Ausgabe 
(3.3.1937) Nr. 61
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1937

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der Natrona

parteiamtliche ^geszeitung

Nachrichtenblalt der Deutschen flrbeitssront Bremen

flmtsdta» des Senats der Zreien Hansestadt Bremen

Erscheint 7mal wöchentlich. Monatsbezug: NM. 2,38 einschl. Zustellgebühr; durch die Post RM. 2,38 einschl. 52,64 Ps. Überweisungsgebühr, ausseht. Postbestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zu entrichten. Postscheck: Hamburg 17272. Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch ausErstattung oderErsatz. RL.-Ga,-Verlag Wcfer-Ems G. m. b. H., Bremen, Gceren 6/8 / Fernsprecher: 54t 21 und 511 1z,

Das amtliche Verkundungsblatt des Neichsstatchalters in Mdenbmg und Vremen

Anzeigcn-Grundpreise: Die W-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 Ps., die 70-mm,Zeile -m Tsxtteil 75 Ps. Ermäßigte Grundpreise lsür kleine Familien-Anzeigen u. a., sowie sonstige Bedingungen Preis­liste S (Nachlaßstassel c>. Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahineschluß 16Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12->3 Uhr; Schristleitung Dienstag und Freitag 12)4 13)4 Uhr.

Nr. 61 / 7. Jahrgang

Mittwoch, Z. Mär; 1SZ7

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preiswucherem wird das Handwerk gelegt!

zsoooo Mark veldstrafe für volksschÄlinge

Unser lagesspiegvl

Lutze, Himmler und Hühnlein erlassen zur kommenden Reichsstrahensammluya der SA., SS. und des NSKK. einen Ausruf.

Auf der Leipziger Messe finden die neuen deutschen Werkstoffe starke Beachtung.

Die Inhaber einer Obsthandelssirina in Drochtersen wurden wegen Preiswucher zu 358 888 Mark Geldstrafe verurteilt.

Der Faschistische Eroßrat beschloß eine erheb­liche Verstärkung der Wehrkraft Italiens.

In Rumänien wurden die Logen und Geheim- bünde aufgelöst.

Mit einer Reihe öffentlicher Versammlungen leitet die NSDAP., Kreis Bremen, ihre Ar­beit im neuen Monat ein.

Der Meubau des Verwaltungsgebäudes der Uebungsstelle Bremen auf dem Flughafen wurde feierlich gerichtet.

Nach seinem schweren Unfall wurde Dampfer „Taube" in seinen Bremer Heimathafen eingeschleppt.

Mit großem Erfolg begann die Volksdeutsche Bühne Berlin ihr mehrtägiges Gastspiel in Bremen.

Deutliche Warnung

Berlin, 2. März

Der Reichskommissar für die Preisbildung teilt mit: Die Inhaber der Obsthandelsfirma Gebrüder Dralle in Drochtersen (Regierungsbezirk Stade), Bauer und Obsthändler Hermann Dralle und feine Sohne Adolf, Jonny und Robert Dralle sind wegen Preiswucher mit einer Geldstrafe von 358 888 RM. bestraft worden. Der Obsthandels­betrieb der Gebrüder Dralle ist mit sofortiger Wirkung geschlossen worden. Es ist Sorge ge­tragen, daß die noch vorhandenen Aepfelvorräte ordnungsgemäß verwertet werden.

Die Gebrüder Dralle lieferten als Versand­händler Aepfel aus dem niederelbischen Obst­anbaugebiet (Alte Lande) nach Berlin, Hamburg und Köln. Die Aepfel, für die sie in den Mo­naten Januar und Februar dieses Jahres 32 RM. je Zentner (für allerbeste Qualität) hätten for­dern dürfen, verkauften sie zum Preise für 52, 55, ja sogar 57 RM. je Zentner. Trotz aus­drücklicher Bekanntgabe an den Ver­sandhandel, daß als Höchstabgabepreis im Sinne des Preiserhöhungsverbots vom 26. 11. 36 nur ein Preis von 32 RM. zugelassen sei, Haben die Gebrüder Dralle die Preistreiberei fortgesetzt. Sie konnten vor einigen Tagen abgefaßt werden, als sie wieder einen größeren Posten Voskop-Aepfel aus dem Alten Lande an Berliner Händler für 52 RM. verkaufen wollten. Dabei stellte sich her­aus, daß die Dralles den Rechnungsbetrag auf den zugelassenen Höchstabgabepreis auszustellen pflegten, die Rechnungen also gefälscht haben.

Der über die ausreichend genossene Verdienst- spanne hinausgehende Mehrverdienst der Dralles dürfte mit einer Viertelmillion RM. noch sehr niedrig anzunehmen sein. Bezeichnend für die Gesinnung dieser Volksschädlinge ist, daß ihre Ee- samtspende für das Winterhilfswerk 1936/37 in Drochtersen 280 RM. betrug. Nach einer vor­liegenden Sachspendenquittung sind von ihnen in Berlin zwei PfundAepfel gespendet worden.

Die Bestrafung der Dralles möge allen den­jenigen zur Warnung dienen, die noch heute glauben, sich durch Preiswucher aus Kosten ihrer Volksgenossen ungestraft bereichern zu können. Das Preiserhöhungsverbot vom 28. 11. 1938 gilt uneingeschränkt und ist von jedem Volksgenossen zu beachten. Zuwiderhandlungen werden, wie dieser Fall zeigt, aufs schwerste bestraft.

Verstärkung der Wehrkraft Italiens

Straßensommlung am 6. und 7. Mär;

0er faschistische Sroßrat bekennt sich ;ur Zusammenarbeit Verlin-Nom

Ausruf des Stabschefs der SA., des Neichsführers SS. und des Korpsführers des NSKK.

Berlin, 2. März.

Der Stabschef der SA., Lutze, der Reichs­führer SS., H. Himmler und der Korps­führer des NSKK-, Hühnlein, erlassen folgen­den Aufruf:

Zum dritten Male im Winterhilfswerk 1936/37 stehen die Männer der SA., der SS. und des NSKK. als freiwillige Kämpfer im Dienste der Volksgemeinschaft. In den Jahren vor der Machtübernahme waren es diese Männer, die mit einem fanatischen Glauben an den Führer jeden Tag bereit waren, die größten Opfer für eine bessere Zukunft Deutschlands zu bringen. Sie eroberten nach ein/m schweren Opfergang die Straße. Nach dem Siege stellte der Führer neue Aufgaben. Und so treten diese Männer der SA., der SS. und des NSKK. heute an, um zu beweisen, daß es ihnen gelungen ist, die Her­zen des deutschen Volkes zu erobern. Wer ein Herz hat, geht am 6. und 7. März zu den Kämp­fern Adolf Hitlers und bereitet ihnen durch seine Spende Freude an ihrer Arbeit.

Me flufgaben der Sfl.

(Llgsvsr Vrabtbsriobt)

rä. Hannover, 2. März

Nach einem Bericht der „Niedersächsischen Ta­geszeitung" fand in Hannover eine Presse­besprechung statt, bei der SA.-Obergruppen- führer Kasche vor der gesamten niedersächsischen Presse über die Lage und über die heute wesent­lichen Aufgaben der SA. sprach. Nach einem Rückblick über die Entwicklung der SA. von 1934 bis 1936 zeigte Obergruppenführer Kasche auf, daß seit 1936 die SA. mit Aufgaben betraut worden ist, die sie in die breitere Öffentlichkeit hineinführen. Solche Aufgaben ergäben sich aus der Einsatzfähigkeit für die Partei, für Volk und Staat. Die besonderen Aufgaben sind im ein­zelnen: 1. die Uebernahme der Werkscharen in Gemeinschaft mit der DAF., 2. die Neugestaltung des SA.-Sportabzeichens, 3. die Uebernahme der Reit- und Fahrausbildung, 4. die Nationalsozia­listischen Kampsspiele.

«Studenten bauen auf"

Ein Erlaß des Neichserziehungsministers zum RBWK.

r. Berlin, 2. März.

Der Reichserziehungsminister hat entsprechend einem Antrag des Beauftragten für den RBWK. der deutschen Studenten, Dr. Six, verfügt, daß alle Arbeiten des Reichsberufswettkampfes der Studenten in die zuständige Universitätsbiblio­thek aufgenommen werden sollen. Die Bedeutung dieser Maßnahme, so heißt es in dem Erlaß, liegt nicht nur in der Anerkennung des wissen­schaftlichen Wertes der studentischen Arbeit, son­dern zugleich in der öffentlichen Zugänglich- machung der praktischen politischen Leistungen für Stellen aus Partei und Staat. Alle Arbeiten können künftig auf Grund eines Berichts, der erstmalig unter dem Titel „Studenten bauen auf" erschienen ist, an der örtlichen Hochschule ein­gefordert werden.

Der Rekchserziehungsminister weist in dem Erlaß ferner darauf hin, daß der Reichsberufs- wettkampf der deutschen Studenten die besten Arbeiten enthält, die sich aus der studentischen Wissenschafts- und Facharbeit ergeben. Er bringt so jährlich von studentischer Seite neue Ansätze und Anregungen für die wissenschaftliche Arheit, die auch politisch eine Bedeutung für die Praxis hat.

Rom, 2. März.

In der Nacht zum Dienstag hielt der Faschi- stische Eroßrat eine Sitzung ab, über die nach­stehende amtliche Mitteilung herausgegeben wurde: „2m Faschistischen Großrat vom 1. März berichtete Mussolini über die militärische Vorbe­reitung der Nation. Der Eroßrat nahm folgende Tagesordnung an:

Der Faschistische Eroßrat betrachtet den Stand unserer militärischen Ausbildung, nachdem er den ausführlichen Bericht des,Duce gehört hat, als befriedigend. Er ist jedoch der Ansicht, daß irgendwelche Möglichkeit einer Rüstungs­beschränkung endgültig auszuschließen ist, und beschließt daher: s.) die Perwirklichung eines Planes für eine weitere angemessene Vermeh­rung unserer Wehrmacht; b) die Ver­längerung der dem Eeneralkommissariat für die Kriegsproduktion übertragenen Aufgaben auf fünf Jahre; o) die vollständige Militarisierung sämtlicher aktiven Kräfte der Nation zwischen 18 und 55 Jahren mit regelmäßiger Einberufung der mobilisierbaren Klassen; cl) die Errei­chung eines Höchstmaßes an Autar­kie, was die militärischen Bedürfnisse anbe­trifft, und, wenn nötig, vollkommene Hintan- stellung der zivilen Bedürfnisse hinter den mili­tärischen; s) die Aufforderung an die italieni­sche Wissenschaft und Technik zur Mitarbeit, da- ' mit dieses Höchstmaß an Autarkie möglichst rasch erreicht wird, da nur durch die Wissenschaft, durch die Tüchtigkeit und durch Opferbereitschaft die weniger begünstigten Völker einem etwaigen Angriff von Ländern standhalten können, die über reichere Mittel und größere Hilfsquellen verfügen.

Der Faschistische Eroßrat hat^ferner nach einem Bericht des Außenministers Graf Ciano über die internationale Lage die folgenden Tagesordnun­

gen beschlossen: Der Faschistische Grotzrat drückt seine Solidarität mit dem nationalen Spanien aus und begrüßt die Truppen Francos, deren Sieg das Ende jedes bolschewistischen Versuches im Westen und den Beginn einer neuen Epoche der Macht und sozialen Gerechtigkeit für das spanische Volk bedeuten wird, das mit dem Italiens durch jahrhundertealte Bande der Sprache, Religion und Geschichte verbunden ist. Der Außenminister wird beauftragt, der Regie­rung Franco diese Tagesordnung amtlich zur Kenntnis zu bringen.

Der Eroßrat billigt die im Bericht des Außen­ministers dargelegte Tätigkeit der italienischen

Numanische tagen aufgelöst

Hochschulen werden entpolitisiert

Bukarest, 2. März.

Der rumänische Ministerrat hat Beschlüsse zur Ausmerzung politischer Strömungen aus dem studentischen Lsbsn und der Entspannung der innerpolitischen Lage gefaßt. Sämtliche Hoch­schulen und Hochschulheime sollen mit sofortiger Wirkung gesperrt werden. Die Lehrtätigkeit wird erst nach Inkrafttreten des neuen Hochschul- gesetzes wieder aufgenommen. In dieses neue Hochschulgesetz soll ein Paragraph aufgenommen werden, der strenge Strafen androht für Teil­nahme der Studenten an politischen Parteien ober politischen Kundgebungen. Das bereits be­stehende Verbot zum Tragen von Uniformen und Abzeichen soll verschärft werden. Ferner wurde der Kultusminister ermächtigt, mit dem Patri-

Außenpolitik vom 18. November ab und spricht ihm lebhaften Beifall aus. Er stellt mit Freude fest, daß die Politik des italienisch-deutschen Ein­verständnisses sich fortentwickelt und ihre zu­nehmende praktische Wirksamkeit gezeigt hat.

Er stellt mit Befriedigung fest, daß die ita­lienisch-britischen Abkommen vom 2. Januar eine nützliche Klärung der Beziehungen zwischen den beiden Ländern im Hinblick auf das Mittel­meer darstellen. Er nimmt die positiven Ergeb­nisse zur Kenntnis, die in den italienisch-türki­schen Besprechungen von Mailand erreicht wur­den, und spricht noch einmal seinen Willen zu wirksamer friedlicher Zusammenarbeit auf allen Gebieten und mit allen Ländern aus, die den Wunsch zur Zusammenarbeit mit dem faschisti­schen Italien gezeigt haben oder zeigen werden."

archen von Rumänien Maßnahmen zur Bestra­fung jener Priester zu vereinbaren, die am politischen Kampf teilnahmen. Schließlich wurde beschlossen, daß sämtliche Logen und Eeheimver- bände mit sofortiger Wirkung aufgehoben werden.

wird kngland aufgeklärt!

London, 2. März

„Daily Mail" berichtet, daß die englische Po­lizei einen kommunistischen Anschlag aufgedeckt habe, der zum Ziele hatte, das Aufrüstungspro­gramm der Regierung zu behindern. Für die nächste Zeit sei mit aufsehenerregenden Ver­haftungen zu rechnen. Verschiedene Vorfälle in mittelenglischen Rüstungsfabriken werden von der Geheimpolizei zur Zeit eingehend untersucht, da alle Anzeichen auf Sabotage hindeuten. ^

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I Präger Seitensprünge

tschechisches, allzu tschechisches

k. Mi. Nicht nur Regierungserklärungen, Ministerreden, Interviews und Zeitungs­artikel — auch Bücher treten zuweilen in den' Brennpunkt des weltpolitischen Ge­schehens. Obschon die europäischen Geschichts- schreiber bereits von einer ganzen Reihe solcher „Fälle", in denen mit Büchern Poli­tik „gemacht" wird, zu berichten wissen, sind mehrere tschechoslowakische Zeitungen so­eben einer neuen, „höchst gefährlichen Publi­kation" auf die Spur gekommen. Nicht etwa das seltsame polenfeindliche Buch des bis­herigen tschechoslowakischen Gesandten Seba mit dem verheißungsvollen Titel „Die Sow­jetunion und die Kleine Entente" macht den sorgenvollen und wahrheitsliebenden Redak­teuren der nationaltschechischen Presse so viel zu schaffen! Nein, eine Broschüre des Reichstagsabgeordneten Hans Krebs, „Pan- europa oder Mitteleuropa?" betitelt, hat es ihnen angetan. Jene findigen Journalisten haben — wie schrecklich! — zweierlei ent­deckt: Zunächst gipfeln die Ausführungen

des erwähnten Reichstagsabgeordneten natürlich „ganz offensichtlich" in einer vom deutschen Nationalimperialismus diktierten Hetzkampagne gegen die Tschechoslowakei, und sodann — was dem Faß den Boden aus- schlägt — Hans Krebs wird als Oberregie­rungsrat im Reichsministerium für Volks- ausklärung und Propaganda „entlarvt". Ja, das ist allerdings peinlich, doch auch diesmal wieder nicht für uns, sondern für die wahr­heitsliebenden Mitarbeiter der „gut unter­richteten" tschechoslowakischenBlätter! Einen Oberregierun-gsrat Hans Krebs gibt es näm­lich im Reichspropagandaministerium gar nicht, sondern nur im Reichs- und preußi­schen Ministerium des Innern, womit der angebliche amtliche Propagandazweck der Broschüre ins Wasser fällt. Doch wir wollen, die Wendigkeit der jüdischen Presseleute nicht unterschätzen. Es liegt auf der Hand, daß die erwähnte Tatsache den journalisti­schen Gangstern Prags noch keineswegs den Atem rauben könnte. Sie würde ihrer leb­haften Phantasie lediglich neue Nahrung liefern, würde ihnen nur Material zu einem noch schärferen Angriff gegen den National­sozialismus unter dem Motto „Sogar das Reichsinnenministerium beteiligt sich an dem Kesseltreiben gegen die Tschechoslowakei" zuspielen, wenn die Arbeit des - Oberregierungsrats Krebs nicht bereits — 1931 erschienen wäre! Sie haben wirklich Pech, die bemitleidenswer­ten Berufshetzer! Angesichts ihres Reinfalls können wir uns, um den von ruhiger Sach­lichkeit getragenen Inhalt der Broschüre zu kennzeichnen, auf die Wiedergabe des fol­genden Satzes aus dem sechs Jahre vorlie­genden Aufsatz beschränken: „Wenn es je­mals ein Mitteleuropa geben soll, kann es nur ein Bündnis freier nationaler Selbst­verwaltungsgebiete sein; in diesem Raum muß der organische Staatsgedanke über das destruktive zentralistische System Frank­reichs siegen." Dgß diese unanfechtbare Auf­fassung die Präger Presseleute plötzlich außer Fassung bringt, ist immerhin für die politische Unsicherheit in der Zentrale des tschechoslowakischen Staates bezeichnend.

Und wie steht es mit dem Buch des tsche­chischen Gesandten Seba. das bekanntlich die Abtretung polnischer 'Gebiete an die Tschechoslowakei zwecks Herstellung einer unmittelbaren Landvexbindung zwischen Prag und Moskau propagiert? Wie erin­nerlich, hat das Vorwort zu diesem Buch kein Geringerer als der Präger Außen­minister Dr. Krofta geschrieben, was den Sturm der Entrüstung, den die alarmieren­den Darlegungen Eebas in Warschau her­vorriefen, nur noch verständlicher macht. Der tschechoslowakische Ministerpräsident Dr. Hodza ist jetzt im heftig umstrittenen Fall Seba aus seiner Reserve hervorgetreten. Im Präger Parlament erklärte er, seinen Außenminister in Schutz nehmend, es sei Dr. Krofta nicht möglich gewesen, das ganze Buch in allen Einzelheiten durchzustudieren. Also eine vielleicht gerade noch entschuld­bare diplomatische Panne ist dem Leiter der tschechoslowakischen Außenpolitik zugestoßen, könnte man urteilen, zumal Dr. Hodza außerdem von Seba als einem Gesandten spricht, „der sich in einer literarischen Arbeit versuchte". Aber der gute Eindruck wird so­fort wieder verwischt, denn Ministerpräsi­dent Dr. Hodza kommt zu dem Schluß, daß die Präger Regierung keinerlei Schritte für notwendig erachte, um den angerichteten Schaden aus der Welt zu schaffen. Die Taktik des Schweigens, von Mos­kau befohlen, triumphiert also doch!

Die Kunst, ein politisches Eingeständnis