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Nachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Vremen
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Nr. 550 / 7. laiirgang
Dienstag, 21» Dezember 1957
kinzelpreis 15 Npf.
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München, 29. de;. flm Montag um 9.25 Uhr wurde 00 m losepliinurn folgende Mitteilung aufgegeben: Montag, 20. dezember, S.29 Uhr, verschied der Feldherr Seneral Ludendorff schmerzlos und ruhig. Las vewußtfein blieb bis in die letzten Stunden er-
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halten. Sei der durch die lange Krankheit nur noch geringen Widerstandskraft war es unmöglich, dem schnell eintretenden Kröfteverfall und der zunehmenden Kreislaufschwache wirklich wirksam zu begegnen.
Professor Kiel leutliner, Vr. sorell
Berlin, 21. Dezember
Der Führer und Reichskanzler hat zum Tode des Generals Ludendorff nachstehenden Aufruf erlassen:
Deutsche! Mit dem Tode des Generals Ludendorff ist eine geschichtliche Erscheinung von uns gegangen. Mit seinem Namen verbindet sich für alle kommenden Zeiten der größte Heldenkampf des deutschen Volkes. Vereinsamt inmitten einer ebenso schwachen wie wurzellosen politischen Umgebung versuchte dieser Mann im großen Kriege an der Seite des Feldmarschalls die Widerstandskraft der Nation zu unvergleichlichen Leistungen emporzureißen, um damit den Deutschen undsthremReicheNsFreiheit zu erhalten.
Nachdem charakterlose Gesinnung und jammervolle Schwäche seinen Sturz herbei- gesichrt hatten, brach Deutschland zusammen und fiel bis zur Schmach von Versailles. In diesen Fahren der tiefsten Erniedrigung verband sich der Feldherr des Weltkrieges Ludendorff mit den Kämpfern zur inneren und äußeren Wiederausrichtung der Nation. Für diese Freiheit rang und stritt er nun seitdem auf seine Weise.
Der so großen und ausschließlichen Zielsetzung entsprach die fanatische Hingabe dieses Mannes. Seine Liebe und seine Gebete gehörten unserem Volk, sein Haß seinen Feinden.
Wie bei allen kompromißlosen Kämpfern dieser Erde wird auch bei ihm der Eindruck seiner Persönlichkeit der Nachwelt bewußter werden als vielen Zeitgenossen der Gegenwart. In seiner Erscheinung erhält die Ruhmeshalle unserer Geschichte einen neuen Zeugen der Größe der deutschen Nation!
Vlomberg an die welzemachr
Der Oberbefehlshaber der Wehrmacht, v. Vlomberg, erläßt folgenden Appell:
Soldaten der deutschen Wehrmacht! Der erste Generalquartiermeister im Weltkrieg, General Ludendorff, ist zur großen Armee abgerufen worden. Ein großer Deutscher und ein großer Soldat ist von uns gegangen. Sein Leben war ein leidenschaftlicher Kampf für Deutschland. Dieser Kampf galt in der Vorkriegszeit der Stärkung unserer Wehrkraft, im Kriege dem Siege der Waffen, später der Freiheit der Reiches und der Einheit der Nation.
Als Wehrschöpfer, Organisator und als mitverantwortlicher Feldherr hatte er wesentlichen Anteil am inneren und äußeren Ausbau der besten Armee der Weltgeschichte. Mit Hindenburg führte er dieses Heer zu Siegen von klassischer Größe. In den letzten schweren Jahren des Krieges war er die Seele und der Wille aller ehrliebenden Deutschen. Auch in der Niederlage hielt er die eigene und die Wasfenehre der Armee rein. Vor Lüttich aber und beim Marsch zur Feldherrnhalle am S. November 1923 vereinten sich Gedanke und Tat, Haltung und persönlicher Einsatz zu heldenhaftem Vorbild.
So lange es deutsche Soldaten gibt, wird General Ludendorff fortleben als eine der größten Gestalten preußisch-deutschen Sol- datentums. Die Wehrmacht des Dritten Reiches hält ihm die Treue. An seiner Bahre senken sich unsere Fahnen in vollster Trauer, in Dankbarkeit und Ehrfurcht.
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Mittwoch Staatsakt in München
Ligsner verteilt Sei „Viewer Teilung"
München, 21. Dezember
Für den großen Feldherrn des Weltkrieges hat der Führer das Staatsbegräbnis angeordnet. Am Mittwoch werden die sterblichen Ueberreste des Generals Ludendorff unter größter Anteilnahme des ganzen deutschen Volkes und der neuen deutschen Wehrmacht zur ewigen Ruhe gebettet. Im Mittelpunkt der Trauerveranstaltungen wird ein Staatsakt vor der Feldherrnhalle stehen. In den frühen Morgenstunden des Mittwochs wird der Sarkophag unter dem schwarz-verkleideten Siegestor aufgebahrt werden. Vor Beginn des Staatsaktes, der für 10 Uhr morgens angesetzt ist, wird der tote Feldherr aus einer Lafette zu der mit schwarzem Trauerschmuck ausgekleidetes Feldherrnhalle gebracht. Auf dem Wege werden flammende Pylonen ein stummes Spalier bilden.
Die Gliederungen der Wehrmacht und der Partei bilden zu beiden Seiten der Ludwigstraße Spalier. Im Rahmen des großen Staatsaktes wird Reichskriegsminister von Vlomberg eine Ansprache halten und anschließend einen K>anz im Namen der Wehrmacht niederlegen. Außerdem werden Eeneralfeldmarschall von Mackensen und die Oberbefehlshaber der Wehrmachtteile Kränze niederlegen.
Nach dem große« Staatsakt wird sich der Trauerzug durch die Stadt bis zum Sendlinger Torplatz 'bewegen. Eine motorisierte Kolonne wird den Sarg mit dem toten Feldherrn übernehmen. Die eigentliche Trauerfeier wird da
mit beendet. In Tutzing findet dann im Hause Ludendorff? ein Trauerakt im engsten Familienkreise statt; anschließend erfolgt die Beisetzung auf dem Friedhos Tutzing. Ehren- abordnungen der Wehrmacht werden auch hier vertreten sein.
Mit der künstlerischen Leitung der Ausgestaltung des äußeren Bildes Münchens am Vei- sctzungstaa ist Professor Georg Büchner beauftragt worden. In der Zeit von 6—9 Uhr morgens wird am Mittwoch die Bevölkerung Gelegenheit haben, am Sarg des verewigten Feldherrn an dem Siegestor vorbeizugehen und Kränze niederzulegen.
kin großer Veutscher
Die Notion trauert
v. Wieder verlor das deutsche Volk einen seiner Großen: Der Feldherr und Stratege des Weltkrieges, oer Kämpfer für völkische Freiheit, der Hasser des Judentums und der Freimaurerei, General Erich Ludendorff ist tot. Sein Leben war das eines Soldaten, durch seine aufrechte, gerade Haltung, durch seine ehrliche Meinungsäußerung ohne Umschweife und Einschränkungen erstand ihm einst in Parlamentarismus, So- zialdemokratie und Zentrum der stärkste Feind. Am 9. April 1865 auf Gut Pruzsenia in der Provinz Posen geboren, trat er nach Abschluß seiner Erziehung im Kadettenkorps 1882 in das Preußische Infanterieregiment 57 in Wesel ein. Mit jungen Jahren schon wurde er in den Großen Generalstab berufen, die Stätte, wo sein Kampf und sein Ruhm beginnen sollte. Er war einer der wenigen, die bereits vor dem Weltkrieg in Erkenntnis der ganzen Tragweite der totalen Einkreisung des Deutschen Reiches offen für unumgängliche Gegenmaßnahmen eintraten. 1912 forderte der damalige Oberst Ludendorff als Chef der Aufmarschabteilung des Generalstabes die volle Ausnutzung des deutschen Menschenbestandes schon in Friedenszeiten durch Aufstellung von drei neuen Armeekorps. „Wir müssen unserem gesamten Heere die Stärke geben, die allein den endgültigen Erfolg im nächsten Kriege verbürgt, den wir im wesentlichen mit eigener Kraft führen müssen." Dieser Satz, geschrieben in einer Zeit, da ein Bethmann-Hollweg sich noch sicher im Herzen Europas fühlte, zeigt in gleicher Weise den vorausschauenden Feldherrn und Politiker Ludendorff. Daß Deutschland den Kampf im „wesentlichen allein" führen mußte, bewahrheitete sich nur zu bald, die von ihm geforderten drei Armeekorps aber fehlten 1914 im Westen an der Marne und bedingten mit den Einsatz der jungen Regimenter vor Langemarck. Abgelehnt aber wurde die Forderung Ludendorsfs aus parlamentarischen „Rücksichten"!
Mit seinen Ansichten hatte sich Ludendorff in Berlin höchst unbeliebt gemacht, deshalb wurde er als Regimentskommandeur zuerst nach Düsseldorf und im April 1914 mit der Ernennung zum Generalmajor als Brigadekommandeur nach Straßburg abgeschoben. Bei Ausbruch des Krieges wurde er der Armee Bülows als Oberquartiermeister zugeordnet. Den Siegeszug der deutschen Waffen im Westen eröffnete die Eroberung Lüttichs. Diese Festung mußte vor allem fallen, sollte der Plan Schliessens, den Feind westlich zu umfassen, gelingen. Ludendorff befand sich ohne Auftrag bei den schnell zusammengerafften sechs Brigaden General Emmichs auf dem Marsch nach Lüttich. Ohne Befehl setzte er sich für den gefallenen Kommandeur der mittleren Brigade an deren Spitze und führte die Truppe zum siegreichen Sturm über die Befestigungswerke. Seiner Brigade, die als einzige das festgesetzte Ziel erreichte, und allen deutschen Soldaten hatte Ludendorff ein leuchtendes Beispiel für den persönlichen Einsatz des deutschen Offiziers gegeben.
Während im Westen die deutschen Truppen von Sieg zu Sieg eilten, war an der Ostfront durch den Rückzug der dort aufgestellten 8. Armee eine äußerst heikle Lage entstanden, die ein sofortiges Eingreifen erforderte. Generaloberst von Moltke, der damalige Generalstabschef, bestimmte General von Hindenburg zum Befehlshaber der 8. Armee und General Ludendorff zu seinem Generalstabschef. „. . . ich weiß keinen anderen Mann, zu dem ich so unbedingtes Vertrauen hätte wie zu Ihnen. Vielleicht retten
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