Ausgabe 
(23.5.1937) Nr. 138
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parteiamtliche Tageszeitung

BachrichtenblaN der Deutschen Arbeitsfront Bremen

Amtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Bremen

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Das amtliche verkimdungsblatt des Neichsstatttjalters in Oldenburg und Vremen

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Nr. 1Z8 / 7. Jahrgang

Sonntag, 2Z. Mai 1SZ7

kinzelpreis 15 Npf.

Unterredung eines franrosen mit dem fülirer

„Adolf Hitler ein Mann, den die Nation aus iHrer Mitte Hervorgebracht Hat"

Me Wandlung des Kelches

Paris, 22. Mai.

Das „Journal" veröffentlicht Sonnabend im Rahmen einer Umfrage „Wohin steuert Europa?" einen Artikel des Mitgliedes der französischen Akademie, Abel Bonnard, über seine Begegnung

Unser Vagesspiegsl

Von der Vilbaofront wird ein Rückzug der Bolschewisten gemeldet.

Der Führer gewährte einem Mitglied der französischen Akademie eine Unterredung.

Mit Kolumbien wurde ein neues Verrech­nungsabkommen abgeschlossen.

Mit der „Europa" landeten in Vremerhaven elf Vesatzungsmitglieder des LZ. „Hinden- burg".

Wieder standen Sittlichkeitsverbrecher im Priesterrock vor den Gerichten.

In Anhalt forderten Wolkenbrüche und orkanartige Stürme zahlreiche Todesopfer.

Reichsminister Darre und Reichsführer SS. Himmler sprachen vor dem Führerkorps der HJ.

Gestern begann in Bremen die Führertagung des SS.-Abschnittes XIV.

Mit der Mitgliederversammlung wurde gestern der 55. Niedersächsische Eenosienschasts- tag in Bremen eröffnet.

Die Neptun stellt ein neues Motorschiff in Dienst.

Bei Drakenburg wird die Weser um 24 Kilo- meter verkürzt.

mit dem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Bonnard vorweist zunächst aus die in Deutschland gewonnenen Eindrücke und fährt fort:

„Alles, was ich in Deutschland gesehen hatte, hatte mich also von den mächtigen Anstrengungen des nationalsozialistischen Regimes auf sozialem Gebiet überzeugt. Dieser Eindruck sollte in der Audienz, die ich beim Führer hatte, bekräftigt werden. Bei dieser Unterredung hatte ich nicht die Absicht, ihn über all die außenpolitischen Probleme zu befragen, die in diesem Augenblick den Zustand Europas kritisch erscheinen lassen und über die es für einen Mann, der ein großes Reich führt, recht schwierig ist, zu sagen, was er denkt. Mein Wunsch war ein anderer. Ich wollte sehen, worüber der Führer von sich aus mit mir sprechen würde. Man müßte für das surchtbare Drama, in das die Welt heute verwickelt ist, schon sehr wenig Sinn haben, um nicht von einer tiefen Aufmerksamkeit erfüllt hu sein, wenn man einem dieser Männer gegenübersteht, die die Nationen sozusagen aus ihrer Mitte hervor­gebracht haben, um durch sie allen Gefahren, die sie bedrohen, die Stirn zu bieten. Das, was der Führer mir sagte, entspricht vollkommen dem, was ich in den vorhergehenden Tagen in Deutschland gesehen hatte. Abgesehen von einem Hinweis auf die ehemaligen Frontkämpfer, die, wie er mir sagte, diejenigen Männer sind, zu denen er in allen Ländern das meiste Zutrauen hat, weil sie wirkliche Erfahrung haben und, er sich auf ihre Klugheit verlassen kann, handelte alles, was er sagte, von den sozialen Bestrebungen der Regierung,'deren Chef er ist.

Die Unterredung begann mit einem Vergleich zwischen der Gesellschaft von heute und der der Vorkriegszeit, Ich hatte gesagt — denn ich halte es für wahr: Wenn jene Welt von früher be­quemer und angenehmer gewesen sei, wenn sie dem Behagen des einzelnen mehr geboten habe, so biete dafür die Welt von heute schon durch die Schwierigkeiten, die sie mit sich bringt, der männ­lichen Jugend mehr Gelegenheiten, sich zu be­währen; sie sei härter als früher und dra­matischer, aber vielleicht auch poetischer, weil wir in diesem Kampf mit der Wirklichkeit die tiefsten Quellen des Lebens erschließen. Der Führer stimmt dem mit einer Gebärde zu, aber ich sehe doch ganz gut, daß er etwas anderer Ansicht ist.

Bas Volk soll sich treuen

Zweifel, sagt er, kann die Welt von heute energischen Männern ein Gefühl des geben durch die Tätigkeit, die sie im mit den Schwierigkeiten entsalten Und ich anbetrifft, so wäre ich in der Periode M bis 1914 nicht glücklich llewe > e n, ies gilt nur für eine kleine Zähst die interessiert sich gar nicht von «ch aus zur coßen Probleme, Ohne Zweit« kann man

issen für die Lebensfragen der Nation be-

i aber das allein kann die Masse der Men- icht befriedigen. Viele Menschen arbeiten acht Stunden in manchmal sehr wenig

angenehmen Verhältnissen und in einem Beruf, den sie nicht selbst gewählt haben. Sie müssen in ihrer Seele ein inneres Glück haben, das ihnen das Leben erträglich macht. Um sich ihrer anzunehmen, genügt es nicht, die materiellen Voraussetzungen ihres Daseins zu ändern.

Der Führer sprach darauf von der Organi­sation „Kraft durch Freude", die das Gefühl der Freude in die Massen bringen und das Volk lehren soll, sich zu freuen. Kurz sage ich, der Mensch soll sowohl in seiner Seele als auch in seinem Beruf wieder erfaßt werden, also in dem, was er auf Grund seines Schaffens und auf Grund seiner Persönlichkeit ist. Es handelt sich nicht nur darum, ihm ein Haus zu bauen, son­dern man muß darin auch ein Licht erstrahlen lassen,"

Der Kanzler sährt dann fort: „Im Auslande glaubt man, Deutschland lebe unter einer Dik­tatur, aber vor 1833 ging es diktatorischer zu. Eine Regierung wie die unsrige könnte sich gegen den Willen des Volles nicht an der Macht halten. Das Volk ist für mich, weil es weih, dah ich mich wirklich mit seinen Nöten beschäftige, dah seine seelischen Probleme mich interessieren."

Der Kanzler erklärt weiter, was er alles für das Volk getan hat und was er tun will. Aus den Vergleich zwischen dem jetzigen und früheren Zustand zurückkommend weist er darauf hin, welche außerordentlichen und neuen Schwierig­keiten es für Deutschland bereitet, die notwendi­gen Rohstoffe soweit als möglich selbst herstellen zu müssen, weil es diese Rohstoffe, die es bisher nicht selbst erzeugte, aus dem Auslande nicht in

ausreichendem Mähe kaufen kann: Das Ausland nehme nicht in entsprechendem Umfange deutsche Waren ab. Er erwähnte den Unterschied, den man früher zwischen Hand- und Kopfarbeitern machte und sagte mit Recht, sie zu unterscheiden sei nicht so leicht, wie man glaubt, denn die Gei­stesarbeit greift stellenweise in den Bereich der Handarbeit hinein und gewisse Mechani­ker oder Monteure leisten in Wirk­lichkeit Kopfarbeit, während gewisse Buchhalter, die sich einer höheren Kategorie zu­rechnen doch eine mechanische Tätigkeit verrichten. Aber der Gedanke des Kanzlers kommt immer wieder auf dasselbe Problem zurück, das heißt darauf, was zu machen ist, um der zahlreichsten Volksschicht zu einer anderen Einstellung zum Leben zu verhelfen,

(Fortsetzung auf Seite 2)

llie Ischechoslowakei fürchtet Stiesel

kine Henkein-Kimdgsebung in Nerchenberg pols;eiliüi aufgelöst / IBS strSner vergastet

Prag, 22. Mai.

In den Reichenberger Messehallen sollte Frei­tag eine von der Sudetendeutschen Partei einbe­rufene Kulturkundgebung stattfinden, zu der über 1K VOS Personen erschienen waren. Die Versamm­lung wurde während der Rede Konrad Henleins polizeilich aufgelöst. Schon vor Beginn der Ver­sammlung war es zu einem bezeichnenden Vor- sall gekommen, als die Polizei alle stiefcltragen- den Personen verhaftete. Praktisch wurde durch diese bisher einmalige Maßnahme die gesamte 1V8 Mann starke Ordnerschast der Kundgebung ersaht. Als Senator Weller und Abgeordneter Obrlik gegen die Verhaftung Einspruch erheben wollten, wurde der Abgeordnete Obrlik vj>n eini­gen Polizisten sogar tätlich angegriffen.

Ueber die näheren Umstände der Versammlung und ihre Auflösung schreibt das Blatt der Par­tei Konrad Henleins, die „Zeit": Schon lange

vor Versammlungsbeginn strömten die Massen der Kundgebungsteilnehmer in den Versammlungs­raum. Konrad Henleim war bereits am Nach­mittag, von Reichenau kommend, in Reichenberg eingetroffen. Die Tagung nahm nach deckt Zwischenfall mit den Verhafteten vorerst einen

ruhigen Verlauf. AIs erster sprach Abgeordneter Rudolf Sandner über das Thema „Warum Kulturpolitik?". Dann beschäftigte sich der Leiter des kulturpolitischen Amtes, Franz Höller, mit dem Thema „Sudetendeutscher Aktivismus" und „Deutiche und tschechische Kulturpolitik."

Nun betrat Konrad Henk ein das Redner­pult, vom brausenden Beifall der Tausenden be­grüßt, Er trat in seinen Ausführungen für eine kulturelle Befriedung zwischen den Völkern des Staates ein und stellte heraus, dah es nur eine völkische Kultur geben könne. Eine andere Lösung bedeute nichts anderes als dekadente Untergangserscheinungen. Im weiteren Verlauf seiner Rede wandte er sich gegen klein­liche Bücherverbote und führte als bezeichnendes Beispiel von bürokratischem Chauvinismus an, daß es geradezu als Verbrechen gelte, Per­sönlichkeiten, die in der gesamtdeutschen Kultur anerkannt sind, zu bewundern und sie sich zum Vorbild zu nehmen. Bei dem Satze: „Der fast in der ganzen Welt übliche deutsche Gruß ist keines­falls eine Provokation gegen das tschechische Volk" wurde er vom anwesenden Regierungsvertreter verwarnt. Nach dieser Verwarnung fuhr Konrad Henlein fort: „Damit wird der Staat nicht

erschüttert." Als zur Bekräftigung dieser Fest­

stellung aus dem Saal ein tausendstimmiges „Nein" erscholl, wurde Konrad Henlein zum zweiten Male verwarnt und die Kundgebung gleichzeitig für geschlossen erklärt,

SuVerenSeutsche beunruiiigt

Prehburg, 22. Mai.

Der Abgeordnete der Sudetendeutschen Par­tei Karmasin richtete an den Präger Innen­minister ein Telegramm, in dem es' heiht, dah die Bevölkerung über schwere Mißhand­lungen der vor Wochen verhafteten Hnltschiner beunruhigt sei. Die Berichte stützen sich aus die Tatsache, dah die Verhafteten ungesetzlich lange auf der Ostrauer Polizeidircktion zurückgehalten und daß zu einigen Verhafteten noch immer nicht Verwandtenbesuche zugelassen würden, weiter aus den Selbstmord des verhaf­teten Lampa im Troppauer Untersuchungs­gefängnis. Der Abgeordnete fordert den Mi­nister auf, umgehend einen Untersuchungsausschuß einzusetzen und dazu Vertreter der Bevölkerung hinzuzuziehen, alle Verhafteten zu verhören und das Untersuchungsergebnis sofort zu veröitenl- lichen, um den Gerüchten die Grundlage zu neh­men.

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Im Spiegel des Auslandes

* Bremen, 23 . Mai.

Es ist immer wieder von besonderem Reiz, aber gleichzeitig.auch gut und heilsam für jeden einzelnen deutschen Volksgenossen, von Zeit zu Zeit Urteile von ehrlich um die Wahrheit ringenden Ausländern über das nationalsozialistische Deutschland zu hören.

Wir erleben es ja täglich und stündlich, dieses neue Deutschland, unser Deutsch­land. Wir sind darin verwurzelt, leben und streben in ihm und mit ihm und — leider be­ginnen wir allmählich das märchenhaft Schöne und Erhabene an diesem neugewor­denen Deutschland für selbstverständlich zu halten, fangen an, uns so daran zu gewöh­nen, daß wir meinen, es dürfe und könne eben gar nicht mehr anders sein.

Da ist es gut, wenn wir an dtzn Auslassun­gen eines Mannes vom Ausland, eines Mannes wie Abel Bonnard, Mit­glied der französischen Akademie, erfah­ren, welche Eindrücke das Deutschland von heute für den unbefangenen und vorurteils­losen ausländischen Beobachter hinter­läßt; da ist es gut, wenn uns von außen her einmal ein Spiegel vorgehalten wird, durch den wir die aufopfernde und aufreibende Tätigkeit des Führers und seine täglichen Mühen und Sorgen für sein Volk von neuem klar erkennen. Und gut ist es, zu erfahren, wie bewundernd ein vorurteilsloses Ausland den mächtigen Anstrengungen des national­sozialistischen Regimes auf sozialem Gebiete zusieht.

Immer noch gibt es da und dort zage Herzen und kleinliche Gemüter unter den deutschen Volksgenossen, die, weil sie die Welt von früher als bequemer und ange­nehmer erachten, — ohne dessen zu geden­ken, wie unglücklich die Lage jedes einzel­nen Deutschen heute wäre, wenn der Nationalsozialismus dem Vordringen des Kommunismus nicht die Spitze geboten hätte — glauben, einem entschwundenen falschen Behagen aus früheren Zeiten nach­trauern zu müssen. Was der Ausländer Abel Bonnard mit unbestechlichen Augen sah, nämlich, dah unsere Zeit zwar härter als früher, ja dramatischer, aber wohl auch poetischer sei, dasüst jenen Schwachbeherzten unter dem deutschen Volke noch viel zu­wenig in den Sinn gekommen, ebensowenig wie die Tatsache, — der ebenfalls' Abel Bonnard Ausdruck gab — daß der männ­liche Kamps unserer Zeit schön ist, weil er den ihn führenden Männern und Frauen der deutschen Nation die tiefsten Quellen des Lebens erschließt.

Von welch unermeßlichem Feingefühl zeugt die Abel Bonnard gegenüber erfolgte Feststellung des Führers, daß vor allem den energischen Männern die Welt von heute ein Gefühl des Glückes im Kampf gegen die Schwierigkeiten des Lebens zu geben vermag, daß indes die Masse der Menschen in ihrer Seele ein inneres Glück haben müsse, das nicht allein von den materiellen Voraussetzungen ihres Daseins abzuhängen braucht. Treffend, wie alles, was der Führer sagt, ist auch wiederum das Wort „es handelt sich nicht nur darum, dem Menschen ein Haus zu bauen, sondern man muß darin auch ein Licht erstrahlen lassen."

Wir in Deutschland wissen alle sehr wohl, daß des Führers unablässiges Bestreben dahin geht, jedem schaffenden Menschen sein Haus und ein im Hause erstrahlendes Licht zu schenken. Wir wissen und glauben mit unerschütterlicher Zuversicht, daß auch dieses Streben des Führers, wie all sein großes Planen, eines Tages erfüllt sein wird. Aber wir können heute schon sagen, daß der, dessen geistiges Auge nicht blind ist, dessen seelisches Empfinden nicht ledern ge­worden, in sich und um sich das Strahlen eines herrlichen Lichtscheins empfinden muß, eines Lichtscheins, dessen Ursprung die un­endliche Größe der Zeit ist, in der wir Men­schen deutschen Blutes von heute zu leben und zu schaffen begnadet worden sind.

An den Gedanken, daß wir in einer gro­ßen Zeit, daß wir in dem Zeitabschnitt'der glänzendsten Entfaltung Deutschlands, des gewaltigsten Aufstiegs der deutschen Nation leben, haben viele deutsche Volksgenossen sich leider nun schon allzusehr gewöhnt. Wäre dem nicht so, müßte auch ihr Herz täg-

stuf jlim Sautag weser-kms in Wenburg am 2S. und ZU. Mai