Ausgabe 
(11.12.1937) Nr. 340
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parteiamtliche Tageszeitung

NachrichtenblaN der Deutschen flrbeitssront Bremen

Amtsblatt des Senats der jreien Hansestadt Bremen

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Nr. 540 / 7. Jahrgang

Sonnabend, N. dezember 1957

klnzelprels 15 Npf.

Vierjahresplan fördert vremens Handel

Busschlußreiche flusfüßrungen des Senators Pg. Vernßard über den Busschwung unseres Hafens

kekordumschlag

kin Vortrag in krsurt

Erfurt, 11. Dezember.

Eester« hielt der Senator für die Wirtschaft der Freien Hansestadt Bremen, Konsul O. H. Bern­hard, vor der Deutschen Weltwirtschaftlichen Ge­sellschaft, Vezirksgruppe Mitteldeutschland, in Erfurt einen Vortrag über das Thema: „Die in­ternationale Wirtschaft im Zuge der Weltpolitik".

Unssr lagssspiegvl

Nankings Stadttore befinden sich bereits in der Hand der Japaner.

Tokio erkennt Tschiangkaischek nicht mehr als Chef der chinesischen Regierung an.

Für die Leistungen auf der Deutschen Kultur- woche i« Paris wurden 23 Preise verteilt. Dr. Goebbels hielt in einer Königsberger Massenkundgebung eine großangelegte Rede. In der Antarktis setzte der Walfang ein.

Das Anleihestock-Eesetz wurde um drei Jahre verlängert.

Dir Kartoffelernte hat sich gegenüber der letzte« Schätzung erhöht.

Senator Bernhard wies in Erfurt den Auf­schwung des Bremer Hafens «ach.

Teile des Sperrschulverbande» Kiel machten zu einem Wochenendbesuch im Hasen I fest. Auf dem Bremer Hauptbahnhof stießen «in Eilgüterzug und eine Rangier-Lokomotive zusammen; mehrere Personen wurden verletzt. Irlands Amateurboxer wurde» in Hamburg von Deutschland mit 12:4 Punkten geschlagen. Der Italiener Nielot eroberte die vor kur­zem von Deutschland errungenen Flugwelt- rekoad« für Italien zurück.

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. Senator Bernhard gab zunächst einen Ueberblick j über die Wechselwirkung des wirtschaftlichen und ' politischen Geschehens vom Ende des vorigen Jahrhunderts bis nach dem großen Kriege, der mit einem Friedensdiktat endete, das die Wirt- ' schifften aller Länder nach vorübergehender Scheinblüte aufs schwerste erschütterte, Erschlltte, rungen, die zum Teil noch heute anhalten. Sena­tor Bernhard fuhr dann fort: Der Welthandel wurde von 284 Milliarden im Jahre 1929 auf unter 100 Milliarden zusammengeschlagen. Auch der Menge nach sank er um volle 25 Prozent. Hier schließt sich der Kreis, der sich am Ende des 19. Jahrhunderts öffnete. Im wirtschaftlichen Raum nahm der Krieg seinen Anfang, unter stärkstem militärischen aber auch wirtschaftlichen Druck auf Deutschland wurde er geführt. Er wurde macht- politisch entschieden. Das Gleichgewicht der Welt­wirtschaft wurde gestört und brachte schließlich auch das Wirtschaftsgebäude jener Länder zum Einsturz, die da meinten, große Politik im Wirt­schaftsraum unter völliger Hintansetzung der pri­mitivsten wirtschaftlichen Kenntnisse treiben zu können. Der sogenannte Friede war die Fort­setzung des Kriegs mit wirtschaft­lichen Mitteln.

Wenn wir heute auf Deutschland blicken, muß sich jeder sagen: Der Krieg, der an der Jahrhun­dertwende begann, 1914 zu einem offenen Waf- fengang wurde, und 1918 ein Ende fand, ist heute noch nicht zum Abschluß gelangt. Die Friedens­verhandlungen sind erst jetzt in Gang gekommen, und zwar haben wir die Initiative zum Ab­schluß eines Friedens in die Hand genommen! Vielleicht gelingt es uns, den Frieden mit dem Grundsatz abzuschließen, an den die Deutschen da­mals angesichts der 14 Punkte glaubten: Kein Sieger und kein Besiegter.

In einem 14jährig«n Kampf öffnete Adolf Hitler dem deutschen Volk die Äugen, entlarvte jenen ungeheuren Betrug und jagte als Führer und Reichskanzler des deutschen Volkes die Be­trüger, soweit sie in Deutschland saßen, davon. Die Politik ergriff das Steuer und leitete die Wirtschaft, die sich mit dem Augenblick, da sie richtig geführt wurde, zu einem gewaltigen Kraftspeicher entwickelte. In Deutschland hat die Wirtschaft aufgehört, das Primäre zu sein oder auch in glänzender Isolierung dazu­stehen, selbstherrlich und losgelöst vom politischen Geschehen. Die Wirtschaft hat der gro - ßen Politik zu dienen, und so ist im Dritten Reich auch ein selbständiges Nebenein­ander des Wirtschaftlichen neben dem Politischen nicht mehr denkbar. So ist es in Deutschland — in der Welt sieht es anders aus.

In der Durchführung desVierjah- resplans ziehen wir die letzte Konsequenz aus der Blockade und aus der Erkenntnis, daß ein großes Volk ebenso wenig wie ein einzelner Mensch sich auf andere verlassen darf! Soll Deutschland unabhängig werden von der Welt, frei von fremden Preisdiktaten und damit über­haupt erst in die Lage gesetzt werden, eine von wirtschaftlichen Bindungen freie selbständige und starke Politik zu machen, so konnte und mußte dies zunächst geschehen in dem Raum, der uns nach Versailles geblieben ist. Es ist merkwürdig, daß man Deutschland wegen der Durchführung b«s Vierjahresplans den Vorwurf macht, es er­schüttere wiederum das Gefügt der Wirtschaft. Eine Weltwirtschaft im eigentlichen Sinne des Wortes hat es aber nie gegeben, und dem Welt­handel haben gerade jene Länder den größten

Abbruch getan, die betonten, daß er dem Frie­den der Welt diene. Als die Krise am stärksten wütete, blieb nur die Einsicht übrig, daß man erst einmal wieder die einzelnen Nationalwirt­schaften im eigenen Haus ordnen müßte. Nach dieser Ordnung erst könne wieder ein normaler Güteraustausch von Wirtschaft zu Wirtschaft stattfinden. Diesen klaren Gedanken hat der Führer für unsere nationale Wirtschaft ganz scharf als Leitgedanken herausgestellt und von diesem Gedanken ist auch der Vierjahresplan diktiert.

Wir denken gar nicht daran, uns von der Welt abzuschließen, wir wollen es auch nicht! Wenn wir autarkisch gedacht hatten, hätten doch unsere Außenhandelsumsätze in den letzten Jahren zurück­gehen müßen, in Wirklichkeit sind sie gestiegen. Es sei mir gestattet als Senator für die Wirtschaft der Freien Hansestadt Bremen die Entwick­lung des Seegüterverkehrs derbre- mischen Häfen als den besten Beweis dafür darzustellen, daß geordnete Nationalwirtschaften die Voraussetzung sind für eine starke Außenwirt­schaft, für gesteigerte Welthandelsumsätze! Ein Seehafen, in dem der Außenhandel eines Landes sich am getreuesten widerspiegelt, ist mit seinen Verkehrsziffern der beste Beweis für die Folge­richtigkeit der Wirtschaftspolitik des Führers!

Der bremische Seegüterverkehr war im Jahre 1832 der Menge nach ans etwas über 4 Millionen Tonnen gesunken nach 6,8 Mill. Tonnen im Jahre 1929 nnd 7,1 Mill. Tonnen im Jahre 1913. Im Jahre 1938 wurde das beste Jahr nach dem Kriege, 1929, übertreffen, und im Jahre 1937 werden wir mit Sicherheit das ertragreichste Jahr in der Geschichte der bremischen Häfen 1913 nicht nur einholen, sondern auch überbieten!

Der bremische Handel ist nicht, trotz des neuen Planes, der da sagt, daß Deutschland vom Aus- land nicht mehr kaufen kann, als es mit eigener

Ware zu bezahlen in der Lage ist, und nicht trotz des Vierjahresplans vorangekommen, sondern ge­rade weil dieser Plan die innere und äußere deutsche Wirtschaft erst ordnete und damit die Grundlage einer gesunden Außenwirtschaft lieferte! ,

Der Export stieg über Bremen von etwas über 2 Mill. Tonnen auf weit über 4 Mill. Tonnen im Jahre 1938. 1937 wurden weitere Fortschritte er­zielt, und sehr wahrscheinlich wird sich in diesem Jahre gegenüber 1932 die Fertigware im Export nahezu verdreifachen!

Gewiß sind bei der Einfuhr wertvolle Kauf- . mannsgüter wie Baumwolle, Wolle und andere zurückgegangen; aber diese Verluste müssen er­tragen werden, weil es eine unbedingte Not­wendigkeit war, in der Textilstoffversorgung eine größere Unabhängigkeit vom Ausland zu er­reichen. Wir werden nicht wieder Jmportziffern von 2,7 Millionen Ballen Baumwolle wie 1929 und 1913 erleben; denn inzwischen wurde die deutsche Zellwollindustrie ins Leben gerufen. Auch die Ernährungsbasis ist viel breiter geworden, wir werden deshalb über Bremen niemals wieder soviel Getreide importieren wie in früheren Jahren.

Wen» aber der Bremer Seehasenumschlag trotz der Einfuhrverluste im ganze» einen größeren Umfang erreicht hat als in der Zeit, wo wenig­stens der freie Handel im Grundsatz noch gerettet war, so spricht dies. vom deutsche» Standpunkt aus gesehen, gegen den freie« Handel, und alles spricht für die von uns jetzt geführte nationale Wirtschaftspolitik!

Wird die Wirtschaft nach der politischen Zweck­mäßigkeit und Notwendigkeit eingerichtet, so ist sie gesund, und weil sie gesund ist, kann ein nationaler Seehafen auch wiederum alle seiüe Kräfte frei machen, um der heimischen Wirtschaft zu dienen!

Nachdem Senator Bernhard der Wechsel­wirkung von Politik und Wirtschaft an den Bei­spielen Italien, den kriegerischen Entladungen der Spannungen im Fernen Osten, dem Rückschlag in den Vereinigten Staaten von Amerika und der Aufrüstung in England aufgezeigt hatte, fuhr er fort: Deutschland braucht nach wie vor Metalle, Erze, es braucht auch noch Wolle und Baumwolle, Tabak, Kaffee und andere Kolonialwaren. Um­gekehrt erzeugt Deutschland eine Reihe hoch­qualifizierter Fertigwaren, die für zahlreiche Län­der unentbehrlich sind, insbesondere in Zeiten aus­gesprochener Rüstungswirtschaft Die Besserung der Wirtschaftsverhältnisse in der ganzen Welt nahm durch die Rüstungen ihren' Anfang, und Rüstungsprogramme haben es in sich; sie werden nicht in ein oder zwei Jahren erledigt, sondern in vier und fünf. Was Deutschland selbst anlangt, so ist der Höhepunkt der Wirtschafts­blüte noch keinesfalls erreicht! Wir werden auch dann, wenn die öffentlichen Auf­träge geringer werden, die Wirtschaft auf einer sehr hohen Ebene weiterführen können. Eine gewaltige Reserve besteht in den zurück­gestellten Privatbauten, Flußregulierungen, in den Autobahnen und in der Erneuerung großer Verkehrsanlagen, die durch die außerordentliche Erzeugung in den letzten Jahren und in den näch­sten Jahren mehr in Anspruch genommen sind. Schließlich steht ganz Skandinavien im Zeichen guter Konjunktur, das gleiche gilt für Latein- Amerika. Wenn auch die Rohstoffpreiss vom Höchst­stand, den sie im Frühjahr erreichten, wieder herabgesunken sind, so liegen ste doch erheblich Höher als in der Depression und sind in jeder Weise wirtschaftlich, ergiebig und auskömmlich. Im übrigen können alle Erzeuger froh sein, wenn die Bedarfsdeckung eine normale und gesunde ist und nicht durch übertriebene Vorratsbildung übersteigert wird."

kin unoerstönWches Urteil

Nordschleswig kämpft um sein Deutschtum

v. In Apenvado ist dem schwer um seine völkische und wirtschaftliche Freiheit kämpfenden Deutschtum ein harter Schlag erteilt worden. Durch das unerhörte Urteil des Apenrader Gerichtes in dem sogenannten Flngblattprozeß,. durch das der Führer der NSDAP. Nordschleswigs, Dr. Möller, der Leiter der deutschen Wirtschaftsberatungs­stelle, Dr. Christensen, und der Hauptschrist­leiter der „Novdschleswigschen Zeitung", Dr. Kardel, zu Freiheits- und Geldstrafen ver­urteilt wurden, nur weil sie aufrecht für die Wahrheit und das Recht eintraten, werden nicht nur einzelne Männer angegriffen, son­dern mit ihnen ist das gesamte Deutschtum Nordschleswigs getroffen. Die Dänen woll­ten einen Keil schieben zwischen Führung und Gefolgschaft der Deutschen, man wollte die führenden Männer moralisch mundtot machen, ein Versuch, der schon von vorn­herein wenig Aussicht aus Erfolg hatte, aber endgültig Zusammengebrochen ist durch eine gemeinsame Erklärung aller Kreis- und Ortsgruppenleiter der NSDAP. Nordschles­wigs, in der es heißt: „In einer Stunde, wo unser Parteiführer von der ganzen Härte eines dänischen Gerichts getroffen wird, drängt es uns, zu erklären, daß wir uns mehr denn je geschlossen wie ein Mann hin­ter unseren Parteiführer stellen." Nord­schleswig kennt in dieser Stunde, und das sollten sich gewisse Herren in Kopenhagen gesagt sein lassen, nur eines: Treue um

Treue! Dr. Möller und mit ihm seine mit- verurteilten Kameraden, echte Führer im Volkstumskampf, sind bei jeder Gelegenheit auch für den letzten Parteigenossen einge­treten, ihr Einsatz für den Bauer Thomas Pörksen, ihr Kampf für das Recht der Hei­mat und des Blutes und für die Wahrheit hat ihnen ja auch den letzten Prozeß ein­gebracht.

Um die Hintergründe und den wahren Sachvevhalt des ungemein harten Vorgehens des dänischen Gerichts zu erkennen, ist es notwendig, sich die Lage des Deutschtums in dem Gebiet zwischen Eider und Königsau zu vergegenwärtigen. Durch die Folgeerschei­nungen des Weltkrieges und des Versailler Bertrages, durch Inflation und eine ständig schwankende dänische Wirtschaft ist in dem deutschen Gebiet eine scharfe wirtschaftliche Notlage entstanden, welche die Dänen in skrupelloser Weise 'für ihre Entdeutschungs- versuche ausnutzen. Dem schwer ringenden deutschen Bauern wurden wohl Darlehen gewährt, nicht aber in der Absicht, ihm zu helfen, sondern um in dem Augenblick, wo ihm die Schulden über den Kops wuchsen, die Rückzahlung und einen unbedingten Echuldendienst zu verlangen. Durch diese hinterhältige Kreditpolitik kam ein Erbhof nach dem anderen, die jahrhundertelang deutschen Menschen Heimat und Brot bedeu-' teten, unter den Hammer und dann in die Hände eines Dänen. In diesem Vorgehen lag ein System, das jedem die Augen öffnen mußte über die wahren Ziele der Dänen. Da aber der deutsche Bauer in seiner Not nicht wußte, an wen er sich wenden sollte, konnte^er nur eines: Offenen Auges in sein und ferner Familie Verderbnis gehen und von den Dänen Geld nehmen. Erst als nach der Erhebung im Reich auch in Nordschles­wig der Großteil der Deutschen sich in der NSDAP. vereinigte, war eine völkische Kraft geschaffen, die dem Dänentum fest ent­gegentreten konnte. Seit dieser Zeit ist der Kampf Noröschleswigs, der zuvor wegen der Zersplitterung der Kräfte keinen Schwung hatte und damit auch keinen Widerhall fin­den konnte, mehr und mehr eine Sache auch des Gesamtdeutschtums geworden.

Die Stollig-Affäre, über die wir an dieser Stelle schon einmal ausführlich berichteten, bietet geradezu ein Schulbeispiel für das Hinterhältige der dänischen Kreditpolitik Der Bauer Pörksen, der infolge wirtschaft­licher Notlage nicht mehr die Steuern und Zinsen zahlen konnte, die in ihrer Gesamt­heit eine Summe von 61 000 Kronen aus- ^L^n. - der Wert des Hofes betrug nur 51000 Kronen —, wird durch das raffinierte Vorgehen eines Dänen, der außer der zwei- ten auch die sechste und siebente Hypothek an sich zu bringen« wußte, von seinem Hof vertrieben, obwohl ein deutsches Kredit- eme hohe Sicherheit stellen konnte. Als dann der von dem Hof seiner Väter brutal verwiesene Bauer seiner Erregung aurch geringfügige Angriffe auf den neuen Besitzer Luft machte, wurde er, mit einigen anderen Deutschen, zu 8 Monaten Gefängnis

IWangklMek oonlokio Mtmelir anerkannt

Nankings Stadttore in der Sand der Japaner — Moskau bietet Hilfe unter vedingungen

Tokio, 11. Dezember.

In einer Kabinettssitzung hat die japanische Regierung einstimmig den bekannten Beschluß einer Ministerkonserenz befürwortet, daß die mili­tärischen Operationen auch nach dem Fall Nan­kings fortgesetzt werden sollen. Da Marschall Tschiangkaischek, heißt es in einer amtlichen Ver­lautbarung, als der allein Verantwortliche für die gegenwärtige Situation anzusehen 'sei, werde er von Japan nicht mehr anerkannt. Demgemäß werde er auch als Partner etwaiger Verhand­lungen abgelehnt. Die japanische Regierung werde jedoch die in Nord- und Mittelchina vor­handenen Bewegungen bei der Bildung einer neuen Regierung unterstützen.

Die Londoner Zeitung „Evening Standard" veröffentlicht wie unser Londoner Vertreter be­richtet, sensationelle Mitteilungen, die sie aus Lestunterrichteter'Quelle erfahren haben will. Da­nach hat Sowjetrußland Dhina sofortige Hilfe angeboten, dafür jedoch allerdings einige Bedin­gungen gestellt. Die wichtigste sei die Forderung des Rücktritts Tschiängkaischeks. An seiner Stelle soll ein kommunistischer Gene­ral das Oberkommando über die chinesische Armee übernehmen.

Schanghai. 11. Dezember.

Da auf das Ultimatum, das der japanische General Matsui an den Stadtkommandanten von Nanking, General Tangtschangtschj, gerichtet hat,

bis gestern mittag keine Antwort eingetrosfen war, haben die japanischen Truppen den Angriff aus Nanking erneut mit aller Wucht aufgenom­men. Obwohl die in Nanking zusammengezogenen rund 108 009 Mann chinesischen Truppen in aller Eile neue Schanzen gebaut haben, alle Straßen und Gassen durch Barrikaden verriegelt und alle Häuser gesprengt haben, die den Angreifern Schutzgelegenheit bieten könnten, dringen die Ja­paner ständig vor. Im Süden der Stadt haben die sehr wirksam von der Luftwaffe unterstützten japanischen Angreifer das heftig umkämpfte Kuanha-Tor gestürmt und in die Luft gesprengt. Später konnten sie sogar in die Stadt selbst ein­dringen. Nach und nach haben die Japaner auch alle östlichen und südlichen Stadttore erobert.

Zahlreiche japanische Flieger bombardierten die Tore der Stadtmauer von Pukau. das auf der Nordwestseite des Jangtse gegenüber Nanking liegt. Zahlreiche Brände sind daraufhin ausge- brochen. Im Süden Nankings haben die japani­schen Abteilungen, die nach Üeberquerung des Lo- jangsees Wuhu besetzt haben, den Vormarsch wieder aufgenommen und die Stadt Taipingsu genommen.

Feuerwerk in lokio

Tokio, 11. November.

Das Eindringen der Japaner in Nanking wurde in der japanischen Hauptstadt d^urch Extrablätter

bekanntgegeben. Trotz der späten Stunde began­nen die Einwohner sofort, die Häuser zu be­flaggen. An zahlreichen Stellen der Stadt wurde Feuerwerk abgebrannt.

weltpolitische entschlösse

. Rom, 11. Dezember.

Die Einberufung des Großen Faschistischen Rates auf heute, 22 Uhr, wird in allen Kreisen der italienischen Hauptstadt lebhaft besprochen und in der römischen Presse als außergewöhnlich bezeichnet. Die Blätter weisen darauf hin, daß die sofortige Verkündung der Beschlüsse des Gro­ßen Faschistischen Rates, die bis jetzt nur ein einziges Mal bei der Ausrufung des Imperiums vorgenommen worden sei, allein schon die Bedeu­tung der Sitzung dieser höchsten politischen In­stanz des Faschismus anzeige. Die Einberufung der Massen auf die Piazza Venetia, die gleich­zeitig mit dem ganzen am Rundfunk versammel­ten Volk die Beschlüsse des Großen Faschistischen Rates aus.dem Munde Mussolinis vernehmen sollten, spreche dafür, daß diese Beschlüsse über den Rahmen der normalen Entwicklung ses nationalen Lebens Hinausgreifen und sich wahr­scheinlich auf die große Weltpolitik beziehen würden.

werkjeug von Juden und Freimaurern

' Rom, 11. Dezember.

Der Völkerbund als System und Organisation wird vom römischen Blatt „Tevere" scharf unter die Lupe genommen Dabei macht Las Blatt vor allem die Feststellung, der Völkerbund sei nicht nur jüdischen Ursprungs — die Idee dazu stamme vom Rabbiner Wyser, dem früheren Sekretär Wilsons —, sondern er bilde auch heute für das internationale Judentum das gefügige Werkzeug im Kampf um die Weltherrschaft Das Juden­tum gehe dabei Hand in Hand mit der Frei­maurerei, die im Genfer Institut eine überstaat­liche Regierung erblicke. Die Erkenntnis, daß Judentum und Freimaurerei die wahren Draht­zieher Genfs sind, gestattet, schreibt das Blatt weiter, die jüngste internationale Aktion des Pöl- kerbundes richtig zu verstehen. Der seinerzeit un­ternommene Versuch, Italien zu erdrosseln, sei sm Manöver der Juden und Freimaurer. Der Hag des Völkerbundes für alle stärkeren natio- ^ typisch jüdisch und freimaure- rych. Es iei wohl überflüssig zu betonen, bemerkt das Blatt abschließend, Lag Italien endgültig über ;ene dunkle Verschwörung siegen werde die gegen die freien Nationen angezettelt werde.

Weile des Völkerbundes

London, 11. Dezember.

Der englische liberale Abgeordnete Maclay will am Montag im Unterhaus an Chamberlain die Frage richten, ob der Ministerpräsident in An­betracht der Tatsache, daß im Völkerbund nur noch wenige Großmächte vertreten sind, die Ini­tiative dazu ergreifen wolle, um der augenblick- ltchen Form des Völkerbundes und seiner Satzun­gen ein Ende zu bereiten.

lioiebspressvebek Nr. Nie trieb sprnek unk cker KunSKcbunx ävr Sviil-cliv,, 8t„Seiiton in Sei verliaer Universität, cvie rvir auskiibrlieb bvrielitvten, über „6emvinscbult uaä I'ersünliebbeit — Sas Lroblow unserer 2eit". (ZLsItbUS)

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