Ausgabe 
(2.4.1937) Nr. 89
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parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenblatt Ler Deutschen flrdertsstont Vremen / flmtsblatt des Senats der Zielen Hansestadt Dremen

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Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Vldenburg und Vremen

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Nr. 9S / 7. Jahrgang

sreitag, 2. flpril 1SZ?

kmzelpreis 1S Npf.

ks gibt nur ein Vaterland: Veutschland!

kingliederung des bislier oldenburgischen tandestettes Lübeck in Preußen / Vc. srick;ur üestaltung des kinbeitsftaates

festakt in kutin

(Orolithsricht uvssrss noch blutiv svtsovätsu Loväsrbsricktsrstattors)

b. Eutin, 2. April.

Mit dem gestrigen Donnerstag ging der Landesteil Lübeck auf Preußen über. Was lange vergeblich versucht wurde und oft­mals, so erklärte Regierungspräsident

Unssr lagesspiegsl

Die englandfeindliche Bewegung in Indien nimmt immer bedrohlichere Formen an. Ueber die Hungerlöhne der Sowjetarbeiter werden erschütternde Einzelheiten bekannt.

In Hamburg fand eine Großkundgebung mit Rudolf Hetz und Dr. Ley statt.

Bei der Feier der Eingliederung des Landes­teiles Lübeck in Preußen sprachen in Eutin Reichsminister Dr. Frick, Gauleiter Rover und Gruppenführer Vöhmcker.

Gauleiter Rover wird am kommenden Sonn­tag in Bremen die AusstellungDas wehr­hafte Deutschland" eröffnen.

Gestern trafen in Bremen die Teilnehmer am Gauentscheid ein.

Der Unterweserhafen Brake wurde Garnison- stadt der Kriegsmarine.

Zur Ergreifung des Mörders von Barrien ruft die Kriminalpolizei die Mitarbeit der Bevölkerung auf.

Die Hauptvereiniaung der deutschen Ge­treidewirtschaft erließ eine wichtige Anord­nung für den Mehlverbrauch.

In der Wirtschaftsgruppe Einzelhandel wur­den organisatorische Vereinfachungen vorge­nommen.

Gruppenführer Böhmcker in einem Aufruf an die Bevölkerung des Landesteils Lübeck» als ein hoffnungsvoller Anfang erschien und doch immer wieder scheitern mutzte, weil es an einer autoritären Staatsführung mangelte, ist durch den Nationalsozialismus Wirklichkeit geworden: der deutsche Ein­heitsstaat. Es kam nach der Machtüber­nahme nicht daraus an, sogleich die Form dieses neuen Staates zu finden. Vielmehr galt es zunächst die errungene Macht einer einheitlichen Reichspolitik dienstbar zu machen. Das Reichsgesetz vom 26. Januar dieses Jahres ist nun der Beginn, auch sicht­bar die alten Ländergrenzen zu sprengen. Die Bevölkerung des Landesteils Lübeck kann stolz darauf fein, als eine der ersten mitzuhelfen, die Reichsidee vollends zu ver­wirklichen.

Die Stunde des Abschieds war weder für die Bewohner des Freistaats Oldenburg noch für die Einwohner des Landesteils Lübeck eine Stunde der Trauer.' Wohl verbanden gemeinsame Er­innerungen die Bewohner beider Landesteile, da 164 Jahre gemeinsamen Weges Verbindungen von hüben nach drüben schufen. Diese Verbindungen aber brauchen auch jetzt, da beide Landesteile voneinander getrennt worden sind, nicht abge­rissen zu werden, denn Größeres als alle Erinne­rungen an eine gemeinsam erlebte Vergangenheit verbindet fortan die Volksgenossen beider Lan­desteile, und das ist das Bewußtsein, nun aus den engen Grenzen, die dynastische Willkür einst schuf, herausgenommen zu sein und dem deutschen Einheitsstaat nicht als Oldenburger, Bayer, Württemberger, Sachse oder Preuße, sondern a l s Deutscher dienen zu können.

Auf unserer Fahrt nach Eutin sahen wir schon 'in Harburg die Fahnen des Dritten Reiches. Kein Dorf, das nicht im Flaggen- und Erünschmuck prangte. Harburg und Hamburg feierten den

Geburtstag Eroß-Hamburgs. llnd hinter Ham­burg mehrten sich die Zeichen dafür, daß auch fürLübeck ein Festtag angebrochen war, ein Festtag, an dem diese Freie Hansestadt in den Schoß einer größeren Verwaltungseinheit aufge­nommen wurde. Gleich nach Lübeck grüßte schon vom ersten Haus, das hinter dem noch vorhande­nen ErenzschildLandesteil Oldenburg Hanse­stadt Lübeck" am Wege stand, die Flagge des Dritten Reiches als Zeichen dafür, daß diese Landesgrenze, die seit der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus ja nur noch eine ver­waltungsmäßige war. nunmehr auch fallen sollte. Alle Dörfer in dem von der Natur so überaus reich gesegneten Landesteil Lübeck gaben durch reichen Flaggenschmuck kund, daß für sie ein F e st- tag war. Mit der Bahn und mit Omnibussen waren die Einwohner des Landesteils Lübeck nach Eutin geeilt, um Zeuge des historischen Er­eignisses zu sein. NSKK.-Männer regelten den Verkehr auf den Zufahrtsstraßen. Marschierende Kolonnen strebten dem schönen Eutiner Markt­platz zu.

Pünktlich um 17 Uhr trafen Reichsminister Dr. Frick, Reichsstatthalter Gauleiter Carl Rover, Regierungspräsident Gruppenführer Böhmcker, Oberpräsident Lohse und Reichsstatthalter Hilde­brandt auf dem Marktplatz ein. Sie schritten unter dem Jubel der Bevölkerung die Front der angetretenen Formationen der Partei, ihrer Glie­derungen, der Wehrmacht und zahlreicher Ver­bände ab.

Vsr Sroatsakr

Im Saale des Schloßhotels, der Stätte, die während der Kampfzeit so manche Auseinander­setzung der NSDAP. mit ihren Gegnern sah, ver­sammelten sich mit dem Reichsminister, den Reichsstatthaltern, dem Oberpräsidenten und dem Regierungspräsidenten zahlreiche namhafte Ver­treter der Partei und ihrer Gliederungen, der Behörden und der Wehrmacht. Nach dem ein-

Lübeck Im preußischen Staatsverband

flnsprache des Neräislnnenmriirsters Vr. ?rick beim feslaltt im Nathaus

Lübeck, 1. April

Die Alte und Freie Hansestadt Lübeck ist Donnerstag in einem feierlichen Staatsakt auf das Land Preußen übergegangen. Aus diesem Anlaß war Reichsinnenminister Dr. Frick nach Lübeck gekommen. Er wurde vor dem Bahnhof von der lüveckischen Bevölkerung mit stürmischen Heil-Rufen begrüßt. Zu seinem Empfang hatten sich u. a. die Gauleiter Hildebrandt und Lohse so­wie Oberbürgermeister Dr. Drechsler eingesunden. Der Minister und seine Begleitung fuhren durch die festlich geschmückten Straßen, in denen HJ. und VDM. Spalier bildeten, zum Rathaus, wo sich die Vertreter der Partei und ihrer Eliederun-

Virkenfeld, 1. April.

Die durch das Gebietsbereinigungsgesetz vom 27. Januar ausgesprochene Ueberleitung des bis­her oldenburgischen Landkreises Birkenfeld in das Land Preußen wurde Donnerstag vormittag in der neuen Kreisstadt Birkenfeld in Anwesenheit des Oberpräsidenten der Rheinprovinz Staatsrat Terboven, des oldenhurgischen Staatsministers Pauly als Vertreter des Reichsstatthalters von Oldenburg, des Regierungspräsidenten Dr. Mischke von Koblenz und von Vertretern der Partei, des Staates und der Wehrmacht in einem feierlichen Staatsakt vollzogen.

gen, der Wehrmacht, der Behörden und der Wirt­schaft eingesunden hatten.

Nach der Rienzi-Ouvertüre hieß Oberbürger­meister Dr. D r e ch s l er den Reichsinnenminister und die übrigen Gäste willkommen und gab einen lleberblick über die ruhmreiche 800jährige Ge­schichte der Stadt Lübeck. Er schloß mit dem Ge­löbnis, daß die Stadt Lübeck in der neuen Stel­lung ihre altllberkommenen Aufgaben in be­währtem Geiste erfüllen werde in der gewissen Zuversicht daß Preußen Lübecks Entfaltung för­dern und der Stadt im Ostseeraum die Stellung einräumen werde, die sie in ihrer 800jährigen Geschichte mit unermüdlicher Hingabe an die deut-

Staatsminister Pauly betonte in seiner An­sprache, daß Preußen ein Land übernehme, dessen Staats- und Eemeindefinanzen in bester Ordnung seien. Oberpräsident Terboven verwies dar­auf, daß dieser verhältnismäßig kleine Vorgang doch außerordentliche Bedeutung im Rahmen der großen Gebietsbeieinigung erlange. Er stelle einen bedeutsamen Schritt auf dem Wege zum Einheits­staat dar, wie er in dem geschichtlichen Aufgaben- kreis des Nationalsozialismus liege. Zum Land- rat des neuen Kreises Birkenfeld, zu dem von jetzt an auch der Westkreis Baumholder gehört, würde der bisherige Regierungspräsident von Birkenfeld. Kreisleiter Wild, ernannt.

sche Sache verdient habe. Oberbürgermeister Dr. Drechsler legte sodann das Steuer der Hansestadt Lübeck in die Hand des Reichsinnenministers Dr. Frick als des Sachwalters des Führers.

Sodann nahm Reichsminister Dr. Frick das Wort. Er führte u. a. aus: Wenn das Gesetz über die Gebietsbereinigungen den geschicht­lichen Vorgang, der heute Wirklichkeit geworden ist, in die knappen Worte faßt:Das Land Lübeck geht auf das Land Preußen über", so bedeutet dies nichts anderes, als. daß Lübeck imReiche aufgeht. Hierin liegt die staats- politische Bedeutung der Reichsreformmaß­nahme. Wir müssen uns darüber klar sein, daß das, was sich für Lübeck heute in der äußeren Form vollzieht, seine innere Grundlage bereits im Neuaufbaugesetz vom 30. Januar 1934 hat, durch das nicht nur Lübeck, sondern alledeut- schen Länder staatsrechtlich in das deutsche Einheitsreich übergeleitet worden sind.

Ueber den Lübecker Wirtschafts- und Kultur­raum hinaus ist das neue Gesetz von allgemeiner Bedeutung, indem erstmalig im Dritten Reich (abgesehen von der im Dezember 1933 erfolgten Vereinigung der beiden Länder Mecklenburg) die regionale Neuordnung angepackt wird, die das Gesetz bekanntlich sowohl an der Travemlln- dung wie an der Elbmündung und Jademün­dung durchführt. Dieses Gesetz ist also als ein Ausfluß der Reichsplanung zu werten. Wird davon ausgegangen, daß das Reichsgebiet im Zuge der Reichsneugliederung die Reichsaaue etwa von der Größe der heutigen preußischen Provinzen oder der größeren außerpreußischen Länder gliedert, dann war es ausgeschlossen, für Lübeck die Stellung eines eigenen Reichsgaues vorzusehen. So fallen heute Grenzpfähle und Schranken, die Lübeck von seinem natürlichen Hinterland und Wirtschaftsgebiet trennten und ein starkes Hindernis für die völlige Entfal­tung der Kräfte Lübecks in seinem Wirt­schaftsraume bildeten. Die Hansestadt Lübeck bildet künftighin einen Stadtkreis im Regie­rungsbezirk Schleswig.

Deutsche Selbstverwaltung bedeutet für uns nicht Uniformierung der deutschen Gemeinden, sondern aktivste Auslösung der Kräfte nach den besonderen Verhältnissen jeder einzelnen Ge­meinde. Ich halte es für meine vornehmste Pflicht, um des Selbstverwaltungsgedankens willen die eigenständige Entwicklung der deutschen Gemein­den zu schützen und zu fördern. Auch die Hanse­stadt Lübeck wird im Kranze der deutschen Ge­meinden infolge ihrer besonderen Stellung und ihrer besonderen Aufgaben eine Stadt aus­geprägter Eigenart bleiben. Die deut­schen Gemeinden, in deren Gemeinschaft nun auch Lübeck eintritt, sind dank unserer unausgesetzten Bemühungen zu neuem Leben erwacht: sie sind verwaltungsmäßig geordnet und finanziell schon jetzt weitgehend wieder gesundet. Sie nehmen tätigsten Anteil am Neuaufbau unseres Reiches, stehen nicht mehr im Schatten früherer Fehler und Versäumnisse, sondern dürfen mit berechtig­tem Stolz darauf verweisen, daß sie in den Jah­ren des Wiederaufbaues ihre Pflicht getan haben.

Vereinigung virkenfelds mit Preußen

Xolietal bei kmelibueli. l-ivlrs Llrlrsvksläsr Bergs.

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drucksvollen Fahneneinmarsch und dem Vortrag desEinzuges der Gäste" ausTannhäuser" durch den Musikzug der Standarte Holstein sprach

Nesierunssprölwent Sruppenführer vöhmcker

der unter starkem Beifall u. a. ausführte: ,,2m Namen der Bevölkerung des oldenburgischen Landesteils Lübeck heiße ich Sie herzlich will­kommen. . Meiner ganz besonderen Freude gebe ich darüber Ausdruck daß auch Sie, Reichsminrster Pg. Dr. Frick, hier heute erschienen sind, um als der vom Führer für die Innenpolitik Beauftragte die Eingliederung des Landesteils Lübeck in das Land Preußen persönlich vorzunehmen. Sie waren bereits einmal, in der Kampfzeit, in Eutin und haben dazu beigetragen, daß bereits am 13. Juni 1932 das Land Olden­burg eine nationalsozialistische Regierung erhielt. Damit wurdeOldenburg das erste Land, in dem der Nationalsozialis­

mus uneingeschränkt zur Macht kam. So wie jener Tag ein Markstein in der Geschichte des Landesteils war, wird es auch der heutige Tag sein, der der Durchführung des Willens un­seres Führers dient und hier im Norden unseres deutschen Vaterlandes die letzten Grenzen der ein­zelnen Staaten verschwinden läßt. Wir haben uns schon immer dem Gau Schleswig-Holstein, zu dem wir seit Beginn der nationalsozialistischen Organisation im Norden gehören, und damit auch der Provinz Schleswig-Holstein, eng ver­bunden gefühlt. So bedeutet für uns der heu­tige Tag lediglich die formelle Vollziehung eines Aktes, der zwar in der Verwaltung und den son­stigen Beziehungen Aenderungen bringen wird, aber letzten Endes der Einstellung der Bevölke­rung, des Staates und der Partei seit langem entspricht. Eutin und der Landesteil Lübeck waren vom Beginn der neueren politischen Ent­wicklung an von jeher eine Hochburg des Nationalsozialismus.

(Fortsetzung auf Seite 2)

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Welche Wege schafft sich die nationalsozialistische Bewegung für ihre Zukunftsausgabe? Wer wird die Idee weitertrage» und die Organisation fortführen, wenn diejenigen nicht mehr lebe» werde», die in der Kampfzeit den Nationalsozialismus in Tat und Einsatz erlebt haben? Wer soll einst an die Stelle der heute führenden Männer treten, die der politische Kampf in der Zeit des Novembersystems zu ihren führenden Aemtern im wahrste» Sinne des Wortes berufen und auserlesen hat? Ist überhaupt eine politische Führererziehung möglich, die an die Stelle der Aus­lese durch den politischen Kampf etwas irgendwie Gleichwertiges setzen kann? Bor die Beantwortung dieser elementare» Lebens­fragen sah sich die NSDAP. gestellt, als sie die Führung des Staates übernahm, als der Kampf gegen das Nooembersystem sein Ende fand und der Aufbau des neuen Reiches begann. Tausende von bewährten und führenden Männern wurden von der Bewegung mit verantwortungsvollen Staatsämtern in Regierung, Verwaltung, Polizei, Arbeits­dienst usw. beauftragt. An ihre Stelle mußten in der Bewegung taufende neue Führer trete». Die Frage des Führernachwuchses war zu einer fundamentalen Kernfrage gewor­den, von deren Lösung die Kraft der nationalsozialistischen Bewegung abhing. Der Führer hat auf dem 13. Jahrestag der Ortsgruppe Landshut im Jahre 1835 aus die schwere und verantwortungsvolle Zukunftsaufgabe -er Führerauslese hingewiesen, als er sagte:Ich werde sowohl die Sorgen der Gegenwart wie der Zukunft genau so meistern, wie ich sie in der Vergangenheit gemeistert habe. Jedoch eine Sorge habe ich, die mir wirklich Sorge macht. Das ist die Sorge, ob es uns gelingt, den Führernachwuchs für die politische Lei­tung der NSDAP. heranzubilden." Mehr als vier Jahre liegen seit der Machtübernahme hinter uns, ein Zeitabschnitt, der es gestattet, Rückschau zu halten. Was ist bisher in diesem ersten Abschnitt nationalsozialistischer Staatsführung auf dem Gebiet der Auslese und Ausbildung des Führernachwuchses der Bewegung geleistet worden? Wir wollen diese Frage beantworten. Wir haben uns mit dem Kommandanten einer der großen Parteiburgen, mit den Leitern von SA.- und SS.-FLHrerschulen. mit NSKK.-FLHrern und HJ.-FLHrern, die auf dem Gebiet der Führerauslese wirken, unterhalten, um Einblick zu nehmen in die grundsätzliche Linie wie in die bisher greifbaren Erfolge der Führer- auslese und veröffentlichen nachstehend zunächst je einen Aufsatz über die Burg Vogelfang und über die Führerauslese in der SS.

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Wie ein steingefügtes Symbol nationalsoziali­stischer Tatkraft, wie ein Bekenntnis unserer Zeit zu Größe, Lebensfreude, Freiheit und Licht ragt die Burg Vogelfang über den Eifelbergen empor als ein sichtbarer Ausdruck des Willens Ler Vewe- gung, Jahrhunderte zu überdauern. Ein Jahr be­reits pulsiert in dieser Burg, deren wuchtige Mauern, mutige Linienführung und hell auf­strebende Formen zeigen, daß hier etwas völ­lig Neu- und Einzigartiges geschaffen wurde, das harte und männliche Leben national­sozialistischen Führertums. 730 Parteigenossen aus alten Berufen und Gauen, vom Reichsorgani­sationsleiter Dr. Ley in strenger Musterung aus­gesucht. kamen vor einem Jahr nach Vogelfang, um hier in dem Dienst und unter den strengen Gesetzen nationalsozialistischen Gemeinschafts­lebens zu beweisen, ob sie willig, würdig und fähig sind, die schwere Aufgabe eines Politischen Leiters der NSDAP. zu erfüllen. Nicht Besitz, soziale Stellung, schulmäßige Vorbildung, sondern der Einsatz in der Bewegung, erstklassige körper­liche Tauglichkeit, rassische Erbgesundhei't und die bei der Musterung bewiesene Haltung waren ent­scheidend. Völlig neu war die Methode der Er­ziehung. Weder Offiziere, noch Akademiker, weder bürokratischeFunktionäre" noch schlag- wortgefüllte Dogmatiker, sondern eben Poli­tische Leiter sollen in den Ordensburgen ge­formt werden. Nicht nach einem Ausbildungs­Schema konnte vorgegangen werden, denn die Ge­stalt des Politischen Leiters ist neuartig. Aufgabe war es, eine Methode zu finden, durch die man die selbstverständlichen Äuslesegrundsätze der Kampfzeit Opferbereitschaft. Einsatzwille Mut, zu einer bewußten, Methode der Führerauslese für die Zukunft macht.

Ist die richtige, erfolgversprechende Methode be­reits gefunden worden? Haben sich die Auslese- 'runwöge bewährt? Welche Erfahrungen wurden -emacht? Mit diesen und noch vielen anderen Fragen auf dem Herzen treten wir in das Ar­beitszimmer des Burgkommandanten, Hauptamts­leiter Manderbach, ein Frontsoldat und ein alter Kämpfer der Bewegung aus Westfalen, dem dieses wahrhaft verantwortungsreiche Amt über­tragen wurde. Vurqkommandant Manderbach unterrichtet uns über die Grundsätze: Methoden und Erfahrungen der Arbeit. Im Mittelpunkt der Erziehung steht der Sport. Nicht um Rekord-

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und zu prüfen. Alle Sportarten, Boxen. Schwim­men. Fechten, Reiten. Turnen, Leichtathletik usw., außerdem Formal- und Eeländedienst weroen wsteniatrsch geübt. Pg. Manderbach zeigt aus dem Fenster heraus auf den Burghof, wo gerade nach einem langen Gepäckmarsch eine Kameradschaft strotz schwerer Marschleistung in aufrechter Hal­tung ankommt. Der Sport ist das erste große Aus- leiennttel. das erkennen läßt, ob ein Mann die .Absetzungen zum Führertum in sich trägt oder ein Weichling ist.

Die wissenschaftliche Ausbildung steht nicht etwa unter dem Gesichtspunkt, den Führer- anwartern ein möglichst großes Maß an totem, theoretischem Mssen zu vermitteln; siedientdazu. den zukünftigen Politischen Leiter mit den Problemen vertraut zu machen, die ihm später m seiner Arbeit entgegentreten werden. Eine fachmännische Spezialausbildung, und sei sie noch so ausgezeichnet, befähigt noch nicht dazu politi­scher Leiter zu sein. Der politische Leiter muß üb er d en Dingen stehen, er muß über den Einzelgebreten die E e s a m t s ch a u behalten Die geistigen Gegenkräfte des Nationalsozialismus Freimaurerei, Marxismus, Judentum. Klerika- Ilsmus, die Geschichte des deutschen Volkes, rasten- und erbbiologische Probleme, Fragen der Kultur, der Kampf der nationalsozialistischen Be­wegung unter diesen wesentlichen Gesichts­punkten steht der Unterricht, der durch Besichti­gungsfahrten weitgehend veranschaulicht wird. Fabriken, Krankenanstalten, historische Stätten. Theater, Siedlungen usw. werden in den großen dafür bestimmten Ordensburg-Omnibussen aufge­sucht. Führer der Bewegung, bekannte Dichter werden zu Vortrügen eingeladen. Mit einer abgerundeten Allgemeinbildung, zugleich mit einer Haltung, die den Führeranwärter auf dem Parkett der Gesellschaft ebenso sicher wie in der Arbeiterwerkstätte auftreten läßt, wird der Füh­reranwärter die Ordensburg verlassen

Außergewöhnlich gut ist der Erfolg dieses ersten Jahres gewesen. Viele einfache Arbeiter sind unter den Führeranwärtern, und gerade diele haben wie uns versichert wird sich au-m-- zeichnet und erfolgreich bewährt. Ein Drittt' der Fuhreranwärter bestand aus Handarbeitern ein zweites Drittel aus Gewerbetreibenden das übrige Drittel aus Angehörigen sog intellek­tueller Berufe. Pg. Manderbach betonte beson­ders die prachtvolle Haltung mancher aus ein-