Ausgabe 
(4.5.1937) Nr. 120
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Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitssront Vremen

flmtsblatt des Senats der Zreien Hansestadt vremen

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Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstatthalters in Oldenburg und Vremen

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Nr. iro / 7. Jahrgang

Menslag, 4. Mal 1SZ7

einzelpreis 15 Npf.

kln Kabinettsstück lügnerischer Phantasie

Unser lagessplegsl

Französisch« Sonderberichte aus Guernica wrrsen ein grelles Licht aus das Liigen- manöoer derTimes".

Ueber llmsturzpliine der Komintern in Frank­reich bringt derMatin" neue Enthüllungen.

Das japanische Kabinett hat sich die Zustim­mung der Wehrmacht zu seinem Programm gesichert.

Reichsauhenministcr von Neurath ist nach seinem Eintreffen in Rom von Mussolini empfangen worden.

Die italienischen Industriellen weilten beim Führer.

Vor Koblenzer Gerichten entrollte sich erneut ein erschütterndes Bild der Entartung füh­render Franziskanerpriester.

In einer gemeinschaftlichen Feier wurde der Grundstein zu Säg HJ.-Heimcn gelegt.

Reichsminister Rudolf Heß lieh der Reichs- stegermannschaft der Nordischen Kunsthoch­schule seine Glückwünsche übermitteln.

Die Wettkampftage der SA.-Gruppe Nord­see vom 18. bis 20. Juni in Bremen werden wieder Zeugnis ablegen von dem Geist der SA.

Ves süstrers Dank

Berlin, 3. Mai

Der Führer und Reichskanzler bittet alle, die im Reich und außerhalb der Grenzen Deutschlands aus Anlaß des Nationalen Feiertages des deut­schen Volkes ihn mit Glückwünschen und sonstigen Bekundungen ihrer Treue und Anhänglichkeit er­freut haben, seinen herzlichen Dank auf diesem Wege entgegenzunehmen.

rtoiienischelndustrielle beifldolfstitler

Berlin, 3. Mai

Der Führer und Reichskanzler empfing die auf ihrem Deutschlandbesuch in Berlin weilende Dele­gation bestehende Industrieller Die aus 28 Mit­gliedern bestehende Abordnung wurde von dem Präsidenten des faschistischen Verbandes der Indu­striellen Italiens Staatsminister Graf Volpi di Misurata eingeführt, der die einzelnen Herren dem Führer vorstellte. An dem Empfang nahmen von deutscher Seite teil der Leiter der Reichs­gruppe Industrie Gottfried Dierig, dessen Stell­vertreter Staatssekretär a. D. Trendelenburg' so­wie Reichsorganisationsleiter Dr. Ley.

örundsteinlegung für 549 -Keime

Der Reichsjugendsührer eröffnete den ersten Banabschnitt der Heimbeschassungsaktion Leipzig, 3. Mai.

Dir Hitler-Jugend erlebte am 3. Mai eine« großen Tag ihrer Geschichte. In S4S großen und kleinen Gemeinden Deutschlands waren die Ein­heiten der Hitler-Jugend angetreten, um feierlich den Grundstein zu ihren Jugendheimen zu legen, die sie der großen Heimbeschassungsaktion und der freudigen Mitarbeit aller Schichten und Ge­nerationen unseres Volkes verdanken. Im Mittel­punkt der Feiern stand die durch Rundfunk über­tragene Ansprache des Reichsjugendführers Bal- dur von Schirach bei der Grundsteinlegung für das Leipziger Jugendgroßheim.

20 00g Jungen und Mädel waren in Leipzig in dem schönen Auengelände aufmarschiert, wo das neue große Heim errichtet wird. Groß war die Zahl der Ehrengäste, an ihrer Spitze der Reichsftatthalter Gauleiter Mutschinann. Nach dem Bürgermeister Hanke, der für die Stadt Leipzig, die Bauherrin des Heimes, kurze Worte sprach, nahm der Reichsjugend­führer das Wort. Heute können wir, so führte er u. a. aus, mit der Feier der Grundstein­legung für das Großheim der Hitler-Jugend in Leipzig zugleich die Grundsteinlegung von 549 Heimen der Hitler-Jugend begehen, die in allen Teilen des Deutschen Reiches errichtet werden als Symbol der Volksgemeinschaft unserer Jugend. Diese 549 Heime sind nur der erste Bauabschnitt dieses Jahres, die Grund­steinlegung vieler Hundert weiterer Heime befin­det sich in Vorbereitung, und noch ehe dieses Jahr vergangen ist, werden insgesamt 1000 Heim­bauten in Angriff genommen werden.

Es ist mir ein Herzensbedürfnis, all den vielen, vielen Gemeinden in Deutschland zu dan­ken, die sich in den Dienst dieser großen Aufgabe gestellt haben. Die Jugend selbst, der diese Heime zu treuen Händen anvertraut werden, kann sich nicht anders würdig erweisen des großen Ver­trauens, das ihr entgegengebracht wird, als daß sie gelobt, jederzeit sich als eine Trägerin jener großen Gedanken zu fühlen, die die Menschen er­füllte, die für sie in dieser Zeit wirkten und schafften.

Mit dem Appell an diese Tugenden: Gehorsam, Treue, Kameradschaft, weihte der Reichsjugend­führer das Leipziger Jugendheim und die 549 anderen Herbergen. Führerehrung und die Lieder der Nation schlössen die Feierstunde.

M -limes" bombardierten Suerntla

-

Rin llilck <ierTimes" von äor ^oistörnnA 6uor nivas, eisvliiensn in üsr Ausgabe üoz Aleivlien Lluttes vom 30. Lpril. Die ^nknalim« beweist äas LieAvntpil ckessen, rv»s NieTimes" in ibrem Lhantasiedoiiebt über. ilie angedliebe voniliarckierung äes baskiseben 8t»ätobens ibren Lesern

vorzusetzen Uzte .....

wie kngland betrogen wird

Londou, 3. Mai.

Am 28. April brachte dieTimes" einen sehr sensationell abgestimmtenAugenzeugenbericht" über die angebliche Bombardierung der baskischen Stadt Guernica. In diesem Bericht wurde den Lesern mit allem aufgewartet, was auf die Tränendrüsen wirken konnte. Der Sonderbericht­erstatter der 'Times", der diesenfamosen" Bericht fabriziert hatte, hielt es für richtig, d e u t s ch e F l u gz eu ge für das Bombardement und dieTragödie von Guernica" verantwortlich zu machen.

Der Montag war für die Umgebung Guernicas, so heißt es in demAugenzeugenbericht", der übliche Markttag. Um 4.3V llhr nachmittags, als der Markt voller Menschen war und immer noch Bauern eintrafen, läuteten die Kirchenglocken aus Anlaß sich nähernder Flugzeuge Alarm und die Bevölkerung suchte in Kellern und Unterständen Schutz. Fünf Minuten später erschien ein einzelnes deutsches Bombenflugzeug, kreiste in geringer Höhe über der Stadt und warf dann sechs schwere, augenscheinlich auf die Eisenbahnstation gezielte Bomben ab. Die Bomben fielen in Form eines Regens von Granaten auf ein früheres Institut und auf die umgebenden Häuser und Straßen. Das Flugzeug flog dann wieder zurück. Nach weiteren fünf Minuten kam ein zweites Bomben­flugzeug, das die gleiche Anzahl Bomben über der Stadtmitte abwarf. Etwa eine Viertelstunde später kamen drei Junkersflugzeuge an, um das Zerstörungswerk fortzusetzen, und von dann ab nahm das Bombardement an Heftigkeit zu, und hörte erst um 7.45 Uhr mit Anbruch der Dunkel­heit auf. Die ganze 7000 Einwohner und 3000 Flüchtlinge zählende Stadt wurde langsam und systematisch in Stücke zermalmt.

Im Krankenhaus von Josefinas, das. zu den ersten mit Bomben belegten Plätzen gehörte, wur­den sämtliche 42 verwundeten Milizsoldaten, die es beherbergte, auf der Stelle getötet. Viele Menschen wurden im offenen Gelände getötet.

Die Taktik der Bombenflugzeuge, die diejeni­gen interessieren dürfte, die sich mit dem Stu­dium der neuen Militärwissenschaften beschäftige», war folgende: Zuerst warfen kleine Gruppen von Flugzeugen über der ganze» Stadt schwere Bom­ben und Handgranaten ab, wobei sie ganz syste­matisch ein Gebiet nach dem anderen vornahmen. Dann kamen Kampfflugzeuge, die tief herab- stießen, um diejenigen, die voller Schrecken aus den Unterständen flohen, mit Maschinengewehren zu beschießen. Viele dieser Menschen wurden auf der Flucht getötet. Auch eine große Schafherde, die zu Markte getrieben wurde, wurde vollständig vernichtet. Der Zweck dieses Vorgehens bestand augenscheinlich darin, die Bevölkerung zu zwin­gen, wieder unterirdischen Schutz aufzusuchen, den» jetzt erschienen sogar bis zu 12 Bombenflugzeugen gleichzeitig und warfen Brandbombe« auf die Trümmer.

*

Hierzu stellt der Sonderberichterstatter des franzö­sischen NachrichtenbürosHavas" nach einer Besichti­gung der Stadt fest: Die ausländischen Journalisten haben die Stadt nach allen Richtungen hin durch­streift und konnten sich auch in aller Freiheit bei den wenigen zurückgebliebenen Einwohnern er­kundigen. Sie haben feststellen können, daß sämt­liche Mauerreste keine Spuren von Bom­bensplittern tragen, daß aber die Fenster von Rauch und Feuer geschwärzt sind. Die Jour­nalisten hätten überhaupt nirgends Bom­beneinschläge feststellen können, wodurch be­wiesen wird, dag das Feuer der Stadt nur auf Brandstiftung zurückgeführt werden könne. Das Feuer sei anscheinend im südlichen Teil der Stadt angelegt worden und Habe, durch den Wind begünstigt, die ganze Stadt ergriffen. Aus einer weiteren Feststellung der Journalisten ergebe sich di« Tatsache, daß einige wenige Häuser, die aus Eisenbeton errichtet und nicht verbrannt waren,

völlig mit Benzin und Petroleum Le­os > e n worden sind. Spuren der erwähnten > rennstoffe seien noch vorhanden. Bomben-Einschlagstrichter aber seien trotz der eingehendsten Untersuchungen durch die Journa­listen in der Stadt nicht gefunden worden. Die in der Stadt gebliebenen Einwohner erklärten, daß die Volschewisten ihr Zerstörnngswerk bereits am Montagabend begonnen hätten.

DerFigaro" stellt fest:Eine Untersuchung der ausländischen Journalisten in Guernica er- gibt<daß die Stadt nicht bombardiert worden ist. Die Häuser waren mit Benzin übergössen und von den Volschewisten angezündet worden." Der Jour" veröffentlicht ein. Bild der brennenden Stadt Guernica und meldet unter der dreispalti­

gen Schlagzeile:Guernica ist-durch Feuer, nicht durch Bomben zerstört worden," gleichfalls: Im Laufe ihrer sorgfältigen Besichtigung haben die ausländischen Journalisten weder Spuren noch Einschlaglöcher von Bomben gefunden. Dagegen haben sie zahlreiche Spuren, der von den. Volsche­wisten angelegten V r andh erde.entdeckt. Der Sonderberichterstatter desJournal", Massot, meldet, daß Guernica nicht durch Flügzeugbom- ben vernichtet wurde, sondern daß es die Volsche­wisten gewesen seien,die die Stadt mit eigener Hand angezündet haben". Unter den rund 90 v. H. zerstörten Häusern von Guernica befänden sich überhaupt nur drei oder vier Häuser, die Spuren von Kugeln ausweisen. (Siehe unseren Leitartikel der vorliegenden Ausgabe.)

v. Neurath bei

«Nichts okne und nichts gegen Veutschland und Italien!"

Rom, 3. Mai

Reichsaußenmlnister Freiherr von Neurath ist am Montagvormittag um 11.25 Uhr mit dem fahrplanmäßigen Zuge in der italienischen Haupt­stadt eingetroffen. Zu seinem Empfang waren Außenminister Graf Ciano und Propaganda­minister Alsieri, Parteisekretär Starace, der Gouverneur und der Präfekt von Rom sowie Bot­schafter von Hassell und Landesgruppenleiter Ettel auf dem Bahnhof erschienen. Die Begrü­ßung zwischen dem Reichsaußenminister und Gras Ciano nahm einen sehr herzlichen Verlauf. Nach der offiziellen Vorstellung schritt Freiherr von Neurath mit Graf Ciano unter den Klängen des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes die Ehrenkompanie ab. Nach einem kurzen Aufenthalt im Hotel begab sich der Reichsautzenminister Frei­herr von Neurath in den Palazzo Chigi, zum italienischen Außenminister. Graf Ciano erwiderte kurz darauf den Besuch im Hotel des Reichsaußen­ministers.

Die erste anschließende Unterredung zwischen dem Reichsaußenminister und dem italienischen Regierungschef Mussolini dauerte IX Std. Das Gespräch zwischen den beiden Staatsmännern, dem auch der italienische Außenminister beiwohnte, nahm einen sehr herzlichen Verlauf.

Zur Reise von Neuraths erklärt der Direktor desGiornale d'Jtalia", der deutsche Außen­minister werde selbstverständlich mit Graf Ciano die in Berlin begonnene Unterredung fortsetzen. Sowohl die allgemeine europäische Lage wie auch die Rückwirkungen der Besprechungen des Gra­fen Ciano in Wien und Budapest, des italienisch- südslawischen Abkommens und der Zusammen­kunft in Venedig bildeten den Gesprächsstoff.

Uebergehend zum Donauproblem stellte der Direktor desGiornale d'Jtalia" fest, die Politik der Regierungen von Rom und Berlin richte sich nach dem Grundsatz, daß im Donaubecken nichts ohne Deutschland und Italien getan, versucht oder geduldet werden könne, geschweige gegen Italien und Deutschland. Dieser Grundsatz gelte für Deutschland bei der Durchführung des Abkommens vom 11. Juli 1936 und für Italien bei der An­wendung der römischen Protokolle wie in seiner neuen Politik der Zusammenarbeit mit Süd- slawien. Der Versuch, Oesterreich in ein neues gegen Deutschland und vielleicht auch gegen Ita­lien gerichtetes politisches System einzübeziehen, könne als gescheitert gelten. Zweifellos werde eine innere Befriedung'in Oesterreich auch zur Be­friedung zwischen Deutschland und Oesterreich bei­tragen.

veamte arbeiten in - verrieben!

kine nalionalsorialistilche Maßnastme: Vr. Soebbels schickt leitende Mitarbeiter in Werkstätten

Berlin. 3. Mai.

Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiter­partei ist eine Volksbewegung und der national­sozialistische Staat ein wahrer Volksstaat. Partei und Staat haben nie vergessen, daß sie das Volk repräsentieren. Die nationalsozialistische Bewe­gung hat in Deutschland zum ersten Male den Grundsatz verwirklicht: freie Bahn dem Tüchtigen! Zum ersten Male sind Hunderte und Tausende von Männern, die aus den ärmsten Schichten des Volkes stammen, auf Grund eigener Tüchtigkeit und Leistung zu den höchsten Stellen der Partei und des Staates aufgestiegen. So kommt in Deutschland die Führung aus dem Volk und ist mit ihm unlösbar verbunden.

Im Zeichen dieser Volksverbundenheit steht eine grundsätzliche Maßnahme, die Reichsminister Dr. Goebbels in diesen Tagen sllr die leitenden Män­ner aus seinem Aufgabenbereich getroffen hat. 2n Würdigung des Grundsatzes, daß, wer befehlen

will, auch gehorchen können muß, und wer das Volk führen will, niemals vergessen darf, wie es dem einzelnen Volksgenosse» zumute ist, was er denkt und fühlt, hat Reichsminister Dr. Goebbels an­geordnet, daß die höheren Beamten und Leiter der Landesstellen des Propagandaministeriums, die Hauptamts- und Amtsleiter der Reichspropa­gandaleitung der NSDAP., die leitenden Männer des Rundfunks, des Films und der sonstigen Auf­gabenbereiche der Reichskulturkammer nachein­ander je zwei Monate als Hilfsarbeiter in Be­trieben aller Art tätig sein werden.

Am 5. Mai werden die ersten 14, darunter zwei Ministerialräte, zwei Regierungsräte, sieben Lan- desstcllenleiter, je ein führender Mann des Rund­funks und der Filmkammer sowie ein Haupt­amtsleiter der Reichspropagandaleitung den Ar­beitsplatz am Schreibtisch mit dem als Arbeiter in einem großen Betrieb vertauschen. Als neue Tätigkeit ist vorgesehen die als Hilfsarbeiter einer Zeitungspackerei, in einer Spinnerei, in

einer Fabrik, in einer Buchdruckerei, auf einer großen Werft, in einer Tapetenfabrik, in einem Gummiwerk, als Arbeiter auf einer Braunkohlen­grube, als Landarbeiter bei Bauern und auf' großen Gütern, als Verkäufer in einer Buchhand­lung und als Hilfsmonteur in einem großen Elektrowerk. Anfang Juli wird erneut eine grö­ßer? Gruppe von Mitarbeitern des Reichspröpa- gandaministers in die Betriebe hinausziehen, um in den verschiedensten Stellungen, sei es als Auto­bahnarbeiter oder als Hilfsmonteur, als Stein- klopfer oder als Ziegelträqer, als Kohlentrim­mer auf Seeschiffen oder als Landarbeiter zu schaffen.

Die betreffenden Beamten müssen in der frag­lichen Zeit von ihrem Arbeitslohn leben und ge­nießen in ihrer Tätigkeit keinerlei Vorteile. Ihre Bewährung in dieser Art der Volksverbundenheit ist maßgeblich mit bei späterer llebertragunq grö­ßerer politischer Aufgaben und bei Beförde­rungen.

kekord im stechen

«Ist es auch rarste», stak es doch Metstode''

K. H4u. Die LondonerTimes", die sich schon während des Weltkrieges mit anti­deutschen Greuelmeldungen unrühmlichst her­vortaten und in der Erfindung angeblicher deutscher Scheußlichkeiten mit dem Reuter- büro wetteiferten, haben dieser Tage einen neuen Rekord aufgestellt. Wir geben neben­stehend die wesentlichsten Stellen einer Lügenmeldung dieses englischen Blattes vom 28. April wieder, in dem ein allzu phanta« siebegabterJournalist" dieBombardie­rung" des baskischen Städtchens Guernica schildert und dabei besonders plastisch die (nur in seinen Angstträumen erfolgte) Teil­nahme deutscher Bombenflugzeuge hervor­hebt. Schon am Sonntag konnten wir die an sich selbstverständliche Tatsache bestäti­gen, daß Guernica weder von deutschen noch von nationalspanischen Bombern in Trümmer gelegt worden ist, sondern daß sich der Welt im Baskenland einzig und allein ein bolschewistisches Zerstö­rungswerk darbietet. Nunmehr liegen auch Augenzeugenberichte französischer Journalisten vor, die in aufrechtem Mut zur Wahrheit durch objektive Feststellungen am Ort des Geschehens den Lügenfeldzug der Times" in seiner ganzen Schamlosigkeit dem Urteil aller friedliebenden Europäer preisgeben. Uns sind die Aeußerungen, die wir im Anschluß an den erschwindeltenBe­richt" derTimes" wiedergeben, nicht zu­letzt deshalb außerordentlich wertvoll, weil sowohl die französische Nachrichtenagentur Havas" wie die ZeitungenLe Jour",Fi­garo" undEche de Paris" sich bisher nicht gerade durch eine deutschfreundliche Haltung auszeichneten. Man wird auch nicht sagen können, daß jene nach Guernica entsendeten ausländischen Journalisten die Geschäfte Francos besorgen, aber so möchten wir bei aller Genugtuung über die eindeu­tige Berichterstattung der genannten Blätter fragen werden die Leser der Londoner Times" von den Wahrnehmungen der Pa­riser Presseleute überhaupt Kenntnis er­halten?

Wir sind allerdings nicht geneigt, die eng­lischen Zeitungsleser für so kurzsichtig und engstirnig zu halten, wie es dieTimes" ihrerseits tun. Das Blatt besitzt die Stirn, eine Aufnahme vom zerstörten Guernica, die wir unseren Lesern gleichfalls nicht vor­enthalten wollen, mit der UnterschriftNach dem heftigen Bombardement" zu versehen. Das Bild ist ein schlagender, wenn auch un­gewollter Beweis dafür, daß die alte bas- kifche Stadt nicht bombardiert, sondern durch eine Feuersbrunst zerstört worden ist. Der englische Leser wird vergeblich nach einem Bombentrichter oder sonstigen Zeugen eines Angriffes aus der Luft suchen, viel­mehr ragen die kahlen Mauern als auf­schlußreiche Ueberreste eines Riesenbrandes gen Himmel. Sollte diese unfreiwillige . Selbstanprangerung derTimes" nicht auch die vorurteilsfreien Engländer, soweit sie das Bild kritisch betrachten, nachdenklich stimmen? In diesem Zusammenhang sei als ein erfreuliches Zeichen dafür, daß nicht alle Kreise der britischen Hauptstadt der unver­antwortlichen plumpen Lügenhetze zum Opfer gefallen sind, anerkannt, daß mehrere große englische Zeitungen, unter ihnen die Daily Mail", die Gesellschaft derTimes" in dem geschilderten Falle offensichtlich ge­mieden haben.

Der größte englische Dichter legt in seinem unsterblichen SchauspielHamlet" Polo- nius angesichts der vorgetäuschten Geistes­verwirrung des dänischen Prinzen die Worte in den Mund:Ist es auch Torheit, hat es doch Methode". Auch die Torheit der Times" hat Methode. Die dreiste Umbie- gung der Wahrheit in ihr Gegenteil sollte nämlich dem englischen Steuerzahler die Schrecken der Lustangriffe mit aller Ein­dringlichkeit vor Augen führen. Sie sollte die keineswegs volkstümliche englische Rllstungsanleihe ankurbeln und die Opfer- bereitschaft der Zeichnenden steigern. Genauer: Den englischen Rüstungsge­winnlern sollte unter die Arme gegriffen werden, ihr Geschäft sollte eine merkliche Belebung erfahren, damit sie durch ver­mehrte Auftragserteilung den durch höhere Besteuerung ihrer Gewinne entstehenden Verlust" wieder wettmachen könnten, Börsenhyänen hatten also das teuflische Werk in Szene gesetzt!

Daß wir die Dinge hier.keineswegs z> grell beleuchten, beweisen uns Inhalt und Gestaltung des vor einigen Tagen in London zur Uraufführung gekommenen englischen PropagandafilmsIbe Osp". Den Kino­besuchern werden in diesem durchsichtigen