe Innerlichkeit der der SA. anver­trauten ewigen Aufgabe nicht begriffen haben oder nicht begreifen wollen. Sie können oder wollen nicht verstehen, warum sich ausgerechnet diese kämpferische Gliederung der Bewegung mit kulturellen Dingen befaßt. Diese Leute suchen krampfhaft nach neuen Aufgaben für die SA. Und das Aufgabengebiet liegt doch so nah!

Wäre die nationalsozialistische Revolution beim äußerlichen Umschwung stehengeblieben, ihr Schick­sal wäre das aller rein politischen Bewegungen' geworden. Soll unser Begriff der Ewigkeit des Volkes sich bewahrheiten, so mutz der na­tionalsozialistische Glaube, der aus dem Kampf um Deutschland und der Erkenntnis der Kraft unseres Blutes erwuchs, in jedes deutsche Herz getragen werden. Ein solcher Glaube aber beherrscht alle Erscheinungen des Lebens. Er formt und durchpulst sie mit.immer neuer Kraft. Weil es das Recht und die Pflicht der SA. ist, so wie früher für alle Zukunft Stotztruppder Bewegung zu sein, mutz sie sich als tätiger nationalsozialistischer Faktor in eine Kulturge­staltung einschalten, deren Begriff nichts zu tun hat mit der Auffassung, für die Kultur immer etwas Sicht- oder Greifbares war. Wenn die SA. sich mit Kulturarbeit befaßt, so ist das keine neue Aufgabe. Es ist die folgerichtige Fort­setzung des früheren Kampfes u,m die Erfassung der ersten besonders klar erkennenden Volksge­nossen. Unter dem Druck der wirtsch aftlich en und seelischen Not der Systemzeit war die Aktivierung der breiten Masse nicht so schwer. Viel schwerer ist es, die in einem gewissen neuen Wohlstand und einem sicheren Eeborgenheitsgefühl drohende Trägheit der Massen fortdauernd niederzuhallen. Bis jeder, der letzte Deutsche, uneingeschränkt an Deutschland allein und sein ewiges Schicksal glaubt.

Diese Ausrichtung hat innerhalb der SA. selbst begonnen. Sie ist die seelische Haltung, die dem ganzen Volk zu eigen werden mutz. In äußeren Werken besonders begabter Naturen kommt die seelische Haltung eines Volkes zum Ausdruck. Erste Gestalter können nur Träger des Kampferlebnisses um diese Haltung sein. Mögen auch auf allen Gebieten der Kunst noch nicht die alles überragenden Formen gefunden sein, auch die christliche Kunst hat ihre höchste Blüte erst viele Jahrhunderte nach den Tagen der römischen Katakomben gefunden, in denen ihre ersten Denkmäler stehen. Dort aber wurden sie geschaffen von Menschen, die, wenn auch sehr passiv, um ihre Weltanschauung gekämpft hatten.

Alle Träger des nationalsozialistischen Kamp­fes sind heute die Berufenen, auf ihrem jeweili­gen Arbeitsgebiet das nationalsozialistische Er­lebnis zu gestalten. Nationalsozialistische Dicht­kunst mutz nicht immer um Fahnen und Marsch­kolonnen, um „Gut und Blut", Blut und Boden ihre Blüten ranken. Gemälde sollen nicht stets nur Fackelschein und angetretene SA. zeigen. Das Schrifttum darf nicht allein um Heldenschick­sale im Braunhemd oder um politische Probleme spielen. In Sprache und Auffassung jedoch, in Pinselstrichen und den Linien unserer großen Bauten, in dem Schnitt der Figuren oder im Eutz der Erze finden das soldatisch Einfache und zugleich Majestätische einer Idee ihren Ausdruck, die den Prinz neben den Arbeiter stellte, Profes­soren und Arbeitslose einst in dunklen Straßen oder lichtübersluteten Sonnenfeldern zum Ster­ben mutig machte.

Oberführer Hans Züber lein selbst sagte es: Wenn sie nicht im Kampf der SA. gestanden hätten, sie, die zurückgekehrten Frontsoldaten, nie vielleicht hätten sie die Sprache wiedergefunden, die den Glauben an Deutschland in die großen Volksmassen hineintrug. Ilnd Standartenführer Glöckler von der Reichskammer für bildende Kunst prägte das Wort von einer glänzenden einstmaligen Formenkunst, die zur Seele des Vol­kes keine Beziehung hatte. Es, müsse die Kunst wieder erstehen, in der die Prominenz keine Rolle spiele, die keine artistische Spielerei, sondern Ausdruck der inneren Haltung sei. In der immer der Mut, die innere Entschlossenheit und der starke Glaube des Nationalsozialisten zum Ausdruck kommen. Dazu brauche man nicht nur Volksauferstehungsgemälde oder Ehrenmale, auch in einem Landschaftsbild könne dies zum Aus­druck kommen. Allen Gebieten, die mit dem Kul­turleben unserer Zeit in, Berührung stehen, hat die SA. aus dem Ueberflutz ihrer inneren Kraft Männer geschenkt, die den Stoßtrupp des Natio­nalsozialismus bilde. '

Der Kampf der SA. war, wie Obergruppen­führer Hertzog sagte, eine kulturelle, vielleicht die größte Tat dieser Zeit. Kein Geringerer als Alfred Rosenberg hat das zum Ausdruck gebracht, als er im vorigen Jahr erklärte: Der Kampf