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NachrichtenblaN der Deutschen flrbeitsstont Vremen
der Nationalsozialisten Vremens
flmtsblatt des Senats der Freien liansestadt Vremen
Erschcint7malwöchentl. Monatsbezug: eL^!2,30cinschl.Zustellgcb.:Po,stbezugsprcis monatl. 2 , 30 -K^ Postzeitungsgebühr) zuzügl. 42 Besteygeld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar. Postscheck: Hamburg 17272. Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch äusErstattung oder Ersah. SiL.-Gauverlag Weser-Ems G. m. b. H., Bremen, Seeren 6-8 / Fernsprecher: 5412t und 51115.
Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen
Anzelgcn-Grundpreise: Die 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 rH/, die 70-mw-Heile im Texttell lb eH/. Ermähigte Grundpreise lii'ir kleine Familien-Anzeigen u. a.> sowie sonstige Bedingungen Preisliste 6 (Nqchlabstailel 0>, Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeichlust 16 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich >2-13 Uhr: Schristleitung Dienstag und Frertag 12>L - 13-S Uhr.
Nr. 1Z0 / ?. Jahrgang
freitag, 14. Mai 1SZ?
kinzelpreis 15 Npf.
Opfer mit
Unser lagesspivgvl
Der italienische Außenminister hielt eine bedeutsame Kammerrede.
Die roten Banden wollten ihr eigenes Flüchtlingsschiff versenken.
Ueber die Sittlichkeitsoergeheu katholischer Geistlicher werden neue erschütternd« Einzelheiten bekannt.
Die Untersnchungskommission traf Feststellungen am Wrack des Dampfers „Hermes".
Die Reichsautobahn Hamburg-Lübeck wurde dem Verkehr übergeben.
Zum Eautag Wefer-Ems werden auch von Bremen aus Sonderziige nach Oldenburg rollen.
Gauleiter Carl Rover sprach auf der Abschlußkundgebung des Landesbauerntages Weser-Ems in Oldenburg.
Die NSV.-Ortsgruppe Osterholz schuf einen vorbildlichen Kindergarten.
Der Autobahnabschnitt Vlockland wird gegen Ende dieses Jahres fertig.
Dampfer „Wiegand" des NDL. ist aus ein Riff gelaufen.
Kaffee Hag verteilt unverändert 5 Prozent Dividende.
Einen eindrucksvollen K.o.-Sieg landete Gustav Eber in Köln über AI Baker.
U-vool-Schule in Neustadt
(Ligsnsr.Dradtderlodt <ksr „Lrsmsr 2sitnnx") mi. Kiel, 13. Mai-
In Neustadt (Holstein')' wurden die' neuerstandenen Anlagen .der, Il-Boot-Zchule durch die Kriegsmarine übernommen.. -Zahlreiche Offiziere der Wehrmacht und führende Vertreter von Bewegung und Staat hatten sich zur Weihe eingesunken'. Der Kommandeur der Schulz Kapitän z, S. Slevog.t, übernahm die kunstvoll geschmiedeten Schlüssel des Gebäudes mit dem Gelöbnis: „Wir wollen die alte U-Boot-
Tradition pflegen und vorausschauend und einsatzbereit unseren Dienst zum Wähle des Vaterlandes tun." Unter Präsentierklängen stieg dann die Reichskriegsflagge am Mast empor. Anschließend formierten sich die Truppen zu einem Marsch durch das festlich geschmückte Neustadt.
Las verbot der bündischen Jugend
Berlin, 13. Mai.
Das Geheime Staatspolizeiamt weist darauf hin, daß durch Erlaß der Preußischen Geheimen Staatspolizei (stellvertretender Chef und Inspekteur) und des Politischen Polizeikommandeurs der Länder vom 8. Februar 1936 alle Gruppen und Vereine der bündischen Jugend (Eroßdeutscher Jugendbund, Deutscher Pfadfinderbund, Deutschmeister-Jungenschaft, Deutsche Jungenschaft vom 1, XI., Trucht, Deutsche Freischar, Stromkreis, Ne- rother Wandervogelbund, Verein für Erhaltung der rheinischen Jugendburg, das Graue Korps usw.) aufgelöst und verboten sind. Danach wird gemäß 88 k, 4 der Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 (Reichsgesetzblatt I, S. 83) b e - straft, wer sich im Sinne der aufgelösten Gruppen und Vereine betätigt, sie unterstützt, ihren Zusammenhalt aufrechterhält oder auf andere Personen, insbesondere auf Jugendliche, zum Zwecke der Fortsetzung der bündischen Betätigung einwirkt.
Selbst ver klosteroorsteher trieb Unzucht
Verführte Zöglinge beschimpft
Koblenz, 13. Mai
Die Große Strafkammer Koblenz verhandelte wieder gegen zwei verkommene Ordensbruder, die „Barmherzigen Brllder" Hieronymus und Eutropius, die sich wegen der gleichen Verbrechen zu verantworten hatten, die zum Entsetzen der Oefsentlichkert allenthalben in den Klöstern verübt worden sind. Der Angeklagte Ludwig Eer- hart, genannt „Bruder Hieronymus", ist bereits von der Essener Strafkammer wegen schwerer sittlicher Verfehlungen zu einem Jahr drei Monaten Zuchthaus verurteilt worden. Jetzt fanden andere Verbrechen ihre Sühne. Bruder Hieronymus war 1926 ins Kloster eingetreten. In Fulda geriet er in die typische klösterliche Sumpf- atmosphäre. 1929 hatte er einen kranken Zögling zu versorgen. An diesem Körperbehinderten hat er sich in der bekannten widerlichen Art vergangen. Später wurde auch ein zweiter körper- behinderter Anstaltszögling über zwei Jahre lang sein Opfer. In seiner Zelle verging er sich in der übelsten und gemeinsten Weiss an den hilflosen jungen Menschen.
Als sich die Zöglinge nicht mehr zu helfen wußten, wandten sie sich endlich an den Vorsteher des Klosters und machten ihm von den verbrecherischen ^reiben des Bruders Mitteilung. Und nun gc.yah das Unglaubliche, daß dieser auf- sichtsführende Vorsteher statt sosort Abhilfe zu schaffen den Zöglingen mit der Erziehungsanstalt drohte, sie auf die gemeinste Weise beschimpfte und sie abführen lieg. Er verlangte volle Verschwiegenheit von ihnen, und erst als die Opfer mit der Polizei drohten, wurde Bruder Hieronymus nach dem Kloster Dorsten versetzt.
Der Angeklagte wurde zu einer Zuchthaus- strafe vön zwei Iahren und zu. drei Jahren Ebrverlust verurteilt.
Der zweite Fall betraf den Bruder Eutropius. den das Klosterleben zu einem körperlich und seelisch gebrochenen Mann gemacht hat. 1923 war er auf Drängen seiner Eltern, als 17jähriger in das Kloster gegangen. Bruder Eutropius war zunächst zwei Jahre in Monta- Laur und kam dann in. das Franz-Sales-Haus in Karlsruhe. Hier verführte ihn der 60jährige
Bruder Maximilian, der ihn mit dem widerlichen Verbrechen vertraut machte, und dann ereignete sich etwas, was in den bisherigen Prozessen gegen die entarteten Klosterbrllder noch nicht zu verzeichnen war: Selbst der „V r u de r Vorsteher" Lonrad fand an dem jungen Burschen „Gefallen" und verging sich an ihm. Als er zur Verantwortung gezogen werden sollte, war dieser saubere Ordensvorsteher über die Grenze verduftet. Bruder Eutropius verließ damals, angeekelt von dem widerlichen Treiben, bei Nacht und Nebel das Kloster und kehrte in fein Elternhaus zurück. Da er es nicht fertigbrachte, sich den Eltern völlig anzuvertrauen, überredeten diese ihn, wieder in das „fromme Haus" zurückzukehren. Er kam in das Kloster Pröbsting bei Dorsten. Da er von der Seuche aber bereits ergriffen war. verging er sich hier an mehreren Zöglingen und Brudern in der ekelhaftesten Weise. 1931 konnte er abermals die Zustände im Kloster nicht mehr aushalten und kehrte der Stätte des Lasters endgültig den Rücken. Zur Verantwortung gezogen, gab er seine Verschlungen zu und wurde zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahre verurteilt.
(Siehe auch Seite 2)
vremer SonverMe zum bautag weser-kms
Me Spieltage lür die flustüstrung -Ve Stellinge" auf dem Vookhohberg
livk. Bremen, 13. Mai.
Die Vorbereitungen für die großen Oldenbur- ger Tage am Sonnabend, dem 29., und Sonntag dem 39. Mai, sind überall im ganzen Gau Weser-Ems in vollem Gange. So rüstet auch Bremen, denn mehrere Tausend werden von hier aus nach Oldenburg fahren, um am Gautag teilzunehmen. Bis jetzt sind vier Sonderziige vorgesehen, die von Bremen aus »ach Oldenburg fahren.
Ein Zug befördert etwa 1999 Politische Leiter des Kreises Bremen der NSTAP., ein weiterer DAF.-Walter und Werkscharen, während für die übrigen Parteigenossen und Volksgenossen zunächst zwei weitere Sonderziige vorgesehen sind. Es ist jedoch sehr gut möglich, daß sich die Zahl der Züge noch erhöht. Die genauen Ab- sahrtzeiten werden in den nächsten Tagen festgelegt und von uns dann bekanntgegeben.
Ilm noch eine letzte Ausrichtung für den Vorbeimarsch vor dem Stellvertreter des Führers Rudolf Hetz in Oldenburg zu erhalten, findet in Bremen am Sonntag, dem 23. Mai, auf der Bürgerweide ein General-Appell mit Besichtigung statt, zu dem sich die Politischen Leiter und Walter der Deutschen Arbeitsfront einfinden müssen, die am Vorbeimarsch vor dem Stellvertreter des Führers teilnehmen. Die Abnahme geschieht durch Kreisleiter Pg. Blanke Ebenso sammeln sich die Werkscharen Bremens, soweit sie für die Teilnahme am Gautag in Frage kommen, vor Werkscharbannfllhrer Pg. Stark am Mittwoch, dem 26 Mai, um die letzten Vorbereitungen für den Vorbeimarsch zu treffen. Der Beginn des Vorbeimarsches vor dem Stellvertreter des Führers am Landestheater in Oldenburg ist auf Sonntag, dem 39. Mai, vormittags 11 Uhr festgesetzt Bei den Einweihungsfcierlichkeiten auf dem Bookholzberg und dem nachfolgenden Festspiel „D e Stedinge" werden die Bremer Teilnehmer des Eautages nicht anwesend sein,
an die
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va zunächst den weiter abseits Wohnenden Gelegenheit gegeben werden soll, das Spiel mitzuerleben. Die Veranstaltung am Sonntag, dem 39. Mai, um 16.39 Uhr, ist nur für einen ge
schlossenen Kreis. Es bietet sich jedoch in den darauffolgenden Wochen allen Volksgenossen reichlich Gelegenheit, das gewaltige Volksschouspi-el von August Hinrichs zu sehen.
Die weiteren Aufführungen auf der niederdeutschen Gedenkstätte „Stedingsehre" auf dem Vookholzberg finden statt am Sonnabend dem 3. Juni um 15 Uhr. am Sonntag, dem 6. Juni um 16.30 Uhr am Mittwoch, dem 9. Juni um 15 Uhr, am Sonnabend, dem 12. Juni um 18 Uhr, am Sonntag, dem 13. Juni um 16.30 Uhr, am Mittwoch, dem 16. Juni um 15 Uhr, am Sonnabend, dem 19. Juni um 18 Uhr am Sonntag, dem 20. Juni um 16.30 Uhr, am Mittwoch, dem 23. Juni um 15 Uhr, am Sonnabend, dem
26. Juni um 18 Uhr und am Sonntag, dem
27. Juni um 16.30 Uhr. Die Eintrittspreise betragen 1 und 2 RM. Teilnehmer geschlossener Formationen und „Kraft durch Freude" bezahlen nur 75 Pfennig. Auskunft über Sonderzugfahr- ten erteilt die Kreisdienststelle der NS.-Eemein- schaft „Kraft durch Freude" in Bremen.
bedroht
Nuf an die stltakademiker
Von
Or. Otto Lrsppsl
Im Hinblick auf eine Grostkundgebung des NSD.-Studentrnbundes und der NS.-Studen- tenkampshilsc in München, über die wir an anderer Stelle ausführlich berichten, verdienen die folgenden Ausführungen besondere Beachtung.
Von jeher war es ein Wesenszug des deutschen Studententums, den Ruf nach Einheit und Geschlossenheit der studentischen Jugend zu erheben. Viele geschichtliche Ansätze bemerken wir, doch erst im nationalsozialistischen Reich hat diese Sehnsucht ihre Erfüllung gefunden. Darüber hinaus ist nun heute aus der Einheit des jungen Studententums heraus der Gedanke erwachsen, auch die Alten Herren zu einer geschlossenen Einheit zusammenzufassen und sie so für die Unterstützung der neuen Aufgaben des deutschen Studententums zu befähigen.
Einst forderte die llrburschenschaft die Einigkeit aller Stände und Stämme; ihrem Streben war der Erfolg versagt. Immer von neuem aber brach sich der studentische Lebenswille Bahn,, immer von neuem wurde der Ruf laut: „Ein einiges deutsches Studententum im Dienst eines einigen Reiches und eines einigen Volkes." So wurden auch in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts der völkische Gedanke und die großdeutsche Zielsetzung von weiten Kreisen des deutschen Studententums erkannt und zum Prinzip erhoben. Aber auch diese Bestrebungen scheiterten. Die Korporationen und' Verbände, hin und wieder von einigen weitblickenden Männern aufgerüttelt, sanken zurück in ihr Eigenleben, dem sie sich von neuem ganz widmeten. -
Der Weltkrieg bekundete erneut die Einsatzbereitschaft des deutschen, Stüdenten- tums, das in gleicher Weise wie die Volksgenossen der übrigen Stände sein.Leben für die^Nation opferte. Nach dem Zusammenbtuch erwuchs ims deutschen Studententum erneut die Sehnsucht nach einer geschlossenen: studentischen Mannschaft, die in der Lage war, der Nation völkisches Gedankengut zu vermitteln. So kam es zur Gründung der Deutschen Studentenschaft im Jahre 1919, und bis zum Jahre 1933 hat die Deutsche Studentenschaft, viel angefeindet, den deutschen Gedanken hochgehalten und in vorderster Front um ein neues Reich gekämpft.
Als im Jahre 1933 die Erfüllung dieses Stre- bens eintrat, erhob sich die Frage nach der Berechtigung der bisherigen studentischen Lebensformen der Korporationen im neuen Reich. Diese Frage wurde eindeutig entschieden: die alten Lebensformen mußten dem neuen studentischen Lebensstil weichen. Die studentische Kameradschaft ist heute das Symbol des studentischen Lebens. Dabei aber werden die alten Ideale, die alten Ziele der studentischen
Italiens stußenminlster fielst Man;
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Rom, 13. Mai.
Der italienische Außenminister Gras Ciano hat Donnerstag nachmittag in der römischen Kammer in einer großen Rede zu den außenpolitischen Hauptproblemen und ihrer Entwicklung seit Abschluß des Sanktionskrieges Stellung genommen.
Ausgehend von der Gefahr, daß sich Europa in zwei entgegengesetzte Lager spalten könnte, unterstrich der italienische Außenminister zunächst die Tatsache, daß „Mussolini seit der Uebernahme der Leitung der Außenpolitik immer hartnäckig das Ziel im Auge hatte, zu vermeiden, daß Europa sich in zwei feindliche Lager teilt und daß der Graben zwischen den Großmächten, den der Vertrag von Versailles schon tief genug gezogen hatte, unüberwindbar wird. 15 Jahre lang hat Italien versucht", so führte Ciano aus, „eine Politik des Ausgleiches und der Zusammenarbeit zwischen jenen Ländern zu erleichtern, die der Krieg getrennt hatte, und hat zu diesem Zweck Europa wiederholt auf die Notwendigkeit hingewiesen, den materiellen und moralischen Bedürfnissen Deutschlands entgegenzukommen, das im Rahmen des europäischen Wiederaufbauwerkes den ihm gebührenden Platz wieder einnehmen müßte. Als erste haben wir die Notwendigkeit unterstrichen, einer paradoxen Lage ein Ende zu machen, die die Wiedereinsetzung Deutschlands in seine vollen Rechte und in seine volle geschichtliche Funktion verhinderte."
Bei mehr als einer Gelegenheit hat die Entwicklung dazu geführt, daß die Politik des faschistischen Italiens und die des nationalsozialistischen Deutichlands aus zwei parallelen Linien sich entfaltet hat. Die Parallelität dieser Politik fand bei den persönlichen Fühlungnahmen gelegentlich meiner Reise nach Berlin ihre Bestätigung und ihre Regelung. Die Besuche, die uns in der letzten Zeit der Außenminister des Reiches und andere Persönlichkeiten des Nationalsozialismus gemacht haben, haben diese fruchtbare Zusammenarbeit gefestigt und von Fall zu Fall der Entwicklung angepaßt.
Wir haben keinen Block gebildet. Das politische System, das von Rom nach Berlin geht, ist eine Achse und nicht eine Scheidewand. Es wird geleitet von wirklich aufrichtigen Gefühlen der Zusammenarbeit zwischen allen Völkern und hat nichts Geheimnisvolles oder Undurchsichtiges. Die
Praxis der letzten Monate hat vielmehr bewiesen, daß die parallele Politik der beiden großen autoritären Staaten Europas einen höchst nützlichen Sicherheits- und Friedensfaktor darstellt, einen Ausgangspunkt, aus den sich alle Kräfte, die die von der bolschewistischen Gefahr bedrohte Kultur retten und eine wirksame und dauerhafte Aufbauarbeit leisten wollen, in natürlicher Entwickelung einstellen werden oder bereits eingestellt haben."
Die italienisch-deutsche Freundschaft hat, wie Graf Ciano in diesem Zusammenhang weiter betonte, die sozialen Schichten der beiden Länder bereits tief durchdrungen. Das ist sehr wichtig, da, wenn internationale Freundschaften nicht von den Absichten der beiden Regierungen bis ins Innerste der Volksseele reichen, sie unweigerlich Schiffbruch leiden müssen.
Uebergehend zu den römischen Protokollen erklärte der Redner weiter: „Auf dem Boden der Protokolle von Rom gibt unsere Zusammenarbeit mit den beiden Nachbarstaaten überzeugende Ergebnisse und stellt einen sicheren Eleichgewichts- faktor rn Mitteleuropa dar. Bei der letzten Zusammenkunft in Venedig hat Italien seine Freundschaftspolitik gegenüber Oesterreich befestigt, das seinerseits die Protokolle von Rom und die deutsch-österreichische Vereinbarung vom 11. Iul, 1936 als unabänderliche Hauptgrundlage seiner internationalen Tätigkeit beibehält Mithin hat sich an der Freundschaft zwischen uns und Oesterreich nichts geändert. Wer diese Freundschaft in antideutscher Funktion sehen wollte, mag diese Hoffnung fahren lassen. Eine solche Funktion lag und liegt nicht in unserer Absicht und ebensowenig in den Wünschen und Möglichkeiten Oesterreichs.
Bei der Behandlung der spanischen Frage erklärte Graf Ciano es für seine Pflicht, „auf die schweren Gefahren hinzuweisen, die von den periodisch wiederkehrenden Angriffen einer gewissen internationalen Presse ausgehen, die gegenüber dem faschistischen Italien sich dauernd nur von einem Gefühl des Verärgertseins, des Hasses und von der Lüge leiten läßt.
Wenn die jüngsten Wechselfälle einmal von der objektiven Geschichtsschreibung und nicht aus dem engen Gesichtswinkel einiger Zeitungen aufgezeichnet werden, dann wird man in endgültiger Form dokumentiert erhalten, daß die Leistungen der italienischen Freiwilligen in Spanien im Kampfe
gegen die rote Tyrannei überall ganz auf der Höhe eines traditionellen Heldenmutes gewesen sind."
Im weiteren Verlauf seiner Rede kam Ciano aus die Beziehungen Italiens zu England zu sprechen. Nach den ersten günstigen Auswirkungen des italienisch-englischen Eentlemansagree- ment habe Italien feststellen müssen, das irgendein unvorhergesehenes Hindernis den Wieder- annäherungsprozeß zwischen den beiden Ländern zumindest verzögert hat.
Uebergehend zur Frage eines neuen West- paktes erklärte Graf Ciano die Bereitschaft Italiens, „den Pakt zu erneuern und die alten Garantieverpflichtungen zu übernehmen, vorausgesetzt, daß die ursprüngliche, richtung- gegebene Struktur eins wesentliche Aenderung nicht erfährt.
Nach Besprechung der Beziehungen Italiens mit den Balkan-Ländern ging der Minister besonders auf das italienisch-südslawische Abkommen ein, das er als einen neuen Beweis für den Anteil bezeichnete, den das faschistische Italien am Werke des Wiederaufbaues nehme, und erklärte dann, daß Italiens Beziehungen mit diesen Landern im allgemeinen befriedigend beurteilt werden könnten. Graf Ciano gab schließlich einen Ueberblick über die italienische U e b e r s e e p o l i t i k. Die Machtzunahme, die das faschistische Italien durch die Gründung des Imperiums^ erfahren hat, habe die Grenzen seiner Interessen und seinen Tätigkeitsbereich erweitert. Mit der arabischen und mohammedanischen Welt unterhalte Italien die besten und freundschaftlichsten Beziehungen.
0rei Zeilen krönungsbericht
(biiZsnsr vrsbtbsriobt cksr „Lrsmsr 2sitaag") rä. Rom, 13. Mai
„Der von der italienischen Nachrichtenagentur „Stefanie" ausgegebene Bericht über die Krönungsfeierlichkeiten in London beschränkt sich in drei Zeilen auf die Feststellung, daß am 12. Mai König Georg VI in der Westminsterabtei in Anwesenheit zahlreicher Gäste gekrönt wurde. Kein Wort und kein Bild über den Krönungszug und die Zeremonien — die italienische Presse bleibt konsequent!
der. Srswoo