Ausgabe 
(11.3.1937) Nr. 69
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parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenblatt der veutschen flrbeitssront Bremen

der Tlalionalsozia^sten Vremens

flmtsbla» des Senats der Freien Hansestadt Bremen

Erscheint 7mal wöchentlich, Monatsbezug: NM. 2,36 einschl. Zustellgebühr: durch die Post RM. 2,30 einschl. 52,64Pf.Uberweisungsgebühr,ausschl. Postbestellgeld. Bezugspreis istim voraus zu entrichten. Postscheck: Hamburg 17272. Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch auf Erstattung oder Ersatz. RT.-Gauberlag Weser-Eins G. m. b. H., Bremen. Geeren 8/8 / Fernsprecher: 541 21 und 51115.

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Nr. SS / 7. Jahrgang

Donnerstag, 11. Mae; 1SZ7

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flppell des Neichsjugendfüdrers an die kliern

wuchtiger stuftakt der Jungvolk-Werbeaktion / öroßkundgebung in der Hamburger stanseatenstalle

rille lugend dem sichrer!

Hamburg, 19. März.

Mit einer machtvollen Kundgebung in der Hamburger Hanseatenhalle eröffnete der Jugend­führer des Deutschen Reiches, Reichsleiter Baldur von Schirach, Mittwochabend die diesjährige Werbeaktion des Deutschen Jungvolks, die alle deutschen Jungen und Mädel des Jahrgangs 1927 zum freiwilligen Eintritt in das Deutsche Jung-

Unser lagesspiv^el

Unser Gauleiter hielt auf der Insel Bor- kum eine packende Rede.

In Hamburg eröffnete der Reichsjugendfüh­rer die Jungvolkwerbealtion.

Die Arbeitslosenziffer ist im letzten Verichts- monat um 213 999 gesunken.

Vlums Anleihevorlage wurde auch vom Senat angenommen.

In Holland wurde die Militärdienstzeit ver­längert.

Um das starke Anlagebedürsnis zu befriedi­gen, ist die Reichsanleihe aus 799 Millio­nen RM. erhöht worden.

687 Teilnehmer am RVWK. in Bremen nehmen am Sportentscheid teil.

Das Staatstheater Bremen wird den Spiel­plan für die Jugend erweitern.

Bei den Deutschen Voxmeisterschaften wur­den die beiden bremischen Vertreter Opazil und Seedorf ehrenvoll ausgeschaltet.

Max Schmeling machte dem Weltmeister James Vraddock ein grohzügiges Angebot.

voll und die Jungmädelschaft des BDM. aus- sordert. Der Appell des Reichsjugendführers an die deutsche Elternschaft, ihre Kinder der Hitler­jugend und damit der nationalsozialistischen Be­wegung anzuvertrauen, fand einen begeisterten Widerhall bei den mehr als 29 999 Eltern der Hamburger Bevölkerung, die die größte Ham­burger Kundgebungsstätte bis aus den letzten Platz füllten.

Nach kurzen Begrüßungsworten des Gebiets­führers Kohlmeyer ergriff der Reichsjuaend- führer das Wort und führte u. a. aus: „Solange es eine Menschheit gibt, gibt es ein Problem der menschlichen Erziehung. Dieses Erziehungs­problem ist stets ungeheuren Wandlungen unter­worfen gewesen, ja, eigentlich hat jede einzelne Epoche der Menschheit diese Frage anders zu lösen versucht als die ihr vorangegangene. Die Hitlerjugend ist ein ganz neues erzieherisches System. Sie tritt mit neuen Gedanken und mit neuen Ansprüchen auf den Plan, aber es verbin­det sie mit anderen großen erzieherischen Mäch­ten der Menschheit der Gedanke, daß sie die Ju­gend ihres Volkes zur Ehrfurcht führen will. Das, was unsere Jugendgemeinschaft so sehr von allem unterscheidet, was wir in anderen Län­dern an Jugendorganisationen beobachten kön­nen. ist, daß sie nicht geschaffen wurde von der älteren Generation als ein Mittel zur Erziehung der jüngeren, sondern daß an ihrem Ausgangs­punkt stand der Wille der Jugend selbst, dem Staate ihrer Sehnsucht zu dienen und aus frei­williger Einsatzbereitschaft diesem Staate zum Durchbruch zu 'verhelfen. Deshalb ist die Hitler­jugend im Gegensatz zu den Jugendorganisationen anderer Länder nicht eine Gründung des Staa­tes für die Jugend, sondern sie ist eine Grün­dung der Jugend für den Staat.

Die erzieherische Idee, die die Jugendbewegung Adolf Hitlers einst in Marsch setzte, hat der Führer selbst in klassischer Vollendung ausgedrückt in dem Satz: „Die Jugend hat ihren Staat für sich, sie steht den Erwachsenen mit einer ge­schlossenen Solidarität gegenüber", und er fol­gerte aus dieser Erkenntnis jene andere Maxime, die zum Programm einer modernen deutschen Nationalerziehung geworden ist:

Jugend muß von Jugend geführt werden

„Dieses Wort ist vielleicht die revolutionärste These, die jemals auf erzieherischem Gebiete ver­kündet wurde." Man dürfe diesen Satz, so fiihrte Baldur von Schirach weiter aus, nicht verstehen als die Forderung, daß nun alle 16jährigen zu Führern von großen Einheiten gemacht werden würden, sondern man solle dieses Wort in seiner innersten Bedeutung und in seinem tiefsten Sinn begreifen. Auch in der Hitler-Jugend sei dieses Wort nicht nach dem Buchstaben verwirklicht worden. Das Durchschnittsalter der Führerschaft der Hitler-Jugend betrage heute in der höheren Führerschaft über 30 Jahre.

„Meine Kameradinnen und Kameraden", so betonte der Jugendführer des Deutschen Reiches, „ich bin in diesen Tagen viel gefragt worden, warum ich denn nach dem Gesetz, das die Reichs- regieruna am 1. Dezember 1936 beschloßen hat, eine große Werbeaktion für die national­sozialistische Jugendbewegung einleite. Das sei doch gar nicht nötig, es stände doch ganz in unse­rer Macht, einfach anzuordnen und zu befehlen, daß die Jugend des Jahrganges, den wir jetzt in unsere Gemeinschaft einbeziehen wollen, in diese Gemeinschaft gestellt würde. Ich meine, es ist nicht richtig, daß wir als Führer der Jugend,

als die beauftragten Mitarbeiter des Führers auf dem Gebiete der nationalsozialistischen Jugenderziehung uns auf ein Gesetz verlassen.

Wir wollen unsere Aufgabe vielmehr darin sehen, zwischen der Elternschaft und uns, zwischen der Jugend und uns immer erneut ein Ver­trauensverhältnis aufzubauen, ein Vertrauens­verhältnis, ohne das eine Jugendsührung nicht bestehen kann, ein Vertrauensverhältnis, ohne das jede erzieherische Arbeit fruchtlos und aus­sichtslos erscheint. Das Wesen der nationalsozia­listischen Jugendorganisation beruht auf der Tat­sache, daß sich in ihr aus freiwilligem Impuls die junge Generation zusammenfand, daß aus freiwilligem Entschluß auch die deutschen Eltern dieser Jugendbewegung ihre Zustimmung gaben und in ihrer Art durch ihr Vertrauen, durch ihre Unterstützung und ihre Mitarbeit das Ihre taten, um dieser Jugendbewegung zum Siege zu ver- helsen,"

Die deutsche Elternschaft weiß, daß die Hitler­jugend der ganzen jungen Generation unseres Volkes wieder die Tore in die Zukunft geöffnet hat. Jedem deutschen Jungen und jedem Mädel stehen nach Maßgabe ihrer Tüchtigkeit heute alle Wege offen. Der Jugendfllhrer des Deutschen Reiches würdigte eingehend die großen Ge­meinschaftswerke der Hitlerjugend, vor allem den ReichsberufswetÜampf. Baldur von Schirach sprach sodann über die seelischen Kräfte, die die nationalsozialistische Jugend zum Siege geführt haben. Er sprach über den heldenhaften Kampf, den die HJ., an der Seite ihrer Kame­raden aus den übrigen nationalsozialistischen

Gliederungen, für die nationalsozialistische Idee zu bestehen hatte. Er erklärte u. a.: „Als wir uns einst in Marsch setzten, glaubten wir an einen allmächtigen Gott, denn sonst hätten wir nicht die Kraft besessen, diesen Kampf gegenüber einer vielfältigen Uebermacht. gegen Haß und Neid, Mißgunst und Terror siegreich zu bestehen. Ein Bekenntnis der Jugend zur nationalsozia­listischen Bewegung war immer zugleich auch ein Bekenntnis der Jugend zu einer höheren Macht. Die Jugend hat in der Fahne ihrer Gemeinschaft immer mehr gesehen als das Symbol einer nach Millionen zählenden Massenorganisation. Sie hat darin ein Sinnbild des Göttlichen und einen Ausdruck jener Vorsehung gesehen, die uns trotz des schweren Schicksals zur Macht und zum Siege kommen ließ."

Uns Verdienst der Killer-Jugend

Als das Ergebnis dieses jahrelangen, von tief­stem Glauben getragenen Kampfes der Hitler­jugend um die junge deutsche Generation stellte Baldur von Schirach die Tatsache heraus, daß der nationalsozialistische Staat das Recht der Erziehung seiner Jugend mit niemandem teilen könne. Starker Beifall scholl auf, als der Jugendführer des Deutschen Reiches erklärte: „Es ist das große Verdienst der Hitlerjugend, wenn die in der einstigen Eottlosenbewegung organisierten Millionen Jugendlichen wieder glauben gelernt haben! Denn niemand anders als die Hitlerjugend ist es gewesen, die diese Ju­gend von der Hoffnungslosigkeit und der Ver­zweiflung wieder zur Hoffnung und zum Glau­ben geführt hat!"

Baldur von Schirach rief sodann den neuen Jahrgang der deutschen Jugend aus, sich frei­willig einzuordnen in die große Jugendbewegung Adolf Hitlers. Er sei fest davon überzeugt, daß die gesamte deutsche Jugend dieses Jahrganges diesem Ruf freiwillig und freudig Folge leisten werde. Niemand sei zu jung, um Deutschland dienen zu können.

In dem Geist der kompromißlosen Kamerad­schaft, wie er in den Reihen der HJ., des BDM. und des Deutschen Jungvolkes zum Ausdruck kommt, ist das einst in schwerer Kampfzeit der nationalsozialistischen Bewegung verkündete Wort wahr geworden: Arbeiter der Stirn und der Faust, vereinigt euch! Was der Führer einst vor­ausgeahnt, hier ist es Gestalt geworden: 6)4 Millionen junger deutscher Menschen fanden sich freiwillig im Bekenntnis zu diesem prophe­tischen Wort des Führers zusammen.

Ihren Höhepunkt erreichte die Kundgebung, als der Jugendführer des Deutschen Reiches sei­nen aufrüttelnden Appell unter tosender Zustim­mung an die gesamte deutsche Elternschaft rich­tete: „Ihr deutschen Eltern! Ich rufe euch zu: Gebt eure Kinder der Jugendbewegung Adolf Hitlers." Baldur von Schirach schloß unter lang­anhaltendem Beifall: „Meine lieben deutschen Eltern! Denken Sie an das, was das Bekenntnis der gesamten jungen Generation unseres Volkes ist: Wenn wir die Jugend zu Deutschland sühren, führen wir sie auch zu Gott!" Mit den Liedern der Nation bekannten sich Eltern und Jugend er­neut zu Führer und Volk.

Mrung und stusfMnmg

Von

Or. zur. IV. Llsswavv, Rrsmsv

Aus der weltanschaulichen Zersetzung durch das Judentum und aus der politischen Zersplit­terung Deutschlands heraus war jener Typ des bürgerlichen Menschen entstanden, dessen entschei­dendes Merkmal ein ihm selbst allerdings un­bewußtes Gefühl der eigenen Minderwertigkeit ist. Dieses Gefühl äußerte sich in der Systemzeit in den bekannten Phrasen: „Wir haben nun ein­mal den Krieg verloren und müssen die Konse­quenzen tragen" — „Wir müssen uns auf den Boden der realen Tatsachen stellen und mitarbei­ten" — „Unser Ziel kann nur sein, wenigstens das Schlimmste zu verhüten" — und vor allem das bekannte: „Es geht nicht." Alle jene Phra­sen, mit denen man schamhaft die eigene Ziel­losigkeit, Kraftlosigkeit und Mutlosigkeit zu ver­decken suchte, sind nichts anderes als der Aus­druck des eigenen Minderwertigkeitsgefühls. Nur der Mensch, der sich selbst als minderwertig empfindet, wird durch Schwierigkeiten schwächer und ergibt sich wehrlos in sein Schicksal; dem Vollwertigen bedeuten Schwierigkeiten eine Stärkung seiner Kraft, er wehrt sich um so kräftiger, je härter das Schicksal über ihn hereinbricht.

Dabei stoßen wir nun auf die eigenartige Er­scheinung, daß dieses Minderwertigkeitsgefühl bei den meisten bürgerlichen Menschen gar nicht berechtigt ist. Berechtigt ist es nur dort, wo uns Anmaßung und Selbstüberhebung entgegentre­ten; denn diese Eigenschaften sind immer in ein­wandfreier Weise ein Beweis für geistige Min­derwertigkeit. Die meisten dieser Menschen sind gar nicht so minderwertig, wie es nach der gei­stigen Haltung, die sie an den Tag legen, den Anschein hat. Der Minderwertigkeitskomplex ist ihnen vielmehr nur künstlich eingeimpft.

Wer sich für minderwertig hält, hat stets das natürliche Bestreben, diesen Zustand vor sich selbst zu verheimlichen. Er wappnet sich deshalb gern mit einer besonders starken Hochachtung vor sich selbst, die ihn gelegentlich des richtigen Maß­stabes für die Bedeutung der eigenen Person beraubt. So kommt es, daß er sich dort gelegent­lich als Vater fühlt, wo er nur Hebamme ge­wesen ist.

Handelt es sich nicht um das eigene Ich, so hat die Verwechselung einen weltanschaulichen Grund. Sie beruht darauf, daß das verstandes- mäßige Denken der Menschen, bei denen wir diese Verwechselung finden, künstlich von der Wurzel, aus der es herausgewachsen ist und durch die es ernährt wird, abgeschnitten worden ist. Diese Wurzel ist immer die Weltanschauung. Wo die Tätigkeit des Verstandes nicht mehr in leben­diger Wechselwirkung mit der Weltanschauung steht, sondern aus dem lebendigen Blutkreislauf herausgelöst ist, wo also Weltanschauung Privat- sache geworden ist, ein Spielzeug für müßige Stunden, das im praktischen Leben nichts zu suchen habe, da muß das verstandesmäßige Den­ken verdorren und absterben, wie alles Leben­dige, dem seine Wurzel abgeschnitten wird, da wird das Denken zur Gehirnakrobatik, da schwin­det die Fähigkeit, den Sinn und Gehalt der Dinge zu erfassen, da gelten nur noch Stoff und Form als Wirklichkeiten. Denn nur diese kann man mit den fünf äußeren Sinnen wahrnehmen. Geist, Sinn und Inhalt der Dinge sind für das äußere Auge nicht sichtbar; sie zeigen sich nur dem inneren Auge, und dieses erblindet immer dort, wo die Verbindung zwischen Verstand und Weltanschauung unterbrochen ist. So kann es gar nicht ausbleiben, daß Menschen, bei denen dieser Zustand eingetreten ist, keinen Sinn mehr besitzen für Zeugung und Geburt einer geistigen Tat, sondern nur noch für deren handwerks­mäßige Zutageförderung, und daß sie deshalb keinen Unterschied mehr sehen zwischen Führung und Ausführung. Denn die Tätigkeit der Füh­rung spielt sich immer nur im Gebiet des Geistigen ab, die der Ausführung da­gegen in dem des Stoffes und der Form. Der Führer ist immer der, der das Ziel setzt, den Weg zu ihm aufzeigt und das Marschtempo bestimmt; der Ausführende ist es, der dann im befohlenen Tempo auf dem befohlenen Wege zu dem befohlenen Ziele marschiert. Daraus, daß der Führer selbst nicht mitmarschiert, zu schlie­ßen, daß seine Tätigkeit nur eine duldende sei, ist Ausfluß eines verkehrten Denkens, jenes Den­kens nämlich, das glaubt, Politik mache nur der, der verhandelt, aber nicht der, der handelt, indem er Ziel, Weg und Tempo bestimmt und die Truppe durch seinen Befehl in Marsch setzt. Es ist rein jüdisches Denken, das uns hier ent­gegentritt.

„Warum denn gerade immer jüdisches Den­ken?" wird mancher hier fragen. Darauf sei mit der Gegenfrage geantwortet: Welche Mächte

haben denn ein Interesse daran, den europäischen Menschen weltanschaulich und geistig in die Irre

das nächste Ziel: Sunvalchara

Me volschewisten räumen zahlreiche Ortschaften nordöstlich von Madrid

Salamanca, 10. März

Die Eroßoffensive der Nationalen im Front­abschnitt von Guadalajara dauert unvermindert heftig an. Nachts bombardierte eine größere Anzahl nationaler Flieger planmäßig und mit sichtbarem Erfolg die feindlichen Schützengräben und Befestigungen. Nach dieser wirkungsvollen Vorbereitung stürmte die Infanterie gegen die bolschewistischen Linien vor, die angesichts der Heftigkeit des Angriffes nicht standhielten. Die Volschewisten räumten ihre Stellungen und muß­ten den gut geführten nationalen Truppen Ge­lände von mehreren Kilometern Tiefe über­lassen, besonders in Richtung auf Cisuentes nörd­lich von Sacedon au der Landstraße Madrid nach Cuenca, der letzten Landstraßenverbindung der Hauptstadt mit den übrigen Provinzen.

Mittwoch morgen wurde die Bezirksstadt Vri- huega eingenommen, die als Knotenpunkt meh­rerer Landstraßen von großer taktischer Bedeu­tung ist. Nach der Besetzung der Stadt sind die nationalen Truppen in Richtung aus Guadalajara weiter vormarschiert. Andere Heeresgruppen drin­gen weiter gegen die Landstraße Madrid—Cuenza vor.

Seit Montag sind die nationalen Frontlinien im Nordosten von Madrid ungefähr 40 Kilometer vorgeschoben worden. Es konnte beobachtet wer­den, daß die Volschewisten Kriegsmaterial

aus Madrid herausschaffen und fast alle Ortschaften nordöstlich der Hauptstadt räumen. Wie der Heeresbericht aus Salamanca meldet, sind an der Front von Teruel und Santander ganze Familien und viele Söldner im nationalen Lager eingetroffen. An der Asturienfront konnte bei einem bolschewistischen Angriff bei Cata- lanes der Feind abgewiesen werden und mußte beim Nachdrängen der nationalen Truppen feine eigene Stellungen aufgeben. Der glänzende Vorstoß auf dem nationalen Frontabschnitt von Soria brachte weitere Fortschritte; hier fielen die Ortschaften Waldrarenas, Masegoso und Argencila. An der Jarama-Front ge­lang es den Nationalen, Casas des Torcal zu besetzen. Der Feind mußte eine größere An­zahl von Maschinengewehren im Stich lassen.

«Sofort mit Vurgos in Verbindung sehen"

Paris, 10. März.

Verschiedene Pariser Blätter beschäftigen sich mit den letzten Ereignissen in Spanien. Dabei werden immer häufiger Stimmen laut, die sich für eine Aenderung der Haltung der französis chen Robierung gegenüber dem nationalen Spanien einsetzen. So schreibt der stellvertretende Vorsitzende des Heeresausschusses der Pariser Kammer, Veaugitte, im „Ma-

Kino Klinrilnuna iloü ckentüolwn Ilniulels in Rom. Ilntor kuiirung von Rroksssor Klier, äom knitor äor Reiolisgi-upps Kanäol, ist ?ur krviäorung lies itaiisniseksn Lesuctiss in krank, lurr am Klein eins Kboränung 6os «teutschen llanäsls in Rom oin-xorrokkon. Unser 8,16 Lsigt: Professor klier (in äsr knikorm eines poiitiseiwn Keilers) begibt sieb in keglsitiing clss Präs:,lauten Lacbslii (mit Lpitrbart) rur Rranrniöäsrlsgung am Orabmai äss unbekannten Loläatsu in Rom. (Rrössq-IIlustrationev Lokkwauu.)

tin", daß nach dem Fall von Madrid in abseh­barer Zeit die Kämpfe in Spanien beendet sein würden. Frankreich müsse sich jetzt ernstlich mit den internationalen Folgen eines solchen Ereig­nisses beschäftigen. 2m Interesse der Pyrenäen- Erenze müsse sich die Regierung sofort mit Vur­gos m Verbindung setzen. Es sei zu erwarten, daß die Volschewisten versuchen würden, über die Grenze nach Frankreich zu entfliehen. Der fran­zösische Grenzschutz sei augenblicklich nicht stark genug, um einem solchen Ansturm zu wider­stehen.

französischer Vampser angegriffen

Paris, 10. März.

Nach einer Mitteilung des französischen Ma­rineministeriums wurde der französische Dampfer „Djebel Anta r" auf der Höhe der Balearen- insel Minorca von einem' Flugzeug angegriffen. Eine Flugzeugbombe traf das Deck des Schiffes, ohne aber zu explodieren. Der Dampfer hat durch die Bombe nur geringfügige Beschädigungen er­litten. Der „Djebel Äntar" setzte seine Fahrt nach Marseille fort. Ein französisches Kriegsschiff ist ausgelaufen, um ihm das Geleit zu geben.

Vie Schweiz erkennt Sie Sefahr

Bern, 10. März.

Der schweizerische Ständerat begann am Mitt­woch mit der Behandlung des neuen eidgenössi­schen Ordnungsgesetzes. Bundesrat Vaumann, der Leiter des Justizdepartements, stellte fest, daß die bisher getroffenen Maßnahmen zum Schutz des Staates nicht ausreichend seien. Eine kleine rührige Minderheit suche durch Anwendung von Gewalt der demokratischen Mehrheit ihren Willen aufzuzwingen, die Ordnung zu stören und die Schweiz in verhängnisvolle Verwicklungen mit dem Ausland zu bringen.

Die an sich kleine schweizerische kommunistische Partei sei eine Sektion der Komintern und von der Moskauer Zentrale völlig abhängig, die weiterhin am Gedanken der Diktatur des Prole­tariats und an den revolutionären Methoden festhalte. Der Bundesrat erblicke deshalb in der Tätigkeit der kommunistischen Partei eine Ge­fährdung der schweizerischen Demokratie. Diesen Gefahren zu begegnen, sei der Zweck der zur Be­ratung stehenden Vorläge. Der Bundesrat have zwar das Recht, die kommunistische Partei aus­zulösen, er wünsche aber, bevor er zum äußersten schreite, die jetzigen gesetzmäßigen Mittel anzu­wenden.

Moskau verweigert Sas Visum

für einen japanischen Botschaftssekretär Tokio, 10. März

Nach einer Meldung der Agentur Domei hat Moskau ohne stichhaltigen Grund den Sekretär und Dolmetscher der japanischen Botschaft in Moskau das Visum verweigert. Darauf­hin hat das Außenamt den japanischen Bot­schafter in Moskau beauftragt, die Sowjetregie- rung auf die Folgen dieses bisher einzig da­stehenden Falles hinzuweisen und nochmals um das Visum zu ersuchen, Domei weist in einer eraän-end.-n halbamtlichen Meldung darauf hin, daß Moskau durch die Schaffung dieses Präze- denz^lles Gefahr laufe, die gegenseitigen diplo­matischen Be-iebnna-n zu erschweren. Tokio werde außerdem geradezu dazu gezwungen, ähn­liche Maßnahmen zu treffen.