Ausgabe 
(17.11.1937) Nr. 316
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NachrilfttenblaN der Deutschen flrbeitsftont Bremen

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der Nationalsozialisten Vremens

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^ 42 ^4 BesttllMld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar.

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Nr. Z16 / 7. Zakrgang

Mittwoch, l7. November 1SZ7

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Japan meldet Fortschritte an allen Lhina- fronten.

Der Sowjethiiuptling Marty besitzt die Frech­heit, über die Tätigkeit der Internationalen Brigade in Spanien offiziell zn berichten. Lord Halifax befindet sich auf dem Wege nach Berlin.

Dr. Ley eröffnete die Tagung der Eauamts- leiter und Kreisleiter aus Sonthofen.

Zum Tag der deutschen Hausmusik veröffent­lichen Dr. Goebbels, Dr. Raabe und Her­mann Abendroth Geleitworte.

Bei einem Flugzeugunglück Lei Oftende kamen 11 Personen ums Lebxn.

Ueber das Verhalten im Straßenverkehr wur­den neue Verordnungen erlassen.

Ab 2S. November erfolgt die Ausgabe der . Volksgasmasken auch in Bremen.

/ In der Bahr wurden die neuen Kasernen- anlagen feierlich gerichtet.

Der heutige Tag steht sportlich im Zeichen ' der Fußballspiele für das WHW.

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Ver sütieer am Lrabe einer allen Parteigenossin

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München, 17. November.

./ Der Führer wohnte gestern im Münchener Ost- frredhof der Beisetzung von Frau Ella Schindler, einex alten Parteigenossin, Lei, die lange Zeit als Betreuerin des Hauswesens im Verghof auf dem Obersalzberg in treuer Pflichterfüllung wirkte. Mit dem Führer erwiesen der im Alter von 57 Jahren mitten aus einem arbeitsreichen Le­ben Dahingerafften eine Reihe von Mitarbeitern des Führers, an der Spitze Rudolf Hetz, die letzte Ehre.

Aufgaben des Sausieimstüttenamtes

Eine Verfügung des Gauleiters

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dlSLl. Gauleiter Röver erläßt in den Mittei­lungsblättern der NSDAP., Gau .Weser-Ems, folgende Verfügung: Es besteht Veranlassung für die «Weiterentwicklung de^ Siedlungswerkes in Verfolgung des Programms der NSDAP. fol­gendes festzustellen: Für die ordnungsgemäße

Durchführung aller im Eaugebiet mit Reichs­mitteln und Reichsdarlehen geförderten Woh- nungs- und Siedlungsbauten ist mir das Gau- heimstättenamt der Deutschen Arbeitsfront mit seinen Dienststellen verantwortlich. Um eine ein­heitliche Führung im Gau Weser-Ems zu ge­währleisten, ordne ich daher an, daß, wie bisher, das Gauiheimstättenamt der DAF. bei allen Sied­lungsvorhaben, wie im Nachstehenden näher er­läutert, eingeschaltet bleibt.

1. Sämtliche durch das Reich geförderten Sied- lungs- und Wohnungsbauvorhaben sind vor Be­ginn der ersten Planung dem Gauheimstätten- amt der DAF. anzuzeigen. Mit diesem ist Ueber­einstimmung über Plan, Boden, Finanzierung und Siedlerauswahl herzustellen.

2. Die örtlichen Prüfungsausschüsse sind ange­wiesen, die Unterlagen der durchgeführten Prü­fungen über das Eauheimstättenamt der DAF. an die Träger einzureichen.

3. Zu den gesetzlich geforderten Vodengutachten sind die vom Eauheimstättenamt bestimmten Gutachter heranzuziehen.,

Vr. Voebbels an Pros. Varlels

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Berlin, 17. November.

Reichsminister Dr. Goebbels sandte an Pros. Adolf Bartels zu dessen 75. Geburtstag folgendes Telegramm: „Zu Ihrem 75. Geburts­tag spreche ich Ihnen meine herzlichsten Glück­wünsche aus. Sie haben seit dem Auskommen der literarischen Modeströmungen und dem Nieder­gang des deutschen Kulturlebens unter Einsatz Ihrer Person Ihres reichen Wissens und Ihrer unermüdlichen Arbeitskraft den Mächten der

Zerstörung den Kampf angesagt und im deutschen Schrifttum die Ehre des völkischen Schaffens ge^en

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Judenliteratentum verteidigt. Für diese Ihre i bensarbeit, die im neuen Deutschland reiche Früchte trägt, Ihnen an diesem Tage zu danken, ist mir aufrichtiges Bedürfnis." ^ -

Gleichzeitig ließ Reichsminister Dr. Goebbels durch den Leiter der Abteilung Schrifttum >eines Ministeriums, Hauptamtsleiter Hk^rilh' iein Bild mit einer herzlich gehaltenen Widmung an Pros. Bartels überreichen.

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Srößere Sicherheit bei oerstürklerlsiotorislerung

flb 1. Januar 19ZS

Berlin, 17. November.

Das im Jahre 1933 einsetzende Wiederaufleben des deutschen Volkes mit der Wiedereinschaltung von Millionen ehemals arbeitsloser Menschen hat ebenso wie auf anderen Gebieten auch zu einer gewaltigen Steigerung im Verkehr geführt. Die auf Befehl des Führers begonnene Motorisierung hat zu einer Vermehrung des Kraftfahrzeug­bestandes, von 1499 724 Fahrzeugen des Wahres 1932 auf 2 474 581 im Jahre 1936 geführt; die 1937 anhaltende Steigerung läßt auf eine Ver­doppelung innerhalb der letzten vier Jahre fchlidtzen. Unter diesen Umständen erwuchs die Aufgabe einer grundlegenden Neuregelung des Straßenverkehrs und die Notwendigkeit, rechtzei­tig vorbeugende Maßnahmen zu treffen, um die nachteiligen Auswirkungen der verstärkten Moto­risierung, die Verkehrsünfälle, auf ein tragbares Maß herabzudrllcken. Infolgedessen ist trotz der Verdoppelung des Kraftfahrzeugbestandes die Zahl der Verkehrsopfer im Verhältnis dieselbe geblieben: Im Jahre 1932 verloren 6575 deutsche Menschen ihr Leben durch Verkehrsunfälle bei einem Kraftfahrzeugbestand, der etwa die Halste des fetzigen ausmachte; im Jahre 1936 verzeich­nete die Reichsverkehrsunfallstatistik 8388 Tote; in der ersten Hälfte des Jahres. 1937 werden 3437 Tote verzeichnet.

Die Zahl der Verkehrsunfälle ist jedoch immer noch so hoch. daß sie für die n->tronnlsozialistischo Volksgemeinschaft untragbar erscheint. Deshalb entschloß sich die Reichsregierung dazu, die Gs- samtfragen der Verkehrsunfallbekämpfung, sowohl die Exekutive als auch die Gesetzgebung, in einer Hand zu vereinigen. Auf Grund der Aenderung des Kraftfahrzeuggesetzes vom 16. August 1937 hat der Reichsminister des Innern als polizeilicher Ressortminister im Einvernehmen mit dem Reichs­verkehrsminister am 13. November ds. Js. eine neue Verordnung über das Verhalten im Straßen­

verkehr erlassen, die heute im Reichsgesetzblatt veröffentlicht wird. Die neue Verordnung tritt jedoch erst am 1. Januar 1938 in Kraft. Ihr Leit­motiv heißt: Sicherung des deutschen Lebens bei verstärkter Motorisierung, also größte Freiheit für den Verkehr und größte Sicherheit für den Verkehrsteilnehmer!

Die neue Straßenverkehrsordnung ist keine starre Verordnung mit ewig gültigen kon­stanten Anordnungen und Vorschriften. Die Ent­wicklung des Verkehrs macht es erforderlich, daß die neuen Richtlinien ständig wechselnden Not­wendigkeiten angepaßt werden. Binnen kurzer Zeit stehen wir vor Problemen — z. V. Tunnel­verkehr — zu deren Lösung neue Verordnungen notwendig sein werden Nach früheren Grund­sätzen mußte — juristisch gesehen — die Polizei zum' Einschreiten die eingetretene Behinderung

oder Belästigung anderer Verkehrsteilnehmer ab- "seAuff-" ..

warten. Diese Auffassung ist nicht mit der natio nalsozialistischen Zielsetzung des Vorbeugens ver­einbar. Für. den Gesetzgeber, ergibt sich die Not­wendigkeit, alle jene Tatbestände unter Strafe zu stellen, die erfahrungsgemäß und in der Nsgel zu einer Gefährdung des Verkehrs und zu einer Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer führen ' können. Der variable Charakter verlangt auch

Maßnahmen, deren letzte Konsequenz zunächst nur angedeutet und nur im schlimmsten Falle, wenn

trotz aller Erziehungsmaßnahmen der gewünschte Elf,' - -.

cfolg ausbleibt, in Erscheinung tritt ,ls)ie neue Verordnung enthält viele Vorschrif­ten, deren Beachtung für den erfahrenen und rücksichtsvollen

Kraftfahrer

bisher eine Selbstverständlichkeit war. Was für den anständigen Kraftfahrer bisher ungeschrie­benes Gesetz, wird jetzt «in für alle Verkehrsteil­nehmer gültiges eindeutiges Gebot. Es wird alles, was erfahrungsgemäß einem flüssigen Ver­kehr im Wöge stand, beseitigt. So fallen z. B. die

bisher üblichen Krsispolizeroerorönungen über Verkehrsbeschränkungen, die, da örtlich verschie­den, nur ein« Verwirrung der Verkehrsteilneh­mer verursachten, in Zukunft fort. Eine Vor­schrift, die weitsstaehend den Forderungen des Kraftfahrzeugverkehrs Rechnung trägt, ist das eindeutige Gebot des Rechtsfahrens, das rm Gegensatz zur bisherigen Verordnung ausge­sprochen wird. Im Verkehr ist künftig der Grund­satz offiziell: „Je langsamer das Fahrzeug, desto weiter rechts fahren!" Durch diese Anordnung wird eine ihrer maschinellen Antriebskraft ent­sprechende wirtschaftliche Ausnutzung der Kraft­fahrzeuge gewährleistet. Der Sicherung deutschen Lebens gelten z. B. zwei Vorschriften, mit denen die Erfahrungen der Praxis ausgewertet werden. Für Personenbeförderung auf Lastkraft­wagen ist nunmehr besondere Erlaubnis der Ver- kehrspolizeibehärden vorgeschrieben.

Der Sicherung des Millionenheeres der

Bad öftrer

gilt die vorgesehene Verwendung von gelben

Rückstrahlern an den Pedalen der Fahrräder.

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Diese Neuerung wird für alle Fahrräder vorge­schrieben, die ab 1. 7. 1938 erstmalig in den Ver­kehr kommen. Es wird jedoch erwartet, daß auch die Besitzer der anderen Fahrräder sich dieser Vorrichtung freiwillig bedienen, bevor eine all­gemeine Ausrüstung mit den neuen Rückstrahler« angeordnet wird.

Den praktischen Erfahrungen angepaßt sind auch die Bestimmungen über das Verhalten der

sußgSnger

Von einem ausdrücklichen Gebot des Rechtsgehens ist absichtlich abgesehen, es ist vielmehr beabsichtigt, auf dem Wegs der allgemeinen Verkehrserziehung bei Dunkelheit oder starkem Nebel auf den Fahr­bahnen der Landstraßen das Links gehen zu empfehlen. (Fortsetzung 'Seite 2Z

„je schwerer der Kampf, desto schöner dos beben"

Vr. Leg eröffnet Sitz lagung auf Sontffojen — siniprachen der Neichskeiter vouffler und Buch

llligener Orviitbericiit cler kremer Leitung) Sonthofen, 17. November.

Mit einer großen weltanschaulichen Rede hat Reichsorganisationsleiter Dr. Ley die von ihm einberufene erste gemeinsame Tagung der Kreis­leiter und Eauamtsleiter der Partei auf der Ordensburg Sonthofen gestern vormittag einge­leitet. In den frühen Morgenstunden war Reichsorganifationsleiter Dr, Ley mit Haupt­amtsleiter Selzner eingetroffen. Nachdem Dr. Ley die Front der Kreisleiter und Eauamtsleiter ab­geschritten hatte, begaben sich die Teilnehmer in die große Vortragshalle. Der Vurgkommandant leitete die Tagung mit der Begrüßung der Teil­nehmer ein. Der brausende Gruß an den Führer war Dank und Gelöbnis der versammelten Ee-, meinichaft.

Reichsorganifationsleiter Dr. Ley gab dann bekannt, daß, um die politischen Kämpfer aus dem Alltag ihrer Pflicht zu heben, die Partei in Kraft und Größe ihrer Zukunftsaufgabe vor ihnen erstehen zu lassen, diese Tagungen in aller Zukunft jährlich durchgeführt würden. Er habe sich dazu entschlossen, die Eauamtsleiter und Kreisleiter, die bislang getrennt in Tagungen er­

saßt werden., jetzt erstmalig zu vereinen, weil sie

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in der Eigenart ihrer Aufgabe und Bedeutung in der Organisation der Partei zusammengehörten.

Die Größe der gewonnenen Erkenntnisse, die Härte des Kampfgeistes, die llnermüdlichkeit in der Arbeit, die Unnachgiebigkeit im weltanschau­lichen Ringen und die Klarheit und Offenheit nationalsozialistischer Auseinandersetzung waren in seinen diese Tagungen begründenden Ausfüh­rungen lebendig, Hrei Grundelemente national­sozialistischen Handelns und Glaubens stellte Dr, Robert Ley heraus: die Einheit, Lebensbejahung und die Führung. Die Partei habe den Glauben an das Gute und Edle im Menschen wieder wach­gerufen und ist unnachgiebig in ihrem Willen, alle das Volk entzweienden und in seiner Arbeit hemmenden Begriffe und Auffassungen der über­wundenen Zeit zu beseitigen: weil sie das Leben bejaht, sucht sie den Kampf und gewinnt aus ihm neue Lebensfreude und neue Lebenskraft, Je schwerer der Kampf ist, desto schöner das Leben; die Partei setzt alles dafür ein, das ganze deutsche Volk zu aufrechten, ehrlichen und fähigen Kämp­fern für das Leben zu erziehen.

Anschließend sprach am Nachmittag der Chef der Kanzlei des Führers und Vorsitzende der Parteiamtlichen Prüfungskommission zum Schutze des NS.-Schrifttums. Reichsleiter Bouh-ler. Im Hauptteil seiner Rede erläuterte er die Arbeit der Kanzlei des Führers und hob dabei hervor, daß das Vertrauen des Volkes einer der festesten Grundpfeiler des gewaltigen Ausbauwerkes des

Ministerialral Lerndt in Wien

Wien, 17. November.

Amtlich wird mitgeteilt: „Der stellvertretende Pressechef der Reichsregierung, Ministerialrat Alfred-Jngemär Berndt, ist zum Besuch des Vor­standes des österreichischen Bundespregedienstes, Vundeskommissär Walter Adam, in Wien einge­troffen, um die vorgesehenen regelmäßigen Be­sprechungen in Presseangelegenheiten durchzu­führen." .

Neuer Besondrer Panamas in polen

Bremen, 17. November.

Wie uns der Konsul von Panama in Bremen mitteilt, wurde der in Berlin beim Deutschen Reich akkreditierte a. o. Gesandte und bevollmäch­tigte Minister Panama- Dr. Villalaz in gleicher Eigenschaft auch für LÄtzlt «rnaimt.

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Führers sei. Dieses Vertrauen zeige sich unter anderem sinnfällig in den tausendfältigen Wün­schen und Bitien. die täglich an den Führer her­angetragen werden. Die verschiedenen Aemter der Kanzlei des Führers gleichen — sei es durch Prüfung von Beschwerden oder durch soziale Maßnahmen selbst — entstandene Härten aus und geben manchem unverschuldet in Not Geratenen Mut und Zuversicht wieder.

Dann richtete Reichsleiter Buch als letzter Redner des ersten Tages seine Worte an die Teilnehmer -der Sonthofener Tagung. An Hand eines geschichtlichen Rückblicks sprach er über den Sinn der Gemeinschaft. Die NSDAP. kennzeich­nete er als die große Schule der Nation, aus der dem deutschen Volk dauernd Führer erstehen, die es zu seinem fortwährenden Kampf um die Ewigkeit benötige. In diesem Zusammenhang streifte der Redner auch das Verhältnis des Füh­rerkorps der Wehrmacht zu dem Fllhrerkorps der Partei, indem er besondere persönliche Erlebnisse in seine Ausführungen einflocht. Am Abeift, er­freuten das Streichquartett von Pros. Klein mit einem Haydn-Konzert und das Oberstdorfer Vauerntheater mit dem Schauspiel „I, Klasse" von Ludwig Thoma die Tagungsteilnehmer.

tord Halifa-k nach Berlin gereist

Eigener Orsbtdsricbt cksr „Lrsmsr Tsitvvg") London, 17 November,

Lord Halifax hat gestern nachmittag London verlassen, um sich nach Berlin zu begeben, wo er am Mittwochvormittag gegen 9 Uhr eintreffen wird. In feiner Begleitung befinden sich keine Beamte des Foreign Office. Lord Halifax wird in der Berliner englischen Botschaft wohnen und schon am Mittwoch die Iagdausftellung besuchen.

Die englische Presse beschäftigt sich eingehend mit dem Programm und den Gesprächen des Lords während seines Aufenthalts in Deutsch­land. Dabei wird erklärt, daß Frankreich durch England und Italien durch Deutschland über den Inhalt des Meinungsaustausches auf dem lausenden gehalten werden. Mit erjreu- licher Deutlichkeit treten „Daily Telegraph" und „Times" nochmals den Störungsmauövern eines gewissen Teiles der englischen Presse entgegen „Daily Telegraph" bezeichnet den Besuch von Lord Halifax ,n Deutschland als einen Schritt „wohiüberlearer konstruktiver Politik", der wie „Times" hinzu,'iial. bei gutem Erfolg die Grund­lage iiir. eine weitere deutich-englische V-rsiändi- qun - bilden könne.

Heg/ Vo zri in tonSo

London. 17. November. De: ,.uhere italienische Finanzminister Grat Volpi weill. wie jetzt bekannt wird. seit Freitag­abend zu einem aus mehrere Tage berechneten privaten Besuch in London.

Leftren der S »schichte

Die deutsch-englischen Beziehungen vor vier Jahrzehnten

K. kllü. Der englische Kolomalpolitiker Edward Griggs erklärte vor der Abreise des Lord Halifax nach Berlin unter deutlicher Anspielung auf die deutsch-englischen Bünd» nisverhanölungen der Jahre 18 S 8 , 1899 und 1901, die Geschichte wiederhole sich; den Problemen, die seinerzeit den weitsichtigen Joseph Chamberlain beschäftigt hätten, stehe jetzt auch sein Sohn Neville Chamberlain gegenüber. Obschon wir im Gegensatz zu Edward Griggs nicht der Auf­fassung sind, daß die Entwicklung der deutsch- englischen Beziehungen soeben einen „Pa- rallelsall der Geschieht^" abrollen läßt, so ist es doch reizvoll und lehrreich genug, den Berlin gegenüber eingeschlagenen Verständi­gungskurs des früheren englischen Kolonial-' ministers und seiner Kabinettskollegen so­wie die Gründe für das negative Ergebnis jener Annäherungsversuche einer besonde­ren Betrachtung zu unterziehen.

Die vertraulichen Besprechungen, die in den genannten Jahren über den Austausch von Meinungen und über unverbindliche Vertragsentwürfe nicht hinauskamen, wur­den im Einverständnis nnt dem Staatssekre­tär des Auswärtigen von Bülow in der Hauptsache zwischen dem deutschen Bot­schafter in London Gras von Hatzfeldt und Botschaftsrat von Eckardtstein aus der einen Seite sowie dem britischen Kolonialminister Joseph Chamberlain, Lovdschatzkanzler Bal- four und Premierminister Salisbury aus der anderen Seite geführt. Der deutsche Bot­schafter in London berichtete am 29. März 1898 an das Auswärtige Amt in Berlin ausführlich über den Verlauf einer vertrau­lichen Besprechung zwischen ihm und dem englischen Kolonialminister. Joseph Cham­berlain habe ihm, so wurde betont, ausein­andergesetzt, daß die außenpolitische Situa­tion es nicht länger gestatte, die bisherige traditionelle Isolierung Englands aufrecht­zuerhalten; man habe in London den Wunsch, zu einer Verständigung mit Deutsch­land und seinen Freunden zu gelangen. Die-

hin ein Zusammentreffen oes deutschen Diplomaten mit dem Lovdschatz­kanzler Balfour, der für den vorübergehet» abwesenden Premierminister Salisbury die Geschäfte des Auswärtigen führte, vorange­gangen, und zwar waren auch bei dieser Be­sprechung seitens de» britischen Staatsman­nes versöhnliche Töne angeschlagen worden. Die außenpolitische Situation war für Lon­don in der Tat recht kritisch:. Im Fernen Osten hatten sich die Russen, die englische Einflußsphäre bedrohend, in Port Arthur festgesetzt: in Nordafrika meldete sich ein scharfer englisch-französischer Interessen­gegensatz an. Wie gefahrbringend besonders der letztere Konflikt war, ging aus der Aeußerung Chamberlains im Gespräch mit Hatzfeldt hervor, alle Meldungen über be­friedigende Verhandlungen in Paris seien unrichtig, es sei nicht einmal eine Basis ge­funden, auf welcher eine englisch-französische Verständigung erwartet werden könne; er, Chamberlain, sei fest entschlossen, nicht nach­zugeben.

Auch in späteren Besprechungen hat Cham­berlain die Notwendigkeit Englands, einer Isolierung durch Anschluß an die Mittel­mächte auszuweichen, unterstrichen. Zweifel­los stand 1898 das britische Gesamtkäbinett der Aktion Chamberlains zum mindesten nicht unfreundlich gegenüber. Balfour be- stritt allerdings, daß die Zustimmung des englischen Parlaments zu dem angestrebten Bündnis erfolgen werde. Auch das von .Chamberlain eingeschlagene Verhandlungs­tempo schien ihm überstürzt zu fein. Vor allem aber ist der englische Ministerpräsident Salisbury nach Wiederaufnahme seiner Amtstätigkeit in London über die theore- tische Feststellung, „daß unter Umständen eme engere Beziehung zu Deutschland sehr wünschenswert ist", nicht hinausgekommen. Praktisch gefördert hat er die Plane seines K o l o n i a l m i n i st e r s jedenfalls nicht; im Gegenteil: als Chamberlain in einer späteren Phase der Verhandlungen aus eigenem Antrieb her­aus Vertragsentwürfe zu Papier brachte, hat Salisbury einer weiteren diplomatischen Behandlung der Angelegenheit einen Riegel vorgeschoben. Im besonderen hat er die von Chamberlain immer wieder betonte Geftitn der Isolierung Englands als eine >>> ., mäßige Redensart" abgetan. England war ffmer Meinung nach stark genug, alle seine Rechte und Ansprüche allein verteidigen zu können. Diese Gegensätzlichkeit der Aus-