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Nr. )41/-. Jahrgang
Sonntag, 12. dezember 1SZ7
kinzelpreis 15 Npf.
Mussolini gibt Seils den lodessroß!
Nom erklärt seinen endgültigen flustritt aus dem Völkerbund!
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lubelumdenvroßenNatdessaschismus
„ks ist genug"
Rom, 12. Dezember. Nach kurzer Sitzung des Grohen Rates des Faschismus, der den Vorschlag des Duce auf sofortigen Austritt Italiens aus dem Völkerbund durch Zuruf annahm, hat Mussolini gestern abend kurz nach 22 Uhr der nach Hunderttausenden zählenden Menge auf der Plazza Venezia den Austritt Italiens aus dem Genfer Bund verkündet.
Mussolini begründete in seiner Rede vom - Pallazzo Venetia aus der Menge den historischen Schritt zunächst damit, daß der Völkerbund und das Genfer Milieu unter dem Einfluß dunkler K r ä f t e stehe, die gegen Italien und . gegen die faschistische Revolution feindlich eingestellt sind. „Unter diesen Umständen," so erklärter „war unsere Anwesenheit in Genf nicht mehr Ijinger tragbar, sonst wäre unser Stil, unsere Soldatenart, unsere faschistische Weltanschauung zugrunde gegangen. Es kam die Stunde, in der die , Frage entschieden werden muhte."
Mussolini stellte dann die Menge vor die Entscheidung, in dem er fragend ausrief: „Im Völkerbund?", was die Menge einstimmig mit einem lauten „Nein" beantwortete. „Oder auherhalb des Völkerbundes?" — was mit einem kräftigen weit- . hin schallenden und lange anhaltenden „Ja" beantwortet wurde.
Mussolini fuhr fort: „So rufen wir jetzt in die Welt: Es ist genug! Und wenden uns von dem Völkerbund ohne jedes Bedauern ab. Wir verlassen den Tempel, wo man nicht für den Frieden arbeitet, sondern den Krieg vorbereitet."
„Es ist ganz einfach grotesk", so erklärte Mussolini weiter, „glauben machen zu wollen, dah gewisse Regierungen einen Druck aus unsere Stellungnahme ausgeübt hätten, um unsere Haftung zu bestimmen. Solche Einflüsse haben nicht stattgefunden und hätten auch nicht stattfinden können. Unsere Freunde in Berlin und Tokio, das ist die reine Wahrheit, sind von absoluter Diskretion gewesen. Der Austritt Italiens aus dem Völker- . bund ist ein Ereignis von großer geschichtlicher Tragweite, dessen Folgen noch nicht vollkommen übersehen werden können.
Aber mit unserem Austritt aus dem Völkerbund geben wir in keiner Weise unsere grundlegenden politischen Richtlinien sür die Zusammenarbeit und den Frieden auf. Wir haben gerade in den letzten Tagen einen neuen Beweis dafür gegeben, indem wir den Friedenander Adria von neuembesiegelt haben.
Die drohenden Stimmen, die sich in den grohen Demokratien von Zeit zu Zeit erheben und wahrscheinlich jetzt noch mehr erheben werden, lassen uns vollkommen gleichgültig. Gegen ein Volk wie das italienische, das zu jedem Opser fähig ist, ist nichts zu wollen. Wir haben zahlreiche Waffen, in der Lust, zu Lande und zu Wasser, die in zwei siegreichen Kriegen gestählt worden sind. Wir haben aber vor allem den Heldengeist unserer Revolution, den niemand in der Welt jemals wird beugen können."
treuekunögedung für den Vnce
. Mussolinis über den Austritt aus
dem Völkerbund wurden mit einem geradezu orkanartigen Beifall ausgenommen. Selten vielleicht noch nie, konnte man in Italien bei ähnlichen Massenkundgebungen ein so unmittelbares Mitgehen und Zustimmen erleben. Die Mißbilligung alles dessen, was den Völkerbund und seine Mangel und Fehler angeht, drückte sich in einem heftigen Zischen und Pfeifen aus. Die Ablehnung der Frage Mussolinis, ob Italien unter den gegebenen untragbaren Umständen noch weiterhin rm Völkerbund bleiben könne, konnte nicht drastischer zum Ausdruck gebracht werden, als das gestern abend geschehen ist.
Aber ebenso stark und machtvoll war das Bekenntnis, mit dem schliehlich das Volk sich zu sei
nem Duce bekannte und ihm seinen unbeugsamen Opfermut und seine faschistische Einsatzbereitschaft beteuerte. ^
kin Telegramm Sraf kariös
Rom, 12. Dezember.
Der italienische Außenminister Graf Eiano hat sofort nach Beendigung der Sitzung des Großen Rates des. Faschismus folgendes Telegramm an den Sekretär des Völkerbundes gerichtet: „Auf Grund der Beschlüsse des Großen Rates des Faschismus teile ich dem Sekretariat des Völkerbundes mit, daß Italien unter dem Datum des 11. Dezember 1937 Jahr 16) aus dem Völkerbund austritt."
Starkes Weltecho
Berlin, 12. Dezember. .
Die Abkehr Italiens von Gens hat ein ungeheuer starkes Echo in der Weltöffentlichkeit gefunden. Bon den englischen Blättern sind es vor allem „Evening News" und „Daily Mail", die
dem Schritt Italiens mit Verständnis gegenüberstehen. „Evening News" zählt auf, wieviele Nationen im Völkerbund nicht mehr vertreten sind. Der Völkerbund habe niemals irgendeinem seiner Mitglieder einen wirklichen Dienst erwiesen. Ursprünglich als ein Instrument des Weltfriedens gedacht, habe er sich bald als Instrument dafür entpuppt, das Versailler Diktat fest auf dem Nacken Deutschlands geklammert zu halten.
Paris, 12 Dezember.
Der „Temps" sagt, ein Völkerbund, an dem die Vereinigten Staaten, Deutschland, Japan und jetzt auch Italien nicht teilnehmen, habe seinen universalen Charakter verloren. Die rMkalsoziale „Republik" äußert die Annahme, daß einige kleinere Staaten dem Beschluß Italiens folgen könnten.
Genf, 12. Dezember.
Die Schweizer Presse mißt dem Austritt Italiens eine weittragende Bedeutung bei. Man ist sich im Gefühl völliger Hilflosigkeit bewußt, daß die Proklamation Mussolinis ein neues wichtiges Datum auf dem Wege des Verfalls des Völkerbundes ist.
Italiener singen für das WW.
festliches deutsch-italienisches Konzert in flnwesensteit des fülzrers
Berlin, 12.
Auch in diesem Jahre stellten sich wieder zwei der hervorragendsten Vertreter italienischer Gesangskunst, die Erste Koloratursängerin Toti dal Monte und der Erste Bariton Luigi Montesanto von der Mailänder Seal«, in einem großartigen Konzert mit dem Berliner Philharmonischen Orchester unter Leitung von Generalmusikdirektor Carl Schuricht in den Dienst des Winterhilfswer- kes des deutschen Volkes. In Anwesenheit des Führers gestaltete sich das Konzert in der Berliner Scala zu einem überragenden künstlerischen und gesellschaftlichen Ereignis.
Mit dem Führer wollte der königlich-italienische Botschafter in Berlin, Exzellenz Attolico, und der Reichsminister für Bolksauflläruna und Propaganda, Dr. Goebbels, die das Protektorat
über die Veranstaltung übernommen hatten, dem Konzert bei. Es waren ferner zahlreiche weitere führende Persönlichkeiten des diplomatischen, politischen und vor allem des künstlerischen Lebens der Reichshauptstadt vertreten. Die musikfreudige Gemeinde der Reichshauptstadt füllte den riesigen Saal der Scala bis auf den letzten Platz, so daß ein voller Erfolg für das Winterhilfswerk des deutschen Volkes zu verzeichnen ist. In der Pause empfing der Führer die italienischen Künstler in seiner Loge und sprach ihnen seinen herzlichen Dank für ihren Einsatz für das Winter- hilfswerk des deutschen Volkes aus. Reichsminister Dr. Goebbels überreichte dem italienischen Botschafter in der Pause «inen Scheck über die Hälfte des Reinertrages des Abends für die italienische Kolonie. >
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6egvn die Koben MIebproiss in Laris. Dieser Tags veranstalteten Dränen und Linder vor dem Latbans in Doris eins Protestkundgebung gegen die bobsn klilebprsiss. :(M.eltbiId)
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Der Direktor des halbamtlichen italienischen Blattes „Giornale d'Jtalia", einer der bekanntesten Journalisten des Faschismus, stellt uns folgende Ausführungen zur Verfügung, denen im Hinblick auf den Austritt Italiens aus dem Völkerbund eine außerordentliche Bedeutung zukommt.
Die Stunde ist gekommen, um über die Methoden zur Erhaltung des Friedens zu diskutieren. Die Krise -des Völkerbundes, das Scheitern der Brüsseler Konferenz, die Reisen und die schriftlichen Umfragen verschiedener Außenminister sind durchweg Beweise der Unsicherheit, die immer wiederkehrt bei der Suche nach dem Wege, der zur Erhaltung des Friedens führt. Die Demokratien sprechen natürlich nach wie vor — wenn auch ohne allzuviel Ueberzeugung — vom Völkerbund. Sie versteifen sich daraus, in dem.Mechanismus seines Vertrages den wahren Hüter des Friedens zu sehen. Und sie halten sich ohne weiteres für berechtigt, die Politik Deutschlands, Italiens und Japans sür aggressiv zu erklären, nur weil sie losgelöst ist von dem „Syndikat" von Gens!
Ader wo sind die Garantien für den Frieden beim Völkerbund? Die Franzosen und die Engländer sprechen übereinstlfNmend von der kollektiven Sicherheit. Litwinow hat diese Formel in eine andere umgewandelt, die noch stärkere Verpflichtungen in sich trägt, in den „unteilbaren Frieden". Aber der unabwendbare Lauf der Geschichte und die internationalen Erfahrungen beweisen immer deutlicher, daß dieses abstrakte Formeln einer nicht zu verwirklichenden Theorie sind. Wenn die kollektive Sicherheit wirklich automatisch angewandt werden sollte — wie es ihre Apostel verlangen —, würde sie.das Werkzeug der Bedrohung und des ewigen Krieges werden,' ganz abgesehen von ihrer unerträglichen Ungerechtigkeit! Der Mechanismus der kollektiven Sicherheit beruht zum großen Teil aus folgenden Grundsätzen: 1. Auf der Umvandelbarkeit
der in der Welt geschaffenen Bedingungen der Friedensverträge, auf denen der Völ- Kerbunds-Vertrag ausgebaut ist. 2. Darauf, daß zum Angreifer erklärt wird, wer sich an dieser'festgesetzten Ordnung vergeht. 3. Auf der kollektiven Bestrafung des Angreifers mit den verschiedenen Arten gemeinsamer Repressalien, von den wirtschaftlichen und den finanziellen bis zu den militärischen Sanktionen. Das bedeutet: vom Wirtschafts- Krieg bis zum Krieg mit den Waffen. Gegenüber der Schärfe dieses Gesetzes würde eine Milderung möglich sein durch Anwendung von Artikel 19 des Välkerbundvertra- ges, der die Möglichkeit einer Naäzprüfung der bestehenden Zustände vorsieht, ohne Krieg, bei Zustimmung aller. Aber die jüngsten, wiederholten Erfahrungen zeigen, daß dieser Artikel — der weiseste und erleuch- teste des Völkerbundspaktes — gleichzeitig der am wenigsten bekannte ist, seinem Geist und seinem Wortlaut nach.
Nun können alle Völker, die nicht das Monopol der politischen Weltherrschaft sür
sich beanspruchen, die aber auch nicht in einer dauernden Vasallenstellung verharren wollen, ohne weiteres die verhängnisvollen Schwäche- und Gesahrenpunkte dieses Systems der kollektiven Sicherheit feststellen. Wer ist der wahre Richter bei einem Angriff? Wer bestimmt die Strafe? Man sagt: die Gemeinschaft. Die Gemeinschaft der großen und kleinen Nationen würde die strafende Gerechtigkeit in der Welt darstellen, erhaben über alle besonderen Interessen der einzelnen Nation! Aber jedermann weiß, daß die Universalität der Meinungen und die Freiheit, sie kunüzutun, nicht bestehen. Das ist eine der klassischen Unterstellungen der Demokratie, mit denen sie unter dem Deckmantel der kollektiven Verantwortlichkeit von unparteiischem Anschein, die eigenmächtigsten Handlungen der Machtgruppen für' ihre eigenen Interessen deckt. Bei den politischen Wahlen mit allgemeinem Stimmrecht scheinen die Wähler dort ihre Stimme in voller Freiheit abgeben zu können. In Wirklichkeit gehorchen sie mehr oder weniger unberbußt den Befehlen der Bankiers und der -großen Industrie- und Geschäftskonzerne, die das Geld geben, oder den berufsmäßigen Demagogen und Illusionisten, die das Paradies auf Erden versprechen. Bei diesem angeblichen allgemeinen Stimmrecht, auf dem die Kollektivbeschlüsse von Genf beruhen, sind dre Machte fähiger zu drohen oder zu feil- schen und interessierter an einer bestimmten Abstimmung, die allein den Befehl führen. Und die angebliche „Gerechtigkeit" des Völkerbundes ist also nichts anderes als ein Dienst einer' „Kollektivität", die mit den verschiedensten Mitteln den Interessen eini-
..... . .
Unser lagesspisgel
Mussolini erklärte den Austritt Italiens aus dem Völkerbund.
Die Japaner schlugen einen Gegenangriff der chinesischen Truppen in Nanking zurück.
In den amerikanischen Oststaaten forderten furchtbare Schnecstiirme zahlreiche Todesopfer.
Der Sowjetbotschaftcr in Berlin, Jureneff. wird nicht mehr auf seinen Posten zurückkehren.
Reichsminister KerrI tritt für die eigene religiöse Entscheidung jedes einzelnen ein.
Ein Vikar wurde wegen unverschämter Verleumdung Dr. Goebbels verurteilt.
In großem Umfange läßt die Reichsbahn um die Weihnachts- und Neujahrszeit Bor-, Nach- und Sonderzüge verkehren.
Heute begeht Generalleutnant Christianscn, der Korpssllhrer des NSFK., seinen S8. Geburtstag.
Das Focke-Museum erwarb zwei wertvolle Fahnen der Bremer Vürgerwehr aus dem Berliner Zeughaus zurück.
Den schönsten Tapnenbaumschmuck in diesem Jahr« werden die WHW.-Märchensignren bilden, die die HJ. vom 17. bis 18. Dezemp der zum Verlaus bringt.
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