Ausgabe 
(24.6.1937) Nr. 170
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parteiamtliche ^geszeitung

iiachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Vremen

lalisten Vremens

flmtsdlatt des Senats der Zreien Hansestadt Bremen

Nr. M Jahrgang

Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstaichalters in Oldenburg und Vremen

Vonnerslag, 24. Juni 1SZ7

Anzeigen-Grundpreise: Die 22-mm,Aeils im Anzeigenteil 12 die 70-wm-Zeile im Textterl 75 Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Jamilien-Anzeigen u. a.) sowie sonstig« Bedingungen Preis­liste 6 (NnchlMtniiel 0). Für Anzeigen durch Fernsprecher kein- Gewahr. Annnhmeschlutz 18 llhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12- IZ Uhr; Schristleitiinq Dienstag und Frertag >2)4 - ISIS Uhr.

kimelpreis 15 Npf.

kontrollkomödie ohne" 7 V und Italien

Sie einzig richtige Folgerung aus den Londoner Besprechungen / Bas Neich nimmt seine Interessen selbst wahr

Eine amtliche Mitteilung

Berlin, 24. Juni.

Der Botschafter von Ribbentrop ist am Mittwoch beauftragt worden, den im Kon­trollausschutz in London vertretenen Regie­rungen folgende Mitteilung zu machen:

MWMUMWMUMIWUUUWUIUWUIUWUWWWWUWWM

llnssr lagesspiegsl

Deutschland und Italien haben dem spani­schen Kontrollsystem den Rücken gewandt. Ministerpräsident Dr. Colijn hat eine neue holländische Regierung gebildet.

Chantemps wird am Dienstag seine Regie­rungserklärung abgeben.

Das Reichskabinett hat ein neues Polizei- Learntengesetz verabschiedet.

Vor dem Schöffengericht in Osnabrück hatte sich ein Ordensangehöriger der „Priester vom Heiligen Herzen Jesu" wegen wider­natürlicher Unzucht mit einem Tier zu ver­antworten.

Das Altenheim in Osterholz-Tenever kann aus ein LSjähriges Bestehen zurückblicken. Der Führer hat SA.-Eruppenfiihrer Vöhmcker zum Regierenden Bürgermeister Bremens ernannt.

In Bremen und Wesermünde begannen die Tagungen des Deutschen Kälteoereins und der Vaugeiverke.

Generalmajor der Schutzpolizei Pfeffer-Wil­denbruch weilte gestern in Bremen.

In der Voxkomödie von Chikago wurde beim 8. Gang zwischen Braddock und Joe Louis Vraddock k. ». geschlagen.

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„Die Reichsregierung hat nach Bekannt­werden der Angriffe auf den Kreuzer „Leip­zig" am 15. und 18. Juni d. I. alsbald den anderen an der Seekontrolle in den spani­schen Gewässern beteiligten Mächten mit­geteilt, datz sie nicht gewillt sei, ihre mit einer internationalen Aufgabe betrauten Seestreitkräfte weiteren Schietzversuchen Rotspaniens auszusetzen. Sie hat sich hin­sichtlich von ihr zu fordernden Garantien sür die Sicherheit ihrer Schiffe auf ein Minimum beschränkt, nämlich aus eine sofort auszu­führende Flottendemonstration der vier Kontrollmächte, um aus diese Weise eine deutlich sichtbare solidarische Warnung zum Ausdruck zu bringen. Da die englische und französische Regierung sich nicht einmal zu dieser Mimmalsorderung haben bereitsinden lassen, mutz die deutsche Regierung zu ihrem Bedauern feststellen, datz es an derjenigen Solidarität der Kontrollmächte fehlt, die sür die Durchführung der gemeinsam übernom­menen internationalen Aufgaben die uner­läßliche Voraussetzung bildet. Die Reichs­regierung hat deshalb beschlossen, sich end­gültig aus dem Kontrollsystem zurückzu­ziehen."

Die Königlich-Italienische Regierung hat der Reichsregierung mitgeteilt, datz sie sich deren Vorgehen anschließt und sich ebenfalls aus dem Kontrollsystem zurückzieht.

Diese Vorgänge verpflichten uns, so bemerkt das Deutsche Nachrichtenbüro hierzu ergänzend, zu fol­gender grundsätzlicher Stellungnahme:

1. Das Deutsche Reich hat — zum Unterschied anderer Völker und Staaten — weder sruher noch jetzt mit dem spanischen Volk Differenzen, die in irgendwelchen territorialen oder sonstigen beson­deren politischen deutschen Fragen begründet lie­gen. Deutschland hat daher ebenfalls zum Unter­schied zu anderen Staaten — an keiner der ge­richtlichen Beraubungen Spaniens teilgenom­men. Dies gilt auch für die heutige Zeit, in der das deutsche Volk im tiefsten Mitempfinden ern Leiden des spanischen Volkes verfolgt, das uns Deutschen — aus ähnlichen Erfahrungen — selbst nicht unbekannt ist. ,

Die gleiche von Moskau organisierte und be­zahlte P erbrecherklique, die in Deutschland IV- Jahrzehnte lang versucht hat den Bolschewis­mus herbeizuführen und damit unser blühendes Land in ein Ruinenfeld zu verwandeln, bemüht üch seit Jahren, auch Spanien zu zerstören. Die Art der Methoden und Taten kennen wir. Hun­derttausende abgeschlachtete Männer, Frauen und Kinder sind die Blutzeugen dieser bolschewi­stischen Betätigung. Daher stehen in diesem Kampf »es nationalen Spaniens gegen seine Moskauer Unterdrücker und Zerstörer die Sympathien des deutschen Volkes und damit auch seiner Führer eindeutig auf feiten der in Spanien

von den Moskauer organisierten Banden gequälten Bevölkerung des nationalen Spaniens.

Das deutsche Volk und die deutsche Regierung haben dabei nur ein Interesse, datz ein wahrhaft unabhängiges und freies Spanien wiedererstehen, und datz es ihm gelingen möge, die schweren Wunden, die der bolschewistische Bürgerkrieg ge­schlagen hat, wieder zu heilen.

Darüber hinaus hat Deutschland dann auch allerdings den verständlichen Wunsch, mit diesem national geordneten, freien und unabhängigen Spanien alle jene kulturellen und wirtschaftlichen Beziehungen zu pflegen, die nicht nur den In­teressen dieser beiden Länder dienen, sondern die auch in höherem Sinne der internationa-

l en Z u s a m rn e n a r b e i t u n d W o h l f a h r t nützlich sind. lleberhaupt sind sich das deutsche

Volk und seine Regierung darüber im klaren, datz > . es in Europa nur entweder ein System unabhän- ^ qiqer freier Nationalstaaten, oder ein kommuni­stisches politisches und damit auch wirtschaftliches Chaos geben kann. Deutschland ist daher der Ueberzeugung, datz es eins Pflicht aller europäischen Staaten wäre, gemenyam gegen die von Moskau ausgehenden Versuche Stel­lung zu nehmen, die beabsichtigen, das. System die­ser freien und unabhängigen Nationalstaaten zu zerstören, um an ihre Stelle ein von Revolutionen erschüttertes von Moskau aus tyrannisiertes in­ternationales Chaos zu setzen.

Und dies ist das Entscheidende: Nicht das

nationalsozialistische Deutschland beabsichtigt oder versucht aus Spanien eine Provinz des Deut,chen Reiches oder einen Gau der nationalsozialistischen Bewegung zu machen, sondern das bolschewistische Moskau bemüht sich wie überall, so auch aus Spa­nien eine Sektion der Komintern zu machen!

Dies zu verhindern läge aber ebenso im Inter­esse Europas, ja der Welt, wie es natürlich auch im Interesse Deutschlands liegt. Alle anderen Be­hauptungen über besondere Absichten Deutschlands in bezug auf Spanien. Marokko oder dessen son­stigen kolonialen Besitz sind von den Helfershel­fern und dem leider be>onders in unseren west­lichen Staaten sitzenden Freunden der Volsche- wisten erfundene Lügen.

2. Deutschland hat daher von. diesen Auffassun­gen geleitet, von Anfang an versucht, dahin zu wirken, datz die bedauerliche inncrspariische Aus­einandersetzung ausschließlich Angele­gen h e i t d e r S p a n i e r s e l b st sein mutzte.

H. h. Deutschland hat, genau so wie Italien, gleich zu Beginn der spanischen Krise gegen jeden Versuch einer politischen, finanziellen, militäri­schen oder sonstigen Einmischung Stellung genom­men. Gerade diese Aussassung aber wurde von den demokratischen und bolschewistischen Staaten abgelehnt. Sie begannen, Freiwillige anzuwerben, sie veranstalteten Eeldsammlungen, sie lieferten Kriegsmaterialien und vor allem von ihnen ka­

men die Agenten, Instrukteure und Lehrmeister der bolschewistischen Schlächtereien.

Und erst als sich im Verlauf der Entwicklung trotzdem — wie es nicht anders zu erwarten war — das nationale und damit allein wahrhaft un­abhängige Spanien gegenüber dem von Moskau und seinen Freunden organisierten und militärisch ausgehaltenen bolschewistischen Verbrechertum durchzusetzen begann, wuchs das Interesse auch in genügen Kreisen der demokratischen Staaten für eine Aufnahme der deutschen und italienischen Ideen fü eine wirkliche Nichteinmischung in eben dem Matze, in dem man zu glauben schien, dadurch der nationalen Seite Abbruch zu tun und der bolschewistischen Brandstiftung Vorschub leisten zu können.

3. Trotzdem hat sich Deutschland bereiterklärt, soweit eine wirklich gerechte und allseitige Nicht­

einmischung gewährleistet wurde, zu deren Her­beiführung auch jetzt noch seinen Teil beizutragen. Im Zuge dieser Bestrebungen war Deutschland daher auch bereit, sich an den praktischen Matznahmen einer Kontrolle zu be­teiligen, die leider — dies mutz heute wenig­stens, insoweit es sich um die Versorgung des bolschewistischen Teiles mit Kriegsmaterialien und Freiwilligen handelt, gesagt werden — nach den gemachten Erfahrungen ohnehin erfolglos geblieben ist.

4. Trotzdem wurde von den bolschewistischen Machthabern in Valencia nunmehr versucht, durch bestimmte Aktionen die den roten Teil betreffende Seekontrolle zu stören und die an ihr beteilig­ten Schiffe mit allen Mitteln anzugreifen. Es erfolgte im Zuge dieser Absichten u. a. der Angriff auf deutsche, englische und italienische Schiffe im Hafen von Palma. Sechs italienische Offiziere sind dabei durch die Bombenangriffe der roten Piraten ums Leben gekommen. Der Nichteinmischungsausschutz nahm diese Vorfälle zur Kenntnis, ohne sich natürlich zu irgendeiner Entscheidung aufraffen zu können oder zu wollen.

Um den roten Machthabern in Valencia jeden Vorwand für neue Angriffe zu nehmen, zog Deutschland seine Schiffe aus dem Hafen von Palma zurück und verlegte die Liegeplätze für die Uebernahme von Oel oder sonstige Vorräte auf die Reede von Jbiza, einem militärisch gänzlich belanglosen Orte. Nunmehr schritten die Machthaber von Valencia im Verfolg ihrer Absichten zu einem neuen Anschlag und ließen das Panzerschiff „Deutschlands vor Jbiza durch Bombenflugzeuge angreifen. Das Panzerschiff selbst hat im ganzen Verlauf dieses Ueberfalles nicht einen Schutz abge­feuert. Seine eigenen Opfer aber betrugen 3t Tote und 77 Verwundete, unter den letzteren viele leider sehr schwer Verletzte. Da die deutsche Reichsregierung durch die zurückliegenden Er­fahrungen belehrt, der festen Ueberzeugung war,

datz auch in diesem Falle weder die Kontroll­kommission noch der Nichteinmischungsausschutz die geringsten Entschlüsse fassen würde, hat sie von sich aus die notwendige und für eine Groß­macht selbstverständliche Vergeltung geübt. Nicht um einen Racheakt zu begehen, denn, durch das Bombardement von Almeria konnten weder die Toten unseres Panzerschiffes lebendig, noch die Krüppel wieder gesund werden. Nein: Diese Beschießung erfolgte nur, um durch diese Ver­geltung den Verbrechern in Valencia die Lehre zu geben, wenigstens sür die Zukunft weitere derartige Angriffe auf deutsche Kontrollschiffe zu unterlassen. Ebenso wurde, um Ueberfälle ähnlicher Art künftighin von vornherein unmöglich zu machen, den deutschen See­streitkräften der Befehd gegeben, von jetzt ab auf sich nähernde Luft- oder Seestreitkräfte der bol­

schewistischen Machthaber sofort das Feuer zu eröffnen. Die vier an der Seekontrolle in den spanischen Gewässern beteiligten Mächte hatten nun unter dem Eindruck dieser Vorgänge am 12. Juni vereinbart, datz von jetzt ab wei- tere Angriffe auf die Kontrollschiffe dieser Machte als derem gemeinsame Sache angesehen würden, und datz über die dann ge­meinsam zu ergreifenden Maßnahmen sofort eine Verständigung herbeigeführt werden sollte.

Zugleich wurde dabei aber festgestellt, datz bei der Beschlußfassung dieser Maßnahmen natürlich die unmittelbar betroffene Macht in erster Linie berücksichtigt werden müßte.

5. Nachdem durch den erteilten deutschen Befehl ' von jetzt ab auf alle sich nähernden roten See­oder Luftstreitkräfte sofort das Feuer zu eröffnen solche Angriffe für die Zukunft ersichtlich unmög­lich gemacht worden waren, entschlossen sich die bolschewistischen Brandstifter in Valencia den Kontrollschiffen nunmehr mit Untersee­booten zu Leibe zu gehen. Sie haben diesen neuen Feldzug auch unverschämt offen angekün­digt. Am 15. und am 18. Juni erfolgten nun mindestens vier klar und eindeutig festgestellte rote Unterseeboot-An- griffeauf den Kreuzer „Leipzi g".

Auch dieses Schiff stand im Dienst der' inter­nationalen Seekontrolle. Nur durch einen glück­lichen Zufall oder durch die schlechte Schießübung der roten Piraten sind die abgefeuerten Torpe­dos an dem Kreuzer vorbeigegangen.

Dieser selbst hatte beim letzten Angriff einen Zujammenstotz mit dem roten Unter­seeboot. Ein Zweifel an der Richtigkeit dieser Feststellungen kann von keiner Seite erhoben wer­den, es sei denn, man wollte den einzig gültigen Beweis für einen solchen Angriff nur' in der gelungenen Vernichtung eines der Kontrollschisft sehen. Nun ist es klar. datz dieses Mal vielleicht nur,durch ein Wunder eine Katastrophe vermie? den worden ist, die noch unendlich viel schlimmer sFortsetzung auf Seite 2)

bankrott der „Solidarität"

fragen an flußenminffter kden

Am 12. Juni erstand in London aus der Achse aller Irrtümer und Fehler ein neuer Phönix in Gestalt einer erwachenden europäischen Solidarität. Am 15. Juni richtete der rote Mob in Valencia die Torpedo-Ausschutzrohre sei­ner U-Boote auf den im internationalen Kon­trolldienst stehenden deutschen Kreuzer „Leipzig". Am 18. Juni wurde der gleiche verbrecherische Anschlag wiederholt, nachdem sich die Erfolglosig­keit des ersten herausgestellt hatte. Keine Zweifel oder plumpen Verleumdun­gen können an diesem klaren Tatbestand rütteln. Am 23. Juni haben sich Deutschland und Italien dann gemeinsam gezwungen gesehen, die Schluß­folgerungen aus der intranstgenten und völlig passiven Haltung zu ziehen, die vornehmlich England an den Tag legte, als es darum ging, die neu erstandene Solidarität der europäi­schen Großmächte wirksam zu schützen. Das zu einer blutigen Farce gewordene Kontrollsystem der Londoner Nichteinmischungskomödie hat seit dieser Stunde zu bestehen aufgehört: Die Kosten für diese gefährlichen Spielereien — um nichts anderes hätte es sich bei einer Fortsetzung der Neutralitätspolitik im bisherigen Rahmen han­deln können — mögen diejenigen tragen, die Lust und Neigung dazu verspüren. Die Handlungs­freiheit .Deutschlands und Italiens ist nicht nur im Rahmen der papiernen Abmachungen vom 12. Juni wiederhergestellt, sondern sie.ist eine unumschränkte, und zwar die zweier Großmächte, die gewillt und in der Lage sind, sich selbst mit den durchgreifendsten Mitteln vor allen Provokationen und Bedrohungen ver­brecherischer Elemente zu schützen.

Das ist die klare Lage, die sich heute am Tage nach dem endgültigen Austritt Deutschlands und Italiens aus dem Londoner Ausschutz ergibt. Man mutz heute die Frage stellen, wie es über­haupt möglich sein konnte, datz es zu diesem Krisenhvhepunkt kam und wie es überhaupt denkbar ist, datz angesichts einer derart klaren Sachlage Irrtümer und Meinungsverschieden­heiten auftauchen konnten, die in irgendwelchen sachlichen Gründen keine Erklärung finden können?

Diese Frage mutz notwendigerweise in erster Linie an den englischen Außenmini­ster Eden gerichtet werden, der es vorge­zogen hat, an Stelle einer energischen Maßnahme zur Sicherung der europäischen Zusammenarbeit, so gut wie das Scheitern der ganzen bisherigen Politik der europäischen Mächte gegenüber Spanien verantwortlich auf seine Schultern zu nehmen. Welchen englischen Interessen hat Herr Anthony Eden mit dieser staats- männischen Weitsicht gedient und überhaupt: Welche Erfolge sind es — um zu den letzten Ur­sachen des gegenwärtigen Krisenzustandes in Europa zu kommen — die London seiner Außen­politik in den beiden letzten Jahren verdankt?

Sind die Freunde des britischen 'Weltreiches — seit Herr Eden den Sanktionskrieg gegen Italien vom Zaune brach — zahlreicher oder weniger geworden? Sind die histo­rischen Lebenswege ' und Verkehrsadern des britischen Imperiums dank dieser überaus klugen Politik, die an dem Gang der Tatsachen aber auch nichts änderte, wenig gefährdet, oder hat man sich inzwischen nicht schon selbst an den Ge­danken gewöhnt, datz es Zeit geworden ist, aus das eine oder andere doch Verzicht zu leisten?

Hat Herr Eden mit Abessinien Genf, die zar­teste Blume seiner stillen Hoffnungen, gerettet? Hat er die deutsche Aufrüstung, die in eimgen seiner zurückliegenden Reden hin. und wieder als eine „übereilige Maßnahme" oder als etwas Aehnliches in Erscheinung trat, verhindert? Hat er das Zustandekommen des ganz Europa be­drohenden französisch-sowjetrussischen Militärpak­tes durch eine maßvolle Belehrung seiner Pari­ser Freunde unmöglich zu machen versucht-

oder träumt er heute noch davon, an der Seite der Henker Tuchatschewskis das innere Gefüge des britischen Weltreiches, das heute in Indien durch den Bolschewismus nicht minder bedroht ist als in Europa, zu sichern und mit starken Fundamenten zu unterziehen?? Wo sind hier die Aktivposten in der britischen Außenpolitik??

Aber nicht nur diese Fragen müssen heute an die Adresse des britischen Außenministers ge­richtet werden. Sind es etwa seine eigenen Idols und ist es seine eigene stählerne Romantik, die in den beiden letzten Jahren in stürmischem Sie­geszug die Welt erobert hat? Hat sein „Friede" gesiegt, oder zahlt der britische Steuerzahler die Kosten der uferlosen britischen Aufrüstungspoli­tik, die erst in den beiden letzten Jahren nach den Londoner Offenbarungen zu einer „unab­änderlichen Notwendigkeit" der britischen Poli­tik geworden ist und die sich so als ein Ergebnis der britischen Friedensbemühungen in den Leiden letzten Jahren darstellt??

Di« „Kollektiv"-Jdee ist mit Abessinien auf dem

cie§ Aeg. AtteHeemeistecs cierr SMcee

verlin, 24. Juni

flmttich wird mitgeteilt: Ver sükrer und Neichskanzler kat den bisherigen Negierenden Vürgermeister Vtto Neider aus dem bremischen Landesdienst entlassen und den derzeitigen kommissarischen Negierenden vürgermeister, Negierungsprasidenten im einstweiligen Nuhestand Sfl.- vruppensülirer Jolzann-lzeinrich vöstmcker, zum Negierenden Vürgermeister in Vremen ernannt.

lkinen hierauf bezugnehmenden öesehl des sührers des Sfl.-Standortes Vremen, Sfl.-Vber-

liihrer lanßen, siehe im Innern des Vlattesj

Mit der nunmehr vom Führer und Reichskanzler erfolgten endgültigen Ernennung des SA.-Gruppenführers Böhmcker zum Regierenden Bürgermeister der freien Hansestadt Bremen ist. die vom Gauleiter Carl Rover getroffene Maßnahme auch formell vollzogen, so daß die Ernennung für uns keine Ueber- raschung mehr bedeuten kann.

Die verantwortungsvolle Einsatzfreudigkeit des SA.-Grup- penführers Böhmcker ist der Bremer Bevölkerung durch seine Arbeit in den vergangenen zwei Monaten voll zum Bewußtsein gekommen. Schon als Führer der SA.-Gruppe Nordsee war der Regierende Bürgermeister allen seinen Männern, was Kameradschaftsgeist, Tatkraft und Arbeitseifer anbelangt, stets ein Vorbild. Aber auch rein verwaltungsmäßig hat Pg. Böhmcker — von Haus aus Jurist — als Regierungspräsi­dent des oldenburgischen Landesteils Lübeck in Eutin große Erfahrungen sammeln können. Aus eigener Kraft und in erstaunlich kurzer Zeit gelang es ihm, in die durch die System- herrschaft schwer zerrütteten politischen und finanziellen Ver­hältnisse des Landesteiles Lübeck Ordnung zu bringen. Am 1. April d. I., als der Landesteil Lübeck Schleswig-Holstein eingegliedert wurde, stand dann eine in allen Teilen vo rb i ld- liche Verwaltung da. Für die vom Regierenden Bürger­meister als Regierungspräsident geleistete Arbeit sprach be­

kanntlich Reichsinnenminister Dr. Frick bei der Uebergabe seine vollste Anerkennung aus. Zugleich aber auch dankte da­mals unser Gauleiter und ReiiAstatthalter Röver Gruppen­führer Böhmcker für seine hervorragende Tätigkeit. Er gestehe es ruhig ein, betonte der Gauleiter, daß Pg. Böhmcker einer der besten Männer der olden- burgischen Verwaltung gewesen sei. Ihm sei es zu danken, daß Preußen einen völlig gesundeten Gebietsteil über­nehmen könne.

Es hat einmal eine Zeit gegeben, da drohte auch Bremen der völlige Verfall. Handel und Wirtschaft lagen brach. Der Haushalt war völlig verschuldet. Aber in dem Geist des neuen Reiches wurde auch diese Zeit drohenden Niederganges über­wunden.

Mit ganzer Tatkraft, beseelt und getragen vom kämpfe­rischen Geist, der den Reihen der SA. von jeher inne- wohnte, wird Gruppenführer Böhmcker sein neues bremisches Amt weiterführen. Es ist dabei selbstverständlich, daß die Be­völkerung unserer Stadt aus ihrer nationalsozialistischen Hal­tung und ihrer echten hanseatischen Gesinnung heraus dem Regierenden Bürgermeister dabei tatkräftig zur Seite stehen wird zum Wohls des Reichsganzen und damit auch zu ihrem eigenen Besten.