Ausgabe 
(9.3.1937) Nr. 67
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NachrichtenblaN der Deutschen flrbeitsfront Vremen

Amtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Vremen

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Das amtliche verkündungsblatt des Deichsstatchalters in Oldenburg und Dremen

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Nr. 6? / 7. Jahrgang

Dienstag, S. Mär; 1SZ7

kinzelpreis 15 Npf.

Moskaus Pandora-Vülkse sollte auffliegen

Unser logesspiegel

Nordöstlich von Madrid haben die nationalen Streitlriiste die bolschewistische Front dyrch- brochen.

Der Bolschewist Münzenberg hat sich mit Moskau verkracht.

In der amerikanischen Antomobilindustrie ist ein neuer Streik ausgebrochen.

Die ungarische Regierung dementiert Ge­rüchte über Umsturzbestrebunge».

Die deutsche Volksgruppe in Polen begründet ihr Recht aus Arbeit.

Die Reichsregierung hat ein Gesetz zum Schutz der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen erlassen.

Der Elückskäser-Verkaus in Vremen erbrachte den ansehnlichen Betrag von 27 999 RM.

Die NSDAP., Kreis Bremen, veröffentlicht die neuen Zellenabend-Termine der laufenden Woche.

Auf der Tagung des niedersächsischen Flei­scherhandwerks in Vremen sprach der Reichs­innungsmeister Schmidt.

Heute beginnen in Vremen und Bremer- haven die Deutschen Amateur-Boxmeister­schafte» 1937.

Sie führer-Marke kommt

Berlin, 8. März.

Die Deutsche Reichspost wird zum Geburtstage des Führers und Reichskanzlers «ine Sonder­marke mit feinem Bilde herausgeben. Die Vor­arbeiten dazu sind im Gange.

relegrammwechsel mit dem sükrer

Berlin, 8. März.

Die Teilnahme des Richtfestes des Deutschen Hauses auf der Pariser Ausstellung richteten an den Führer und Reichskanzler nachstehende Tele­gramme: „Die nach altem deutschen Brauch zum Richtfest des Deutschen Hauses auf der Pariser Ausstellung versammelten Arbeitskameraden ha­ben mich beauftragt, Ihnen, mein Führer, ihre Gefühle unbedingter Eefolgschaftstreue und des ehrerbietigsten Dankes dafür zum Ausdruck zu bringen, daß sie an dem von Ihnen, mein Füh­rer, befohlenen stolzen Bau mitarbeiten dürfen.

Reichskommissar Nuppel."

Der Führer und Reichskanzler hat hierauf dem Reichskommissar Nuppel telegraphisch geantwortet: „Ihnen und dem am Bau des Deutschen Hauses auf der Pariser Ausstellung beschäftigten deutschen. Arbeitern danke ich für die mir vom heutigen Richtfest telegraphisch über­mittelten Grüße. Ich erwidere sie herzlichst mit den besten Wünschen für ein weiteres gutes Fort­schreiten Ihrer Arbeit. Adolf Hitler."

Deutsche Matrosen retten ertrinkende

London, 8. März.

Der Sonderkorrespondent der „Daily Mail" berichtet aus Bombay über eine mutige Ret- tungstat von Matrosen des deutschen Kreuzers „Emden". Als im Hafen von Bombay ein voll­besetztes Fährboot gekentert war, seien Mitglieder der Besatzung des deutschen Kreuzers sofort ins Wasser gesprungen und hätten 15 Frauen und Kinder gerettet.

Der Bericht besagt weiter, daß eine Abordnung der „Emden" gn den Gräbern der in der 2nter- nierung während des Krieges in Ahmednaga ge­storbenen 36 Deutschen eine Gedenkfeier abhielt und Kränze niederlegte.

Sedenkseier am Srobe Zeppelins

Stuttgart, 8. März.

Anläßlich des 26. Todestages des Grafen Zeppe­lin fand Montag am Grabe des großen Luft­fahrtpioniers auf dem Stuttgarter Parkfriebhof eine schlichte Gedenkfeier statt. Generalmajor Ze- uetti, der Kommandeur des Luftkreises XV. legte im Auftrage des Reichsministers der Luft­fahrt und Oberbefehlshabers der Luftwaffe, S-e- neraloberst Eöring, einen Kranz nieder, wobei er mit ehrenden Worten des großen Toten ge­dachte- Oberstleutnant Breithaupt als Ver­treter des Reichsluftfahrtministeriums erinnerte bei der Niederlegung eines Lorbeerkranzes an den Grafen Zeppelin, der mit kühnem Mut und klarem Weitblick sein Ziel verfolgt und dessen Arbeit immerdemWohledesdeutschen Volkes gegolten habe. Dr. Cckener widmete dem Toten einen Kranz der Zeppelin­werft in Friedrichshafen. Im Namen der Deut­schen Zeppelin-Reederei und der Besatzungen ihrer Luftschiffe „Graf Zeppelin" und „Hindenburg" ehrte Flugkapitän Kommandant von Schiller durch einen weiteren Kranz den Begründer der deutschen Luftschiffahrt. Ferner wurde für die Stadt Stutigart von Bürgermeister und Stadt- kämmerer Hirzel ein Kranz niedergelegt.

SMem-IMnMberg wollte „auspacken"

echt jüdisch-bolschewistischer Kuhhandel

Paris, 8. März.

Wie der „Matin" berichtet, hat der berüchtigte Willi Münzenberg, der in der Systemzeit im Deutschen Reichstag sein Unwesen treiben durste, sich mit seinen Moskauer Auftraggebern über­warfen.

Das Blatt berichtet dazu im einzelnen: Mlln- zenbevg hatte das Amt des Hauptzahl­meisters der Komintern und der In­ternationalen Roten Hilfe für das Ausland versehen. Die Finanzierung der kom­munistischen Betätigung während der Zeit, die der Machtübernahme durch die Volksfront in Frankreich vorausging, war ihm von Moskau ebenfalls anvertraut worden. 2m Herbst 1936 verschlechterten sich seine Beziehungen zu seinen

Moskauer Vrotgebern so sehr, daß über ihn „Stubenarrest" verhängt wurde. Dennoch erhielt er im Januar 1937 die Genehmigung, sich ins Ausland zu begeben. Es scheint, daß es ihm gelungen ist, dem Kreml zu beweisen, daß ohne seine persönliche Anwesenheit die zahlreichen Kanten, Hinterlegungen und Anteilscheine, die aus seinen Namen ausgestellt waren, nicht hätten aufgelöst werden können. Als Münzenberg ins Ausland kam, fing er damit an, lebhaft die Po­litik Stalins zu kritisieren. Diese bittere Kritik wurde bald nach Moskau gemeldet, wo man ihn zur Ordnung rief. Münzenberg lehnte es aber entschieden ab, irgend etwas zurückzunehmen und erklärte, daß er niemals mehr nach Mos­kau zurückkommen würde. Diese Weigerung rief im Kreml große Beunruhigung wach. Das politische Sekretariat der Komintern ent­sandte einen seiner Vertrauensmänner, den Hol­länder Krolskiys, um mit dem verstockten Münzenberg zu verhandeln.

Münzenberg hielt jedoch stand; als Antwort aus die angedrohten Vergeltungsmaßnahmen er­klärte er, er würde sich dadurch verteidigen, daß er alle Einzelheiten seiner finanziellen „Vetäti- gung" in Europa aufdecke.

Unter den Nutznießern der Moskauer Frei­gebigkeit entstand darauf eine richtige Panik. Man schlug Münzenberg eine Vergleichs­lösung vor, die dieser annahm. Nach dieser Vergleichslösung erhält Münzenberg die Erlaub­nis, nicht mehr nach Moskau zurück­zukehren, er verpflichtet sich aber, sich jeder Enthüllung und jeder politischen Betätigung zu enthalten. 2m Austausch dafür erlaubt ihm Moskau die Verfügung über einen Teil der von ihm verwalteten Gelder der „Weltrevolution", so daß Münzenberg eine 2ahresrente von etwa 260 669 Franken (23 660 RM.) behält. „Das ist ein Stillschweigen, das teuer zu stehen kommt... aber auf das man Wert legt", schreibt ab­schließend das französische Blatt.

„Die luden werden usfl. fressen

So beurteilte der amerikanische Staatsmann Veniamin sranklin das Judentum

Berlin, 8. März.

Aus Anlaß der üblen Hetzereien des jüdischen Oberbürgermeisters von Newyork, Laguardia, hat ein Leser dem „Angriff" das Urteil Benja­min Frank lins über das Ludentum zuge­schickt. Die prophetischen Worte des großen ame­rikanischen Staatsmannes haben sich leider als nur zu wahr erwiesen. Er forderte kurz vor sei­nem Tode im 2ahre 1789, daß die neue ameri­kanische Bundesrepublik die 2uden durch die Verfassung aus dem Lande ausschließen solle. Er erklärte vor dem amerikanischen Kongreß von damals u. a.:

„Es gibt eine größere Gefahr für die Verei­nigten Staaten von Amerika, diese größere Ge­fahr sind die 2uden. 2n welchem Lande sich die 2uden auch in größerer Zahl niedergelassen haben, haben sie das moralische Niveau herabgedrückt, haben sie die Redlichkeit im Handel geschmälert. Sie haben sich abgesondert und nicht assimiliert. Sie haben einen Staat im Staate errichtet, und wenn man sich ihnen ent­gegensetzte, versuchten sie das Land finanziell ab­zuwürgen, wie im Falle Portugal und Spanien.

Mehr als 1760 2ahre haben die 2uden ihr trauriges Schicksal bewehklagt, nämlich, daß sie von ihrem Mutterlands vertrieben worden seien, aber hätte die zivilisierte Welt von heute ihnen Palästina zurückgegeben als Eigentum, so würden sie sofort einen zwingenden Grund gefunden haben, nicht dorthin 'zurückzukehren. Warum? Weil sie Vampire sind, und Vampire leben nicht von Vampiren. Sie können nicht unter sich selbst leben. Sie. müssen von Ehristen oder anderen Völkern, die nicht ihrer Rasse angehören, leben.

Wenn man sie nicht durch die Verfassung aus den Vereinigten Staaten ausschließt, werden sie

in weniger als 299 Jahre» in solcher Menge ins Land hereingeströmt sein, daß sie uns beherrschen und fressen werden, unsere Regiernngssorm ändern, für die wir Amerikaner unser Blut ver­gossen, unser Leben, unseren Besitz, unsere Frei­heit hingegeben haben. Wenn Sie die Suden nicht ausschließen, werden in weniger als 299 Jahren unsere Nachkommen auf den Feldern arbeite», um die Luden zu erhalten, während sich diese in den Kontore» befinden und fröhlich die Hände reiben werden.

Kommunistischer flnschlag

auf ein polnisches Gefängnis

Kattowitz, 8. März.

Nachts wurde auf das Eerichtsgefängnis in Myslowitz ein Sprengstoffanschlag verübt. Am Tor des Eefängnisgebäudes explodierte eine starke Sprengstoffladung, die das Tor zerstörte. Durch den Luftdruck wurden zahlreiche Fenster­scheiben des Gefängnisses und der umliegenden Wohnhäuser zertrümmert. Die Ermittlungen er­gaben, daß es sich um einen Anschlag von Kommunisten handelt. Ob es sich bei der Tat um einen mißlungenen Versuch zur Be­freiung von kommunistischen Gefangenen oder um eine kommunistische Kundgebung handelt, ist bis­her nicht bekanntgeworden.

»weder mit dem Kommunismus"

Paris, 8. März.

2n St. 2ean de Luz sprach der Führer der französischen Volkspartei Doriot vor 3060 Zu­hörern, unter denen sich mehrere aus dem bol-

Lch warne Sie, meine Herren, daß, wen» Sie die Luden nicht für alle Zeiten ausschließen, Ihre Kindeskinder Sie in ihrem Grab verfluche» werden. Ihre Ideen stimmen nicht mit denen eines Amerikaners überei», wenn sie auch zehn Generation unter uns leben. Ein Leopard kann seine Farbe nicht ändern. Die Luden sind eine Gefahr für dieses Land, wenn man ihnen Zutritt gewährt, und sie sollten durch die Verfassung aus­geschlossen werden."

schewistischen Teil Spaniens geflüchtet« franzö­sische „Freiwillige" befanden. Der Redner setzte sich für eine wirkliche Nichteinmischung ein und forderte die Heimbeförderung sämtlicher „Frei­willigen". Die Versammlung wurde mit dem Ruf geschlossen: „Nieder mit dem Kommunismus in Frankreich!"

Krach in einer österreichischen Monarchistenoersammlung

Wien, 8. März.

Die österreichischen Monarchisten hatten zum Sonntag eine Massenversammlung im Zirkus Renz einberufen, die aber einen anderen Ver­lauf nahm, als die Veranstalter dachten. Wenige Minuten, nachdem der erste Sprecher begonnen hatte, wurden Stinkbomben geworfen. Die Folge waren stürmische Auseinandersetzun­gen, die bald in Tätlichkeiten ausarteten. Die Versammlungsleitung konnte die Ruhe nicht allein wiederherstellen und rief Polizei herbei. 22 Personen wurden festgenommen.

ireielismiaistoi- Vr. Soekbels Iwüiielite <le» kilmlmll l!>37. IVis v»r si-ml-l, taten, 1an,I in üen Qssomt-rSumen ckos 2oos in ösrlia der t'iiivball 1937 cksr keiedskilmkammsr matt. Unser Lilä seigt: Reicdsministsr Dr. '-ovtzbelÄ iw 6oZpräeb mit cksw kräsickenten äsr ksicbskilmüswwsr kroksssor l>r. I-sboied, äsw Berliner kollsöixrosiäentsv 6rak llslläork und cksw Ltaatsrat v. Ltaull. (Hokkwaun-Lsrlio.)

....

ix.-*

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„Dafür hat er seine Schwarzen..

Don einem Deutschen aus Kenha (Ostafrika) erhalten wir folgenden Bericht:

Ueber das Leben und Treiben der Weißen in Afrika herrschen zuweilen in der alten Heimat phantastische Vorstellungen. Vorstellungen, die von Bild und Wort, von Tatsachenberichten, Roman und Film herstammen, und die in Ein­zelheiten — trotz dieser meist nicht anfechtbaren Quellen — doch tropischen Pflanzen gleich ins Unkontrollierbare hinauswuchern. Eine sehr be­liebte und immer wieder verbreitete Lrrlehre ist die von der Vermeidung, ja Verachtung körper­licher Arbeit seitens der Weißen. Noch gegen Ende des Lahres -L936 konnte z. B. eine illu­strierte Zeitschrift in Deutschland in einem in der Kenya-Kolonie spielenden Roman die merk­würdige Ansicht verbreiten: „Hierzulande fällt es keinem Europäer ein, körperlich zu arbeiten. Das tun nur die wenigen verniggerten Weißen."

Der Urheber dieses, schon seit den Tagen des alten Deutsch-Ost beinahe traditionell gewordenen Begriffes sollte sich einmal die körperliche Mühe gemacht haben, die weißen Siedlungen — auch Kenyas — etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Ein kleiner richtiger Kern seiner Be­hauptung steckt in der Tatsache, daß rein tro­pische Küstenzonen und Gebiete ähnlichen Cha­rakters aus gesundheitlichen Gründen der kör­perlichen Arbeit des Europäers eine gewisse Grenze ziehen. — Warum aber in dieser maß­losen Weise verallgemeinern? Warum statt die­ser Begründung die moralische Verfehmung kör­perlicher Arbeit als „Derniggerung"? Dies ist, milde gesagt, eine grobe Beleidigung der großen Mehrheit der Weißen in Afrika.

Was ist denn das, was z. B. auf Weißen Hoch­landfarmen, in wirtschaftlich geschäftigen Orten des weißen Hochlandes geschieht? Sollte dort nur geistiges Werk getan, nur Arbeit der- Stirn ge­leistet werden? Wahr ist freilich, daß in der tropischen Landwirtschaft die Autzenarbeit des Feldbestellens, des Erntens vornehmlich von Schwarzen ausgeführt wird, ebenso wie im haus- wirtschaftlichen Leben der schwarze Haus- und Küchenjunge, der Wasserhoter, der Brennholz­macher usw. ihr Aufgabengebiet haben. Wahr ist, daß entsprechend auch in gewerblichen Betrieben der Neger als Handlanger, manchmal auch als gelernter „Fundi" heranmuß. Wer aber baute die Farmhäuser, die Scheunen stabil und zweck­mäßig, wer steht an Schraubstock und Feld­schmiede, um das Ackergerät instand zu halten? Wer transportiert die Ernten zur Bahn? Wer zimmert die Möbel, wer bearbeitet den Gemüse­garten? Wer betreut die Kaffoepflanzungen? Wer kuriert sein krankes Gesinde, sein krankes Vieh? Wer legt die Farmstraßen an, wer ver­mißt Felder und Zufahrtswege? Wer schließlich baut Brücken und wer errichtet auf den Farmen Backöfen, Wassermühlen, Sägewerke? Und in den Ortschaften etwa: Wer steht im Kaufmanns­

laden, wer liegt tagaus, tagein unter reparatur­bedürftigen Autos, Traktoren usw.? Wer mon­tiert Rundfunkgeräte, wer backt den Weißen rich­tiges Brot, wer liefert Fleisch, Wurst und Schinken?

Der Roman sagt: „Dafür hat er seine Schwar­zen!" Das Werk sagt auch: „Das tun nur die wenigen verniggerten Weißen!"

Die Wirklichkeit aber sagt: Das ist der weiße Farmer, der Kaufmann, der weiße Bäcker, Mechaniker, der Sägemüller, der weiße Last­wagenführer und die weiße Hausfrau, nicht zu vergessen. Es ist der Weiße mit der Entschluß­kraft, der Kalkulierung, der Sachkenntnis, mit der Disziplin und dem Verantwortungsbewußt­sein, der wohl den schwarzen Arbeiter an der richtigen Stelle einsetzt, der ihn aber nicht als selbstlaufendes Uhrwerk abschnurren lassen kann. Der Weiße, der allenthalben als erster mit an­packt, damit die Sache ihre rechte Form bekommt.

Sonst glichen Wohnhäuser und Scheunen gras- beworfenen Baracken, sonst fielen die Gartenbeete neununddreißigeckig aus, sonst blieben bei jeder Autoreparatur zwölf Schrauben und anderthalb Ventile übrig, die Pflugschare und Beils iäßen verkehrt herum, Brücken wären potemkinhafte Attrappen, gesägte Bretter ergäben mit Menschen­blut durchtränkte Hyperbeln, ja, und die Radio­röhren wandelten jenseits von Plus und Minus.

Ein solches Schlaraffenland ist Afrika ja nun doch nicht! Woher hat der Farmer sonst wohl-die wettergegerbte Haut und den schweren Bauern­schritt, woher der Kaufmann den immerwachen Blick und die müden Beine? Woher der Hand­werker die zerjchundenen Hände und der Trans­portfahrer die Sonnenrunzeln um die landstraßen- gewohnten, spähenden Augen?

Nein. Afrika ist nicht die mit Harmonium­begleitung säuselnde Filmpalme, unter der auf Faulenzerstllhlen die befehlenden Weißen in „füll dieß" und falsch verstandenem Herrentum sich räkeln, um nur zu Drinks, Tennisipielen und romantischen 2agd>afaris sich zu erheben, während im abgeblendeten Hintergrund ein Negertroß mit erstaunlicher kolonisatorischer Begabung die kör­perlichen Arbeiten verrichtet.

Sonst ja sonst wäre der eherne Ruf der Heimat ein Ruf ins Leere, jener Ruf der Auslands- Organisation der NSDAP. und der DAF., auch die Ausländsdeutschen zur großen Leistungs- gemeinschast zu sammeln. Die Wirklichkeit ist an­ders, ist wacher: Es war kein Ruf ins Leere.

Stützpunkt um Stützpunkt, Ortsgruppe um Ortsgruppe traten ernst und würdig zusammen, um auch in räumlicher Trennung von der Heimat die Einheitsfront der Schaffenden zu schließen.