Ausgabe 
(7.5.1937) Nr. 123
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parteiamtliche Tageszeitung

Bachrikßtenblatt der Deutschen flrbeitssront Bremen

flmtsdlatt des Senats der Zreien kjansestadt Bremen

Erscheint 7maiwöchentt Monatsbszug: 0?.^2,38einschl.Zustellgeb: Postbezugspreis monatbL.SV^^i! (eigschl. 48,88 ^ Postzeitungsgebühr) zuzügl. 42 Bestellgeld, Bezugspreis ist im voraus zahlbar, Postscheck: Hamburg >7272, Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch aufErstattung oderErsatz, NS.-Gauvcrlag Wcser-Ems G. m. b. H.. Bremen, Geeren k-8 / Fernsprecher: 544 21 und 81115.

Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstattliallers in Oldenburg und Vremen

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Nr. 12Z / 7. Jahrgang

freilag, ?. Mai 1SZ?

kinzelpreis lS Nps.

Luftschiff hindenburg durch krplofton vernichtet

llnsvr lagesspisgst

Das LuftschiffHindenburg" wurde bei der Landung in Lakehurst vernichtet.

Italienische Zeitungen wenden sich scharf gegen Falschmeldungen der englischen und der französischen Presse.

Reichsautzenminister von Neurath gab wich­tige Erklärungen über seine Besprechungen in Rom ab.

Ueber 4888 Personen haben Bilbao verlassen. In Nürnberg wurde ein katholischer Jugend- verderber zu Zuchthausstrafe verurteilt.

Aus der niederdeutschen GedenkstätteSte- dingsehre" begannen gestern die Proben für das VauerndramaDe Stedinge".

Die Teilnehmer am zweiten Nordseeführer- lager der HJ. sind wohlbehalten in Nieder- havebeck eingetroffen.

Heute beginnt in Bremen die 1. Tagung des Landesfremdenverkehrsverbandes Unterweser- Jade e. V.

Eine deutsche Fußball-Nationalelf spielte in Duisburg gegen Englands Meister Manche­ster City 8:8.

Bei schwerem Wetter wurde der Große Dia- mant-Jubiläumspreis von Bremen durch­geführt.

In Oldenburg gelangte bei großer Beteili­gung der 4. Gepäckmarsch des VfL. zur Ab­wicklung.

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der sührer fuhr durch den KaiseoMllielm-Konal

Kiel, 8 . Mai.

Der Führer und Reichskanzler unternahm am Donnerstag aus dem AmsoGrille" von Cux- haven aus eine Fahrt durch den Kaiser-Wilhelm- Kanal nach Kiel.

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Kunde von dem Kommen des Führers von Bord zu Bord an der Kanalstraße entlang. In allen Orten war die Bevölkerung herbeigeeilt, um von den Deichen und Brücken den Führer zu grüßen. So war die ganze Fahrt des Führers durch den Kanal begleitet von der begeisterten Freude der schleswig-holsteinischen Bevölkerung, die dem Führer ihre Dank­barkeit für seinen unerwarteten Besuch immer wieder zum Ausdruck brachte. Auch die Besatzun­gen der vorbeifahrenden deutschen Schiffe berei­teten dem Führer herzliche Kundgebungen. Eine besondere Freude erlebte die Besatzung des U-Bootes 26, die in Paradeaufstellung an dem Führer vorbeifuhr. In Begleitung des Führers befand sich u. a. der Oberbefehlshaber der Kriegs­marine, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder. Während der ganzen Fahrt des Führers beglei­tete das TorpedobootTiger" den Aviso Grille". Um 18 Uhr verließ der Führer im Flug­zeug den Kieler Hafen.

frau Modle kommt zurück

llligener vrskiberickt 6ervremer Leitung") g. Stuttgart, 6. Mai.

Der in Sigmaringettdorf lebenden Schwieger­mutter des von feiger Hand in Argentinien er­mordeten Parteigenossen Josef Riedle, der Krie­gerwitwe Nies, wurde oom zuständigen Kreis- leiter eine Urkunde der Auslandsorgani'sation der NSDAP. überreicht. In diesem Dokument gedenkt Gauleiter Bohle nochmals ehrend der unvergeß­lichen Verdienste, die sich Josef Riedle um die Bewegung und um das Deutschtum erworben hat. In einem Begleitbrief teilt der Gauleiter mit, daß sich Frau Riedle und ihr Kind in Ar­gentinien in treuer Obhut befinden und daß sie

gentrmen in treuer uoyut vesinoen uns oag ge demnächst nach Deutschland zurückkehren werden, wo ihnen die Partei helfend zur Seite stehen wird.

loses-Soebbels-lugendßerberge eingeweiht

Düsseldorf, 6. Mai.

Am Himmelfahrtstage wurde im Rahmen einer Feierstunde in Gegenwart von Gauleiter Florian und fahrender Persönlichkeiten der Partei, der Wehrmacht, des Arbeitsdienstes und der Behörden die Josef-Eoebbels-Jugendherberge in Dllsseldorf-Oberkassel vom Neichsjugendfiihrer . .«ung übergeben. Der

in sei-

«ingeweiht und ihrer Bestimmung übergeben. Der Reichsjugendführer von Schirach stellte in sei­ner Ansprache fest, daß alle Jugendheime und

Herbergen Heimstätten seien für die G-meinschaf- ten, Stätten bedingungsloser Kameradschaft, in denen Sauberkeit und Ornung herrsche.

Wenn heute der Jugend vorgeworfen wird, sie sei nicht so fromm wie es sich manche vorstellten, so ist dazu zu sagen, daß hier die tiefere und ehrlichere Frömmigkeit verkörpert ist.In un­serer Gemeinschaft haben wir es immer als unsere Ehre angesehen, das auch in unserem Da­sein zu gestalten, was wir bekannten. Jeder von uns weiß, daß er nicht ein solch fröhliches Jugend- leben führen könnte, wenn nicht einst entschlossene Männer aufgestanden wären.

So ist jeder Bau, den wir in Deutschland errichten, ein Symbol der tiefen Dank­barkeit der jungen Generation gegenüber diesen Männern.

Newyork, 7. Mai.

Nach Meldungen aus Lakehurst ist das Luftschiffffindenburg", als es am Donnerstagabend im öegriff stand, in Lakehurst bei leichtem Negen zu landen, durch eine krploston völlig zerstört worden. Vas Schiff stürzte sofort zu Soden. Dn Sord befanden sich ZS sahrgüste und eine 6l Mann starke vesatzung.

Zu der Katastrophe des LuftschiffesHin­denburg" wird uns unmittelbar vor Re­daktionsschluß aus Newyork noch gemeldet, daß das Luftschiff anscheinend außerordent­lich schlechte Landebedingungen hatte. Es kreuzte länger als eine Stunde über dem Lufthafen Lakehurst, bis sich das Wetter etwas aufhellte. Als sich das Luftschiff lang­sam gegen den Landungsmast senkte, erfolgte eine Explosion, und am Heck schlug eine große Flamme heraus. Nach wenigen Mi­nuten war das ganze Schiff nur noch ein verbogenes, gebrochenes Stahlträgergewirr. Das Kommando des Schiffes hatte Kapitän Prutz. Kapitän Lehman» befand sich an

Bord, um das Schiffskommando zu beraten. Ueber die Verluste an Menschenleben liegen noch keine endgültigen Mitteilungen vor.

Mit tiefer Trauer erhält das ganze deutsche Volk Kunde von dem furcht­baren Unglück, das nicht nur die deutsche Luftschiffahrt, das die gesamte Nation betroffen hat. Der stolze Träger eines stol­zen Namens, das in vielen Stürmen er­probte Wunderwerk deutscher Technik, ist der Allgewalt der Natur, ist einem unerbitt­lichen Schicksal zum Opfer gefallen. Voller Erschütterung beklagen wir nicht zuletzt die Menschen, die in den Flammen ihr Lehen lassen mutzten.

Die deutsche Luftschiffahrt, die bisher so unvergleichliche Erfolge in der Erschließung des Luftraums über dem Süd- und Nord­atlantik erzielt hatte, ist nun leider nicht von einem Unglück verschont geblieben, einem Unglück, von dem die Luftschiffahrt der anderen Länder in den letzten Jahr­zehnten verschiedentlich betroffen worden lst. Jahrelang ist ohne die geringsten Unfälle die Verbindung nach Südamerika durchgeführt worden. Das LuftschiffHindenburg", das im März vergangenen Jahres zusammen mit demGraf Zeppelin" aus Anlaß des Wahl­kamp-fes über alle Gaue Deutschlands flog, hat danach mit pünktlicher Zuverlässigkeit zehnmal den Ozean überquert und so zum erstenmal den Luftraum über dem Nordatlantik einem regelmäßigen

Passagierverkehr erschlossen. Auch nach die­ser Katastrophe wird der Wagemut deutscher Luftfahrtpioniere nicht nachlassen. Genau so, wie nach dem Unglück von Echterdingen vor dem Kriege das ganze deutsche Volk sich hinter das Werk des Grafen Zeppelin stellte, so wird auch jetzt dieses Erbe nicht verlorengehen. Nur starke, in sich geschlos­sene und junge Völker können auch aus schweren Schicksalsschlägen die Kraft schöp­fen, von vorn zu beginnen und unbeirrt auf dem gleichen Wege weiterzuschreiten. Schon geht in den Werfthallen in Friedrichshasen ein neues Luftschiff seiner Vollendung ent­gegen, und schon ist die Zeit nicht mehr fern, wo es an Stelle desHindenburg" als Bot­schafter von Kontinent zu Kontinent wieder die deutsche Flagge über die Ozeane tragen soll.

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des Volksstkaufpieis

(Bizsnsr bericht äerBremer Leitung") as. Bremen, 7. Mai Gestern nachmittag hatte der Obcrspielleitc des Lande-theatcrs Oldenburg, Gustav Nudol, Seltner, der auch in diesem Jahre die Spiel­leitung der Aufführungen des Volksschauspicls De Stedinge" von August Hinrichs auf dc neu errichteten Niederdeutschen GedenkstätteSte- dingsehre" übernommen hat, die Dr.fftcller zu: ersten Probe im Spieldors der Gedenkstätte zu­sammengerufen. Auch der Gaupropagandakeitcr von Weser-Ems, Pg, Ernst Schulze, wohnte der ersten Probe bei.

Trotz des regnerischen und stürmischen Wetters waren alle Mitwirkenden auf dem Bookholzbrrg erschienen und nahmen, freudig bewegt von ihrer Aufgabe, die ersten Anweisungen zur Spielgesta! tung entgegen. Eine Zeit unermüdlicher Proben arbeit wurde damit eingeleitet, denn schon ir drciundzwanzig Tagen wird das Drama vor Untergang des Stedinger Volkes vor vielen Tau enden zum erstenmal in r -esem Jahr -.liis je.üh werden. AIs feierlicher Ausilang des fünfte, Jahrestages der Machtübernahme durch den Na tionalsozialismus wird die Niederdeutsche Ec >enkstätteStedingsehre" am M. Mai in Gegen­wart führender Männer der Rcichsleitung der Partei und des Staates durch unseren Gauleiter Larl Rover eingeweiht und mit der Aussän:n»g De Stedinge" ihrer Bestimmung übergeben werden.

In den letzten Wochen ist weiter rege an der Ausgestaltung der Niederdeutschen Gedenkstätte gearbeitet worden. Seit Sem Richtfest vor wenigen Wochen istStedingseh:.s" von Tag zu Tag ge­wachsen: jetzt steht die gewaltige Anlage kurz vor er Vollendung. Die dreizehn Bauten des Spiel- wrfs sind bis auf einige Malerarbeiten voll- ommen fertiggestellt. Am Eingang zum Dorf .ihren kräftige Eichenoatten über den breiten rraben, und auf der Innenseite ragen zwei mächtige «lamme auf: hier entsteht die wehr­hafte Zugbrücke, die die Dorfbewohner gegen feindliche Angriffe von der Heerstraße aus schützt. Der sich gegen dieWeser" auftürmende Deich «ragt bereits eine frische Nasennabe. Rechts der Dorsstraße siegen die schönen, festgefügten Bauern- Häuser mit ihrem bunt bemalten Fachwerk und dem dicken Reithdach, während linker Hand, etwa

un«äes VolksIcdansxiiels «ab. (öckinickt.)

in der Dorfmitte, die Kirche mit ihrem Glocken türm und den Anpflanzungen des Friedhofs steht Auch die eigentliche, dem Zuschauerraum zuge wendete Vühnenplattform vor der Kirche ist ii Bau. Hier fallen vor allem die beiden saube ausgemauerten Schächte auf, in denen die oielei Leitungen und Lautsprecher für die neuartig Lautsprecheranlage Platz gefunden haben. Naö allen Seiten hin sind, von Grün verdeckt, Oeff nungen für den Auffang des Schalles angebracht Das riesige Halbrund des in fünf Sitzfelde gegliederten Zuschauerraums ist ebenfalls fertig Auch die Holzbekleidung für die Sitzreihen am Klinker liegt schon bereit, wird aber erst kur vor Beginn der Aufführungen auf den Terrassen zwischen denen Kies gestreut worden ist, befestigt Die beiden Kommandotürme oben hinter den Rundgang, in denen die Zentralen der Laut