Ausgabe 
(10.5.1937) Nr. 126
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parteiamtliche ^geszeitung

Nachrichienblatt der Deutschen flrbeitsfront Dremen

ialisten Vremens

der Tlationa

flmtsblaN des Senats der Freien Hansestadt Meinen

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Nr. 126 / 7. Jahrgang

Montag, W. Mai 1SZ7

kinzelpreis 15 Npf.

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Her Künstler muß in der stemeinschast aufgellen

vrundlegende kulturpolitische Nede des Neichsministers vr. öoebbels aus der eaukulturtagung in Van;ig

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7eier im neuen Staatscheater

Danzig, g. Mai

Die Eaukulturtagung der Danzigcr NSDAP. erreichte Sonntag mittag ihren Höhepunkt mit einer großen kulturpolitischen Rede von Reichs­minister Dr. Goebbels. Die Feier im neuen Staatstheater wurde somit zu einem unvergeß­lichen Erlebnis für alle Teilnehmer und darüber hinaus für die vielen Tausende von Danzigern,

Unser logesspiegel

Mit glanzvollen Feiern beging Italien den Jahrestag feines Imperiums. Reichskriegsminister Generalseldmarschall von Blomberg ist in London eingetroffen.

Aus der Eaukulturtagung in Danzig hielt Dr. Goebbels eine grundlegende kulturpoli­tische Rede.

Der Luftschiffdienst mit demGraf Zeppelin" wird bis aus weiteres eingestellt.

In Grüppenbühren fand eine Eau-Propa- ganda-Arbeitstagung statt.

Mit einer Ansprache des Reichsamtsleiters Dr. Grog endete das zweite Nordseeführer- lager der HJ.

Das Gautreffen des NS. Deutsche» Marine­bundes in Bremen fand gestern seinen Höhe­punkt und Abschluß.

Vor sieben weiteren deutschen Wagen ge­wann Lang (Mercedes-Benz) den Großen Preis von Tripolis.

Schalke St bezwäng Stolp 12:0; Werder siegte in Braunfchweig über Hertha-BSC. mit 5:2.

Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde in Werden der Regimentstag der Ar­tillerie durchgeführt.

Eine Arbeitstagung des DRL.-Eaues Nie- dersachsen wurde in Braunschweig durch­geführt.

die alle Straßen umsäumten, um Dr. Goebbels zu sehen und zu grüßen. Unter den Ehrengästen im Staatstheater bemerkte man den deutschen Gene­ralkonsul in Danzig, von Luckwald, und den diplomatischen Vertreter der Republik Polen, Mi­nister Chodacki.

Gauleiter .Förster eröffnete die Kundgebung mit herzlichen Vegrüßungsworten für Dr. Goeb­bels, der in Danzig kein Unbekannter mehr ist. Dann ergriff Reichsminister Dr. E 0 ebbels das Wort. In seiner großen kulturpolitischen Rede, die für die gesamte Danziger Künstlerschaft zu einem tiefen Erlebnis wurde, legte Dr. Goebbels einleitend dar, daß Volk und Kunst Begriffe seien, die einander bedingen und nur mitein­ander existieren können. Nur auf dem Boden des Volkstums könne die Kunst gedeihen und je tiefer die Kultur ihre Wurzeln in den Boden dieses Volkstums versenke, desto weiter könne sie ihre Aeste ausspannen. So wie die Kunst Ausdruck des Volkstums sei, und wie das Volkstum Funktion der Rasse und des Blutes fein und bleiben müsse, so sei die Kultur im wei­testen Sinne nichts anderes als die feinste und edelste Ausdrucksform der Rasse und >!^e s Blutes eines Volkes. Darin liege auch der Grund für ihre starken nationalbMngten Unterschiede. Immer habe die Kunst ihre Wurzeln im Volk selbst und der Künstler sei nichts anderes als der stärkste geistige Repräsen­tant des Volkes. Der Minister kennzeich­nete dann die

Ausgaben der Staatsfükrung

die nur dahingehen könnten, die Kunst in ein fruchtbringendes und organisches Verhältnis zum Volk selbst zu bringen. Die Staatsführung kann und muß die Kunst vor Irrtümern und Verfallserscheinungen bewahren, und das ist allerdings eine Aufgabe, die nur vom Staat und nicht 00 m Künstler gelöst werden kann. Genau so wie der Wirt­schaftler zwar Wirtschaft betreibt, aber nicht die Wirtschaft führt, ist auch der Künstler kunst- be treib end und nicht kun st führend.

Wir haben den deutschen Künstler wieder mitten in den Rhythmus und das rauschende Leben seiner Zeit hineingestellt, allerdings unter der Voraussetzung, daß er nun ein inneres Verhältnis zum Volk selbst, dessen Vertreter wir ja sind, gewinnt."

Dr. Goebbels beschäftigte sich in diesem Zu­sammenhang mit dem außerhalb Deutschlands vielfach erhobenen Vorwurf, daß das gleichbedeu­tend sei mit der Degradierung der Kunst zur Parteikunst.Das hat aber", so erklärte er,nicht das geringste mit Parteikunst zu tun. Der Natio­nalsozialismus ist ja heute nicht mehr Angelegen­heit einer Partei, sondern die bewegende Idee des ganzen Volkes! Heute wird die deutsche Nation geistig durch ihn vertreten! Und wenn die Partei über die Reinheit dieser Idee wacht, so ist damit keineswegs gesagt, daß die Idee eine Sache der Partei allein wäre. Der Nationalsozialismus ist nicht eine Zeit- sondern eine Ewigkeitserscheinung! Er befindet sich als politische Idee dem Volk gegenüber etwa in der gleichen Stellung, wie sie eine Religion den Gläubigen gegenüber einnimmt. Die national­

sozialistische Bewegung ist heute die politische Kirche des deutschen Volkes!" Jede Erneuerung unseres Volkslebens werde heute von der Gemein­schaft aus betrachtet, und sei die Kunst früher nur Sache des Einzelmenschen gewesen, so sei sie heute Sache der ganzen Nation.

Allerdings hat der Staat die Willkür und die geistige Anarchie in Fesseln gelegt, die sich fälsch­licherweise alsKunst" auszugeben suchte, und er hat auch den Künstlern gegenüber das Gesetz walten lassen, nach dem sich jeder in die Gemein­schaft einzufügen hat; auch der Künstler muß in der Gemeinschaft aufgehen, um aus der Kraft der Gemeinschaft heraus wieder zur Gemeinschaft sprechen zu können."

Eingehend befaßte sich der Minister mit der Frage, ob die Kunstkritik heute noch Da­seinsberechtigung habe. Er erklärte, er sei zu der Ueberzeugung gekommen, daß es auf dem Gebiete der Kunst nicht etwas geben könne, was es auf anderen Gebieten auch nicht gebe. Die Kunstkritik in liberalem Sinne sei abgeschafft worden. Die künstlerische Entwicklung aber werde dadurch nicht beeinflußt. Gute Kunst werde immer Bestand haben.Die beste Kritik hat noch nie­mals ein schlechtes Drama gut und die schlechteste Kritik hat noch nie ein tzutes Drama schlecht ge­macht. Ebenso wenig wie ein Genie jemals von der Kritik gemacht worden ist, wird auf die Dauer auch niemals ein Genie, das sich selbst anzumelden pflegt, von der Kritik aufgehalten werden. Man braucht nicht zu befürchten, daß ein Genie unbe­achtet bleiben und übersehen werden könnte, weil es keine Kritiker in liberalem Sinne mehr gibt."

Wir wollen es nicht mehr dulden, daß große Genies von kleipen kritischen Eintagsfliegen ge­peinigt und gemartert werden, das künstlerische Genie soll sich frei entfalten können, und det Nationalsozialismus duldet es nicht, daß schöpfe­rische Werke vor der Öffentlichkeit durch schlechte Kritik in Mißkredit geraten.

Auch die Politik ist eine Kunst. So wie der Künstler aus dem rohen Urstoff Gestalt formt, so formt der Politiker aus dem rohen Urstoff einer unausgegorenen und wirbelnden Masse d i e Gestalt des Volkes. So ist Politik die edelste und schönste Kunst, die es gibt, die Kunst der Menschenformung und der Men­schenführung. Es ist deshalb keine Phrase, wenn wir im nationalsozialistischen Deutschland den Grundsatz vertreten:Es soll derStaats- mann mi't dem Dichter gehen! Es sei unrecht, Deutschland den Vorwurf zu machen, daß es in den letzten Jahren wenig Künstler hervor­gebracht hätte. Kein Staat könne Genies kom­mandieren, um wieviel eher aber werden sie kom­men, wenn sich ein Staat, so wie der unsrige, als der warmherzige Mäzen aller Künste er­weist!

Im übrigen haben wir schon wieder eine Fülle von jungen Künstlern großen Formats gesunden. Es wird wieder gedichtet, gebaut, komponiert und gemalt, es werden wieder blntvolle Menschen auf die Bühne und auf die Leinwand gestellt. Die kommenden Genies werden in der Stunde ihrer Gnade auch unser Volk begnaden, und sie werden über unseren Häuptern einherbrausen als die Kiinder eines neuen künstlerischen Wer­dens. Wir haben diesen Tag", so schloß der Minister unter andächtiger Stille,vorbereitet, soweit das in unserer Kraft liegt. Wir wollen aus diesen Tag in Demut warten. An ihm wird sich der ewige und unsterbliche Genius unseres deutschen Volkstums, der uns weit über die Grenzen hinaus verbindet, offenbaren. Wir alle wissen, daß dann erst unsere große Zeit ganz erfüllt ist."

»wir haben kuch n cht vergessen!"

Nach der erhebenden Kundgebung im Danziger Staatstheater sprach Dr. Goebbels vom Balkon

des Rathauses aus zur Danziger Jugend. In seiner längeren Rede führte er u. a. aus:Seit je ist die Jugend dazu berufen gewesen, Brücken

zu schlagen. Sie muß ihrer Natur nach an die Zukunft glauben, denn sie will jl sukunft noch erleben. Darum hat sie den läl

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menden Pessimismus der Vergangenheit abge­schüttelt. Wir haben sie gelehrt, von jenem chro­nischen Minderwertigkeitskomplex zu lassen, der unser Volk bei der Niederlage im November 1918 befallen hatte. Wir wollen nicht Objekt der Weltpolitik werden, sondern wir wollen Subjekt sein! Wir wollen nicht mit uns Geschichte machen lassen, sondern selber wieder unsere Geschicke gestalten!"

Abschließend überbrachte Dr. Goebbels der Dan­ziger Jugend die Grüße des Führers und des Reiches.Glaubt nicht", so sagte er unter stür­mischem Beifall,daß wir euch vergessen haben, oder vergessen könnten! Lasset uns Deutschlands gedenken und uns zu ihm verpflichten, zu ihm ein Gelöbnis ablegen, indem wir rufen: Dem Reich und dem Führer Sieg-Heil!"

lreuegruß des Neiches

Mit einer einzigartigen nächtlichen Kundgebung vor dem Artus-Hof hatte der erste Tag des Be­suches des Reichsministers Dr. Goebbels seinen Abschluß gefunden. Unter dem Jubel der vielen Tausende hatte Dr. Goebbels hier das Bekennt­nis abgelegt:So wie Ihr nicht vom Deutschtum zu lassen gewillt seid, sowirdauchdasReich nicht von Euch lassen! Dieses Reich wird heute nicht mehr von einer Vielzahl sich einander befehdenden Parteien verkörpert, sondern es spricht seinen Willen und seine Entschlossenheit in der Stimme eines Mannes aus, dessen Stimme des deutschen Volkes Stimme ist."

VImiMlle fein des italienischen Imperiums

öroße Parade in Nom rum Jahrestag der Vesehung flddis flbebas

(üllgsnor Oradtbsrloüt <IsrBremer Leitung")

. Rom, 9. Mai.

In machtvollen Kundgebungen, Feierlichkeiten und Paraden hat Italien die erste Wiederkehr des Tages begangen, an dem gegen 52 Nationen dank dem unbeugsamen Willen des italienischen Volkes und seines Führers Addis Abeba besetzt und das Imperium gegründet wurde. Vor nahezu 800 000 Menschen fand als Höhepunkt der Feierlichkeiten eine große Parade statt, die ein ebenso farben­prächtiges Schauspiel wie eine Ehrung für die Regimenter war, die sich im afrikanischen Kriege siegreich geschlagen haben. Die Fahnen sämtlicher Truppenteile, die an der Eroberung Abessiniens mitgekämpft haben, wurden unter dem Jubel der römischen Bevölkerung durch die Stadt getragen, vorbei an den Stätten -er großen römischen Ver­gangenheit, dem Kolosseum, dem Palatin und dem Kapital. Es war eine einzige Demonstration des siegreichen Faschismus, dessen Adler und Stan­darten zu Tausenden die Parade eröffneten.

Aus ganz Italien waren Sonderzüge nach Rom gekommen, um den Jahrestag des Im­periums zu einer wahren Volksfeier zu machen. Die Bürgermeister sämtlicher italieni­schen Städte wohnten dem Vorbeimarsch der Truppen und Milizen bei. Das diplomatische Korps war nur zu einem Teil vertreten. Die Botschafter und Gesandten Englands, Frank­reichs, der Vereinigten Staaten und Sowjetruß­lands, Hollands, Belgiens und der baltischen Staaten, d. h. also die Vertreter aller Länder, die das Imperium nicht anerkannt haben, fehlten.

Die Größe der Parade geht aus der Tatsache hervor, daß allein 19000 Mann farbige Truppen aus Libyen, Erythräa, Somaliland und Äbessinien zu diesem Schauspiel der militä­rischen Kraft des italienischen Kolonialreiches aufgeboten worden waren. Die Gesamtstärke der teilnehmenden Offiziere und Mannschaften betrug etwa 50000 Mann, einige Schwa­dronen Kamelreiter, 170 Tanks und mehrere hundert Kraftfahrzeuge, ein motorisiertes chemi­sches Regiment zur Ahwehr von Gasangriffen,

per sührer beglückwünscht von Schlrach

München, 9. Mai.

In der Jugendherberge Urfeld am Walchen- see feierte Sonntag der Jugendfllhrer des Deut­schen Reiches, von Schirach, zusammen mit den Eebietsfllhrern und Obergauführerinnen sowie den Amtschefs der Reichsjugendführung seinen 30. Geburtstag, von Schirach erhielt folgenden telegraphischen Geburtstagsgruß des Führers: Lieber Parteigenosse von Schirach! Ihnen, meinem alten treuen Mitkämpfer, dem ersten Führer der deutschen Jugend des Dritten Reiches, sende ich zu Ihrem heutigen 30. Geburtstag meine herzlichsten Glückwünsche. Ich weiß, daß wie in der Vergangenheit so auch in der Zu­kunft die deutsche Jugend unter Ihrer Führung im nationalsozialistischen Geiste erzogen, Earan- tin bleibt für den Wiederaufstieg unseres Volkes. Ihr Adolf Hitler.«

Arbeiterkompanien aus Äbessinien mit Schaufel und Gewehr, Karabinieri aus dem Dodekanes ein ebenso eindrucksvolles wie abwechslungs­reiches Bild und eine machtvolle Demon­stration des italienischen Kolonial­will e n s.

Bor dem Palazzo Venezia wurden Mussolini lang andauernde und begeisterte Huldigungen dargebracht. Der italienische Regierungschef hielt an die Volksmenge eine Ansprache, in der er der großen Leistungen des italienischen Volkes während des Kampfes um das Imperium ge­dachte. In berechtigtem Stolz, im Zeichen des Ruhmes, der Stärke und des Friedens feiere Italien den ersten Jahrestag der Gründung des ostafrikanischen Imperiums. Mussolini appellierte

an das italienische Volk, getreu der tausendjäh­rigen KulturtrNdition, alle Kraft an den Aufbau des Imperiums zu setzen und auch in Zukunft, wie zur Zeit der Sanktionen, allen Hindernissen Trotz zu bieten.

Auch in Addis Abeba fanden am Jahres­tage des Imperiums Feierlichkeiten statt. Gra- ziani verkündete, daß am 15. Juli der militä­rische Ausnahmezustand in Ostafrika beendet sein wird. Außerdem wird im Juli endgültig in Äbessinien der Maria-Dheresia-Taler verschwin­den und also im ganzen Imperium die Lire-Währung gelten. Der Vizekönig gab bekannt, daß noch in diesem Jahre mit derLand - Verteilung an die italienischen Sie­ger begonnen wird.

von blomberg in London

London, 9. Mai

Der Vertreter des Führers und Reichskanzlers bei den englischen Krönnngsfeierlichkeiten, Reichs­kriegsminister Generalseldmarschall von Blomberg, traf Sonntagnachmittag auf dem Viktoria-Bahnhof in London ein.

Vesundbettsbilan; aller Schaffenden

Kassel, 9. Mai

Auf einer großen Kundgebung in Kassel spra­chen Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Reichsärzteführer Dr. Wagner über die von Dr. Ley seit zwei Jahren propagierte Idee der Ee- sundheitsführung des schaffenden Menschen. Dr. Wagner führte u. a. aus:Wenn man den Lei­stungszustand der schaffenden deutschen Bevölke­rung untersucht, kommt man zu der katastro­phalen Feststellung, daß etwa 35 v. H. der In­validen ein Alter unter 65 Jahren haben. Auch die in den letzten Monaten durchgeführten Unter­suchungen von etwa 17 000 Jugendlichen auf dem Lande haben ergeben, daß der Gesundheitszustand auf dem Lande noch schlechter ist als in der Stadt. Wir wollen alles tun, um dem deutschen Arbeiter zu helfen. Der Arbeiter muß fühlen, daß der Staat und die Partei zusammenstehen, um ihn gesund und leistungsfähig zu erhalten. Wir werden zunächst einmal in den Betrieben sogenannte Vetriebsuntersuchungen durchführen, um die Eesundheitsbilanz der arbei­tenden deutschen Bevölkerung aufzunehmen. Die Aerzte werden nicht als Ee,undheitspolizisten in die Betriebe gehen, sondern als ärztliche Kameraden, die dem Arbeiter beistehen und alles tun wollen, um die Leistungsfähigkeit und Gesundheit des Arbeiters zu erhalten. Nach den Untersuchungen werden wir uns laufend um die schaffenden Menschen kümmern müssen. Neben der Betreuung im Betrieb kommt die Betreuung in der Freizeit"

Dann nahm Reichsorganisationsleiter Dr. Ley das Wort.Wir müssen jeden deutschen Menschen befähigen, die höchsten Leistungen zu vollbringen und müssen dafür die nötigen Voraussetzungen schaffen. Man überholt jedes Jahr Autos, Maschi­nen und Motoren, aber den Menschen nicht. Das muß jetzt anders werden, die Scharr vor dem Arzt

muß einmal aus dem Volk ausgemerzt werden. Wir werden einen Aerztestamm heranziehen und dann werden wir in höchstens zehn Jahren soweit sein, daß wir jedes Jahr jeden deutschen Menschen einmal überholen können. Bisher fchuf man So­zialversicherungen, baute Krankenhäuser und Krllppelheime, anstatt den Menschen vorher zu betreuen. Das werden wir tun."

Lustschiffdienst »6raf Zeppelin" eingestellt

Berlin, 9. Mai.

Der Luftschisfdienst mit LZGraf Zeppelin" wird zunächst eingestellt, bis der Reichsminister der Luftfahrt nach Vorliegen des genauen Unter­suchungsbefundes in der Katastrophe von Lake- hurst die weitere Entscheidung getroffen hat.

Heroische Nettungstaten

Washington, 9. Mai,

Botschafter Luther schilderte bei einem ihm von der deutschen Kolonie Washingtons gegebenen Abschiedsabend seine Eindrücke von dem Lake- hurster Unglück. 2n seiner Schilderung hob er immer wieder sowohl das tapfere Verhal­ten der Passagiere und der Mann­schaft wie auch den ungebrochenen Mut der Offiziere und die wahrhaft heroischen Rettungstaten der amerikanischen Marine-Ange­hörigen hervor, die unter größter Gefahr in das brennende Gerüst vordrangen und die Fahrgäste und die Mannschaft herausholten. Luther schil­derte ferner die vorbildliche und herzliche Hilfe der amerikanischen Marine sowie der Staats­und der Bundesbehörden, die sofort für alle Fahrgäste und die Besatzung umfassend sorgten und sie in den besten Hospitälern unterbrachten, Spezialärzte heranholten und ihnen deutsch­sprechende Pflegerinnen und Geistliche beschafften.

4-

Der deutsche Militär- und Luftattachs General von Boetticher ist von der amerikanischen Regierung gebeten worden, als deutscher Beobach­ter an der von amerikanischer Seite eingeleiteten Untersuchung der Katastrophe des LZ.Hinden- burg" teilzunehmen.

stuf der flucht vor franros fllegern

Paris, 9. Mai.

Zu der von uns berichteten seltsamen Notlan­dung 10 sowjetspanischer Flugzeuge bei Toulouse meldet der Berichterstatter desJournal", die bolschewistischen Militärflugzeuge seien am Sonn- aberrdvormittag bei hellichtem Tage in ge­schlossenem Flugverband über dem Flugplatz Tou­louse eingetroffen und gelandet. Die Flieger hät­ten erklärt, sie seien von Barcelona nach Bilbao unterwegs gewesen, aber von spanischen nationalen Flugzeugen gestellt wor­den. Der Staffelführer der Volschewisten habe die Aufnahme des Kampfes nicht für angebracht ge­halten und sei daher mit seinen Apparaten nach Frankreich hineingeflogen.

Die sowjetspanischen Flugzeuge sind wieder nach Spanien abgeflogen. Ein französisches Flugzeug- geschwader begleitete die bolschewistischen Flieger bis zu den Pyrenäen, um sicher zu sein, daß sie auch nach Spanien zurückkehren. Ein Mitglied der internationalen Nichteinmischungskommission be­fand sich an Bord eines der französischen Flugzeuge.

Stabschef Lutze begann mit dem ersten Spaten­stich den Bau des SA.-Musterdorfes Eichenkamp, der ersten Dankopfersiedlung des deutschen Ostens.

Der polnische Justizminister Grabowski traf Sonntag abend mit seiner Gattin in Berlin ein.

75 SonderMe falirmnimvooklioljberg

wichtige 0vu-propaganda-flrbeitstagung in öriippenbichren

(Zovcksrbsriobt <lsrLrsmsr 2sltung")

Grüppenbühren, 9. Mai Der Gaupropagandaleiter des Gaues Weser- Ems, Landesstellenleiter Pg. Ernst Schulze, hatte Sonntagvormittag sämtliche Kreispropa­gandaleiter unseres Gaues zu einer Arbeitstagung in Grüppenbühren zusammengerufen, um mit seinen Mitarbeitern wichtige politische Fragen und die Gestaltung der Aufführungen des Volksschau­spielsDe Stedinge" auf der Niederdeutschen GedenkstätteStedingsehre" sowie die Organi­sation des Besucherstroms zu besprechen. Nachdem Eaupropagandaleiter Pg. Schulze die Tagung eröffnet Hatte, nahm zunächst Gau-Hauptstellen- leiter Pg. Anthöfer das Wort und sprach über die Bedeutung des Rundfunks und die Auf­gaben der Funkstellenleiter. Es müsse gelingen, die Zahl der Runüfunkhörer in Deutschland die heute bereits 8.5 Millionen betrage noch weiter zu erhöhen. Der Kau Weser-Ems beabpchtige, in der nächsten Zeit mit dem Reichs­sender Hamburg wieder einige Heimat-Rund­funkreportagen durchzuführen. Daß das Rundfunkwesen in unserem Gau schon auf beacht­licher Höhe stehe, beweise die Tatsache, daß auf der nächsten Reichsrundfunkausstellung in Berlin Modelle der neuartigen und in Deutschland zum ersten Male auf dem Vookholzberg eingebauten Rundfunkanlage, der Gedenkstätte .Stedingsehre" sowie der ferngesteuerten Anlage Bremens gezeigt werden. Gau-Haiiptstellenleiter Pg. Eon- te r m a n n sprach anschließend über Fragen der Pregearbeit, und Eaufilmstellenleiter Pg. We­ber gab bekannt, daß im nächsten Sommer in

verstärktem Maß

NordWestdeutschland

Freilichtsilmvorfüh- rungen in NordWestdeutschland veranstaltet werden.

Zum wichtigsten Punkt der Arbeitstagung über­gehend, richtete Gaupropagandalerter Pg. Schulze den Appell an die Kreispropaganda­leiter, den Gau bei der Organisation der dies­jährigen Spielzeit auf dem Vookholzberg zu unter­stützen und alles daranzusetzen, daß jeder Volks­genosse rm Gau Weser-Ems die Möglichkeit er­halte, in den SommermonatenDe Stedinge" zu erleben. Pg. Ho mann von der NS.-Gemein- schuftKraft durch Freude", die wieder die Auf­führungen auf der neuerrichteten Gedenkstätte durchführt, teilte dann den Kreispropaganda- leitern die vorläufigen Fahrpläne der Sonder­züge mit, die aus allen Teilen des Gaubereichs die Zuschauer des Volksschauspiels nach der Station Vookholzberg" bringen werden. Danach werden mindestens 75 Sonderzüge ohne die 10 oder 11 Züge, die zu der Einweihung der Gedenk­stätte und der diesjährigen Erstaufführung der Stedinge" am 30. Mai von Oldenburg nach Grüppenbühren gehen Tausende und aber Tau­fende von Volksgenossen nach dem Vookholzberg befördern.

Nachdem noch Pg. Eberspächer und Pg. Gontermann kurz referiert hatten, gab Eau­propagandaleiter Pg. Schulze, neue Richt­linien für die kommende Propa­gandaarbeit und ging dabei auch auf wich­tige Gegenwartsfragen des politischen Lebens ein. Den Abschluß der Arbeitstagung bildete ein Befuch der fast vollendeten Niederdeutschen Ge­denkstätteStedingsehre".