Ausgabe 
(25.4.1937) Nr. 112
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parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Vremen

der Nationalsozialisten Vremens

Amtsblatt des Senats der Zielen Hansestadt Bremen

^ N n"' Monatsbezun: 2,30 enischl. Austellgeb.: Postbezugspreis monatl. 2,30

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Sonntag, 25. flpril 1957

kinzelpreis 15 Npf.

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Berlin, 24. April.

Die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz veröffentlicht folgende Bekanntgabe des Reichs­schatzmeisters:Wie der Stellvertreter des Führers bereits angekündigt hat, tritt am 1. Mai 1837 eine Lockerung der Mitgliedersperre der NSDAP. ein. Zur Ausnahme in die NSDAP. können folgende Volksgenossen vorgeschlagen werden:

Unser lagesspiegel

England und Frankreich haben nunmehr Bel­gien vom Locarnovertrag entpslichtet.

Der italienische Jugendführer Ricci wurde in München vom Stellvertreter des Führers empfangen.

Vor den Kreisleitern sprachen aus Burg Vo­gelfang Oberst Löb, Staatssekretär Backe und Hauptdienstleiter Schmeer.

Eine Bekanntgabe des Reichsschatzmcisters Schwarz regelt die Neuausnahmen in die NSDAP.

Ueber den Mißbrauch von Zöglingen seitens katholischer Geistlicher werden in einem Bon­ner Prozeh neue Einzelheiten bekannt.

Am heutigen Sonntag wird SA.-Gruppen- führer Böhmcker im Pfalzdorfer Moor den ersten Spatenstich zu der ersten SA.-Bauern- siedlung vollziehen.

I« Erohn wurde gestern das Otto-Telschow- Haus feierlich geweiht.

Zum Oberbürgermeister von Delmenhorst würde der bisherige Oberbürgermeister von Cmden, Pg. Maas, ernannt.

Regierender Bürgermeister SA.-Eruppen- sührer Böhmcker richtet für alle Volksgenos­sen Sprechstunden ein.

Senator Bernhard überbrachte der Firma Gebr. Nielsen anläßlich ihres hundertjähri­gen Bestehens die Glückwünsche des Bremer Senats.

Die Arbeitspläne für das Sommerhalbjahr der Reinhold-Muchow-Schule sind erschienen.

s.) Volksgenossen, die seit dem 1. Oktober 1936 als Zellenleiter, Vlockleiter, Blockhelfer oder Kafsenlerter in den Ortsgruppen und Stützpunk­ten der NSDAP. eingesetzt sind und ein solches Amt mindestens seit diesem Zeitpunkt ununter­brochen bekleiden.

l>) Volksgenossen, die der SA., der SS. oder dem NSKK bereits vor dem 1. Oktober 1934 angehört haben und seitdem ununterbrochen an-, gehören. Die Zugehörigkeit zu einer, der. drei Gliederungen gilt auch dann als ununterbrochen,^ wenn ein Uebertriit unmittelbar aus einer ini eine andere erfolgt ist. Es können ferner dieje­nigen Angehörigen der SA., der SS. oder des NSKK. zür Ausnahme vorgeschlagen werden, die in der Zeit vom 1. Oktober 1834 bis 39. April 1987 unmittelbar aus der Hitlerjugend in eine der Gliederungen übergetreten sind und vorher mindestens seit dem 1. Mai 1933 der Hitlerjugend ununterbrochen angehört haben. Bei den Aufnahmevorschlägen werden auch diejenigen Volksgenossen berücksichtigt, die aus dem ehemaligen Bund der Frontsoldaten (Stahlhelm) in die SA.. SS. oder das NSKK. übergetreten sind und infolgedessen auf Grund der Anordnung 147/85 vom 15. September 1935 nicht in die Par­tei aufgenommen werden konnten.

o) Angehörige der Hitlerjugend und des Bun­des Deutscher Mädel, sofern sie innerhalb ihrer Formationen in führender Stellung tätig sind. nämlich vom Gesolgschaftsführer und Fähnleinfühler, bzw. der Mädelgruppenführerin und Jungmädelgruppenführerin auswärts, fa­sern sie einen dieser Ränge schon vor dem 1. Okto­ber 1935 bekleidet haben, und der Hitlerjugend bereits seit dem 1.'Mai 1983 ununterbrochen an­gehören.

ck) Bolksgenossinnen, die der N S - F r ane n° schuft bereits vor dem 1. Oktober 19 3 4 angehört haben und seitdem ununterbrochen angehören.

s) Mitglieder des NSD.-Dozenten- oder des NST.-Studentenbundes. die diesem seit dem 1. November 1984 in führender Stellung ange­hören.

k) Volksgenossen, die mindestens seit dem 1. Ok­tober 1934 als Walter oder Warteder angeschlossenen Verbände tätig sind.

Angeschlossene Verbände im Sinne dieser Be­stimmung/sind lediglich die im Paragraph 3 der Führerverordnung vom 29. März 1935 (REP. 1 i Seile 502 Verordnungsblatt der Reichsleitnng der NSDAP., Folge 94, Seite 259) angeführten Organisationen.

x) Angehörige des Stammpersonals des Reichsarbeitsdienstes vom plan­mäßigen Truppfllhrer aufwärts, sofern diese seit dem i. Ostober 1934 dem Arbeitsdienst angehören - oder sofern sie nach dem, 1. Oktober 1934 . zum Stammpersonal des Reichsarbeitsdienstes über­nommen worden sind, wenn sis vor dieser Ueber­nahme seit dem 1. Oktober 1934 der SA., der SS, dem NSKK. oder der HI. angehört haben.

,ä) Volksgenossen, die nach dem 30. April 1033 aus der Wehrmacht nach sechsjähriger Dienstzeit ehrenvoll ausgeschieden sind.

j) Volksgenossen, die von den Dienststellen der NSDAP. zu besonderen Dienstleistungen inner­halb der , Partei benötigt werden oder an deren Berufung in die NSDAP. ein besonderes politi­sches Interesse der Partei besteht, sowie besonders bewährte und besonders zuverlässige Mitglieder der örtlichen, Opferringe der NSDAP. Diese Volksgenossen können nur vom Gauleiter selbst zur Aufnahme vorgeschlagen werden.

Als Tag der Aufnahme in die NSDAP. wird für alle' vörbezeichneten Volksgenossen der 1. Mai 1837 festgesetzt.

Solche Volksgenossen, welche die Aufnahme­bedingungen erfüllen, die jedoch im Hinblick, daß sie derzeit aktiven Wehrdienst leisten, einen An­trag'auf Aufnahme in die NSDAP. nicht stellest .können, sind berechtigt, den Aufnahmeantrag in­nerhalb eines Monats nach Beendigung des akti­ven Wehrdienstes nachzuholen.

Die Anmeldung zur Ausnahme in die Partei hat grundsätzlich nur über den zuständigen Orts­gruppen- bzw. Stiitzpunktleiter zu geschehen. Zu­ständig ist der Ortsgruppen- bzw. Stützpunktleiter, in dessen Bereich der Volksgenosse seinen ständigen Wohnsitz hat. Aus diesem Grunde ist die Ein- reichung von Aufnahmegesuchen nnmittelbar bei der Reichsleitnng zwecklos.

(gez.) Schwarz

Vle Pattei sorgt für den deutschen Menschen

0bersl Löb, Staalssekretör Lacke und HauptViensUeiter Schmeer vor den Kreisleitern aut Vurg Vogellang

Burg Vogelsang, 24. April.

Ueberans interessant und für den Einsatz des Geistes und des Willens sllr die großen Aufgaben des Vierjahresplanes kennzeichnend waren die Ausführungen, mit denen der zweite Tag der Kreisleiterschulungstagung aus der Ordensburg Vogelsang seinen Ansang nahm: Vor den Kreis­leitern sprach der Chef des Amtes sur deutsche Roh- und Werkstoffe beim Beauftragten des Führers für den Vierjahresplan, Oberst Lob, über die industrielle Seite des Vierjahresplanes.

Der Redner ging davon aus und hob diesen Grundsatz immer wieder hervor, daß der Vierzah- resplan mit seinen vielseitigen Aufgabemund Auswirkungen nur dann erfüllt werden kann, wenn alle zusammenarbeiten, wenn Wirtschaft und Bevölkerung in diesen Forderun-, gen mitleben und sich die Leitmotive des Führers w eigen machen. Gerade die Mitwirkung der ",artet und der Hoheitsträger draußen an der front seien in erster Linie entscheidend für den Erfolg. Daneben aber ließ Oberst Lob bei stmen Einzelausführungen keinen Zweifel daran daß alle Forderungen so,, wie sie gestellt wurden, durchgeführt und erfüllt werden, weil sie erfüllt werden müssen.

Das deutsche Volk ist arm an Bodensätzen, Wege weisen, aus dem Wenigen mel und vieu fettiges zu schassen und der Nation die nnrt>chasb liche Freiheit und Sicherung zu garantieren Zu diesem geistigen Reichtum ge,eilen stH der F l e der Bevölkerung, die >ich nicht mehr im Klassenkampf ergeht, und die Staatssorm, die es ermöglicht, das Letzte für die Zukunft des Volkes aufzubieten. Darüber hinaus aber ist dem deut­schen Volk der Führer geschenkt worden, der ihm die großen Befehle, die Kraft und den Willen zur Ueberwindung aller Hindernisse gibt.

Staatssekretär Backe, der von Mimsterprast- dent Göring mit dem Gebiet der landwirtschaft­lichen Erzeugung betraut ist, sprach überEr­nährung und Vierjahresplan", Der Vortrag gab den Kreisleitern einen umfaß enden lleberblick über die Bedeutung der Ernährungswirtschaft innerhalb des Vierjahresplanes. Nachdem der Redner aufschlußreiche Vergleiche zwgchen der Lrnährungswirtschaft Deutschlands vor und nach dem Kriege aufgestellt hatte, betonte er die Not- wendiqkeiteiner Vorrats Wirt, ch a r t als unbedingten Bestandteil einer volki,chen Er- nährunaspolitik. Der Redner stellte vor allem die Mobilisierung des Menschen iur die Durchführung der Erz«ugungs,chlacht heraus und appellierte an die Kreisleiter als veran.- wortliche politische Leiter, in die,ein Sinne an der erfolgreichen Durchführung des lstogen Er- nährunqswerkes des deutschen Volkes mitzuhelren.

Zu den wesentlichsten Ausgaben m der Er­zeugungsschlacht zählte er die Frag« der Mehr­

erzeugung und das Programm der Ver­brauchslenkung, die gerade heute besonders im Vordergründe stehen. Obwohl der Bedarf an Brotgetreide für dieses Jahr gesichert sei. müsse eine wesentliche Mehrerzeugung durch schnell wirkende Maßnahmen wie Meliorationen. Um­bruch von Wiesen zu Ackerland, verstärkte Düngung und Verlagerung des Anbaues erreicht werden.

Der Vortrag, des Hauptdienstleiters Schmeer wurde zum großen Zeugnis der sozialen Verant­wortung und der unermüdlichen Sorge der Par­tei und ihrer Beauftragten, der Deutschen Ar­beitsfront, für den schaffenden Volksgenossen. !

Als Leiter der Zentralstelle der DAF. für >dön Vierjahresplan rief er alle Kreisleiter auf, sich persönlich und in engster Fühlungnahme mit den Kreisobmännern der DAF. für das Wohl des schaffenden Menschen einzusetzen, in gleicher Weise für jeden, der sich in die große Gemeinschaft des Volkes eingereiht hat. Ständig sollen ihnen die sozialistischen Forderungen unserer Weltan­schauung vor Augen stehen, und es soll ihre höchste Aufgabe sein, diese Forderung in die Tat umzu­setzen. Es seien alles Fragen des Willens und einer gesunden Entwicklung, die durch eine stete Einsatzbereitschaft und Erziehungsarbeit vor- wärtsgetrieben wird. Die Hoheitsträger sesin dem Führer verantwortlich dafür, daß überall der soziale Friede und die soziale Gerechtigkeit herrsche.

Parteigenosse Schmeer kennzeichnete die wirt-> schaftliche Entwicklung, die zum Vierjahresplan' und im größeren gesehen zu einer völligen Um­stellung des Wirtschaftsdenkens führe. Die Wirt­schaft müsse sich darüber klar lein, daß die persön­liche Initiative und die Mittel der Wirtschaft noch viel stärker als in den verflossenen vier Jahren eingesetzt werden müßten. Der Red­ner wandte sich dann den vordringlichsten Sozial- problemen zu, bei deren Verwirklichung sich die Kreisleiter aktiv einsetzen müßten: Er begann mit der Frage der F e l e r t a g s L ez a h l u n g, in der schon erfreulicherweise ein Großteil der Wirtschaft zu einer befriedigenden Lösung gekom­men ist, hob dann die Notwendigkeit einer klaren Urlaubsregelung hervor, die von dem Ge­danken ausgehen muß, daß der Arbeiter heute eine höhere Arbeitsleistung zu vollbringen hat und deshalb in Urlaubsfrägen alles für ihn ge­tan werden muß, was möglich ist, um seine Ar­beitsfreudigkeit und seine Kraft zu heben.

Die Frage der Arbeit?zeitregelung dürfe grundsätzlich nicht eine wirtschaftliche, son­dern müsse eine politische Frage sein. Die Kündigungsfristen müßten im Interesse beider Teile lang sein, um dadurch eine Stabilität in die Lebensführung der schaffenden Menschen zu

bringen. Auch hob Pg. Schmeer stark die soziale Bedeutung der Landarbeiterfrage her­vor. Die Wohnungsfrage und das Verhältnis zwischen Bauer und Landarbeiter müßten den selbstverständlichen nationalsozialistischen Forde­rungen entsprechen.

Ein Kernproblem aller sozialistischen Arbeit ist die Bereitstellung von Arbeiterwohnstätten zu Mieten, die in einem gesunden Verhältnis zu den Löhnen stehen. Mit der Lösung dieser Frage sei auch die Bevöllerungspolitik entscheidend geför­dert. Er habe die Hoffnung, daß dieses Kapitel, in dem früher so unendlich viel gesündigt wurde, durch den Einsatz der Partei seine klare Lösung .finde.

Die Kreisleiter unternahmen Sonnabend nach­mittag eine Fahrt nach Aachen. Die Führung hatte der Aachener Kreisleiier Pg. Schmeer. Außerdem nahmen teil der Kommandant der Or­densburg Vogelfang, Pg. Man derb ach, der Kommandant der Ordensburg Sonthofen, Pg. Bauer, der an der Kreisleitertagung teilneh­mende Hauptdienstleite.r Schmeer sowie meh­rere Amtsleiter der Deutschen Arbeitsfront. Der Oberbürgermeister von Aachen, Pg. Jansen, begrüßte die Kreisleiter als Gäste der Stadt in dem berühmten Kaisersaal des Rathauses. Ein Rundgang durch die alte Kaiserstadt mit Besich­tigung ihrer einzigartigen geschichtlichen Bauten schloß den Besuch der Kreisleiter ab.

Neichsstudentenfiitirung Hauptamt »er NSVflp.

München, 24. April.

Der Reichsorganisationsleiter der NSDAP., Pg. Dr. Ley, hat den organisatorischen Aufbau für den NSD.-Studentenbund genehmigt. Die großen Aufgaben, die dem Reichsstudentenführer vom'Stellvertreter'des Führers und vom Reichs­und preußischen Minister für Wissenschaft, Er­ziehung und Volksbildung gestellt worden sind, verlangen für ihre Durchführung eine straffe organisatorische Form. Entsprechend der Bedeu­tung dieser Aufgaben hat der Reichsorganisations­leiter der Reichsstudentenführung die Stellung eines Hauptamtes der NSDAP. und den einzel­nen Eaustudentenführungen die Stellung eines Eauamtes der NSDAP. verliehen. Damit ist ge­währleistet, daß die wichtigen Fragen in unmit­telbarem Einvernehmen mit den zuständigen Stellen der Partei Bearbeitung finden.

Ovstei'i'vicbs Bunckesicaiiriler in VeneckiA. Unser Blick 2 siZt BuncksoksnLlsr Dr. 8 c Ir u s o b n i A A , blnssolinl nnä äsn östsrrsicäiscksn Ztaatssskrstär Dr. Duiäo Lebiniät (rsclrts in 2lvil) ant cksin IVeg rum Hotel Oaniell, in -velebsin Lcbnsolinlgg volints. (IVsItbilck)

AtcagcelLÜe AAM

v/vircl Occ^nung im Donciui'oum

* Bremen, 25. April.

Allmählich wird Ordnung im Donauraum. Ordnung zum Wähle Europas, Ordnung zur Genugtuung der friedliebenden Mächte Deutschland und Italien.

Der Teil Europas aber, der mit scheelen Augen das den Frieden bejahende Ergebnis der Aussprache Mussolinis mit dem österreichischen Bundeskanzler Dr. Schusch- nigg in Venedig betrachtet, kann uns leid tun; nicht bloß wegen der großen Enttäu­schung, welche die finsteren Hoffnungen auf einen Bruch der Achse Berlin-Rom in Vene­dig erlebten, sondern vor allem auch wegen der Entlarvung eines üblen bösartigen Ziel- strebens, das darauf gerichtet war, in Ost- europa Zwietracht und Brand zu stiften.

Die Achse Berlin-Rom hat in Venedig neuerdings die Stärke ihrer Ausstrahlungs­kraft erwiesen. Wien war einsichtig genug, die Gediegenheit dieser Achse zu erkennen und hat sich nunmehr ganz auf sie eingestellt. Die von Paris aber erstrebte Achse über Wien nach Moskau unter Einschluß Prags kann nie mehr Wirklichkeit werden.

Prag mag sich unter dem Einfluß einer sowjetverfallenen Diplomatie weiter zum Vorselde Moskaus herabwürdigen; die Ord­nung im Donauraum kann dadurch keine Störung mehr erleiden. Italien, Oesterreich und Ungarn, die Mächte des römischen Pro­tokolls, sind sich in ihrem Streben aus Er­haltung des Friedens in diesem Raume einig. In demselben Punkte ist sich Jugo­slawien einig mit Italien; und einig darin sind sich vor allem Deutschland und Italien. Die Kleine Entente kann für Störungen die­ses Friedens fortan nicht mehr in Erschei­nung treten. Der Friede Osteuropas ist nach menschlichem Ermessen gesichert.

Keine Macht wird diese Entwicklung im Donauraum herzlicher begrüßen als das friedliebende Deutschland, das dabei noch eine ganz besondere KZenugtuung darum empfindet, weil ja nächst den römischen Pro­tokollen vor allem das deutsch-öster­reichische Abkommen vom Juli 1936 die Bahn für eine Entwicklung frei gemacht hat, die allen Quertreibereien einer mißgünstigen Auslandsdiplomatie zum Trotz nun doch zum erfreulichen Ziele führte.

Die mit dem günstigen Verlauf der Be­sprechungen in Venedig geschaffene außen­politische Klärung des Verhältnisses Oester­reichs zu seinen Nachbarstaaten eine Klä­rung, die gleichzeitig auch eine Klärung zwischen Deutschland und Oesterreich ist kann vielleicht auch größere Rückwirkungen aus die innerpolitische Klärung Oesterreichs im Verhältnis zu der dort bestehenden nationalen Opposition bringen.

Wenn schon jetzt in Wien verlautet, daß künftighin eine Mitarbeit der nationalen Opposition innerhalb der Vaterländischen Front Oesterreichs in den Bereich des Denk­baren gerückt erscheine, braucht das durch­

aus nicht einem außenpolitischen Druck zu entspringen. Immerhin, so kann man dar­aus folgern, daß es die österreichische Regie­rung auf die Dauer nicht mehr. für tunlich hält, Hunderttausende, der besten Volks­genossen Oesterreichs von der Mitarbeit am Staatsaufbau auszuschließen.

Diese Annahme entspricht durchaus einer neuerlichen Erklärung Dr. Schuschniggs, die er nach seiner Rückkehr aus Venedig einem Vertreter derPolitischen Korrespondenz" gewährte, wobei er mit Bezug auf einen Aufsatz desGiornale d'Italia" die Möglich­keit der Mitarbeit der nationalen Opposition in Oesterreich im Rahmen der Vaterländi­schen Front bejahte, allerdings hervor­hebend, daß es sich bei einer Berufung in ein zu errichtendes volkspolitisches Referat nicht umillegale" Nationalsozialisten han­deln könne.

Jedenfalls sind die Wiener Bestrebungen, eine natürliche innere Befriedung Oester­reichs im Ausgleich mit der nationalen Opposition herbeizuführen, begrüßenswert. Und wenngleich man in Wien mit Recht ab­lehnt, daß diese Bestrebungen irgendwie in Zusammenhang mit den Besprechungen in Venedig gebracht werden, wenn es vielmehr richtig ist, daß sie lediglich im Rahmen der in ihren Wirkungen auf die Außenpolitik gesehene innere Lage Oesterreichs gedeutet werden müssen, so bleibt nichtsdestoweniger gewiß, daß man in Wien sich immer mehr darüber im klaren wird, daß die innerpoli­tische Befriedung Oesterreichs den öster­reichischen Staat nach außen ganz erheblich zu stärken vermöchte.

Das aber bedeutet immerhin einen ge­waltigen Fortschritt in der Erkenntnis der Regierenden Oesterreichs dahin, daß Oester­reichs Kurs fortan nicht mehr in der. feind­lichen Abkehr von der nationalsozialistischen Weltanschauung, sondern vielmehr in deren Verstehen und damit auch in deren Duldung liegt. Was dies dann letzten Endes für die wünschenswerte Weggemeinschaft BerlinWien bedeutet, bedarf keiner be­sonderen Erklärung mehr.

Wie immer in dieser Beziehung sich die Dinge demnächst entwickeln werden: zweier­lei hat sich bei der Venediger Aussprache als unumstößlich richtig erwiesen: erstens die auf unbedingt gegenseitiges Vertrauen ge­stützte osteuropäische Politik der beiden autoritär geführten Staaten Deutschland und Italien und zwei­tens der vom Führer am 11. Juli 1936 groß­herzig eingeleitete deutsch-österrei­chische Versöhnungsakt.

Alle an dieser Politik beteiligten Staaten können heute mit den Früchten, die sie trug, zufrieden sein, v. o.