ZKs,.
M
-rk
Mj
Slan
Ire
parteiamtliche Lageszeitung
IlachrichtenblaN der Deutschen flrbeitssront Dremen
der lialioncchctzmllsten Vremens
flmtsdla» des Senats der Freien tjansestadt vremen
5 U Postbezugs mvnatl. 2.3»^
Eck- 7S7S E 12 ^ Bestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar.
NK-udlr^a begründen keinen Anspruch au, Erstattung oder Ersatz.
N«.,Gaiiverlag Weser-Ems K. m. b. H., Bremen, Teeren S-8 / Fernsprecher: 341 21 und Sl118.
Vas amtliche Verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Mdenburg und Vremen
Anzeigen-Grundprcise: Tie 22-mra-sseile im Anzeigenteil >2 die 7v-mm-,tzeile tm Textteil 75 Rps.
Ermäßigte Grundpreise liür kleine Familien-Anzeigen u a.> sowie sonstige Bedingungen Preisliste 8 lNachlaßstassel 6, Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Genmhr Annahmeschluß ik Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich I2-I3 Uhr: Schristleitung Dienstag und Frertag >2>/r-13-/- Uhr.
Nr. Z27 / 7. Jahrgang
« Sonntag, 2S. November 1SZ7
kinzelpreis 15 Npf.
der sichrer baut die ftauptstabt des Neiches
»r«.Wn
veglnn der Neugestaltung verllns
«1^^! Wqb»;
i-Za
tMLs/I
ÄMi^,
t»8M,
itüÜLSsttz!-
:iülpö»jb:
«lstesiiiüü
U!lch!ik^
wiMA»
«jMLÄ
O°.Wte.V>»
jijMsk
x?-MK
:,KH!cc--.-
liliiW"
.N»»
.svE-,-
fldolf Hitler legte den Srundsteln
;um SebSude der wedrtechnischen sakultSt
(Orslitbsrictit uvssrsr Lsrlinsr LekriktlsituiiZ)
rä. V e r lt n, 28. November. Gestern nachmittag legte der Führer und Reichskanzler in einem Festakt, der über alle Sender übertragen wurde, am Teuselssee im Berliner Grunewald den Grundstein des von Professor Speer entworfenen Gebäudes der wehrtechnischen Fakultät.
NMNUMWWWWUUUUWMMIUMWMMWUUUWUWM
Unser lagesspiegel
Ein japanisches Nachrichtenbüro bringt Enthüllungen über sowjetrussische Pläne in China.
Der Memelländische Landtag bezeichnet das Litauer Enteignungsgesetz als unvereinbar mit dem Memelstatut.
Die deutsche Kunst erzielte auf der Pariser Weltausstellung 15 Grands Prix.
Dr. Goebbels sprach auf der Jahrestagung des Reichskultursenates.
Mit der Grundsteinlegung zum Gebäude der wehrtechnischen Fakultät leitet der Führer die Umgestaltung Berlins zur ewigen Hauptstadt des Reiches ein.
Am 11. Dezember spricht der Gauleiter Carl Rover in Bremen.
Der Zubringer Bremen wurde durch Dr. Todt dem Verkehr übergeben.
' Auch die Torfitwerke in Hemelingen erhielten das Leistungsahzeichen für vorbildliche Förderung von „Kraft durch Freude". Bremer Baumwollfirma nimmt ihre Tradition als Reederei wieder auf.
Gauleiter Rover sprach in Oldenburg über die Kameradschaft zwischen Partei und Wehrmacht. ,
Ernst Jachtmann stellte einen neuen Tegel- slug-Weltrekord auf.
Eder errang einen geradezu klassischen K.o.- Sieg über Kalter.
I. »KM
Die Wiedererringung her Wehrfreiheit für das deutsche, Volk hat die wchrtechnische Fakultät an der T, H. in Berlin — die einzige ihrer Art in Deutschland — vor so große und neue Aufgaben gestellt, daß ihre bisherigen Fovschnngs- und Lohrstätten nicht mehr genügen.
Ein kalter Novemberwind fegte über die Bäume des Erunewalhs, als Tausende und aber Tausende von Berlinern nach Arbeitsschluß in, dichten Scharen hinausströmten zum Bahnhof Heerstraße. An der über 1 Kilometer langen Waldstraße, die vom Bahnhof Heerstraße zu dem Gelände führt, auf dem das neue Institut entstehen soll, hatten die Männer der Leibstandarte Aufstellung genommen
Jubelnd begrüßt traf um 15 Uhr der Führer ein. In seiner Begleitung befanden sich Ecncral- seldmarschall von Blomberg, Ministerpräsident Generaloberst Göring und Reichsminister Rüst. Unter den Anwesenden bemerkte man noch die Reichsminister Dr. Goebbels und Dr. Frank, Finanzminister Popitz, Reichsstatthalter Mutsch- mann, Gauleiter Rover, den Eeneralbau- inspektor der Reichshauptstadt, Architekt Pros. Lpeer, Stadtpräsident Dr. Lippert und die Rektoren der Berliner Hochschulen. .
Zwei Ehrenformationen der Leibstandarte und der Wehrmacht zogen im Paradeschritt vor die Ehrentribüne. Dann sprach General der Artillerie, Professor Dr. Becker über die Geschichte des wehrtechnischen Instituts. Nach der Gründung der preußischen militärischen Akademie im Jahre 1903 habe sich das Institut in zehn Jahren zwar internationalen Weltruf geschaffen/jedoch nach Ausbruch des Krieges müßte man die Hörsäle schließen, und unter dem Druck des Versailler Vertrages sei die Anstalt endgültig aufgelöst worden. Nach der Machtübernahme, im Jahre 1933, erhielten die Bestrebungen um Wiedererrichtung des Instituts einen entscheidenden Auftrieb, und bereits im Herbst konnte die' wehr- technische Fakultät an der Technischen Hochschule in Berlin neu ins Leben gerufen werden. Aber es sei doch keine glückliche Lösung des Problems gewesen, da andere Interessen zurücktreten mußten und viel'wertvolle Einrichtungen in ihrem Aufbau behindert würden seien.
Der Entschluß des Führers, für alle diese militärischen Studienabterlungen eine eigene Anstalt zu errichten, habe endlich Abhilfe geschossen. In dem neuen Bau würden sieben wehrtechnische Institute genügend Bewegungsraum für die Erfüllung ihrer Ausgaben erhalten.
Dann ergriff Reichsminister Rüst das Wort zu grundlegenden Ausführungen, in denen er die revolutionäre Neugestaltung des deutschen Hoch- schullebens durch die geplante Einrichtung umriß. „Wenn wir heute", so betonte der Minister, „damit beginnen, der wehrtechnischen Fakultät auf diesem weiten Feld vor den Toren Berlins ein Haus zu errichten, so heißt das, daß die Technische Hochschule mit ihren Einrichtungen und die Berliner Universität mit ihren Einrichtungen folgen werden, daß hier die Technische Hochschule und Universität eine neue Stätte finden sollen.
Damit wird die heutige Grundsteinlegung der wehrwissenschastlichen Fakultät nach dem Wille» des Führers eine geschichtliche Wende für die Entwicklung des gesamten deutschen Hochschulwesens bedeuten. Mein Führer! Auch die deutsche Hochschule ist seit der Machtergreifung und mit dem Ausbruch des jungen Geschlechts sogar schon in den Jahren des Kampfes durch Sie in einen tiefen Umwandlungsprozeh hineingeführt worden, der von späteren Generationen noch größer gesehen werden wird, als wir es heute können."
Nachdem Reichsminister Ruft den Wortlaut der Urkunde zu'dem stolzen Bau verlesen hatte, erreichte die festliche Stunde ihren Höhepunkt. Das, alte Kampflied „Volk ans Gewehr" klang auf. Maurermeister, Geselle und Lehrling im Braunhemd nahmen jetzt nach altöM Brauch die Vorbereitungen zur Grundsteinlegung vor
Anspräche des süiirers
Dann trat der Führer vor den mächtigen, auf einem hohen Postament ruhenden Block, um die Grundsteinlegung zu vollziehen. Bevor Adolf Hitler diese symbolische Handlung erfüllte, verkündete er in einer kurzen Ansprache die gewaltigen Bauaufgaben det Reichshauptstadt,
„Mit dem heutigen Tage beginnt in Berlin eine Periode baulicher Neugestaltung, die das Bild und — wie ich überzeugt bin — auch den Charakter dieser Stadt aus das tiefste verändern wird. Die ehemalige Residenz Hohenzollecscher Fürsten, Könige und Kaiser soll nunmehr zur ewigen Hauptstadt des Ersten Deutschen Volkreiches werden.
In ihr wird für alle Zukunft jene Not behoben fein, die einen großen Historiker zu der erkenntnis- reichen Feststellung führte, daß es stets das tlngliick der Deutschen gewesen sei, wohl Hauptstädte, aber niemals eins wahre Hauptstadt besessen zu haben-
Denn eine wirkliche, dauernde staatliche Gestaltung einer volklichen Gemeinschaft erscheint uns nach aller Einsicht und nach allen geschichtlichen Erfahrungen nur dann denkbar, wenn die Führung einer solchen Gemeinschaft auch örtlich ihren unbestreitbaren führenden Mittelpunkt besitzt
Es sind daher nicht wenige ver großen vergangenen Staatenbildungen verbunden gewesen nicht nur mit der Geburt, sondern sogar mit dem Namen ihrer Hauptstädte. Die Meinung ober, daß der Verfall dieser Staaten bedingt gewesen sei durch die Ausbildung dieser ihrer dominierenden Hauptstädte als Organisationsinittelpunkte des gesamten Lebens, beruht auf einem Trugschluß. Denn gerade die antiken Staaten sind nicht an ihren Städten zugrunde gegangen, sondern die antiken, Städte gingen zugrunde an der Verkennung und Mißachtung der sie bedingenden und damit tragenden Vlutgesetze.
So verfiel das römische Reich nicht wegen Rom, denn ohn« Rom als° Stadt hätte es nie ein römisches Reich gegeben! Der natürl-chste Weg der meisten großen' Staatengrllndungen beginnt in seinem Ausgang fast immer von einem ersten Kristallisationspunkt des politischen und späteren kulturellen Lebens, der dann sehr ost als Hauptstadt dem ganzen Staat seinen Namen verleiht!
So wie aber das Deutsche Reich das späte Ergebnis eines wcchselvollen Ringens verschiedener deutscher Stämme und Staaten nach einer staatlich-politischen Einheit unseres Volkes ist, so fehlt dieser nunmehr endlich erreichten Staatsgründung gerade deshalb die natürliche überragende macht- politische Zentrale. Denn wir wollen sür die Bedeutung einer solchen Hauptstadt nicht so sehr die Zahl ihrer Einwohner als vielmehr die Größe und den Umfang ihres Gesamtbildes und damit ihres Gesamtwertes ansehen. Den Einwohnern nach ist Berlin mit IlH Millionen Menschen ohne weiteres die Hauptstadt des Reiches. Sie ist es aber nicht, wenn wir darüber hinaus das Gewicht ihrer kulturellen und monumentalen Bedeutung und Gestaltung in Vergleich setzen zu den ähnlichen Werten anderer deutscher Städte.
Es ist daher mein unabänderlicher Wille und Entschluß, Berlin nunmehr mit jenen Straßen, Bauten und öffentlichen Plätzen zu versehen, die es sür alle Zeiten als geeignet und würdig erscheinen lassen werden, die Hauptstadt des Deutschen Reiches zu sein.
Es soll dabei die Größe dieser Anlagen und Werke nicht bemessen werden nach den Bedürfnissen der Jahre 1937, 88, 39 oder 10, sondern sie soll gegeben sein durch die Erkenntnis, daß es unsere Aufgabe ist, einem tausendjährigen Volk mit tausendjähriger geschichtlicher und kultureller Vergangenheit für die vor ihr liegende unabsehbare Zukunft eine ebenbürtige tausendjährige Stadt zu bauen. Wir entziehen daher die in den kommenden 29 Jahren zu diesem Zweck in Berlin zu leistende Arbeit bewußt der Kritik der Gegenwart und unterwerfen sie dafür der Beurteilung jener Generationen, die, einst nach uns kommen werden. Wie immer dieses Urteil aber auch ausfallen wird, eine Rechtfertigung soll man uns dann nicht versagen können: Wir haben auch bei dieser Arbeit nicht an uns gedacht, sondern an jene, die nach uns kommen.
In dieser heiligen Ueberzeugung lege ich nun den Grundstein zur wehrtechnischen Fakultät der Technischen Hochschule in Berlin als dem ersten Bauwerk, das in Vollzug dieser Pläne entsteht. Es soll ein Denkmal werden der deutschen Kultur, des deutschen Wissens und der deutschen Kraft.
Mit drei wuchtigen Hammerschlägen nahm dann der ,Führer die Grundsteinlegung des ersten Bauwerkes vor. das die neue bauliche Entwicklung Berlins einleitet.
Mmelveutsche wehren sich gegen übergriffe
Litauisches knteignungsgeset, mit dem Memelstatut unvereinbar - Sitzung des memelländischen Landtags
W" "p
'oll
Memel, 28. November.
Unter außerordentlicher Beteiligung des memel- liindischcn Publikums fand in Anwesenheit zahlreicher ausländischer und reichsdeutscher Prchse- »ertreter eine Sitzung des memelländischen Landtages statt. Sie gestaltete sich zu einer eindrucksvollen Kundgebung gegen die zahlreichen Verletzungen des Memelstatuts durch Litauen und msbesonderc gegen das unter Umgehung des Memeldirektoriums von der litauischen Regierung erlassene Entcigungsgesctz vom 6. September ds. Js. für Gelände in und um Memel.
Die Aussprache eröffnete der memelländische Abgeordnete Monien mit einer Darlegung der oeiichjedenen Schritte die das Memeldirektorium und eine besondere Landtagskommission bei den litauischen Behörden im Sinne einer Lösung der Enteigungsfrage unternommen hatten. U. a. ver- las hierbei Abg. Monien ein Schreiben des Diiel- ioriumspräsidenten Baldszus an den litauischen Memclgouverneur vom 23. Oktober, in dem es u. a. heißt, daß das litauische Gesetz vom 6. September 1937 betr. Enteignungen im Memelgebiet mit den Bestimmungen des Memelstatuts nicht vereinbar sei.
.Eine folgerichtige Anwendung des in dem schreiben des Gouverneurs zum Ausdruck gebrachten Grundsatzes betreffend Gültigkeit litauischer Gesetze im Memelgebiet würde der litaui- lchen Regierung die Möglichkeit geben, sich über
alle den autonomen Gewalten vorbehaltenen Zuständigkeiten hinwegzusetzen. Dies würde aber im krassen Gegensatz zu den im Memelstatut ausdrücklich festgelegten Grundsätzen stehen.
Das Memeldirektorium müsse außerdem mit Bedauern feststellen, daß die litauische Regierung sich bis heute nicht irgendwie mit dem Direktorium wegen ihres Wunsches, in der Umgebung der Stadt Memel neue öffentliche Anlagen zu errichten und zu diesem Zweck Grundstücke zu erwerben, in Verbindung gesetzt hat. Manien charakterisierte sodann die tatsächliche Lage des Memelgebietes dahin, daß Landtag und Direktorium infolge des seit vielen Jahren von der litauischen Regierung verhängten Kriegszustandes eigentlich nur ein S -h e i n d a s e i n führten und wandte sich scharst gegen die Handhabung der Presse zensur durch den litauischen Knegs- kommandanten, der bisher jede Veröffentlichung über die Entoignungsfrage unterdrückt habe Geqen die Auswirkungen des Kriegszustandes w^idten sich weiterhin mehrere Abgeordnete, worauf de" Sejm-Abgeordnete Pokallnifchkis seinen im litauischen Sejm vorgebrachten eben- alls von der Pressezensur unterdrückten Protest gegen das Enteignungsgesetz verlas " Dann ergriff der Präsiden! des Menieldireb tvriums Baldszus das Wort. Er begründete zunächst eingehend den memellandiichen Rechts- l Standpunkt, betonte aber anschließend die gründ- 1
sätzliche Bereitschaft des Memeldirektoriums zur Mitwirkung bei tatsächlich notwendigen Enteignungen. Er widerlegte dann den litauischen Einwand, daß das Gesetz nicht existiere, weil es praktisch bisher nicht durchgeführt werde. Abschließend warnte Präsident Baldfzus, seine bisher gezeigte Verständigungsbereitschaft litauischerseits als Schwäche anzusehen, da diese Verständigungsbereitschaft niemals die Preisgabe memelländischer Rechte zulassen würde. Eine kurze Entgegnung des litauischen Abgeordneten Gailius, der die Enteignungen durch die Höhe der zu zahlenden Emt- chädigungen schmackhaft zu machen versuchte, wurde von Baldszus zurückgewiesen.
Die darauf vom Landtagsoizepräsidenten, dem memelländischen Abgeordneten Monien, eingebrachte Entschließung, daß die Vornahme von Enteignungen im Memelgebiet zur Zuständigkeit der lokalen Gewalten gehöre, daß die vom Direktorium und der Landtagskommisiion bisher unter nommenen Schritte ausdrücklich gebilligt würden und daß die Kommission beauftragt werde, auch weiterhin alle gesetzmäßigen Schritte zu unterneh men, um die memelländischen Rechte zii wahren und statutmäßige Zustände im Memelgebiet z» schassen, wurde von der memelländischen Einheits sraktion einstimmig mit überwältigender Mehrheit zögen die Stimmen der litauischen Abgeordneten angenommen.
s
l» lanxer Kolonne kaln-en üie IVagen eain erstenmal über äio nenervkknste Tfubrinxerstreclle liremen cker (Kä-Ksrss sieb» iw örbliobsn Tsll.) Kukn.: Zeikmiäi
Pott gescktLAOcAec Vacte
Oestünstelt« unä nnKetziinstslte 8snsationvn --- ^.usäruelr llationalsomalistlsesteo VVollons — Voutsvblanck boispielKebenä — Triumpb in karis — Zerstörer ckes Vertrauens — Vorn „Leblüssel rmm Rrieilen Duropas" — Dsivbtkertixe Vorte — Vor- ant^vortnngsbsvvnlltv Staatsmänner — 17 1 » die bessere 2nkünkt unseres Drilteils
i. 8. o. Bremen, 28. November
Es ist eine erklärliche, aber nichtsdestoweniger peinliche Notlage des Großteils der ausländischen Presse, daß sie, um Leser' zu bekommen, sich fortlaufend gezwungen sieht, in Sensationen zu machen. Was die deutsche Presse nicht nötig hat, um interessant zu sein, — nämlich heute die guten Absichten dieses und morgen die bösen Pläne jenes Ministers in Europa oder Amerika „ans Licht zu zerren" und entsprechend mit einer Soße salbungsvoller Zustimmung oder mit bösartiger Kritik zu übergießen — das pflegt von jeher zur Unterhaltung der Leser mit herkömmlich wirkungsvoller Kochkunst der größte Teil der Auslandspreise schamlos und verantwortungslos zu tun.
»
Deutschlands Presse brauchte weder vor noch nach dem Besuche von Lord Halifax in großen Tönen zu sprechen und etwa vor der Unterredung mit dem Führer ihre Leser Wunder politischer Staatskunst erwarten zu lassen oder solche nach der Unterredung zu verkünden. Deutschlands Presse brauchte weder vor dem Besuch der ungarischen Minister in Deutschland so zu tun, als ob dieser Besuch ein Weltschicksal in sich schlösse, noch nach dem Besuch, der natürlich ganz in gegebenen Bahnen herkömmlich deutschungarischer Freundschaft und im herzlichsten Einvernehmen verlief. Denn das deutsche Volk braucht und will keine künstlichen Sensationen. Es hat nämlich das, was andere Völker in gekünstelten Sensationen suchen und finden, — also die Befriedigung eines mehr oder weniger in den Massen liegenden Dranges, an den großen Geschehnissen der Politik, wenn schon nicht aktiv, so doch bewundernd oder ablehnend beteiligt zu sein — bei der täglichen Mitarbeit an dem grandiosen Aufbauwerk- des Führers in höchst befriedigender und zwar aktiver Weise. Der Leser deutscher Zeitungen findet Sensationen — wenn man das so nennen will, genug in der deutschen Presse an den Tatsachenmeldungen von Dingen, die das In- und Ausland immer wieder in gleicher Weise voll Bewunderung — oder je nachdem auch mit Neid erfüllen.
*
Man mag es Sensation nennen, jedenfalls ist es wieder einmal der Bewunderung der ganzen Nachwelt gewiß, was gestern mit der Grundsteinlegung zum Bau der wchr - technischen Fakultät der Technischen Hochschule in Berlin im fünften Jahre nach § der nationalsozialistischen Revolution als i Wille und Tat des gegenwärtig lebenden ^ deutschen Geschlechtes neu in Erscheinung trat und womit, wie der Führer sagte, eine j Periode baulicher Neugestaltung, die das > Bild und den Charakter Berits aufs tiefste - verändern ioll. beginnt. Deutschland wird m Zukunft eine wirkliche Hauptstad. „üben, wo Berlin bisher nur seine größte Stadt gewesen ist. Diese Hauptstadt werden Stra
ßen durchziehen und Bauten und öffentliche Plätze zieren, die für ^ taufend .Jahre den Zweck erfüllen, Kristallisationspunkt. des politischen und kulturellen Lebens der deutschen Nation zu sein. Sensation? Sie sollen es so nennen, wir.nennen es den Ausdruck nationalsozialistischen Wollens und..erkennen darin eine folgerichtige Tat..Mit.solcher Art Sensationen .Kanin Deutschland, allerdings fast täglich von neuem aufwarten? Die deutsche Presse ist jedenfalls ni>e in Verlegenheit, mit solchen Taten ihre Leser bekannt zu machen. Oder -braucht.es Beispiele aus jüngster Zeit ? Braucht es des Hinw.eisss auf die Straßen des Führers, von. denen gestern in Anwesenheit Dr. 'Todts .hich .in Bremen wieder ein Stück der Bestimmung Angeführt wurde? Ist es nicht kennzeichnend, daß dieses Werk des Führers (das nur ein Teilausschnitt aus seinem großen Aufbauwerk am neuen Deutschland ist) heute in den angelsächsischen Ländern als beispielgebend anerkannt wird und daß England sowohl wie Amerika sich diese Straßen bereits zum Muster nahmen, um in ihrem eigenen Lande Aehnliches erstehen zu lassen? Braucht es des Hinweises auf den Erfolg Deutschlands bei der soeben geschlossenen Pariser Weltausstellung, wo an der Spitze der preisgekrönten Nationen neben Frankreich Deutschland steht? Und ist- es nicht wiederum kennzeichnend für den beispiellosen Erfolg deutschen Streb-ens beim Wiederaufbau nach den Weisungen des Führers, daß neben 15 Großen Preisen für deutsche Kunst, gerade auch die deutschen Werkstoffe den Großen Preis in Paris erhielten, deren Bedeutung wir und die Welt im Kampf um Deutschlands wirtschaftliche Unabhängigkeit im Rahmen des Vrerjahresplans kennengelernt haben?
Wir freuen uns oes unvoreingenommenen Urteils der Fachleute, die in Parts als Preisrichter ihres Amtes walteten, um so mehr als wir selbst ja stets der Ueberzeugung waren, daß es bestimmt nicht am französischen Volke liegt, (das mit dem deutschen ebenso wie das deutsche mit dem französischen Volke gern in Freundschaft und Frieden leben möchte), wenn es bisher noch nicht möglich war, die politischen Beziehungen zwischen den beiden Nationen, so wie sie im Interesse Europas sein sollten, zu gestalten. Soeben erst war Henri Pichot, der Führer des bedeutsamsten französischen Frontkampferbundes, hier in Bremen und aus seinem Munde haben wir vernommen, was wir ohnehin nie bezweifelt haben, daß auch das französische Frontkriegergeschlecht keinerlei feindliche Gefühle für das deutsche Volk empfindet, im Gegenteil, daß es ebenso wie das deutsche Frontkriegertum und auch d>e deutsche Jugend gern ein dauernd ge- Uchertes friedliches deutsch-französisches Ver- haltnls sähe und erstrebe. Unvergeßlich blecht das große französische Treffen in