Ausgabe 
(27.11.1937) Nr. 326
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parteiamtliche Lageszeitung der Nationalsozialisten Bremens

parteiamtliche ^Tageszeitung

der Nationalsozialisten Bremens

NachnchtenblaN der Deutschen flrbeiLsstont Bremen Amtsblatt des Senats der ZRÄen kjansestadt Bremen

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Nr. rre / 7. Ztchrgang

Sonnabend, 27. November 1SZ7

klnzelprels lS Npf.

NeueführungdesNeichswirtschastsministeriums

StaatssekrelSr funk Kelchs- und preußischer Wirtschaftsminister / Vr. Schacht, zum Neichsminifter ernannt, bleibt keichs- bankprästdent / der lftes der keichokanrlei, dr. tammeeo, gleichfalls Keichominister / Pressechef der NSdflp. Vr. dietrich auch Pressechef der Neichsregierung und Staatssekretär / Ministerialdirektor stänke Staatssekretär

wichtige knlfcheldimgen des sicheres

(Dralitidsiiodt unssrso Bsrlirisr LodriktlsitunZ)

Berlin, 27. November.

Der Führer und Reichskanzler hat den Präsidenten des Reichsbankdirektoriums Dr. Schacht in Genehmigung seines Antrags von der Führung der Geschäfte des Reichs­und preußischen Wirtschastsministers ent­bunden. Reichsminister Schacht behält sein Amt als Präsident des Reichsbankdirek-

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Bnssr lagssspisgsl

Die Truppen Francos haben erneut Madrid beschossen.

Die Schisfahrt nach Schanghai wird wieder ausgenommen.

Staatssekretär Funk wurde zum Reichswirt- schastsminister ernannt und Reichspresseches der NSDAP. Dr. Dietrich zum Pressechef der Neichsregierung berufen.

Reichsminister Dr. Frick traf in Gleiwitz ein. Aus der gemeinsamen Jahrestagung der Reichskulturkammer und der NSG. »Kraft durch Freude" gaben Dr. Goebbels und Dr. Ley stolze Rechenschaftsberichte.

Hermann Göring stattete Hamburg einen Staatsbesuch ab.

Dr. Ley eröffnete das Sportübungsstiitten- Vauprogramm der Betriebe.

Ein Jahr Wehrsportarbeit der SA. zeitigte hervorragende Erfolge.

Wesentliche Neuerungen für das Motorsport- jahr 1938 kündigte Korpsführer Hühnlein an. Heute erfolgt die feierliche Eröffnung der Reichsautobahn-Zuvringerstrecke Bremen.

Die Ufa-Theater verzeichnen steigende Be­sucherziffern.

Die Deutschen Schreiber/Blersch errangen in Wien zum 5. Male den Radball-Weltmeister­titel.

Raubmörder Richert wurde in Hamburg festgenommen.

toriums wie bisher. Gleichzeitig hat ihn der Führer in Würdigung seiner außerordent­lichen Verdienste zum Reichsminister ohne Geschäftsbereich ernannt.

Zum Reichs- und preußischen Wirtschafts­minister hat der Führer und Reichskanzler den Staatssekretär im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda und Pressechef der Reichsregierung Walther Funk mit Wirkung vom 15. Januar 1938 ernannt. Bis zu dessen Amtsantritt ist der Beauf­tragte für den Bierfahresplan preußischer Ministerpräsident Generaloberst Göring vom Führer mit der Führung der Geschäfte des Reichs- und preußischen Wirtschaftsministers beauftragt worden.

Der Führer und Reichskanzler hat ferner mit Wirkung vom 15. Januar 1938 den Ministerialdirektor im Reichsministerium für Volksausklärung und Propaganda, Karl Hanks, zum Staatssekretär in diesem Mi­nisterium ernannt. Gleichzeitig hat der Füh­rer den Pressechef der NSDAP., Dr. Otto Dietrich, mit Wirkung vom 15. Januar 1938 zum Staatssekretär im Reichsministerrum für Volksaufklärung und Propaganda und Zum Pressechef der Reichsregierung ernannt.

Schließlich hat der Führer durch Erlaß an­geordnet. daß der Chef der Reichskanzler an Stelle seiner bisherigen Amtsbezeichnung »Staatssekretär und Chef der Reichskanz­lei" die Amtsbezeichnung „Reichsmrmster und Chef der Reicl^kanzlei" führt. In Voll­ziehung dieses Erlasses hat der Führer den llhef der Reichskanzlei Staatssekretär Dr. Laminers zum Reichsminister ernannt.

An den Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht hat der Führer das nachstehende Schreiben ge­richtet:

, »Lieber Herr Schacht! Am 30. Juli 1931 er- klarten Lie sich bereit, für die Dauer der Er­krankung des damaligen Reichswirtschasts- Ministers Dr. Schmitt die Geschäfte des Reichs- wirtschastsminiisteriums zu übernehmen und weiter zu führen. Sie haben seitdem in dieser Stellung dem neuen Deutschen Reiche und mir auzerordentliche Dienste geleistet. Deshalb konnte sch mich auch bisher nicht entschließen. Ihren mir >m Laus« der letzten Jahre öfter vorgetragenen Mten um Abgabe des Ministeriums zu ent­sprechen. Die infolge des Ausbaues des Appara- ues.des Vierjahresplanes sich als notwendig er- wegend« Zusammenlegung mit dem Wrtschafts-

l)r. Otto Oiotlivli Bressoeiiek cker llviebsregieiniiiK

Ministerium läßt mich .nunmehr die.Gründe würdigen, mit denen Sie erneut um Ihre Ent­bindung von den Geschäften des Reichswirt­schaftsministers baten. Wenn ich Ihrem Wunsche entspreche, so geschieht es mit dem Ausdruck tiefster Dankbarkeit für Ihre so ausgezeichneten Leistungen und in dem glücklichen Bewußtsein, daß Sie dem deutschen Volke und mir als Präsi­dent des Reichsbankdirektoriums noch viele Jahre Ihr hervorragendes Wissen und Können und Ihre unermüdliche Arbeitskraft zur Verfügung stellen werden. Erfreut darüber, daß Sie auch in Zukunft mein persönlicher Berater sein wollen, ernenne ich Sie mit dem heutigen Tage zum Reichsminister.

Mit deutschem Gruß!

Ihr

gez. Adolf Hitler

1 . s. o. Die im Rahmen des Ausbaues der Organisation des Vierjahresplanes längere Zeit schon erwartete Zusammenlegung des Reichswirtschaftsminlsteriums mit dem Appa- rat- des Vierjahresplanes ist nunmehr er­folgt und gleichzeitig damit wurden alte bewährte Parteigenossen mit höchst verant­wortungsvollen und wichtigen Staatsämtern betraut.

Das Reichswirtschaftsministerium, dessen Geschäfte seit nahezu 314 Fahren durch den Reichsbankpräsidenten Dr. Schacht geführt worden sind, erhält durch die Ernennung Pg. Dr. Walther Funks zum Reichs- wirtschastsminister seinen neuen Leiter. Der neue Reichswirtschaftsminister steht im 48. Lebensjahre und stammt aus ostpreußischem Geschlechte, dessen ältestbekannte Glieder bereits in den Glaubenskämpfen des 16. Jahrhunderts eine bedeutsame Rolle spiel­ten. In Trakehnen, wo der Vater Bau­meister war, geboren, ging Walther Funk durch das Gymnasium in Insterburg und studierte dann in Berlin und Leipzig Rechts­und Staatswissenschaft. Gleichzeitig aber be­schäftigte er sich auch mit Literatur und

Musik. Bereits im 23. Lebensjahre wandte er sich dem Journalismus zu und war bis 1930 Hauptschriftleiter der „Berliner Bör- senzeitung". In diesem Jahre berief ihn der Führer zum Wirtschastsbeauftragteu der NSDAP. Er wurde Hauptabteilungsleiter bei der Reichsleitung in München und Vor­sitzender der Kommission für Wirtschafts­politik, sowie stellvertretender Vorsitzender des Reichswirtschaftsrates der NSDAP. Im Jahre 1932 wurde ihm das Amt des.Presse­chefs der Neichsregierung übertragen, das er als Staatssekretär im Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda verwal­tete. Zugleich ist Pg. Walther Funk Vize­präsident der Reichskulturkammer und Vor­sitzender des Verwaltungsrats des Werbe- rats der Deutschen Wirtschaft und der Reichsrundfunkgesellschaft.

Schon in der. Kampfzeit bekannt durch zahlreiche Veröffentlichungen auf politischem, wirtschaftlichem und finanzpolitischem Ge­biet, erwarb sich Pg. Walther Funk auch durch seine Vortrage auf großen wirtschafts- politischen Tagungen in jener Zeit schon einen Namen und große Verdienste um die Partei. Nicht zuletzt wurde er bekannt durch seine Währungsschrift im Jahre 1923 (Sa- nierungsprogramm für die deutsche. Wäh­rung), die neue, heute noch durchaus gültige Gedankengänge enthält. Sein intuitives Wirtschaftsdenken, seine Erfahrungen auf wirtschaftlichem Gebiet, vor allem sein tiefes Wissen um die schwierigsten wirtschaftlichen Zusammenhänge und sein geschärfter Blick für wirtschaftliche Notwendigkeiten befähi­gen Pg. Walther Funk zweifellos in hervor­ragendem Maße zur Erfüllung der Aufgabe, die ihm neuerdings zufällt.

An Stelle des ausscheidenden Staats­sekretärs Funk hat der Führer den Reichs­pressechef der NSDAP., Dr. Otto Dietrich, zum Pressechef der Neichsregierung ernannt. Dr. Otto Dieirich, dessen Verdienste um die NS.-Presse wie um den gesamten deutschen Journalismus die deutsche Presse am 31. August ds. Is., als er sein 40. Lebensjahr vollendete, gewürdigt hat, vereint nun in seiner Hand die politische Führung nicht nur allein der NS.-Presse, sondern der gesam­ten deutschen Presse. Wie er der NS.-Presse stets ein glänzender Weiser und Führer gewesen, wird er nunmehr auch, dem Geiste des Bürokratismus abhold, der ge­samten deutschen Presse Betreuer sein. Diese und insbesondere die NS.-Presse, die sich ihm in Dankbarkeit verbunden fühlt, be­grüßt ihn auf dem neuen Posten, wohin ihn der Führer berief, aufs herzlichste und in unerschütterlichem Vertrauen. Weih sie doch, daß Dr. Dietrich, der treue Kamerad aus der Kampfzeit, der erfahrene und erfolgreiche Journalist, der gütige Mensch, die ihm vom Führer nun zusätzlich übertragene neue schwierige Aufgabe mit ebensoviel Tatkraft und bewundernswerter Beweglichkeit erfüllen wird, wie er die Aufgaben stets aufs glän­zendste zu erfüllen wußte, die ihm schon als Reichspressechef der NSDAP. gestellt wurden.

Wenn es schon richtig ist — und wer ver­möchte es zu bestreiten —, daß die großen und durchschlagenden journalistischen und propagandistischen Erfolge der national­sozialistischen Presse zu allererst Dr. Dietrich

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zu verdanken sind, so ist es ebenso richtig, ihm eine wesentliche Anteilnahme an den großen politischen Erfolgen der Reichspolitik über-. Haupt zuzubilligen. Daß mit Uebernahme des neuen Amtes durch Dr. Dietrich die Prässearbeit von Partei und Staat womög­lich noch intensiver, womöglich noch erfolg­reicher einsetzen wird als bisher, diese Er­wartung aufzusprechen, heißt für uns gleich­zeitig in der Ueberzeugung ihrer Erfüllung leben.

Der bisherige Ministerialdirektor und fetzige Staatssekretär im Reichsministerium für Volks­aufklärung und Propaganda Karl Hanke ist jedem Berliner Parteigenossen mus der Kampf­zeit her bekannt. Pg. Hanke hat sämtliche Stufen der Parteilaufbahn hinter sich. Er hat als Orts­gruppenleiter. als Kreisleiter, als Eaupropa- gandaleiter mit dazu geholfen, aus dem roten Berlin die Hauptstadt des Dritten Reiches zu machen. Als persönlicher Referent des Reichs­ministers Dr. Goebbels hat er beim Ausbau des Ministeriums und seiner Organisation maßgeb­liche Arbeit geleistet und gerade die Tatsache, daß er sowohl in der Partei als auch im Mini­sterium von den kleinsten Anfängen an auf wich­tigem Posten stand, befähigen ihn zur Erfüllung seines neuen Aufgabenkreises.

Stellvertretender Pressechef der Reichsregie­rung bleibt Parteigenoß? Alfred Jngemar Berndt. der als langjähriger Adjutant und en­ger Mitarbeiter des Reichspressechefs der NS­DAP. auch für diesen Arbeitssektor die Einheit­lichkeit von Partei und Staat gewährleistet. Mit der Ernennung des bisherigen Staatssekretärs in der Reichskanzlei Pg. Lämmers zum Reichsminister kommt die außerordentliche Be­deutung und Wichtigkeit dieser Funktion zum Ausdruck. Nach dem Weltkrieg, den er als Haupt- mann der Reserve mitmachte, widmete er sich der öffentlichen Verwaltung und wurde 1921 zum Oberregierungsrat und ein Jahr später zum Ministerialrat im Reichsministerium des In­nern. wo er das Referat für Staatsrecht inne­hatte. ernannt. In Anerkennung seines großen Könnens und seiner mannigfachen Erfahrungen wurde Dr. Lammers. der schon seit langem das Vertrauen des Führer genoß, als Staatssekretär zum Chef der Reichskanzlei berufen.

vier lalire natlonalsozialWitit Kultuttaten

Vec süftrer bei der gemeinsamen laftreskogung der Neichskulturkammer und der NS0. „Kraft durch seeude"

(viskt-borickt unserer Berliner Sdiriktlsitinig) Berlin, 27. November.

Wieder einmal trafen sich im Deutschen Opern­haus in Charlottenburg die Kulturträger des Dritten Reiches, um vor dem Führer Rechen­schaft abzulegen über die erreichten Ziele und den neuen Aufbauwillen rundzutun für die Zukunft Der Raum des Opernhauses bot ein festliches Bild. Im Hintergrund erhob sich stlbergetönt ein riesiges Hoheitszeichen. Links und rechts grüßten 'die Werkräder der DAF. Draußen flankierten Mannschaften der Leibstandarte die Anfahrts­straße und bildeten das Ehrenspalier bis zur Mittelloge, die zum Theaterraum hin mit der Führerstandarte geschmückt war. Im Opernhaus sah man zum ersten Male Werkscharen auf ihren ehrenvollen Posten.

Kurz nach 12 Uhr betrat der Führer die Loge, vom ganzen Haus schweigend mit erhobener Hand begrüßt. Daneben hatten Reichsminister Dr. Goebbels und Reichsorganisationsleiter Dr. Ley Platz genommen. In den Logen und Sitzreihen der Ränge und im Parkett saßen sait alle Minister des Reiches, die Rcichsleitcr Führer der ss und SA.. Generäle Kultursevatorcn und viele bedeutende Künstler. Unter den Ehren gasten bemerkte man auch den ung-eiichen Min sterpräsidenten von Daranni und Außenminister '>on Kanya.

Das Vorspiel zum 3. A.t der Oper ..Lohen- grin", gespielt vom Philharmonischen Orchester unter der Leitung von Generalmusikdirektor

Daraus sprach Staatsschauspieler Friedrich Ka, ler die machtvolle Eoethesche Hymne „Pro, theus". Anschließend sprach der Leiter der De scheu Arbeitsfront,

Neichgorganikationgloiter Vr. Leu

Er ging in seiner Ansprache davon aus. daß die deutschen Arbeiter vor dem Kriege nicht mate­rielle Dinge in die Arme des Marxismus ge­trieben hätten, sondern der Umstand, daß ihnen oic schätze der deutschen Kultur geflissentlich vor­enthalten worden seien. Die Kultur aber sei die Summe aller Arbeitsleistuimen eines Volkes in der Beraaugenheii. und w hätten auch die Nach- tummeii mit vollem.Recht ihren Auteii an dieser Kultur verlangt.

(Fortsetzung aus Seite 2)

„Neffkes"

in der Nüslungsmdustrie;

v. Berlin, 27. November.

Man hört oft Betrachtungen darüber, ob bei der Erteilung staatlicher Aufträge, insbesondere von Rüstungsaufträgen, die Preise genügend ge­prüft werden. Andernfalls würde, so argumentiert man, eine Schicht von Rüstungsgewinnlern ent­stehen, die an der Wehrhaftmachung der deutschen Nation eine gehörige Stange Gold oder zum mindesten Eolveswert verdient. Wahrscheinlich taucht vor dem geistigen Auge solcher Fragesteller wieder die dicke, übermäßig genährte Gestalt des ..Raffke" aus. der in und auch nach der Kriegs­zeit in den illustrierten Blättern und auch in der Wirklichkeit eine Rolle spielte.

Es besteht keine Veranlassung, solche Fragen in der öffentlichen Erörterung nicht zu erwähnen, denn wer die Dinge nur aus der Ferne sieht und keime Gelegenheit hat, sich näher zu, unterrichten, könnte ein Schweigen falsch auslegen. Zunächst die Preise bei Rüstungsaufträgen. Es ist keineswegs so. daß dem Lieferanten einfach irgendein Phan­tasiepreis bewilligt wird. der gar noch heraufge­setzt wird, wenn die Lieferzeit recht kurz ist. Bei den Rüstungsaufträgen werden individuelle Preise festgesetzt. Die Preise müssen zwar untereinander vergleichbar sein. sind aber auch der Kostenstruktur des einzelnen Unternehmens angepaßt. Das kann die Wirtschaft nur begrüßen, denn die ver­schiedenen Unternehmungen arbeiten mit ver­schiedenen Kostenelementen. Deshalb wird das Preissystem elastisch gehalten und nicht starr fest­gelegt, so daß vielleicht ein Teil der Betriebe übermäßig verdiente, während ein anderer Teil nicht auskäme. In jedem einzelnen Falle wird der Preis sorgfältig voüi Auftraggeber geprüft.

Alls drei Wehrmachtsgruppen lassen in regel­mäßigen Abständen treuhänderische Prüfungen der Lieferfirmen vornehmen, wobei eine genaue Auf­teilung der Kalkulationsrechnung und die Nach­prüfung auf Richtigkeit und Berechtigung der ver­anschlagten Kosten erfolgt. Zugegeben, daß sich in den Jahren 1934 und 1935, in denen sich die hohen Rüstungssätzs erstmals auswirkten, gute Gewinne erzielen ließen. Diese Gewinne wurden jedoch zum Ausbau und zur unbedingt erforderlichen Er­weiterung der Produktionsanlagen benutzt. Ohne diese Gewinns wäre die Produktionssteigerung an­gesichts der Sperre für öffentliche Emissionen, kaum möglich gewesen. Die Anlage der Ueberschüsse in Betriebserweiterungen ist also nicht ein Zeichen dafür, daß die Unternehmer lediglich bauen, um ihre „gewaltigen Verdienste" unterzubringen, son­dern es handelt sich um ein beabsichtigtes Wachs­tum bestimmter industrieller Werks, das durch die größeren Umsätze und die vorgeschriebenen Licser- fristen bestimmt ist. Außerdem wird die Finanz- kraft der Unternehmen nicht nur durch die er­wähnten dringenden Vetriebserweiterungen, son­dern auch durch die verstärkten Lagerhaltungen, Ausbesserungen und den größeren Umsatz über­haupt in Anspruch genommen.

So betrachtet, ist die beobachtete Flüssigkeit der Unternehmen nicht beklagenswert, sondern eine wirtschaftlich gesunde und erwünschte Erscheinung. Die Bäume wachsen auch hier nicht in den Him­mel. Abgesehen von den größeren Abschreibungen, die die ununterbrochene volle Ausnutzung der An­lagen erfordert, werden bei jedem Auftrag vor seiner Erteilung bis ins einzelne gehende An­gaben eingefordert. (Materialaufwand, Lohnauf- wa-nd. Abschreibungsaufwand. Gemeinkosten, diese wiederum in ihrer Zusammensetzung übersehbar usw.) Die Kostenanschläge werden von kauf­männisch geschultem Personal der drei Wehr­machtsteile kontrolliert. Das Rechnungswesen der Industrie wird zweckentsprechend geführt.

Seitens der Wehrmacht wird also alles getan, um keine Rüstungsgewinnler aufkommen zu lassen Andererseits darf bei kritischer Betrachtung nickt vergessen werden, daß die Erhaltung der Finanz- jn Frage kommenden Unternehmen wich­tige Vorbedingung für die dauernde große Lei- stungssähigkeit ist. Wo dennoch hohe Gewinne ent­stehen iollten. sorgt bereits die heutige Steuer­gesetzgebung für ihre weitgehende Erfassung Außerdem übt das Anleihestockgesetz erzieherische Wirkungen aus. das die Abführung der über 6 betragenden Dividendenanteile an die Kolddiskontbnnk zwecks Anlegung in Rente -- werten vorsieht

Nach alledem tut man gut die für Rüstungs- -wccke arbeitenden Betriebe nichl mit miß­trauischen Augen als angebliche Goldgruben an­zusehen, sondern als Arbeitsstätten in denen wertvolle Hilfsarbeit für Deutschlands Freiheit und Selbständigkeit geleistet wird in denen Mann für Mann bis zu den hochwertigsten Kon­strukteuren. Ingenieuren, Chemikern und bis zum Betriebsführer äußerster persönlicher Einsatz