parteiamtliche Lageszeitung
Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitssront Vremen
der Nationalsozialisten Vremens
slmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Vremen
Erscheint 7mal wöchentlich, Monatsbezug: RM. 2,30 einschl. Zustellgebühr: durch die Post RM. L,3V einschl. 52,64 Pf.Uberweisungsgebühr.ausschl. Postbestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zu entrichten. Postscheck: Hamburg 17272, Betriebsstörungen begründen keintn Anspruch aus Erstattung oder Ersatz. NT.-Ganverlag Weser-Eins G. m. b. H., Bremen, Geeren 6/8 / Fernsprecher: 841 21 und 81118.
Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen
Anzetgen-Grundpreise: Die 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 Ps„ die 70-mm°Zeile im Textteil 75 Ps. Ermäßigte Grundpreise (für kleine Familien-Anzeigen u a.i sowie sonstige Bedingungen Preis- liste 6 sNachlaßstassel ci. Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr Annahmeschluß 16 Uhr. Sprechzeit: D-rl-g werktäglich 12-13 Uhr: Schristleitung Dienstag und Freitag 1214 >314 Uhr.
Nr. 62 / 7. Jahrgang
Vonnerstag, 4. März 1957
kinzelpreis 15 Npf.
Unsere Ssl. marWett auch heute!
VlaubensttSger und Slaubensbringer
^ l
Die Sonderaktion der parteieigenen Presse wendet sich nunmehr den Kampforganisationen der Partei zu, über deren Aufgaben und deren Wirken wir heute und in den nächsten Tagen aus berufener Feder eine Reihe sehr interessanter Artikel bringen. Zunächst gibt im folgenden Stabschef Viktor Lutze den richtungweisenden großen Ideen» die in der SA. v erkörpert sind und immer von neuem nach Gestaltung drängen, packenden Ausdruck. Wenn der Stabschef erwähnt, datz die NS.-Presse schon in der Kampfzeit den Sturmabteilungen ein Kampfgefährte war, so darf er überzeugt davon sein: mit der gesamten parteiamtlichen Presse im Reiche wird die „Bremer Zeitung" auch in Zukunft „überall dort nachstoßen, wo der SA.-Mann den Boden bereitet". Im übrigen verweisen wir auf unsere Sonderseite im Innern des Blattes.
MWen der Idee
Von
Viktor kutrs, 5tolpsc>isk clsr 8^.
1920: Adolf Hitler, damals ein unbekannter Frontsoldat, kündet einigen wenigen Menschen eine neue Idee: den Nationalsozialismus! Diese Wenigen glauben an diese Idee und ihren Künder. Aus dem Glauben erwächst ihre Ausgabe: die Weltanschauung Adolf Hitlers ihren Volksgenossen zu vermitteln, sie mit der Idee bekannt zu machen, sie für die Bewegung zu werben!
Dieser Aufgabe ist zeitlich keine Begrenzung gesetzt und hat deshalb mit der Erreichung des ersten konkreten Zieles — der Machtübernahme — keine Beendigung gesunden. Der aktivistische Träger dieser Idee war und ist die SA.! Aufklärung, Ueberzeugung und Erziehung zum Nationalsozialismus — so lautet die Marschroute der Bewegung zur Erfüllung weiterer Ziele!
Als Bahnbrecher marschieren — wie immer — die Sturmabteilungen: die Faust, der propagandistische Arm der Bewegung! Hand in Hand mit der nationalsozialistischen Presse, die schon in der Kampfzeit den Sturmabteilungen treuer Kampfgefährte war und überall dort nachstietz, wo der SA.-Mann den Boden bereitete für
die Idee des Führers. So wurde die Resonnanz geschaffen für den ersten Sieg!
Die mit der Machtübernahme an die Bewegung herantretende Forderung, den Staat und seine Einrichtungen im nationalsozialistischen Sinne zu beeinflussen und zu verwalten, war wichtig, aber selbstverständlich. Ueber dieser und allen anderen Zeitsorderungen steht weiterhin die ewige Aufgabe: den deutschen Menschen immer wieder hinzuführen zur nationalsozialistischen Idee!
Auch für uns, und für die folgenden Geschlechter besonders, gilt das Dichterwort: Was du' ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen! Das ist der Zweck — wir sind das Mittel! So sieht die Aufgabe der Bewegung und die der SA. insbesondere aus.
Glaubensträger sein! Das ist der Grund, auf dem gebaut wird, auf dem gebaut werden muß, soll das Fundament des Staates haltbar sein!
Glaubensbringer sein! Das ist die ewige Mission des nationalsozialistischen Ordens im deutschen Volk, voran die Männer der SA., die Aktivisten der Idee!
Hüter des Glaubens, Wächter der Treue, Garanten der Ehre und der Freiheit: so will uns der Führer!
Sein Wille ist unsere rat!
Ueber eine Million Pimpfe und lungmüdel...
Sie Jungvolk-fiktion der Hitlerjugend beginnt - freiwilliges Vekenntnis, keine »Musterung"
r. Berlin, 3. März
Mit einem Aufrus an die deutsche Elternschaft und die deutsche Jugend, den die „Bremer Zeitung" bereits gestern veröffentlichen konnte, hat der Reichsjugendsührer die große diesjährige Jungvolkaktion eingeleitet.
Das Ersetz über die Hitlerjugend, das die HJ. als alleinige Erziehungsorganisation anerkennt, gäbe der Hitlerjugend das Recht, einfach durch behördliche Erhebungen die gesamte Jugend im Alter von 10 Jahren erfassen zu lassen und in die Hitlerjugend einzugliedern. Wenn die HJ. auf diese Möglichkeit verzichtet und stch wie früher bemüht, durch Werbung die Herzen der deutschen Jugend , und das Vertrauen der deutschen Elternschaft zu erobern, so geschieht das deshalb, weil die Hitlerjugend ihren revolutionären Traditionen treu bleiben möchte. Die HJ. ist als Kampforganisation groß geworden, und sie hat diesen Charakter immer beibehalten. Das ist es gerade, was ihr die Kraft und den Mut zur Arbeit gibt, und so lehnt sie es auch ab, ein Ziel über einen bürokratischen Apparat zu erreichen, das nach ihrer Ansicht auch jetzt voll und ganz durch Kampf erreicht werden kann. Die Hitlerjugend will nicht, datz irgendein Junge oder ein Mädel durch einen Zwang in ihre Reihen gelangt, sondern sie fordert freiwilliges Bekennen.
Durch Plakate und Flugblätter weiden die Eltern auf den „Tag des, Jungvolks" am 18. April, am Vorabend des Geburtstages des Führers, hingewiesen; Umzüge und Kundgebungen werden in allen deutschen Städten und Dörfern die Jugend zum Eintritt in die Reihen Adolf Hitlers auffordern. Vor allem aber wird sich die Hitler-Jugend an die Eltern wenden. Zu diesem Zweck werden Eltern- und Ausspracheabende veranstaltet werden, in denen stch die Eltern über das Wesen und über die Arbeit der HJ. unterrichten können. Film und Rundfunk werden ebenfalls für diese Propaganda eingesetzt werden und gewaltige Massenkundgebungen werden in ganz besonders eindrucksvoller Form auf die Bedeutung des „Tages des Jungvolks" hinweisen.
Bereits am 15. März werden in allen deutschen Gauen Werbebüros eingerichtet werden, in denen die Ausnahme in die Hitler-Jugend vollzogen
werden kann. Die eigentliche Eingliederung erfolgt dann in einer feierlichen Kundgebung am Vorabend des Geburtstages des Führers, in deren Mittelpunkt die Feier aus der Marienburg stehen wird. Von hier aus wird auch der Reichsjugendführer über alle deutschen Sender zur deutschen Jugend sprechen und die feierliche Eingliederung der Jüngsten der Nation in die HJ. vornehmen.
Man mag sich die Bedeutung dieser Aktion an einigen Zahlen vergegenwärtigen. Die Aufgabe der gewaltigen Werbung wird es sein, 800 080 Jungen und 520 800 Mädel, sämtlich vom Jahrgang 1927, zu erfassen. Dazu kommen noch etwa 100 800 Jungen und Mädel aus den vorhergehenden Jahrgängen, die jetzt ebenfalls von der Werbeaktion erfaßt werden sollen. Die HJ. hat sich damit eine große Aufgabe gestellt, aber nach
den Erfolgen des vergangenen Jahres, in dem es bereits gelang, über 95 Prozent des Jahrganges 1826 zu ersahen, dürfte der Sieg auch diesmal nicht ausbleiben.
Hans Schemm zum Sedächknio
Bayreuth, 3. März.
Am 5. März sind zwei Jahre vergangen seit dem Tage, an dem der erste Gauleiter des Gaues Bayerische Ostmark und Reichswalter des NS.- Lehrerbundes, Hans Schemm, durch ein tragisches Geschick aus dem Leben gerissen wurde. Die' Reichswaltung des NSLB. veranstaltet zusammen mit der Gauleitung des Gaues Bayerische Ostmark am 5. März um 19.20 Uhr in der Weihehalle des Hauses der Deutschen Erziehung in Bayreuth eine Weihestunde zum Gedächtnis an den großen Toten.
„öerechtigkeit für MutWand"
Vor englische Historiker fiawion zur Kolonialfrage
London, 3. März
In einer Zuschrift an den „Daily Telegraph" setzt sich der bekannte englische Historiker Pros. Dawson für eine Regelung der deutschen Ko- lonialforderung ein. Dawson erinnert daran, daß viele Engländer in den 80er Jahren entrüstet gewesen seien, als Deutschland seine ersten Kolonien erworben habe. Der berühmte Kolo- nialpolitiker Josef Chamberlain habe diese Leute damal als „ängstliche Kinder" bezeichnet. Auch heute sei eine Beruhigung der kleinmütigen und mißtrauischen Leute in England erforderlich.
Prof. Dawson fährt dann fort: „Wenn wir großzügig gegenüber Deutschland in der Kolo- nialsrage handeln, dann machen wir es zu unserem Freund und Mitarbeiter aus allen anderen Gebieten zur Förderung der internationalen Verständigung und des Friedens. Wir würden damit auch die Versprechung erfüllen, die wir Deutschland während des Krieges gaben und durch die Annahme der Wilsonschen Friedensbedingungen im Oktober 1818 wiederholten. Die englische Regierung sieht sich einem der ernstesten Probleme in der englischen Geschichte gegenüber. Diese Gelegenheit, einen Akt der Gerechtigkeit zu erfüllen und das einzige Hindernis
einer vollen Verständigung mit Deutschland zu beseitigen, vorübergehen zu lassen, wäre em Fehler, der schreckliche Folgen haben könnte."
London, 3. März.
Die Rede des Botschafters von Ribbentrop anläßlich der Eröffnung der Leipziger Messe wird nunmehr von der „Times" eingehend besprochen. Das Blatt behauptet zunächst, andere Länder hätten sich angeblich durchaus bereit gezeigt, die deutschen Beschwerden und Wege zu ihrer Befriedigung zu erörtern. Im übrigen sei die Kolonialfrage nicht die Angelegenheit eines einzelnen Landes, Irgendeine Aenderung der gegenwärtigen Bedingungen erfordere daher eine allgemeine Uebereinstimmung, die nur durch gemeinsame B e s p r e ch u n g e n. erreicht werden könne. Der Erklärung des Botschafters, daß Deutschland seine eigene Wirtschaft auf eine solide Grundlage aufbauen müßte, bevor es in einen regelmäßigen Warenaustausch mit der Außenwelt eintreten könne, sei eine gewisse Kraft nicht abzusprechen. Innerhalb gewisser Grenzen treffe dies nicht nur auf Deutschland, sondern auch auf andere Länder zu. Ein gewisses Ausmaß des wirtschaftlichen Nationalismus sei wahrscheinlich eine notwendige Bedingung für die Wiedererholung des Welthandels.
H ^ M
W M
Lukn.: 82.-.1raiuv:
ons 8 L. inarsobisrt!
-4 ?
Der Lr5s ^tttentätec
kin ouiscliluDtsicbisi' gsscliiclitllclisi' äti-silrug
In den vom Institut zum Studium der Judensrage herausgegebenen „Mitteilungen über die Judensrage" schreibt Dr. H. Bolz:
Der Mord des Julden David Frankfurter an Wilhelm Eustloff erinnerte daran, daß die Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts verschiedene von Juden vorbereitete und zum Teil von ihnen selbst durchgeführte Mord anschlüge aus politischen Motiven auszuweisen hat. Einige dieser Attentate hatten weittragende Bedeutung, sei es durch die Folgen, die sie auslösten, sei es wegen der Politiker, gegen die sie gerichtet waren. Ein Vergleich der näheren Umstände zeigt, daß sich alle in der Anlage und in der Ausführung durch kaltblütige Berechnung auszeichnen und gegen Männer gerichtet waren, die als Gegner des jüdisch-demokratischen Parlamentarismus aufgetreten sind: Der preußische Ministerpräsident von Vismarck, der österreichische Ministerpräsident Graf Stürz kh und der ehemals ungarische Ministerpräsident Graf Tisza.
Der Bismarck-Attentäter war der jüdische Student Ferdinand Cohen,,ein Stiefsohn des damals als Emigrant in London lebenden demokratischen Schriftstellers Karl Blind, der bei dem badischen Aufstande von 1819 führend beteiligt gewesen war. Der Mordanschlag fiel in die Zeit kurz vor Ausbruch des Preußisch-österreichischen Krieges, in der Vismarck vor allem infolge des Konfliktes mit dem Landtage als der bestgehaßte Mann in Preußen galt. Als er am Nachmittage des 7. Mai 1866 nach einem Vertrag bei König Wilhelm I, auf der Mittelpromenade der „Linden" nach seiner Wohnung in der Wilhelmstraße zurückkehrte, schoß Lohen an der Ecke Schadow- straße aus nächster Nähe von hinten zweimal auf den Ahnungslosen.— nur eine Kugel streifte ihn an der Seite — und, als Vismarck sich daraufhin rasch umwandte, noch ein drittes Mal. Dabei wurde er an der rechten Schulter leicht getroffen. Nachdem es ihm gelungen war, Lohen am rechten Handgelenk zu packen, wechselte dieser blitzschnell den Revolver in die linke Hand und gab noch zwei weitere Schüsse ab; der eine ging fehl, der letztere war ein Rippenprellschuß. Wie durch ein Wunder blieb Vismarck fast unverletzt. Nunmehr konnte er den Attentäter mehreren zufällig vorbeimarschierenden Offizieren und Soldaten übergeben, die ihn dann in das Gefängnis einlieferten. Noch in derselben Nacht nahm sich dort Lohen das Leben. In einem vor der Tat an seinen Stiefvater gerichteten Brief« hatt« er erklärt, er wollte Vismarck töten, weil er in ihm den „ärgsten Feind der deutschen Freiheit" sähe.
Die beiden anderen jüdischen Mordanschläge fielen bereits in die Zeit des Weltkrieges. Das Attentat aus den österreichischen Ministerpräsidenten Dr. Karl Graf Stürgkh wurde von
dem Sekretär der österreichischen, sozialdemokratischen Arbeiterpartei und Redakteur der Monatsschrift: „Der Kampf", denn Juden Dr. Friedrich Adler verübt, der ein Sohn des österreichischen sozialdemokratischen Reichstägsabgeordneten Viktor Adler war. Als Stürgkh, der seit.dem Jahre 1911 das Amt des österreichischen Ministerpräsidenten bekleidete und während des Krieges erfolgreich die Einberufung des am 16. März 1911 wegen der tschechischen Obstruktion.vertagten Reichsrates zu verhindern bestrebt war, am 21. Oktober 1916 sein Mittagsmahl in dem Wiener Hotel Meitzl und Schabn einnahm, .trat Adler plötzlich ganz dicht an dessen Tisch heran und gab auf den völlig Wehrlosen aus nächster Nähe in schneller Folge vier Revolverschüsse ab, von denen zwei sofort tödlich wirkten. Sogleich nach der Tat wurde Adler festgenommen. Sofort begann die ihm gesinnungsverwandte Presse, die 'jüdischen Zeitungen in Oesterreich und im Reich, mit dem Versuch einer Entlastungsoffensive,. indem sie den Täter für unzurechnungsfähig erklärten und um Mitleid für ihn warben. Trotzdem wurde er zum Tode verurteilt; abdr schon am 7. September wandelte man dieses Urteil in eine Strafe von 18 Jahren schweren Kerkers um, bis Adler dann bereits nach Jahresfrist, am Vorabend des Umsturzes, am 1. November 1918, völlig amnestiert wurde.
Gegen den Grafen Stefan Tisza, der vom Oktober 1903 bis Juni 1905 und dann wieder vom Juni 1913 bis Mai 1917 ungarischer Ministerpräsident war und sehr nachdrücklich das demokratische Wahlrecht bekämpfte, wurden von jüdischer Seite verschiedene Attentate verübt. Das erste Attentat versuchte am 7. Juni 1912 im Budapester Parlamentssaal ein ungarischer Reichstagsabgeordneter, der Jude Julius Kovacz, als Tisza in seiner Eigenschaft als Reichstagspräsident die dauernde Obstruktion der Oppositionsparteien mit entschlossener Energie zu brechen bemüht war. Die Schüsse gingen fehl, und der Attentäter wurde vom Budapester Geschworenengericht demonstrativ freigesprochen. Während des Weltkrieges ging der Jude.Friedrich Adler, der dann den Grafen Stürgkh zum Opfer erwählte, zunächst mit dem Gedanken um, Tisza, den „Diktator von Oesterreich" (wie er ihn nannte), zu töten, ein Plan, den er aber lediglich aus reinen Zweckmäßigkeitsgründen wieder aufgab. Im Juni 1918 wurde dann I Tiszas Ermordung vom äußersten linken Flügel der ungarischen sozialdemokratischen Partei — es waren u. a. die Juden Paul Keri, Otto Korwin- Klein, Dr. Eugen Läßlo (eigentlich: Lewy) und Dr. Ländler — beschlossen. Der erste Versuch, diesen Beschluß in die Tat umzusetzen, war das mißlungene Attentat des Juden Johann Lekai- Leitner, eines von anarchistischen Ideen erkalten Anhängers der umstürzlerischen Karolyi-