Ausgabe 
(24.4.1937) Nr. 111
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parteiamtliche Tageszeitung

IlachrichtenblaN der Deutschen Arbeitsfront Vremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmtsblatt des Senats der Zreien Hansestadt vremen

MonatSbezug: RM. 2.30 einschl. Zustellgebühr; durch die Post RM 2 3!> Bezugspreis ist im voraus zu entrichten Postscheck. Hamburg.l ,272. Betriebsstörungen begründen keinenAnspruch auiErstattung oder Ersah. N-.-Gauverlag Wc,er-EmS G. m. b. H.. Bremen, Heeren 6/8 / Fernsprecher: 641 21 und 51115.

Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Mdenbmg und Vremen

Anzeigen-Grundpreise: Die W-mm-Aeile im Anzeigenteil 12 Pf., die 70-nun-Zell« tm Text teil 75 M. Ermäßigte Grundpreise isür kleine Familien.Anzeigen u. a.) sonstig« BÄlnamigm Preis-

liste K sNachlatzstassel Cs. Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahmeschlutz 16 Uhr, Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr-, Schristleitnng Dienstag und Freitag 18)4-13-4 Uhr.

Nr. Nl /?. Jahrgang

Sonnabend, 24. flpril 1SZ?

Einzelpreis 15 Npf.

VeutWanV rüstet;um Nationalfeiertag

Unsei^ lagssspisgsl

Das Ergebnis der Besprechungen zwischen Mussolini und Schuschnigg in Venedig unter­streicht die Notwendigkeit der Mitarbeit Deutschlands im Donauraum.

Am Bodensee wurde einer Abordnung italie­nischer Journalisten ein begeisterter Empfang zuteil.

Das Programm für den Staatsakt am 1. Mai liegt nunmehr vor.

Der Reichsorganisationsleiter eröffnete aus Burg Vogelsang die Kreisleitertagung.

Dr. Ley hat 200 Handwerksgesellen aus Fahrt geschickt.

Der Bahnhof für den Ort Erüppenbiihren wird in Zukunft die Bezeichnung „Station Bookholzberg" führen.

In Hannover wird heute das Logen-Museum für Nordwestdeutschland eröffnet.

Heute setzt der Verkauf der Programmhefte sür den 1. Mai in Vremen ein.

Zu den Tagen des großen NS.-Marinebund- Eautresfens wird das Segelschulschisf „Horst Wessel" in Vremen erwartet.

Die Fischereischutzboote „Weser" und „Elbe" liefen Vremen zu mehrtägigem Besuche an. Die 15. Hauptversammlung der Hafenbautech­nischen Gesellschaft wird in Wilhclmshaven durchgeführt.

Die Metallwerke llnterweser sind voll beschäf­tigt.

Die Opelwerke verzeichnen eine weitere Exportsteigerung.

Ver sichrer veriecht flus;eichnu»igen

Feierliche Tagung der Reichsarbeitskammer am 30. April

rä. Berlin, 23. April.

Am 30. April hält die Reichsarüeitskammer im Plenarsaal des ehemaligen Herrenhauses in Berlin eine feierliche Tagung ab, auf der der Führer deutschen Betrieben die Auszeichnung „nationalsozialistischer Musterbetrieb" verleihen wird.

kin drittes Segelschulschiff

Lk. Hamburg, 23. April.

Deutschlands Kriegsmarine bekommt ein drit­tes Segelschulschiff. Es befindet sich auf der Schiffswerft von Blohm u. Voß in Hamburg be­reits im Bau und soll nach seiner Fertigstellung neben den Schulschiffen „Eorch Fock" und „Horst Wessel" für die Ausbildung des seemännischen Offiziers- und Anteroffiziersnachwuchses Verwen­dung finden. Der neue Segler wird vom gleichen Typ sein wie die beiden anderen Schulschiffe.

Heimatkunde im Vordergrund

Berlin, 23. April.

Die Richtlinien des Reichserziehungsministers für den Unterricht in den vier unteren Jahr­gängen der Volksschule liegen jetzt im Wortlaut vor. 2m Mittelpunkt des erziehlichen Unterrichts soll die Heimatkunde stehen. Mit ihr soll der Deutsch-Unterricht im Sinne der nationalsozialistischen Erziehung ein Ganzes bil­den, und auch alle anderen Fächer sollen nach Möglichkeit diesem Ganzen dienen. Ueber die Heimatkunde wird in den Richtlinien im einzel­nen noch ausgeführt, daß der Unterricht nicht nur Kenntnisse vermitteln, sondern auch den festen Erund für den Stolz auf Heimat, Sippe, Stamm, Volk und Führer legen soll. Der heimatkundliche Anschauungsunterricht des ersten und zweiten Schuljahres nimmt seine Stoffe aus der nächsten Lsbenswelt des Kindes. Vom dritten Schuljahr an lernen die Kinder planmäßig ihre Heimat lennen. Ausgehend' von der Familie sieht das Und die Menschen bei Arbeit und Feier, in Lebenshaltung, Sitte, Brauchtum, Sprache und Liedern, Märchen, Sagen und Legenden. Neben heimatgeschichtlichen Erzählungen fügen sich ge­schichtliche Einzelbilder an, wobei der h e ld r s He bedanke in den Vordergrund zu ltellen l>r. Weiter werden die erdkundlichen und naturkund­lichen Grundlagen vermittelt. Das Verständnis für den in der heimatlichen Landschaft werktätigen Menschen wird angebahnt. Dir Grundlagen für Kartenverständnis und Karten lesen weiden vermittelt. Die Kinder sollen Pflcm-zen und Tiere der Heimat kennen und beobachten. Insgesamt soll der Unterricht Natur- und Heimat­liche wecken. Auf dem Gebiete der deutschen Sprache sollen die Kinder Muttersprache und muttersprachliche Dichtung als lebendigen Aus­druck ihres völkischen Wesens schon in den ersten vier Jahrgängen erleben. Auf dem Gebiete der Leibesübungen soll das Spielturnen der wesent­liche Inhalt der Leibeserziehung in der Grund­schule sein. Die Musikerziehung soll sie das deutsche Lied richtig, schön und freudig srngen lehren. Auch eine Anzahl von Liedern der nationalsozialistifchen Bewegung, Heimat-, Marsch-, Fahrten- und Soldatenliedern mug den Mindern >o vertraut werden, dah Ite ohne nutzeren Anstoß und gern gesungen werden.

drei Millionen Mark veldstrafe

für ungeheuerliche Steuerhinterziehung

Kiel, 23. April

vom Hauptzollamt Kiel bekanntgegeben t der Kieler Margarinesybrikant Ludwig :r wegen fortgesetzter Steuerhinterziehung id eine Million Kilograimn ,teuerpMch- ette mit insgesamt drei Millionen R-llc. ife belegt worden.

Kos Programm stir ven Staatsakt am I. Mai

Der I!> lleter lunne >s«>l>»uin kür äsn Vetimmikoiei t»A ist uns Ostpro,>8vn in Vvrlli» viiixotrollen

(lVeltbila.)

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2er sichrer spricht zweimal

Berlin, 23. April.

Zum fünften Male begeht am 1. Mai das deutsche Volk seinen Nationalfeiertag im natio­nalsozialistischen Reich. Deutsche aller Stämme, Stände und Berufe legen einmütig unter dem Leitspruch „Ehret die Arbeit und achtet den Ar­beiter" das Bekenntnis zur geeinten Nation und zu freudiger Daseinsbejahung ab. In gewaltigen Kundgebungen empfindet das schaffende Volk Deutschlands das Erlebnis der Gemeinschaft, in frohen Festen strömt ihm die Kraft zu neuen Taten im Sinne und im Geiste seines Führers zu.

2m Mittelpunkt der Feiern dieses Tages stehen die Veranstaltungen in der Reichshauptstadt. Ihre Gestaltung, Vorbereitung und Durchführung liegt in den Händen des Reichspropagandamini- sters Dr. Goebbels. Ministerialrat Eutterer im Propagandaministerium, der Leiter des Ein­satzstabes für die Großkundgebungen, hat der Presse in großen Zügen einen Ueberblick über die Organisation, die Vorbereitungen und das Programm der diesjährigen Veranstaltungen am 1. Mai in der Reichshauptstadl gegeben.

Danach findet die Hauptkundgebung im Lustgarten statt. Dagegen erfolgt die 2u- gendkundgebung im Olympia st adion, bei der mit einer Teilnehmerzahl von 150 000 gerechnet wird. Hier läßt sich der Anmarsch unter Ausnutzung aller vorhandenen Verkehrsmittel in etwa zwei Stunden bewältigen. Da die Veranstal­tung im Olympiastadion um 8.30 Uhr ihren An­fang nimmt, werden keine außergewöhnlichen An­forderungen an die Jugendlichen gestellt. Auftakt des Programms ist die Jugendkundgebung, die durch eine Ansprache des Re ichs ju gen d- fllhrers von Schirach eröffnet wird. Nach einer Rede des Reichsministers Dr. Goebbels spricht dann der Führer zur deutschen Jugend. Um 10 Uhr beginnt die Festsitzung der Reichskulturkammer im Deutschen Opern­haus, in deren Mittelpunkt die Rede des Präsi­denten der Reichskulturkammer, Reichsministers Dr. Goebbels, steht, der die Verkündung

Burg Vogelsang, 23. April.

Freitag vormittag hat die Kreisleiter- Schulungstagung aus Burg Vogelsang, durch Reichsorganisationsleiter Dr. Ley eröffnet, ihre Arbeit ausgenommen. In einer kurzen Ansprache begrüßte der Bnrgkommandant den begeistert empfangenen Reichsorganisationsleiter und den ersten Redner des Vormittags, Präsident Dr. Sqrup, der vom Beauftragten des Führers für den Bierjahresplan mit dem wichtigen Teilge­biet des Arbeitseinsatzes betraut ist. Er hieß weiterhin die Vertreter der Reichsleitung und der Eauleitungen willkommen.

Nochmals stürmisch begrüßt, nahm dann Reichs­organisationsleiter Dr. Ley das Wort. Er gab seiner Genugtuung Ausdruck, daß ihm auch dies­mal wieder die.führenden Männer der Bewegung bereitwillig ihre Zusage erteilt hätten, den Kreisleitein ihre Pflichterfüllung durch offene Darlegung ihrer Arbeitsgebiete zu erleichtern. Dr. Ley führte dann aus: „Wenn diese Burg keinen anderen Sinn hätte als den, daß die füh­renden Männer der Partei hier zusammenkom­men, um die letzten Dinge der Bewegung und Idee zu erleben, dann wäre ihr Zweck schon er­füllt." Aus dem Trotz und aus der Rebellion der Kampfzeit seien die Politischen Leiter mit gleichem Schritt und unter einem Willen heraus- marschiert an das Werk des Aufbaues, und es sei nun ihr größtes Glück, in Disziplin und ständigem Einsatz dem Führer dienen und gehorchen zu dürfen. Daß die Hoheitsträger, gestärkt und ge­hoben durch das Erlebnis der Kameradschaft und die intensive Beschäftigung mit den politischen Problemen nach Beendigung der Tagung an ihren Arbeitsplatz im Alltag zurückkehren, das sei der Wunsch, mit dem er die Tagung eröffne.

Als erstes Thema der auf der Burg Vogelfang vor den Kreisleitern behandelten Aufgaben des Vierjahresplanes sprach Präsident Dr. Syrup über das bedeutsame Problem des Arbeits­einsatzes. Er entwickelte ein klares Bild der bevölkerungsmäßigen und beruflichen Struktur Deutschlands und schilderte den gewaltigen Er­folg des Reiches gegen die Arbeitslosigkeit und des Einsatzes der Arbeitskräfte für die Haupt­aufgaben der Gegenwart. Er gab seiner Freude und seinem Stolz Ausdruck, jetzt großzügige Aufbauarbeit leisten zu können, nachdem die Tätigkeit der Arbeitsvermittlung vor der Machtübernahme sich nur auf den noch dazu negativen Versuch beschränkte, Unterstützungsmit­tel für das wachsende Heer der Arbeitslosen zu beschaffen. Es komme auf jedem Einzelgebiet — bei der Ueberwindung der Landflucht, bei der Heranziehung von Landarbeitern, bei der Aus­bildung von Facharbeitern und Verstärkung des ländlichen Handwerks sowie bei der Aufgabe, die Frauen in die Hauswirtschaft hinein­zuführen — nicht darauf an, Augenblickserfolge

des Buch- undFilmpreises 1937 vor­nimmt.

Im Anschluß an die Festsitzung fährt der Füh­rer durch die Spalierstrahe, an der die Schaffen­den Berlins Aufstellung genommen haben, zum Lustgarten, wo um 12 Uhr der Staatsakt seinen Anfang nimmt. Aufmarsch der Fahnen erfolgt um 11.30 Uhr aus dem Schloßhos. Nach Anspra­chen des Reichsministers Dr. Goebbels und des Reichsorganisationsleiters Dr. Ley spricht der Führer zu den Schaffenden Deutschlands. Um 17 Uhr werden die Arbeiterabordnungen aus

zu erzielen, sondern für lange Dauer und mit gesunder Stetigkeit die Volksgenossen in Ar­beit und Brot zu bringen, und so den wirtschaft­lichen Aufbau der Nation zu sichern. Alle Auf­gaben, die bewältigt werden müssen, ließen sich nicht durch Gesetze regeln, sondern nur durch eine klare Unterrichtung und Erziehung der Bevölke­rung. Wenn es z. B. darum gehe, sie Landarbei­terfrage hu lösen, dann müsse aus der neugewon­nenen Einstellung aller Beteiligten heraus die Voraussetzung des Erfolges geschaffen sein, die sich hierbei zusammensetze aus den Forderungen nach einer Bodenverwurzelung, der Schaffung ausreichender und einwandfreier Wohnstätten, für die Ministerpräsident Gö- ring eine besondere Aktion eingeleitet habe, der Erzrelung von Dauerverträgen und der Formung einer selbstverständlichen ländlichen Betriebs­gemeinschaft.

Die aus Erund der Anordnungen des Beauf­tragten für den Vierjahresplan durchgeführten Ermittlungen über die Lehrlingsausbildung in der Eisen- und Bauindustrie und über den Ein­satz der älteren Angestellten haben, so führte der Redner weiter aus,

befriedigende krgebnisse

gezeitigt. Es klang aus den Worten des Präsiden­ten aber auch der eindeutige Wille heraus, dort, wo man den Forderungen des Nationalsozialis­mus nicht gerecht werde, sie zum Wähle des Vol­kes durchzusetzen.

Als zweiter Referent nahm Ministerpräsident Köhler (Baden) als Beauftragter für die Roh­stoffverteilung das Wort. Er zeigte auf, daß das Minus des deutschen Lebensraumes an Boden- qualität und Rohstoffen ersetzt werden müsse durch das Plus der deutschen Arbeitskraft und Intelligenz, die von keinem Volk der Erde übertreffen würden, sowie durch den geschlossenen politischen Einsatz. Pflicht der Par­tei sei es, das Verständnis für die Forderungen, die der Vierjahresplan an den letzten Volksge­nossen stelle, zu wecken. Die Bedeutung der Arbeit der politischen Hoheitsträger im Rahmen des Vierjahresplanes habe der Führer dadurch zum Ausdruck gebracht, daß er ihn auf dem Reichs­parteitag verkündete. Vordringlichstes Ziel des Vierjahresplanes sei, die Lebenshaltung jedes einzelnen zu verbessern und zu heben. Die Partei sei dabei der treibende Motor. Der Redner legte weiter dar, daß Deutschland sich nicht vom Welthandelsmarkt ab­schließen wolle, sondern trotz aller Schwierigkei­ten immer mehr den Außenhandel aufbauen werde. Abschließend gab Minister­präsident Köhler einen Ueberblick über die Ge- samtlage der deutschen Ausfuhrwirtschaft.

allen deutschen Gauen und die Sieger des Reichs- bernsswettkampfes vom Führer empfangen.

Die Abendkundgebung im Lustgarten leitet ein Fackelzug ein, an dem rund 12 000 Angehö­rige der drei Wehrmachtsteile, der Kampfforma­tionen und der Gliederungen der Bewegung so­wie Abordnungen der verschiedensten Organisa­tionen teilnehmen. 2m Mittelpunkt der Abend­kundgebung steht die Rede des Minister­präsidenten Generaloberst Eöring. Den Abschluß bildet der von vier Musikkorps der Wehrmacht ausgeführte Große Zapfenstreich.

Gauleiter Joseph Wagner gab anschließend einen Ueberblick über seine Tätigkeit als Reichs­kommissar für Preisbildung im Vierjahresplan. Er behandelte einleitend das Problem, das durch die verstärkte Nachfrage einerseits und durch die Schwierigkeiten der Einfuhr andererseits hervor­gerufen worden sei. In diesem Zusammenhang zeige sich besonders auch die sozialpolitische Seite der Wirtschaftspolitik. Eine der vordringlichsten Aufgaben der Preisgestaltung sei es, den durch ein etwaiges Steigen der Preise lebenswichtig­ster Dinge gefährdeten Lebensstandard der brei­ten Schichten des deutschen Volkes unter allen Umständen vor einem Absinken zu bewahren.

In außerordentlichen Umständen bewähre sich der Gemeinschaftssinn des einzelnen im wirtschaft­lichen Leben. Es gehöre zu den wichtigsten Auf­gaben der Partei und daher auch besonders der Kreisleiter, ständig so erzieherisch auf die Men­schen innerhalb der deutschen Wirtschaft einzuwir­ken, daß sich die Wirtschaft stets als Dienerin des Volkes betrachte und aus diesen nationalsozia­listischen Grundsätzen heraus ihre unbedingte Ab­hängigkeit vom Leben des Volkes erblicke.

Den Vortrügen auf Burg Vogelfang wohnen auch die Amtsleiter der Zentralstelle für den Vierjahresplan bei der DAF., der Leiter des Reichsheimstättenamtes Pg. von Stuckrad und Pg. Bolz, der Leiter der wirtschaftlichen Abteilung, bei. Weiterhin nimmt Amtsleiter Kropp vom Stäbe des Hauptdienststellenleiters Schmeer an der Tagung teil.

Die Schulungstagung erreichte Freitag ihren Höhepunkt, als am Nachmittag Reichsminister Dr. Goebbels und im Auftrage des Minister­präsidenten Eöring General der Flieger Milch auf der Ordensburg eintrafen, um vor den ver­sammelten Kreisleitern der NSDAP. zu sprechen. Dr. Goebbels wurde auf dem Kölner Flugplatz von Gauleiter Staatsrat Erohe, Oberpräsident Gauleiter Terboven und Landeshauptmann Haake empfangen. Auf seiner Fahrt durch die Eifellandschaft zur Ordensburg Vogelfang wurde der Minister von der Bevölkerung jubelnd be­grüßt. Sofort nach setttem Eintreffen auf Burg Vogelfang nahm Dr. Goebbels im großen Hör- saal das Wort zu fast zweistündigen Ausführun­gen. Es scheine ihm wichtig, so führte der Mi­nister aus, bedeutsame Fragen, die den politischen Leiter interessieren, im Rahmen einer Aussprache zu klären. Er begrüße daher die Gelegenheit, sich mit den Kreisleitern der Bewegung, die als Ver­bindungsmänner der Partei zum Volk fungier­ten, über aktuelle politische Fragen unterhalten zu können. Im Rahmen einer von Frage und Antwort getragenen Aussprache behandelte Dr. Goebbels erschöpfend eine Reihe politischer The­men, die aus dem Kreise seiner Zuhörer ange­schnitten wurden. -

finkelftein

— krönungsekrengast in London

Ein tobender Bolschewist in der Maske des westeuropäischen Diplomaten

London, 23. April.

Ganz London ist in Erwartung der bevor­stehenden Krönungsfeierlichkeiten von einer fieberhaften Erregung und Betriebsamkeit erfüllt, die das Gesicht der englischen Hauptstadt in diesen Tagen entscheidend bestimmt. Das ganze britische Imperium rüstet zum 18. Mai, wenn unter strenger Einhaltung eines durch uralte Tradition hergebrachten Zeremoniells die Krönung GeorgsVI. erfolgen wird. Unter den Staaten der ganzen Welt, deren Abgesandte dem feier­lichen Krönungsakt in der Westminfter Abtei beiwohnen werden, wird auch die UdSSR. durch ihren Kommissar für Auswärtige Angelegen- he.iten, Litwin o w - Finkelftein, sowie durch den Sowjetmarschall Tuchatschewski vertreten sein.

Seit dem Eintritt der Sowjetunion in den Völkerbund, der Litwinow zum Ehrenpräsidenten wählte, hat man längst aufgehört, in der Be­teiligung von Sowjetvertretern an feierlichen Staatsakten westeuropäischer Länder etwas Ungewöhnliches zu sehen. Die verblüffende Wandlungsfähigkeit Litwinows, der sich schnell und erfolgreich den westeuropäischen Kollegen von der Diplomatie anpaßte, hat bei diesen nicht selten bewirkt; daß man ihm die Rolle, die er spielte, auch wirklich glaubte. Man glaubte dem befrackten Volschewisten in den blütenweißen Handschuhen, dessen Manieren bürgerlich-gesittet, dessen Reden sehr gemäßigt und gar nicht revolutionär waren, seine Zahmheit und Harm­losigkeit. Man glaubte Litwinow, der sich dem Völkerbund als Weltfriedensstifter und Be­schützer der „demokratischen Freii- heit" präsentierte, zweifelte nicht an seiner Ehrlichkeit, wenn er seinen Friedenswillen beteuerte, und mißtraute ihm in keinem Augen­blick. — Man ließ sich in seinem guten Glauben auch dann nicht beirren, wenn Litwinow in seinen Moskauer Kongreßreden mit seinem Frack auch seine Friedensapostelmaske ablegte und sich als ein wütender, von Haß und Feind­schaft gegen die ganze Welt erfüllter Bolschewik zeigte, der er immer war und bleiben wird.

Während Litwinow in Genf mit seiner alten Friedensleier die Völkerbundsmitglieder in einen sanften Schlaf einlullte, arbeiteten seine Genossen von der weltrevolutionären Sparte fieberhaft in allen Ländern der Welt, wo sie Streiks, Zu­sammenstöße und Aufstände provozierten und das Feuer auflodernder Bürgerkriege immer aufs neue schürten. Herr Litwinow zeigte indessen in Genf seine unschuldigste Miene, lächelte selbst­zufrieden und registrierte im stillen ein stetes Anschwellen der kommunistischen Weltrevolution, von der er den Blick sehr gutgläubiger und verblendeter Politiker durch seine mit viel Geschick gespielte Doppelrolle abzuwenden verstand.

Daß diese Doppelrolle zuweilen zu sehr grotesken Situationen führte, verwirrte den Herrn Außenkommissar keineswegs. Einer der tollsten Tricks dieser Art war jener Trinkspruch, den. Litwinow auf einem Moskauer Bankett zu Ehren des englischen Außenministers Eden auf den damaligen König Georg V. ausbrachte. Diese beispiellose Unverfrorenheit Litwinows, die alle seiner Genfer Heucheleien in den Schatten stellte, konnte er sich eben nur leisten, weil er sein raffiniertes Täuschungsmanöver als völlig ge­glückt betrachtete und weil er wußte, wie weit die Verblendung bei gewissen Politikern bereits vorgeschritten war. Es war die gleiche Ver­blendung, die es ihm möglich machte, angesichts der unverhüllten Wühlarbeit der Komintern in allen westeuropäischen Ländern von der Frie­densliebe der Sowjets zu sprechen.

Darüber hat man' auch vergessen, daß der launige Bankettredner mit den glatten Allüren des westlichen Diplomaten im Vorkriegsrutzland an einen Banditenstreich beteiligt war, der in einem Ueberfall auf einen Bank- transport bestand. Ebenso schien niemand mehr daran zu denken, daß der Vetter des Königs Georg V., der Zar Nikolaus II., von politischen Freunden jenes Mannes ermordet wurde, der sich erdreistet hatte, auf den englischen König den Trinkspruch auszubringen.

Darum nimmt es auch heute niemand mehr wunder, wenn Herr Litwinow und Herr Tuchatschewski bei den Londoner Krönungs­feierlichkeiten jenen Staat vertreten werden, dessen führende Männer die kommunistische Welt­revolution herbeiführen wollen, die mit der Vernichtung der abendländischen Kultur auch dem englischen Herrscherhaus den Untergang bringen würde.

wir leisten oroßilWge stustauarbeit

Vr. Ley eröffnete die Kreisleiler-Schultingstagung auf Vurg Vogelfang - Vortrüge über den Vierfakresplan