Ausgabe 
(4.11.1937) Nr. 303
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^ Jahrgang

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parteiamtliche Tageszeitung

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Nr. / 7 . Jaftrsang

Vonnerstag, 4 . November 1 SZ 7

kinzelpreis 15 Npf.

Italien wamt in vrüffel vor Sanktionen

Seburtostunde der Sfl.

Jener 4. November 1921 mit der Versammlung im Hofbräuhaus in München, in der der Natio­nalsozialismus zum ersten Male in offener Saal­schlacht den marxistischen Terror brach, gehört heute bereits der Geschichte Deutschlands an. Noch leben die Menschen, die am Geschehen mitwirkten, und doch scheinen ihre Taten in weltenweite Ent-

ilnser lagVsspiegel

2m Fernen Osten befinden sich die Chinesen sowohl in Nordchina wie bei Schanghai er­neut im Rückzug.

In Brüssel begann ohne Teilnahme Japans die Fernost-Konferenz.

England schlägt erste diplomatische Brücken zu Franco.

Rudols Hetz besichtigte aus Einladung Balbos Tripolis.

Der Reichsjägermeister Hermann Eöring er­öffnete in Berlin die Internationale Jagd- ausstellung.

Der bremische Senat sprach der „Oldenburg- Besatzung Dank und Anerkennung für ihre wackere Rettungstat aus.

Der Reg. Bürgermeister spricht heute im gro­ßen Saal der Union über Aufgaben der NSDAP. und ihrer Gliederungen.

Am kommenden Sonntag spricht Hans Zöber- lein im Schauspielhaus.

Den Großen Frankeupreis 1SS7 der Beruss- ringer gewann der Breslauer Walloschke.

Der italienische Militärflieger Stoppani stellte einen neuen Weltrekord im Höhen­flug auf.

fernung von uns gerückt, so gewaltig ist seitdem neues Erleben über uns hinweggebrauft. Wer Einzelheiten wissen will, mag sie in Adolf Hitlers Buch „Mein Kampf" nachlesen. Keiner, als der Führer selbst, kann mit solcher Kraft und Wucht jene Stunden schildern, die den nationalsozialisti­schen Sturmabteilungen ihren Eintritt in Deutsch­lands Entwicklung eroberten.

Es klingt heute fast wie eine Episode aus einer Heldenlegende alter Zeiten, wenn man von jenen knapp SO Männern vernimmt, die in halb­stündigem Kampf eine Uebermacht von acht­hundert zu allem entschlossenen Gegnern zum Hofbräuhaussaal hinausfegten, die in kleinen Trupps von sechs bis acht Kämpfern wie federnde Sturmblöcke in die kompakte feindliche Masse hineinrannten, jene Masse, die vor Wut einen Versammlungssaal in Trümmer schlug, weil vorn einer redete, der sich vor.rotem Terror nicht fürchtete — der Führer. Wie ein Lied von sieg­hafter Nibelungentreue prägen sich die Sätze ein, in denen Adolf Hitler selbst den Mut, die Ent­schlossenheit und das verbissene Durchhalten jener 48 Ordner schildert, denen er von jener Stunde an den Ehrennamen „Sturmabteilung" verlieh, die von jenem Tage an, Rudolf Hetz an der Spitze, die Zelle des aktiven Kampfes einer Be­wegung wurden, die sich auf keinen Fall durch Terrorismus zurückschrecken ließ. Die Faust des „Proletariats" streckte sich damals über Deutsch­land. Schwer sollte sie auf die nationalsoziali­stische Bewegung niedergehen, aber als sie zu­schlug, wurde sie selbst zerschmettert, der Vernich­tungswille blinder Masten vernichtet und den Drahtziehern im Hintergrund ein gewaltiges „Halt" zugerufen.

Auf dem zwölfjährigen Weg der SA. von jenem 4. November 1921 bis in das Jahr 1933 sind immer wieder Opfer geblieben. Es sind Hunderte und Tausende von neuen Saalschlachten in Deutschland geschlagen worden, in den Straßen tobten die politischen Leidenschaften und peitsch­ten die Schüsse, und das heimtückische Messer in verruchten Fäusten hat oft genug Moskaus Ver­nichtungswillen in Deutschland vollstreckt. Aber die Sturmabteilungen gingen die Bahn, an deren Anfang der Sieg der Treue leuchtete, weiter. Sie glaubten, daß in ihnen Deutschlands Kraft wirkte, wie sie das erste halbe Hundert von Sturmmännern mit unglaublichem Machtbewußt- sein erfüllt hatte. In diesem Bewußtsein wuchs der Wille eines anderen Deutschlands, der sich nach jedem Sieg und selbst nach jeder Niederlage immer erneuerte, und der nicht allein in der Zeit des Kampfes, sondern für alle Zukunft in den Kampfgliederungen des Nationalsozialismus leben wird.

süftrerreSen im Schrifttum

Berlin, 4. November

Der Führer hat in einer Verfügung betont, daß in Zukunft keine Reden von ihm in Bro­schüren und Büchern, Sammelwerken oder Zeit­schristen zum Abdruck kommen dürfen, die nicht Reichsleiter Bouhler, dem Tbef der Kanzlei des Führers und Vorsitzenden der parteiamtlichen Prüfungskommission zum Schutz des NS.-Schrift- tumes, vorgelegen haben. Die Verfügung ist mit den starken Mangeln begründet, die immer wie­der bei dem Nachdruck von Führer-Reden in der­artigen Schriftwerken durch willkürliche Aus­lassungen und Umstellungen auftreten.

VlllMdllinM Mio - Nanking angeregt

Beginn -er sernostkonferenz

(Ligsnsr Orabtbsiiebt cker „Lremsr Teilung") Brüssel, 4. November

In der Brüsseler Akademie eröffnete der bel­gische Außenminister Spaak gestern kurz nach 12 Uhr die Fernostkonferenz, an der 18 Dele­gationen mit rund 138 Mitgliedern teilnahmen.

Spaak umriß kurz die Vorgeschichte dieser Kon­ferenz. Er sprach dabei u. a. sein Bedauern dar­über hinaus, daß Deutschland an ihr nicht teilnehme und gab der Hoffnung Ausdruck, daß diese Ablehnung, die auf gewissen besonderen Umständen, die sich ändern könnten, beruhe, nicht endgültig sei. Das Fernbleiben Japans bezeich­nete er als eine wirkliche Schwierigkeit. Da diese Konferenz keineswegs als ein internationa­ler Gerichtshof betrachtet werden könne, könne keine Rede davon sein, daß Japan sich unter seine Würde und Ehre verletzenden Bedingungen ver­antworten müsse. Ziel der Konferenz sei, den Krieg im Fernen Osten zu beenden.

Auf Vorschlag des niederländischen Delega­tionsführers wurde Spaak einstimmig zum Prä­sidenten der Konferenz gewählt. Als erster Redner ergriff der Amerikaner Norman Davis das Wort, der eine Klärung der hinter dem chinesisch-japanischen Konflikt stehenden Probleme forderte. Amerika fei bereit, sich an jeder gemein-

zur Erreichung einer fried­

lichen Lösung im Fernen Osten zu beteiligen. Der englip.

famen Anstrengum

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.. ische Außenminister Eden und sein französischer Kollege Delbos stimmten diesen Aus­führungen zu, wobei der englische Außenminister erklärte, daß die Friedensbestrebungen dieser Konferenz durch die Abwesenheit Japans er­schwert würden. Im übrigen empfahl er - die Einsetzung eines Arbeitsausschusses zur sofortigen Beratung der Einzelfragen. '

Graf Marescotti, der italienische Delegierte, dessen Ausführungen ganz besonderes Interesse fanden, stellte fest, daß die Konferenz gegen keine der beiden streitenden Parteien Maßnahmen mit Zwangscharakter beschließen oder auch nur einen moralischen Druck auf sie ausüben könnte. Ita­lien bedauere diesen Kampf zwischen zwei ihm befreundeten Nationen, deshalb hoffe er, daß die Bestrebungen dieser Konferenz eine vernünftige Lösung zeigen werden.

Allerdings müsse er davor warnen, zwangs- mäßige und überflüssige Untersuchungen anzu­stellen, wie man sie im Falle Mandschukuos ver­sucht habe. Die faschistische Regierung erblicke darin das Hauptziel der Konferenz, daß man versuche, Japan und China wieder einander näherzubringen und sie zu einem dauerhaften Frie­den zusammenzuführen. Der nützlichste Weg hier­zu sei, den beiden Parteien eine gegenseitige hme nahezulegen. In Vielem Falle Aufgabe der Konferenz beendet.

Pla­

tonische Entschließungen dagegen könne Italien nicht hinnehmen und es sei daher gezwungen, gegen gewisse Ergebnisse dieser Konferenz alle Vorbehalte für sich zu beanspruchen.

Am Nachmittag sprach, nachdem der Sowjet- jude Litwinow-Finkelstein eine mit den üblichen Phrasen gespickte Rede gehalten hatte, der chi­nesische Delegierte Dr. Wellington Koo. Er gab zu, daß in China eine antijapanische Stim­mung bestehe, bestritt aber, daß die chinesische Regierung unter dem Einfluß kommunistischer Elemente stehe. Seit nahezu zehn Jahren habe die chinesische Regierung mit allen ihr zur Ver­

fügung stehenden Kräften die Betätigung der chinesischen kommunistischen Partei bekämpft. Diese Gegnerschaft, gestand der Redner ein, sei freilich weniger gegen den Kommunismus als Weltanschauung gerichtet als vielmehr gegen die Errichtung einer separatistischen Regierung mit einer unabhängigen Armee. Zu dem japa­nischen Standpunkt, daß der Konflikt zwischen Japan und China durch direkte Verhandlungen zwischen den beiden Ländern geregelt werden könne, meinte Wellington Koo, eine solche Auf­fassung übergehe die Tatsache, daß durch den Konflikt auch vie Interessen mehrerer anderer Mächte berührt worden seien.

Der Eröffnungssitzung wohnte in der Diplo- matenloge auch der deutsche Gesandte Freiherr von Richthofen bei.

(Siehe auch S. 2)

Internationale Jag-ausstellung 195? eröffnet

Z0 Nationen zeigen ihre lagdtropftSen — Ver Neichsjiigermeister grüßt die Weidmänner der Welt

Berlin, 4. November.

Die „Internationale Jagdausstellung Berlin 1937" ist gestern vormittag unter der Schirm­herrschaft des Reichsjägermeisters, Ministerprä­sident Generaloberst Göring, in den acht Aus­stellungshallen .am Funkturm feierlich eröffnet worden. Gleichzeitig hat die neu erbaute riesige Halle an der Mafuren-Allee, der modernste der­artige Zweckbau Europas, ihre Weihe empfangen. Schon lange vor Beginn des Festaktes hatten auf dem riesigen Platz vor der Haupthalle ein Musik­korps der Leibstandarte Adolf Hitler, rund 1000 Vertreter der Jagdbehörden, 500 Forstbeamte und 100 Bläser der Forstschulen Karlsruhe und Neu- haldensleben Aufstellung genommen. Zu beiden Seiten der breiten Gasse wehen von hohen Masten die Fahnen der 30 Nationen, die an der Ausstellung beteiligt sind. In der neben der Ehrenhalle befind­lichen Deutschen Halle, wo der Festakt vor sich ging, sah man unter den Ehrengästen das Krön- prinzenpaar von Dänemark, die Botschafter von Frankreich, Polen Italien, Großbritannien und Japan, die Gesanoten von Dänemark, Aegypten, Rumänien, der Tschechoslowakei, Oesterreich, Por­tugal, Lettland, Ungarn, Estland, Schweden und der Niederlande sowie einige Geschäftsträger aus­ländischer Staaten. Außerdem waren anwesend die Reichsminister Freiherr von Neurath, Graf Schwerin von Krostgk Rüst, Darrs, Dr. Frank,

Seldte und Dr. Oynesorge, die Reichsleiter Ro-

senberg Vormann. Dr. Dietrich, Dr. Ley, der Thef der deutschen Polizei, Reichsführer jj, Himmler, Reichsarbeitsführer Hierl, der Korps­führer des NSKK., Hühnlein, Reichssportführer von Tschammer und Osten und der Korpsführer des NSFK., Ehristiansen, Botschafter von Rib- bentrop, fast sämtliche Staatssekretäre, die Mini­sterpräsidenten der Länder, die Reichsstatthalier, zahlreicher Gauleiter, hohe Offiziere der Wehr­macht und der Polizei, Führer der (j und SA. sowie zahlreiche andere bekannte Vertreter des Staates, der Partei, der Stadt Berlin und viele Grünröcke aus dem ganzen Reich.

Nach einem feierlichen Marsch begrüßte Ober­bürgermeister und Stadtpräsident von Berlin, Dr. Lippert, die Gäste. Er betonte, daß die Inter­nationale Jagdausstellung in ihrem Aufbau er­kennen lasse, daß die Kultur der Nationen seit der letzten Jagdausstellung in Wien Fortschritte gemacht habe, die jedem Ausstellungsbesucher be­wußt würden.

Jagdsignale leiteten über zu der Eröffnungs­ansprache des Reichsjägermeisters, Generaloberst Göring, der in seiner Rede u. a. ausführte:

Der Gedanke, daß die Jagd aus die Entwicklung von Kultur und Kunst eines jeden Volkes ent­scheidenden Einfluß gehabt hat, war einer der Hauptgründe, die mich veranlaßt haben, die An­regung zu dieser gewaltigen Schau zu geben.

Auf eines, auf das wir ganz besonders stolz sein können, wollen wir mit dieser Schau ver­weisen: Auf die enge kameradschaftliche Verbundenheit, die seit jeher zwischen den Jägern eine edle und hohe alte Sitte ist. Bei der Jagd im gesitteten Weidwerk haben Standes­unterschiede niemals eine Rolle gespielt. Wie im Kampfe gilk bei der Jagd nur der Mann selbst, nur seine männlichen Tugenden, seine Kamerad­schaft, sein Charakter, aber niemals sein Stand. Wenn ebenso die Jäger aller Welt über die Landesgrenzen hinweg gute Kameradschaft halten, so wird sicherlich auch damit dem Frieden der Welt gedient.

In aufrichtiger Gastfreundschaft hat Deutsch­land Ihnen seine Pforten geöffnet. Mögen Sie, wenn der Weg Sie wieder zurück in ihre Heimat führt, die Gewißheit mitnehmen, daß nicht nur der deutsche Jäger, sondern das ganze Deutschland Ihnen als liebe Gäste echte Kameradschaft ent­gegengebracht hat und daß das neue Deutschland Adolf Hitlers nichts mehr ersehnt als eine völker­verbindende Zusammenarbeit, die der Erhaltung des Friedens und der Förderung aller Kultur­werte der Welt dienen soll.

Nachdem das Deutschland- und das Horst- Wessel-Lied verklungen waren, erklärte der Reichsjägermeister die große Internationale Jagdausstellung zu Berlin 1937 für eröffnet.

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(Von wllssrsm sts-näigsn Mtavbsibsr im diaiisn Ostsu)

sek. Bagdad, Ende Oktober.

Die Lage in Palästina spitzt sich von Tag zll Tag zu. Auch in den hiesigen arabischen Kreisen, besonders denen der Nationalisten, betrachtet man die kommenden Dinge in Palästina mit großer Besorgnis. Im Irak ist nach wie vor die Volks­und Regierungsmeinung auf feiten der Araber Palästinas, die ein ungeteiltes Palästina für sich in Anspruch nehmen. Außenpolitisch ist der Irak zur Zeit in die Palästina-Angelegenheit noch nicht verwickelt. Die irakische Regierung hat ledig­lich bisher die Interessen der Araber bei der letzten Völkerbundstagung in Genf durch den ira­kischen Außenminister Tewfik Swedi stark formal verteidigt, zumal der irakische Vertreter in Genf gleichzeitig von einigen anderen arabischen Staa­ten bevollmächtigt war, auch in ihrem Namen zu sprechen. Eine Verschärfung der Lage ist in Pa­lästina eingetreten seit der Verhaftung und De- portierung der hohen arabischen Kommission, der sich der Mufti von Palästina im letzten Augen­blick durch die Flucht in die Omar-Moschee in Jerusalem und weiter nach Syrien zu entziehen wußte. Die Juden Palästinas behaupten nach wie vor, daß die Unruhestifter die Araber seien und daß diese auch die Verantwortung für die Morde an englischen Beamten in Palästina trügen. Die Araber behaupten dagegen, "daß es sich um pro­vokatorische Unternehmungen der Juden handelt, die auf Grund der Verwirrung der Lage damit rechnen (zumal englische Soldaten ihr Leben lassen mußten), daß England zwangs­läufig ihre Partei ergreife. Offiziell hat sich die englische Regierung zu einem solchen Schritt noch nicht verstehen können, weil eine solche Handlungs­weise die sofortige Explosion und den Ausbruch offener, noch größerer Feindseligkeiten zur Folge hätte. Vorläufig beschränkt man sich auf seiten der Araber auf den Kleinkrieg. Bei Hebron in Südpalästina griffen Araber eine englische Po­lizeistation an, in der Gegend von Lydda wurde ein Eisenbahnzng durch Dynamit in die Luft ge­sprengt, in Lydda selbst wurde ein Brand im Flughafen angelegt und die Funkstation zerstört, an allen möglichen Orten kommt es zu Zwischen- sällen, die deutlich die Lage in Palästina be­zeichnen.

Entscheidend für den Ausgang der Palästina- Frage wird sein, ob der geslüchtete Groß-Mufti, das Oberhaupt der mohammedanischen Kirche Palästinas, so viel Macht besitzt, die arabisch­mohammedanische Welt im panarabischen Sinne für die Zukunft mitzureißen. Durch die Flucht des Mufti hat sich die Ausgangsstellung des Kampfes gegen die Juden und Engländer in Palästina von Jerusalem nach Syrien verlegt. Hier hatte vor kurzem in Bluden die arabische Konferenz getagt, in der fast alle arabischen Staaten, unter ihnen Aegypten, der Irak, Trans­jordanien, Syrien, Saud-Arabien und Jemen, vertreten waren. Auf dieser Konferenz wurde eine Resolution gefaßt, wonach, wenn England die Teilung Palästinas durchführen sollte, es die gesamte arabische und mohammedanische Weit gegen sich haben würde; ferner wurde beschlossen, die Boykoit-Bewegung gegen England zu fördern.

Der arabisihe Nationalist und Politiker, Nuri Said Pascha, ehemaliger Außenminister des Irak, wurde, obschon er auf der Konferenz nicht anwesend war, zu ihrem Ehrenpräsident ernannt . — ein Zeichen dafür, daß man für die kommende Zeit in der Durchführung oes arabischen Kamp­fes um Palästina große Hoffnung».,r auf Hilfe seitens des Irak setzt. Wieweit diese Erwar­tungen erfüllt werden, läßt sich im Augenblick nicht übersehen. Eine gewisse Aktivität tritt hier jedoch schon in Erscheinung, denn es ist kein Geheimnis mehr, daß der geslüchtete Mufti Hadsch el-Hussein kürzlich in Syrien eine län­gere Aussprache mit Nuri Said Pascha hatte. Nuri Said Pascha ist nun in den letzten Ok- toberiagen plötzlich und unerwartet in Bagdad wieder eingetroffen, nachdem er ein Jahr zwangsläufig außer Landes gewesen war. Er hatte Bagdad am 29. Oktober fluchtartig ver­lassen, einen Tag nach dem Militärputsch Beker Sidkis, des kürzlich ermordeten Eeneralstabschess des Irak.

Die machtpolitische Lage hat sich seit der Flucht des Mufti aus Palästina wesentlich zugunsten der Araber verschoben, da sie nun ihre Agitation gegen die Juden und gegen die Teilung Palä­stinas in den umliegenden arabischen Ländern aufs intensivste betreiben können, besonders durch den Mufti selbst, den man bereits mit dem Nimbus eines Märtyrers umgibt. Wenn der Mufti nach Bagdad kommen sollte, wird der Irak zwangsläufig, trotz seines freundschaftlichen Ver­hältnisses zu England, die Zentrale der arabischen Freiheitsbewegung werden. Und die irakische Regierung kann durch den Gang der Dinge dann in die Situation kommen, zwischen seiner Freund- jchaft zu England und dem arabischen Moham- medanertum zu wählen. Der Mufti hat, wie er-