Ausgabe 
(24.2.1937) Nr. 54
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nachrichlenbiatt der Deutschen Arbeitsfront Bremen

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Amtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Bremen

Nr. 54 / ?. Jahrgang

Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstattlialters m Oldenburg und Dremen

Mittwoch, 24. sebruar 1S57

Anzeigcn-Grundpreise: Die 22-mra-ZeiIe im Anzeigenteil 12 Ps., die 70-nun-Zeil« im Textteil 78 Pf. Ermäßigte Grundpreise (für kleine ffamilien-Anzeigen u. a.s sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 6 (Nachlaßstassel <2). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-1S Uhr; Schristleitung Dienstag und Freitag 1214-13)4 Uhr.

kiirzelpreis 15 Npf.

Siebjelin Jalire Parteiprogramm der NSVM

Kampferprobte SrundsStze von Vranlt

Kein ) rüpfelchen wird geändert

?r. Berlin, 23. Februar.

Auf den Spruchbändern in den Massen­versammlungen der Kampfzeit leuchtete der Satz „Gemeinnutz geht vor Eigennutz". So sehr er von unseren Gegnern aus dem bürgerlichen Lager als inhaltslose Phrase geweitet wurde, so sehr be­deutete er doch für uns Nationalsozialisten das

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Unser lagssspisgsl

Reichsaugenminister v. Neurath ist nach erfolgreichen Besprechungen von Wien nach Berlin abgereist.

In Madrid kam es zu Schießereien zwischen Anarchisten und Volschewisten.

Deutschland hat Teilnahme am Genfer Roh­stoffausschuß abgelehnt.

Stabschef Lutze verkündete die Stiftung dreier Kulturpreise für SA.-Männer.

Der Reichswirtschaftsminister hat die Ein­gliederung der Handwerkskammern in die Wirtschaftskammern angeordnet.

Das Deutsche Reich begibt weitere 899 Mil­lionen RM. 4Vr"/»ige Reichsschatzanweisungen. Die SA. des Standortes Bremen gedachte gestern mit einer hehren Feierstunde Horst Wessels.

Bremer Autoarbeiter überreichten dem Führer ei» Standbild des Bremer Roland. In der Nordischen Kunsthochschule wurde die Ausstellung der von Studenten im RVWK. geschaffene» Arbeiten eröffnet.

Kernstück unseres Parteiprogramms, die welt­anschauliche Grundlinie, auf der sich unser ganzes Denken und unsere politische Zielsetzung aufbaute. Er war und blieb der unerschütterliche Fels im Meere der wogenden Meinungen, Anschauungen, Auffassungen und Ausdeutungen, um dessen klare Wahrheit und unerbittliche Forderung niemand herumkam, der es unternahm, sich mit der NSDAP. und ihren politischen Zielen zu beschäftigen.

So verschieden die Gründe gewesen sein mögen, aus denen manche Menschen zur NSDAP. kamen — eines ist gewiß: Die Partei offenbarte sich immer wieder als Schmelztiegel selbst polar entgegengesetzter Kräfte und zwang zeden einzelnen, der ihr ernsthaft nahetrat, unter die Gewalt dieses Satzes und Bekenntnisses. Darin ruhte ihre große Kraft in den Jahren des Kampfes, daß sie immer zunächst von ihren An­hängern etwas forderte und nicht, wie die

anderen, etwas zu geben versprach. Allerdings belohnte sie denjenigen, der sich ihren Forderungen unterwarf, reich mit inneren Werten, die für jeden alten Nationalsozialisten die schönsten Lebenserinnerungen sein und bleiben werden.

Aus Menschen verschiedenster sozialer Herkunft, aus Menschen unterschiedlichsten Wissens, völlig getrennter Verufsinteressen, sowie gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Lage vermochte die NSDAP. in kurzer Zeit eine unzerreißbare Ge­meinschaft zu machen und eine Homogenität des politischen Willens unter ihnen zu begründen, die gerade in der Zeit der politischen Ziellosigkeit und Zerfahrenheit der Nachkricgsjahre wie ein Wunder anmuten mußte.

Wie aber schon immer das Wunder des Glaubens liebstes Kind gewesen ist, so auch hier. Die NsDAP. konnte diesen durch nichts zu zer­störenden Ring um ihre Gemeinschaft nur schließen, weil sie stets unabhängig von politischen Konjunkturschwankungen und widerstrebenden Kräften auf der Unverrückbarkeit ihres Programms fußte, das der Führer am 24. Febr. 1920, also vor nunmehr siebzehn Jahren in München verkündete.

Programme haben andere Parteien und politische Gruppen auch gehabt. Aber sie unter­schieden sich von dem der NSDAP. dadurch, daß sie an politische.. Konstellationen gebunden waren wie der Schweif an den Kometen. Sie tauchten miteinander auf und verschwanden miteinander, sie waren wandelbar und schmiegten sich eng an die Zweckmäßigkeit der Stunde. Sie wurden vor jeder neuen Wahl frisch geputzt und „überholt", wobei es keine Rolle spielte, daß sie sich von ihrem Ausgangspunkt schließlich restlos entfernten.

Lebensgrunögesetl des Volkes

Dagegen ist am Parteiprogramm der NSDAP. von der Stunde seiner Formulierung und Ver- kündung an bis zum heutigen Tage kein I-Tüpfelchen geändert worden, und seine fundamentalen Erkenntnisse sind nach des Führers eigenen Worten die „granitenen Grundsätze" der Partei geworden, die sich heute zum Lebensgrund­gesetz des ganzen deutschen Volkes erhoben haben. Erst vor wenigen Tagen konnte Reichsminister Dr. Frick erklären, daß die kommende Verfassung des nationalsozialistischen Dritten Reiches nach den Richtlinien des Parteiprogramms gestaltet werde» würde.

Unser Programm umfaßt zwei entscheidende Erscheinungen: Die klare politische Ziel­

setzung und die unveränderliche weltan­schauliche Grundhaltung. Beide sind voneinander nicht zu trennen. Darum hat das Parteiprogramm sich in den langen Jahren des Kampfes stets als neuer Kraftquell der Be­

wegung erwiesen. Dem nüchternen Tatsachen- menschen offenbart es den Gestaltungswillen der NSDAP., dem stillen Denker und Grübler ein geschlossenes weltanschauliches System, auf dem sich der Drang zur Gestaltung gründet. Das Parteiprogramm ist aus einem Guß, man könnte ihm nicht einen Leitsatz nehmen, ohne es in seinen Grundfesten zu erschüttern, während die Programme der übrigen Parteien aus Zu­fälligkeiten zusammengeflickt waren und natur­gemäß auch durch Zufälligkeiten und geringfügige Machtoerschiebüngen auseinandergerissen werden konnten.

Daher erklärt sich die ungeheure Anziehungs­kraft dieses Programms auf alle jene Volks­genossen, die von der Wankelmütigkeit des parla­mentarischen Systems hinweg zu einer sich stets gleichbleibenden Größe strebten, daher erklärt sich aber auch die gewaltige Wirkung auf den ein­zelnen Menschen, der sich einmal diesem Pro­gramm verschrieben hatte. Ganz zweifellos hat es durch die Größe seiner Aufgabenstellung und die Unveränderlichkeit seiner ethischen Forderun­gen die Menschen in der Partei größer, sicherer, wagemutiger und reifer gemacht.

Weil es gerade solche Menschen anzog, die das Bedürfnis nach einer auf festem Boden gegründe­ten Weltanschauung in sich trugen, sammelten sich die besten Kräfte des Voskes in der NSDAP. Sie erkannten in den 28 Punkten die tiefe Einheit aller darin ausgesprochenen Ge­danken und trennten sich damit automatisch von allen denen, die, wie in jedem anderen Pro­gramm auch in dem unserer Partei, nur den toten Buchstaben lasen und um ihn disputierten. Wieviel ist nicht von unseren Gegnern über die „Unerfüllbarkeit des Parteiprogramms" gefaselt worden! Wie ist es mit Schmutz von denen be­gossen worden, die in ihm eine Gefährdung ihrer eigenen politischen Eeschäftchen witterten! Wie haben es jene patriarchalischen politischen Ehren- greise als zwar „in der Gesinnung ganz aner­kennenswert" aber „politisch unreif" milde be­lächelt! Wenn schon das Parteiprogramm durch nichts anderes hätte überzeugen können, es hätte die jugendlichen und aktiven Kräfte unseres Volkes bereits deshalb um sich.geschart, weil jeder sehen konnte, wer es aufgestellt hat und wer daran ging, es durchzuführen.

Aber seine Wirkung auf die Menschen ist ver­schieden und darum ist es ein durch nichts über- troffenes Mittel zur Scheidung der Persönlich­keiten nach ihrer charakterlich«» Veranlagung. Alle jene, die das Parteiprogramm der NSDAP. als „illegal" bezeichneten und mit spitzen Fingern anfaßten, sobald ein roter Polizeigewaltiger ein­mal drei SA.-Männer einsperren ließ, stellten sich behende auf seinen Boden um, als es nach der Machtübernahme in ihren Augen plötzlich „legal" geworden war.

(Fortsetzung auf Seite 2)

weitere Zusammenarbeit veriin-wien

Line amtliche Mitteilung über die Vesprechungen v. Neurachs — «In überaus freundschaftlicher fttmospftare"

Wien, 23. Februar.

Ueber den Wiener Besuch des Reichsaußen- nisters Freiherr« von Nenrath wird amtlich s Wien gemeldet: „Der Reichsminister des Aus- irtigen Freiherr von Neurath hat in Erwide- ug des Besuches des Staatssekretärs für die lswärtigen Angelegenheiten Dr. Guido Schmidt Berlin am 22. und 23. ds. Mts. der österreichi- en Bundesregierung einen Besuch abgestattet. :r zweitägige Aufenthalt des Reichsministers m ien hat den beteiligten Staatsmännern, Bnn- skanzler Dr. Kurt Schuschnigg, Staatssekretär e Aeußeres Dr. Guido Schmidt und Rerchs- nister Freiherr» von Neurath Gelegenheit zu wehenden Besprechungen, die sich in einer Lber- s freundschaftlichen Atmosphäre entwickelten, ge-

Diese betrafen in erster Linie die Beziehungen ischen den beiden deutschen Staaten. Mit Be- ediqung konnte festgestellt werden, Lag sich das »kommen vom 11. Juli 1936 als eine geerg- !te Grundlage für die Wiederher-

-llung eines vertrauensvollen rd freundschaftlichen

sses erwiesen hat und geeignet erscheint, eine ütere erfolgreiche Zusammenarbeit r» diesem nne zu gewährleisien. -on diesem Zusammen- ng wurde auch auf den Abschlug des letzte» irtschaftsabkommens vom 27. Januar ds. 2-. »gewiesen und dabei der Erwartung Ausdruck geben, daß die hierdurch erzielte Anbahnung

»es regeren Austauschesan Guter- und Frem- nverkedr sich günstig auf die allgemeine Ent- ^a der geAn eiligen Beziehungen auswir- a we?d°- 2n kulturpolitischer Hinsicht wurden e einzelnen vordringlichen Fragen des gegen- tiaen kulturellen Verkehrs eingehend eror^rt id^der bereits anläßlich des Berliner Bruches s Staatssekretärs Dr. Schmidt ,n Aussicht ge- minene Ausschuß für kulturell« An- -legenheiten zwischen..Oesterreich und eutschland bestellt, der bereitem 2o. ds. Mts. ine Tätigkeit aufnehmen wird.

Kieran schlössen sich naturgemäß auch Aus- mchen über die gegenwärtig im Brminpunkt des lgemeinen Interesses stehenden Fragen dex

europäischen und insbesondere mitteleuropäischen Politik, . wobei völlige Ueüerein st im­mun g über die der Außenpolitik beider Regie­rungen zugrundd liegenden gleichartigen Be­strebungen. zur Erhaltung und dauerhaften Siche­rung des allgemeinen Friedens festgestellt werden konnte."

Reichsaußenminister Freiherr von Neurath ge­währte vor seiner Abreise aus Wien einem Schriftleiter der amtlichen Nachrichtenstelle eine Unterredung, in der er u. a. ausführte: „Das Verhältnis zwischen Deutschland und Oesterreich ist ganz anders zu bewerten als das zwischen Staaten mit fremder Bevölkerung. Die Tatsache, daß diesseits und jenseits der staatlichen Grenzen Glieder desselben Volkes wohnen, mutz von selbst auch die Beziehungen der Leiden Staaten zuein­ander bestimmen und festlegen. Die gemeinsame Sprache, die gleiche Kultur, dieselbe Vergangen­heit formen für die Bewohner des Deutschen Reiches und Oesterreichs auch. ein gemein­sames Schicksal. Das ist die große Erkennt­nis, die uns die gemeinsame deutsche Geschichte offenbart. Aus dieser schicksalverbundenen natio­nalen Zusammengehörigkeit ist auch mein Besuch in Wien zu verstehen. Ich möchte ihn nicht in erster Linie als ein staatspolitisches Ereignis, son­dern als eine aus unserer völkischen Verbunden­heit sich ergebende Selbstverständlichkeit ansehen.

Die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz schreibt: Die Wiener Presse scheint ein ganz be- onderes Seelenleben zu besitzen. Unsere Kollegen an der schönen blauen Donau find empört, weil dem deutschen Außenminister in Wien von der Bevölkerung herzliche Kundgebungen bereitet wurden. Die ganze deutsche Presse hat die freund­lichen Kundgebungen in Wien als ein erfreuliches Zeichen dafür bewertet, daß der Geist des freun dschaftlichenAbkommens zwischen Deutschland und Oesterreich auch in der Wiener Bevölkerung leibhaften Widerhall gefunden habe, und es scheint uns ja auch wirklich nichts Außer­gewöhnliches darin zu liegen, daß der Außen­minister des Deutschen Reiches hei den Deutschen

des befreundeten österreichischen Staates eine herzliche Aufnahme findet.

In den Wiener Redaktionen denkt man anders. Wir vernehmen erstaunt, daß „Leute, die immer Zeit haben, und merkwürdig viel Frauen, denen Politik Befriedigung der natürlichen Neugierde oder einer unnatürlichen Exaltiertheit bedeutet", es gewesen seien, die dem Reichsaußenminister jene in Deutschland mit so viel Genugtuung auf­genommenen freundschaftlichen Kundgebungen darbrachten. Der Innenminister Elaise-Horstenau wird verdächtigt — offensichtlich, weil er zur Be­grüßung nicht die Straßen räumen ließ.

Nachdem Wien.ja erst vor wenigen Monaten zwei Hohe Staatsbesuche zu empfangen hatte — den des ungarischen Staatsoberhauptes und den des italienischen Außenministers — ist es ange­bracht, daran zu erinnern, daß die österreichische Presse damals keineswegs in so peinlicher Weise darauf bedacht war, jede Kundgebung zu ver­hindern oder sie mit dem Motto „Radau­szenen" zu belegen. Wir erinnern uns, daß damals in den hohen Redaktionen auch keine Be­denken gegen die reiche Beflaggung der Straßen Wiens zu Ehren der Gäste erhoben worden sind, und es wurden seinerzeit auch nicht, wie dieses Mal, die Auslandsvertreter beauftragt, nach Wien über „Das Ausland und Radaumacher" zu berichten (eine Ueberschrift aus Wiener Zeitun­gen, die von besonderer Liebenswürdigkeit gegen­über dem reichsdeutschen Gast zeugt).

Wir wissen allerdings, daß der'herzliche Emp­fang des Äeichsaußenministers in Wien, der in den politischen Erklärungen ebenfalls einen Nie­derschlag gefunden hat, auch durch solche Presse- Radauszenen und den seltsamen Zusammenklang solcher Stimmen mancher Wiener Zeitungen mit den Aeußerungen von Pariser Skandalblättern keine andere Note erhalten kann. Aber wir er­innern uns an die Worte, die der Führer einmal im Reichstag gesprochen hat und in denen er darauf hinwies, wie wichtig es für die Zusam­menarbeit der Völker und ' die Festigung des Friedens wäre, wenn den atmosphärischen Ver- giflungsversuchen mancher Pressegruppen das Handwerk gelegt würde.

Der Uokbräubans-SasI in lliinvtien, in cksw .vor sislwsbn llabrsn äis U8OK?. AtzZrünckst vnrcks.

(LrsZss-Iliustrationsn UoLwaun.),

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Von D^. OttO Ksiolisprssssolisl vlor klLOK?.

III

Sie kroberung der welirohstoffe

Wenn man das Leben der Völker durch die Brille des Liberalismus ansteht, dann müßte es schließlich in einer weltwirtschaft­lichen Arbeitsteilung enden, an der j e d e Nation den Anteil besitzt, der ihrer Tüchtig­keit und ihren schöpferischen Fähigkeiten entspricht. So utopisch sah man den Weg und das Ziel der wirtschaftlichen Entwicklung tatsächlich lange Zeit an. Der Weltkrieg hat diese weltwirtschaftlichen Blütenträume des Liberalismus grausam zerstört. <Äitdem wissen wir wieder, daß auch der Fähigste nichts ist in der Welt, wenn er nicht stark ist. Seitdem wissen wir, daß nicht die Wirt­schaft das Schicksal'ist, sondern die Poli­tik. Aus diesen Erkenntnissen hat ja der Nationalsozialismus die Lehre für die deutsche Nation gezogen und sie wieder stark, frei und politisch unabhängig gemacht.

Aber Politik und Wirtschaft sind heute sehr eng aneinander gerückt in der Welt der har­ten Tatsachen. Die wirtschaftlichen Kräfte haben enorme Bedeutung für die politische Stellung eines Landes gewonnen. Für eine große Nation ist heute politische Freiheit ohne wirtschaftliche Unabhängigkeit nicht mehr denkbar. Italiens abessinischer Feldzug und die Sanktionspolitik des Völkerbundes beleuchten blitzartig die politisch-wirtschaft­liche Lage der europäischen Staaten. Der Besitz von wirtschaftlichen Rohstoffen ist zu­gleich zu einem entscheidenden politischen Machtfaktor geworden. Die Absperrung großer Völker von den Naturschätzen der Erde ist für sie in einer Welt des Unfriedens, des Mißtrauens und der latenten politischen Spannung ein unerträglicher Zustand. Die Politik ist das Schicksal — -aber üieWirt - schaft ist das Brot der Völker! Und ^deshalb hat uns der Führer mit dem zweiten Vierjahresplan auf dem Gebiete der Wirtschaft das entscheidende Ziel gesetzt: Der deutschen Nation nun auch die wirt­schaftliche Unabhängigkeit zu erkämpfen!

Diese Aufgabe ist groß und schwer. Warum? Deutschland ist eines der dichtbevölkertsten Länder der Erde. Sein Ackerland ist weder klimatisch noch der Güte des Bodens nach be­sonders begünstigt. Sein größter Reichtum ist die Arbeitskraft seiner Menschen. Außer Kohle und Eisenerz besitzt es in ausreichen­dem Maße kaum einen der wichtigsten Bo­denschätze, die es für seine gewerbliche Ar­beit braucht. Das ist das Entscheidende seiner Lage. Die Aufgabe, uns in kurzer Frist von den Weltrohstoffen unabhängig zu machen, erscheint auf den ersten Blick unlösbar. Un­lösbar aber nur dann, wenn man das Leben durch die Brille des Liberalismus sieht! Für das nationalsozialistische Deutschland ist aber Politik nicht die Kunst des Möglichen, son­dern die Kunst, das unmöglich Erscheinende möglich zu machen.

Und mit diesem nationalsozialistischen Geist und nationalsozialistischem Willen haben wir es unternommen, die Monopole der Welt zu brechen und uns die Weltrohstoffe in unseren Fabriken zu erobern.

§ Wicklungsgeschichte der Rohstoffwirtschaf! und vergegenwärtigen wir uns, was unsterb­lichem deutschen Erfindergeist im Kamps gegen, die Naturmonopole der anderen Welt bereits gelingen konnte. Darüber schrieb in diesen Tagen, der Journalist Anton Zischkc ein lesenswertes Buch, das die gewaltigen Aufgaben der Gegenwart in interessanter Weise beleuchtet.

Beginnen wir mit der fundamentalen Naturtatsache der Verarmung und Erschöp­fung des Bodens durch die Ernten. Wir wissen heute, daß diese Naturtatsache vor Jahrtausenden blühende Ackerkultüren der Erde in Wüsten, Steppen, Weiden und Ur­wald zurückverwandelte, ganze Völker dezi­mierte oder zum Einfall in andere Gebiete zwang. Noch Ende des 18. Jahrhunderts konnte der englische Pfarrer Malthus lehren, daß es angesichts der Wachstumsb egrenzung der Evde und der potenziellen Vermehrung des Menschengeschlechts nur eine Rettung gäbe: keine Kinder mehr. Was hat Europa vor dieser Bodenverarmung und dem Hun­ger gerettet? Der Forschergenius eines Justus Liebig schenkte der Welt die wahrhaft göttliche Erkenntnis, daß man dem Boden wieder ersetzen kann, was man ihm durch die Ernte entzog: Kali, Kalk, Phosphorsäure und Stickstoff. Wo stände Deutschlands Brot­versorgung heute ohne den künstlichen Dün­ger? Menschlicher Geist war es, der durch die moderne Ackerbauchemie die Welternten um ein Drittel erhöhte und neuen Lebensraum s!?/.,^H^nen schuf. Das Salpetermonopol Chiles wurde durch den Luftstickstoff des Deutschen Haber gebrochen, wie das Indigo durch die deutschen chemischen Farben: heute finden 200 000 Menschen in Deutschland allein durch die Luft-Stickstoffindustrie ihr Brot 25 000 beschäftigt die deutsche Kali- industrie.

Und schweifen wir kurz ab auf das Gebiet der Metallurgie: Bessemers Erfindung der Stahlbereitung Lurch Einblasen von Luft in geschmolzenes Eisen erschloß bekanntlich das Zeitalter des Stahls. Aber nur phosphor- arme englische Erze konnten dazu verwandt werden. Der Kontinent besaß sie nicht,- was die Kunjtüungerindustrie noch suchte, nämlich den Phosphor, hatte das Eisen Europas zu- mel! Und wieder war es ein Deutscher, der Huttenchemiker Thomas, der durch seine Oefen, die dem Eisen das Phosphor ent­ziehen und in Thomasmehl verwandeln, die

Alte Bremer

nalsozialisten

len den Leser: „Bremer ZU — siehe unsere derseite im des Blattes! - ihrem Werdeg

und ihren Erlebnissen während der Kam