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parteiamtliche Lageszeitung
liachnchtenblatt der Deutschen flrbeitsstont Vremen
der Nationalsozialisten Vremens
Amtsblatt des Senats der Zreien Hansestadt Vremen
Erscheint 7mal wöchentlich. Monatsbezug: NM. 2,30 cinschl. Zustellgebühr: durch die Post RM. 2,30 einschl.52,6tPs.Überweisungsgebühr,ausschl. Postbestellgeld, Bezugspreis ist im voraus zu entrichten Postscheck: Hamburg 17272, Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch auf Erstattung oder Ersatz. RL.-Gauvcrlag Weser-Ems E. m. b. H.. Bremen, Teeren 6/8 / Fernsprecher: 541 21 und 511 15.
Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen
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Nr. 72 / 7. Zalirgang
Sonntag, 14. März ISZ7
kinzelpreis 15 Npf.
Her Vierjalzresplan fördert unseren Watt!
Veutschlando wirtschaftliche Versetzungenzum fernen listen / Schiffalirt als Lebensfrage sür Volk und Nalion
Liebesmalzi
des ostafiatischen Vereins
Hamburg, 13. März. Zu dem traditionellen Liebesmahl des Ostasiatischen Vereins Hamburg-Bremen, das am Sonnabendabend in den Räumen des Uhlenhor- ster Fährhauses in Hamburg stattfand, hatten sich auch in diesem Jahre wieder zahlreiche führende Männer des Staates, der Partei, der Wehrmacht, der Wirtschaft und Wissenschaft aus dem ganzen
.........
Unser lagesspiegel
Der Führer sprach dem Reichskriegsminister zu seinem Dienstjubiläum persönlich seine Glückwünsche aus.
Auf dem Reichsparteitag soll alljährlich der Deutsche Nationalpreis sür Kunst und .Wissenschaft verliehen werden.
Aus dem Hamburger Liebesmahl des Ostafiatischen Vereins sprachen u. a. Neichsver- kehrsminister Dorpmiiller und Senator Vagts-Vremen.
Die deutsche Schiffahrt erlitt einen schweren Verlust durch das Ableben des Vorstandsmitgliedes des NDL. Werner Schramm.
In Niedersachsen ging die Zahl der Arbeitslosen im Monat Februar um 43 Prozent zurück.
SA.-Eruppensührer Böhmcker befahl seine Brigade- und Standartenführer zu einer Führertagnng der SA.-Gruppe Nordsee nach Bremen.
Bremer NSKK.-Männer berichten von ihren Erlebnissen im Verkehrserziehungsdienst.
Die Kreispropagandaleitung der NSDAP. gibt die Termine der nächsten Versammlungen bekannt.
Das Bremer Jungvolk führte packende Werbe- abende mit Gebietsjnngvolkfiihrer Frehse und Jungbannführer Redeker durch.
Reich, vor allem aus der Reichshauptstadt und den Hansestädten, mit den Mitgliedern des Ost- asiatischen Vereins vereinigt.
Der Vorsitzende des Ostasiatischen Vereins, Staatsrat Helfferich, hieß die Gäste aufs herzlichste willkommen und teilte mit, daß Ee- samtvorstand und Beirat des Ostafiatischen Vereins beschlossen haben. Reichsverkehrsminister Dr. Dorpmüller, den Bereiter des eisernen Weges in Ehina, in Anerkennung seiner Verbundenheit mit dem MciMifchen Herein zu dem zur Zeit einzigen Ehrenmitglied des Vereins zu ernennen.
Sodann gab Staatsrat Helfferich - einen eingehenden lleberblick über die ausgedehnten wirtschaftlichen Beziehungen, die Deutschland mit Ostasien verbinden. Der Redner wies dabei auf die Aufgaben hin, die auch dem deutschen Ostasien- Kaufmann im Rahmen des Vierjahresplanes gestellt seien und dankte der Reichsregierung, der Auslandsorganisation der NSDAP. und allen anderen Stellen für die kameradschaftliche und verständnisvolle Zusammenarbeit mit dem Ostasiatischen Verein. In das Sieg-Heil Staatsrats Helfferichs auf den Führer und Reichskanzler stimmten die zahlreichen Gäste begeistert ein.
Anschließend nahm
Neichsverketzrsmsnistsr Vr. VorpmiMer,
lebhaft begrüßt, das Wort. Er überbrachte die Grüße der Reichsregierung und befaßte sich vor allem mit dem Vierjahresplan. „Leute, die uns den Bierjahresplan übelnehmen," so sührte er u. a, aus, „erinnern verzweifelt an die betrübten Lohgerber. In der Propaganda gegen den Nier- jahresplan erblicken wir die Enttäuschung bestimmter internationaler Kräfte darüber, daß es trotz Weltkrieg und Versailler Vertrag, trotz Enteignung unseres Auslandsvermögens und der Wegnahme unserer Handelsflotte nicht gelang, uns die beiden wichtigsten Lebenselemente zu nehmen: den Export, der Millionen unserer
Volksgenossen Brot gibt, und den Import, d« wir für uns und unsere Arbeit in der Welt brauchen.
Man nahm uns damals sogar das technische Mittel zur Bewältigung unseres Außenhandels, unsere Handelsflotte. Es hat sich gezeigt, daß kein Wind so schlecht ist, daß er nicht doch etwas Gutes bringt. Wenige Jahre nach dem Kriege hatten wir wieder eine Handelsflotte aufgebaut, die fast durchweg aus Schiffen neuester Bauart bestand. Die Verbindungen unseres Außenhandels und unserer Seeschiffahrt sind heute wieder so befestigt, daß Ihnen, meine Herren, in bestem politischem Sinne die Ausgabe gestellt werden kann, in immer wachsendem Umfang Träger des Austausches der kulturellen und wirtschaftlichen Güter zwischen den Völkern der Welt und uns zu sein.
In hervorragendem Maß gilt dies für unsere Beziehungen mit Ostasien. Unsere Seeichiffahrt gibt im ostafiatischen Gebiet ein schönes Beispiel vorbildlicher Gemeinschaftsarbeit und die in dieser Fahrt eingesetzten Schiffe gehören zu den schnellsten und schönsten, über die unsere Reedereien verfügen.
Kann man ernsthast glauben, daß wir heute diese Anstrengungen machen, um sie morgen in einem mißverstandenen Vierjahresplan auszugeben? Ich
bin so optimistisch, zu behaupten, daß wir mit vielen Artikeln, zu deren Neuschaffung uns die Not des deutschen Raumes zwang, Außenhandel treiben werden. Unmöglich ist es nicht, daß es mit unserem künstlichen Kautschuk und dem synthetischen Benzin eines Tages so gehen kann, wia es mit .dem Indigo und anderen deutschen Farben ging. Wir schaffen uns heute in unserer Wirtschaft die Grundlage, die wir zum Leben unseres Volkes und zur Zusammenarbeit mit dem Auslande brauchen. Wir freuen uns, daß gerade in Ost- asien das Verständnis für unsere politischen und wirtschaftlichen Maßnahmen im Wachsen begriffen ist.
- Als Vertreter der Freien und Hansestadt Bremen überbrachte nach einer Ansprache des Reichsstatthalters Gauleiter Kaufmann
Senator Vogts
die Wünsche des Senats der Freien und Hansestadt Vremen. Der Redner gab einleitend einen Rückblick auf die Arbeit des Vereins in den letzten Jahren. Auch Bremen habe sich bemüht, sein Teil zu dem Wiederaufbau des deutsch-asiatischen Handels beizutragen, indem es in den letzten Jahren mehrere große Schiffe in den Ostasiendienst eingestellt habe. Die alten Hansestädte Hamburg und Bremen kämpften für die gemeinsame Sache Schulter an Schulter, wie sie es im Laufe der Jahrhunderte schon oft getan hatten. So sehr der Gedanke seine Berechtigung habe/einen gesunden
Wettbewerb zwischen den beiden großen Häfen an der Elbe und der Weser zu erhalten, weil er der beste Ansporn für gesteigerte Leistung sei, ebensosehr dürfe diese Erkenntnis niemals dazu führen, den Vorteil oder Gewinn des einzelnen Gemeinwesens oder gar des einzelnen Kaufmanns höher zu stellen als das gemeinsame Ziel gemeinsamer Arbeit.
„Ich glaube aussprechen zu dürfen," so führte der Redner weiter aus, „daß die Hansestädte Hamburg und Bremen von diesem Grundsatz nie abgewichen sind, denn sie haben ihre Aufgabe niemals als eine ausschließlich hanseatiscke, sondern immer als eine im großen Sinne deutsche betrachtet. Bremen und Hamburg müssen die Brücke sein zwischen Deutschland und den Ländern jenseits der Meere, müssen das große Tor zur Welt sein. 2n hervorragendem Maße dient diesem Ziele das Schaffen des Ostafiatischen Vereins". Der Senator gab der Hoffnung Ausdruck, daß im nächsten Jahre dieses traditionelle Liebesmahl in den Mauern Bremens stattfinden wird.
In Vremen steht, so sagte der Redner u. a. weiter, an einem der Schiffahrt dienenden Hause der alte bekannte Spruch: iiecessv est,
vivore non nveosse est". Dieser Spruch will dem Betrachter sagen, ob du ein einzelnes Leben lebst, ist ohne Belang für Volk und Nation, aber daß Schiffahrt betrieben wird, ist eine Lebensfrage für Volk und Nation. Das bedeutet sür die Hansestädte Opferwillen und Selbstlosigkeit.
In diesem Geist haben sie in der Vergangenheit Großes geleistet, dieser Geist, den Adolf Hitler uns heute sür die ganze Nation vorlebt, soll sie sür alle Zukunft befähigen, ihre nationale und völkische Aufgabe im Dritten Reich zu erfüllen.
Anschließend sprach der Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP. und Chef der Auslandsorganisation im Auswärtigen Amt,
Vauleiter Sohle.
Er überbrachte die herzlichsten Grüße des Stellvertreters des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, und seine aufrichtigen Wünsche für eine weitere erfolgreiche Arbeit des Vereins, der mit der Auslandsorganisation und deshalb mit den auslandsdeutschen Nationalsozialisten so eng verbunden sei. Ferner überbrachte Gauleiter Bohle die Grüße und Wünsche des Reichsministers des Auswärtigen, Freiherrn von Neurath.
In gemeinsamer Arbeit gelte es, ein Auslandsdeutschtum zu schaffen und zu erhalten, das aus harten, pflichtbewußten Menschen bestehe, die über alle Dinge des täglichen Lebens hinaus nur einen Begriff kennen, dem sie dienen: Adolf Hitler!
Die Ausführungen Gauleiter Bochles fanden stärkste Zustimmung. Als letzter Redner hob ein junger Ostasien-Deütscher, I. Gustav Schütte, den unerschütterlichen Willen aller Ostasiendeutschen hervor, die deutsche Stellung im Fernen Osten auch weiterhin gegen alle Widrigkeiten und Fährnisse zu behaupten.
Her khrentao des sieichskkiegsministers
persönliche ötückwiinsche des fichrers für öeneralfeldmarschall von vlomberg
Berlin, 13. März.
Die 40jährige Wiederkehr des Tages an dem Reichskriegsminister Eeneralfeldmarschall Werner von Vlomberg in das deutsche Heer eintrat, wurde gestern vormittag am Amtssitz des Ministers am Tirpitzuser durch einen schlichten und würdigen Festakt begangen. Der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht zeichnete seinen hochverdienten Mitarbeiter durch seine persönliche Anwesenheit bei dem Festakt aus.
Ein Doppelposten hatte am Eingang zum Reichskriegsministerium Aufstellung genommen. Gegen 11' Uhr marschierten die von der Wach- truppe gestellte Fahnenkompanie mit den Traditionsfahnen des Füselierregiments Eeneralfeldmarschall Prinz Albrecht von Preußen (hanno- versches) Nr. 73, in das der Jubilar vor 40 Jahren als Leutnant eingetreten war. sowie je eine Ehrenkompanie der Kriegsmarine und der Luftwaffe auf dem Hof des Kriegsministeriums auf.
Den Höhepunkt der militärischen Ehrungen, die dem Reichskriegsminister und Oberbefehlshaber der neuen deutschen Wehrmacht am Tage seines 40jährigen Militärjubiläums zuteil wurden. bildete die Glnckwunfchansprache des Führers. Zu diesem Festakt im großen Saal des
Reichskriegsministeriums war die gesamte hohe Generalität und Admiralität erschienen.
Es waren anwesend die Oberbefehlshaber der Gruppen I bis III, der Kommandierende General des III. Armeekorps und Befehlshaber im Wehrkreis III, der Flottenchef, die Amtschefs der Oberkommandos des Heeres, der Kriegsmarine und der Luftwaffe, der Chef des Wehrmachtsamtes im Reichskriegsministerium mit den Abteilungschefs des Wehrmachtsamtes, der Kommandeur der Wehrmachtsakademie und der Präsident des Reichskriegsgerichtes. Ferner waren zugegen eine Abordnung des Infanterieregiments Generalfeldmarschall Prinz Albrecht von Preußen (Hanno- versches Nr. 73) sowie ein Vertreter des Offiziersvereins und der Kameradschaft des ehemaligen Füsilierregiments 73. Wenige Minuten vor 11 Uhr betrat der Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Reichskriegsminister Eeneralfeldmarschall von Vlomberg, den Saal und begrüßte die anwesenden Offiziere.
Unmittelbar daraus erschien der Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht mit den Oberbefehlshabern der Wehrmachtteile, Generaloberst Freiherrn von Fritsch, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder und Generaloberst Göring. Dex.
Führer und Oberste Befehlshaber der Wehrmacht sprach sodann dem Eeneralfeldmarschall seine Glückwünsche aus.
In seiner Ansprache würdigte der Führer einleitend die großen geschichtlichen Wandlungen, die sich in den vergangenen vier Jahrzehnten in der Welt und in Deutschland vollzogen haben. Von Anfang an sei es der Wille der NSDAP. gewesen, eine neue starke Wehrmacht und die politischen, wirtschaftlichen und psychologischen Voraussetzungen dafür zu schaffen. Daß diese Neugestaltung der deutschen Wehrmacht reibungslos und ohne Erschütterung gelungen sei und daß das alte Heer und die junge Partei sich gefunden hätten, sei die Erfüllung seines tiefsten Herzenswunsches und zugleich das große Verdienst des Reichskriegsministers. Eine Armee könne nicht im luftleeren Raum leben, sie müsse auf dem Boden einer Weltanschauung stehen. Daß die Brücke zur nationalsozialistischen Weltanschauung geschlagen werden konnte, sei dem Verständnis und der grenzenlosen Loyalität des Reichskrieasministers zu verdanken. Nur auf dieser Grundlage sei es möglich gewesen. die großen Entschlüsse zu fassen, die zur Neu- geburt unserer Wehrmacht führten. (Forts. S. 2)
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Ausnahmslose Sicherheit!
Friedensverpslichtung mutz hundertprozentig sein
* Vremen, 14. März.
Der Inhalt des in London überreichten deutschen Memorandums beginnt bereits die Auslandspresse zu beschäftigen. Für uns in Deutschland liegt kein Grund vor, über die Einzelheiten der Note zu sprechen, bevor sich nicht ernsthaft zu nehmende Aeußerungen der maßgeblichen Stellen im Aus- land vernehmen lassen.
Daß die deutsche Note wiederum einen ganz wesentlichen Beitrag zur Sicherung des europäischen Friedens bietet, wissen wir ohnehin, ebenso wie wir davon überzeugt sind, daß es nun noch ganz allein aus diejenigen, an die sich die Note richtet, ankommt, ob das angeblich von ihnen so stark erstrebte Ziel der unbedingten Befriedung Europas erreicht werden wird.
Es muß immer und immer wieder gesagt werden, daß es bei der Untermauerung des Friedens Europas mit Mundspitzen nicht getan ist. Solange es denkbar erscheint, daß eine europäische Macht auf Grund eines Bündnisses mit Sowjetrußland zur Kriegsführung in Europa gegebenenfalls ver. pflichtet ist, solange kann von einer Zuverlässigen Sicherung des europäischen Friedens leider nicht die Rede sein.
Was kann schon dem europäischen Frieden eine Friedensverpflichtung dienen, die für einen bestimmten Fall Ausnahmen zuläßt? Was soll ein Kriegsverzicht zu 90 Prozent, wenn dann doch zu 10 Prozent Europa vom Kriege bedroht bleiben soll? Ausnahmen auf dem Gebiet der Friedenssicherung sind ein Unding, und wer sich von den europäischen Mächten hier nicht zur Totalität bekennt, der soll nicht sagen dürfen, daß ihm am Frieden Europas — und nicht etwa bloß an den eigenen Plänen — gelegen ist.
Entweder ist den verantwortlichen Staatsmännern in Europa an der Friedenssichs- rung für ihre Völker alles gelegen oder nichts. Deutschland jedenfalls ist alles daran gelegen; das soll nun endlich niemand mehr bestreiten, wer sich nicht absichtlich verdächtig machen will, Deutschland gewissenlos zu verleumden. Deutschland hat seinen Friedenswillen nicht nur immer und immer wieder in eindeutiger Weise dargetan, sondern darüber hinaus ist es auch jedermann völlig klar und muß jedem Einsichtigen einleuchten, daß Deutschland allein schon um der von ihm in Angriff genommenen gewaltigen innerpolitischen Aufgaben willen gar keine Störungen durch einen Krieg wollen und brauchen kann.
Wenn also die an einem Westpakt interessierten europäischen Mächte einem ausnahmslosen Kriegsverzicht bedingungslos zuzustimmen zögern, etwa weil sie glauben, baß Deutschland dunkle Pläne für den Osten Europas Hege, so sollten sie sich doch einmal ehrlich darüber Rechenschaft ablegen, welche Gründe sie nun eigentlich sür solch eine Annahme haben. Deutschlands Verhalten im Osten und vor allem auch des Führers Pakt mit Polen beweist doch jedenfalls gerade das Gegenteil; und nur weil Deutschland Sowjetrußlands Lüsternheit nach europäischen Unruhen kennt, und nur weil Deutschland sehr wohl weiß, daß Sowjet- rußland den ersten ihm günstig erscheinenden Augenblick einen europäischen Krieg zu entfachen benutzen wird, darum verurteilt Deutschland den unglückseligen Pakt Frankreichs mit Moskau, der das französische Volk in unheilvolle Abenteuer und Europa in die furchtbarsten Wirren zu stürzen imstande ist.
Deutschland hat jedenfalls keinerlei militärische Abmachungen mit irgendwelchen Ländern in- oder außerhalb Europas Deutschland hat auch Keine Bindungen an den Völkerbund, der durch seinen berüchtigten Artikel 16 — man erinnere sich nur an die englisch-italienische Spannung während des abessmischen Krieges — immerhin zu einer ungeheuren Gefahr für den europäischen Frieden werden kann. Deutschland hat überhaupt keine Bindungen, die es zu einem Kriege verpflichten und wird und will auch niemals welche eingehen.
Deutschland hat aber am Rhein gemeinsame Grenzen mit Frankreich und Belgien und so, wie es mit einem Nichtangriffspakt Polens Sorgen um die deutsch-polnische Grenze im Osten behob, so würde es gewiß auch bereit sein, jeglichem Mißtraue seiner Nachbarn am Rhein und darübe^ hinaus auch dem Mißtrauen England? wegen der Westgrenze zu begegnen, indem es, wie so oft, auch diesmal wieder seinen Friedenswillen bekundet ünd seinem Kriegsverzicht