Ausgabe 
(7.12.1937) Nr. 336
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Nr. ZZ6 / 7. Jahrgang

Menstag, ?. Vezember 19Z7

kinzelpreis 15 Npf.

Im fesnmgsgelande von Nanking

Siegreiches Vordringen dee Japaner

Nutonome Negierung

in Schanghai

Tokio, 7. Dezember.

In Tokio ausgegebene Extrablätter künden die bevorstehende Einnahme Nankings an. Japanische motorisierte Einheiten haben das Festungsvorgc-

Unssr lagesspiegel

Der Kampf um Nanking reicht bereits an das Festungsgelände heran.

Delbos reiste nach Bukarest.

Der amerikanische Staatssekretär Weites ta­delte die USA.-Presse wegen ihrer taktlosen Einmischung in die Angelegenheiten anderer Staaten.

Finnland beging festlich den 2V. Jahrestag seiner Selbständigkeitserklärung.

Dr. Todt erhielt den Grand Prix.

In den Mittelpunkt einer machtvollen Groß- kundgcbung des Roichskolonialbundes im Berliner Sportpalast stellte Reichsleiter von Epp unsere Kolonialforderung.

Die Einführung des Familienbuches wird verwirklicht.

Der Reichsbauernsnhrer wandte sich gegen die künstliche Schaffung eigenstiindischer Fest­kleider.

Frankreich hat riesenhafte Verluste durch die Maul- und Klauenseuche zu verzeichnen. Heute spricht um 28.3» Uhr der Gauleiter auf dem Domshos.

Die 2A.-2tandarte 75 veranstaltet am 21. De­zember eine Wintersonnenwendseier. .

Die Hitler-Jugend erhält einen neuen Win- tcrdienstanzug.

In Schöninghsdorf wurde der Grundstein zum ersten NSV -Haus im Gau Weser-Ems gelegt. Die DRL.-Bcstandsausnahme gibt ein klares Bild von dem vielseitigen Sport im Gau Nicdersachsen.

Max Schmeling besindet sich in härtester Trainingsarbeit.

lände der chinesischen Hauptstadt erreicht, nachdem die letzte chinesische Verteidigungslinie durchbro­chen wurde. In Nanking ist eine Panik ausge- brochen. Polizei und Militär versuchen die Ord­nung aufrechtzuerhalten. Der Strom der Flücht­linge richtet sich auf das Nordufcr des Jangtse.

Mit unheimlicher Genauigkeit ist der Plan General Matsuis, des Oberbefehlshabers der ja­panischen Südarmeen, abgelaufen. Linie um Linie der Chinesen, im ganzen waren es sieben zwischen Nanking und Shanghai, sind eingedrückt oder' überrannt worden, die immer wieder errichteten chinesischen Flußsperren auf dem Pangtse end­gültig durchbrochen. Unter gemeinsamem Einsatz von Heer und Flotte sind die Japaner jetzt soweit vorgedrungen und es ist sicher nur noch eine Frage weniger Tage, wann Nanking ganz in der Hand der Japaner ist. Die Widerstandskraft der Chi­nesen hat seit Schanghais Fall an Schwungkraft eingebüßt; dazu kam, daß ihnen bei dem dauern­den Rückzug unter ständiger Verfolgung durch die Japaner keine ausgebaute Anfnahmelinie -ur Verfügung gestellt wurde. Ob sich die Chinesen noch einmal aufraffen und versuchen, die letzten Stöße der Japaner aufzuhalten, die längs der Bahnlinie Schanghai—Nanking und der Straße von Hangtschau nach Nanking erwartet werden, ist sehr zu bezweifeln, da namentlich aus den letz­ten Aeußerungen maßgebender Chinesen hervor­geht, daß sie die Japaner sich im Riesenraum des Reiches der Mitte auslanfen lassen und sie von ihren Seeverbindungen abschneiden wollen. Die Japaner aber sind entschlossen, wie kürzlich ein General sagte, wenn es sein muß, auch noch 2000 Kilometer nach Westen zu marschieren.

Wie in Schanghai von zuständiger japanischer Seite verlautet, ist in Putung eine autonome Re­gierung sür Grotz-Schanghai gebildet worden. Sie trägt die Bezeichnung „Tatar" sd. h. Großer Weg). Zum Oberbürgermeister sei Suhsiwen ge­wählt worden» zum Polizeikommissar Tschujm- schen. Suhsiwen ist unter dem ersten Staatspräsi­denten der chinesischen Republik, Dr. Sunsatsen, Finanzminister gewesen. Er erklärte nach Ueber­nahme seines neuen Amtes, er verlange Beendi­gung der Feindseligkeiten zwischen China und Japan. Die neue autonome Regierung nahm nach ihrer Konstituierung auch eine neue Flagge an, die auf gelbem Grunde eine Scheibe in den Far­ben Blau und Rot zeigt.

Der moralische Erfolg, der mit einer Ein­nahme der Hauptstadt Chinas den Japanern er­

wachsen wird, ist dadurch in seiner Wirkung schon jetzt untermauert worden. Ein Haupttor Chinas ist fest unter den Einfluß Japans gebracht. Wie sich allerdings diese Entwicklung auf die Stellung der internationalen Zone auswirken wird, steht noch dahin. Namentlich England ist durch das Vorgehen Japans im Anschluß an die Zwischen- fälle in der Nankingroad stark beunruhigt. Ge­rade bei dieser Gelegenheit aber zeigte sich auch, daß Japan seine Interessen mit allen Mitteln durchzusetzen sucht. Und die Stellung der inter­nationalen Zone in einem autonomen Schanghai ist durch den beherrschenden Einfluß Japans eine grundlegend andere geworden.

Beschießung eines englischen Vampfers

London, 7. Dezember.

Wie von der englischen Nachrichtenagentur Reuter aus Schanghai gemeldet wird, soll der britische Generalkonsul bei dem japanischen Generalkonsu­lat gegen eine vor einigen Tagen erfolgte Be­schießung eines englischen Schiffes durch verirrte japanische Geschosse bei Wuhu Protest erhoben haben,

englischer Protest in lokio

London, 7. Dezember.

Auf Anfragen erklärte der englische Außen­minister Wen im Unterhaus, daß die britische Regierung die Befürchtungen, die britischen Be­sitzungen im Fernost seien in Gefahr, noch nicht teile. Sie werde jedoch die zukünftige Entwick­lung gemeinsam mit allen beteiligten Mächten prüfen. Zu den kürzlichen Zwischen fällen in Schanghai teilte Eden mit, daß der britische Bot­schafter in Tokio wegen des Marsches japanischer Truppen durch die internationale Niederlassung, den Eden als „utlnötig" bezeichnete, energisch protestiert und diesen Marsch als Provokation be­zeichnet habe.

öombenanschlag in fllgier

Paris, 7. Dezember.

Am Gebäude der französischen Sozialpartei in Algier explodierte ein großer Sprengkörper. Es steht noch nicht fest, ob der Sprengkörper am Ge­bäude niedergelegt oder von einem Stockwerk des Gebäudes selbst auf die Straße geschleudert wurde. Der durch die Explosion angerichtete Schaden ist nur gering.

berechtigte ladet für die USsi-presse

Staatssekretär Westes käst der demokratischen presse den Spiegel vor

Washington, 7. Dezember.

Der amerikanische Staatssekretär Westes, der nächste Mitarbeiter Hulls, hielt bei der Eröff­nung einer Vorlesungsreihe in der hiesigen Ge- orge-Washington-Universität eine läckgere Rede über interamerikanische Fragen. Dabei kam er auch auf die Notwendigkeit zu sprechen, im Ver­kehr zwischen den einzelnen amerikanischen Re­publiken Duldsamkeit zu üben. Er kritisierte bei dieser Gelegenheit die USA.-Presse, weil sie, ohne das Eintreffen von Einzelheiten abzuwarten, bei der Aenderung der Staatsform in Brasilien so­fort ein großes Geschrei erhob und über die Abkehr Brasiliens von den demokratischen Ueberlieferungen gezetert habe. Dieser Fall habe wieder einmal gezeigt, wie weit verbreitet in den Vereinigten Staaten die Gewohnheit sei, über die inneren Angelegenheiten der amerikanischen Nachbarn zu urteilen und ihnen vorzuschreiben, wie sie derartige ausschließlich innenpolitische Probleme lösen sollten.

Angesichts der alten freundschaftlichen Beziehun­gen zwischen beiden Ländern sei es besonders be­dauerlich, daß die amerikanische Presse — an­statt die Entwickelung mit Ruhe und Geduld abzuwarten — zu falschen Schlüssen gekom­men sei und sich unterfangen habe, die brasiliani­sche Regierung in heftiger Weise anzugreifen. Der Staatssekretär wandte sich dann auch gegen jene Amerikaner, die in Mexiko oder in anderen Eierikanischen Staaten Land erworben hätten und dann, wenn die betreffende Regierung neue Agrargchetze habe durchführen lassen, um eine bessere Raumverteilnng zu erzielen, in Washing­ton großen Lärm zu schlagen und die Hilfe der

Regierung gegen die Enteignungen zu verlangen pflegten. Weites betonte, daß jedes Land das Recht habe, seine Bodenpolitik ohne Rücksicht auf die im Lande lebenden Fremden zu regeln, wäh­

rend die Fremden die Pflicht hätten, sich den Gesetzen des Landes zu fügen und bei den in Rode stehenden Fällen nichts anderes als eine angemessene Entschädigung verlangen könnten.

IVoiknaobtSArnti kür unsere kvimllvlirencken Seekabrsr. ^n cksr groben Zssseblsuss IVsserwüncke stskt äisssr rissige ^Vkibnaeiitsbauw. (krssss-ftbkkmanv)

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Oberst Beut! er im Wehrwirtschastsstab des Rcichskriegsministeriums schreibt in der Deut­schen Arbeitskorrcspondenz:

Der Weltkrieg hat bewiesen, daß neben der militärischen Macht eines Staates die Lei­stungsfähigkeit seiner nationalen Wirtschaft von ausschlaggebender Bedeutung ist. Diese gewaltige Bedeutung wirtschaftlicher Dinge der Jetztzeit zwingt dazu, sich nicht nur über die militärische Macht des eigenen Staates und der anderen Länder ein Bild ^ zu machen, sondern darüber hinaus auch die wirtschaftlichen Kräfte zu studieren, über die die Staaten ver­fügen. Es ist ohne weiteres einleuchtend, daß die Größe eines Staates für seine wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von ausschlaggebender Bedeu­tung ist. Man braucht nur einen Staat wie Holland mit den Vereinigten Staaten in Ver­gleich zu setzen, um dies zu verstehen. Einmal haben Erograumstaaten im allgemeinen auch eine verhältnismäßig und tatsächlich zahlreiche Be­völkerung. Sie sind also in der Lage, nicht nur ein stärkeres Heer aufzustellen, sondern werven darüber hinaus auch über die personellen Kräfte, verfügen, die für eine große und damit leistungs­fähige Wirtschaft Voraussetzung sind. Gewiß darf man bei der Betrachtung des in der Bevölke­rung liegenden Machtfaktors nicht allein die Zahl der vorhandenen Menschen in Betracht ziehen. Auch ihr Wert ist bedeutungsvoll. Der Wert. einer Bevölkerung liegt aber wieder in ihren ethischen und geistigen Kräften. Beide entsprin­gen der Rasse. Der Rassefaktor ist also ent­sprechend unserer nationalsozialistischen Anschau­ung eine ganz wesentliche Grundlage nicht nur für die militärische, sondern auch für die wirt­schaftliche Macht eines Staates im Kriege.

Bevölkerungszahl und Bevülkerungswert müssen aber auch in einem gesunden Verhältnis zu der Größe des Staates stechen. Ist ein Eroß- raumstaat mit ganz geringer Bevölkerungsdichte

,nur schwer in der Lage, die zur Verteidigung seiner langen Grenzen erforderlichen Menschen- massen bereitzustellen, so ist umgekehrt ein Staat, der über eine sehr starke Bevölkerung und eine verhältnismäßig geringe Grundfläche verfügt, in Gefahr, aus seinem Boden nicht die Kräfte gewinnen zu können, die er zur Erhaltung der Bevölkerung braucht. Die Probleme Raum ohne Volk und Volk ohne Raum sind wehrwirtschaft- lich äußerst bedeutungsvoll. Sie sind es auch des­halb, weil dünn besiedelte und ungenügend aus­genutzte Räume unwiderstehlich auf übervölkerte Staaten eine Anziehungskraft ausüben, so wie umgekehrt in einem Staat, der unter Ueber- oölkerung leidet, der Ausdechnungsdrang ein un­widerstehlicher werden kann.

Das letzte Jahrhundett hat wohl nichts an die­sen Tatsachen ändern können. Der Glaube, daß man eine überstarke Bevölkerung aus lleber- schüssen dünner besiedelter Gebiete anderer Staa­ten versorgen könne, ist zum mindesten für die Zeiten des Kriegs als nicht gegeben zu erachten. Dieser Gedanke führt im Letzten dazu, daß die Uebervölkerung ausweisenden Staaten in Ab­hängigkeit von den Völkern geraten, die den ihnen vom Schicksal zugewiesenen Raum bevölke- rungsmäßig nicht auszufüllen vermögen. Diese Grundwahrheit ist verwischt worden durch die außerordentliche Entwicklung des Verkehrs, der scheinbar die Bedeutung des Raums in den Hin­tergrund treten ließ.

Trotzdem ist diese Entwicklung natürlich auch wehrwirtschaftlich bedeutungsvoll und zeigt von neuem die Vorteile eines Staats, bei dem Be- völkerungszahl und Raum in einem vernünftigen Verhältnis zu einander stehen. Kleinräumige Staaten sind in der Zeit der Motorisierung und der Flugwaffe dem Zugriff des Feinds in ihrem ganzen Staatsgebiet ausgesetzt. Großraumsiaaten dagegen sind mit beweglichen Erdstreitkräften und aus der Luft ungleich schwerer angreifbar. Die

Gauleiter «Svev

«»richt heute

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