Ausgabe 
(6.3.1937) Nr. 64
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parteiamtliche "Tageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitssront Vremen Amtsblatt des Senats der Zreien kjanfeftadt Vremen

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Nr. 64 / 7. lalirgang

Sonnabend, 6. Miirz 1SZ?

kinzolpreis 15 Nps.

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historische Schicksalsnacht

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Am 6. März 1936 scheint sich fast das ganze Führerkorps der Partei in Berlin ein Stelldichein zu geben, Die Reichstagsfraktion ist zu einem „Bierabend" nach Berlin geladen worden. Schon am Vormittag habe ich zahlreiche Besuche von Parteigenossen aus dem Reiche, und immer wieder kehrt die Frage: „Was sollen wir eigentlich heute in Berlin?" Man raunt von der Möglichkeit einer bevorstehenden Reichstagssitzung, aber nie-

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tlnssr lagesspiegel

Der amerikanische Augenminister sprach sein Bedauern über die Unverschämtheiten des Kaschemmenjuden Laguardia aus.

Der Güterverkehr über die deutschen See­häfen ist 1938 weiter gestiegen.

In Berlin begann die Tagung des Welt- rnndsunkvereins.

Der Verlauf der Leipziger Messe hat die Er­wartungen der Aussteller noch übertrosfen. Anläßlich der Tagung der Reichsfilmkammer hielt Reichsminister Dr. Goebbels eine pro­grammatische Rede.

Unser Gauleiter Carl Rover erläßt einen Ausruf zur HJ.-Aktion.

Ueber die in der Gegend von Hamm statt- gesundene große Luftschutziibüng bringt die „Bremer Zeitung" einen reich bebilderten Sonderbericht.

SA., SS., NSKK. und RDK. stellen sich heute und morgen wiederum mit einer gro­ßen Sammelaktion in den Dienst des WHW. Die bremischen Sieger im Schaufensterwett­bewerb wurden in einer feierlichen Abschluß­kundgebung bekanntgegeben.

Die Bremer Straßenbahn hatte im abge­laufenen Geschäftsjahr eine erfreuliche Ver­kehrszunahme.

mand errät, was im Gange ist. „Eine Erklärung Wer die Kolonialfrage" meint der eine, und der andere „Mitteilungen zur Rüstungsfrage mit einer Rede des Führers." Ich kann aus Ehre und Gewissen auch nichts sagen.

Am Nachmittag beginnen einige Korresponden­ten der Auslandspresse zu raunen. Sie haben irgendwie von dem Bierabend der Reichstags­fraktion erfahren und sind neugierig geworden. Aber das Geheimnis dessen, was kommen soll, bleibt weiter gut gehütet. Der Kreis der Per­sonen, die darum wissen, ist säst an den Fingern abzuzählen, denn nicht einmal alle Kabinetts­mitglieder sind vorläufig vollkommen unterrichtet.

Im Reichskriegsministerium arbeitet der Eeneralstab mit Hochdruck. Denn bis aus die Minute genau muß das Programm klappen. Tau­senderlei gibt es zu bedenken, und selbst die Kom­mandeure der Truppenteile, die für das Rhein- land bestimmt sind, dürfen ihre Ausgabe nicht vorzeitig erfahren, ebenso nicht die Zugleitung der Reichsbahn oder die Oberbürgermeister der Städte, die wieder Friedensgarnisonen werden sollen.

So kommt der Abend des 6. März heran. Ich habe mir eigentlich vorgenommen, mich gegen 21 Uhr mit meiner Frau zu treffen. Aber gegen 17 Uhr erhalte ich vom Reichsminister Dr. Goebbels die Weisung, mich für den Abend zu einer wichtigen Besprechung bereit zu halten. Also wieder einmal abbestellen! Inzwischen ist der Stabsleiter der Reichspropagandaleitung der NSDAP., Pg. Hugo Fischer, mit einem Teile seiner Mitarbeiter in Berlin eingetroffen. Nun verdichten sich die eigenen Vermutungen. Also sicher eine Wahl oder eine Abstimmung. Man kann sich im stillen Gedanken über die technische Durchführung der Wahlpropaganda machen. Aber welche Parole soll diese Wahl haben?

Um 19.36 Uhr klingelt Las Telefon: Um 26.39 Uhr zu einer wichtigen Besprechung beim Mini­ster sein. Um die angegebene Zeit finde ich dort außer Pg. Fischer den persönlichen Referenten des Reichsministers Dr. Goebbels Ministerialrat Pg. Hanke vor, Reichssendeleiter Pg. Hada- movsky, den Leiter der Abteilung Propa­ganda des Ministeriums, Ministerialrat Pg. Haegert, den Pizepräsidenten der Reichssilm- kaimnei, Pg. Weidemann und einige Mit^ arbeiter.

Reichsminister Dr. Goebbels macht uns zuerst Mitteilungen, die uns für «inen Augenblick den Atem benehmen: „Meine Herren! In diesem Augenblick werden in ganz Deutschland Truppen­teile verladen, deren Transportzüge morgen mittag über den Rhein rollen werden. Die Friedensgarnisonen in der entmilitarisierten Zone werden morgen wieder mit Truppen belegt. Gleichzeitig wird der Reichstag aufgelöst. Neuwahlen finden am 29. März statt. Der Führer wird morgen mittag um 12 Uhr im Reichstage eine Erklärung darüber abgeben.

Sie müßen noch heute nacht die Pläne für die kommende Reichstagswahl ausarbeiten, dürfen «wer heute nacht das Ministerium nicht verlassen

und auch am Telefon nicht die geringste Andeu-- tung darüber machen, was hier vorgeht.

Ich muß jetzt hinüber in die Reichskanzlei zur Kabinettssitzung und erwarte hernach ihre Vor­schläge."

Das also ist es! Die Umstände zwingen das Deutsche.Reich, so außerordentlich vorsichtig und geheimnisvoll zu Werke zu gehen, um sicherzu­stellen, daß die Wiederbelegung der alten deut­schen Friedensgarnisonen im linksrheinischen Ge­biet, im eigenen Hoheitsgebiet des Deutschen Reiches, reibungslos vor sich gehen kann. Aus­ländische Journalisten haben mir später freimütig bestätigt, daß Deutschland gar nicht anders hätte handeln können, denn aus dem Verhandlungs­wege wäre es nimmermehr zum Ziele gekommen. Deutschlands Gegner haben weit öfter als das Deutsche Reich vollendete Tatsachen geschaffen, ohne unter einem derartigen Zwange der Per- hältnisse zu handeln wie Deutschland in den Märztagen 1936.

Gegen 21.45 Uhr ruft Dr. Goebbels aus der Reichskanzlei an und gibt die schicksalsträchtige Notiz durch, daß der deutsche Reichstag zum 7. März, 12 Uhr mittags, einberufen sei. Tages­ordnung: Entgegennahme einer Erklärung der Reichsregierung. Fünf Minuten später verbreitet der gesamte deutsche Rundfunk die Notiz, und zur

Berlin, 8. März.

Im Sitzungssaal des Reichstages in der Kroll- oper wurde Freitag vormittag die erste Jahres­tagung der Reichsfilmkammer durch den Präsi­denten der Reichsfilmkammer Staatsminister a. D. Pros. Dr. Lehnich eröffnet. Unter den Ehrengästen sah man die Vertreter der Reichs­und Staatsbehörden, des diplomatischen Korps, der Gliederungen der Bewegung und fast aller Kulturbehörden.

Der Präsident der Reichsfilmkammer wies in seiner Eröffnungsansprache darauf hin, daß seit der Gründung der Kammer im Jahre 1933 die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen wur­den. Nunmehr sei der Anlaß gegeben, mit der Iahrestagung zum Ausdruck zu bringen, daß alle am deutschen Filmst,äffen Beteiligten eine Einheit darstellen.

Das erste Referat hielt der Präsident der Reichsfilmkammer selbst über „Die Eigengesetz­lichkeit des Films". Es sei unverkennbar, daß der nationale Film im Vordringen begriffen sei. Darum werde auch der deutsch eFilm in seinem heutigen Gepräge im Ausland immer mehr gefragt werden.

Eine außerordentlich erfreuliche Entwicklung habe in den letzten Jahren der deutsche Kul­turfilm genommen. Erfreulich sei auch die Entwicklung der deutschen Filmtheater, die der starken Propagierung des Films durch die natio­nalsozialistische Bewegung einen erheblichen A n - stieg der Besucherzahlen z» verdanken

gleichen Zeit geht sie auch schon über die Sender des Deuffchen Nachrichtenbüros an die gesamte deutsche Presse und an alle Nachrichtenbüros det Welt. Nun hebt eine Telefonsturm an, den die Presseabteilung des Ministeriums nicht mehr be­wältigen kann. Jedermann will Näheres wissen, wenigstens „ganz im Vertrauen". Die zur Äer- stärküng schnell wieder zum Dienst beorderten Referenten der Presseabteilung schweigen wie das Grab, — denn sie wissen selbst nichts. Auch ich muß sie im unklaren lassen und kann ihnen ledig­lich die Weisung geben, beruhigend zu wirken und zu empfehlen, die Reichstagssitzung abzuwarten.

Die Reichstagsrede des Führers muß zu Beginn der Sitzung in allen wichtigen Sprachen übersetzt vorliegen damit sie über die deutschen Kurz­wellensender sofort in alle Welt geschickt werden kann. Also müssen sofort die Uebersetzer alarmiert werden und unter Klausur die Uebersetzungen her­stellen. Vor 12 Uhr mittags dürfen auch sie das Ministerium nicht verlassen.

Als nach zwei Stunden Dr. Goebbels wieder erscheint, können wir bereits alle in kurzen Zügen unsere Vorschläge zur Wahlpropaganda vor­tragen. Dr. Goebbels ist zufrieden. Ein Beispiel aber für den wundervoll funktionierenden, mit vorbildlicher Präzision arbeitenden Apparat der NSDAP.-ist es, daß der Stabsleiter der Reichs­

haben. Nach mehreren Fachvorträgen eröffnete der Präsident der Reichsfilmkammer die im Wan­delgang der Kroll-Oper aufgebaute filmtechnische Schau.

Abends fand in der Krolloper eine große Kundgebung der Filmschaffenden statt, auf der

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eine. richtungweisende Rede hielt. Der Minister leitete seine Rede mit der Feststellung ein, daß man nicht von einer, deutschen Filmkunst sprechen könne, ohne auch auf diesem Gebiete die seit jeher gültigen Gesetze für die Kunst im allgemeinen anzuwenden. Kunst käme vom Gefühl her und nicht vom Perstande. Der Künstler sei nichts anderes als der Sinngeber und Gestalter dieses Gefühls. Er unterscheide sich vom gewöhnlichen Menschen dadurch, daß er die Kraft besitze, Gefühle zu formen. Die Kunst, erklärte Dr. Goebbels, ist nicht das Le­ben selbst, sondern eine Art überhöhten Lebens. Sie will die Menschen in ihren Gefühlen befrie­digen und beglücken. Darum dürfe von der Kunst auch niemals verlangt werden, daß ihr materieller Einsatz sich unmittelbar und sofort lohne. Auf weite Sicht gesehen, ergebe sich aus ihrem ideellen Erfolg auch die notwendige materielle Rentabilität, deren Grundsätze für die Kunst erst in zweiter Linie maßgebend sein dürfen.

Die Kunst sei eine Angelegenheit, die auch den Staat beriihre. Er dürfe zwar nicht in ihre un-

pröpagandäleilüng Pg. Fischer in seine Mappe fassen und seinen -Organisationsvorschlag für die kommende Wahl-dem Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels vorlegen kann. Nach Dr. Goebbels Ent­scheidungen kann die Propaganda dann schon eine Stunde später mit vollen Touren anlaufen.

' Am 7. März liegen bereits die ersten Plakat- entwürfe vor, sind tausend Säle für Versammlun­gen gemietet, haben sämtliche Redner der Partei bereits telegraphisch oder über Fernschreiber ihre Anweisungen, arbeitet die Abteilung Film der Reichspropagandaleitung schon an den Film- programmen und der Eher-Verlag bereits an der ersten seiner drei Sondernummern, die in -einer Auflage von 18 Millionen Stück in das Land hinaus gehen.

Die Reichsivählkampfleitun-g Presse steht am 7. März um 11 Uhr vormittags arbeitsbereit, eine Stunde später hat sie in den schnell frei ge­machten Räumen ihre Arbeit aufgenommen. Alles läuft mit der Regelmäßigkeit eines Uhrwerks ab.

Ehe Dr. Goebbels das Ministerium verläßt, kann ich ihm noch einen Vorschlag machen, der so- fort angenommen wird. Und so hebt nachts in meinem Dienstzimmer ein gewaltiges Telephonie­ren an. Pg. Hadamovsky auf der einen Leitung, ich auf der anderen. Ich brauche für den nächsten Morgen zwei Flugzeuge, 26 Sond-erberichterstat-

der Neichsfilmkammer

mittelbare Produktion eingreifen, es sei jedoch seine Pflicht, der Kunst seine sorgende und för­dernde Hand zu leihen. Es sei immer ein Zeichen geistiger und seelischer Verarmung einer geschicht­lichen Epoche gewesen, wenn sie nur politische, aber keine künstlerischen Formen hervorgebracht habe. Dies zu erstreben sei die vornehmste Auf­gabe des nationalsozialistischen Staates.

Dr. Goebbels betonte, daß es nicht als Mild- tätigkeit aufzufassen sei, wenn der Staat durch großzügige Subventionen in - den unmittelbaren Produktionsprozeß der Künste eingreife. Der nationalsozialistische Staat habe sich von jeher dafür eingesetzt, das materielle Leben der Künst­ler zu sichern und ihnen zu helfen, ihre ideellen Ziele zu erreichen. Er habe alle Hindernisse und Hemmungen beiseitegeräumt, die einer orga­nischen Entfaltung des künstlerischen Lebens der Nation im Wege standen.

Der Minister kam noch einmal auf die Frage der Rentabilität der Kunst zu sprechen. Es han­dele-sich hier nicht etwa um die Frage, ob der Film rentabel sei, ob er Geld einbringen solle, sondern darum, wie man zur Rentabilität des Films kommen könne. Hier gingen die Meinun­gen schroff auseinander. Der Filmunternchmer betrachte den Film selbstverständlich als Ge­schäftsmann, während der Künstler das Bestre­ben habe, das Leben Anzufangen, es zu gestalten, zu verdichten und darzustellen. ^

(Fortsetzung auf Seite 2)

ter, verschlossene Lastkraftwagen der Leibstan­darte, Verpflegung für 36 Mann — denn in­zwischen hat Pg. Hadamovsky 16 Rundfunkleute alarmiert, die ebenfalls mit von der Partie sein sollen — und in 6 Städten Westdeutschlands pünktlich -auf die Minute Autos an den Flug­häfen. Ueber 166 Gespräche sind nötig, bis alles erledigt ist und selbst die hartnäckigsten Nacht­schwärmer herangeschafft sind. Wenn man um 3.36 Uhr morgens Leute aus dem Bett trommelt und sie für 7.36 Uhr morgens in das Propa­ganda-Ministerium bestellt, dann ist ein gewisses Mißtrauen -der Angerufenen berechtigt. Ich mutz meine Phantasie spielen lassen, um jeden einzel­nen dazu zu bringen, zu schweigen und morgens zur angegebenen Zeit zur Stelle zu sein. So spreche ich denn dauernd von dem Stapellauf eines gcheimnisvollen neuen Eroß-U-Bootes in Kiel, dessen Zeuge die einzelnen werden sollen. Und einige erscheinen dann morgens auch prompt mit Weyers Taschenbuch der Kriegsflotten und dem Flottenkalender von 1914. Pg. Hadamovsky hat in seinem Buche „Hitler kämpft für den Frie­den der Welt" anschaulich geschildert, wie dieser Geheimflug von 26 Sonderberichterstattern und 16 Rundfunkreportern für die Betroffenen zu einem prickelnden Erlebnis wurde. Ich ließ nachts in einem Saal des Propaganda-Ministeriums das Telephon abschalten, die Türen verschließen und stellte vor die einzige offene Tür zwei stämmige SS.-Männer mit dem Befehl, jeden in den Saal hinein aber ohne jede Ausnahme niemand hin- auszulassen. Um 8 Uhr morgens hatten wir un­sere ahnungslosen Weltreifenden beisammen. Der nachts aus seinem Bette geklingelte Hausverwal­ter des Propagandaministeriums hatte inzwischen, die Verpflegungsfrage in die Hand genommen, Berge von Broten und Kaffee für die Frühauf­steher herangeschafft. Als ich in den Saal kam, war der schönst« Meinungskrisg zwischen'Presse und Rundfunk i'm Gange. Hie ll-Boot-Stapellauf,

, dort Probefahrt mit. dem eben fertiggestellten LZ. 129 ab Friedrichshafen. Das waren die Pa­rolen, Mein Erscheinen löste sofort einen gemein­samen Ansturm aus:. „Warum dürfen -wir-hier nicht heraus" — „Warum dürfen wir nicht tele­phonieren."

„Meine Herren! Meine Sekretärin wird jetzt die Bestellungen entgegennehmen, die sie - alle noch dringend ausrichten müssen. Es wird alles pünktlich erledigt werden. Ich habe Grund, Sie selbst nicht ans Telefon zu lassen. In 16 Minu­ten ist Abfahrt."

Vorerst mußte für einen Leichtsinnigen, der ohne Mantel gekommen war, schnellstens ein Mantel ausgeliehen, für Geldlose Geld beschafft werden. Zwei Autos muhten Heimgebracht wer­den, da ihre Besitzer vorerst am Fahren ver­hindert waren. Ausweise waren auszustellen, zwei Transportleiter zu ernennen. Dann ging es im sicher verschlossenen Lastkraftwagen gen Tempel- hof. Jetzt erst erfuhren die Piloten ihren Kurs: Düsseldorf — Köln (mit Auto-Anschluß nach Kob­lenz und Frankfurt/Main — Mainz — Mann­heim). Zwischen beiden Maschinen, gegen Mithörer geschützt, konnte ich dann den 36 Mann ihre Aufgabe mitteilen. Allgemeine Begeisterung! -Pg. Hadamovsky gab seinen Rundfunkmännern noch Sonderanweisungen. Ein kurzer Hinweis von mir: „Das Mitgeteilte ist bis 12 Uhr Staatsgeheimnis. Wer bei einer etwaigen Notlandung plaudert, macht sich des Landesver­rats schuldig!" Ein kurzer-Händedruck. Dann Dröhnen die Motoren: Der Flug ins große Er­lebnis hat begonnen.-- -

Inzwischen ist die deutsche Presse zu einer Kon­ferenz zusammengerufen , worden. Zur Zeit der Reichstagssitzung haben viele deutsche Schrift­leiter bereits die ersten Richtlinien für den Wahlkampf in der Hand, sitzen die Hauptschrift­leiter dabei, in Leitartikeln das zu kommentieren, zu unterstreichen, was sie seien aus dem Laut­sprecher hören: Der Führer spricht!

Erwartung in Berlin, in ganz Deutschland, in der ganzen Welt. Denn keines Mannes Stimme findet heute in der Welt mehr Beachtung als die des Führers. Ueberall stauen sich die Menschen in Berlin um die Lautsprecher. Der Wilhelm­platz ist innerhalb einer Stunde in ein Menschen­meer verwandelt. Als der Führer zum Reichs­tag fährt, stehen einige Tausende an den Straßen. Als er zurückkommt, sind viele Zehntausende dar­aus geworden. Ein einziger Jubelschrei geht über Berlin, über Deutschland.

^ In der Reichskanzlei gehen - schon um 14 llhr die ersten Danktelegramme aus dem Rheinland der Saarpfalz, Rheinhessen und Baden ein. Arbeiter sind es, die sie abgesandt haben, Kum- pels aus dem Ruhrrevier, die schon einmal vor . wahren ihre nationale Treue bewiesen, als französische Soldaten ins Ruhrgebiet marschierten. Aus Aachen, aus Saarbrücken, wo ganz besondere Begeisterung herrscht, aus Trier, von wo aus einst der Zentrumsprälat Kaas die „Rheinische Republik" der Separatisten begrüßte, aus Mainz, aus Frankfurt am Main, aus-Koblenz, wo am Deutschen Eck und auf dem Ehrenbreitstein seit 18 Jahren zum ersten Male wieder deutsche Posten aufgezogen sind, kommen die Telegramme dann waschkörbeweise.

Ganz Deutschland ist in Hochstim­mung. Die Gauleiter der westdeutschen Gaue waren im Reichstag, als deutsche Truppen in ihre .Gaue marschierten. Nun eilen sie in Flug­zeugen nach Hause, denn es gibt dort alle Hände voll zu tun, und am Abend soll den Truppen ein Empfang bereitet werden, wie ihn der Rhein —

Vr. öoebbels weist dem film seinen weg

öroße Nede des Nelchsministers anläßlich der Itchrestagung