Ausgabe 
(20.8.1934) Nr. 229
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

der Freien HanfestM öremen

Anzeigcn-Grundpreise: Die LL-mro-Zeile tni Anzeigenteil 12 Rps.. die 70-ww-Aeile im Textteil 7b Npf. Ermäßigte Grundpreise "" ^ '

Preisliste l. (Nachlaßstas

Ermäßigte Grundpreise <sstr kleine Anzeigen. Familienanzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen laut Preisliste l. sNachlaßstassel v.s Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß w Uhr Sprechzeit des Verlages werktäglich von 1213 Uhr. der Schriftleitung werktäglich von 18 17 Uhr

Einzelpreis Npf.

täglichem Erscheinen RM. 2 30 einschließlich 30 Rps. Zustellungsgebühr: durch d,° Post RM. 2,38 einschließlich Neberweisungsgebuhr, ausschl. Postbestellgeld. Der Bezugspreis ist im voraus zu entrich­ten. - Postscheck Hamburg 172 72. Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch aus Erstattung oder Ersatz.

NS.-Eauverlag Weser-Ems G. m. v. H., Zweigniederlassung Bremen, Eeeren 6-8 / Fernruf: Roland 628.

Nr. 229 / 3 . Vierteljahr

Montag, 20 . August

Das Gesetz Wer die Vereinigung der beiden höchsten Gtaatsämter von der Nation bestätigt

Adolf Kttlees Sie»

Das deutsche Volk stellt sich erneut in überwältigender Mehrheit hinter den Führer und Reichskanzler

90 Asseitt

u. Bremen, 20. August 1934. Die Volksbefragung hat mit einem Ergebnis von rund 90 Prozent der abgegebenen Stimmen für den Führer geendet. Dieses Ergebnis spricht eine eindeutig klare Sprache: Der Führer besitzt in vollem Umfange das Vertrauen des Volkes und an der Tatsache der Kraft und Macht des Nationalsozialismus in Deutschland ist nicht mehr zu rütteln und zu deuteln. Es handelt sich um einen überwältigenden Sieg der nationalsoziali­stischen Idee und der Persönlichkeit des Führers, der die Erwartungen übertroffen hat.

Die Bedeutung dieses Sieges liegt sowohl auf außen- wie auf innenpolitischem Gebiete. Außen­politisch gesehen zeigt das Ergebnis einer miß­günstigen Welt, daß alle Bemühungen der aus­ländischen Presse, die Stimmung in Deutschland umzufälschen, vergeblich sind. Jene zehn Prozent Nein-Sager und ungültige-Stimmen werden ein­fach erdrückt von der imponierenden Zahl der sich zum Führer Bekennenden. Selbst, wenn heute das Ausland herkommen wollte und würde von einer erheblichen Minderheit" sprechen, ine gegen den Nationalsozialismus eingestellt sei, so würde das nur der Ausdruck der Ver­zweiflung sein, daß man eben gegen die Tat­sache der inneren Festigung des Nationalsozia­lismus nicht anzurennen vermag. 2m übrigen würde im eigenen Falle ein Satz von 10 Prozent politischer Gegner im Auslande nur der Lächer­lichkeit preisgegeben sein. Man würde im Aus- land über diese Minderheit einfach zur Tages­ordnung übergehen. Hier aber in Deutschland muß man ganz besonders die Tatsache in den Vordergrund rücken, um die Bedeutung des Er­folges in seiner ganzen Größe zu erfassen, daß noch vor zwei Jahren rund 40 Parteien um die Macht im Staate gerungen und heute in freier unbeeinflußter Abstimmung sich 90 Prozent des Volkes auf einen Führer vereinigt haben. Daraus wird das Ausland erkennen, daß es heute und für alle Zeiten in Deutschland nur einen politischen Willen gibt, mit dem man sich abzu­finden hat. Die kühnen Prophezeiungen in einem gewissen Teil der Auslandspresse, daß es mit dem Hitler-Deutschland" bald zu Ende gehe, sind durch die Volksabstimmung jämmerlich ins Wasser gefallen. Nein, nun wird erst recht dasHitler- Deutschland" sich durchsetzen können, denn das Volk hat ihm das Vertrauen in größtem Umfange aus­gesprochen und damit bekundet, daß diesesHitler- Deutschland" in seinem Namen Politik treiben soll.

Innenpolitisch gesehen hat die Volksbefragung eine neue wesentliche Klärung der gesamten Lage gebracht. Die nationalsozialistische Regierung kann mit Mut und fester Entschlossenheit an die Bewältigung ihrer sich gesetzten

... -

Vorläufiges Endergebnis Bremen-Stadt:

Ja 167157. Nein 42 438, ungültig 5Ü16.

Insgesamt 214 669.

Aufgaben herangehen. Sie hat es heute bestimmt nicht mehr nötig auf das Jammergeschrei der Nörgler und Kritikaster irgendwie Rücksicht zu nehmen. Hinter ihr stehen 90 Prozent des Volkes. Jene 10 Prozent Außenseiter aber sind jene Kreise, von denen Hitler in Hamburg sagte, daß man sie nie versöhnen wird. Das sind die Kleri­kalen und reaktionären Kreise, die nach ihren ver­schwundenen politischen Fleischtöpfen schreien, und einige Ucberreste der früheren marxistischen Front. Wenn diese Nein-Sager hier und da etwas schärfer bei den Wahlergebnissen zum Ausdruck kommen, dann sprechen besondere lokale wirtschaftliche Ver­hältnisse mit. die nach ihrer Ansicht nicht schnell genug gebessert werden. Sie verlangen über Nacht ein Wunder, während sie unter dem alten System

treu und brav 14 Jahre auf ein Wunder gewartet haben und heute noch darauf warten würden, bis ihr seliges Ende gekommen ist. Wir haben des­halb auch im voraus diese Abseiter richtig in un­sere Rechnung einkalkuliert und können heute nur sagen, daß uns das Ergebnis von nur 10 Prozent Nein-Sagern angenehm enttäuscht hat. Nach alle- dem, wie sich diese Herrschaften vorher gebärdet haben, hätte man annehmen müssen, daß ihr Kreis bedeutend größer und einflußreicher gewesen wäre. Sie scheinen sich aber selbst überschätzt zu haben.

Die ungültigen Stimmen, die bei der Befra­gung abgegeben wurden, haben in der Hauptsache den Charakter völliger politischer Verständnis-

losigkeit. Man hat sie in größerer Zahl sogar dem verewigten Reichspräsidenten von Hindenburg zukommen lassen: auch eine ganze Reihe gefallener Größen ist unter diesen Stimmen.

Eine Lehre allerdings wird die Bewegung aus all diesen Tatsachen ziehen können: Man wird noch viel mehr Erziehungsarbeit, die bis ins Kleinste geht, treiben müssen. So ist man denn auch, wie uns heute nacht unser Berliner Mit­arbeiter drahtet, in maßgebenden politischen Krei­sen der festen Ueberzeugung, daß auch die noch Abseitsstehenden, wenn sie nicht völlig verhärtet sein sollten, wieder zur großen Front des Führers stoßen werden. Wir werden um ihre Seelen

kämpfen und ringen. Die Wucht der Tatsachen und die Gewalt der Leistungen werden auch sie im Laufe der Zeit überzeugen können.

Abgesehen von den großen Gesichtspunkten, unter denen man diese Wahl werten muß, erfüllt die Tatsache, daß der Führer als Persönlichkeit diesen ungeheueren Sieg erfochten hat, uns mit besonderer Freude. Welcher Souverän, welcher Premierminister konnte je eine solche unwahr­scheinlich anmutende Stimmenzahl ausweisen?! Es sind nur zwei Vergleichsmöglichkeiten gegeben: Die Präsidentenwahl in Amerika, aus der Roose- velt hervorging und die Volksabstimmung in Italien vom März d. 2 2n beiden Fällen ist es

Das Gesamtergebnis im Reich

Berlin, 20. August

Der Neichswahlleiter gibt das Ergebnis der Abstimmung wie folgt bekannt (es fehlen noch Teilergebnisse aus Mecklenburg sowie Ergebnisse der Abstimmung auf einzelnen

Bahnhöfen):

Zahl der eingetragenen Stimmberechtigten ' 42 045 860

Zahl der ausgegebenen Stimmscheine 3156 807

Gesamtzahl der Stimmberechtigten 45 202 667

Davon Za-Stimmen 38124 030

Nein-Stimmen 4275248

Gesamtzahl der gültigen abgegebenen Stimmen 42399278

Ungültige Stimmen 868543

Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen 43267821

Die Wahlbeteiligung betragt 95,7 v. H.

Von den abgegebenen Stimmen entfallen 89,9 v. H. auf Za-Stimmen und 10,1 v. H. auf Nein-Stimmen.

Die einzelnen Wahlkreise

Die Wahlkreise

Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen

Äa-Gtimmen

Nein-Stimmen

LtngMige

Stimmen

1 Ostpreußen.

1 420 406

1352 433

57 184

10 789

2 Berlin..

1 243 127

986 334

224 558

32 235

3 Potsdam II. .!....

1324 908

1089 887

201518

33 503

4 Potsdam I.

1 522 227

1 339 341

154642

28 244

5 Frankfurt a. d. Oder..

1103 508

1031112

58 417

13 979

6 Pommern .

1 287 447

1185 259

84 659

17 529

7 Breslau.

1259 259

1118 829

117 564

22 846

8 Liegnih ...

835 905

755 370

63 535

17100

9 Oppeln ...

875 674

793 216

66 652

15 806

10 Magdeburg..

1148 253

1026 446

99 953

21854

11 Merseburg..

982 619

884 631

78 474

19 514

12 Thüringen ... .,. 7 . 7 .-.

1588460

1 435 348

121 792

33120

13 Schleswig-Polstern .. . . .

1125 421

955 439

144 736

25 246

14 Weser-Ems ......

1038 108

873 745

137 124

27 239

15 Osthannover. .

736 519

663 176

61 436

11927

16 Südhannover-Braunschweig .

1351 285

1217 985

111 439

21861

17 Westfalen-Nord .....

1663 851

1360 449

255 454

4? 948

18 Westfalen-Süd ..

1652 246

1407 723

209 045

35 478

19 Lcsscn-Nassau .

1748 611

1573 238

145 114

30 259

20 Köln-Aachen .

1 499 971

1 193 894

264 955

41122

21 Koblenz-Trier .

877 890

742 600

105 729

29 561

22 Düsseldorf-Ost .

1439 279

1276 992

144 208

18 079

23 Düsseldorf-West .

1 212 208

1 087 954

103 029

21225

24 Oberbayern-Schwaben.

1850 200

1 655 395

164 291

30 514

25 Niederbayern.

847 128

770 343

61391

15 394

26 Franken.

1 721 370

90 612

33 662

27 Pfalz.

648 434

622 359

21829

4 246

28 DresdenBautzen .

1338 563

1200 965

105 568

32 030

29 Leipzig.

921 765

764 905

133 740

23120

30 ChemnitzZwickau .

t 319 059

1 160 764

124 632

33 663

31 Württemberg.

1847 887

1 697 300

118 545

32 042

1592 905

1406 876

143 763

42 266

33 Pesscn-Darmstadt .

973 479

863 965

89 804

19 710

840 231

650 872

167 990

21369

35 Mecklenburg .. ..

482 109

425 924

48 585

7 600

bedeutsam, gleichzeitig die einzelnen Zahlen der Länder zum Vergleiche heranzuziehen.

Roosevelt erhielt am 9. März 1932.20193 000 Stimmen bei einer Einwohnerzahl Amerikas von 122 000 000. Sein Konkurrent Hoover erhielt da­mals 16 202 000 Stimmen. Mussolini errang im März 1934 von ungefähr IOl-4 Millionen Wahl­berechtigten über 10 Millionen Stimmen; aber es

Flaggen heraus!

Deutschland flaggt am Montag zu Ehren des Wahlergebnisses Berlin, 20. August 1934.

Aus Anlaß des überwältigenden Treue­bekenntnisses des deutschen Volkes zu seinem Führer Adolf Hitler flaggen die Gebäude des Reiches, der Länder, der Gemeinden, der Körperschaften des öffentlichen Rechtes und der öffentlichen Schulen auch am Mon­tag, dem 2V. August.

Reichsminister des Inner« I. V.: Psundtner.

erscheint bedeutsam, dabei zu sagen, daß nur ein Viertel der Eesamtbevölkerung Italiens von 41 Millionen Wahlberechtigten Stimmen abge­geben hat. Demgegenüber ist festzustellen, daß Adolf Hitler in freier und geheimer Wahl aufge­rufen hatte: jeder Mann konnte unbeeinflußt und ohne jeden Zwang sein Wahlrecht ausüben. Und das ist geschehen.

Bei dieser Gelegenheit ist es auch zweckdienlich, die fanatische Entwicklung der politischen Lauf­bahn des Führers an den Beispielen der vergan­genen Präsidentenwahlen zu demonstrieren. Am 26. April 1928 erhielt Hindenburg 14 658 766 (48,3 Prozent der Stimmen). Sein Gegenkandidat Marx erhielt 13 751000. Bei der Präsidentenwahl am 13. März 1932 erhielt Hindenburg 18 651497 (49,6 Prozent), Adolf Hitler 11349 446 (30,1 Pzt.) Am 10. April 1932 erhielt Hindenburg 19 359 983 (53,0 Prozent). Hitler 13 418 547 (36,8 Projent). Die Stimmen Hitlers und Hindenburgs betrugen dabei 32 700 000; die sämtlichen gültigen Stimmen mit Einschluß der Kommunisten betrugen 36 490 000. Adolf Hitler hat also am 19. August über 2 000 000 mehr erhalten, als am 10. April 1932 überhaupt gültige Stimmen abgegeben wor­den sind. Diese Gegenüberstellung beweist am besten, wie ungeheuer groß das Vertrauen des Volkes auf Adolf Hitler ist.

Es kann sich, nachdem das erste vorläufige End­ergebnis der Abstimmung vorliegt, natürlich zu­nächst nur um eine ganz nüchterne Betrachtung handeln. Aber das eine steht fest: Der 19. August ist für den Nationalsozialismus in Deutschland ein Sieg aus der ganzen Linie, für den Führer der Dank des Volkes für seine selbstlose auf­opfernde Arbeit und für das deutsche Volk als Nation der endgültige Sieg über jene dunklen Mächte, die immer versucht haben, aus Eigennutz und Unverstand das Volk auseinanderzutreiben.

Wir gehen mit guter Zuversicht an die Arbeit der Zukunft!

Ergebnisse in Großstädten

Eroß-Berlin: Ja 2 450 859: Nein 492 563; Un­gültig 75129. Insgesamt 3 018 551.

Königsberg: Ja 213 083; Nein 8096; Ungültig 885. Insgesamt 222 361.

Dresden: Ja 392 997; Nein 42 403; Ungültig 10 713. Insgesamt 446 093.

Leipzig: Ja 381629; Nein 88 229; Ungültig 12 699.

Münster: (Ohne Hauptb.): Ja 410 372; Nein 49 361; Ungültig 7373.

Köln Ja 387 980; Nein 95 022; Ungültig 9830. Stimmsch. 35 086.

Allenstein: Ja 22 846; Nein 1284; Ungültig 167.

Nürnberg: (m. Hauptb.) Ja 250 122; Nein 19 868; Ungültig 4558.

Vreslau: (ohne Hauptb): Ja 341 664, Nein 63 383; Ungültig 8361. Insgesamt 413 408.

Eroß-Dortmund: Ja 276 766; Nein 54 039; Un­gültig 7839. Insgesamt 338 698. Stimmsch. 14 854.