parteiamtliche Lageszeitung
Tlachrichtenblatt der Veukschen flrdeitssront Vremen
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Nr. 59 / ?. lalirgang
Vienstag, 9. sebruar 1957
kinzelpreis 15 Npf.
6an; Malaga von nationalen Iruppen besetzt
Unser lagvsspiegvl
Malaga wurde von den nationalen Truppen restlos besetzt.
Die sogenannte „Säuberungsaktion" im bolschewistischen Parteiapparat wird fortgesetzt.
Die ungarische Pfeilkreuzlerbewegung sprach sich für innige Freundschaft mit Deutschland aus.
Verhandlungen zwischen Prag und Bukarest deuten auf eine Lockerung der Kleinen Entente hin.
Der Führer und Reichskanzler stiftete für die Deutschen Skimeisterschaften einen Ehrenpreis. Der vierte Reichsverusswettkampf wird am Mittwoch im Berliner Sportpalast eröffnet. Reichsminister Rüst eröffnete in Berlin die Ausstellung: „Lehrerbildung im Dritten
Reich.«
Die Grüne Woche in Berlin hat 33V Vüü Besucher auszuweisen.
Die „VZ." begleitete den Lehrgang 2 der Eauschulungsburg Pewsum bei seiner Besichtigung praktischer NSV.-Arbeit auf einer Rundfahrt im Eau Weser-Ems.
Durch die neue bremische Beamten-Vesol- dungsordnung erfolgt die Ungleichung der Gehälter an die des Reichs.
Die Fernsprechanschlüsse des Hafens II werden beibehalten.
Ver vierte Neichsberufswettkampf
Berlin, 8. Februar.
Am Mittwoch, 1v. Februar, 2V.3V Uhr, erfolgt in dem für diesen Akt schon traditionellen Berliner Sportpalast die feierliche Eröffnung des vierten Reichsberufswettkampfes. Bei der Kundgebung sprechen der Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Reichsorganisationsleiter Dr. Sey, und der Jugendführer des Deutschen Reiches, Reichsleiter Baldur von Schirach.
Dazu haben die Reichsleiter Ley und Schirach folgenden Aufruf erlassen: „Der Führer hat
auf dem Parteitag der Ehre dem deutschen Volk seinen Vierjahresplan verkündet. Alle natürlichen Mangel sollen in Deutschland durch Genialität und Fleiß ausgeglichen werden. In diesem Sinne rufen wir die Jugend der Stirn und der Faust zum vierten Reichsberufswettkampf. Kommt aus den Betrieben in Dörfern und Städten und bekennt Euch mit Freude im Gegensatz zum an- treiberischen Stachanow-System in Rußland zum freiwilligen Leistungswettbewerb.
Es geht um die Freiheit der Nation.
Der Reichsleiter der DAF.: Dr. R. Ley.
Der Reichsjugendsührer: Valdur von Schira ch."
Vr. Schacht dankt seinen Mitarbeitern
Berlin, 8. Februar.
Anläßlich der Verleihung des Goldenen Parteiabzeichens veröffentlicht Dr. Schacht folgende Kundgebung:
„Der Führer und Reichskanzler hat mir am 3V. Januar 1937, dem Erinnerungstag seiner Machtübernahme, im Verein mit den übrigen Kabinettsmitgliedern, welche der NSDAP. noch nicht angehörten, das Goldene Parteiehrenzeichen verliehen. Die Verleihung des Goldenen Abzeichens der Bewegung istdiehöch ste A u szeichnung, über die das Dritte Reich verfügt. Indem sie mich als den Leiter der Reichsbank und des Reichs- und Preußischen Wirtschaits- ministeriums ehrt, gilt sie zugleich den beiden Behörden, denen ich vorstehe. Ich weiß, daß das, was ich für die Arbeit des Führers zu leisten vermochte, von der hingebenden, pflichtbewußten Mitarbeit aller Angehörigen der Reichsbank und des Reichs- und Preußischen Wirtschaftsministeriums getragen worden ist. Die Auszeichnung, die mich ehrt, , ist somit auch Auszeichnung und Ehrung für sie. Ich danke allen meinen Mitarbeitern in der Beamten-, Angestellten- und Arbeiterschaft für ihre Treue in der Arbeit und rufe sie alle aus, aus ganzem Herzen weiter die gesamte Kraft einzusetzen für Führer und Reich.' Die deutsche Zukunft liegt in den Händen unseres Führers. Dr. Hjalmar Schacht."
Sudetendeutsche in Präger Sefiingnissen
Berlin, 8. Februar
Das tschechoslowakische Pressebüro wendet sich gegen die Meldung eines Berliner Blattes aus Prag, wonach in den tschechischen Gefängnissen mehr als 3000 Sudetendeutsche wegen politischer Delikte inhaftiert seien. Das offiziös« Präger Büro hat durch Anfrage an zuständiger Stelle festgestellt, daß — so telegraphiert es wörtlich — diese Zahl „unrichtig und tendenziös übertrieben" sei: die Taten über den heutigen tatsächlichen Stand bewiesen, daß „die Behauptung des Berliner Blattes der voreingenommenen Propaganda entnommen" sei.
Leider haben die zuständigen Präger Stellen die Gelegenheit nicht benutzt, den „tendenziösen Uebertreibungen" die wirkliche Zahl der gefangenen Su- detendeutschen entgegenzusetzen. Offenbar ist sie so hoch und weicht so wenig von der Zahl der beanstandeten Meldung ab, daß man es in Prag nicht wagt, die Wahrheit zu veröffentlichen.
überstürzte flucht der Kommunisten
sramos Frontstellung bedeutend verbessert
Salamanca, 8. Februar.
Der nationale Sender Valladolid teilte Montag mittag mit, daß General Queipo de Llano die völlige Einnahme Malagas und die Besetzung der ganzen Stadt durch die nationalen Truppen gemeldet habe. Zugleich wird im Hauptquartier erklärt, daß die nationale» Truppen am Montag- vormittag in Malaga eingedrungen seien, wo sie fortschreitend Boden gewonnen hätten.
Auch englische Meldungen erklären, die nationalen Truppen seien bereits unumschränkte Herren der Stadt Malaga. Nach einem Rundfunkbericht der Station Cadiz seien sämtliche an den Operationen auf der Höhe von Malaga beteiligt gewesenen Kriegsschiffe der nationalen Flotte rm Lauf« des Montag in den Hafen von Malaga eingelaufen. Hierbei sei es ihnen gelungen, ein mit flüchtigen bolschewistischen Rädelsführern besetztes Boot zu stellen und die Insassen zu verhaften.
Die Bolschewisten sind nach Hinterlassung großer Mengen Kriegsmaterials, unter dem sich auch vier Feldgeschütze befinden, überstürzt geflohen. Während der letzten militärischen Operationen wurden den Bolschewisten überaus starke Verluste beigebracht; sie verloren Hunderte an Toten, viele hundert Ueberläufer und zahlreiche Gefangene.
Die Einnahme Malagas durch die nationalen Truppen bedeutet für die Bolschewisten nicht nur einen schweren moralischen Schlag, sondern militärisch gesehen auch einen großen Verlust, da Malaga die wichtigste Operationsbafis zur See und in der Lust war. Ein weiterer Vorteil liegt darin, daß die nationalen Truppen eine große Verkürzung der Fro nt erreicht haben und daß die nach Osten in Richtung Almeria führende Küstenstraße freigelegt werden konnte. Bedeutungsvoll ist auch, daß mit der Einnahme von Malaga das Kabel Südamerika—Rom wieder in nationalen Besitz gelangt ist.
sreudenkundgebungen der befreiten veoölkerung
Ueber die Einnahme Malagas werden nunmehr Einzelheiten bekannt. Die nationalen Truppen, die am Sonntagabend vor den Toren der Stadt haltgemacht hatten, verbrachten die Nacht an strategischen Punkten, um den eingeschlossenen Gegner am Entkommen zu verhindern. Im Morgengrauen begann dann der Angriff. Die Bolschewisten verteidigten sich zunächst mit Gewehrfeuer. sahen jedoch bald die Unmöglichkeit ein, den Ansturm der nationalen Streitkräfte aufzuhalten und flüchteten. Die nationalen Truppen besetzten zuerst mehrere Gebäude und Fabriken der äußeren Stadtgllrtel und säuberten, von dort ausgehend, die Straßenzllge und Häuser, in denen sich einzelne bolschewistische Banden verschanzt hatten.
Kaum hatten sich die siegreichen Truppen in den Straßen Malagas gezeigt, da strömte aus den Häusern die Bevölkerung, Männer, Frauen und Kinder, die in stürmischen Rufen ihrer Freude darüber Ausdruck gaben, nun endlich von der bolschewistischen Schreckensherrschaft erlöst zu sein. Bald wehte die rot-gelb-rote Flagge auf der Kathedrale und den Regierungsgebäuden.
Gleichzeitig ankerten nationale Kriegsschiffe im Hafen, um eine eventuelle Flucht der Bolschewisten auf dem Seeweg zu verhindern. Wie die Oberste Heeresleitung mitteilt, ist bereits am Sonntag im Schutz der Dunkelheit ein Schiff mit Kurs auf Cartagena ausgelaufen, auf dem sich marxistische Rädelsführer befanden. Es ist überall das gleiche: Im Falle der Gefahr verstehen es die bolschewistischen Bonzen meisterhaft, ihr kost-
bares Leben in Sicherheit zu bringen und die von ihnen Verführten die Zeche bezahlen zu lassen.
Die Verluste, die die nationalen Truppen bei den Operationen um Malaga erlitten haben, sollen äußerst gering fein. Hingegen sind die Verluste bei den Bolschewisten gewaltig. Sehr groß ist die Zahl der bolschewistischen Gefangenen. Den nationalen Truppen fiel eine große Beute an Kriegsmaterial in die Hände.
weitere erfolge trotz schlechten Wetters
Vorzügliche Stimmung im Lager der nationalen Iruppen
Toledo, 8. Februar
General Varela setzt die Operationen auf dem rechten Flügel vor Madrid fort, nachdem die eroberten Stellungen in und um die Ortschaft Maranosa befestigt und die Artillerie nach vorn geschafft worden waren. Die Gefechte spielten sich in dem Raum zwischen den Ortschaften Maranosa und Valdemoro sowie dem Fluß Jarama ab. General Valera gab dem Sonderberichterstatter des DNV. die Möglichkeit, die Operationen vom Feldherrnhügel aus zu verfolgen. In dem welligen Gelände, das nach dem Jarama-Fluß steil abfällt und das von reißend gewordenen Bächen durchquert wird, kämpften sich die nationalen Truppen, die sich hauptsächlich aus Legionären und Marokkanern zusammensetzen, bis zu der Ortschaft Sän Martin de la Ve'ga vor. Sie trafen auf nur geringen Widerstand der Bolschewisten. Das Vordringen der Infanterie wird wesentlich durch in großer Anzahl eingesetzte Tanks unterstützt. Einem weiteren Vormarsch setzten die reißenden Fluten des Jarama ein Ende, dessen Brücken von den Bolschewisten zerstört worden sind.
Der Sonderberichterstatter des DNB. konnte sich auf der Rückkehr davon überzeugen, wie stark das Gelände aufgeweicht ist, in dem die Wagen teilweise bis zu den Achsen versinken. Trotzdem ist die Stimmung bei den nationalen Truppen außerordentlich gut. Im Gegensatz dazu schildern übergelaufene bolschewistische Söldner die
Stimmung bei den Bolschewisten als außerordentlich gedrückt, was hauptsächlich auf die mangelhafte Verpflegung zurückzuführen sei.
vor rote Mob tanzt auf Leichen
London, 8. Februar.
„Daily Mail" berichtet aus Fuengirola über bolschewistische Greueltaten, die in den jetzt von den nationalen Truppen besetzten Gebieten verübt worden sind. In Fuengirola selbst wurde die Kirche zerstört und der Priester zusammen mit elf nationalgesinnten Spaniern grausam umgebracht. Ihre Körper wurden zusammengebunden und dann in Brand gesteckt. Im ganzen töteten die Subjekte Moskaus in Fuengirola über 100 Nationalgesinnte. Nach dem Gemetzel tanzten die Mörder auf den Leichen!
Valencia entschuldigt sich in London
London, 8. Februar.
Die Bolschewisten in Valencia haben nunmehr zugegeben, daß die Bombenabwürfe auf das britische Schlachtschiff „Royal Oak" durch bolschewistische Flieger erfolgt seien. Die spanischen Bolschewisten haben sich bei der britischen Regierung wegen dieses Vorkommnisses, das, wie sie zum Ausdruck bringen, auf ein „Versehen" zurückzuführen sei, entschuldigt.
Platzt die Kleine kntente?
Srabgesang der kollektiven »Sicherlzeit" — Vor Verkandlungen über ein Abkommen Prog-Vukarest
(Bigsnsr vrsütbsriebl äsr „Bremer Leitung") ses. Bukarest, 8. Februar.
Ein großes Budapester Blatt veröffentlicht eine bemerkenswerte aus Prag datierte Meldung, daß man sich in Kreisen, die dem tschechoslowakischen Außenministerium nahestehen, sehr ernsthaft mit dem Gedanken beschäftigt, den seinerzeit abgeschlossenen Staatsvertrag mit Südslawien und Rumänien, d. h. also die „Kleine Entente" aufzukündigen und diesen Regionalpakt durch zweiseitige Verträge, in die allerdings die gegenseitige militärische Hilfsleistung mit ausgenommen werden soll, zu ersetzen.
Wahrscheinlich werde der rumänische Ministerpräsident Tatarescu nach seiner Rückkehr aus Ankara bzw. Athen zu einem offiziellen Besuch nach Prag kommen, und zwar im letzten Drittel des Monats Februar. Bei diesem Besuch würde dann wahrscheinlich der Gedanke, zweiseitige Abmachungen an die Stelle des Kleinver- bandes treten zu lassen, erörtert werden.
Weiter teilt das Budapester Blatt aus tschechischen Kreisen mit, es habe sich in den letzten Jahren gezeigt, daß die politische Organisation der Kleinen Entente sich häufig als ein Hindernis bei der Wahrnehmung der Interessen der einzelnen Vertragspartner herausgestellt habe, so daß, wie der Fall des bulgarisch-südslawischen Freundschaftspaktes beweise, die einzelnen Staaten in die Zwangslage gekommen seien, ihre im Rahmen der Kleinen Entente übernommenen Verpflichtungen an die zweite Stelle treten zu lassen. Hinzu komme
weiter, daß auch ein Teil der Großmächte grundsätzlich den Gedanken der kollektiven Sicherheit ablehne und nur zweiseitige Verträge abschließe. Angesichts der Entwicklung der letzten Monate könne man sich kaum der Tatsache verschließen, daß derartige zweiseitige Abkommen sehr wohl imstande sein könnten, die Sicherheit eines Landes zu gewährleisten.
Eine gewisse Unterstreichung erfährt diese sensationelle Meldung des Budapester Blattes, die außerdem als aus „einwandfreier Quelle"
stammend bezeichnet wird, noch durch das offensichtliche Bemühen Prags, ein besonders gutes Verhältnis zu Bukarest herzustellen. Die Präger Presse, die zur Unterstützung dieser Aktion in den letzten Tagen schon etwas über das Ziel hinausgeschossen hat, dürfte keinen Zweifel daran lassen, daß der erstrebte Erfolg nur ein Abkommen zwischen Bukarest und Prag sein kann, das aber jeden Sinn verlieren würde, wenn die Kleine Entente ihre alte Bedeutung wieder erhalten könnte.
Ver »satt Seba"
Der Bukarestcr tschechoslowakische Gesandte nach Prag abgereist
Bukarest, 8. Februar.
Der Bukarester tschechoslowakische Gesandte Seba ist Montag nach Prag abgereist. In politischen Kreisen wird die Abreise Sebas um so stärker beachtet, als er der Verfasser eines Buches ist, das seit einiger Zeit im Mittelpunkt der rumänischen Oeffentlichkeit und jetzt auch inmitten heftiger Debatten im Parlament steht. Der Gesandte setzt sich in diesem „Sowjetrußland und die Kleine Entente in der Weltpolitik" betitelten Buch für ein Bündnis Bukarest-Moskau nach dem Muster des tschechoslowakisch-lowjetrussischen Paktes ein und stellt sich vor die Moskaupolitik des frühe
ren Außenministers Titulescu. Die Tatsache, daß der Gesandte in seiner Schrift mehr oder weniger offen führende rumänische Kreise kritisiert, weil sie Titulescu nicht gefolgt seien, ist von rumänischen Politikern als unzulässige Einmischung in rein rumänische Angelegenheiten energisch zurückgewiesen worden.
Verschiedentlich hat man auch bereits die Abberufung des Gesandten gefordert. Das Buch Sebas hat auch in Polen Entrüstung hervorgerufen. Der Gesandte hatte nicht nur die Innenpolitik Polens kritisiert, sondern in außenpolitischer Hinsicht der Warschauer Regierung Vorhaltungen gemacht. Seba setzte sich offen für eine gebietsmäßige Revision zuungunsten Polens ein.
veruliigung Im östlichen NMelmeer
Das mächtige Aufstreben des italienischen Imperiums hat das Mittelmeer mehr denn je zu einem Brennpunkt der europäischen Politik gemacht. Seit 1918 ist der westliche Teil dieses poli- tischen Raumes in die hundertfältige Diskussion zwischen Frankreich und Italien gerückt worden, und seit dem abessinischen Krieg schien es zu ernsthaften Schwierigkeiten auch zwischen England und Italien zu kommen, nachdem England seinen Seeweg nach Indien durch die Anstrengungen Italiens gefährdet zu sehen glaubte. Das kürzlich abgeschlossene englisch-italienische Abkommen zeigt, daß Italien keineswegs die politischen Schwierigkeiten um das Mittelmeer erhöhen wollt«, sondern daß es alle diejenigen, die an diesem Raum ein besonderes Interesse haben, unbe-
Ueber die prak tische Arbeit der NS-Volkswohlfahrt im Gau Weser-Ems berichten wir im Innern der vorliegenden Ausgabe.
dingt befriedigen will. Die Frage des westlichen Mittelmeeres ist heute allein noch durch den bolschewistischen Terror in Spanien beeinträchtigt, und die Zeit wird zeigen, mit welcher Kompro- mitzlosigkeit Italien diese Frage zu bereinigen gedenkt. So blieb bis zum Beginn dieses Jahres noch die Frage des östlichen Mittelmeeres offen, an der weit mehr Nationen ein berechtigtes Interesse haben. Diese Frage ist unlösbar mit der Balkansrage verbunden, genau so wie sie jede politische Regung in Vorderasien im engeren Sinne betrifft.
Im Verlaufe der letzten achtzig Jahre sind die Völker des Balkans immer wieder durch Schwierigkeiten heimgesucht worden, deren Urheber nicht im Balkan selbst, sondern im Westen Europas zu suchen sind. Nach dem Kriege ist durch die Formierung der Kleinen Entente nicht zuletzt die Kluft zwischen den Völkern des Balkans vertieft worden. So bildete sich in der politischen Anschauung Westeuropas mehr und mehr das Gefühl heraus, daß die Völker des Balkans nur eine passive Rolle im internationalen Völker- leben zu spielen hätten, und hier auch setzte Italiens vernünftige Selbstbestimmungspolitik «in.
Italien ist wie kein anderes Volk untrennbar auch mit den Problemen des östlichen Mittelmeeres verbunden; eine Verstärkung hat diese Tatsache noch dadurch erfahren, daß die Eroberung Jtalienisch-Ostafrikas eine unbedingte Sicherung des Weges der italienischen Flotte nach diesem Gebiet verlangt. Damit war es allen Kennern der hier aufgeworfenen Fragen durchaus verständlich, daß Italien zunächst eins neue Verständigung mit seinem östlichen Nachbar Jugoslawien herbeizuführen gewillt war. Wenn auch diese Bemühungen nicht jeden Augenblick offen zutage traten, so waren sie doch existent; sie sind die Vorbedingung für die großen neuen Bewegungen auf dem Balkan und dem äußersten Südosten Europas. Das System der Befriedigung der „jungen Völker des Ostens", das von Italien gleichermaßen wie von Deutschland herzlich begrüßt wird, weil beide Völker jeder Nation ihren Schutz angedeihen lasten, die aus eigener Kraft und zu eigener völkischer Erfüllung ihren Weg gcht, hat die ersten beiden Phasen erfolgreich abgeschlossen.
Ende Januar wurde das Friedensbündnis zwischen Bulgarien und Jugoslawien geschlossen, das als eine hervorragende politische Tat des Europas der Neuzeit gewertet werden kann und das wieder einmal den untrüglichen Beweis für die Richtigkeit der vom Führer verkündeten These zweiseitiger Abkommen bestätigt hat. Wenn Stojadinowitsch erklärte, die Erfahrung habe gelehrt, daß zwischen Bulgarien und Jugoslawien die Beziehungen brüderlicher und aufrichtiger Freundschaft geschafft worden müßten und wenn er weiterhin ausführte, daß der neue Pakt den Wünschen aller Balkanstaaten entspräche, so kann man ihm nur recht geben.
Das also ist die erste Phase, die zweite ist bezeichnet durch die neuerliche Fühlungnahme zwischen Rom und Ankara, die geeignet sein wird, auf die friedvolle Gestaltung des Balkans zurückzustrahlen. Zwischen dem italienischen