Ausgabe 
(17.8.1934) Nr. 226
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Senats

-er Freien Hansestadt vremen

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Nr. 226 / 3. Vierteljahr

Freitag, 17. August

Einzelpreis 15 Rps.

Heute spricht der Führer

Der Staatsbesuch Adolf Hitlers in Hamburg / Vorfreude in der Hansestadt

Hamburg, 16. August.

Die Nachricht, daß der Führer der Freien und Hansestadt Hamburg einen offiziellen Besuch ab­statten und von hier seine große Rede an das deutsche Volk halten werde, hat ein gewaltiges und freudiges Echo gefunden. Eine fieberhafte llnruhe hat die sonst so „kühlen" Hamburger und nicht weniger das Hamburger Hinterland und die Nachbarschaft ergriffen. Der Staatsbesuch unseres Führers ist das ausschließliche Gesprächs­thema geworden und die Fernsprecher bei den Behörden, den Parteistellen und den Zeitungen kommen nicht mehr zur Ruhe. lleberall wird nach den Einzelheiten des Programms, nach den Durchsahrtsstratzen, nach der Wohnung des Füh­rers in Hamburg, nach den besten Plätzen beim Empfang im Rathaus und der großen Rede am Abend gefragt. Alle wollen den Führer hören. Das ist eine Aufgabe, die sich dank der segens­reichen Erfindung des Rundfunks und der freu­digen Bereitwilligkeit aller Rundfunkbesttzer zum Gemeinschaftsempfang leicht bewerkstelligen läßt. Alle wollen auch den Führer sehen. Das ist auch ein Problem, das für eine Stadt von mehr als IV- Millionen Einwohnern trotz der herrlichen breiten Straßen und der schönen Plätze nicht leicht zu lösen sein wird.

Bereits am Mittwoch wurden die organisatori­schen Vorbereitungen begonnen. 24 Stunden spä­ter waren schon tausend fleißige Hände dabei, döin Stadtbilde einen feierlichen und würdigen Skahmen zu geben. Vor allem in den Stadtteilen Eroß-Borstel, Eppendorf, Harvestehude, Rother­baum, die der Führer nach seiner Ankunft im Flughafen Fuhlsbüttel auf dem Wege in die Innenstadt berühren wird, herrscht Hochbetrieb. Fahnenmasten werden aufgestellt, Girlanden ge­spannt, Transparente gezogen, frisches Grün an Türen und Fenstern angebracht. In den Aus- lagen der großen und kleinen Geschäfte erscheinen Bilder, Büsten und Plaketten des Führers, um­rahmt von Fahnen, umkränzt mit Grün und Blumen. Von allen Plakatsäulen aber leuchtet das Bild des Reichskanzlers in seiner einfachen Uniform, so wie es das deutsche Volk, das ihm freudig und vertauensvoll folgt, in seinem Her­zen trägt. Hamburg aber ist freudig und stolz zu­gleich, denn es wird in wenigen Stunden den Führer in seinen Mauern haben.

Auf dem Adolf-Hitler-Platz vor dem Rathause, das gleichfalls schon außen und innen einen fest­lichen Schmuck erhält, werden neben den Fahnen­masten auch Pilz-Lautsprecher aufgestellt, die erstmalig in Hamburg Verwendung finden und auf dem von hohen staatlichen Gebäuden um­gebenen Platz einwandfreie Verständigung

ermöglichen und die Worte des Führers auch in die benachbarten Stratzenzüge, den Alten Wall, den Plan, die Mönckebergstraße tragen sollen. Den gleichen farbenfrohen Schmuck zeigen bereits die sieben anderen großen Plätze Hamburgs, auf denen Uebertragungen stattfinden. Ein besonders festliches Bild aber wird endlich der Hafen bilden, den der Führer auf einer Rundfahrt besuchen wird. Auf allen Schiffen ist am

Donnerstag Groß-Reinemachen. An den Lager­häusern steigen die Fahnen auf, werden große Hakenkreuze angebracht, Girlanden gezogen, die Tore mit Grün eingefaßt. Von den Gebäuden der Innenstadt ist vornehmlich die Universität außerordentlich stilvoll geschmückt. Aber auch der Hauptbahnhof, in dessen Durchgängen Girlanden mit Glühlampen angebracht sind, macht jeden Ankommenden sofort auf das festliche Ereignis, das der Hansestadt bevorsteht, aufmerksam. In Anbetracht dieser Vorbereitungsarbeit sind die siir Donnerstag angesetzten Wahlkundgebungen im Stadtgebiet Hamburg abgesagt, während sie im Landgebiet durchgeführt werden.

Die Büros der Staatsbehörden Hamburgs sind am Tage des Staatsbesuches geschlossen, ebenso auch die Wertpapierbörse, während die Banken und zahlreiche Firmen wie an den Sonnabenden um die Mittagszeit schließen. Die Gewerbekam- mer hat ein entsprechendes Ersuchen an ihre Mit­glieder gerichtet. Der Führer trifft um 13 Uhr auf dem Flugplatz in Fuhlsbüttel ein. Ueber der Empfangshalle strahlt ein riesiges Hakenkreuz, die Fahnenmasten sind mir Girlanden verbunden und vom Flughafen an zieht sich ein Meer von Fahnen bis in die Stadt. Auf dem Flughafen nehmen die Ehrenabordnungen der Reichsmarine, der nationalen Verbände, sowie eine Ehren- hunderlschast der Landcspolizei mit Fahnen, Musik und Spielmannszug Aufstellung. An der Epalicrbildung beteiligen sich selbstverständlich alle Gliederungen der Partei, aber auch die na­tionalen Verbäirde, die Turn- und Eportgemeind« Hamburgs, die Schulen usw. Nach Abschreiten der Front fährt der Führer zum Rathaus, wo der feierliche Empfang durch den Senat der Freien und Hansestadt Hamburg stattfinden wird.

Um 17 Uhr fährt der Führer vom Rathaus zur Besichtigung der Hamburgischen Hafenanlagen. Für die Zeit von 18 bis 20 Uhr sind eine Reih- v°n Empfängen im Hotel „Atlantik" vorgesehen. An die Hamburger Bevölkerung ist daher das Er­

suchen gerichtet worden, in dieser Zeit, in der der Führer durch die Wahrnehmung der Regie- rungsgeschäfte in Anspruch genommen ist, vor dem Hotel und in den umliegenden Straßen Ruhe zu bewahren und keinerlei Ansammlungen vorzu­nehmen, da der Reichskanzler den Wünschen, sich zu zeigen, nicht nachkommen könne.

llm 20.30 Uhr spricht der Führer vom Rathaus- saal über alle deutschen und viele ausländische Sender zum deutsche» Volk. Nach Beendigung der Rundfunkrede wird er nach einer Ankündigung der Gauleitung noch vom Balkon des Rathauses zu den versammelten Massen das Wort nehmen.

Für den Abend hat Hamburg noch eine be­sondere Aeberraschung vorbereitet, eine fest­liche Illumination der ganzen Stadt. Es bedarf keiner Betonung, daß vom Adolf-Hitler-Platz aus, der einen wundervollen Durchblick auf die so reizvolle Vinnenalster ge­stattet, diese Fensterillumination ein prachtvol­

les Bild geben wird. So hat das schöne Ham­burg alles getan, sich zum Empfang des Reichs­kanzlers zu schmücken. Es weiß die hohe Ehre, daß der Führer gerade von hier aus sprechen wird, wohl zu schätzen. Schon jetzt, wo die Vor­bereitungen erst begonnen haben, und lange noch nicht vollendet sind, spürt man, daß Hamburgs ganze Bevölkerung vom hohen Senat herab bis zum einfachsten Arbeiter sich geschworen hat, dem Führer einen Empfang zu bereiten, wie er, um mit einer Hamburger Zeitung zu sprechen, „wohl noch nie einem Menschen in unserer Stadt zu­teil geworden ist.

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Die Reichspropagandaleitnng gibt bekannt:

Der Führer spricht am Freitag, dem 17. Au­gust, 20.30 Uhr bis 22 Uhr vom Hamburger Rat­haus über alle deutsche» Sender.

Diese große Rede wird vom ganzen deutschen Volk gehört. Die Organisationen der NSDAP.

habe» dafür im weitesten Umfange Eemeinschafts- empfang vorbereitet.

Volksgenossen und Volksgenossinne»!

Es darf am Freitagabend in Deutschland nie­manden geben, der die Rede des Führers nicht hörte.

Nebe» den großen gemeinsamen Kundgebungen sollen sich diejenigen» die nicht daran teilnehme» können» zum gemeinschaftlichen Empfang in den Wohnungen versammeln.

Volksgenossen ohne Rundfunk solle» von sol­chen, die Rundfunk besitzen» eingeladen werden, mit ihnen zusammen die Rede des Führers zu hören.

Die Kundgebungen aus öffentlichen Plätzen, die die Rede des Führers übertragen, müssen gewal­tige Demonstrationen der Einheit und des Ver­trauens des deutschen Volkes zu Adolf Hitler werden.

Reichspropagandaleituug der NSDAP.

Der Wille zum Ausgleich Berlin - Wien

Gonbergesandter v. Vapen beim Bundespräfldenten NNklas

Wien, 18. August.

Amtlich wird mitgeteilt: Der nenernannte deutsche Gesandte Franz von Papen ist Donners­tag, um 12 Uhr mittags, in Begleitung des diplo­matischen Personals der Gesandtschaft beim Vun- despräsidente« Mitlas erschienen, um ihm sein Beglaubigungsschreiben zu überreichen. Der Ge­sandte wurde vom Kabinettskommissär Dr. Kolli feierlich eingeholt. Eine Ehrenkompagnie leistete bei der An- und Abfahrt, unter den Klängen des Eeneralmarsches die Ehrenbezeugung. Bei der Ueberreichung des Beglaubigungsschreibens, die nach Austausch freundschaftlicher Ansprachen statt­fand, waren Bundesminister Dr. Verger-Wal- dcnegg und Kavinettsdirektor Klastersky anwesend.

Bei der Ueberreichung des Beglaubigungs­schreibens hielt Gesandter von Papen folgende Ansprache: „Herr Vundespräsident! Vom Herrn deutschen Reichskanzler als Außerordentlicher Ge­sandter und Bevollmächtigter Minister in beson­derer Mission nach Wien entsandt, habe ich die Ehre, Eurer Exzellenz mein Beglaubigungsschrei­ben zu überreichen, das zugleich von der Abbe­rufung meines Herrn Amtsvorgängers Mittei­lung macht. Indem ich das ehrenvolle Amt über­nehme, die deutsche Regierung bei der österreichi­schen Regierung zu vertreten, bin ich mir der hohen Bedeutung und Verantwortung der Auf­gaben bewußt, die dieses Amt gerade unter den gegenwärtigen Verhältnissen in sich schließt.

Es ist der Wunsch der Reichsregierung und zu­gleich das letzte Vermächtnis -es verewigten Reichspräsidenten, Eeneralfeldmarschall von Hin- denvurg, an mich, daß das leider getrübte Ver­hältnis zwischen Deutschland und Oesterreich wie­der in normale und freundschaftliche Bahnen ge­leitet werde. Mein vornehmstes Bestreben wird es daher sein, meine ganze Kraft für die Verwirk­lichung dieses Wunsches einzusetzen und so dazu beizutragen, daß sich in unseren staatlichen Be­ziehungen die Gefühle der Freundschaft wieder­herstellen, wie sie unserer tausendjährigen Stamm- und Kulturgemeinschaft entsprechen.

Ich trete an diese große Aufgabe voll Zuver­sicht heran, weil ich des festen Glaubens bin, daß die auf Blutsverwandtschaft und gemeinsamer Geschichte beruhenden Bande zwischen unseren beiden Ländern unzerstörbar sind und weil fer­ner eine Zusammenarbeit auf geistigem, sozialem und wirtschaftlichem Gebiet für den europäischen Wiederaufbau unerläßlich ist. Deshalb hege ich die Hoffnung, daß ich bei meiner Tätigkeit auf die hohe Unterstützung Eurer Exzellenz und die unentbehrliche Mitwirkung der österreichischen Regierung rechnen kann.

Auf diese Ansprache des Gesandten von Papen antwortete Vundespräsident Miklas: „Herr Ge­sandter! Mit Vergnügen nehme ich aus Ihren Händen das Schreiben entgegen, durch das Sie sein« Exzellenz, der Herr deutsche Reichskanzler, als Außerordentlichen Gesandten und Bevollmäch­tigten Minister des Deutschen Reiches in Wien beglaubigt. Gleichzeitig übernehme ich das Ab­berufungsschreiben betreffend Ihren Vorgänger, den Herrn Gesandten Dr. Kurt Rieth.

Mit Genugtuung habe ich Ihren Worten ent­nommen, daß Eure Exzellenz in erster Linie mit der besonderen Mission betraut sind, im Sinn« Ihres nun in Gott ruhenden großen Reichspräsi­denten, Eeneralfeldmarschall von Hindenburg, das Verhältnis zwischen Oesterreich und dem Deutschen Reich wieder zu einem normalen zu gestalten.

Ich Litte Eure Exzellenz, die Versicherung ent­gegenzunehmen, daß es auch mein aufrichtiger Wunsch ist, unseren Beziehungen von Staat zu Staat wieder jenen freundschaftlichen Charakter' zu geben, der den geschichtlichen Gegebenheiten und so vieler Gemeinsamkeiten in Sprache und Kultur unserer beiden Staaten entspricht. In dem Bestreben nach Durchführung dieser Ausgabe wer­den Eure Exzellenz bei mir und der Bundesregie­rung jederzeit die vollste Unterstützung finden.

In diesem Zusammenhang drängt es mich, auch der Hoffnung und zuversichtlichen Erwartung Ausdruck zu verleihen, daß auch aus wirtschaft­lichem Gebiet die zwischen unseren beiden Staaten bestehenden Störungen beseitigt werden und daß es uns gegönnt sein wird, in wirtschaftlicher Zu­sammenarbeit mit den anderen Ländern Europas zur Ueberwindung der allgemeinen Wirtschafts­krise und zur Förderung des Wohlstandes der Völker beizutragen.

Indem ich Eure Exzellenz aufrichtig bitte, in diesem Sinne aus meine Mitwirkung zu rechnen, heiße ich Sie, Herr Gesandter, in Oesterreich freundlichst willkommen."

Daran knüpfte sich eine in herzlichen Worten gehaltene Unterredung zwischen dem Vundesprä- sidenten und dem Gesandten von Papen.

Flaggen heraus

Berlin, 16. August.

Die Reichspropagandaleituug gibt bekannt: Am Freitag, dem 17. August, spricht der Führer zum deutschen Volk. Am Sonntag legt das deutsche Volk durch ein einstimmiges „Ja" sein Treuebekenntnis zum Führer und Volks- kanzler ab. Diese Tage sollen Festtage der Na­tion sein. Deshalb geht an die Eesamtbevöl- kerung der Ruf:

Heraus mit den Fahnen!

Vom 17. bis 19. August wehen in Stadt und Land die Banner der Nation.

Von allen Fenstern und Türmen sollen die Siegenszeichen des erwachten Deutschland grüßen. Sie sollen der Welt zeigen, daß die deutsche Na­tion und ihr Führer eins sind.

sgez.:) Dr. Goebbels, Reichspropagandaleiter der NSDAP.

H-

Das deutsche Volk bekennt sich am 19. August geschlossen und freudig zu seinem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Aus diesem Anlaß flaggen auf Anordnung der Rcichsregierung von Freitag, den 17.» bis einschließlich Sonntag, den 19. August, sämt­liche Gebäude des Reiches, der Länder, der Gemeinden, der Körperschaften des öffent­lichen Rechts und der öffentlichen Schulen. Diese Anordnung wird hiermit den Behör­den amtlich mit dem Hinzufügen bekannt­gegeben, daß eine schriftliche Mitteilung der Anordnung on sie nicht ergeht.

Rücksendung von Gtimmscheinen

Berlin, 16. August.

Der Reichsminister des Innern hat die Landesregierungen ersucht, die Gemeinde­behörden anzuweisen, die am Abstimmungs­tage vor dem Wahlvorstand ordnungsmäßig abgegebenen Stimmscheine bis zum 22. August an die Gemeindebehörden des Aus­stellungsortes zu übersenden.

Diejenigen Wahlberechtigten, die von ihren Stimmscheinen aus irgendwelchen Gründen keinen Gebrauch gemacht haben, werden in ihrem eigenen Interesse aufgefor­dert, die nicht benutzten Stimmscheine bis zum gleichen Zeitpunkt an die Gemeinde­behörden des Ausstellungsortes zurückzu­senden.

Zum 19. August

Reichsjustizkommissar Dr. Frank sagt in einem Aufruf an die deutschen Juristen: Am 19. August werden wir deutschen Juristen als Wahrer und Gestalter deutschen Rechts der Welt unser uner­schütterliches Vertrauen und unseren Glauben an den Führer der Nation und Kanzler des Reiches, Adolf Hitler, durch unser „Ja" beweisen. Ein Reich — ein einig Volk — ein Führer!

Staatssekretär Hierl: Adolf Hitler an der Spitze des deutschen Volkes bedeutet kraftvolle Führung, Gerechtigkeit und Frieden im Innern, bedeutet Frieden und Ehre nach außen Für jeden Deutschfllhlenden, verantwortungsbewußten Volks­genossen ist daher die ausdrückliche Zustimmung zu dem Gesetz selbstverständliche Pflicht.

Lieber alle deutschen Sender. . .

Berlin, 16. August.

Die Reichssendeleitgng teilt mit: Bei Gelegen­heit des Staatsbesuches, den der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler am Freitag, dem 17. August, der Freien und Hansestadt Hamburg abstattet, werden alle deutschen Sender von mittags 1 Uhr bis abends 11 Uhr Eemeinschafts- programm von Hamburg senden. Das Programm sieht vor: Funkbericht von der Ankunft ves

Führers in Hamburg und Uebertragung seines Eintreffens im Rathaus. Nachmittags wird das Mikrophon durch den Hamburger Hafen wandern. Zwischendurch gibt es Unterhaltungsmusik aller Art, die in den späteren Nachmittagsstunden fort­gesetzt wird mit einem Rundgang durch bekannte Stätten in der Umgebung Hamburgs. Innerhalb dieser bunten Ausflüge bietet sich die Gelegenheit, den Hörern auch einige Bilder aus dem Leben des neuen Hamburg zu zeigen. Abends um 8.15 Uhr erfolgt dann der Funkbericht und die Uebertragung der Führerrede aus dem großen Saal des Hamburger Rathauses, mit deren Ende gegen 10.30 Uhr zu rechnen ist. Von da ab bleiben die Sender weiter zusammengeschlossen, schalten auf Berlin, von wo aus der Tag in Marsch- und Tanzmusik ausklingt. Mit heiter gestimmten Stücken endet das Tagesprogramm dann um 1 Uhr nachts.

Furchtbares Fiihrunglück aus dem Ganges. Bei Darihara kenterte auf dem Ganges ein Fährbool mit 200 Personen an Bord. Die wenigsten konnte» sich retten. Die Zahl der Toten wird aus 170 angegeben.

8.8. Bremen, 16. August. Gerechtfertigt wird eine revolutionäre Umwälzung nur dann sein, wen« sie tat­sächlich im Endergebnis der besseren Selbst­erhaltung und Lebenshaltung eines Volkes

Wieder sind wir vor einen bedeutsamen Abschnitt auf dem Wege zur deutschen Zu­kunft angelangt: Die Einheit des Reiches und des deutschen Volkes, seit Jahrhunderten ersehnt, soll durch die Abstimmung am 19. August ihre erste Weihe erfahren. Alte Formen sind vergangen und zerfallen, neue haben ihren Platz eingenommen und mit blutvollem Leben erfüllt. An alle Volks­genossen ergeht der Ruf der Sammlung, sich in unverbrüchlicher Treue geschlossen und einmütig wie noch nie um den Führer und Reichskanzler zu scharen» ihm für seine neuen Aufgaben der Vertretung des Reiches nach außen und innen den Rückhalt zu geben, der die Bürde ungeheurer Verant­wortung vor einer Nation leichter tragen läßt. Ein unerschütterlicher Glaube, be­dingungsloses Vertrauen hat Adolf Hitler in beispielloser Laufbahn weit über andere hinaus emporgetragen. Seine einzigartige Persönlichkeit, im Schlachtendonner gestählt und durch bittere Erfahrungen gereift, frei von Äußerlichkeiten, die das Leben ange­nehmer machen könnten, und schlicht im Auftreten, hat sich so dem Volke, aus dem er gekommen und heraufgestiegen, immer ge­stellt. Es hat ihn gerufen in der Stunde größter Zerrissenheit und tiefster Erniedri­gung, in dem Augenblick des Kampfes aller gegen alle, am Ende einer Epoche, die schließ­lich das kostbarste Gut einer Nation, den Menschen, mißachtete und wirtschaftlichem Eleno preisgab.

Wie hat sich seit jenem denkwürdigen Tage des 30. Januar 1933 alles gewandelt! Mit welcher Entschlossenheit hat sich der Führer, zuletzt unter dem Einsatz seiner eigenen Per­son, dem drohenden Chaos entgegengestellt und den Kurs des Staatsschiffes, das sicherem Untergang geweiht schien, herumgeworfen!

Praktische Arbeit hat er geleistet, die so unerhört ist, daß es wunder nehmen muß, wie das Werk schon in seinen Anfängen, allen Widerständen, auch geheimen, zum Trotz ge­lingen konnte. Durch keine wirtschaftlichen

Der Frontsoldat Adolf Hitler

kennt den Krieg und erhält den Frieden!

Alle sagen Ja!

Theorien belastet, allein seiner natürlichen Eingebung und der Klarheit seiner Gedan­kengänge folgend, hat der Führer folgerichtig die wirtschaftspolitischen Schlüsse aus dem Wirrwarr gezogen, den seine Vorgänger und der zusammengewürfelte Interessenhaufen, der sich Deutscher Reichstag nannte, ihm hinterließen. Es ist kein Geheimnis, daß dieser in Angriff genommene und tatkräftig vorangetriebene Aufbau, zustandegekommen durch die Initiative und persönliche Förderung des Führers, schwer und opferreich gewesen ist. Wunder gibt es aber auf der Welt so wenig wie einen Zufall: Die Sachlichkeit im Tun und Handeln, getragen von dem Idealismus und der Opferbereitschaft der Kampfzeit, die noch in zu frischer Erinnerung ist, als daß sie schon verwischt sein könnte, werden auch die letzte Wegstrecke überwinden helfen, die noch vor uns liegt. Was bedeuten demgegenüber vorübergehende Einschrän­kungen z. B. in der Rohstofffrage: Es sind kleine materielle Sorgen des Augenblicks, die vergessen sein werden, wenn das leuchtende Ziel, das dem Nationalsozialismus vor­schwebt, noch näher gerückt ist: ein freies und unabhängiges Deutschland aus eigener Kraft!

Das unheilvolle Treiben- und Gehenlassen einer Zeit, in der jeder, unbekümmert um seinen Nächsten und das große Ganze, eige­nen Vorteil zu erjagen suchte, ist abgelöst worden durch eine sinnvolle Ordnung, die das wirtschaftliche Handeln jedes einzelnen bedingungslos dem Wohl der Volksgemein­schaft unterordnet. An dem Arbeiter, dem treuesten Volksgenossen, ist dieser Ruf zur Eingliederung nicht ungehört vorüber­gegangen. Arbeit hat durch Adolf Hitler neuen Klang gewonnen als Aufgabe und Verpflichtung. Welche Erfolge hat nicht der von ihm entfesselte rücksichtslose Kampf gegen die Arbeitslosigkeit, die moralische Pest, die immer weitere Kreise er­faßte, erzielt! Hoffnung ist wieder eingekehrt in die Herzen, die verzagten und einer trost­losen Zukunft entgegenblickten. Dem In­teressenstreit um nichtige Dinge hat die de- rufsständische Organisation ein Ende gesetzt. Arbeitgeber und Arbeitnehmer, feindliche Gruppen im Klassenkampf und unversöhn- bar, sind Führer und Gefolgschaft geworden. Sie haben alles andere der vordringlichen