Ausgabe 
(14.5.1937) Nr. 130
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

»B^

sondern auch ein« igürtner, damit m ins alle, gewiß seh 1^. AüIIer

euncl

inrung

einen großen Vol­lsten aus Eternit- ng des Holzes ' nicht zu heiß us ilt wird. Es ist ie- elreich gegen all,, n sehr empfindlich !s Holzes nicht p mseite des Kasteiu ärke der Brett« rsehen werden, » imp- oder Schwer- . Die Längenmaßl m anzupassen, doch als einen Met« Zepflanzunq schwer

chrmalige Durch- läche, um den vurchfließungsmög- Zersauern der Eck ist es ratsam, die edecken, damit kein! uch ist zu bedenken, leisten angebracht Ostreichen kam, aktoren beim Er­hallen die Fenßsi- oie es meistenteils Leisten keilförmig rizontale Lage des

Ließen P die er Nacht kann das und die Pflanze» mit den erforder- für die Richtigkeit der Umstand, daz naten Bäume um iches, grünes Fack us ist die starke

;en zmei- ltes, so»' denn ei»

ngsame» les, wir' ies sollte

e.

e Hebung d" awolle goleZ' ten Bedingung

f ^üss"

uschrille, Säsin und >n d

ULL-

parteiamtiiche ^geszerkmg

NachrichtenblaN der Deutschen flrbeitsstont Vremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmtsblatt des Senats der Freien liansestadt Vremen

Erschcint7malwöchentl. Monatsbezug: eL^!2,30cinschl.Zustellgcb.:Po,stbezugsprcis monatl. 2 , 30 -K^ Postzeitungsgebühr) zuzügl. 42 Besteygeld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar. Postscheck: Hamburg 17272. Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch äusErstattung oder Ersah. SiL.-Gauverlag Weser-Ems G. m. b. H., Bremen, Seeren 6-8 / Fernsprecher: 5412t und 51115.

Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

Anzelgcn-Grundpreise: Die 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 rH/, die 70-mw-Heile im Texttell lb eH/. Ermähigte Grundpreise lii'ir kleine Familien-Anzeigen u. a.> sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 6 (Nqchlabstailel 0>, Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeichlust 16 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich >2-13 Uhr: Schristleitung Dienstag und Frertag 12>L - 13-S Uhr.

Nr. 1Z0 / ?. Jahrgang

freitag, 14. Mai 1SZ?

kinzelpreis 15 Npf.

Opfer mit

Unser lagesspivgvl

Der italienische Außenminister hielt eine be­deutsame Kammerrede.

Die roten Banden wollten ihr eigenes Flüchtlingsschiff versenken.

Ueber die Sittlichkeitsoergeheu katholischer Geistlicher werden neue erschütternd« Einzel­heiten bekannt.

Die Untersnchungskommission traf Feststellun­gen am Wrack des DampfersHermes".

Die Reichsautobahn Hamburg-Lübeck wurde dem Verkehr übergeben.

Zum Eautag Wefer-Ems werden auch von Bremen aus Sonderziige nach Oldenburg rollen.

Gauleiter Carl Rover sprach auf der Ab­schlußkundgebung des Landesbauerntages Weser-Ems in Oldenburg.

Die NSV.-Ortsgruppe Osterholz schuf einen vorbildlichen Kindergarten.

Der Autobahnabschnitt Vlockland wird gegen Ende dieses Jahres fertig.

DampferWiegand" des NDL. ist aus ein Riff gelaufen.

Kaffee Hag verteilt unverändert 5 Prozent Dividende.

Einen eindrucksvollen K.o.-Sieg landete Gustav Eber in Köln über AI Baker.

U-vool-Schule in Neustadt

(Ligsnsr.Dradtderlodt <ksrLrsmsr 2sitnnx") mi. Kiel, 13. Mai-

In Neustadt (Holstein')' wurden die' neuerstan­denen Anlagen .der, Il-Boot-Zchule durch die Kriegsmarine übernommen.. -Zahlreiche Offiziere der Wehrmacht und führende Vertreter von Be­wegung und Staat hatten sich zur Weihe ein­gesunken'. Der Kommandeur der Schulz Kapitän z, S. Slevog.t, übernahm die kunstvoll ge­schmiedeten Schlüssel des Gebäudes mit dem Gelöbnis:Wir wollen die alte U-Boot-

Tradition pflegen und vorausschauend und ein­satzbereit unseren Dienst zum Wähle des Vater­landes tun." Unter Präsentierklängen stieg dann die Reichskriegsflagge am Mast empor. Anschlie­ßend formierten sich die Truppen zu einem Marsch durch das festlich geschmückte Neustadt.

Las verbot der bündischen Jugend

Berlin, 13. Mai.

Das Geheime Staatspolizeiamt weist darauf hin, daß durch Erlaß der Preußischen Geheimen Staatspolizei (stellvertretender Chef und Inspek­teur) und des Politischen Polizeikommandeurs der Länder vom 8. Februar 1936 alle Gruppen und Vereine der bündischen Jugend (Eroßdeutscher Jugendbund, Deutscher Pfadfinderbund, Deutsch­meister-Jungenschaft, Deutsche Jungenschaft vom 1, XI., Trucht, Deutsche Freischar, Stromkreis, Ne- rother Wandervogelbund, Verein für Erhaltung der rheinischen Jugendburg, das Graue Korps usw.) aufgelöst und verboten sind. Danach wird gemäß 88 k, 4 der Verordnung des Reichspräsi­denten zum Schutz von Volk und Staat vom 28. Februar 1933 (Reichsgesetzblatt I, S. 83) b e - straft, wer sich im Sinne der aufgelösten Grup­pen und Vereine betätigt, sie unterstützt, ihren Zu­sammenhalt aufrechterhält oder auf andere Perso­nen, insbesondere auf Jugendliche, zum Zwecke der Fortsetzung der bündischen Betätigung einwirkt.

Selbst ver klosteroorsteher trieb Unzucht

Verführte Zöglinge beschimpft

Koblenz, 13. Mai

Die Große Strafkammer Koblenz verhandelte wieder gegen zwei verkommene Ordensbruder, die Barmherzigen Brllder" Hieronymus und Eutropius, die sich wegen der gleichen Ver­brechen zu verantworten hatten, die zum Entsetzen der Oefsentlichkert allenthalben in den Klöstern verübt worden sind. Der Angeklagte Ludwig Eer- hart, genanntBruder Hieronymus", ist bereits von der Essener Strafkammer wegen schwerer sitt­licher Verfehlungen zu einem Jahr drei Monaten Zuchthaus verurteilt worden. Jetzt fanden andere Verbrechen ihre Sühne. Bruder Hieronymus war 1926 ins Kloster eingetreten. In Fulda ge­riet er in die typische klösterliche Sumpf- atmosphäre. 1929 hatte er einen kranken Zög­ling zu versorgen. An diesem Körperbehinderten hat er sich in der bekannten widerlichen Art ver­gangen. Später wurde auch ein zweiter körper- behinderter Anstaltszögling über zwei Jahre lang sein Opfer. In seiner Zelle verging er sich in der übelsten und gemeinsten Weiss an den hilf­losen jungen Menschen.

Als sich die Zöglinge nicht mehr zu helfen wußten, wandten sie sich endlich an den Vorsteher des Klosters und machten ihm von den verbreche­rischen ^reiben des Bruders Mitteilung. Und nun gc.yah das Unglaubliche, daß dieser auf- sichtsführende Vorsteher statt sosort Abhilfe zu schaffen den Zöglingen mit der Erziehungsanstalt drohte, sie auf die gemeinste Weise beschimpfte und sie abführen lieg. Er verlangte volle Ver­schwiegenheit von ihnen, und erst als die Opfer mit der Polizei drohten, wurde Bruder Hiero­nymus nach dem Kloster Dorsten versetzt.

Der Angeklagte wurde zu einer Zuchthaus- strafe vön zwei Iahren und zu. drei Jahren Ebrverlust verurteilt.

Der zweite Fall betraf den Bruder Eutro­pius. den das Klosterleben zu einem körperlich und seelisch gebrochenen Mann gemacht hat. 1923 war er auf Drängen seiner Eltern, als 17jähriger in das Kloster gegangen. Bruder Eutropius war zunächst zwei Jahre in Monta- Laur und kam dann in. das Franz-Sales-Haus in Karlsruhe. Hier verführte ihn der 60jährige

Bruder Maximilian, der ihn mit dem widerlichen Verbrechen vertraut machte, und dann ereignete sich etwas, was in den bisherigen Prozessen gegen die entarteten Klosterbrllder noch nicht zu ver­zeichnen war: Selbst derV r u de r Vor­steher" Lonrad fand an dem jungen Burschen Gefallen" und verging sich an ihm. Als er zur Verantwortung gezogen werden sollte, war dieser saubere Ordensvorsteher über die Grenze ver­duftet. Bruder Eutropius verließ damals, an­geekelt von dem widerlichen Treiben, bei Nacht und Nebel das Kloster und kehrte in fein Eltern­haus zurück. Da er es nicht fertigbrachte, sich den Eltern völlig anzuvertrauen, überredeten diese ihn, wieder in dasfromme Haus" zurückzukeh­ren. Er kam in das Kloster Pröbsting bei Dorsten. Da er von der Seuche aber bereits er­griffen war. verging er sich hier an mehreren Zöglingen und Brudern in der ekelhaftesten Weise. 1931 konnte er abermals die Zustände im Kloster nicht mehr aushalten und kehrte der Stätte des Lasters endgültig den Rücken. Zur Verantwortung gezogen, gab er seine Verschlun­gen zu und wurde zu einer Gefängnis­strafe von einem Jahre verurteilt.

(Siehe auch Seite 2)

vremer SonverMe zum bautag weser-kms

Me Spieltage lür die flustüstrung -Ve Stellinge" auf dem Vookhohberg

livk. Bremen, 13. Mai.

Die Vorbereitungen für die großen Oldenbur- ger Tage am Sonnabend, dem 29., und Sonn­tag dem 39. Mai, sind überall im ganzen Gau Weser-Ems in vollem Gange. So rüstet auch Bremen, denn mehrere Tausend werden von hier aus nach Oldenburg fahren, um am Gautag teil­zunehmen. Bis jetzt sind vier Sonderziige vor­gesehen, die von Bremen aus »ach Oldenburg fahren.

Ein Zug befördert etwa 1999 Politische Leiter des Kreises Bremen der NSTAP., ein weiterer DAF.-Walter und Werkscharen, während für die übrigen Parteigenossen und Volksgenossen zunächst zwei weitere Sonderziige vorgesehen sind. Es ist jedoch sehr gut möglich, daß sich die Zahl der Züge noch erhöht. Die genauen Ab- sahrtzeiten werden in den nächsten Tagen fest­gelegt und von uns dann bekanntgegeben.

Ilm noch eine letzte Ausrichtung für den Vor­beimarsch vor dem Stellvertreter des Führers Rudolf Hetz in Oldenburg zu erhalten, findet in Bremen am Sonntag, dem 23. Mai, auf der Bür­gerweide ein General-Appell mit Besich­tigung statt, zu dem sich die Politischen Leiter und Walter der Deutschen Arbeitsfront einfinden müssen, die am Vorbeimarsch vor dem Stellver­treter des Führers teilnehmen. Die Abnahme ge­schieht durch Kreisleiter Pg. Blanke Ebenso sammeln sich die Werkscharen Bremens, soweit sie für die Teilnahme am Gautag in Frage kommen, vor Werkscharbannfllhrer Pg. Stark am Mitt­woch, dem 26 Mai, um die letzten Vorbereitungen für den Vorbeimarsch zu treffen. Der Beginn des Vorbeimarsches vor dem Stellvertreter des Füh­rers am Landestheater in Oldenburg ist auf Sonntag, dem 39. Mai, vormittags 11 Uhr fest­gesetzt Bei den Einweihungsfcierlichkeiten auf dem Bookholzberg und dem nachfolgenden FestspielD e Stedinge" werden die Bremer Teilnehmer des Eautages nicht anwesend sein,

an die

ZUM-'

M

va zunächst den weiter abseits Wohnenden Ge­legenheit gegeben werden soll, das Spiel mitzu­erleben. Die Veranstaltung am Sonntag, dem 39. Mai, um 16.39 Uhr, ist nur für einen ge­

schlossenen Kreis. Es bietet sich jedoch in den dar­auffolgenden Wochen allen Volksgenossen reich­lich Gelegenheit, das gewaltige Volksschouspi-el von August Hinrichs zu sehen.

Die weiteren Aufführungen auf der nieder­deutschen GedenkstätteStedingsehre" auf dem Vookholzberg finden statt am Sonnabend dem 3. Juni um 15 Uhr. am Sonntag, dem 6. Juni um 16.30 Uhr am Mittwoch, dem 9. Juni um 15 Uhr, am Sonnabend, dem 12. Juni um 18 Uhr, am Sonntag, dem 13. Juni um 16.30 Uhr, am Mittwoch, dem 16. Juni um 15 Uhr, am Sonn­abend, dem 19. Juni um 18 Uhr am Sonntag, dem 20. Juni um 16.30 Uhr, am Mittwoch, dem 23. Juni um 15 Uhr, am Sonnabend, dem

26. Juni um 18 Uhr und am Sonntag, dem

27. Juni um 16.30 Uhr. Die Eintrittspreise be­tragen 1 und 2 RM. Teilnehmer geschlossener Formationen undKraft durch Freude" bezahlen nur 75 Pfennig. Auskunft über Sonderzugfahr- ten erteilt die Kreisdienststelle der NS.-Eemein- schaftKraft durch Freude" in Bremen.

bedroht

Nuf an die stltakademiker

Von

Or. Otto Lrsppsl

Im Hinblick auf eine Grostkundgebung des NSD.-Studentrnbundes und der NS.-Studen- tenkampshilsc in München, über die wir an anderer Stelle ausführlich berichten, ver­dienen die folgenden Ausführungen besondere Beachtung.

Von jeher war es ein Wesenszug des deutschen Studententums, den Ruf nach Einheit und Geschlossenheit der studentischen Jugend zu erheben. Viele geschichtliche Ansätze bemerken wir, doch erst im nationalsozialistischen Reich hat diese Sehnsucht ihre Erfüllung gefunden. Dar­über hinaus ist nun heute aus der Einheit des jungen Studententums heraus der Gedanke er­wachsen, auch die Alten Herren zu einer ge­schlossenen Einheit zusammenzufassen und sie so für die Unterstützung der neuen Aufgaben des deutschen Studententums zu befähigen.

Einst forderte die llrburschenschaft die Einig­keit aller Stände und Stämme; ihrem Streben war der Erfolg versagt. Immer von neuem aber brach sich der studentische Lebenswille Bahn,, im­mer von neuem wurde der Ruf laut:Ein eini­ges deutsches Studententum im Dienst eines eini­gen Reiches und eines einigen Volkes." So wur­den auch in den achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts der völkische Gedanke und die großdeutsche Zielsetzung von weiten Kreisen des deutschen Studententums erkannt und zum Prin­zip erhoben. Aber auch diese Bestrebungen schei­terten. Die Korporationen und' Verbände, hin und wieder von einigen weitblickenden Männern aufgerüttelt, sanken zurück in ihr Eigenleben, dem sie sich von neuem ganz widmeten. -

Der Weltkrieg bekundete erneut die Ein­satzbereitschaft des deutschen, Stüdenten- tums, das in gleicher Weise wie die Volksgenossen der übrigen Stände sein.Leben für die^Nation opferte. Nach dem Zusammenbtuch erwuchs ims deutschen Studententum erneut die Sehnsucht nach einer geschlossenen: studentischen Mannschaft, die in der Lage war, der Nation völkisches Ge­dankengut zu vermitteln. So kam es zur Grün­dung der Deutschen Studentenschaft im Jahre 1919, und bis zum Jahre 1933 hat die Deutsche Studentenschaft, viel angefeindet, den deutschen Gedanken hochgehalten und in vor­derster Front um ein neues Reich gekämpft.

Als im Jahre 1933 die Erfüllung dieses Stre- bens eintrat, erhob sich die Frage nach der Be­rechtigung der bisherigen studentischen Le­bensformen der Korporationen im neuen Reich. Diese Frage wurde eindeutig entschieden: die alten Lebensformen mußten dem neuen studen­tischen Lebensstil weichen. Die studentische Kameradschaft ist heute das Symbol des studentischen Lebens. Dabei aber werden die alten Ideale, die alten Ziele der studentischen

Italiens stußenminlster fielst Man;

Sraf trano über Sie frage bes neuen westpakles / Sie vorbildliche Zusammenarbeit Verlin-Nom

Die Knnigslii'niiuiix j Laxlauä. Unser Lilä rsi 8uosti:-ghsm-1'alastes

gt stis Lönixlieko k'o.inilis -ruk ckem Lslstov ilss ^ukn.: krosss-Ldoto 6. m. b. 8.

Rom, 13. Mai.

Der italienische Außenminister Gras Ciano hat Donnerstag nachmittag in der römischen Kammer in einer großen Rede zu den außenpolitischen Hauptproblemen und ihrer Entwicklung seit Ab­schluß des Sanktionskrieges Stellung genommen.

Ausgehend von der Gefahr, daß sich Europa in zwei entgegengesetzte Lager spalten könnte, unter­strich der italienische Außenminister zunächst die Tatsache, daßMussolini seit der Uebernahme der Leitung der Außenpolitik immer hartnäckig das Ziel im Auge hatte, zu vermeiden, daß Europa sich in zwei feindliche Lager teilt und daß der Graben zwischen den Großmächten, den der Ver­trag von Versailles schon tief genug gezogen hatte, unüberwindbar wird. 15 Jahre lang hat Italien versucht", so führte Ciano aus,eine Politik des Ausgleiches und der Zusammenarbeit zwischen jenen Ländern zu erleichtern, die der Krieg getrennt hatte, und hat zu diesem Zweck Europa wiederholt auf die Notwendigkeit hinge­wiesen, den materiellen und moralischen Bedürf­nissen Deutschlands entgegenzukommen, das im Rahmen des europäischen Wiederaufbauwerkes den ihm gebührenden Platz wieder einnehmen müßte. Als erste haben wir die Notwendigkeit un­terstrichen, einer paradoxen Lage ein Ende zu machen, die die Wiedereinsetzung Deutschlands in seine vollen Rechte und in seine volle geschichtliche Funktion verhin­derte."

Bei mehr als einer Gelegenheit hat die Ent­wicklung dazu geführt, daß die Politik des faschi­stischen Italiens und die des nationalsozialistischen Deutichlands aus zwei parallelen Linien sich ent­faltet hat. Die Parallelität dieser Politik fand bei den persönlichen Fühlungnahmen gelegentlich meiner Reise nach Berlin ihre Bestätigung und ihre Regelung. Die Besuche, die uns in der letz­ten Zeit der Außenminister des Reiches und an­dere Persönlichkeiten des Nationalsozialismus ge­macht haben, haben diese fruchtbare Zusammen­arbeit gefestigt und von Fall zu Fall der Entwicklung angepaßt.

Wir haben keinen Block gebildet. Das politische System, das von Rom nach Berlin geht, ist eine Achse und nicht eine Scheidewand. Es wird ge­leitet von wirklich aufrichtigen Gefühlen der Zu­sammenarbeit zwischen allen Völkern und hat nichts Geheimnisvolles oder Undurchsichtiges. Die

Praxis der letzten Monate hat vielmehr bewie­sen, daß die parallele Politik der beiden großen autoritären Staaten Europas einen höchst nütz­lichen Sicherheits- und Friedensfaktor darstellt, einen Ausgangspunkt, aus den sich alle Kräfte, die die von der bolschewistischen Gefahr bedrohte Kul­tur retten und eine wirksame und dauerhafte Auf­bauarbeit leisten wollen, in natürlicher Entwicke­lung einstellen werden oder bereits eingestellt haben."

Die italienisch-deutsche Freundschaft hat, wie Graf Ciano in diesem Zusammenhang weiter be­tonte, die sozialen Schichten der beiden Länder bereits tief durchdrungen. Das ist sehr wichtig, da, wenn internationale Freund­schaften nicht von den Absichten der beiden Re­gierungen bis ins Innerste der Volksseele reichen, sie unweigerlich Schiffbruch leiden müssen.

Uebergehend zu den römischen Protokollen er­klärte der Redner weiter:Auf dem Boden der Protokolle von Rom gibt unsere Zusammenarbeit mit den beiden Nachbarstaaten überzeugende Er­gebnisse und stellt einen sicheren Eleichgewichts- faktor rn Mitteleuropa dar. Bei der letzten Zu­sammenkunft in Venedig hat Italien seine Freundschaftspolitik gegenüber Oesterreich befestigt, das seinerseits die Protokolle von Rom und die deutsch-österreichische Vereinbarung vom 11. Iul, 1936 als unabänder­liche Hauptgrundlage seiner internationalen Tätigkeit beibehält Mithin hat sich an der Freundschaft zwischen uns und Oesterreich nichts geändert. Wer diese Freundschaft in antideutscher Funktion sehen wollte, mag diese Hoffnung fahren lassen. Eine solche Funktion lag und liegt nicht in unserer Absicht und ebensowenig in den Wün­schen und Möglichkeiten Oesterreichs.

Bei der Behandlung der spanischen Frage er­klärte Graf Ciano es für seine Pflicht,auf die schweren Gefahren hinzuweisen, die von den periodisch wiederkehrenden Angriffen einer gewissen internationalen Presse ausgehen, die ge­genüber dem faschistischen Italien sich dauernd nur von einem Gefühl des Verärgertseins, des Hasses und von der Lüge leiten läßt.

Wenn die jüngsten Wechselfälle einmal von der objektiven Geschichtsschreibung und nicht aus dem engen Gesichtswinkel einiger Zeitungen aufgezeich­net werden, dann wird man in endgültiger Form dokumentiert erhalten, daß die Leistungen der ita­lienischen Freiwilligen in Spanien im Kampfe

gegen die rote Tyrannei überall ganz auf der Höhe eines traditionellen Heldenmutes gewesen sind."

Im weiteren Verlauf seiner Rede kam Ciano aus die Beziehungen Italiens zu England zu sprechen. Nach den ersten günstigen Auswirkun­gen des italienisch-englischen Eentlemansagree- ment habe Italien feststellen müssen, das irgend­ein unvorhergesehenes Hindernis den Wieder- annäherungsprozeß zwischen den beiden Ländern zumindest verzögert hat.

Uebergehend zur Frage eines neuen West- paktes erklärte Graf Ciano die Bereitschaft Italiens,den Pakt zu erneuern und die alten Garantieverpflichtungen zu übernehmen, vorausgesetzt, daß die ursprüngliche, richtung- gegebene Struktur eins wesentliche Aenderung nicht erfährt.

Nach Besprechung der Beziehungen Italiens mit den Balkan-Ländern ging der Minister besonders auf das italienisch-südslawische Ab­kommen ein, das er als einen neuen Beweis für den Anteil bezeichnete, den das faschistische Italien am Werke des Wiederaufbaues nehme, und erklärte dann, daß Italiens Beziehungen mit diesen Landern im allgemeinen befriedigend be­urteilt werden könnten. Graf Ciano gab schließ­lich einen Ueberblick über die italienische U e b e r s e e p o l i t i k. Die Machtzunahme, die das faschistische Italien durch die Gründung des Imperiums^ erfahren hat, habe die Grenzen sei­ner Interessen und seinen Tätigkeitsbereich er­weitert. Mit der arabischen und mohammedani­schen Welt unterhalte Italien die besten und freundschaftlichsten Beziehungen.

0rei Zeilen krönungsbericht

(biiZsnsr vrsbtbsriobt cksrLrsmsr 2sitaag") . Rom, 13. Mai

Der von der italienischen Nachrichtenagentur Stefanie" ausgegebene Bericht über die Krö­nungsfeierlichkeiten in London beschränkt sich in drei Zeilen auf die Feststellung, daß am 12. Mai König Georg VI in der Westminsterabtei in An­wesenheit zahlreicher Gäste gekrönt wurde. Kein Wort und kein Bild über den Krönungszug und die Zeremonien die italienische Presse bleibt konsequent!

der. Srswoo