Ausgabe 
(19.8.1934) Nr. 228
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Nr. 228 / 3 . Vierteljahr

Sonntag, iy. August

Einzelpreis 12 Rpf.

Vie ganze Nation sagt 1a!

Me Volksbefragung muß zu einer beispiellosen Vertrauenskundgebung für den Düstrer werden

MM ^ k'.L. Bremen, 19. August.

M > Der Tag von Hamburg

I I H I am 17. Auyust war nicht nur W I I M ein Erlebnis für die Ham- ^ burger. Es war das große Erlebnis des deutschen Vol­kes in der Vorwoche zur Volksbefragung. Wie in Hamburg die Hun­derttausende stundenlang wie eine Mauer standen, um für wenige Augenblicke das Ge­sicht des Führers zu erhäschen, wie sie in eine Begeisterung gerieten, die, man möchte wohl sagen, fast einzig in der Geschichte des Ham­burger Staates dasteht, so sahen und standen draußen im Reiche die Millionen Volks­genossen vor dem Lautsprecher und verfielen derselben Begeisterung, als sie des Führers Stimme hörten.

Es wäre eigentlich heute, am Tag der Ab­stimmung, nachdem der Führer selbst ge­sprochen hat, wenig, mehr zu sagen. Wer in Deutschland noch immer nicht das reine, selbstlose Wollen des Führers erkannt hat und diese Selbstlosigkeit nicht rückhaltlos auch anerkennt, kann nur schlechten Willens sein. Der weiß dann bestimmt nicht, was der Begriff „Deutschland" überhaupt bedeutet, und wenn er tausendmal sich klüger dünke hie-anderen, so würde er beieinem „Nein" Mir se-ine - -bodenlose Dummheit bezeugen. Denn ex schlüge nicht Hitler ins Gesicht, son­dern er würde sich selbst nach Narrenart ohr­feigen.' Wirckennen sie'gut,'diese Nörgler, die nach dem 3/ August sich gleich künstlich auf­regten, daß bei einer Reichspräsidentenwahl doch das Volk erst befragt werden müßte und dann, nachdem die Volksbefragung an­geordnet, darüber jammern, das Volk werde wieder unnötig aufgeregt und das Geld für eine Volksabstimmung würde zum Fenster hinausgeworfen. Wir kennen sie gut, diese sogenannten „Trotzigen", die der Wahl fern bleiben werden, um „süße Rache" zu üben, weil sie nicht mehr das Geld so einhamstern kön­nen wie früher. Aber sie sollen es sich gesagt sein lassen, daß für sie einmal die Stunde der Reue kommen wird, daß ihr Gewissen, wenn sie es nicht schon ganz durch den Strick der Selbstsucht erwürgt haben, einmal Rechenschaft von ihnen fordern wird.

Der Führer hat in Hamburg mit dem Volke in der offensten und ehrlichsten Form gesprochen.. Er hat nichts beschönigt, nichts übertrieben — er hat einfach die nackten Tat­sachen sprechen lassen. Was er vom Volk forderte, waren Gerechtigkeit und Vernunft, ab^r auch stärkster Glaube an eine deutsche Zukunft. Gebe Gott, daß unser Volk einmal in seiner Gesamtheit so glaubensstark wird, wie der Führer. Wir sehen ihn noch im Geist, wie er in seiner Hamburger Rede mit der Kraft der vollen Ueberzeugung ausrief: Wir werden die Arbeitslosigkeit ganz bezwingen, weil wir sie eben bezwingen müssen! Für ihn gibt es keine Schwierigkeiten, die nicht einmal beseitigt werden könnten. Wie klein erscheinen ihm gegenüber alle jene Menschen, die immer nur mit der Brille der Gegenwart die Dinge sehen! Wenn sich irgendwo - eine Schwierigkeit ergibt, flugs ist ihnen das Herz in die Hosen gesunken. Schon suchen sie nach Kompromissen, werden nervös und machen Dummheiten. Aus dieser Kleingeisterei ent­wickelt sich das Nörglertum, von dem der Führer sehr richtig gesagt hat: „Ohne Kritik kann ein Volk leben, ohne Arbeiter aber nicht!" Und ein andermal erklärte der Füh­rer, „es gibt wohl Tausende, die es besser wissen, aber nur wenige, die es besser machen können!" Die Kritik steht eben heute im nationalsozialistischen Staat so wenig hoch im Kurs, weil ihr die Qualität fehlt. Die Kritik am falschen Platz aber wird von jenen Leuten meist ausgeübt, die sich früher ohne Wimper- zucken im alten System das Unglaublichste haben gefallen lassen und die heute noch nicht einsehen, daß gewisse wirtschaftliche Schwie­rigkeiten nur das üble Erbe eines verlotter­ten Systems sind. Um die Folgen dieses alten Systems zu beseitigen, wird es der Kraft­anstrengung des ganzen Volkes bedürfen. Wir werden daher in Zukunft noch viel weniger moralisches Recht haben, Kritik zu üben, als viel mehr eine verdammte Pflicht und Schuldigkeit, uns zu wirklichen Tat­menschen herauszubilden.

Das deutsche Volk wird aber auch weiter, wie aus der Rede des Führers in Hamburg hervorgeht, in Zukunft weniger darauf be­dacht sein können, mit angsterfüllter Miene ständig ins Ausland zu blicken. Die früheren Regierungen des Reiches katzbuckelten vor dem Auslande, um einige Gnadenbrocken zu erhascken. damit sie dem Volke sagen konn­ten: Sekt, wi" ckcktig wir sind! Aber jeder Gna^'M ioRei! kostete dem deutschen Volk

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ein Stuck Unabhängigkeit. Dieser falsche Weg, der die Innenpolitik durch die Außen­politik bestimmen sollte, ist unter national­sozialistischer Führung verlassen worden. Wir bestimmen unsere Innenpolitik aus eigener Ueberzeugung und bauen unser Reich und unsere Zukunft aus eigener Kraft. Des­halb sind außenpolitische Erfolge an sich sehr schön und nützlich, sie werden aber nie be­stimmend für unsere innenpolitischen Ver­hältnisse sein. Die Welt hat uns zum Einzel­gänger gemacht — gut! Wir wollen ihr zei­gen,' daß dieser Einzelgänger Kraft und Stolz genug hat, auch sein Eigenleben zu leben.

Der verstorbene Reichspräsident von Hin- denburg hat in seinem politischen Testamen: dem Führer gedankt, daß er das deutscht Volk endlich zur geschlosienen Einheit über geführt Habs und er schloß die Augen mü­der Ueberzeugung, daß was er im Jahre i.919 ersehnte und was in langsamer Reife zu dem 30. Januar 1933 führte, zu voller Er­füllung und Vollendung der geschichtlichen Sendung unseres Volkes reifen werde. Wir aber, die wir dieses Vermächtnis des teuren

Toten zu treuen Handen erhielten, haben bie heilige Verpflichtung, unsere ganze Persön­lichkeit dafür einzusetzen, saß die geschicht­liche Sendung unseres Volkes sich dereinst erfüllen kann. Heute am 19. August ist zum ersten Mal nach dem Tode Hindenburgs der Zeitpunkt gekommen, daß wir diesen Willen offen mit der Tat bekunden können. Das „Ja", das wir dem Führer geben, wird in der Welt verstanden werden als der Aus­druck des unbeugsamen Willens, daß wir mit der Welt in Frieden leben wollen, daß aber auch niemand das Recht hat, uns zu befehlen oder sich in unsere Verhältnisse einzumischen. Wir sind seit dem 30. Januar 1933 wieder nündig geworden und dabei bleibt es für lle Ewigkeit.

Du aber, Deutscher, zeige mit deinem „Ja!" atz du politisch reis und mündig bist und die Staatsnotwendigkeiten erkannt hast, denn dieser 19. 9ugust ist ein sehr ernster Tag für das deutsch« Volk, an dem die Welt sich ein festes Urteil über Deutschland bilden kann.

Katholische Bittgottesdienste

Der Bischof von Speyer zur Volksabstimmung

Speyer, 18. August.

Der Bischof von Speyer hat sich in einer Bekanntmachung an seine Gläubigen ge­wandt und Gottes Hilfe, seine Erleuchtung und seinen Schutz auf die Volksabstimmung am 19. August herabgefleht. Es werden Bitt­gottesdienste veranstaltet, zu denen die Gläu­bigen durch vermehrtes Läuten aufgefordert werden.

Hannover. 18. August.

Der katholische Bischof von Osnabrück ». Berning gibt im „Hannoverschen Ku­rier" folgende Erklärung zur Volksabstim­mung ab:

„Ich halte es für eine selbstverständlich? Pflicht eines jeden Deutschen, daß er um der Geschlossenheit und der Einigkeit des deut­schen Volkes willen zu der Frage des Füh­rers freudigIafag t."

U. K1U. Bremen, 19. Aug. Auf jede Stime kommt es heute an! Wer nicht zur Wahlurne geht, um in freier, geheimer Abstimmung sein Ja für Adolf Hitler abzu­geben, zeigt damit :

daß er den Ehrennamen Deutscher Volks­genosse nicht verd -nt,

deck für ihn noch immer Eigennutz vor Ge­meinnutz geht,

daß er den Sinn der Volksbefragung nicht begriffen hat,

daß er dem Führer für seine Treue nicht - danken will,

daß er außerhalb der deutschen Volksge­meinschaft steht,

daß die nationalsozialistische Revolution an ihm spurlos vorübergegangen ist,

daß er nicht wert ist, den Aufbau Deutsch­lands mitzuerleben,

daß er den ausländischen Hetzern in die Hände arbeiten will,

daß er zu den Schädlingen der Station ge­hört, kurz:

daß er seine Pflicht nicht erfüllen will.

Wer dies alles mit Entrüstung weit von sich wei, — und wer sollte es nicht tun? — der begibt sich heute in sein Wahllokal. Also geben wir alle unsere Stimme ab! üso zeicknen wir ohne Ausnahme das Kreuz in den Ja-Kreis! Denn wir wollen:

dem Führer wieder unser restloses Ver­trauen bekunden,

d»i. Tag der Volksbefragung als einen Tag der Volksgemeinschaft erleben,

dem Ausland die Geschlossenheit der Nation vor Augen führen,

sür die nationalsozialistische Idee mit der Tat eintreten,

Gemeinnutz wirklich vor jeden Eigennutz stellen,

mitmarschieren und mitstreiten, nicht nur mitreden,

mit den Waffen des Friedens das Reich be­freien helfen,

Hindenburgs Mahnung „Seid einig!" restlos Folge leisten,

Adolf Hitlers treue Kampfgenossen sein und bleiben, kurz:

aus freiem Entschluß unsere Pflicht erfüllen.

Also geben wir unserem Führer unsere Ja-Stimmen nicht nur in Gedanken: wir werfen sie in die Wahlurne! Das Wort Wahlmüdigkeit ist für diese wie für jede nationalsozialistische Volksbefragung aus dem deutschen Sprachschatz ausgemerzt. Die ganze Nation sagt heute I a !

An alle Vreußen!

Ausruf des preußischen Ministerpräsidenten Göring

Berlin, 18. August.

An alle Preußen!

Der Geist Hindenburgs lebt unsterblich in seinem Volke. Mit ihm lebt der alte preu­ßische Staatsbegrisf, dessen ewige Ethik an territoriale Grenzen nicht gebunden ist und heute das ganze Reichsgebiet erfüllt.

Mut und Kraft, Besonnenheit und Diszi­plin. Sauberkeit und Sparsamkeit, das ist der Inhalt echten Preutzentums, das sind die Tugenden, die allein ein Volk grotz und glücklich machen. In dem höheren Sinne wahren Preutzentums gibt es keinen echte­ren Preußen als unseren Führer Adolf Hit­ler. Das beweist sein persönlicher Mut und seine Verantwortungsfreudigkeit, die Größe und Stärke seines Charakters, die Lauter­keit und Bescheidenheit seines Wesens.

Schon Hindenburg war uns die Verkörpe­rung unserer höchsten Ideale. In Adolf Hit­ler sehen wir ihre vollendete Erfüllung im Dritten Reich.

WirPreutzen wollen deshalb am 19.August uns der Tradition unserer Väter würdig zeigen und geschlossen antreten, um unsere Pflicht zu erfüllen.

Unsere Pflicht heißt: Ein „Ja" für Adolf Hitler!