Ausgabe 
(8.4.1937) Nr. 95
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Parteiamtliche Lageszeitung

NachrichtenblaN der Deutschen Arbeitsfront Vremen flmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Dremen

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Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstatchallers in Oldenburg und Vremen

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Nr. SS / 7. Jahrgang

Vonnerslag, S. flpril 1SS7

kinzelpreis 1S Npf.

Katholische Priester im vunde mit Moskau

kin aufschlußreicher ftochoerratsproieß

Vor dem Volksgerichtshof

Berlin, 7. April.

Bor dem Volksgerichtshof des Deutschen Reiches begann Mittwoch ein voraussichtlich mebrcre Wochen dauernder Prozeß gegen sieben Ange­klagte, der aufschlußreiche Enthüllungen bringen wird über die geheime Zusammenarbeit zwischen

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Unser lagesspiegel

2m südafrikanischen Parlament fand eine Aussprache über die Maßnahmen gegen das Deutschtum statt.

Die Einführung der 48-Stunden-Woche in Frankreich beschleunigt die dortige Inflation. Auf dem Deutschen Gemeindetag hielten die Reichsminister Dr. Frist und Graf Schwerin von Krosigk sowie Oberbürgermeister Fiehler bedeutsame Ansprachen.

Für die höheren Mädchenschulen wurde eine achtjährige Schulzeit festgesetzt.

Bor dem Volksgerichtshof stehen katholische Priester unter der Anklage kommunistischer Vetiitigung.

Dem heute SO Jahre alt werdenden Geheim­rat Kirdorf wurde der Adlerschild verliehen. Die Wanderschau „Gesundes Volk" wurde gestern in Bremen eröffnet.

Auch in diesem Jahr wir»» Bremen am 1. Mai im Zeichen zahlreicher Großver­anstaltungen stehen.

Das 2. Nordsee-Führerlager der HI. wird vom 8. bis 8. Mai im Naturschutzpark Wilsede durchgeführt.

katholischen Priestern und kommunistUchen Kreisen zur Verwirklichung der von der ehemaligen KPD. erstrebten katholisch-kommunistischen Einheitsfront.

Nach dem Ergebnis der Boruntersuchung war der 34jährige Kaplan Joseph Rossaint aus Düsseldorf der leitende Mann aus den Kreisen der beteiligten katholischen Geistlichen. 2hm wird vorgeworfen, daß er sich in seiner Eigenschaft als Betreuer der Düsseldorfer „Sturmschar"-Glie- derung des „Katholischen Jungmännerverbandes Deutschlands" in Gemeinschaft mit ehemaligen leitenden Funktionären des Kommunistischen Ju­gendverbandes Deutschlands, der eine Wieder- aufrichtung dieser ausgelösten Organisation er­strebte, besonders rege für diese hochverräterischen Ziele eingesetzt hat. Bei ihrer Verfolgung hat ihm der 32jährige Franz Sieb er aus Matgendorf (Kreis Güstrow in Mecklenburg) als „Reichs- führer" der Sturmschar zur Seite gestanden. Fer­ner ist der 36jährige Kaplan Karl Kremer aus Remscheid in die Angelegenheit verwickelt.

Daß es sich nicht um bloße Machenschaften untergeordneter Geistlicher handelt, beweist der Umstand, daß nach dem Ergebnis der Vorunter­suchung auch der Generalsekretär des Katholischen Jungmännerverbandes Deutschlands, der 46jäh- rige Kaplan Jakob Clemens aus Düsseldorf, der geistliche Vorgesetzte Rossaints, dessen hochver­räterische Vetätiguna in voller Kenntnis ihrer staatsfeindlichen Ziele gebilligt hat. Der 33jäh- rige Mitangeklagte Peter Himmes aus Düssel­dorf hat von einem der mit Rossaint zusammen­arbeitenden kommunistischen Funktionäre eine hochverräterische Druckschrift ent­gegengenommen. Ein weiterer Verbindungsmann zu den Kommunisten und Lieferant von Hetz­schriften war der 33jährige Hermann Jülich aus Düsseldorf. ' '

Den letzten beiden Angeklagten wird vorge­worfen, daß ste die von Jülich stammenden kom­munistischen Hetzschriften aufbewahrt oder es

unterlassen haben, trotz Kenntnis der Zusammen­hänge die nach den gesetzlichen Vorschriften ge­botene Anzeige zu erstatten. Rossaint ist weiter dadurch belastet, daß er einen kommunistischen Funktionär (Schwippert), den er durch Jülich kennengelernt hatte, nach seiner Flucht nach Hol­land im November 1834 mit Geld unterstützt, Be­stellungen siir und von ihm entgegengenommen, ihn gewarnt und mit politischen Informationen versehen hat. Die siir den geflüchteten bolschewi­stischen Hetzer bestimmten Nachrichten wurden teils aus dem Anlande, teils aus dem Ausland« abgesandt.

Am ersten Verhandlungstage wurden die An­geklagten bis auf Rossaint über ihre persön­lichen Verhältnisse vernömmen. Der An­geklagte Clemens, der als einziger in seiner geist­lichen Amtstracht erschienen war, verwahrte sich gegen die Bezeichnung als Kaplan! er sei zwar Geistlicher, aber hauptamtlich tätig als General­sekretär des Katholischen Jungmännerverbandes Deutschlands. Mit Rücksicht auf seinen Gesund­heitszustand ist Clemens seit dem 17. Juli vorigen Jahres mit dem weiteren Vollzug der Unter­suchungshaft verschont und befindet sich auf freiem Fuß. Der medizinische Sachverständige stellte fest, daß Clemens an einer starken depressiven Haftpsychose leidet, so daß im Falle seiner erneuten Verhaftung unter Umständen die Wahr­heitsfindung für das Gericht erschwert werden könne. Der Anklagevertreter erklärte darauf, daß er unter diesen Umständen von der Stellung eines neuen Haftantrages absehen müsse.

Für die Beweisaufnahme find 27 Zeugen und ein auswärtiger Sachverständiger geladen, doch lie­gen bereits neue Beweisanträge der Ver­teidigung vor, über die noch befunden werden muß.'

Kvbeiinrnt Uiräork 88 ckalire alt. ttsuts vollsväst cksr dslrannts vationalsorialistiseks F^ixt- sckaktspolitiksr Osbsiwrat Owil Uirckork sein 90. Osbsnsjs.br. Ilnssr Biici rsigt Ssksiurrst Uiräork im Ossvrseb mit einsm Runkikunst-Bsportsr. (Lisbs unsern Krickel im Innern äss Blattes.)

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Von On?oul Donrsi'

Semeinüen fräget der Verwaltungsreform

veöeutlame Ansprachen auf der Iahrestagung des deutschen öemeindetages - Vr. frick über die Selbstverwaltung

Berlin, 7. April.

Vor dem Gebäude der Krolloper wehten an hohen Fahnenstangen die Flaggen der deutschen Großstädte, als im Reichstagssitzungssaal der Krolloper Mittwoch vormittag der Deutsche Ee- meindetag zu seiner diesjährigen Jahrestagung zusammentrat. Unter den etwa 1588 Anwesen­den sah man zahlreiche Ehrengäste, Vertreter aller Reichs- und Staatsbehörden, sowie der Parteidienststellen. An Ehrengästen waren u. a. anwesend die Reichsminister Dr. Frick, Dr. Eiirtner und Seldte, Staatsminister Popitz, die Innenminister der deutschen Länder, die Staats­sekretäre Psundtner, Stuckardt, Krohn, Königs und Landsried, ferner fast sämtliche Reichsleiter und Gauleiter sowie die Kommunalreferenten aus den Länderministerien.

getroffen, sondern deshalb, weil die Selbstver­waltung dem deutschen Volke nach seiner ganzen Geschichte und seiner ganzen Veranlagung wesensgemäß ist, weil sie etwas ist, was an die natürlichen Gegebenheiten des Volkes' anknüpft. Daraus folgt zwangsläufig, daß gemeindliche Selbstverwaltung nicht nur eine besondere Rechts­stellung gibt, sondern im gleichen Maße eine ebenso starke Pflichten st ellung schafft. Von diesem Grundgedanken aus ergeben sich die Reformfragen. Ich kann dabei ohne wei­tere Erörterungen davon ausgehen, daß wir in der deutschen Eemeindeordnung eine Verfassungs­form für die Gemeinden gefunden haben, die eine schlagkräftige und zielsichere Verwaltung unter allen Umständen gewährleistet, eine Verfassungs­form, die echter Selbstverwaltung wei­

ten Raum gibt, wenn die Gemeindeleiter die hier liegenden Möglichkeiten nützen.

„Es mag auf den ersten Blick ein gewisser Widerspruch zum Segen gemeindlicher Selbstver­waltung erscheinen, wenn ich hier die Frage einer gewissen Leistungsgleichheit oder Mindestleistungs­fähigkeit der Gemeinden und Eemeindeverbände erörtere. Ich möchte zur Vermeidung jedes Miß­verständnisses von vornherein erklären, da» eine Gleichmacherei oder Schematisierung, die an diese Wurzeln der Selbstverwaltung greift, in mir stets ihren schärfsten Gegner finden würde."

Dr. Frick wandte sich weiter der Frage der Normalgröße der Landkreise zu. Er habe bereits bestimmte Einwohnerzahlen ge­nannt, 60 080 bis 100 000, innerhalb deren der normale deutsche Landkreis der Zukunft liegen soll. (Fortsetzung auf Seit« 2)

Nachstehend veröffentlichen wir eine Aussprache mit dem Dichter Hans Grimm über das Thema „Volk ohne Raum". Wir entnehmen die inter­essante Abhandlung der in diesen Tagen erschei­nenden Ausgabe der Wochenschrift „Völkischer Wille". (Schrift!. der „VZ.".)

Es sind jetzt mehr als 11 Jahre her, daß Hans Grimm seinen Roman „Volk ohne Raum" in die Welt geschickt hat, ein Werk, das aus heißen deut­schen Herzen, aus einem reichen Erleben draußen in der Welt erwachsen war und wohl zu den Be­deutendsten zählt, was deutsche Dichtung in der Nachkriegszeit hervorgebracht hat. Darüber, wie diese visionäre Behandlung brennender Zeitsra­gen aufzufassen sei, herrschte, als das Buch er­schien, unter den verständig Gebliebenen kein Zweifel. Grimm hatte ein Problem aufgewor­fen und in den Mittelpunkt seines Werkes ge­stellt, das all die Jahrtausende die deutsche Ge­schichte begleitet und belastet hat, — das Schicksal eines „Volkes der Mitte", das freilich kaum einem Volk der Welt so schwer zu schaffen gemacht hat wie uns: den KampfmitdemRaum.

Er hat uns von ganz hoher Warte Dinge sehen und erkennen lassen, die gerade durch den Verlust des Krieges und die Schmach von Versailles sich zu drohenden Wolken geballt hatten. Dinge, über die damals im Drang der Verfallzeit zu wenig

Der Vorsitzende des Deutschen Eemeindetages, Reichsleiter . Oberbürgermeister Fiehler- München, eröffnete die Jahrestaguna mit einem Gruß an die Ehrengäste, deren große Zahl be­weise, daß der Wert der Selbstverwaltung von allen Seiten hoch eingeschätzt werde. Darauf nahm der

Neichsministec des Innern Vr. srick

das Wort zu einem Vortrag über „Grundsätzliche Fragen der Verwaltungsreform". Er führte u. a. aus: „Wieder ist ein Jahr ins Land gegangen, seitdem Sie zum letzten Male im Rahmen einer Tagung der Vorstände des Deutschen Eemeinde­tages und seiner Landes- und Provinzialdienst- stellen hier zusammenkamen. Wenn wir auf dieses Jahr zurückblicken, so glaube ich sagen zu dürfen, daß es für die deutschen Gemeinden in der großen Linie ein erfolgreiches Jahr war. Wichtige Gesetzgebungswerke, von denen ich nur die Realsteuerresorm und das Deutsche Beamtengesetz zu erwähnen brauche, haben den Einbau der Gemeinden in das Reich weiter­geführt. In den Gemeinden selbst haben indessen die stille und zähe Arbeit im Dienste der Volks­gemeinschaft und der neuen durch den Vierjahres­plan gestellten Aufgaben, der Kampf um die völlige Wiedergesunduna ihren Fort­gang genommen. Die Gemeinden haben die Er­wartungen, die wir in ihr: Mitarbeit gesetzt haben, vollauf erfüllt; ihre innere Festig­keit hat erfreulich gewonnen; der Kreis der Ge­meinden, die wir als noch nicht völlig wieder gesundet bezeichnen müssen, hat weiterhin ab­genommen."

Der Reichsminister bezeichnete die deutsche Gemeindeordnung als eine der bedeutsamsten Entscheidungen in dem Werk des Neubaus. „Das Dritte Reich hat sich in diesem Grundgesetz un­zweideutig zu dem Gedanken bekannt, daß nicht Zentralstation, Befehlsgewalt einer Stelle bis in die letzten örtlichen Einzelheiten hinein das Kennzeichen unserer neuen Verwaltung sein soll, daß vielmehr in dem deutschen Einheitsstaat der Selbstverwaltung und namentlich der Selbstverwaltung der Gemeinden weiter Raum gelassen werden soll. Der Führer hat diese Entscheidung nicht in erster Linie eines zweckmäßigen organisatorischen Prinzips halber

«Paris stirbt und mit ihm frankreich!"

2er Vruck der 40-Stunden-wocke auf die framiWche Wirtschaft

Paris, 7. April.

Die Auswirkungen der Einführung der 40-Stunden-Woche in Frankreich werden von Tag zu Tag fühlbarer, und das dadurch entstandene Durcheinander in der Preisentwicklung und in der Belastung der Bevölkerung wird immer größer. Der „Mattn" weist darauf hin, daß, um das Durcheinander voll zu machen, die Banken und Modehäuser am Sonnabend geschlossen blei­ben, während die Lebensmittelgeschäfte und Warenhäuser am Montag schließen müssen. Man vorstehe nicht, so schreibt das Blatt, wie diejenigen Familien, in denen der Mann bei der Bank und die Frau im Warenhaus oder der Mann in der Lebensmittelbranche und die Frau in einem Mo­dehaus beschäftigt sind, die 48stündige Arbeitsruhe gemeinsam genießen sollen. Es komme hinzu, daß die Schulzeit der Kinder sich nicht ändere und damit praktisch für die Eltern ein Feiertag gar nicht eintrete. Der „Mattn" stellt zum Schlurfest, daß das normale Leben an drei Tagen der Woche gestört sein werde. Der Kunde sei das „zahlende Schwein", um dessen Bequemlichkeit sich niemand zur kümmern habe.

Eine andere Folge sei, ganz abgesehen von dem weiteren Steigen der Preise und dem Absinke« der Kauskraft der Arbeiterschaft, die zu erwar­tende Zahl der Geschäftszusammenbrüche, da es einem großen Teil der Wirtschaft sehr schlecht gehe.

Der „Figaro" hat über die Durchführung der 40-Stunden-Woche die Meinung einer Reihe interessierter Persönlichkeiten eingeholt. Ein Gastwirt erklärt dem Blatt: „Obgleich wir nicht unmittelbar durch die Regierungsverordnung betroffen sind, leiden wir unter ihrer Auswir­kung. Alle Angestellten, die bei uns essen, sind am Montag ausgeblieben; die Zeiten sind schon hart genug. Belastet durch eine Fülle von Ab­geben, angewiesen auf eine Kundschaft, deren

Mittel durch die Krise beschränkt sind, haben wir nicht zu viel Arbeitstage. Wie sollen wir durchkommen, wenn man einen weiteren abschafft?" Ein Hemdenschneider sagt: Man ver­bietet unseren Angestellten am Montag zu arbeiten. Wir müssen also den Verkauf selbst vornehmen; die 40-Stunden-Woche gilt nicht für uns. Wie sollen wir aber auf unsere Kosten kommen und unser Personal und unsere Steuern bezahlen, wenn wir nur 40 Stünden arbeiten sollen?" Das Ergebnis dieser Maßnahmen wird sein, daß die kleinen Arbeitgeber gezwungen sein werden, ihre Angestellten zu entlassen.

Der Vorsitzende des Handels- und Industrie- verbandes richtet an den Ministerpräsidenten im Namen von 350 888 kleinen und mittleren Kauf­leuten und Industriellen ein Schreiben, in dem er auf die Schwierigkeiten hinweist, die aus der plötz­lichen Anwendung der 48-Stunden-Woche bei dem Kleinhandel entstehen. Er bittet um sofortige Maß­nahmen, damit die Krise, an der der Kleinhandel bereits leide, nicht noch erschwert werde. Um­fragen bei Pariser Geschäftsleuten haben ergeben, daß schon jetzt kleine Geschäfte, die nur wenige Personen beschäftigten, Entlassungen haben vor­nehmen müssen.

Die politisch-literarstche Wochenzeitschrift „Can- dide" schreibt: Paris stirbt und mit ihm Frank­reich. Die Lhamps Elysses sind ab 11 Uhr abends verlassen, die Lichtspielhäuser zu drei Vierteln leer, 288 Nachttaxen warten vergeblich auf Kun­den und auf den Seine-Brücken drängen sich die Neugierigen und belustigen sich beim Spiel, wer wohl den ersten Arbeiter auf dem Weltaus­stellungsgelände entdeckt. Die Rolläden der Ge­schäfte sind an zwei Tagen heruntergelassen.

Wer erinnert sich bei dieser Darstellung des französischen Wirtschaftschaos' nicht der

deutschen Inflationszeit, in der Streiks, Lohnerhöhungen, Preiserhöhungen und Ver­kürzungen der Arbeitszeit einander in un­unterbrochener Folge ablösten! Am Ende der Entwicklung steht in Frankreich wie da­mals in Deutschland, eine rapide Ent­wertung des Geldes. Der Frank hat heute bereits seines früheren Wertes ein- ebüht. Für den Monat Februar ist, was die ähmung des französischen Wirtschafts­lebens kennzeichnet, nach der amtlichen Pa­riser Statistik die Umsatzsteuer um 52 Mil­lionen Franken hinter dem Haushaltsvoran­schlag zurückgeblieben. Wen trifft die Schuld für diese katastrophale Entwicklung? Sind es nicht jüdische Bolschewisten, die mit immer neuen Parolen die Arbeiter in Streiks hineintreiben? Haben wir es in Frankreich nicht mit denselben hetzenden Juden zu tun, die aus den Zusammenbruch der Betriebe, wie einst in Deutschland, nur deshalb hinarbeiten, um sie ihren Rasse­genossen, den Bankbonzen, in die Hände zu spielen? Wie die sozialen Versprechungen jener verbrecherischen Elemente, sobald das Endziel erreicht ist, jedoch erfüllt werden, das wird in Sowjetrußland demonstrierst Dort kennt man nur eine 10-oder ISstündige Arbeitszeit, dort werden die Löhne immer tiefer herabgesetzt, dort saust die Knute des Antreibers Stachanow auf die Ausgebeu­teten herab, dort wandern alle, die sich gegen diese Knechtung auflehnen, in Zwangs­arbeitslager oder sie werden kurzerhand er­schossen. Das ist die bolschewistische Wirk­lichkeit!

noch sich Fehlmeldungen aller Art kreuzen. . llnd dann geschah es, daß sich ausgerechnet, jene.volks- schädigende Gemeinde,.die den völkischen Lebens­willen drosseln und begabte Rassen in den Ab­grund treiben will, nur meinen die Eeburten- regler und ihren internationalen Anhang eben jenes Buchtitels „Volk ohne Raum" bemächtigte, um ihn heuchlerisch verlogen vor ihren Wagen.zu spannen.

Menschen, die wohl überwiegend. „Volk ohne Raum" nicht gelesen, und wenn — nicht ver­standen haben, legten diesem von ihnen als Schlagwort mißbrauchten „Volk ohne Raum" immer unverschämter den Sinn unter, Deutsch­land habe keinen Lebens räum mehr, es könne keine Kinder mehr brauchen, machten also aus einem Dichterwort einen Schlachtruf für Eeburteneinschränkung! . .

Noch ist diese Einstellung allzusehr verbreitet, noch lassen sich kinherwillige Mütter dadurch in Sorge bringen, während sich Frauen, die das Kind ablehnen, hinter jenem frivolen Schlagwort verschanzen und aus der Leügnung der Mutter- pflicht noch eine Tugend konstruieren.

Dieses unwürdige Treiben abwegiger Geister hat uns veranlaßt, uns an den Dichter selbst zu wenden, wir baten ihn um eine klärende Aus­sprache, . ^' ' ""

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Geh... ^. .. ..,

Heimatsitz, dem Klosterhaus in Lip- poldsbera, empfangen. In diesem trotziger vormaligen Klostersitz, späterem fürstlichen Jagd­haus, das bodenverwurzelt und eigenwüchsig übe, den Ufern der Weser steht, saß ich dem erprobter und unermüdlichen Kämpfer für das Deutschtum draußen, dem einstigen 40jährigen Kriegsteilneh­mer aus der Sommeschlacht gegenüber und konnt« mit ihm über „Volk ohne Raum" und sein« wahre Sinndeutung sprechen. Ich ging von dei Selbstverständlichkeit aus, daß „Volk ohne Raum'

entzogen bleiben muß. Dieses Werk ist . ^ Tendenzroman und kein Lehrbuch - weder für Geographie noch für Volkswirtschaf oder Politik, eignet sich also keineswegs für so Le liebten Theoriestreit. Nein: „Nehmt alles nn in allem", das gilt hier als Gebot. Wir habe, einen aus gequältem Herzen gekommenen Notru für deutsches Schicksal vor uns, noch mehr: ein weltweite Umschau über das Geschehen unsere Zeit, wenn wir tiefer sehen können, llnd dazi gab uns Hans Grimm wertvolle Hilfe. Er sieh m alledem, was sich seit langem in der Welt ab spielt, im wesentlichen den Kampf um die Frage ob der Leistungsmensch oder der Massenmensck fuhren und herrschen soll, ob die Hochwertigen fick an der ihnen von der Weltordnung zugedachter Führung halten sollen oder ob der Mafsenwah» sie verdrängen darf.

Grimm hatte den Mut, vor einem Newyorke; Publikum (Amerikanische Rede 1935) seinen star ken Glauben zu vertreten, „daß die Tüchtige, mehr Recht haben als die Untüchtigen, daß oii Ordentlichen mehr Recht haben als die Unordent lichen, daß die Gesunden mehr Recht haben oft die Kranken, daß die Begabten mehr Recht Haber als die Unbegabten, daß die Schöpfer mehr Rech haben als die Nachahmer . . Indessen geh der andere, der Irrglaube in den Völkern um der die Unbegabten vor die Begabten, die Kran ken vor die Gesunden, die Schwachen vor di, Starken stellen möchte und sich ausbreitet wer mehr Menschen schwach als stark, mehr Menscher unbegabt als begabt sind. Von dieser Erundlagi und von der Tatsache aus, daß in der Welt über­all Bastardierung und Rassenzersall um sich grei-