Ausgabe 
(16.12.1937) Nr. 345
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parteiamtliche Tageszeitung

NachrichlendlaN der Deutschen flrbeitssront vreinen

flmtsblaN des Senats der Freien Hansestadt Bremen

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Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstatchalters m Oldenburg und Dremen

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Nr. Z45 / 7. Jahrgang

donnerstag, 16. Vezember 1SZ7

kinzelprels 15 Npf.

Prag verhindert die Verständigung!

Ne deutsche Volksgruppe in der Tschechoslowakei soll sogar das Necht, sich zu verteidigen, verlieren

wer nach den letzten Neden führender tschecho­slowakischer Staatsmänner geglaubt hatte, daß die PrägerNegierungnunmehr einen vernünftigen volks- politischen Kurs einschlagen würde, ist durch die heute im Präger Parlament ;ur Verabschiedung kommende Novelle zum Parteiauslösungsgesetz bitter enttäuscht worden, pls Neuerung ist nämlich vorgesehen, daß

nunmehr auch die Landesbehörde nach freiem kr- messenoliederungenbeslimmterparteiorganilationen auslösen kann. Ver Zweck dieses neuen Sesetzes ist der, die den Volksgruppen im tschechischen Natio­nalitätenstaat noch offengelassenen Möglichkeiten, sich für ihre Sleichberechtigung einzusetzen, weiter zu beschneiden.

wie lange noch!

' Berlin, 18. Dezember.

Die Deutsche Diplomatisch-Politische Kor­respondenz schreibt zur tschechischen Partei- auslösungs-Novelle: Datz dieses Gesetz in einem Augenblick vorgelegt wird und durch­gepeitscht werden soll, in dem sich in Europa manche Hoffnungen regen, datz auch die Tschechoslowakei ihren längst fälligen Bei­trag zur Entspannung liefern möge, lätzt die tschechische Aktion besonders schwerwie­gend erscheinen. Zwar scheut man sich in­folge -es bestehenden Interesses im Ausland, dem Chauvinismus den Frontalangriff gegen die für die Belange ihres Volkstums ent­schlossen eintretenden und darum von einer überwältigenden Mehrheit getragenen natio­nalen Parteien freizugeben.

Dafür glaubt man, mit den Mitteln ört­licher Matznahmen, d. h. der Auflösung ein­zelner lokaler Gliederungen an entscheiden­den Stellen, also mit Mitteln, die mitDe­mokratie" nichts mehr zu tun haben, am Ende den gleichen Effekt zu erzielen und dem Verteidigungskampf der Volksgruppen gegen das behördlich mit allen Mitteln ge­

stützte System tschechischer Verdrängungs­politik das Rückgrat zu brechen.

Der französische Außenminister Delbos ist also gerade in einem Augenblick in Prag eingetroffen, wo im Schatten der Bündnisse ein weiteres Glied einer Politik eingefügt wird, die unter Außer- achtlassen sowohl der eingegangenen Verpflichtun­gen wie der Menschenrechte den Kampf gegen die Gleichberechtigung der Volksgruppen im Staat führt. Diese Politik kann nicht einmal für sich in Anspruch nehmen, als einePolitik des Status quo" im Sinne der restlosen Konservierung der Friedensoerträge bezeichnet zu werden: denn sie zrelt in unverhüllter Form darauf ab, noch über Versailles, Trianon und St. Eermain hin­aus die Stellung der Tschechen unter Nichtachtung der verbürgten Lebensrechte der anderen Na­tionalitäten und unter Anwendunggenügender" Mittel auszubreiten.

Diese Dinge mit Sorge zu beobachten und war­nend aus sie hinzuweisen, ist im Hinblick aus alle hiermit zwangsläufig verbundenen Beun­ruhigungen und Spannungen wahrlich alles an­dere alsEinmischung". Gerade der Umstand, daß man in Prag in keiner Weise im unklaren dar­über ist, welche friedenstörende Wirkung die bis­herige Nationalitätenpolitik ausgelöst hat, läßt in der Tat berechtigten Zweifel aufkommen, in­wieweit überhaupt die tschechische Politik Bei­träge zur Entspannung zu leisten wünscht. In Prag weiß man genau, daß eine Verständigungs­politik mit dem Reich über das Schicksal der sudetendeutschen Volksgenossen hinweg unter keinen Umständen in Frage kommt. Daher kann der Erfolg einer Politik, wie sie jetzt in der Tschechoslowakei aufs neue wieder kraß in Er­scheinung tritt, nur darin bestehen, daß allen

praktischen Friedensbemühungen der Weg in be­denklicher Weise verbaut wird.

Ungarn unv Slowaken wehren flck

In einer Unterredung mit einem Mitarbeiter derZeit", wandte sich der Vorsitzende der ver­einigten magyarischen Parteien, Esterhazy, gegen die beabsichtigten Verschärfungen des Parteiauf­lösungsgesetzes und wies . darauf hin, daß alle bisherigen derartigen Gesetze, wie z. B. das Schutzgesetz, das Pressegesetz, weiter die Zensur- maßnahmen, die Einstellung der Blätter, Aus­lösung von Parteien und nun auch diese Rege­lung zum Parteiauslösungsgesetz durchaus anti­demokratisch seien. Der Abgeordnete Dr. Sidor stellte fest, daß die slowakische Volkspartei gegen die Vortage sei, die einen Eingriff in die ver­fassungsmäßig verbürgte Versammlungs- und Wortfreiheit darstellt.

Umbildung der Präger Negierung

(üügsnsr Drabtdsriobt äsrLrsmsr 2sitnng") Prag, 16. Dezember.

Es steht nunmehr fest, daß zu Beginn des Ju­biläumsjahres 1938 eine Umbildung der tschecho­slowakischen Regierung vorgenommen wird. Ueber die Art der Umbildung scheinen sich die Par­teien nunmehr einig zu sein. Zwischen den Koali­tionsparteien wurde ein Abkommen erzielt, nach­dem in demJubiläums-Kabinett" die Agrarier das nationale Verteidigungsministerium den Sozialdemokraten überlassen und von diesen dafür das Justizministerium erhalten.

Wen warnt Sie Senker Interessen-eiga

stujlehenerregende amtliche Erklärung / Warschau droht mit dem flustriit

'LiMnsr vrabtbsricbt äsrBrsmsr 2situv3")

Warschau, 16. Dezember

Die polnische Regierung hat in einer amtlichen Erklärung ihre Haltung gegenüber der Genfer Entente nach dem Austritt Italiens und der deutschen Er­klärung eindeutig festgestellt. Hierbei wird ausgeführt, datz Polen schon immer schwere Bedenken gegenüber der Genfer Liga ausgesprochen habe. Als Bei­spiel wird an den 18. Dezember 1836 erinnert, an dem der polnische Autzen- minister Beck in Genf zur Abessiniensrage Stellung nahm. Obwohl sich Polen stets bemüht habe. eine Krise zu vermeiden, hätten seine Bemühungen bei den Mitgliedern des einstigen Völkerbundes kein Verständnis gefunden. Polen habe als erster Staat am 27. Juni 1936 die Sanktionen gegen Italien aufge­hoben. -

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Wiederholt habe Oberst Beck i-n Genf darauf hingewiesen, daß es ein grundsätzlicher Fehler sei, sich durch die innere Struktur eines Staates be­einflussen zu lassen, da bei diesem Verfahren nur gegensätzlich« aber keine einigende Momente her­ausgestellt würden. Durch Anwendung dieser Methoden sei man in Genf von der Wirklichkeit so weit abgerückt, daß der angebliche Völkerbund ..nur noch den Charakter einer Interessengemein­schaft besitze. Sein Ziel müßte die Achtung der Rechte jedes Volkes sein, was in Wirklichkeit jedoch durchaus nicht der Fall sei. Wenn jetzt weiterhin die Tendenz steige so schließt die amtliche Erklärung doktrinäre Auseinander­setzungen zu betreiben, dann sehe Warschau sich zu der Feststellung gezwungen, ob man sich nicht im Gegensatz zu denPrinzipien der Völker- müsse. Die einzige Möglichkeit, die die polnische Haltung gegenüber dieser Institution revidieren mstsse.

Diese Verlautbarung hat in Warschau aller­größtes Aufsehen erregt. Sämtliche Blätter neh­men ausführlich zu ihr Stellung. So schreibt u. a. Gazetta Polska", daß Italien wahrlich lange genug gewartet habe und gewiß nicht schuld sei, wenn Genf eine so bittere Niederlage erlitten hätte. Das Blatt erinnert an die wiederholten Resormoorschlägc Polens in Genf und fügt hinzu, daß Polen, wenn die Liga ihre Politik nicht ändere, gleichfalls aus der Genfer Koalition austreten müsse.

WunMkonzert brachte 1?000 NM.

Berlin, 16. Dezember.

Das 11. Wunschkonzert, das der Deutschland sender zu Gunsten des Winterhilfswerkes veran staltete, hat, wie der Deutschlandsender mitteilt einschließlich Sachspenden und Devisen einen Be. trag von 17 011.01 RM. ergeben, der die bei den bisherigen Wunschkonzerten des Deutschlandsen ders eingegangenen Summen bedeutend übertrifft Auf Grund seiner Wunschkonzerte konnte bei Deutschlandsender der NSV. bisher insgesamt einen Betrag von rund 160 000 RM. überweisen, der sich zum überwiegenden Teil aus kleinsten Spenden zusammensetzt.

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Im l-v-igiicrkrün in blüix-bsn kanä äis kVsibnaobtsksigr äsr Obsrstsn 8-V.-Gäbinng statt, äsr Jtabsebok llutrs, llsieiissekat^msistsr Zcbrvarr null General äsr Glisger Zxerrls bsirvobntsn. Unser Silä ssigt binen Teil äs« kVagnorbräusaals. llsekts, an äsr LIitts äsr Taksl Ltabs- clisk I.ntLs, link« äansbsn llsioliZsciiatrwsistsr NebMrs (mit Brille), rockt« neben LtabScbsk Imtrs Gauleiter IVagnsr unä Obsrgruppenkübrsr Ilsrrog. ' (Lresss-Gokkinann.)

Was M noe?

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(Von nnssrsr Berliner Zcbriktlsitung)

Mexiko nimmt in der amerikanischen Völker­gemeinschaft eine Sonderstellung, ein. Um sich von dieser Tatsache zu überzeugen, braucht man seinen Blick nur auf den letzten panamerikani­schen Kongreß in Vuenos Aires vor etwas mehr als einem Jahre zurückzuwenden. Von Präsi­dent Roosevelt ging der Antrieb aus, die Kon­ferenz mit dem Lichte demokratischer Ueberzeu­gungen zu übergießen, um dadurch den Geist der Gemeinsamkeit und Einheit besonders zu unter­streichen. Nun, die lateinamerikanischen Staa­ten mögen von dem Begriff Demokratie eine andere Auffassung als Nordamerika haben. Je­denfalls hat dieses gemeinsame Ideal bedenk­liche Risse erhalten, die sich seit der Staats­umwälzung in Brasilien noch mehr vertieft haben. Die meisten südametikanischen Länder wollen nichts mehr von Bolschewiken und Bol­schewikenfreunden wissen. Die Parlamente sind in ihnen auf den zweiten Platz zurückgedrängt, oder. wie in Brasilien, ganz ausgeschaltet worden. Marxistisch-demokratische Phrasen haben ihren Sinn" und ihre Anziehungskraft verloren, Süd- amerika orientiert sich auf den nationalen Ge­danken und auf ein national ausgerichtetes Ideal. Der Präsident der Vereinigten Staaten von Bra­silien, Dr. Vargas, und der. scheidende Präsident von Argentinien, General Justo, treffen sich in diesen Tagen in Montevideo, um den Freund­schaftspakt zwischen den beiden großen' Staaten, der während der Präsidentenzusammenkunft in R!o de Janeiro festgelegt wurde, noch mehr zu vertiefen. Diese Zusammenkunft entspricht sicher­lich nicht den Wünschen der zünftigen nord- amerikanischen Demokraten.

Präsident Lazaro Cardenas von Mexiko hin­gegen ist der leitende Mann der Linken in La­teinamerika. Statt den radikalen Ideen, wie es die meisten seiner Vorgänger getan hatten, nur Lippendienste zu leisten, versuchte er sie z. T. in die Wirklichkeit umzusetzen, ja, mehr als das, er brach mit dem lange Jahre hinter den Kulissen regierenden Diktator, General Plutarco Calles, und erzwäng dessen Verbannung. Im Jahre 1921 war es Calles, gestützt auf eine Gruppe von Mestizen, gelungen, einem furchtbaren Chaos ein Ende zu bereiten. Sein Sieg bedeutete den Sieg der bis dahin verachteten Mestizen über die weiße Oberschicht, denn ohne die Unterstützung der versklavten Indianer und Mestizen hätte er seinen Sieg niemals erringen und noch weniger befestigen können. Die riesigen Güter sollten aufgeteilt, die Klosterliegenschqften parzelliert werden und der kleine Mann sollte sein eigenes Land zum Beackern erhalten. In der Tat wur- oen in einem blutigen Bürgerkriege die Anhänger des Klerus und der Großgrundbesitzer geschlagen, die Luft war erfüllt von revolutionären So­lingen über Enteignung, Sozialismus und Kom­munismus. Die damalige Sowjetgesandtin, Frau Kolontai, durfte hoffen, in Mexiko ein zweites So w j etp a r ad i es" entstehen zu sehen. Aber Calles ließ es bei den Losungen bewenden, denn in Wirklichkeit wurde dieNationalisierung der natürlichen Hilfsquellen des Landes" gar nicht

in Angriff genommen. Der Unterschied gegen früher war der, daß der Halbsklave. einst arbeiten und hungern mußte, sich jetzt aber mit dem Hun­gern allein begnügen durfte.

Zehn Jahre regierte Calles als unumschränkter Diktator, umgeben von Luxus, auf.seinem Mustergute" und vergaß dabei allerevolutio­nären Losungen. Nach der. Wahl von Cardenas, des Propagandisten auf dem linken Flügel, änderten sich plötzlich die Dinge. Der Präsident hielt in Monterry, im bedeutendsten Industrie- bezirk, Reden, in denen . er die Arbeiter. auf­forderte, sich zu organisieren und Rechte zu er­zwingen. Links eingestellte Politiker wurden zu Provinzgouverneuren ernannt, sogar Kommuni­sten, wie der Gouverneur von Tabasko, der seinem Sohn den Namen Lenin gab und sich rühmte, die Straßen der Stadt mit den Steinen einer zerstörten Kathedrale gepflastert zu haben.

Unter allen amerikanischen Staaten hat Mexiko den spanischen Volschewisten am bereitwilligsten Waffen und Kriegsmaterial geliefert: es vertritt

Onssr lagssspivgei

Hankau wird beschleunigt geräumt.

Warschau droht mit dem Austritt aus der Genfer Lnteressen-Liga.

Delbos ist in Prag eingetroffen.

Prag hat die Brücken zu einer volkspolitischen Verständigung abgebrochen.

Auf einem USA.-Handelsdampfer kam es zu einer von Kommunisten angezettelten Meu­terei.

Aus dem polnischen D.Pulawski" ereignete sich eme folgenschwere Kesselexplosion.

General Daluege kündigte die Errichtung einer Verkehrsakademie an.

Die deutsche« Spareinlagen betragen jetzt mehr als 15,5 Mrd. RM. * ^

«rruirr v,e,rai>yair yaoen eingesetzt.

Heute läuft für die Hansa-Linie ein neue Motorschiff vom Stapel.

Hauptschulungsamtes de NSDAP. begann in Bremen eine Besicht, gungsfahrt durch die Schulungsstätten unsere Gaues.

<-A.-Oversuhrer Janßen das SA.-Sportab- zerchen feierlich überreicht.

ltundjahr Lauban wurde in den Bremer BDM. übergeführt.

Die Ausbesscrungsarbeiten am Bremer Ro­land wurden in Angriff genommen.

Südafrika ^orch flog von Wasserhorst »ach

Deutsche Turn- und Sportfest Breslau 1938 liegt die Beranstaltungsfolgc fest.

Das Startverbot der amerikanischen Leicht­athleten für Deutschland ist aufgehoben.

Bei eine», Lawinenungliick in den Dolomiten kamen 8 Menschen ums Leben,