Ausgabe 
(16.11.1937) Nr. 315
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parteiamtliche Tageszeitung

Nachnchienblatt der Deutschen flrbeitssrant Vremen

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Amtsblatt des Senats der Zreien kjansestadt Bremen

Mchl^7 60 ^ßö^eiMnosk?^ ^^^»-'nschllZustellgeb.: Postbezugspreis monatl, 2.38 Postscheck-Hambura I7L72 Zuzugl, 42 3^2 Bestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar,

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^ «auoeriag W-s-r-Ems G. in. b. H., Bremen, Geeren k-8 / Fernsprecher: 54t 21 und 811 15.

Nr. 515 / ?. Jahrgang

Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstatttzalters in Oldenburg und Vremen

Menstag, 16. November 195?

Anzeigen-Grundpreise: Tic ZZ-mm-Zeile im Anzeigenteil l 2 ^-/. die 70 -mm--^eile im Tertteil 75 Rps. Ermäßigte Grundpreise liür kleine Familien 'Anzeigen u n.) sowie sonstige Bedingungen Prers» liste ti (Nuchlnßstniiel Oi Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr- Annichmeschlich 16 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr. Schriitleitung Dienstag und Freitag l 2 l/, l 3 >/, Uhr.

kinzelpreis 15 Npf.

Lord ftalifar tritt heute seine keile an

eegenseitlgkeltsgeschäste kommen nicht In frage

freundschaftliche Aussprache

(ÜIASII«! Ors-llbbsriolit äsrLrsmsr 2sibu,iig") London, 16. November.

. Nach Meldungen Londoner Blätter wird Lord Halifax heute nachmittag um 2 Uhr London ver­lassen, um sich nach Berlin zu begeben. Sein Aufenthalt in Berlin wird auf vier bis fünf Tags berechnet. Die scharfe Zurückweisung der Lügen- kampagne gewisser englischer Blätter durch die

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Die Fernost-Konserenz hat sich abermals vertagt.

Lord Halifax tritt heute seine Reise an. Wegen Verbreitung von Lügen über die Maul- und Klauenseuche in Deutschland wurde der Berliner Havas-Vertreter aus dem Reiche gewiesen.

Die Strohmänner Barmats entpuppten sich als mehrfach vorbestrafte Subjekte.

Die Arbeitstagung des Führerkorps der NSDAP. 'aus Burg Sonthofen nimmt heute ihren Ansang.

Die deutsche Ein- und Ausfuhr hat während der ersten neun Monate des Jahres 1837 beträchtlich zugenommen.

Die Ueberwachnngsstelle für Mineralöle fordert, dah Kraftfahrzeughalter gebrauchte Schmieröle abliefern!

Die Argo-Reederei stellt heute einen Neubau in Dienst.

Eine Arbeitstagung für den Salzheringsver­brauch vereinte ma'ggebliche Vertreter aus 8 Gauen in Bremen.

Im Polizeihaus fand in Anwesenheit un­seres Gauleiters zu Ehren des scheidenden Kommandeurs Dr. Lankenau ein Kamcrad- schaftsabenö statt.

In Bremen stellte sich eine luxemburgische Boxstaffel vor.

Nationalsozialistische Parteikorrespondenz hat in London ernüchternd gewirkt. Einige Blätter verzeichnen sie ausführlich. NurEvening Stan­dard", der am Sonnabend die stärksten Lügen über die Halifax-Reise aufgetischt hatte spielt jetzt den Beleidigten und beschwert sich über dieheftige Sprache der deutschen Presse",

NachDaily Telegraph" hat Lord Halifax für seinen Berliner Besuch den Auftrag, in osfener

und sreundschastlicher Weise die verschiedenen Probleme der deutsch-englischen Beziehungen zu erörtern, den deutschen Standpunkt in Erfahrung zu bringen und die englische Ausfassung zu er­läutern. Das Blatt weist die Behauptung energisch zurück, datz der Besuch einem politischen Kuh­handel diene, denn dazu habe Lord Halifax keiner­lei Vollmacht.

Ob Lord Halifax später auch nach Rom reisen werde, stehe noch nicht fest, da diese Frage durch den Gang der Dinge in Spanien beeinflußt werde.

Times" schreibt, die verschiedenen Vermutun­gen der englischen Presse über Beratungen zwi­schen Halifax und dem Führer fänden überhaupt keine Bestätigung in zuständigen politischen Krei­sen. Wie im Unterhaus von Sir John Simon be­tont worden sei, handele es sich »m eine völlig private und inoffizielle Reise. Jede Idee eines Zusammentreffens zwischen dem Führer und Lord Halifax, wobei jeder eine ausgearbeitete Liste von Fragen oder Vorschlägen für einen deutsch-engli­schen Handel vorbringen würde, sei der britischen

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Regierung fremd. Das Zusammentreffen solle der Anfang einer rein untersuchenden Ausgabe sein, und zwar darüber, wo und wie man britische und deutsche Bestrebungen in Einklang bringen könnte.

Evenina News" schreibt, es sei keine Rede da­von, daß Lord Halifax etwa nach Berlin reisen solle, um mit Adolf Hitler einEegenseitigkeits- geschäft" abzuschließen zu suchen. Vielmehr sei eine ruhige, inoffizielle und klärende Aussprache zwischen zwei freundschaftlichen, , vernünftigen Staatsmännern zu erwarten.

Zwecklose sranMscke Spekulation

Paris, 16. November.

Nachdem der Besuch Lord Halifax in Berlin endgültig feststeht, konzentriert sich das Interesse der französischen Presse in verstärktem Maße auf dieses Ereignis, Die unmißverständliche Er­klärung der Nationalsozialistischen Parteikorre­spondenz zu der LUgenhetze über die angekündigte Unterredung Lord Halifax mit dem Führer spie­gelt sich insofern in manchen Blättern, als deren Berliner sich festzustellen bemühen, daß an einer Aenderung der deutschen Haltung gegenüber Italien, dem Antikominternpakt und seinen Kolonialansprllchen nicht zu denken ist. Die Möglichkeit einer Beseitigung der von der NSK. aufgezeigten Störungsherde haben jedoch die­jenigen Kreise, denen absolut nichts an einer Ent­giftung der Pressediskussionen liegt, stark beun­ruhigt. Die französische Nachrichtenagentur Havas gibt ihnen neue Nahrung, indem sie über un­günstige Vorzeichen orakelt, unter denen die deutsch-englische Fühlungnahme stehen werde. Um sich das scheinheilige Alibi zu schaffen, werden die unsinnigsten Kombinationen, die immer noch aufgestellt und verbreitet wercen, aus London datiert

-Verständigung mit der sich e ver.in-Nom"

Rom, 16. November.

Die Meldungen über die Deutschland-Reise von Lord Halifax werden auch von den römischen Abendblättern mit lebhaftem Interesse verzeich­net.Lavoro Faszista" stellt fest, daß der Besuch von Lord Halifax in Berlin die politische Freund­schaften Deutschlands nicht erschüttern könne. Der Pariser Korrespondent des Blattes schreibt, die französische Presse solle niemals vergessen, daß man nicht ohne oder gegen Rom nach Berlin und ebenso ohne oder gegen Berlin nach Rom gelan­gen könne, Chamberlain habe bereits klar zu ver­stehen gegeben,, daß die Lösung des Friedens­problems nicht in einer Verständigung mit Ber­lin oder mit Rom, sondern in der Verständigung mit der Achse BerlinRom zu suchen sei.

stas Mrerkotps Verstatte! ausvurg Sonthofen

1500 Sauamtsleiter und Kreisleiter osriammelt Keule beginnt die strdeitstagung

(Ligsosr vratikbsriolli äsrSrswsr Leitung") I das Morgenrot" wird von dort morgens um sie- ' - ^ < den Uhr erklingen, derHohenfricdberger" am

Mittag und am Abend spielt das Glockenspiel Me­lodien von Bach und Beethoven. Vier große Stahlglocken die größte von ihnen wiegt 186 Zentner müssen hier noch aufgehangen werden.

in. Sonthofen, 16. November.

Der wuchtige Turm d«r Ordensburg Sont- hosen grüßt in das schneebedeckte Tal der Aller, das AUgäu hat sein Winterkleid angezogen. Den Gästen aus dem Reiche bietet sich ein prachtvolles Bild des Hochgebirges. 1S66 Gauamtsleiter und Kreisleiter sind gestern in dem stillen Allgäuer Städtchen Sonthofen eingetroffen.

Sonthofen ist die dritte der großen Ordensbur­gen der NSDAP. Durch die Anpassung an die Hochgebirgstano^cyast ergaben sich völlig neue Ge- sichtspuirrie für die Gestaltung der Anlage. Die envguilige Ferrigstellung der ganzen Anlage wird (Hr zm ^ahre 1940 zu erwarren jem. Die unter- kunftsräume und die großen Versammln ngs- säie stnv bereits ausgevaut. Ihnen wrrd die ge­waltige Festhalte solgen, deren Fassade die riesige Froni des großen Hoses abschliegr, um den sich die Gebäude lagern.

Testern herrschte aus der Burg ein gewaltiger Betrieb Die einzelnen Gau«, die durch Zander- züge nach Sonthofen gebracht wuvoen, trafen im Lause des Tages ein. KdF.-Omnibusse Hollen sie ab und brachten die Gäste nach der au; einer An­höhe gelegenen Burg.

Die Schulungstagung beginnt heute vormittag mit dem Empfang des Relchsteirers Dr. Ley, der die Front der Gauamtsterler und Kreisleiler abschreiten und anjchtiegenü das Wort zu einer Anfpraa-e ergreifen wird. Außerdem sind Vor­trage der Reichsteiter Buch uno Bouhier zu erwarten, so dag >chon der erste Lag für die Gau- amlsteiter und die xreisleiter aus dem Reiche mit Arbeit ausgefüllt ist. 2m Laufe der Tagung werden sämtliche Reichsteiter der Partei das Wort ergreifen. Für jeden Tag sind vier Vor­trüge geplant, die all« Fragen der Gegenwart erfassen.

Vom 15. bis 24. November wird so die Ordens­burg Sonthofen das politische Führerkorps der Parket versammelt sehen. Der Rahmen der Ta­gung entspricht ihrer Bedeutung. Symbolischer Mittelpunkt der ganzen Burganlage ist der wuch­tige Turm von 45 Meter Höhe, der ein G l o -ken­nte l von 16 Glocken birgt. ^Siechst du im Osten

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KdF.-Fahrt für die gesamte deutsche Belegschaft aus der Weltausstellung

Paris, 16. November.

Vor der Schließung der Internationalen Aus­stellung Paris 1937' vereinigte der Reichskom­missar Ministerialdirektor Dr. Nuppel als Be­triebsführer die gesamte Belegschaft des Deutschen Hauses und der anderen deutschen Beteiligungen der Weltausstellung zu einem Kameradschafts­abend. In seiner Ansprache dankte der Reichs­kommissar allen Gefolgschaftsmitgliedern für ihre Mitarbeit

Keinen schöneren Dank könne es für diese Ar­beit geben als die Anerkennung durch den Führer selbst, der die Belegschaft zu einer KdF.-Fahrt eingeladen hat. Die Berkündung dieser Einladung bildete d«n Höhepunkt des Kameradschaftsabends und wurde mit Begeisterung dankbar angenom­men.

2n einem Telegramm an den Führer dankte Reichskommissar Dr. Nuppel im Namen aller Ar- beitskamerabcn für diese hohe Anerkennung.

Der Führer und Reichskanzler antwortete hier­auf:Reichskommissar Nuppel, Paris. Für Ihr Telegramm und die darin zum Ausdruck gebrachte Kesolgschaststreue danke ich Ihnen. Ich bitte Sie, den Arbeitskameradcn der deutschen Abteilung aus der Weltausstellung zu Paris meine besten Grüße und Wünsche zu übermitteln."

Neichsfinanjlckule in verlin

Berlin, 16. November.

In den neuen Richtlinien über Fachanwälie für Steuerrecht ist bestimmt, daß der Befähigungs­nachweis u. a. durch ein Zeugnis einer Reichs- finanzjchul« darübe.r geführt werden kann, daß der

Antragsteller sich die auf den Gebieten des Vuch- sührungs- und Vilanzwesens und des Steuerrechts notwendigen Kenntnisse erworben hat. Wie Staatssekretär Reinhardt in der deutschen Steuer­zeitung mitteilt, wird^zu diesem Zweck eine be­sondere Reichsfinanzschule in Berlin errichtet werden, deren erster Lehrgang voraussichtlich im Januar 1938 beginnen wird.

KZ.-süstrer in loiedo

Sän Sebastian, 16. November.

Die Abordnung der Hitler-Jugend, die zurzeit in Spanien weilt, traf in Toledo ein. In dem mit deutschen und spanischen Fahnen geschmückten Theater Rojas fand eine Begrüßungsfeier statt, an der auch General Asensio sowie die Spitzen der militärischen und zivilen Behörden teilnah­men. Vor dem Theater hatten Abordnungen der Falanae Aufstellung genommen. Eine große Menschenmenge umsäumte die Zugangsstratze und begrüßte die deutschen Gäste mit begeisterten Hochrufen auf Deutschland und Spanien.

1500 v aue Zungens in Kom

Rom, 16. November.

1300 Mann der Besatzung der vor Gaeta liegendenDeutschland" und der sie begleitenden vier Torpedoboote besichtigten unter sachkundiger Führung von Parteigenossen der Ortsgruppe Rom die Sehenswürdigkeiten der ewigen Stadt. Diese beiden Tage haben die kameradschaftliche Verbundenheit zwischen den Ausländsdeutschen und den Besatzungen der fünf Kriegsschiffe zu einem tiefempfundenen Erlebnis werden lassen. Das zeigt sich in ganz besonderem Maße bei dem Eintopfessen, .das die deutsche Kolonie mit ihren Gästen abhielt. Botschafter von Hasset begrüßte die Gäste der deutschen Kriegsflotte im deutschen Heim mit einer kurzen Ansprache. Der erste Offi­zier des PanzerschiffesDeutschland", Fregatten­kapitän Mollmann dankte in herzlichen Worten im Namen der Besatzung, aber auch des Befehls­habers der deutschen Seestreitkrüfte im Mittel­meer. Konteradmirals MaFchall.

Später haben das PanzerschiffDeutsch­land" und die vier Torpedoboote Eaeta nach zehn­tägigem Aufenthalt wieder verlassen.

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I. 8. o. Bremen, 16. November.

Das war nun einmal vergebliches 2tö- rungsfeuer, das der dem Bolschewismus geistesverwandte Teil der englischen Presse gegen die Verwirklichung des Berliner Be­suches des englischen Lords gelegt hat Das deutsche Volk empfindet mit Genugtuung, daß weder die englische Regierung noch das englische Volk auf dieses heimtückische Ma­növer hereinfiel und daß Lord .Halifax heute bereits das englische Gestade verläßt, um seinen Besuch in der Reichshauptstadt zu machen. So groß die Enttäuschung über das Zustandekommen des Besuches bei denen sein mag, deren ganzes Streben darauf ge­richtet ist, Deutschland und England gegen- einanderzuhetzen, so groß kann die Befriedi­gung in aller Welt sein, wenn aus einer noch so losen Tuchfühlung der beiden Natio­nen ein gedeihliches und Europa zum Nutzen gereichendes Verhältnis entsteht. Die Sow­jets allerdings machen ein schiefes Gesicht. Ihnen sind freilich auch sonst noch wertvolle Felle in letzter Zeit davongeschwommen, und wie es scheint, werden den dcwongeschwom- menen bald weitere folgen. Als betrübte Lohgerber haben die Bolschewisten in Moskau in wenigen Tagen auf ihrer Verlustliste zu buchen: den Fehltritt in Rom, die Abfuhr in Brüssel und vor allem die Errichtung eines weiteren autoritären Staates diesmal jen­seits des Atlantiks in Südamerika. Alles dies nach der entscheidenden Niederlage in Asturien! Dazu kommen nun unverkennbare Anzeichen einer Neuorientierung der eng­lischen, ja sogar wenngleich noch etwas im Hintergrund Anzeichen für eine grundlegende Aenderung der französischen Politik. Abkehr von Moskau! Grund genug, daß Litwinow-Finkelstein in übelster Laune Europas Boden verließ und sich seitwärts in die Büsche Rußlands schlug. Grund genug für Stalin, mit seinem Kommissarius für die Außenpolitik reichlich unzufrieden zu sein.

Der Umbruch in Brasilien ist der Welt nicht überraschend gekommen. Es stan­den die Dinge hier wie seinerzeit in Spa­nien zur letzten Entscheidung: Für oder gegen den Bolschewismus. Nachdem Vargas Erster Präsident der zweiten Republik Brasilien nennt er sich seit der Oktober- Revolution, die ihn im Jahre 1830 aus den Präsidentenstuhl brachte, unablässig bestrebt war, im Kampf gegen jegliche ausländische Ueberfremdung. vor allem >m Kanwf gegen Marxismus und Bolschewismus, der autori­tären Staatsfllhrung in seinem Land die Bahn frei zu mache», mußte schließlich sein Streben sich durchsetzen oder der Bolsche­wismus zusammen mit dem Marxismus an die Macht kommen. Daß Norgas mit dem Bolschewismus und 'einen' >mlw: der d-m Marxismus, nmmgehen versteh!, hol er übrigens schon früher, im Iabre 1935, gegen­über dem Aufrührer Prestes bewiesen,, dem

es den Bolschewismus national tarnend mittels der /Aüsnrs UbertsOora schon gelun­gen war, einen Teil des Militärs und der Beamtenschaft Brasiliens zu verführen. Daß damals beim rücksichtslosen Durchgreisen gegenüber den Aufrührern mit den Rädels­führern auch Sowjetrussen Vargas in die Hand fielen, öffnete nicht bloß dem Groß­teil der Verführten, sondern dem ganzen brasilianischen Volke die Augen. Und da Bargas sich nicht allein als starker und er­folgreicher Gegner des Bolschewismus, son­dern auch als aufbauender Staatsmann er­wies mit einer glücklichen Hand bei Lösung wirtschaftlicher und sozialer Pro­bleme, konnte er es nach der Festigung seines Ansehens und seiner Macht im Lande sehr wohl wagen, den nunmehr geglückten Staatsstreich zu unternehmen.

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Vargas hat über Nacht Brasilien eine neue Verfassung gegeben und die par­lamentarische Körperschaft des Landes auf­gelöst. Als kluger Mann tat er es nicht unvorbereitet und nicht von ungefähr. Schon die Verhängung des Belagerungszustandes vom 2. Oktober für die Zeit bis zum 3. Ja­nuar 1938 sowie die Festnahme mehrerer namhafter Kommunisten, außerdem die Verhängung der Pressezensur und die Ein­setzung von Generalen als Gouverneure in den Einzelstaaten des Bundesstaates Bra­silien lieh erwarten, datz ein entscheiden­der Schlag kommen werde. Mit der Ver­fassung von 1934, derzufolge die Befugnisse des Chefs der vollziehenden Gewalt für die gedeihliche Entfaltung einer erfolgreichen Staatsführung in Brasilien zu sehr beengt waren, ließ sich den kommunistischen Wüh­lern auf die Dauer nicht tatkräftig genug bei- kommen. Noch weniger konnte bei dieser Verfassung ein dem Lande gerecht werden- der Ausfall der am kommenden 3t. Januar angesetzten Präsidentenwahlen erhofft wer­den. Das hat der brasilianische Botschafter m Berlin denn auch bei seinem Besuch im Auswärtigen Amt dargetan und jeder Deut­sche wird es begrüßen, wenn nun an Stelle einer die Staatsgewalt unzureichend festigen- den Verfassung eine neue --- übrigens durch Volksabstimmung zu sanktionierende Verfassung in Brasilien getreten ist, eine Verfassung, die bei Aufrechterhaltung der demokratisch-republikanischen Staatsform und der Selbstverwaltung der brasilianischen Einzelstaaten dem Präsidenten.der Republik weilestgehende Vollmachten gewährt nicht zuletzt bei Bekämpfung des Bolschewismus als des Weltfeindes Nr. 1.

^Die Erwartung, daß der autoritäre staat Brasilien achtzehnmal so groß wie Deutschland und größer als Nord- ovnnstw u i ch t v e r einzige seiner AN aus dem a m e r ich a n i s ch e n K o n t i - , n e n t bleiben wird, ist zweifellos begründet. Da auch die übrigen Staaten Latein-Ameri-