Ausgabe 
(10.12.1937) Nr. 339
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parteiamtliche Hageszeitung

Nachrichlenblatt der Deutschen flrbeitsstont Bremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Vremen

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Das amtliche verkündungsblatt des

Reichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

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Nr. ZZS / 7. Jahrgang

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wirklicht worden ist, hat staunenswerte praktisch« Wirkungen erzielt: 2n vier Jahren hat der Füh­rer ein ganzes Volt von innen und außen her befreit, eine besiegte und uinterdrückte Nation wieder zur Weltgeltung emporgeführt. Das natio­nalsozialistische Denken hat weiter einen völligen Wandel der wirtschaftlichen Begriffe vollzogen. Es hat ein neues wirtschaftliches Denken hervor­gebracht, das heute im Vierjahresplan erst in sei­nen ersten Auswirkungen.hervortritt; es ist be­rufen, zum erstenmal in der Wslt die wirtschaft­liche Vernunft ohne Rücksicht auf wie immer ge­artete selbstsüchtige Interessen zum Siege zu füh­ren. Das nationalsozialistische Denken hat auch dem Begriff des Socialismus zum erstenmal einen lebensvollen Inhalt gegeben. Es hat nns weiter den Begriff wahrer Kunst wiedergeschenkt und erschlossen: denn es hat uns das Schönheitsideal der Gemeinschaft als den strahlendsten Ausdruck der Seele unseres Volkes wieder vor Augen ge­stellt".

der Marxismus Spottgebutt aus dreck und feuer

Wer den individualistischen, den falschen Aus­gangspunkt des Denkens genommen hat, wivd zeitlebens im Labyrinth des Irrtums wandeln, um dann vielleicht am Ende berm Marxismus zu landen, der sich den Namen. Sozialismus anmaßte und nur der logische Endpunkt, die Spätform des individualistischen Denkens gewesen ist. Aus „In­dividuum und Gesellschaft" wollte er das „ver­gesellschaftete Individuum" schaffen, jene „Spott­geburt aus Dreck und Feuer", die wir Heute als den Abschaum der Menschheit im Sowjetparadies praktisch am Werke sehen. Individualismus, Libe­ralismus. Marxismus, sie kannten nicht und ken­nen heute noch nicht jenen eiüzig möglichen natur­gegebenen Ausgangspunkt unseres Denkens, die Gemeinschaft, die Rasse, das . Volk.

Erst die nationalsozialistische Welt­anschauung als ganz neues gemei-nschafts- und rassemätziges Denken greift tief genug in die Ganzheit uiiseres Seins hinunter, um die Ge­gensätze aufzuheben, um Gemeinschaft und Per­sönlichkeit als polare wechselwirkende Einheit aus einer Wurzel zu entwickeln! Unsere Jugend wird nichts anderes als dieses Denken besitzen, weil sie es schon mit der Muttermilch in sich auf­nimmt. Wir Heutigen aber sind die llehergangs- generation. Das ist ein entscheidender Punkt rm Zusammenhang meiner Ausführungen.

Das Zeilproblem unserer Senerarion

Alle Schwierigkeiten, alle Berstiindnislosigkeit, alle Probleinatik, alles Aneinandervorbeireden der heutigen Zeit kommt nur daher, datz wir noch zu nahe am Schnittpunkt zweier grundverschiede­ner Denksqsteme liegen. Das individualistische Denken war der geistige Konstruktionsfehler eines ganzen Zeitalters. Wir haben diese Zeit über­wunden und müssen nun auch ihr Denken über­winden. Denn mit dem alten Denken können wir die neue Zeit nicht verstehen. Das ist das Ent­scheidende!

Dr. Dietrich bezeichnete es als den Zweck seines Vortrages, in der Welt des Geistes die Brücke zu schlagen zu neuen Ufern der Erkenntnis und stellte zwei der brennendsten Probleme des geisti­gen Lebens überhaupt in den Mittelpunkt seiner Ausführungen, um an ihnen jene Metamorphose unserer Vegriffsbildung aufzuzeigen, die wir in uns vollziehen müssen, damit sich uns das Wun­der des Nationalsozialismus aus unseren eige­nen Erkenntniskräften offenbare.

Das erste Problem: Die Persönlichkeit. „Per­sönlichkeit und Freiheit", sagte er. „sind von jeher die tragenden Grundbegriffe, die Säulen des in­dividualistischen Denkens gewesen. Sie sind auch heute noch die Kronzeugen, die der Liberalismus

IWlmgkaWtk organisiert neuen widerstand

Japanisches Ultimatum an Nanking bis beute 12 Ubr befristet erfolge ,u Land, ;u Wasser und in der Luft

Es ist für mich, erklärte Dr. Dietrich, und wohl für alle, denen Erkenntnis und Klarheit über den Sinn des Daseins Lebensnotwcndigkeit sind, ein beglückendes Gefühl, datz die nationalsozialistische Weltanschauung nicht nur eine Antwort zu geben vermag, sondern auch unserem Erkennen eine rest­lose und unangreifbare Lösung dieses Schlüssel- problems bietet.

Wir, die wir heute das Gebäude des individua­listischen Denkens zusammenstürzen sehen, wissen, datz kein Rousseauscher Gesellschaftsvertrag diese Lösung zu geben vermag, sondern nur eine Welt­anschauung, eine Weltanschauung, in deren Mit­telpunkt nicht wirklichkeitsfremde blutleere Kon­struktionen stehen, sondern die naturgegebenen Werte des menschlichen Lebens. Nicht Indi­vidualismus und Gesellschaft, son­dern Gemeinschaft und Persönlich­keit! „Individualismus und Gesellschaft" — . „Gemeinschaft und Persönlichkeit", das sind zwei Begrkffspaare, die in verschiedenen Ebenen liegen.

lichen Zusammenlebens unbrauchbar. Es wirke nicht lebensbejahend, sondern lebenszerstörend.

.Deshalb sei auch die sogenannte „individuelle Freiheit", wie ihre Apostel so leichthin und selbstverständlich behauvten. nicht etwas, was dem Menschen etwa von Natur aus gegeben wäre. Von Natur aus sei ihm das Eemeinschafts- bewutztsein gegeben, das Pflichtbewußtsein für die Gemeinschaft, in der er geboren sei. Der indivi­dualistische Freiheitsbegrisf aber wolle Befreiung des einzelnen von dieser Pflicht gegenüber der Gemeinschaft. Nietzsche habe den wahren schöp­ferischen Begriff der Freiheit wunderbar in der Fragestellung apostrophiert: „Frei nennst Du

Dich? Frei wovon? Was schiert das Zarathustra! Deinen herrschenden Gedanken will ich hören und nicht, datz Du einem Joche entronnen bist. Hell soll nur Dein Auge künden: Frei wozu?" Frei­heit „wovon" sei individualistische Freiheit, sei Zügellosigkeit und Willkür, die zur Anarchie führe,-Freiheit „wozu".dagegen schöpferische Frei­heit, die Freiheit der Persönlichkeit, die Freiheit des für die Gemeinschaft schöpferischen Menschen. Sie allein sei die wahre Freiheit und verdiene diesen Namen.

Diesen echten Begriff der Freiheit habe die nationalsozialistische Revolution des Denkens klar in unser Bewußtsein treten und lebendige Wirk­lichkeit werden lassen.

Jmmanuel Kant sah die Freiheit in der We- sewsgemätzheit. Nach ihm handelt derjenige frei, der seinem Wesen gemäß handelt. Hier bei Kant haben wir den entscheidenden Begriff, der unter nationalsozialistischem Aspekt gesehen, zur höch­sten Erfüllung wahrer Freiheit wird. In Frei­heit handelt, wer seinem Wesen gemäß handelt! Das Wesen der Menschen aber liegt in ihrer Art begründet, in ihrem volklichen Charak­ter. in ihrer R a s s e b e d i n g t h e i t, in ihrer Rassenseele. wie es Rosenberg ausdrückt Sie handeln frei.und fühlen sich frei 'in ihrem Han­deln, wenn sie diesem, ihrem rassisch bedingten Wesen gemäß handeln. Die Stimme des Blutes ist hier der Quellpunkt der Freiheit. Wer ihrem Rufe folgt, empfindet sein Handeln als frei, wer ihren Ruf mißachtet, empfindet Freiheit als Zwang, von dem er sich befreien möchte.

Me.sreilieit im Schaffen

Was der Individualismus Freiheit nennt und wonach so mancher Liberalist. wenn nicht laut, so doch leise ruft, das ist nicht Freiheit, sondern Verantwortungslosigkeit! Was sie Persönlichkeit nennen, ist nicht Persönlichkeit! — Was sie Frei­heit nennen, ist keine Freiheit! Wahre Freiheit ist nur schöpferische Freiheit. (Forts, auf S. 2.)

Problem unserer Zeit

(Ors.btbsriebt vvssror Lsrlivsr Zctiiiktlsitvvg)

Berlin, 10. Dezember.

Vor einem anserwählten Kreis von Vertretern der Presse und des deutschen Geisteslebens sprach am Donnerstag in der Aula der Berliner Uni-

Unser Vagssspiegel

Die Chinesen haben das Hafenviertel von Nanking in Brand gesteckt.

Die deutsch-rumänischen Wirtschaftsverhand- luugen haben zu festen Abmachungen geführt. Das Reichskabinett verabschiedete eine Reih« wirtschastspolitischer Gesetze.

In einer außerordentlich bedeutsamen Rede nahm Reichspressechef Dr. Dietrich zum Kern­problem unserer Zeit „Gemeinschaft und Per­sönlichkeit" Stellung.

Eine wegweisende Tagung für die Neugestal­tung des deutschen Vauernhauses fand in Lömngen statt.

Die „BZ." begleitete die in Bremen aufge­stellte „Motorisierte Gendarmerie" anf einem aufschlußreichen Außendienst.

Der RLV. hat die Aufllärungsaktio» für die Volksgasmaske aufgenommen. >

Der Nautische Verein zu Bremen stimmte dem internationalen Konventionsentnmrf über die Verfolgung von Schisfszusammenstößen

zu.

Infolge ungewöhnlich strenger Kälte kamen in Newqork 7 Personen ums Leben.

Der frühere Weltmeister Tunney besuchte Max Schmelinq in seinem Trainingslager Summit (Newjersey).

versität Reichspressechef Dr. Dietrich zum Thema „Gemeinschaft und Persönlichkeit".

Die Kundgebung leitete das Landesorchester Berlin unter der Stabführung von Generalmusik­direktor Professor Dr. Peter Raabe mit der „Euryanthe"- Ouvertüre von Karl Maria von Weber ein. Reichsstudentenführer Dr. Scheel gab in seiner Begrüßungsansprache der Bedeutung dieser Kundgehung des Geistes Ausdruck.

Reichspressechef Dr. Dietrich ging in seiner Rede davon aus, daß die totale national­sozialistische Revolution nicht nur den politischen Zustand geändert, sondern das ganze Volk, sein Leben, seine Kultur und die geistige Antriebs­kraft seines Handelns umgewandelt habe.

„Die nationalsozialistische Revolution", so er­klärte Dr. Dietrich, „ist eine Revolution des Denkens! Sie hat das individualistische Den­ken durch das gemeinschaftsbewußte Denken er­setzt, das unserem Leben ganz neue Grundlagen und neue, ungeheure Auswirkungsmöglichkeiten erschließt. Was diese fundamentale Tatsache, diese Achsendrehung der Erkenntnis sowohl geistssge- schichtlich wie für die praktische Gestaltung un­seres Lebens bedeutet, beginnen wir erst all­mählich zu ahnen. Aus den Notwendigkeiten des praktischen Lebens heraus ist durch die national­sozialistische Revolution ein weltanschaulicher Durchbruch vollzogen worden, der einen Denk­fehler von Jahrhunderten korrigiert!"

Dr. Dietrich knüpfte an den in seinem Kölner Vortrag über die philosophischen Grundlagen des Nationalsozialismus erbrachten Nachweis an, daß das Gebäude des individualistischen Denkens aus der grundfalschen Voraussetzung errichtet wurde, daß der Mensch ein Einzelwesen sei und als sol­ches auch in allen seinen Lebensäußerungen be­trachtet werden mäste. Wie der Turmbau zu Ba­bel, so habe das Labyrinth der Gedanken, in das der Individualismus der Philosophen verstrickte, sie immer mehr von der Wirklichkeit entfernt und ihre Sprache verwirrt. „Sie hatten", erklärte der Reichspressechef, „auf dem Sandhaufen der individualistischen Erkenntnistheorie statt auf dem naturgewachsenen Fundament der Gemein­schaft aufgebaut.

Es war ihrem Scharfsinn entgangen, daß der Mensch als isoliertes Ich keine Wirklichkeit be­sitzt, daß er in allen seinen Handlungen Kollektiv- wesen ist, daß sein Leben sich nur in der Gemein­schaft verwirklicht, in der naturgebundenen Ge­meinschaft eines Volkes, einer Rasse, einer Nation, deren Glied er ist. Sie hakten nicht erkannt, daß nicht individualistisches, sondern nur ganzheit- llches gemeinschaftsbewußtes Denken uns die Welt des menschlichen Zusammenlebens erschließen kann. In der Gemeinschaft des Blutes, in der Idee der Raste die Grundlage unseres Denkens und Handelns erkannt zu haben, ist die große epochale Entdeckung des Nationalsozialismus, die kein« Vorläufer hat.

Per Wandel der Begriffe

Von dieser Erunderkenntnis des rassisch beding­ten, gemeinschaftsbewußten Denkens aus ordnen sich uns die Begriffe des Lebens neu. „Nehmen Sie", so erklärte Dr. Dietrich, „die verschieden­sten Gebiete unseres heutigen Lebens und Sie werden überall das gleiche finden: Der Begriff der Politik hat durch das gemeinschaftsbewußte nationalsozialistische Denken einen ganz neuen Sinn bekommen. Der volkspolitisch« »taatsge- danke, der hier erstmals in der Geschichte v«r-

Schanghai, 10. Dezember.

Meldungen aus gewöhnlich gut unterrichteter Quelle zufolge soll Marschall Tschiangkaischek das Eros der chinesischen Armee und die Lustslotte im Gebiete Nantschang—Kiukiang zusammen­ziehen. Nach einer Meldung aus Hankau wird zur Zeit eine starke Schiffssperre auf dem Jangtse in der Nähe von Kiukiang fertiggestellt.

Der japanische Oberkommandierende, General Matsui, hat durch einen Flieger über Nanking einen Bries abwersen lasten, in dem der chinesische Stadtkommandant General Tangschenschi aufge­fordert wird, die Hauptstadt bis heute mittag freiwillig zu übergeben und einen Bevollmächtig­ten zu Verhandlungen zu entsenden. General Mat­sui hat damit den Chinesen eine Gnadenfrist ge­geben. Er will so verhindern, daß einige Kultur­stätten durch Kämpfe in Mitleidenschaft gezogen werden. Vor allem aber will der japanische Ober- kommandiercnde eine Schonung der Zivilbevölke­rung ermöglichen. Kommt der chinesische Studt-

Dr. Dietrich wandte sich nach dieser Klarstellung der Grundbegriffe der Kernfrage seines Themas, dem Verhältnis von Gemeinschaft und Persönlich­keit zu. Die Frage: „Wie ist persönliche Freiheit in der gemeinschaftlichen Gebundenheit, wie ist Persönlichkeit innerhalb der Gemeinschaft mög­lich?" sei eine der aktuellsten und kritischsten Fra­gen, die dem Nationalsozialismus überhaupt ge­stellt werden können.

Theoretisch, grundsätzlich gesehen, heiße das Problem: Wie läßt sich das Prinzip sozialer Ge­bundenheit mit dem personeller Freiheit in einem geschlossenen Denksystem vereinigen? Praktisch, auf unser heutiges Leben bezogen und in unsere heutige Zeit übertragen, laute die Frage: Wie kann Persönlichkeit, die nur unter der Sonne der Freiheit wächst, in einem Lande gedeihen, in dem Gemeinschaft durch die Autorität eines Willens bedingungslos herrscht?

uns immer wieder als Beweis für die Richtig­keit seines Denkens präsentiert. Sprechen wir zu­nächst von der Persönlichkeit. Persönlichkeit — so sagen sie — ist begründet in der Individualität, ist individualistisches Denken, sie gehört in die Sphäre des einzelnen, nur in ihr kann sie wirken und nur in ihr sich zur einsamen Höhe ihrer Leistung ergehen."

„Es klingt so wahr und ist doch so falsch! So viel Worte, so viel Irrtümer! Hier sehen wir jenen verhängnisvollen Denkfehler am Werk, auf dem der ganze Individualismus beruht, aus dem sein ganzes System errichtet ist. Es ist nicht wahr, daß Persönlichkeit ein individualistischer Begriff ist! Es ist nicht wahr, daß die Persönlichkeit in der Individualität ihren Lebens- und Wirkungsbe­reich hat! Persönlichkeit ist kein Jndividualbcgriss, sondern dem ganzen Wesen nach ein Gemein­schaftsbegriff. Und zwar ein gerade sür die Ge­meinschaft typischer Begriff, denn Persönlichkeit kann nur auf dem Boden der Gemeinschaft wach­sen. Die Gemeinschaft ist es, und nur sie ist es, die den Titel Persönlichkeit verleiht.

Persönlichkeit ist man nicht dadurch, daß man sich selber einbildet, es zu sein. Persönlichkeit ist man nur durch Leistung innerhalb, und fürdie Gemeinschaft. Persönlichkeit nennen wir ja nur den, der sich für die Gemeinschaft besonders verdient gemacht hat. Eine Leistung, die jemand für sich selbst vollbracht hat, und stet sie noch so groß, macht einen Menschen noch nicht zur Persönlichkeit. Der Begriff der Persönlichkeit setzt die Anerkennung der Gemeinschaft, ob früher oder später, voraus. Ohne sie ist man keine Per­sönlichkeit. Ohne sie kann man ein Sonderling, ein Einzelgänger, ein Virtuose sein, man kann einen Spleen haben oder ein Original sein. Alles Jndividualitätsbegriffe! Aber ein Größen­wahnsinniger ist noch keine Persön­lichkeit! Verkannte Genies, die niemals ent­deckt werden, gibt es nicht. Wenn sie nicht durch ihre Leistungen in den Gesichtskreis der Gemein­schaft treten — und sei es noch so spät — dann waren sie eben keine!

Pas Problem der sreiffeit

Dr. Dietrich wandte sich dann der zweiten Säule des individualistischen Denkens, dem Problem der Freiheit, zu. Dem Argument des Individualismus, Freiheit sei die Erstgeburt der menschlichen Rechte, stellte er das Wort des griechischen Weisen Aristoteles entgegen: „Das Volk ist eher der Natur nahe als der einzelne."

Ein Freiheitsbegriff, der nicht aus der Ge- meinschast abgeleitet wird, sei a priori falsch und sür jegliche Erkenntnis auf dem Gebiet des mensch-

kommandant der Aufforderung nicht nach, wird ohne Verzug das Signal zum Sturm aus die Hauptstadt gegeben werden. Die Japaner haben weiter die Mächte aufgefordert, ihre Schisse und Landfahrzeuge von chinesischen Truppenzusammen- ziehungen und militärischen Anlagen möglichst weit fernzuhalten.

Der Ring um Nanking wird immer enger. Eine japanische Abteilung erreichte den Militär­flugplatz Tatschiatschiao südöstlich von Nanking. Zwei andere Abteilungen haben Chilinmen, achi Kilometer östlich des Purpurberges, besetzt. Meh­reren japanischen Torpedobooten ist es ge­lungen, nach fast zwei Wochen langer Räumungs­arbeit bei der großen Sperre bei Kiangvin sich eine schmale Durchfahrt zu bahnen und die Fahrt den Jangtse aufwärts fortzusetzen. Sechs japa­nische Bombenflugzeuge unternahmen einen Angriff auf die militärischen Anlagen der großen südchinesischen Hafenstadt Kanton sowie auf die Kanton—Hankau-Bahn.

Wie die japanische Agentur Domei berichtet, wurde in einer Ministerkonserenz in Tokio die Uebereinstimmung der Ansichten dahingehend er­

zielt, daß die militärischen Operationen in China auch nach dem Fall von Nanking fortgesetzt wer­den sollen, sofern nicht die Regierung von Nan­king ihre bisherige Haltung Japan gegenüber ausgebe und Verhandlungen mit Japan wünsche.

erbitterte Naligefechte um Nanking

Schanghai. 10. Dezember.

Die Lage innerhalb Nankings wird von Stunde zu Stunde schwieriger und kritischer. Nur kleine Teile der Bevölkerung — man schätzt die Zahl auf wenige tausend — halten sich noch in der Innenstadt auf. Der weitaus überwiegende Teil hat die Sicherhcitszone aufgesucht, die von den Japanern bekanntgegeben worden ist. Rund um Nanking lodern die Feuer der von den Chinesen in Brand gesteckten Dörfer »nd Siedlungen. Auch das Hajenviertel im Norden von Nanking ist von chinesischem Militär angezündet worden, um ein freies Schußfeld zu schassen Teilweise haben be­reits erbitterte Nahkiimpse stattgefunden, in die japanische Flieger eingrisfen und eine Reihe von Tiefangriffen durchführten.

Neoolution des denkens

r<i. Berlin, 10. Dezember.

Das Problem unserer Zeit hat Dr. Dietrich das Thema seines Vortrages „Gemeinschaft und Persönlichkeit" genannt, in dem er sachlich an die Punkte seiner Kölner Rede anknüpfte, in der er vor drei Jahren zum ersten Male in um­fassender Auseinandersetzung der Pseudogeistigkert den Fehdehandschuh hinwarf und den blutleeren Sophismen liberaler Wissenschaftler die philoso­phischen Grundlagen des Nationalsozialismus ent­gegenhielt, die ihren Ausgang in den rassischen und biologischen Erkenntnissen einer neuen Eei- stesgeschichte nehmen.

Wenn die Gegner dem Nationalsozialismus den Vorwarf machen, daß seine Lehre und seine Hand­lungen die Entwicklung der Persönlichkeit be­hindere und die Freiheit des einzelnen vernichte, so kann diese Kritik den Nationalsozialismus überhaupt nicht treffen. Denn sie entspringt der Geisteshaltung, die wir gewöhnlich mit dem histo­rischen Ereignis der Französischen Revolution zu verbinden pflögen, die aber längst abgelöst wurde durch neue fortschrittliche und revolutionäre Er­eignisse, aus denen der Nationalsozialismus sein Handeln ableitet. An die Stelle des individua­listischen Denkens hat, wie es Dr. Dietrich be­tonte, der Nationalsozialismus das Eemeinschafts- oenken gesetzt, das heißt, während die geistigen Vertreter der Französischen Revolution und ihre Nachfolger im Liberalismus und Marxismus das Individuum als ein im völlig leeren Raum ste­hendes Etwas zum Ausgangspunkt aller ihrer Betrachtungen machten! stellt der Nationalsozia­lismus die Gemeinschaft des Volke s und der Rasse an den Ansang seines Denkens, Glaubens und Handelns. Aus dieser grundlegenden Wen­dung im Denken ergibt sich folgerichtig auch eine völlig andersartige — und wie es unsere Ueber­zeugung ist — die einzig mögliche Deutung der Begriffe Persönlichkeit und Freiheit. Aus der grundlegenden Erkenntnis heraus, datz es das Individuum ungebunden und losgelöst von der Umgebung, wie es die Französische Revolution verkündete, in der Wirklichkeit des völki­schen Lebens, mit der alle Theorien zuerst rechnen müssen, nicht gibt, sondern datz der einzelne durch ewige, unzerreißbare Bande mit der Gemeinschaft seines Volkes und seiner Rasse verbunden ist. er­gibt sich die weitere Erkenntnis, daß auch die Persönlichkeit nur in dieser gottgewollten Ge­meinschaft zu leben vermag und, was am wich­tigsten ist, durch diese Gemeinschaft allein über­haupt zur Geltung kommen kann. Eine Persön­lichkeit wird man nicht durch Ausstellung irgend­welcher Theorien und durch ein von der Umwelt abgesondertes Leben, sondern durch die Luerten- nung, die die Gemeinschaft den tatsächlichen Leistungen der Persönlichkeit zollt. Persönlich­keiten außerhalb der Gemeinschaft, das wies Dr. Dietrich überzeugend nach, gibt es nicht lind so ist der Nationalsozialismus und die national­sozialistische Gemeinschaft auch der fruchtbarste Boden, aus dem die wahre Persönlichkeit er­wachsen und sich entwickeln kann.

Als das beste Beispiel für die Richtigkeit die­ser Erkenntnis entwarf der Reichspressechef ein Bild der schaffenden Persönlichkeit des Füh­rers. Er ist für uns heute der höchste Aus­druck des Persönlichkeitswertes. „Was wäre ich", so hat der Führer selbst viele Male bekannt, „ohne die Gemeinschaft der Mit­arbeiter, die Gemeinschaft der Partei und des ganzen deutschen Volkes. Und wo stände heute Deutschland — aus diese Frage wird wohl nie­mand mit der Antwort zu zögern brauchen — ohne Adolf Hitler? Dieses eine Beispiel genügt zum Beweis der Richtigkeit einer Anschauung, die durch die Praxis von fünf Jahren in der um­fassendsten Weise belegt ist.

So hat der Nationalsozialismus aus der Not­wendigkeit des praktischen Lebens heraus einen weltanschaulichen Durchbruch vollzogen, der einen Denkfehler von Jahrhunderten korrigiert.

Was für den Begriff der Persönlichkeit gilt, gilt in gleichem Maße für den Begriff der Frei­heit. Was ist Freiheit? Die Philosophen aller Zeiten haben auf diese entscheidende Frage eins Antwort zu geben versucht, und wir können heute behaupten, daß die schlechteste Antwort von denen gegeben wurde, die seit 150 Jahren von sich behaupten, die Sehnsucht der Menschen nach Frei­heit erfüllt zu haben. Von der blutleeren Gehirn- funktion des Individuums ausgehend, hat man die Freiheit des einzelnen von allen Bindungen proklamiert, die im bolschewistischen Chaos enden mußte.

Der Nationalsozialismus dagegen erblickt das Wesen der Freiheit ebenso wie das der Per­sönlichkeit im Dienst an der Gemein­schaft, und er kann heute mit Genugtuung fest­stellen, daß er sich mit seiner Erkenntnis nicht