Ausgabe 
(11.11.1937) Nr. 310
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parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsfront Vremen

der NaüoncchoZmlisten Vremens

Amtsblatt des Senats der Freien ljansestaüt Vremen

Erscheint 7malwöchentl. MonatSbezi-g: ^2,30 einschl. Zustellgeb.; Postbezugspreis monatl. 2,30 ^ Postzeitungsgebühr) zuzügl. 42 3A/ Bestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar. Postscheck: Hamburg 17272. Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch auf Erstattung oder Ersatz. NL.-Gauverlag Weser-Ems G. m. b. H., Bremen, Geeren k-8 / Fernsprecher: 84121 und 51115.

Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

Anzeigen-Grundpreise: Die 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 öL/, die 70-mm-Zeile im Textteil 75 Rpf. ErmStzigte Grundpreise (sür klein« Familien-Anzeigen u-°.) sonne sonstige Bedingungen Preis­liste 5 (Nachlaßstaffel 0). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine bewahr. Annahmeschluß lk Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr; Schristlettung Dienstag und Freitag 12-/r—13-/- Uhr.

Nr. ZW / Jahrgang

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Der japanische Ring um Schanghai immer enger.

Die Brüsseler Fernost-Konserenz steht im Zeichen der Quertreibereien des Bolschewisten Litunnow-Fintelstein.

Mit der Tschechoslowakei wurde ein neues Verrechnungsabkommen abgeschlossen.

MS „Ankara" der Atlas Levante-Linie. Bre­men, wurde bei seinem ersten Anlaufen in Istanbul herzlichst begrüßt.

Ein Wiener Judenblatt hetzt gegen die Mün­chener Schau „Der ewige Jude".

Der Führer wohnte in München der Ver­eidigung der fj-Rekruten bei.

Die Reichspost plant die Einrichtung des Fernsehens für Fernsprechteilnehmer.

Am 15. November beginnt der Kartenverkauf siir die Ausstellung „Bremen, Schlüssel zur Welt".

Die Versammlungswelle der NSDAP., Kreis Bremen, hat begonnen.

Mit der Ueberweisung von 5t> BDM.- Miideln in die NS.-Frauenschaft wurde die Jugendgruppe der NS.-Frauenschast, Kreis Bremen, gegründet.

Der Stragenzug Große Allee — Kleine Alles — Meterstratze wird in Langemarck- strahe umbenannt.

Bei dem Meisterschaftsschiehen der Jagd­schützen stellte sich Deutschland vor Groß­britannien an die Spitze.

Saurmgtagung weser-kms

Oldenburg, 11. November

In der Eauhauptstadt Oldenburg fand am Mittwochabend in Papes Hotel eine Tagung der Eauringe I und II für nationalsozialistische Pro­paganda und Volksaufklärung' statt,' und zwar sind im Gauring I die Partei und ihre Gliede­rungen vertreten, während dem Eauring II alle Vereine und übrigen Organisationen angehören. Der stellvertretende Leiter des Reichspropaganda­amts Pg. Athen eröffnete die Eauringtagung und begrüßte zunächst den neuen Leiter der Gau­ringe 1 und II. Pg. Jens Müller, der nun­mehr die Arbeit übernehmen wird. Alsdann sprach Pg. Athen dem Gauhauptstellen- leiter Schwär ting, der im Auftrage der Eaupropagandaleitung bisher die Geschäfte der Eauringe I und II wahrgenommen hatte, für seine bisherige Arbeit seinen Dank aus.

Nach den Begrüßungs- und Einführungsworten sprach Pg. Jens Müller zu den Propagan­disten. Er hob hervor, daß nur dann ein Erfolg aus seiner Arbeit entspringen könne, wenn gegen­seitiges Vertrauen vorhanden sei. Dazu sei ein unbedingtes Hand-in-Hand-Arbeiten aller Stellen die erste Grundbedingung. Auf das Arbeitsziel eingehend wies er darauf hin, daß über die Gau- ringe und Kreisringe die Propaganda einheitlich gestaltet werden soll,' um darüber hinaus über­haupt die gesamte Propaganda durchzuführen, die möglich ist. und zwar einheitlich in jeder Hinsicht. Weiter werden ' " ' '

renten aller

Propagandisten , .

Einblick erhalten. Die gesamte Arbeit erfolgt unter dem Gesichtswinkel der nationalsoziali­stischen Weltanschauung als erzieherische Arbeit am gesamten deutschen Volk.

Anschließend ergriff der Leiter des Instituts für Deutsche Kultur- und Wirtschaftspropaganda, Pg. Könnicke, das Wort und gab Aufschluß über die vom 25. Mai bis 19. Juni 1938 in Bre­men stattfindende Ausstellung „Bremen — der Schlüssel zur Welt". (Näheres hierüber im ört­lichen Teil).

Kein Neikhsbauerntag

Berlin, 11. November.

Aus Grund der durch das Umsichgreifen der Maul- und Klauenseuche in Deutschland verstärk­ten Beanspruchung der Dienststellen des Reichs­nährstandes hat der Reichsbauernsührer angeord­net, daß der für den 25. bis 28. November an­gesetzte Reichsbauerntag nicht stattfindet. Maß­gebend für diesen Entschluß war auch das Be­streben, mit allen Mitteln einer Weitervcrbrci- tung der Seuche vorzubeugen.

Landesverräter Eingerichtet

Berlin, 11. November.

Die Justizpressostelle beim Volksgerichtshof teilt mit: Der vom Volksgerichtshof wegen Landes­verrats zum Tode und zu dauerndem Ehrverlust verurteilte 28fährige Bernhard Sander ist heute morgen hingerichtet worden. Sander wollte sich im November 1935 nach Ueberschrcilen der Lan­desgrenze für die französische Fremdenlegion an­werben lassen. Da er durch einen Unfall waffen- dienstuntauglich geworden war. kam es nicht zum Eintritt in die Fremdenlegion. Sander wurde daher wie durchweg alle zum Waffendienst in der französischen Fremdenlegion bereiten Deutschen der gegen Deutschland arbeitenden Spionage als „Rekrut des Landesverrats" zugeführt. Bis zu seiner Verhaftung im März 1936 war Sander ein willfähriger Agent des auslöndiicken Nach­richtendienstes. Angesichts der ehrlosen Gesinnung Sanders konnte nur der Tod die Sühne seines Verbrechens sein-

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Paris stellt schwär;

(bstgsnsr vrahtboriobt äsr „Lrsmsr 2situvg") Paris, 11. November

Schon nach eintägigem Aufenthalt kehrte der französische Außenminister nach Paris zurück. Wie verlautet, erstreckten sich seine Besprechungen mit dem englischen Außenminister Eden, dem Ameri­kaner Norman Davis und dem Sowjetbotschafter Potemkin in erster Linie auf das Spanien­problem. Die Aufrechterhaltung des äußeren Einvernehmens mit London in dieser Hinsicht macht den politischen Kreisen Frankreichs einiges Kopfzerbrechen. Die außenpolitische Rede Cham- berlains hat Paris, wie aus den Pressekommen­taren deutlich genug hervorgeht, nicht ganz be­friedigt. Seine Bemerkungen über die Bedeutung der englisch-französischen Zusammenarbeit wird zwar überall unterstrichen, dagegen werden seine an Deutschland und Italien gerichteten Worte um so mißtrauischer aufgenommen.

Was die Brüsseler Konferenz angeht, ist man in der französische» Presse sehr pessimistisch, denn es seien so starke Gegensätze ausgetreten, daß selbst ein Kompromiß nicht zustande kam. Der Bolsche- wist Litwinow-Finkelstein ist überstürzt abgereist. Sein Schritt soll damit zusammenhängen, daß sich Eden und Norman Davis gegen dessen Berufung in den Häuptausschuß zur Wehr gesetzt hatten.

Dagegen aber scheint Frankreich an einer der­artigen Haltung Sowjetrußlands gelegen zu fein. Potemkin hat in Brüssel alles versucht, erneute S ch w i e r i g keiten zu bereiten. Offensichtlich arbeiten die Sowjets daraus hin, die gesamte Konferenz auffliege» zu lassen.

Kündigung des Neunmächte-Paktes k

Brüssel, 11. November.

Die Fernost-Konferenz trat gestern zu einem kurzen Meinungsaustausch zusammen. Der bel­gische Außenminister teilte die ihm aus Tokio zu­gegangenen Telegramme mit, wonach die japa. nische Antwort erst für .Freitag zu erwarten ist. Daraufhin wurde beschlossen, die nächste Sitzung am Sonnabendvormittag abzuhalten. Die Sitzung war zum großen Teil ausgefüllt mit einer Ehrung für Ramsay Macdonald.

Die japanische Zeitung „Tokio Nicht Nicht" schreibt im Zusammenhang mit der Antwort Japans, das japanische Auswärtige Amt erwäoe die Kündigung des Neun-Mächte-Paktes, um die „Fesseln der Vergangenheit" abzuwerfen. Das Blatt erinnert in diesem Zusammenhang an den Austritt Japans aus dem Pölkerbund und die Kündigung des Flottenabkommens, das dem da­mals schwachen Japan aufgezwungen worden sei.

Für eins Kündigung des Neun-Mächte-Paktes kommen nach Ansicht des Blattes folgende drei Anlässe in Frag?: 1. Falls Japan in Brüssel als

„Angreifer" oder „Paktverletzer" verurteilt wird; 2. falls die Brüsseler Konferenz ergebnislos ver­läuft, wodurch gleichzeitig die Unhaltbarkeit des Paktes bewiesen sei; 3. falls die japanische For­derung aus Revision des Paktes in Brüssel abge­lehnt werde.

Ver Mng um Schanghai schließt sich

Tokio, 11. November.

Die japanischen Truppen haben im Laufe der Verfolgungskämpfe mit den chinesischen Truppen Kashan besetzt. Damit sind die japanischen Trup­pen tief in die, feindliche Rückzugslinie vorge­stoßen und haben gleichzeitig den schon vor Tagen beobachteten Anmarsch neuer chinesischer Truppen aus der Gegend von Hanchow gestört. Aus japa­nischen Berichten geht weiter hervor, daß nach der Vereinigung des nördlichen und des südlichen Flügels der Japaner, die kurz bevorstände, der Ring um Schanghai geschlossen sei.

Im Mittelpunkt der Kampfhandlungen an der Schanghai-Front stand der Stadtteil Nantao, wo die japanischen Truppen eine durchgreifende Sän- berungsuktion gegen die dort zurückgebliebenen kleineren Abteilungen verschiedener chinesi'cheri Divisionen eingeleitet haben. Lebhafte Schifks- bewegungen auf dem Wangpu-Fluß deuten aus Vorbereitungen zum Eingreifen der japanischen Flotte hin, womit auch eine Verstärkung der See­sperre gegen chinesische Schiffe verbunden sein Wird.

Nächtliche selerstunve vor der seldherrnhalle / Träger der khre und des Ansehens unseres Volkes

München, 11. November

Abermals leuchteten am Dienstagabend Fackel­schein und Opferfeuer der Pylonen wie in der Nacht zuvor zu einer nächtlichen Feierstunde vor der Feldherrnhalle. Der historische Platz ist wie ein riesiger Dom, der in die mystische Unendlich­keit des Novemberhimmels hinaufstrebt. Mit dem Blick in die Zukunft steht die junge Mann­schaft der Schutzstaffel auf dem Platz: In Kom­paniekolonnen tief gestaffelt sämtliche Rekruten der Leibstandarte „Adolf Hitler", der ss-Stan­darten „Deutschland" und „Germania" des Nach­richtensturmbanns, des Pioniersturmbanns, der Führerschulen Toelz und Braunschweig und der Totenkopfverbände.

Zwei Ehrenkompanien der jj-Standarte „Deutschland" und der Leibstandarte „Adolf Hitler" flankieren den Block der Rekruten. Vor der Front steht das Führerkorps der jj und da­vor die Vlutfahne. Die Standarten der Leib­standarte „Adolf Hitler", der Standarten „Deutsch­land" und „Germania" und der Totenkopfver­bände werden unter den Klängen des Präsentier- marsches aus der Residenz gebracht und nehmen vor dem Führerkorps zu beiden Seiten der Vlut­

fahne Aufstellung. In der Feldherrnhalle stehen als Ehrengäste führende Persönlichkeiten der Be­wegung, auf den Tribünen hinter den Absperr­ketten dicht gedrängt die Tauseicke der Münchener Bevölkerung, die in andächtiger Stimmung der Feier beiwohnen. Der Reichsfllhrer jj Himmler erscheint, der Kommandeur der Leibstandarte, ^-Obergruppenführer Sepp Dietrich, erstattet die Meldung. Kurz vor Mitternacht erscheint der Stellvertreter des Führers, Rudolf Hetz, und wird vom Reichsführer jj begrüßt.

Vom Elockenturm der Theatinerkirche dröhnen zwölf eherne Schläge. Der Führer tritt aus der Residenz, an deren Pforte er vom Chef des per­sönlichen Stabes des Reichsführers js, -Gruppen­führer Wolf, empfangen wird. Reichssührer Himmler meldet die zur Vereidigung angetretenen Rekruten. Markig ruft die Stimme des Führers den Gruß zu „Heil. -Männer", donnernd hallt es zurück „Heil, mein Führer".

Es kommt der Kommandoruf „Helm ab zum Gebet!" Die Musik intoniert das weihevolle Lied „Wir treten zum Beten". Der Reichsführer js spricht die Eidesformel vor. Die Rekruten legen den Schwur der Treue, der Tapferkeit und des Gehorsams ab.

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2n einer kurzen Ansprache an die versammelten jj-Männer gedachte der Führer der Bedeutung des 9. November und sprach zu ihnen über den Sinn des Eides, den sie auf diesem für die Natio­nalsozialisten durch das Vlutopfer der ersten Mär­tyrer geheiligten Platz leisten und der sie dem neuen deutschen Staat als sein Schutz und sein Schirm verpflichtet.

„Ihr sollt Träger sein der Ehre und des An­sehens unseres Volkes", so rief der Führer den Männern vom schwarzen Korps zu. „Und überall und zu jeder Stunde sollt ihr dessen eingedenk bleiben. Dann sind all die Opfer, die unser Kampf bisher erforderte, nicht umsonst gewesen. Denn aus ihnen hat sich das erhoben, was zahllose deutsche Generationen vergeblich ersehnt hatten: Ein Volk, ein Reich, eine nationale Ehre und eine Bereitwilligkeit, diese Ehre zu schützen und zu verteidigen, wenn notwendig, unter Einsatz des Lebens."

Der Führer schreitet durch die Reihen, jedem einzelnen der Rekruten fest in die Augen schau­end. Der Präsentiermarsch erklingt, und der Führer verläßt mit einem Abschiedsgruß an die sj-Rekruten die Stätte der eindrucksvollen Feier.

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kr. kill. Bremen, 11 . November

Dem einen läßt das „politische Gewissen" keine ruhige Minute. Er muß säst täglich Konferenzen organisieren. Um zu dirigieren. In seiner Hand vereinigen sich alle Fäden der internationalen Politik. Auch die kaum sichtbaren Seidenfäden. Unter der Parole Nichteinmischung erteilt er Anschauungs­unterricht zum Mephistowort-: „In jeden Quark begräbt er seine Nase". Ueberall stehen seine Lebensinteressen auf dem Spiel. Ueberall muß seine „Autorität" verteidigt werden. Ueberall geht es um Grundfragen seiner Existenz. So weltumspannend das Netz seiner Informationsagenturen ist, so unausrottbar ist sein Trieb, in allen Streit­fragen des Erdballs den öffentlichen Richter zu spielen. Zensuren auszuteilen ist seine liebste Beschäftigung. Sein Wertmaßstab fällt durch seine Veränderlichkeit auf. Selbst­kritik, soweit sie sein eigenes Wesen betrifft, ist ihm verpönt. Ueberhaupt verleitet ihn eine kindliche Freude am Gegensätzlichen zu einem ihm höchst gefährlichen Zickzackkurs. Doch Schwankungen seines Charakterbildes bekümmern ihn nicht. Immer sind seine Taschen mit Zuckerbrot gefüllt, die Träger seiner Sympathien und die Feinde seiner .Gegner zu belohnen. Wo das Selbstbewußt­sein jener Trabanten zu stark sich regt oder wo es in anderer Hinsicht an Konfliktstoff fehlt, da werden künstlich Fronten geschaf­fen. Sobald zwei Gleichberechtigte ohne ihn fertig werden, wittert er ein gegen ihn ge­richtetes Komplott. - „Teile und herrsche!" lautet sein Wahlspruch. Man findet diesen politischen Typ vornehmlich in England. Alles in allem: seine.Gesichtszüge sind denen Anthony Edens verzweifelt ähnlich.

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Der andere verfügt in noch stärkerem Maße über die Fähigkeit des Hellsehens. Nichts entgeht seinem durchbohrenden Blick. Vor allem fühlt er sich in der Atmosphäre hinter den Kulissen des politischen Ge­schehens heimisch. Streckt ihm ein früherer Gegner ritterlich die Hand zur Versöhnung entgegen, so gewinnt in ihm sofort das Miß­trauen die Oberhand. Diese Gefühlsregung gebietet ihm, an der ehrlichen Absicht des Ritters jenseits der Grenze bis zur letzten Konsequenz zu zweifeln. Die Vorsicht for­dert in einem solchen Falle von ihm, lieber mit seinen wirklichen Feinden zu pak­tieren. Im übrigen spricht er sehr viel. An die Spitze jedes zweiten Satzes stellt er die Wendung: „Um ganz sicher zu gehen . . Sein Forschungseifer aus dem Gebiet der Sicherheitstheorie läßt ihn die besten Ge­legenheiten zur praktischen Sicherung seiner Zukunft verpassen. Er nennt das „bewährte Schule der alten Diplomatie". Zwecks Unter­drückung seiner Angstkomplexe speist er nur am runden Tisch in Gesellschaft gleichgesinn- ter Förderer militärischer Kollektivpakte. An sogenannte demokratische Ideen wendet er soviel Temperament, daß er mit ihnen ganze Staatengruppen g l e i ch z e i t i g be­glücken mutz. Unterhaltungen unter vier Augen geht er aus dem Wege; Verabredun­gen zu zweien sind nicht sein Fall. Seine Freundschaften verbieten es ihm, direkte Wege zu gehen. Wider Willen verstrikt er sich mehr und mehr in das Gestrüpp unerfüll­barer Verpflichtungen. Als Ausgleich glaubt er die „Menschenrechte" und die „Grundsätze der Zivilisation" verteidigen zu müssen. Im Pathos ist er unerreicht. Seine Heimat ist Frankreich. Mit einem Wort: Er trägt un­verkennbar die charakteristischen Züge Herriots.

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Der dritte ist der Betriebsamste. Sein Wrrkungsfeld: die Werkstatt im Verborge­nen. Sem ärgster Feind: Artbewußtsein. Seine Parole: Zerstören. Sein Talent: ^onglreren: Niemand kann so geschickt wie ^ Zugleich mit Feder. Mundwerk, Brand­fackel und Höllenmaschine umgehen. Ein Heer dressierter Agenten gibt seinen Projek­ten Gestalt und Maske. Stets ist er in der Lage, Geld durch seine geschwollenen Hände fließen zu lassen. Wo die Beziehungen zweier Volker vergiftet werden, wird er als Draht- zieher prämiiert. Seinen Beruf als Kriegs­hetzer übt er im Gewände des Pazifisten aus In Genf hört er Vorlesungen über Völker­unrecht. Nebenbei inszeniert er Börsenmanö- siamesischen Zwillingen gleich sind Pontik und Geschäft im Sinne seiner materialistischen Weltanschauung zeitlebens miteinander verwachsen. Sein Weg zum Profit geht über Leichen. Mit zahlreichen europäischen Staatsmännern verknüpfen ihn verwandtschaftliche Bande. Seine Rasse- genossen schickt er mit dem langfristigen Aus-