Ausgabe 
(17.2.1937) Nr. 47
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

parteiamtliche Lageszeitung

Tiachnchtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Vremen

ßeso

1E

der Nationalsozialisten Vremens

flmtsblatt des Senats der Lreien Hansestadt vremen

Monatsbezug: NM. 2,30 einschl. Zustellgebühr; durch die Post RM 2 30

A b2.64 Pf überwersungsgebühr. ausschl. Postbestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zu entrichten

begründen keinenAnspruch aufErstattung oderErsast

N GauVerlag We,er-Ems G. m. b. H., Bremen, Geeren 6/8 / Fernsprecher: 841 21 und 511IS.

Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

Anzeigen-Grundpreise-. Die 22-min-Aeile im Anzeigenteil 12 Pf-, die 78-mm?Zeile im Textteil 75 Pf- Ermäßigte Grundpreise (für kleine Familien-Anzeigen u. a.s sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 6 (Nachlaßstaffel C)- Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmefchluß 16 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-1S Uhr; Schriftleitung Dienstag und Freitag 1L1L-I31L Uhr.

Nr. 4? / 7. Zastrgang

Mittwoch, 17. februar 1S57

kinrelpreis 15 Npf.

Mbentrop durchkreuz ein prelsemanöver

krklärungen im Londoner Spanlen-flusschuß ;ur Nichteinmischungspolitik der deutschen Negieeung

„Spöt kommt ihr — doch chr kommt!"

London, 16. Februar.

In der Dienstagsitzung des Londoner Nicht­einmischungsausschusses gab der deutsche Botschaf­ter von Ribbentrop eine Erklärung ab, in der es heißt: „Die Erklärung, die ich namens der deutschen Regierung jetzt abgeben werde, möchte ich mit den Worten einleiten: „Spät kommt ihr, doch ihr kommt!" Hierzu und besonders im Hin-

Botschafter von Ribbentrop gab in London Erklärungen zur deutschen Nichteinmischungs­politik ab.

Das Londoner Rüstungs-Weitzbuch bringt phantastische Ziffern über die britische» Auf­rüstungspläne.

Nach dem kirchenpolitischen Schritt des Füh­rers ist wieder einmal eine üble Auslands­hetze zusammengebrochen.

Die internationalen Frontkämpferabordnun­gen wurden vom Reichskriegsminister und vom Stellvertreter des Führers empfangen. Die Reichsnotarordnung bringt die Tren­nung von Notariats- und Anwaltsberns Aus der Leipziger Messe wird von der Kom­mission für Wirtschaftspolitik der NS.DAP, eine Auhenhandelskundgebung veranstaltet. Unsere Bremer Artillerie führte in der Earl- stedter Heide ein zweitägiges Scharfschießen durch.

Oberstndiendirektor Pg. Schulz, Madrid, be­richtete in Bremen über den organisierten Massenmord in Spanien.

blick auf verschiedene tendenziöse Kommentare in der hiesigen Presse, die geeignet sind, ein falsches Bild über die Haltung meiner Regierung in dem Nichteinmischungsausschug in den letzten Mona­ten Lu geben, einige grundsätzliche Bemerkungen:

Die deutsche Regierung hat in den vergangenen Monaten ihr Aeugerstes getan, um sowohl im Rah­men dieses Ausschusses als auch durch direkte Fühlungnahme mit den besonders interessierten Regierungen ein wirksames Schema der Nicht­einmischung für den spanischen Bürgerkrieg zu­stande zu bringe», das geeignet ist, den furcht­baren Zuständen in diesem unglücklichen Lande ein Ende zu bereiten und seine völlige Ver­wüstung zu verhindern.

Schon zu Beginn des spanischen Bürgerkrieges erkannte Deutschland, daß nur ein umfassendes Schema der Nichteinmischung Erfolg versprechen würde, und aus diesem Grunde hat Deutschland seinerzeit als erstes Land ein Verbot der Teilnahme ausländischer Freiwilli­ge r am spanischen Bürgerkrieg vorgeschlagen. Die­ser deutsche Vorschlag, dem ein ähnlicher italieni­scher Vorschlag folgte, ist bereits am 17. August 1936 gemacht worden. Bedauerlicherweise fand der Vorschlag der deutschen Regierung seinerzeit nicht die Zustimmung, die er verdient hätte. Ich will hier nicht die Gründe untersuchen, die für die Hal­tung verschiedener Regierungen maßgebend ge­

wesen sind. Diese Haltung kann aber wohl nur so ausgelegt werden, daß die betreffenden Regierun­gen den Zustrom von Freiwilligen nach Spanien seinerzeit nicht als unzulässige Einmischung ange­sehen haben, wie dies ja auch in dem deutschen Memorandum vom 7. Januar ausgedrückt wurde. Deutschland war anderer Ansicht, und es hat sogar ein Weiteres getan, indem es in seinem Memoran­dum vom 7. Januar die drastische Maßnahme vor­schlug, alle nichtspanischen Freiwilligen aus Spa­nien zu entfernen.

Wenn nunmehr der deutsche Standpunkt hin­sichtlich des Freiwilligen-Berbotes endlich nach monatelang«» Verhandlungen und Schwierigkei­ten von den anderen Regierungen angenommen worden ist, so begrüße ich dies aufs wärmste und möchte die aufrichtige Befriedigung meiner Re­gierung über die Entwicklung zum Ausdruck bringen, die von der deutschen und italienischen Regierung immer angestrebt worden ist. Die Vor­schläge, die der Unterausschuß des Vorsitzenden heute vorgelegt'hat, bedeuten einen Wende­punkt und stellen sicherlich einen guten Fort­

schritt zur Erzielung einer wirklichen Nichtein­mischung dar. Wir alle, die wir hier im Aus- schuß zusammenarbeiten, haben eine große Auf­gabe, zu erfüllen, und ich möchte hinzufügen, daß wir alle hoffen, unsere portugiesischen Freunde möchten einen Weg finden, um zur Verwirk­lichung eines praktischen Kontrollsystems, das einen untrennbaren Teil unseres Nichtein- mrschungs-Schemas darstellt, beizutragen.

Im Auftrage der deutschen Regierung bin ich in der Lage, zu erkläre», daß Deutschland bereit ist, einen weiteren Beitrag zur sofortigen In­kraftsetzung der Land- und Seekontrolle zu machen. Trotz der bekannten Transserschwierig- keiten ist die deutsche Regierung bereit, die ge­forderte Vorschußzahlung von 2888 Pfund in eng­lischer Währung zu leisten, um die sofortige In­kraftsetzung der Kontrolle zu beschleunigen. Ich hoffe, daß diese Geste der deutschen Regierung gewürdigt wird.

Ich möchte Sie erneut daran erinnern, daß die deutsche Regierung die Lösung der Frage der finan­ziellen Unterstützung einschließlich der Frage des Goldes der Bank von Spanien — und diesen Punkt möchte ich besonders unterstreichen — als einen wichtigen Teil unserer Arbeit ansieht. Zum Kriegsühren benötigt man nicht nur Menschen und Kriegsmaterial, sondern vor allen Dingen auch Geld.

Nicht will ich wünschen, daß wieder eine Lage entsteht, wonach ein ursprünglich von Deutschland gemachter Borschlag beiseitegelegt wird, um dann von anderen Mächten als deren Vorschlag vor­gebracht zu werden, sobald diese den Zeitpunkt für gekommen halten.

Der Eesamtausschuß des Nichteinmischungsaus­schusses billigte dann grundsätzlich die Beschlüsse des Unterausschusses von Montag, die bekanntlich die Inkraftsetzung des Freiwilligen-Verbots am 28. Februar und die Ingangsetzung der Land- und Seekontrolle für Spanien vom 8. März an, vor­

behaltlich einer Regelung Frage, vorsehen.

der portugiesischen

parteigriinvungsstier In München

wer ist;ur reilnastme an den Kundgebungen des 24. sebruar berechtigt?

München, 16. Februar.

Der Traditionsgau München-Oberbayern

gibt bekannt: Die Nationalsozialistische Deut­sche Arbeiterpartei begeht am 24. Februar 1937 ihren Gründungstag. Wie alljährlich so werden sich auch in diesem Jahre die älte­sten Kämpfer der Bewegung an diesem Tage im denkwürdigen Hosbräuhaussaal versam­meln. Infolge der beschränkten Platzverhält­nisse wird eine Parallelhundgebung im Lö­wenbräukeller stattfinden. Teilnahmeberech- tigt an der Feier im Hofbräuhaus sind:

1. Die Inhaber des Vlutordens, die gleichzeitig im Besitze des Goldenen Ehrenzeichens der Par­tei sind.

2. Die Inhaber des Vlutordens.

3. Die Inhaber des Goldenen Ehrenzeichens.

4. Die Sternecker-Gruppe.

Teilnahmeberechtigt an der Feier im Löwen­bräukeller sind:

1. Die Inhaber des Vlutordens, die infolge Platzmangels im Vräuhaus nicht unterkommen können.

2. Die Inhaber des Goldenen Ehrenzeichens der Partei, die infolge Platzmangels im Hofbräuhaus nicht unterkommen können.

Der Zutritt zu der Feier im Hofbräuhaus er­folgt nur gegen Vorzeigung der Zutrittskarte und des Vesitzausweises für den Blutorden bzw. für das Goldene Ehrenzeichen. Die Ausgabe der Zu­trittskarten erfolgt gegen Vorlage der Vesitzaus- weise ab Donnerstag, 18. Februar 1937, bis Sonnabend, 20. Februar 1937, im Hause der Na­tionalsozialisten, Prannerstraße 20, 1. Stock, je­weils zwischen 9 und 17 Ilhr.

Die Teilnahme an der Feier im Hofbräuhaus kann nur in beschränktem Maße erfolgen, da sich „eine gr-ße Anzahl von Altparteigenossen aus dem. ganzen Reich gemeldet hat. Die auswärtige« Teilnahmeberechtigten, die der Parteigründungs- feier beiwohnen wollen, müssen bis spätestens 2V. Februar einen Antrag bei der Eauleitung der NSDAP. München, Prannerstraße 28, stellen. Die Kosten für Fahrt und Unterkunft müssen von den auswärtigen Teilnehmern selbst getragen werden.

Anläßlich der Parteigriindungsfeier am 24. Fe­bruar hält die SA.-Eruppe Hochland in der Hauptstadt der Bewegung eine große Führer- tagung ab, Lei der StabschefLutze das Wort ergreifen wird. Abends treffen sich die SA.- Führer der Gruppe im historischen Vllrgerbräu- eller, um gemeinsam die Geburtsstunde der'Par­tei zu begehen und zugleich des Opfers der ge­fallenen Helden der Bewegung zu gedenken.

böswillige lluslandsprelse ausgeruMt

Nasche kntlarvung stehender -.Kirchenpolttister'

(Orabtbsriokt rmssrsr Berliner Lobriktlsitung) r. Berlin, 16. Februar.

Wir fühlen den Schmerz, der heute in gewissen Londoner Redaktionsstuben herrschen mag im Hinblick auf die Tatsache, daß selbst den journa­listischen Propheten eines „auserwählten Volkes" die Qualifikation zur. Allwissenheit fehlt. Vor uns liegt ein Exemplar der gewiß sehr achtbaren englischen Zeitung „Times" und ein weiteres bri­tisches Zeitungsexemplar mit dem Namen „Daily Telegraph". 2n beiden Blättern wird in beweg-

Brancos 6ot>iotsxezvinne. IVick äis senkrecht scdrakllsrtev Stellen — von äsn nationalen Truppen in Istrtsr 2sit srobsrts Qsbists — vsranscbaulledsn, sebwilrt äsr nock von äsn Lolsoksrvistsn terrorisierte Teil Spaniens immer. mebr, -nsammsn (siebe Seite 2). Lsiebnnys: Lurrbausr

ten Worten von einem „endgültigen Bruch zwi­schen der nationalsozialistischen Regierung Deutsch­lands und der evangelischen Kirche" berichtet und in mitleidvollen Redewendungen von dem bevor­stehenden Aüsbruch eines „fürchterlichen K i rch e n ko n fl i k tes" gesprochen. Der „Daily Telegraph" glaubt sogar, seiner Leserschaft mit­teilen zu können, daß bereits in Deutschland An­stalten getroffen würden, um durch eine umfang­reiche „Konzentxierung und Verhaftung" evan­gelischer Geistlicher den Kirchenkonflikt im Keime zu ersticken.

Es sei uns zuerst gestattet, für das übergroße Interesse diesen englischen Blättern zu danken, die trotz großer Schwierigkeiten im eigenen Lande noch Zeit finden, sich in solcher- Ausführ­lichkeit „Problemen" zu widmen, von denen das „auserwählte Albion" verschont ist. Wie die Er- -fahrung lehrt, ist dies aber eine undankbare' Aufgabe, besonders dann, wenn man auf Grund seiner „Auserwähltheit" in Sphären lebt, die mit der Wirklichkeit nichts mehr zu tun haben und dabei die „hohe Mission Englands für den Frieden" mit einem ausgesprochenen Stän­kert um verwechselt. Jedenfalls müssen wir heute feststellen, daß nach der Veröffentlichung des Erlasses des Führers und Reichskanzlers, durch den die Verhältnisse innerhalb der evange­lischen Kirche in Deutschland auf rein kirchlichem Boden einer endgültigen Klärung entgegengehen werden, das „Kirchenstreit-Geflüster" gewisser englischer Zeitungen plötzlich verstummen mußte.

Wir geben zu, es ist peinlich, wenn man ge­rade in dem Augenblick,. in dem man darangeht, seiner Leserschaft neue „Sensationen" aufzu­tischen, der Tatsache gegenübersteht, daß gerade das Gegenteil seiner Orakel Wirklichkeit gewor­den ist. Das ermöglicht der Mitwelt einen Blick hinter die Kulissen und beleuchtet die Tendenzen, die man verfolgt — und nichts ist in London unerwünschter! Wir bedauern, gewissen Londoner Redaktionsstuben Unannehmlichkeiten bereitet zu haben und sprechen unser Beileid aus. Leider sehen wir uns aber nicht in der Lage, die inner­politischen Angelegenheiten Deutschlands nach den Tendenzberichten englischer Zeitungsschreiber aus­zurichten. Ob die Herren in London böse sind wenn wir ihnen sagen, daß wir sie nicht ernst genommen haben, noch jemals ernst nehmen werden?

Die „Basier Nachrichten", die ihre Informatio­nen angeblich aus kirchlichen Kreisen schöpften und damit für ihre eigene Ansicht deutsche Gewährs­männer vorzuschieben versuchten, sprachen bereits am 13. Februar die Befürchtung aus, „daß der Staat die Gelegenheit benützt, um eine totale Gleichschaltung der Kirche zu erreichen.

Für die Kirche dürfte die schwerste Zeit bevor­stehen. Wenn der Staat diese Aufgabe auf seine Weise übernimmt, wird er die Bekenntniskirche in die Rolle einer illegalen Organisation manö­vrieren." Die „Basier Nachrichten" sprachen weiter davon, daß „die Kirche mit Gewalt gehindert werde, für die Verkündung des Evangeliums zu tun, was ihre Pflicht ist." Das gleiche Blatt pro­phezeit am 1S. Februar: „Es wurde deutlich, daß mit einer weiteren Verschärfung des Kirchenregi- mentes gerechnet werde. Jetzt noch vorhandene Freiheiten werden gefährdet sein."

Die „Neue Züricher Zeitung" meldet unter dem -14. Februar aus Berlin, „man müsse damit rech­nen, daß jetzt wieder größere Verfolgun­gen einsetzten, daß der Kampf der Kirchengegner unverhüllter in Erscheinung trete und das We­nige an Freiheit, das der Kirche noch geblieben sei, ihr weggenommen werde". Die „Neue Zür­cher Zeitung" spricht von der „allmählichen Vernichtung derevangelischenKirche in Deutschland, die sich nicht in großen Geräuschen bemerkbar mache. Die vorgesehene Entwicklung gehe den Regenten noch nicht schnell genug und solle beschleunigt werden. Also mußte man jetzt wieder ein Stück weiter in den angeblich respek­tierten Jnnenraum der evangelischen Kirche hin­eingreifen, um diese Institution zu vernichten", rl-

Das ist wiederum die sattsam bekannte Methode der internationalen Brunnenver­giftung. Aber während sich eine gewisse ausländische Journalistenelique in den un­sinnigsten Voraussagen und blödesten Pro­phezeiungen erging, ergriff der Führer die Initiative zu einem großzügigen Besris- dungswerk, das in dem Erlaß über die Ein­berufung einer verfassunggebenden General­synode der Deutschen Evangelischen Kirche seine Krönung fand.

Neben oder oberhalb des k. k. l

Berlin, 16. Februar.

Zur Trageweise des Goldenen Parteiabzeichens hat der Reichskriegsminister folgenden Befehl er­lassen: „Das Goldene Parteiabzeichen kann stets zur Uniform getragen werden. Es muß zur Uni­form getragen werden, wenn die kleine oder große Ordensschnalle angelegt wird. Das Goldene Par­teiabzeichen wird auf der linken Brustseite gege­benenfalls neben oder oberhalb des E. K. I ge­tragen. Die Anzugsbestimmungen sind entsprechend zu ergänzen."

Sie NSVstp.

bestegle das »wenn" und »flber"

K. Vlü. Die parteieigene Presse gewährt ihren Lesern in diesen Wochen einen auf­schlußreichen Einblick sowohl in die viel­gestaltige Kleinarbeit der Partei, die im Rahmen des gigantischen Vierjahresplanes geleistet wird, wie auch in die beispiellosen Aufbau e r g e b n i s s e der NSDAP. Die unermüdlich wirkende Parteiorganisation hat mit ihren zahlreichen Gliederungen bereits jetzt unvergängliche, allen Volksgenossen sichtbare Werke geschaffen, um die uns die Welt — soweit die Bevölkerung jenseits un­serer Grenzen nicht von Juden irregeführt und verhetzt ist — mit Recht beneidet. Nicht weniger groß und bewundernswert wie die sozial- und wirtschaftspolitischen Siege, die wir im bisherigen Verlauf der journalisti­schen Sonderaktion für die Partei verbuchen konnten, sind die von der Bewegung im geistigen Umsormungsprozetz er­zielten Erfolge. Die Widerstände, die sich in falschen Auffassungen und An­schauungen breitester Volksschichten dem Nationalsozialismus bei Beginn der prak­tischen Aufbauarbeit entgegenstellten, waren so heftig und hartnäckig, daß ihre Ueberwin­dung nur dem ungeheuren Willen einer ver­schworenen Kampfgemeinschaft, die ihre Kräfte am Vorbild des Führers ins Uner­meßliche steigerte,, gestrigen konnte. Es sei hier lediglich an einige' der gefährlichsten jener (inzwischen ausgemerzten) Vorurteile erinnert:

Wie war es mit der Meinung über die Zielsetzung der nationalsozialistischen Arbeits­schlacht?

Man wußte es im voraus, daß die Ar­beitsbeschaffungsaktion an der Unmög­lichkeit die Weltwirtschaftskrise zu behe­ben scheitern würde . . .

Wie stand es mit der Idee des Arbeitsfrie­dens zwischen Betriebsführer und Gefolg­schaft?.

Man war auf die Theorie der „natürlichen ewigen Feindschaft zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer" eingespielt. . .

Wie wurde der Plan zum Bau der Reichs­autobahnen von den Opfern der marxi­stischen Demagogie aufgenommen?

Man sprach — wie irrsinnig! — von der Schaffung neuer Vorteile für die Be­sitzenden ...

Welches Echo fand der Gedanke des Reichs- avbeitsdienstes?

Man malte allen Ernstes das Schreck­gespenst einer weiteren Verschlechterung der Erwerbsmöglichkeiten. durch den „Ar­beitsplatzraub des FAD." an die Wand ... Wie reagierten die Besserwisser auf die be­völkerungspolitische Propaganda zur Steige­rung, der Geburtenziffern?

Man faselte von einem „Verbrechen am Volk ohne Raum" . . .

Wie stellte man sich zur Weckung und Ver­tiefung des Rasssbewußtseins?

Man leugnete das Vorhandensein grund­legender rassischer Eigentümlichkeiten oder vertrat den „wissenschaftlichen" Stand­punkt, das deutsche Volk habe im biolo­gischen Verschmelzungsprozeß seine eigen­rassischen Elemente längst völlig ein­gebüßt . . .

Welche Auffassung wurde dem Programm der restlosen Einigung der Nation unter einem Führer entgegengesetzt?

Man hielt den Hang zu Zwiespalt und Zersplitterung für ein unheilbares Grundübel des deutschen Volkes . . .

Was hatte man gegen die nationalsozia­listische Kernforderung „Gemeinnutz geht vor Eigennutz" einzuwenden?

Man war sich darüber einig, daß nur Phantasten dem „unüberwindbaren menschlichen Egoismus" den Fehdehand- . schuh zuwerfen konnten . . .

Welche Zweifel wurden zu Beginn des Kampfes um die Wiedererringung der Weltgeltung Deutschlands geäußert?

Man war davon überzeugt, daß die „Ver- sailler Siegerstaaten" eine Wehrhast- machung des deutschen Volkes und damit eine außenpolitische Erstarkung des Rei­ches nie zulassen würden ...

Es liegt offen zutage: Ein Gemisch von Bosheit, Lüge, Unwissenheit, Irrtum und Verblendung trübte in den nationalen und wirtschaftlichen Lebensfragen so vielen den Blick für die wahren Zusammenhänge.