Ausgabe 
(4.3.1937) Nr. 62
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parteiamtliche Lageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitssront Vremen

der Nationalsozialisten Vremens

slmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Vremen

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Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

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Nr. 62 / 7. Jahrgang

Vonnerstag, 4. März 1957

kinzelpreis 15 Npf.

Unsere Ssl. marWett auch heute!

VlaubensttSger und Slaubensbringer

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Die Sonderaktion der parteieigenen Presse wendet sich nunmehr den Kampforganisa­tionen der Partei zu, über deren Aufgaben und deren Wirken wir heute und in den nächsten Tagen aus berufener Feder eine Reihe sehr interessanter Artikel bringen. Zu­nächst gibt im folgenden Stabschef Viktor Lutze den richtungweisenden großen Ideen» die in der SA. v erkörpert sind und immer von neuem nach Gestaltung drängen, packenden Ausdruck. Wenn der Stabschef erwähnt, datz die NS.-Presse schon in der Kampfzeit den Sturmabteilungen ein Kampfgefährte war, so darf er überzeugt davon sein: mit der gesamten parteiamtlichen Presse im Reiche wird dieBremer Zeitung" auch in Zukunftüberall dort nachstoßen, wo der SA.-Mann den Boden bereitet". Im übrigen verweisen wir auf unsere Sonderseite im Innern des Blattes.

MWen der Idee

Von

Viktor kutrs, 5tolpsc>isk clsr 8^.

1920: Adolf Hitler, damals ein unbekannter Frontsoldat, kündet einigen wenigen Menschen eine neue Idee: den Nationalsozialis­mus! Diese Wenigen glauben an diese Idee und ihren Künder. Aus dem Glauben erwächst ihre Ausgabe: die Weltanschauung Adolf Hitlers ihren Volksgenossen zu vermitteln, sie mit der Idee bekannt zu machen, sie für die Bewegung zu werben!

Dieser Aufgabe ist zeitlich keine Begrenzung gesetzt und hat deshalb mit der Erreichung des ersten konkreten Zieles der Machtübernahme keine Beendigung gesunden. Der aktivistische Träger dieser Idee war und ist die SA.! Aufklärung, Ueberzeu­gung und Erziehung zum Nationalsozialismus so lautet die Marschroute der Bewegung zur Erfüllung weiterer Ziele!

Als Bahnbrecher marschieren wie immer die Sturmabtei­lungen: die Faust, der propagandistische Arm der Bewegung! Hand in Hand mit der nationalsozialistischen Presse, die schon in der Kampfzeit den Sturmabteilungen treuer Kampfgefährte war und überall dort nachstietz, wo der SA.-Mann den Boden bereitete für

die Idee des Führers. So wurde die Resonnanz geschaffen für den ersten Sieg!

Die mit der Machtübernahme an die Bewegung herantretende Forderung, den Staat und seine Einrichtungen im nationalsozia­listischen Sinne zu beeinflussen und zu verwalten, war wichtig, aber selbstverständlich. Ueber dieser und allen anderen Zeitsorderungen steht weiterhin die ewige Aufgabe: den deutschen Menschen immer wieder hinzuführen zur nationalsozialistischen Idee!

Auch für uns, und für die folgenden Geschlechter besonders, gilt das Dichterwort: Was du' ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen! Das ist der Zweck wir sind das Mittel! So sieht die Aufgabe der Bewegung und die der SA. insbeson­dere aus.

Glaubensträger sein! Das ist der Grund, auf dem gebaut wird, auf dem gebaut werden muß, soll das Fundament des Staates halt­bar sein!

Glaubensbringer sein! Das ist die ewige Mission des national­sozialistischen Ordens im deutschen Volk, voran die Männer der SA., die Aktivisten der Idee!

Hüter des Glaubens, Wächter der Treue, Garanten der Ehre und der Freiheit: so will uns der Führer!

Sein Wille ist unsere rat!

Ueber eine Million Pimpfe und lungmüdel...

Sie Jungvolk-fiktion der Hitlerjugend beginnt - freiwilliges Vekenntnis, keine »Musterung"

r. Berlin, 3. März

Mit einem Aufrus an die deutsche Elternschaft und die deutsche Jugend, den dieBremer Zei­tung" bereits gestern veröffentlichen konnte, hat der Reichsjugendsührer die große diesjährige Jungvolkaktion eingeleitet.

Das Ersetz über die Hitlerjugend, das die HJ. als alleinige Erziehungsorganisation anerkennt, gäbe der Hitlerjugend das Recht, einfach durch behördliche Erhebungen die gesamte Jugend im Alter von 10 Jahren erfassen zu lassen und in die Hitlerjugend einzugliedern. Wenn die HJ. auf diese Möglichkeit verzichtet und stch wie früher bemüht, durch Werbung die Herzen der deutschen Jugend , und das Vertrauen der deut­schen Elternschaft zu erobern, so geschieht das deshalb, weil die Hitlerjugend ihren revo­lutionären Traditionen treu bleiben möchte. Die HJ. ist als Kampforganisation groß geworden, und sie hat diesen Charakter immer beibehalten. Das ist es gerade, was ihr die Kraft und den Mut zur Arbeit gibt, und so lehnt sie es auch ab, ein Ziel über einen büro­kratischen Apparat zu erreichen, das nach ihrer Ansicht auch jetzt voll und ganz durch Kampf er­reicht werden kann. Die Hitlerjugend will nicht, datz irgendein Junge oder ein Mädel durch einen Zwang in ihre Reihen gelangt, sondern sie for­dert freiwilliges Bekennen.

Durch Plakate und Flugblätter weiden die Eltern auf denTag des, Jungvolks" am 18. April, am Vorabend des Geburtstages des Führers, hingewiesen; Umzüge und Kundgebungen werden in allen deutschen Städten und Dörfern die Jugend zum Eintritt in die Reihen Adolf Hitlers auffordern. Vor allem aber wird sich die Hitler-Jugend an die Eltern wenden. Zu diesem Zweck werden Eltern- und Aussprache­abende veranstaltet werden, in denen stch die Eltern über das Wesen und über die Arbeit der HJ. unterrichten können. Film und Rundfunk werden ebenfalls für diese Propaganda eingesetzt werden und gewaltige Massenkundgebungen werden in ganz besonders eindrucksvoller Form auf die Bedeutung desTages des Jungvolks" hinweisen.

Bereits am 15. März werden in allen deutschen Gauen Werbebüros eingerichtet werden, in denen die Ausnahme in die Hitler-Jugend vollzogen

werden kann. Die eigentliche Eingliederung erfolgt dann in einer feierlichen Kundgebung am Vorabend des Geburtstages des Führers, in deren Mittelpunkt die Feier aus der Marienburg stehen wird. Von hier aus wird auch der Reichsjugend­führer über alle deutschen Sender zur deutschen Jugend sprechen und die feierliche Eingliederung der Jüngsten der Nation in die HJ. vornehmen.

Man mag sich die Bedeutung dieser Aktion an einigen Zahlen vergegenwärtigen. Die Aufgabe der gewaltigen Werbung wird es sein, 800 080 Jungen und 520 800 Mädel, sämtlich vom Jahr­gang 1927, zu erfassen. Dazu kommen noch etwa 100 800 Jungen und Mädel aus den vorher­gehenden Jahrgängen, die jetzt ebenfalls von der Werbeaktion erfaßt werden sollen. Die HJ. hat sich damit eine große Aufgabe gestellt, aber nach

den Erfolgen des vergangenen Jahres, in dem es bereits gelang, über 95 Prozent des Jahrganges 1826 zu ersahen, dürfte der Sieg auch diesmal nicht ausbleiben.

Hans Schemm zum Sedächknio

Bayreuth, 3. März.

Am 5. März sind zwei Jahre vergangen seit dem Tage, an dem der erste Gauleiter des Gaues Bayerische Ostmark und Reichswalter des NS.- Lehrerbundes, Hans Schemm, durch ein tragisches Geschick aus dem Leben gerissen wurde. Die' Reichswaltung des NSLB. veranstaltet zusam­men mit der Gauleitung des Gaues Bayerische Ostmark am 5. März um 19.20 Uhr in der Weihe­halle des Hauses der Deutschen Erziehung in Bayreuth eine Weihestunde zum Gedächtnis an den großen Toten.

öerechtigkeit für MutWand"

Vor englische Historiker fiawion zur Kolonialfrage

London, 3. März

In einer Zuschrift an denDaily Telegraph" setzt sich der bekannte englische Historiker Pros. Dawson für eine Regelung der deutschen Ko- lonialforderung ein. Dawson erinnert daran, daß viele Engländer in den 80er Jahren ent­rüstet gewesen seien, als Deutschland seine ersten Kolonien erworben habe. Der berühmte Kolo- nialpolitiker Josef Chamberlain habe diese Leute damal alsängstliche Kinder" bezeichnet. Auch heute sei eine Beruhigung der kleinmütigen und mißtrauischen Leute in England erforderlich.

Prof. Dawson fährt dann fort:Wenn wir großzügig gegenüber Deutschland in der Kolo- nialsrage handeln, dann machen wir es zu un­serem Freund und Mitarbeiter aus allen an­deren Gebieten zur Förderung der internatio­nalen Verständigung und des Friedens. Wir würden damit auch die Versprechung erfüllen, die wir Deutschland während des Krieges gaben und durch die Annahme der Wilsonschen Friedens­bedingungen im Oktober 1818 wiederholten. Die englische Regierung sieht sich einem der ernste­sten Probleme in der englischen Geschichte gegen­über. Diese Gelegenheit, einen Akt der Gerech­tigkeit zu erfüllen und das einzige Hindernis

einer vollen Verständigung mit Deutschland zu beseitigen, vorübergehen zu lassen, wäre em Fehler, der schreckliche Folgen haben könnte."

London, 3. März.

Die Rede des Botschafters von Ribbentrop an­läßlich der Eröffnung der Leipziger Messe wird nunmehr von derTimes" eingehend besprochen. Das Blatt behauptet zunächst, andere Länder hätten sich angeblich durchaus bereit gezeigt, die deutschen Beschwerden und Wege zu ihrer Be­friedigung zu erörtern. Im übrigen sei die Kolo­nialfrage nicht die Angelegenheit eines einzelnen Landes, Irgendeine Aenderung der gegenwärti­gen Bedingungen erfordere daher eine allge­meine Uebereinstimmung, die nur durch gemeinsame B e s p r e ch u n g e n. er­reicht werden könne. Der Erklärung des Bot­schafters, daß Deutschland seine eigene Wirtschaft auf eine solide Grundlage aufbauen müßte, be­vor es in einen regelmäßigen Warenaustausch mit der Außenwelt eintreten könne, sei eine ge­wisse Kraft nicht abzusprechen. Innerhalb ge­wisser Grenzen treffe dies nicht nur auf Deutsch­land, sondern auch auf andere Länder zu. Ein gewisses Ausmaß des wirtschaftlichen Nationalis­mus sei wahrscheinlich eine notwendige Bedin­gung für die Wiedererholung des Welthandels.

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In den vom Institut zum Studium der Judensrage herausgegebenenMitteilungen über die Judensrage" schreibt Dr. H. Bolz:

Der Mord des Julden David Frankfurter an Wilhelm Eustloff erinnerte daran, daß die Ge­schichte des 19. und 20. Jahrhunderts verschiedene von Juden vorbereitete und zum Teil von ihnen selbst durchgeführte Mord anschlüge aus politischen Motiven auszuweisen hat. Einige dieser Attentate hatten weittragende Be­deutung, sei es durch die Folgen, die sie aus­lösten, sei es wegen der Politiker, gegen die sie gerichtet waren. Ein Vergleich der näheren Um­stände zeigt, daß sich alle in der Anlage und in der Ausführung durch kaltblütige Berech­nung auszeichnen und gegen Männer gerichtet waren, die als Gegner des jüdisch-demokratischen Parlamentarismus aufgetreten sind: Der preu­ßische Ministerpräsident von Vismarck, der österreichische Ministerpräsident Graf Stürz kh und der ehemals ungarische Ministerpräsident Graf Tisza.

Der Bismarck-Attentäter war der jüdische Student Ferdinand Cohen,,ein Stiefsohn des damals als Emigrant in London lebenden demo­kratischen Schriftstellers Karl Blind, der bei dem badischen Aufstande von 1819 führend beteiligt gewesen war. Der Mordanschlag fiel in die Zeit kurz vor Ausbruch des Preußisch-österreichischen Krieges, in der Vismarck vor allem infolge des Konfliktes mit dem Landtage als der bestgehaßte Mann in Preußen galt. Als er am Nachmittage des 7. Mai 1866 nach einem Vertrag bei König Wilhelm I, auf der Mittelpromenade derLin­den" nach seiner Wohnung in der Wilhelmstraße zurückkehrte, schoß Lohen an der Ecke Schadow- straße aus nächster Nähe von hinten zweimal auf den Ahnungslosen. nur eine Kugel streifte ihn an der Seite und, als Vismarck sich daraufhin rasch umwandte, noch ein drittes Mal. Dabei wurde er an der rechten Schulter leicht getroffen. Nachdem es ihm gelungen war, Lohen am rech­ten Handgelenk zu packen, wechselte dieser blitz­schnell den Revolver in die linke Hand und gab noch zwei weitere Schüsse ab; der eine ging fehl, der letztere war ein Rippenprellschuß. Wie durch ein Wunder blieb Vismarck fast unverletzt. Nun­mehr konnte er den Attentäter mehreren zufällig vorbeimarschierenden Offizieren und Soldaten übergeben, die ihn dann in das Gefängnis ein­lieferten. Noch in derselben Nacht nahm sich dort Lohen das Leben. In einem vor der Tat an sei­nen Stiefvater gerichteten Brief« hatt« er erklärt, er wollte Vismarck töten, weil er in ihm den ärgsten Feind der deutschen Frei­heit" sähe.

Die beiden anderen jüdischen Mordanschläge fielen bereits in die Zeit des Weltkrieges. Das Attentat aus den österreichischen Ministerpräsi­denten Dr. Karl Graf Stürgkh wurde von

dem Sekretär der österreichischen, sozialdemokra­tischen Arbeiterpartei und Redakteur der Monats­schrift:Der Kampf", denn Juden Dr. Friedrich Adler verübt, der ein Sohn des österreichi­schen sozialdemokratischen Reichstägsabgeordneten Viktor Adler war. Als Stürgkh, der seit.dem Jahre 1911 das Amt des österreichischen Mini­sterpräsidenten bekleidete und während des Krie­ges erfolgreich die Einberufung des am 16. März 1911 wegen der tschechischen Obstruktion.vertag­ten Reichsrates zu verhindern bestrebt war, am 21. Oktober 1916 sein Mittagsmahl in dem Wie­ner Hotel Meitzl und Schabn einnahm, .trat Adler plötzlich ganz dicht an dessen Tisch heran und gab auf den völlig Wehrlosen aus nächster Nähe in schneller Folge vier Revolverschüsse ab, von denen zwei sofort tödlich wirkten. Sogleich nach der Tat wurde Adler festgenommen. Sofort begann die ihm gesinnungsverwandte Presse, die 'jüdischen Zeitungen in Oesterreich und im Reich, mit dem Versuch einer Entlastungsoffensive,. in­dem sie den Täter für unzurechnungsfähig erklär­ten und um Mitleid für ihn warben. Trotzdem wurde er zum Tode verurteilt; abdr schon am 7. September wandelte man dieses Urteil in eine Strafe von 18 Jahren schweren Kerkers um, bis Adler dann bereits nach Jahresfrist, am Vor­abend des Umsturzes, am 1. November 1918, völlig amnestiert wurde.

Gegen den Grafen Stefan Tisza, der vom Oktober 1903 bis Juni 1905 und dann wieder vom Juni 1913 bis Mai 1917 ungarischer Mini­sterpräsident war und sehr nachdrücklich das demokratische Wahlrecht bekämpfte, wurden von jüdischer Seite verschiedene Attentate verübt. Das erste Attentat versuchte am 7. Juni 1912 im Budapester Parlamentssaal ein ungarischer Reichstagsabgeordneter, der Jude Julius Kovacz, als Tisza in seiner Eigenschaft als Reichstagspräsident die dauernde Obstruktion der Oppositionsparteien mit entschlossener Energie zu brechen bemüht war. Die Schüsse gingen fehl, und der Attentäter wurde vom Budapester Ge­schworenengericht demonstrativ freigesprochen. Während des Weltkrieges ging der Jude.Fried­rich Adler, der dann den Grafen Stürgkh zum Opfer erwählte, zunächst mit dem Gedanken um, Tisza, denDiktator von Oesterreich" (wie er ihn nannte), zu töten, ein Plan, den er aber lediglich aus reinen Zweckmäßigkeitsgründen wieder aufgab. Im Juni 1918 wurde dann I Tiszas Ermordung vom äußersten linken Flügel der ungarischen sozialdemokratischen Partei es waren u. a. die Juden Paul Keri, Otto Korwin- Klein, Dr. Eugen Läßlo (eigentlich: Lewy) und Dr. Ländler beschlossen. Der erste Versuch, diesen Beschluß in die Tat umzusetzen, war das mißlungene Attentat des Juden Johann Lekai- Leitner, eines von anarchistischen Ideen er­kalten Anhängers der umstürzlerischen Karolyi-